Berliner Herzinfarktregister: Geschlechtsspezifische Aspekte des ...

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Berliner Herzinfarktregister: Geschlechtsspezifische Aspekte des ...

Berliner Herzinfarktregister:

Geschlechtsspezifische

Aspekte des Herzinfarkts in Berlin

G. Kallischnigg

für das Berliner Herzinfarktregister

Berliner Herzinfarktregister e.V.

Technische Universität Berlin

Institut für Gesundheitswissenschaften

Symposium Hormone und Herzerkrankungen bei Frauen

24. August 2002, Berlin


Ziele von Krankheitsregistern allgemein...

• Erfassung von Diagnostik und Therapie in

der täglichen Praxis

• Möglichkeit zur internen und externen

Qualitätssicherung

• Verbesserung der medizinischen

Versorgung

• im Gegensatz dazu untersucht eine klinische

Studie die Diagnostik / Therapie unter streng

standardisierten Bedingungen

Berliner

Herzinfarktregister


Ziele des Berliner Herzinfarktregisters:

• Erfassung und Verbesserung der Praxis der

stationären Versorgung von

Herzinfarktpatienten

• Überprüfung der Gültigkeit von Ergebnissen

klinischer Studien unter Alltagsbedingungen

der Versorgung

Berliner

Herzinfarktregister


Verein Berliner Herzinfarktregister e.V.

• Pilotphase seit 1998

• Gründung Dez. 2000

• Gemeinnützigkeit

anerkannt

• insgesamt 35

Vereinsmitglieder

• gemeinsam getragen

durch die TU-Berlin

und Berliner

Krankenhäuser

• bisher ca. . 5000 Fälle

erfasst

• Vorstand:

– Prof. Dr. W. Thimme -

Vorsitzender (ehem. Humboldt-

Krhs., Berlin)

– Prof. Dr. K.P. Schüren -

stellv. Vorsitzender (AVK, Berlin)

– Dipl.-Math. G. Kallischnigg -

geschäftsführendes

Vorstandsmitglied (BZPH, TU-

Berlin)

– Prof. Dr. D. Andresen (Krhs. am

Urban, Berlin)

– Prof. Dr. F.X. Kleber

(Unfallkrankenhaus Berlin)

– Prof. Dr. M.H. Brenner (BZPH, TU-

Berlin)

– Dr. G. Jonitz (Präsident der

Ärztekammer Berlin)

Berliner

Herzinfarktregister


Teilnehmende Krankenhäuser

- 25 Berliner Krankenhäuser (1999-2002)

Auguste-Viktoria Krankenhaus, Bundeswehrkrankenhaus, Caritas-Klinik

Pankow Ber. Maria Heimsuchung, Charité- Campus Buch (Franz-Vollhard

Klinik), Charité Campus Mitte, Domenicus Krankenhaus, DRK-Klinik

Mark Brandenburg, DRK-Klinikum Westend, Elisabeth-Krankenhaus, Ev.

Waldkrankenhaus, Gemeinschaftkrankenhaus Havelhöhe, Humboldt-

Krankenhaus, Jüdisches Krankenhaus, Krankenhaus an Urban,

Krankenhaus Hedwigshöhe, Krankenhaus Hellersdorf, Krankenhaus im

Friedrichshain, Krankenhaus Moabit, Martin-Luther-Krankenhaus, Oskar-

Ziethen Krankenhaus, Parkklinik Weißensee, St. Marien Krankenhaus,

St. Gertrauden-Krankenhaus, Unfallkrankenhaus Berlin,

Wenkebach Krankenhaus

Berliner

Herzinfarktregister


Integration des Versorgungsweges im

Patient - Flow -Model

Krankenhaus

Prä-Stationärer

Verlauf

Anamnese

Behandlung

Outcome

Post-Stationärer

Verlauf

Berliner

Herzinfarktregister


Integration des Versorgungsweges im

Patient - Flow -Model

Krankenhaus

Prä-Stationärer Verlauf:

•Akutversorgung

•Prästationäre Lyse (NAW)

•Ambulante Vormedikation

Anamnese

Behandlung

Outcome

Post-Stationärer

Verlauf

Berliner

Herzinfarktregister


Integration des Versorgungsweges im

Patient - Flow -Model

Krankenhaus

Prä-Stationärer

Verlauf

Behandlung

Anamnese

•Sozio-demographische Daten

•Riskofaktoren

•Begleiterkrankungen

•Schweregrad der Erkrankung

Outcome

Post-Stationärer

Verlauf

Berliner

Herzinfarktregister


Integration des Versorgungsweges im

Patient - Flow -Model

Krankenhaus

Prä-Stationärer

Verlauf

Behandlung:

•Akutdiagnostik (48h)

Anamnese

Outcome

Post-Staionärer

Verlauf

Berliner

Herzinfarktregister


Integration des Versorgungsweges im

Patient - Flow -Model

Krankenhaus

Prä-Stationärer

Verlauf

Anamnese

Outcome

Behandlung

•Letalität (48h-Entlassung)

•30-Tage Letalität

•Komplikationen (48h)

Post-Staionärer

Verlauf

Berliner

Herzinfarktregister


Integration des Versorgungsweges im

Patient - Flow -Model

Krankenhaus

Prä-Stationärer

Verlauf

Anamnese

Behandlung

Post-Stationärer Verlauf

•1-Jahres Outcome

Mortalität

•kardiale Morbidität

•Rehabilitation

•Lebensqualität

•Risikofaktoren

•Medikation

Berliner

Herzinfarktregister


Untersuchte Fragestellung

1. Unterscheidet sich die

Infarktbehandlung und

Krankenhausmortalität bei Frauen

und Männern in Berlin

2. Wie könnten diese Unterschiede

erklärt werden

(Alter Risikofaktoren Behandlung)

Berliner

Herzinfarktregister


Hintergrund

Es existiert eine Vielzahl von Studien mit unterschiedlichen Aussagen zur

geschlechtsspezifischen Infarktbehandlung und Infarktsterblichkeit

- Gottlieb S, Circulation 2000: „ ..dass Frauen 30 Tage nach Infarkt eine

höhere Sterblichkeit aufweisen...“

- Heer T (MITRA), Am J Card 2002: „ ... Aber es gibt einen Trend für eine

höhere Mortalität der Frauen im kurzfristigen Verlauf...“

- Kostis JB, Circulation 1994: „ ... Frauen (Altergruppe bis 70) werden

seltener invasiv untersucht und haben auch nach Korrektur für das Alter

eine höhere 3-Jahres Sterblichkeit “

- Vaccarino V, N Engl J Med 1999: „..Nach Herzinfarkt haben jüngere,

Frauen eine höhere Sterblichkeit als Männer der gleichen Altersgruppe...“.

Berliner

Herzinfarktregister


Methoden

Einschlußkriterien

- Eintreffen in der Klinik innerhalb von 48h nach Infarktbeginn

- WHO-Definition des akuten Myokardinfarktes

Datenerfassung/-monitoring

- mit Hilfe eines 4-seitigen Fragebogen unterteilt in Akutphase und

Postakutphase

- durch Kontrolle der Vollständigkeit

- Besuche der Kliniken durch Monitore

Berliner

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Ergebnisse: Geschlechtsverteilung

1216

(35,7%)

Frauen

Männer

2190

(64,3%)

Berliner

Herzinfarktregister


Ergebnisse: Altersstruktur

n

1200

1000

800

600

400

200

0

75

Jahre

Frauen

Männer

Median

72

(+/- 12,3)

62

(+/- 12,2)

Berliner

Herzinfarktregister


Ergebnisse: Risikofaktoren

100

%

80

p


Ergebnisse: Risikofaktoren

100

%

80

60

40

20

0

p


Ergebnisse: Risikofaktoren

100

%

80

60

40

p


Ergebnisse: Risikofaktoren

100

%

80

60

40

Frauen

Männer

20

0

20 18 49 47

Früherer

Herzinfarkt

Lokalisation:

Vorderwand

Berliner

Herzinfarktregister


Ergebnisse: Medikation

• Kein signifikanter Unterschied bzgl. ASS und

ACE-Hemmer

• Frauen erhielten jedoch seltener (60%) als

Männer (72%) eine Betablockade. Dieser

Unterschied blieb auch nach Adjustierung für

das Alter signifikant.

• Eine Dreierkombination von ASS, ACE-

Hemmer und Betablockern wurde bei Frauen

seltener (33% vs. 39%) gegeben.

Berliner

Herzinfarktregister


Ergebnisse: Rekanalisierende Therapie

100

%

80

60

40

20

0

kein Rekanal.

53 35 22 26 19 29 5 10

Lyse

PTCA

Lyse+ PTCA

alle Werte sind signifikant unterschiedlich

Berliner

Herzinfarktregister

Frauen

Männer


Ergebnisse: Lyse

OR +/- 95% CI

Thrombolyse

altersadjustiert

0,92

Thrombolyse

0,69

0,4 0,6 0,8 1 1,2 1,4

Frauen erhalten nur Thrombolyse seltener

häufiger als Männer

Berliner

Herzinfarktregister


Ergebnisse: PTCA

OR +/- 95% CI

PTCA

altersadjustiert

0,74

PTCA

0,59

0,4 0,6 0,8 1 1,2 1,4

Frauen erhalten Frauen eine erhalten PTCA nur seltener PTCA seltener

häufiger als als Männer

Berliner

Herzinfarktregister


Ergebnisse: Klinikmortalität

100

%

80

60

40

Frauen

Männer

20

0

19%

9%

Krankenhausmortalität

Berliner

Herzinfarktregister


Ergebnisse: Klinikmortalität

OR +/- 95% CI

Mortalität

multipel* adjust.

0,91

Mortalität

altersadjustiert

1,26

Mortalität

2,43

Frauen sterben seltener

0 0.5 1 1.5 2 2.5 3

häufiger als Männer

* Alter, Diabetes mellitus, art. Hypertonie, früherer Herzinfarkt, Reinfarkt, Lyse, Lokalisation

Berliner

Herzinfarktregister


Zusammenfassung

Frauen und Männer mit akutem Myokardinfarkt in Berlin

(1999 und 2000) zeigen folgende Unterschiede:

• sind im Durchschnitt 10 Jahre älter

• Altersunterschiede erklären nicht vollständig die

geringere PTCA- Rate bei Frauen

• Frauen haben ein differentes Risikoprofil

• versterben häufiger an den Folgen des Infarktes im

Krankenhaus

• Nach Adjustierung für Alter und Risikofaktoren ist die

Krankenhaussterblichkeit zwischen Frauen und Männern

in Berlin nicht signifikant unterschiedlich

Berliner

Herzinfarktregister


Ausblick:

• Frauengesundheitsforschung ist zur Zeit

ein Hauptthema in der Public Health

Forschung („Gender-Mainstreaming“)

• zukünftige Analysen des Berliner

Herzinfarktregisters

– Subgruppenanalysen

– 1- Jahres Follow-up

Berliner

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Das Berliner Herzinfarktregister wird

unterstützt durch:

Berliner Herzinfarktregister e.V.

• Technische Universität Berlin

• Ärztekammer Berlin

Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit,

Soziales und Verbraucherschutz

• Boehringer Ingelheim

• MSD

• ....

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Kontakt und Information:

WWW.HERZINFARKTREGISTER.DE

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