Jahresbericht 2012 - Marie-Schlei-Verein eV

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Jahresbericht 2012 - Marie-Schlei-Verein eV

M a r i e - S c h l e i - V e r e i n

Hilfe für Frauen in Afrika, Asien und Lateinamerika

J A H R E S B E R I C H T

2012


INHALT

INHALT

STANDPUNKT 3

FRAUENRECHTE 4

AKTIVITÄTEN 6

DEUTSCHLAND 8

ASIEN 12

AFRIKA 14

LATEINAMERIKA 21

TRANSPARENZ 24

FINANZEN 26

VORSTAND:

Vorsitzende: Prof. Dr. h.c. Christa Randzio-Plath

Stellv. Vorsitzende:

Gabriele Albert-Trappe, Catrin Becher

Regina Haut, Sigrid Mangold-Wegner

Karin Roth, Dr. Wilma Simon

Schatzmeisterin: Heidemarie Hermann

KURATORIUM:

Vorsitzende: Inge Wettig-Danielmeier

Geschäftsführerin: Amy Geisler

IMPRESSUM:

Herausgeber: Marie-Schlei-Verein e. V.

Grootiushof, Grootsruhe 4, 20537 Hamburg

Tel.: 040-4149 6992, Fax: 040-4149 6993

E-Mail: marie-schlei-verein@t-online.de

www.marie-schlei-verein.de

ViSdP: Prof. Dr. h.c. Christa Randzio-Plath und

Amy Geisler

Der Jahresbericht enthält Informationen über

das Jahr 2012 hinaus: Stand 31.1.2013

SPENDENKONTO:

Sparda Bank-Hamburg

Kontonr. 0000602035, BLZ 20690500

IBAN: DE92 2069 0500 0000 602035

BIC: GENODEF1S11

BILDNACHWEIS:

Die Bilder wurden dem Marie-Schlei-Verein von

den Projektpartnerorganisationen oder Mitgliedern

des Vereins zur Veröffentlichung bereitgestellt

Das Titelbild zeigt Frauen aus dem Möbelpolsterungskurs

in Rancho Arriba, Dominikanische

Republik

WAS WIR TUN

Der Marie-Schlei-Verein fördert Selbsthilfeprojekte von Frauen für

Frauen in Afrika, Asien und Lateinamerika, baut partnerschaftliche

Beziehungen auf zu Frauengruppen in den jeweiligen Ländern, informiert

in Deutschland über die Rolle der Frau in den Ländern und trägt

zur Völkerverständigung bei. Die Projekte sind so unterschiedlich wie

ihre Standorte. Allen ist gemeinsam, dass sie von einheimischen Frauenorganisationen

entwickelt und durchgeführt werden. Unsere Partnerinnen

entscheiden selbst über „ihr“ Projekt. Sie verwalten die

benötigten Mittel selbst. So kommt eine partnerschaftliche und

gleichberechtigte Zusammenarbeit zustande.

Über den Zugang zu Bildung und Ausbildung erkennen die Frauen

ihren Wert. Sie entdecken, dass ihre Person und ihre Arbeit für die

Entwicklung ihrer Familie, ihres Dorfes, ja ihres Landes wichtig sind.

Sie entwickeln ein anderes Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl.

Die meisten der Frauen sind bereit, dafür hart zu arbeiten. Sie wollen

ihr Leben gestalten. Sie wollen ihre Talente und Fähigkeiten nutzen.

Ohne ihre Leistungen werden Hunger, Armut, Unwissenheit und Gewalt

nicht überwunden. Rund 500 Selbsthilfeprojekte von Frauen für

Frauen hat der Marie-Schlei-Verein bisher unterstützt. Diese Ausbildungsprojekte

tragen zur Bekämpfung von Armut und Unterentwicklung

bei und zu einer gleichberechtigten Gesellschaft. Denn: Es geht

nur mit den Frauen.

WER WIR SIND

Der Marie-Schlei-Verein e.V. wurde 1984 in Erinnerung an die frühere

Entwicklungshilfeministerin Marie Schlei gegründet. Die satzungsmäßigen

Ziele des gemeinnützigen Vereins sind "die Förderung der

Zusammenarbeit mit armen Frauen, Gruppen von Frauen und Frauenorganisationen

in Stadt und Land, die Förderung der Bildung und

Ausbildung von Frauen, die Aufklärung über die Hintergründe von

Not und Ungerechtigkeit, die Förderung der Gleichstellung von Mann

und Frau, die Völkerverständigung, die Verbreitung von Informationen,

die das Verständnis für die Situation der Frauen herstellen und

vertiefen, um so die Mitverantwortung und Hilfsbereitschaft für die

Frauen und damit für die Menschen in den Entwicklungsländern zu

verstärken." Der Verein ist im Vereinsregister des Amtsgerichts Hamburg

Nr. 17487 eingetragen und durch Steuerbescheid, Steuernr.

17/450/00424 zuletzt durch Bescheid vom 29.8.2012, Finanzamt

Hamburg-Nord, als gemeinnützig anerkannt.

MARIE SCHLEI

Marie Schlei war von 1976 bis 1978 die erste weibliche Ministerin für

wirtschaftliche Zusammenarbeit in der Bundesrepublik Deutschland.

Ihre Devise: "Entwicklungspolitik muss den Versuch unternehmen,

den am stärksten Unterprivilegierten direkt zu helfen". Besonders

wollte sie den Frauen helfen, ihre Lebensbedingungen zu verbessern.

Sie gab das erste "Frauenpapier" zur Situation der Frauen in den Entwicklungsländern

und zur Beteiligung von Frauen am Entwicklungsprozess

heraus. Im Internationalen Jahrzehnt der Frau 1975 bis 1985

wurden ihre Anregungen auf internationaler Ebene anerkannt.

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STANDPUNKT

FRAUENRECHTE VORANBRINGEN HEISST ARMUT

UND HUNGER ÜBERWINDEN HELFEN

Erschrocken, schockiert und betroffen sind Frauen in

Deutschland, Europa, weltweit über den Fall der vergewaltigten

und ermordeten indischen Studentin, der getöteten

philippinischen Hausangestellten und der mutigen

Schülerin aus Bangladesch, die für Mädchenbildung eintritt.

Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter, die UN-

Kampagne gegen Gewalt gegen Frauen kommt nur

langsam voran.

Immer noch werden Frauen geringgeschätzt. Immer noch

werden Frauen in ihrer körperlichen Unversehrtheit und

Würde Tag für Tag verletzt. Frauenrechte sind Menschenrechte

entschieden die UN 1993 und beriefen sich auf die

UN-Charta wie auf die Menschenrechtserklärungen, die

von fast allen Staaten unterzeichnet worden sind.

Aber Frauen sind nicht nur Opfer von Gewalt und Unterdrückung,

sondern auch Hoffnungsträgerinnen für die Entwicklung

ihrer Gemeinden, Städte und Regionen. Mehr

und mehr Frauen profitieren von deutscher und europäischer

Entwicklungszusammenarbeit. Das ist wichtig. Die

Weltbank stellt fest, dass es auf die Beteiligung der Frauen

ankommt, wenn es um Produktivitätssteigerung und

Wachstum geht. Frauen haben ein Recht auf Erwerbsarbeit

und wirtschaftliche Betätigung, um wie Männer ihren

Lebensunterhalt zu gewährleisten. Die Voraussetzungen

sind schlecht, weil die schlechte und unzureichende Schulbildung,

die hohe Mütter- und Mädchensterblichkeit Frauen

die gleichen Lebenschancen wie Männer verweigert.

Die Einlösung von Geschlechtergerechtigkeit und Empowerment

von Frauen (Millenniumsziel 3) steht weiterhin

aus. Die Positionsbestimmung der UN-Staaten für die

Zukunft der Millenniumsziele

(MDG) muss glaubwürdig

werden und die

Geschlechtergerechtigkeit

voranbringen. Mehr Frauen

sind Regierungschefinnen,

Ministerinnen und

Abgeordnete oder haben

wirtschaftliche Verantwortung

in Entwicklungsländern.

Dennoch bleiben

Frauen unsichtbar, ihre

Stimme wird nicht gehört,

weil Geschlechterstereotypen,

Rollenmuster und

Vorurteile Frauen die

Chance nehmen, ein

selbstbestimmtes Leben zu führen. Die Ausbeutung in

Entwicklungsländern, das Landgrabbing und die Diskriminierung

der Landwirtschaft sind auch heute noch Ursache

für den menschenunwürdigen Kreislauf von Hunger, Armut,

Unwissenheit, Krankheit und Gewalt.

Im Jahr 2012 konnten wieder 24 Projekte des Marie-

Schlei-Vereins Frauen nützen: zur Überwindung der

Nahrungsmittelkrise, der Bewässerungsprobleme, beim

Aufbau von Kleinstunternehmerinnentum oder Nutzung

von Mikrokrediten. Wichtig war immer die berufliche

Qualifizierung von alphabetisierten Frauen, aber auch von

Analphabetinnen. Die Weltgemeinschaft hat zwar begriffen,

dass Bildung ein Schlüssel für Entwicklung ist, aber auf

rein formale Ziele wie Einschulung von Jungen und Mädchen

gesetzt. Dabei ist nicht nur die Qualität der Bildung

fragwürdig. Ein großes Problem besteht darin, dass so

viele Mütter in Afrika und Südasien Analphabetinnen sind.

Hier muss umgesteuert werden.

2013 und die Diskussion um die Zukunft der Millenniumsziele

muss genutzt werden, um die Rolle und Bedeutung

der Frauen für die Entwicklungsprozesse sowie die Durchsetzung

ihrer Rechte und der Geschlechtergerechtigkeit

als Priorität in den nachhaltigen Entwicklungszielen ab

2015 erneut zu verankern.

Mit herzlichen Grüßen

Prof. Dr. h.c. Christa Randzio-Plath

Vorsitzende Marie-Schlei-Verein

3


FRAUENRECHTE

18 Prozent der politischen und

10 Prozent der wirtschaftlichen

Entscheidungsträger sind Frauen

70 Prozent der 1,3 Mio.

Armen und 60 Prozent de Hungernden

sind Frauen

60-80 Prozent der Nahrungsmittelproduktion

in den meisten Entwicklungsländern

ist in den Händen der

Frauen

2 Monate Arbeitszeit verwenden

Frauen im südlichen Afrika auf Wasserholen

Über 60 Prozent der Weltarbeitsstunden

leisten Frauen und

verdienen nur 10 Prozent des

Welteinkommens

2/3 aller Analphabeten sind

Frauen

Nur 1/3 aller Frauen hat Zugang zu

Gesundheitsfür- und -vorsorge

Über die Hälfte aller HIV/Aids-Kranken

sind Frauen

Frauen besitzen nur 2 Prozent des

Weltvermögens

Durchschnittlich beträgt der Unterschied

zwischen Frauen und Männerlöhnen

weltweit 30 Prozent

Wenn die Entfernung zum Mond 394.400

km beträgt, dann laufen afrikanische

Frauen zusammen den Weg zum Mond und

zurück 16 Mal am Tag

4


FRAUENRECHTE

FRAUENRECHTE MÜSSEN GESELLSCHAFTLICHE

WIRKLICHKEIT WERDEN

Eine Milliarde Frauen weltweit haben Gewalt oder Vergewaltigung

durchlebt. Die indische Studentin, ihre brutale

Vergewaltigung und ihre kaltblütige Ermordung empört

die Welt. No To Violence heißt eine UN- Kampagne. Gerade

in Entwicklungsländern führt die Geringschätzung von

Frauen zur Abtreibung von Föten, Tötung bei Geburt oder

im Babyalter, Zwangsverheiratung und Mitgiftmord. Genitalverstümmelung,

häusliche Gewalt oder Gewalt am

Arbeitsplatz unterstreichen, wie notwendig das Engagement

gegen Gewalt gegen Frauen auch 2013 weltweit ist.

Frauenrechte und Gleichstellung der Geschlechter sind ein

grundlegendes Menschenrecht.

GLEICHBERECHTIGUNG

Die Gleichberechtigung und Gleichstellung der Frau hat

Fortschritte gemacht. Es gibt mehr weibliche Regierungschefs

und weibliche Ministerinnen als je zuvor. Aber ihr

Anteil bezogen auf die UN- Mitgliedstaaten beträgt noch

nicht einmal 10 Prozent. Der Frauenanteil in den Parlamenten

ist auf 20,7 Prozent gestiegen. In Afrikas Parlamenten

beträgt der Frauenanteil 20,8 Prozent, in Ruanda

sogar 56,3 Prozent (Europa 23,6 Prozent). Diskriminierende

Gesetze und Bräuche und Traditionen verhindern

Gleichberechtigung, schaden aber auch Ländern und

Regionen.

GESUNDHEIT

Für Frauen in Entwicklungsländern ist es trotz aller Fortschritte

noch ein weiter Weg. Frauen sind als Wirtschaftsfaktor

und Arbeitskraft wichtiger geworden, mehr Mädchen

gehen zur Schule. Aber: Im Durchschnitt sterben

jeden Tag 1.000 Frauen bei der Schwangerschaft oder der

Geburt. 99 Prozent von ihnen in Entwicklungsländern. Ein

verbesserter Zugang zu Verhütungsmitteln kann helfen,

bis zu 90 Prozent der Todesfälle zu vermeiden. Schwangerschaften

und Geburt gehören zu den Haupttodesursachen

für Mädchen im Teenageralter. Mit jedem für die

freiwillige Familienplanung eingesetztem Dollar werden

30 USD für Gesundheit, Wasser und Bildung gespart.

LÄNDLICHE ENTWICKLUNG

Besonders Frauen im ländlichen Raum werden benachteiligt-

bei der Bildung, beim Einkommen, bei Gesundheit

oder politischer Partizipation. Sie machen ein Viertel der

Weltbevölkerung aus. Fast eine halbe Milliarde Kleinbauern

und Arbeiter ohne Grundbesitz sind Frauen. Dabei

stellen sie den großen Teil der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte.

Schätzungen gehen davon aus, dass, wenn

Frauen den gleichen Zugang zu Land, Wasser, Saatgut,

Beratung und Ressourcen hätten wie Männer, die

Ernteerträge um vier Prozent steigen und 150 Millionen

Menschen jährlich mehr vom Hunger befreit werden

könnten. Länder, die Frauen diskriminieren und Landbesitz

oder Kredite verwehren, haben deutlich mehr unterernährte

Kinder. Landeigentum südlich der Sahara haben

nur 1 Prozent der Frauen, in Brasilien 11 Prozent. Nur 5

Prozent der landwirtschaftlichen Dienstleistungen wird

Frauen angeboten, nur 10 Prozent der Kredite an Kleinbauern

gehen an Frauen.

Bis heute sind die Gleichheit der Geschlechter und die

Stärkung der Frauenrechte ein Ziel, das Millenniumsziel 3.

Es wird bis 2015 nicht umgesetzt werden. Unser Ziel muss

es sein, eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und

Männern in jeder Gesellschaft zu erreichen. Ohne den

Beitrag der Frauen ist das nicht möglich.

5


AKTIVITÄTEN

Der Marie-Schlei-Verein fördert Selbsthilfeprojekte von Frauen für Frauen in Afrika, Asien

ligen Ländern, trägt zur Völkerverständigung bei und informiert in Deutschland über die

Schlei-Vereins in Deutschland und seiner Projekte.

DEUTSCHLAND



ENTWICKLUNGSPOLITISCHE BILDUNGSARBEIT

REGIONALGRUPPEN

• ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

• SPENDENAUFRUF

ASIEN

• BANGLADESCH: Committee of Rural and Urban

Development – Hebammenausbildung

• INDONESIEN: Lembaga Studi dan

Pengembangan Perempuan dan

Anak- Gemüseverarbeitung

• KAMBODSCHA: Strey Khmer –

Kleinstunternehmerinnen

(abgeschlossen)

• VIETNAM: Vietnam Women’s

Union - Pilzaufzucht

• VIETNAM: Vietnam

Women’s Union –

Herstellung konischer Hüte

(abgeschlossen)

LATEINAMERIKA

• DOMINIKANISCHE REPUBLIK:

Centro Mujer y Participacion –

Ausbildung von Frauen in

handwerklichen Bereichen

• ECUADOR: Fundación de Cooperación para la

Capacitación y Asistencia Tecnica – Verbesserung

der Milchproduktion

• PERU: Asociación Femenina de Acción Social – Milchverarbeitung

(abgeschlossen)

• URUGUAY: Casa de la Mujer de la UNION – Elektrikerinnenausbildung (abgeschlossen)

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AKTIVITÄTEN

und Lateinamerika, baut partnerschaftliche Beziehungen auf zu Frauengruppen in den jewei-

Rolle der Frau in den Ländern des Südens. Anbei eine Übersicht über die Arbeit des Marie-

AFRIKA

• BURKINA FASO: Association Espoir Zekoula – Gemüseanbau

• GHANA: Owieabi Women’s Foundation – Gemüseanbau

• KENIA: Centre for Partnership and Civic Engagement – Gemüseanbau und Brunnen

• KENIA: Centre for Partnership and Civic Engagement – Herstellung von Erdnussbutter

• MADAGASKAR: Fanatsarana ny Farim-Piainana eny Ambanivohitra – Bäckerei

• MALAWI: Centre of Alternatives for Victimised Women

and Children – Integrierte Aquakultur

• MALI: Groupe Nature – Gemüseanbau und

Rinderaufzucht

• SÜDAFRIKA: Philisa Abafazi Bethu –

Gemüseanbau

• TANSANIA: Muleba Association

of Women living with

HIV/Aids – Schweineaufzucht

• TANSANIA: Tansania

Women’s and Children

Welfare Centre – Geflügelaufzucht

• UGANDA: Act Women

Foundation – Entenaufzucht

• UGANDA: Community

Action for Rural Women's

Empowerment (CARUWE)

- Bindenherstellung

• UGANDA: Ikongo Gender and

Development Agency – Brikettherstellung

• UGANDA: Ikongo Gender and Development

Agency – Weiterverarbeitung von Papaya

(abgeschlossen)

• UGANDA: Ntandi Kasitu Women and Orphans Living with HIV/Aids – Herstellung von Adobe

Herden

• UGANDA: Rwenzori Women’s Initiative for Community Development – Brikettherstellung

(abgeschlossen)

• UGANDA: Women Call Centre – Herstellung von Fischernetzen und -körben

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DEUTSCHLAND

Die Projekte vor Ort mit den Frauen in Afrika, Asien und Lateinamerika sind wichtig. Genauso

wichtig ist aber die Sensibilisierung der Bevölkerung in Deutschland für die Situation der

Frauen in Entwicklungsländern. Aus diesem Grund organisiert der Marie-Schlei-Verein Informations-

und Bildungsveranstaltungen zu entwicklungspolitischen Themen in Deutschland.

„Gleichstellung auf dem Prüfstand – Der World

Development Report 2012 und die deutsche Entwicklungszusammenarbeit“

- 21. April 2012

Prof. Dr. h.c. Christa Randzio-Plath gab eine Einführung in

den Weltentwicklungsbericht der Weltbank 2012 zu Gender

sowie eine Kurzanalyse und Schlussfolgerung. Dr.

Parto Teherani-Krönner, HU Berlin, hielt ein Grundsatzreferat

zum Thema „Nahrungsmittelsicherheit oder Mahlzeitensicherheit“.

Demgemäß lautet die Aussage, dass wir

historisch erstmals in der Lage sind, die gesamte Menschheit

zu ernähren. Das dies nicht Realität ist, sondern große

Teile der Welt hungern, liegt u.a. an der Trennung von

Agrar- und Ernährungswissenschaft. Es fehlt ein kulturökologisches

Handlungsmodell. Daraus resultiert eine fehlende

Ernährungskultur.

Dr. Parto Teherani-Krönner und Dr. Wilma Simon

„Krise trifft Frau – Kassandra oder Zukunft –

Finanzkrise und Entwicklung einer feministischen

Perspektive“ – 22. Oktober 2012

Ute Möhring, Genderbeauftragte des BMZ, referierte über

die Situation der Frauen in den Entwicklungsländern. Die

Frauen sind von der globalen Finanzkrise je nach Land,

Wirtschaftssektor und sozialer Situation unterschiedlich

betroffen. Dies äußert sich in der Verteuerung der Lebensmittel,

die für die Versorgung der Familie eingekauft werden

müssen, und in einem massiven Rückgang der Devisentransfers

von Frauen, die im Ausland arbeiten, in die

jeweiligen Heimatländer, da vermehrt diese Frauen von

Arbeitslosigkeit betroffen sind. Christa Randzio-Plath,

Vorsitzende des Marie-Schlei-Vereins, gab einen Überblick

über die Finanzmärkte, geplante Regulierungen durch die

Regierung in Deutschland und der EU sowie welche Maßnahmen

noch getroffen werden müssten, damit eine solche

Bankenkrise nicht nochmals auftritt. Dabei wurde eine

Finanztransaktionssteuer diskutiert und auch das Verbot

mit Nahrungsmitteln an der Börse zu spekulieren.

„Solidarität in der Ungleichheit Die intern. Frauenbewegung

angesichts sich verschärfender ökonomischer

und sozialer Gegensätze“ – 27. Nov. 2012

Die hochkarätig von ILO (Irmgard Nübler) und UNCTAD

(Sylvia Booth) sowie Vertreterinnen der FU Berlin (Claudia

von Braunmühl), aus Tansania (Gertrude Mongella) und

Vietnam (Nguyen Thuy Hien) besetzte Fachkonferenz

unter Leitung von Prof. Dr. h.c. Christa Randzio-Plath zu

den Auswirkungen der Krisen auf Frauen und Strategien

zu ihrer Überwindung machte deutlich, dass die Marginalisierung

der Frauen und ihre Reduzierung als Produktivitätszuwachsfaktoren

dazu führt, dass weder Gleichstellung

in der Arbeitswelt noch eine ausgewogene Work-Life-

Balance für Frauen durchgesetzt werden kann – weder in

Industrie- noch in Schwellen- oder Entwicklungsländern.

Die Konferenz fand in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-

Stiftung statt.

„Die politische Entwicklung in Tansania und die

Situation der Frau“ – 28. November 2012

Prof. Dr. h.c. Christa Randzio-Plath begrüßte und stellte

das Engagement des Marie-Schlei-Vereins in Tansania vor.

Dr. Reinhard Behrens, Vorsitzender des Freundeskreises

Dar es Salaam - Hamburg, stellte die Städtepartnerschaft

von Hamburg und Dar es Salaam dar, auch unter Bezugnahme

auf verschiedene Projekte. Ambassador Gertrude

Mongella, ehemalige Präsidentin der UN-Weltfrauenkonferenz,

stellte die Situation der Frauen vor dem geschichtlichen

Hintergrund Tansanias dar sowie Gesetzesänderungen

und die darauf folgende Änderung im Leben der Frauen

in Tansania – sowohl für Frauen auf dem Land als auch

in der Stadt. Das Seminar fand in Kooperation mit dem

EWNW Hamburg und dem Freundeskreis Dar es Salaam-

Hamburg statt.

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DEUTSCHLAND

TERMINÜBERSICHT 2013

Alle Termine stehen auf der Homepage des Marie-

Schlei-Vereins (www.marie-schlei-verein.de)


13. Februar 2013 – 20 Uhr

Vortrag: „Ausbildung in nicht-traditionellen Berufen

in der Dominikanischen Republik“, Amy Geisler

Ort: Hamburg


22.-24. Februar 2013 - 18 Uhr

Die Arabellion und ihre Folgen – auch für die

Frauen

Wochenendseminar des Marie-Schlei-Vereins in

Kooperation mit der Georg-von-Vollmar Akademie

Ort: Kochel



Spendenaktion Internationaler Frauentag

13. März 2013 - 18 Uhr

Vortrag: „Die Situation der Frauen in Bangladesch“,

Dr. Akhter Uddin, Projektkoordinator Committee

for Rural and Urban Development, Bangladesch

Ort: Hamburg


23. März 2013 - 10:30 Uhr bis 14:30 Uhr

Seminar zum Thema „Null-Toleranz gegen Gewalt

gegen Frauen – Eine Herausforderung für Frauen in

Entwicklungsländern“

Ort: Hamburg


23. März 2013 – 15 Uhr in Hamburg

Mitgliederversammlung des Marie-Schlei-Vereins


10. April 2013 – 20 Uhr

Vortrag: „Steps for Children“, Britta Nawka

Ort: Hamburg


2. – 5. Mai 2013 – 10 Uhr bis 18 Uhr

Stand des Marie-Schlei-Vereins auf dem „Markt der

Möglichkeiten“ des evangelischen Kirchentags

Ort: Hamburg


10. Mai 2013 – 20 Uhr

Vortrag: „Gender und HIV/Aids in Burkina Faso“,

Rosilin Bock

Ort: Hamburg




Spendenaktion Muttertag

Spendenaktion Weihnachten

17.-18. August 2013 – ab 10 Uhr

Stand des Marie-Schlei-Vereins auf der Meile des

17. Juni, Berlin, zu dem Fest 150 Jahre SPD

Die Regionalgruppen des Marie-Schlei-Vereins

tragen viel zur Bekanntmachung des

Vereins und seiner Anliegen bei, mit Veranstaltungen,

Vorträgen oder Informationsständen.

Allen UnterstützerInnen einen

herzlichen Dank

BERLIN

Kontakt: Catrin Becher, E-Mail: becher.gutschmidt@tonline.de

Im Zentrum der Arbeit der Berliner Ortsgruppe stand die

Öffentlichkeitsarbeit mittels Vorträgen und Ständen.

Mechthild Walz referierte am 2. Mai 2012 über „Die ökonomischen

und sozialen Überlebensstrategien ugandischer

Frauen in den Projekten des Marie-Schlei-Vereins“.

Mechthild Walz berichtete anschaulich von ihren Eindrükken

über die Selbstorganisation ugandischer Frauen, die

sie während einer Reise durch Uganda und dem Besuch

einiger Partnerprojekte gewinnen konnte. Viele Frauen in

Uganda sind einerseits durch HIV / Aids ihrer Überlebenssicherheit

beraubt, andererseits sind aus den Kriegsgegenden

Ruandas und dem Kongo viele Frauen nach Uganda

geflohen und müssen eine neue Lebensgrundlage finden.

Bei der diesjährigen Bundeskonferenz der Arbeitsgemeinschaft

sozial-demokratischer Frauen (AsF) im Mai 2012

konnten an einem Informationsstand durch die Berliner

Ortsgruppe und Christa Randzio-Plath nicht nur viele neue

Mitglieder gewonnen, sondern auch eine Spende in Höhe

von 737 € entgegengenommen werden.

Auch in diesem Jahr war der Marie-Schlei-Verein beim Tag

der offenen Tür am 19.08.2012 im Bundesministerium für

Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit

einem Stand vertreten, der von der Berliner Ortsgruppe

betreut wurde. Die Arbeit des Marie-Schlei-Vereins stieß

auch in diesem Jahr auf großes Interesse; es konnten viele

Kontakte geknüpft und ausgebaut werden. Beim kurzen

Besuch der parlamentarischen Staatssekretärin Frau Kopp

an unserem Stand, konnte diese auf die fehlende Schwerpunktlegung

Frauen- und Genderpolitik im BMZ angesprochen

werden.

Am 28.11.2012 fand ein weiterer Vortrag von Nguyen

Thuy Hien, Vietnam Women's Union, „Wirtschaftliches

Empowerment von ländlichen Frauen: Ausbildungsprojekte

des Marie-Schlei-Vereins in Vietnam“ im Unternehmerinnen-

und Gründerinnenzentrum in Charlottenburg –

Wilmersdorf statt (http://ucw-berlin .de/). Während ihres

9


DEUTSCHLAND

Aufenthaltes in Berlin wurde sie von

Mitgliedern der Berliner Ortsgruppe

betreut, u.a. während des Besuchs

der Box 66, einem Integrationszentrum

für ausländische Frauen und

Familien (http://www.bqgankunft.de

/frauen_projekte_box.htm), in dem

auch vietnamesische Frauen beraten

werden. Bei der Ausstellungseröffnung

„Projekte für Afrika“ am 06.12.

2012 im Wahlkreisbüro von Petra

Merkel (MdB) konnte die Koordinatorin

der Berliner Ortsgruppe die Arbeit

des Marie-Schlei-Vereins einem

interessierten Publikum vorstellen.

Wie immer freue ich mich über interessante

zukünftige Vorschläge für

(Kooperations-) Veranstaltungen,

Themen bzw. für ReferentInnen.

BONN/KÖLN

Kontakt: Gabriele Albert-Trappe, Tel.:

0228-352874, oder Jeanette Schwarz-

Brosch, marieschleiverein.bonnkoeln

@web.de

Der Name Marie Schlei wird zukünftig

in Bonn noch präsenter sein: Im

Januar 2012 wurde in Anwesenheit

des Oberbürgermeisters der Winkelsweg

in Mari-Schlei-Allee umbenannt.

Die Straße befindet sich in unmittelbarer

Nähe der Friedrich-Ebert-Stiftung

und des Ministeriums für wirtschaftliche

Zusammenarbeit und Entwicklung.

Unser Bonner Mitglied Gabriele

Albert-Trappe, die auch dem

Vorstand des Vereins angehört, hatte

jahrelang für diese Umbenennung

gekämpft.

Ebenfalls im Januar haben wir gemeinsam

mit dem Eine Welt Netz

NRW, dem IFZ und dem Deutsch-

Afrikanischen Zentrum an einer gut

besuchten Podiumsdiskussion zur

Frauenarbeit in Mali: Landwirtschaft,

Handel und Prostitution teilgenommen.

Dabei konnten wir das Projekt

des Marie-Schlei-Vereins mit der

v.r.: Prof. Dr. Bea Lundt, Catrin Becher und ein weiteres Mitglied der Berliner Gruppe

Gruppe Nature Hamdallaye in Niadougou

zur Verbesserung der Lebens

– und Arbeitsbedingungen durch

Gemüseanbau, Aufzucht von Rindern

und Kompostierung vorstellen.

Ein Schwerpunktland der Bonner

Gruppe war im Jahre 2012 Nepal. Im

Januar hatten wir die Geschäftsführerin

Amy Geisler zu Gast. Sie referierte

über die vom Verein geförderten

Projekte. Im Mai stand das

Land dann wieder im Fokus der

Gruppe: Wir hatten kurzfristig die

Möglichkeit genutzt, Renu Sharma

von der Women’s Foundation of

Nepal für eine Veranstaltung in Bonn

zu gewinnen. Im Zentrum der Ausführungen

von Renu Sharma standen,

neben den Projekten des Marie-

Schlei-Vereins, die allgemeine politische

Situation in Nepal und die

traditionelle Rolle der Frau. Der Vortragsabend

fand nicht nur Interesse

bei unseren Mitgliedern, sondern

auch bei den in Bonn und Umgebung

lebenden Nepalesinnen und Nepalesen.

Im Juli haben wir am Bonner Aktionstag

zu den Millennium Development

Goals teilgenommen. Mit einer Präsentation

an unserem Stand über

Marie Schlei und die Aktivitäten des

Vereins konnten wir die Besucherinnen

und Besucher für die Notwendigkeit

der Frauenförderung sensibilisieren.

Da die Veranstaltung auf dem

großen Münsterplatz in Bonn stattgefunden

hat, war die Publikumsresonanz

besonders groß.

HAMBURG

Kontakt: Dürten Holz, Tel.: 040-

5709595, E-Mail: duerten-holz@tonline.de

Es soll schon wieder ein Jahr um sein

Auch 2012 hat sich die Hamburger

Gruppe regelmäßig einmal im Monat

getroffen, um über Entwicklungspolitik

und die Situation der Frau in Entwicklungsländern

zu diskutieren. Man

muss aber sagen, dass wir keine neuen

Mitglieder, vor allem jüngere, gewonnen

und keine größeren Verkaufs-

oder Informationsstände

durchgeführt haben. Wir bekommen

auch keine Anfragen von, z.B. gewerkschaftlichen,

Organisationen

mehr, den Marie-Schlei-Verein vorzustellen.

Allerdings unterstützen wir

weiterhin den Fairen Handel, da dank

10


Hella Kruse auf unseren Treffen diese

Produkte zum Verkauf angeboten

werden.

Thematisch haben wir uns einerseits

mit der Arbeit anderer Gruppen aus

der Solidaritätsarbeit befasst. So waren

bei uns „Brot für die Welt“ und

die „Peace Brigades International“ zu

Gast, die ihre Arbeit an den Beispielen

von Bangladesch und von Kolumbien

vorstellten.

Andererseits standen auch einzelne

Länder im Mittelpunkt unserer Tagesordnung

wie z.B. Afghanistan,

Iran, Tanzania und Malaysia als Land

des Weltgebetstages 2012.

Den Jahresausklang bildete ein sehr

eindringlicher Vortrag von Christa

Randzio-Plath zur Euro-/Finanzkrise

und ihre dramatischen Auswirkungen

auf die Länder des Südens. So seien

durch die Krise 50 Mio. mehr Menschen

arbeitslos. Allein Afrika benötige

400 Mio. neue Arbeitsplätze.

Christa Randzio-Plath machte deutlich,

dass die Millenniumsziele bis

2015 nicht zu erreichen seien. Deshalb

müsste dringend darüber nachgedacht

werden, wie diese Ziele

nachhaltig weiterentwickelt werden

können. Also eine klare Aufgabe und

Motivation für unsere weitere Arbeit.

JÜLICH

Kontakt: Erika Janssen, E-Mail: marieschlei-verein@t-online.de

ren die Möglichkeit mit Kindern zu

leben und berufstätig zu sein, familiengerechte

Arbeitszeiten, die Erfüllung

kultureller Bedürfnisse, eine

menschenwürdige Wohn- und

Lebensumwelt, humane Politikformen,

Frieden und Toleranz und die

gleichberechtigte Teilhabe von Männern

an Hausarbeit und Kindererziehung.

Vor diesem Hintergrund verkaufen

die AsF-Vorsitzende von Jülich, Erika

Janssen, und weitere Mithelferinnen

Primeln. Der Erlös aus diesem Verkauf

kommt den Projekten des Vereins

zu Gute.

MÜNCHEN

Kontakt: Marijke Köhler-Wories, Tel.:

089-3008715, E-Mail: m.koehlerwories@t-online.de

DEUTSCHLAND

Wir sind Mitglied im Nord-Süd-Forum,

dem Zusammenschluss von über

50 entwicklungspolitischen Gruppen

in München und wieder im Vorstand

vertreten. Schwerpunkt unserer Arbeit

ist die Lebenssituation von Frauen

im Süden. In diesem Zusammenhang

befassen wir uns auch mit Weltwirtschaft,

Globalisierung und Umwelt.

Veranstaltungen:

Februar 2012: Seminar: Umbruch in

der arabischen Welt – Was hat es den

Frauen gebracht Referentinnen: Donata

Kinzelbach, Verlagsleiterin Kinzelbach

Verlag, Mainz und Brigitte

Moser-Weithmann, Orientalistin und

Trainerin für Interkulturelle Kommunikation,

Paussau. Georg-von-Vollmar-Akademie

Kochel

Aktions- und Informationstische:

- Juni 2012: Nacht der Solidarität des

Münchner Aids-Bündnisses

- September 2012: Auf dem Textilmarkt

in Benediktbeuren informieren

wir über den Marie-Schlei-Verein und

die Clean Cloth Campaign.

- September 2012: Afro-European

Roundup

- Dezember 2012: Auch beim Basar

der Kulturen im EineWeltHaus München

nutzen wir die Möglichkeit, über

den Marie-Schlei-Verein zu informieren.

Bei diesen Gelegenheiten konnten

durch Verkauf und Spenden 700 Euro

eingenommen werden.

In jedem Jahr erinnern die Jülicher

Frauen an den 75. Internationalen

Weltfrauentag von 1986 mit dem

Motto: „Wir wollen Brot und Rosen!“

Wobei das Brot für die Forderungen

Recht auf Arbeit, gerechte Entlohnung,

gleiche Bildungs– und Ausbildungschancen,

menschengerechte

Arbeitsbedingungen, berufliche Entfaltung

und Fortentwicklung und

eigenständige soziale Sicherung für

die Frau steht. Die Rosen symbolisie-

Primelnverkauf von Erika Janssen und ihren MithelferInnen in Jülich

11


ASIEN

Die Ausbildungsprojekte des Marie-Schlei-Vereins geben Frauen in aller Welt Hilfe zur Selbsthilfe. Ob Luisa

aus Ecuador, Rosa aus Uganda oder Dalikem aus Indonesien, alle haben an Selbstbewusstsein gewonnen,

werden in der Gemeinde anerkannt und trauen sich für sich einzustehen. Die Partnerorganisationen des

Marie-Schlei-Vereins tragen zur nachhaltigen Entwicklung, Gleichstellung der Frau und Überwindung der

Armut bei.

BANGLADESCH

Committee of Rural and Urban Development (CRUD)

– Hebammenausbildung (Nr. 344)

In Bangladesch leben mehr als 70 Prozent der Bevölkerung

in ländlichen Gegenden, wo es schwierig ist eine medizinische

Grundversorgung von Schwangeren zu implementieren.

Zusammen mit unserem Partner CRUD (Committee

of Rural and Urban Development) werden 240 traditionelle

Hebammen im Bereich der Geburtsvorbereitung, der

Geburt selber, Nachversorgung, aber auch Erkennung von

Risikoschwangerschaften, Hygiene, Familienplanung und

dem Umgang mit HIV /Aids ausgebildet. Diese Hebammen

helfen den Frauen, schaffen aber auch gleichzeitig eine

berufliche Perspektive für sich selbst. Aus jedem Dorf in

der Region Habiganj werden ein bis zwei Frauen ausgebildet,

die zukünftig die Betreuung der schwangeren Frauen

übernehmen.

INDONESIEN

Lembaga Studi dan Pengembangan Perempuan dan

Anak (LSPPA) – Gemüseverarbeitung (Nr. 357)

Polaman ist ein kleines Dorf in den Selarong Hügeln im Pajangan

Distrikt, unterhalb von Yogyakarta. 70 Prozent der

Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. 20 der 50

Frauen aus dem Projekt können nicht lesen und schreiben

und haben ein Monatseinkommen zwischen 9 - 11

USD. Der Großteil der Frauen und ihre Familien leben von

der Subsistenzwirtschaft. 50 Frauen arbeiten in einem

Nahrungsmittelverarbeitungsprojekt zusammen. Sie nutzen

die Blätter und Früchte des berühmten Melinjo

Baums. Die Bäume wachsen in jedem Garten, aber die

Früchte und Rinde des Baumes werden bislang zu geringen

Preisen an Zwischenhändler verkauft. In dem Projekt

lernen die Frauen die Weiterverarbeitung der Früchte und

Kerne des Baumes. Die Blüten, Blätter und Früchte werden

zum Kochen eines Currys benutzt. Der Kern wird zu

Chips weiterverarbeitet, die traditionell zu den Gerichten

gereicht werden. Die Chips und Cracker-Produktion ist

erfolgreich und wird ausgeweitet auf süßes Gebäck.

KAMBODSCHA

Strey Khmer – Ausbildung von Kleinstunternehmerinnen

(Nr. 331) - abgeschlossen

Februar 2012 – Reisebericht von Constanze Krehl

und Mechtild Rothe

Am 18.2. wurde von uns das Projekt „Keksproduktion“ in

Kampot besucht. Wir sprachen mit der Leiterin von Devi-

House über das Projekt und erhielten folgende Infos:

• es werden 8 verschiedene Kekssorten erfolgreich

hergestellt und verkauft,

• fünf Frauen sind für die Produktion, zwei Frauen für

die Verpackung zuständig,

• mit dem Projekt ist es gelungen, mehrfach im Fernsehen

aufzutreten,

• man möchte gern neue Märkte für die Kekse finden

(inkl. internationale Vermarktung),

• nach ihren Infos belaufen sich die Produktionskosten

einer Packung Kekse auf 0,75 USD,

• der Verkaufspreis liegt bei 1,50 USD.

Drei Frauen beim Keksebacken in Kambodscha

Die ursprüngliche Idee der Herstellung und Vermarktung

von gebratenen Nudeln hat sich als nicht realisierbar gezeigt,

da es keinen ausreichenden Absatzmarkt gab.

Daraufhin erfolgte eine Umstellung von gebratenen

Nudeln auf Cookies. Zurzeit hat DEVI fünf Karren zum

Verkauf, um zu testen, wie der Verkauf läuft. Die Anzahl

soll nun bald auf dreißig erweitert werden. Die Zutaten

zum Backen der Kekse werden auf regionalen Märkten

gekauft. Der benötigte Palmzucker, der Ingwer und andere

Geschmackszutaten sind organisch produziert. Der Ver-

12


ASIEN

kauf findet in 40 – 50 verschiedenen Läden und Restaurants

statt.

Für die beteiligten Frauen bedeutet das Projekt eine Erhöhung

des Einkommens um 75-100 USD pro Monat und

Frau. Die Frauen wurden eine Woche in Backen ausgebildet.

Ein Verkaufs- und Vermarktungstraining schloss sich

an. Um die Werbung für die Kekse zu erhöhen, beteiligt

sich DEVI mit Beteiligung der Frauen an mehreren Ausstellungen

im Land. Chan Tham, 37 Jahre, 4 Kinder, freut sich

besonders darüber, dass sie alle Kinder jetzt mit ihrem

höheren Einkommen zur Schule schicken kann.

Die Frauen stellen täglich mehr als 1.000 Kekse her. Sie

haben alle einen Mikrokredit erhalten, um die nötigen

Geräte und Materialien zu kaufen. In der Stadt kommt das

Verpackungsmaterial dazu. Die Frauen wollen zukünftig

die Produktpalette erweitern z.B. mit Natur - und aromatisiertem

Salz und mit Pfeffer.

kann den Kredit zurückzahlen und hat Geld zur eigenen

Verfügung.

Tran Thi Hong, 26 Jahre, 1 Kind, kann mit dem Geld der

Hüte jetzt das Schulgeld für ihr Kind zahlen. Bui Thi Van,

40 Jahre, 3 Kinder, hat das Fertigen von Hüten erst im

Projekt gelernt, schafft 3 Hüte am Tag und hat einen Profit

von ca. 20.000 Dong (0,72 €) pro Hut.

Ukong Thi Dien, 49 Jahre, 3 Kinder, fertigt beide Arten von

Hüten, bei 3 Palmhüten hat sie einen Profit von 30.000

Dong (1€) am Tag, ist froh, dass die Familien jetzt besser

und stabil er leben. Die Dörfer haben sich verändert, weil

Menschen vor Ort bleiben können und nicht in die Städte

abwandern. Das Dorfleben ist besser, Frauen unterstützen

sich auch bei Krankheiten gegenseitig.

VIETNAM

Vietnam Women’s Union (VWU) – Herstellung

konischer Hüte (NR. 294) – abgeschlossen

Februar 2012 – Reisebericht von Constanze Krehl

und Mechtild Rothe

Der Marie-Schlei-Verein hat die Gestaltung, Produktion

und Vermarktung von konischen Hüten gefördert, die viele

VietnamesInnen tragen. Gleichzeitig lernten die Frauen

den Umgang mit Mikrokrediten, Buchführung, Sparen,

Preiskalkulation und erhielten Informationen über die

Rechte der Frau. 600 erfolgreiche Kleinstunternehmerinnen,

die teilweise in ihren Dörfern zusammen arbeiten,

sind der Armutsfalle entkommen. Einige Frauen erzählen:

Tran Thi Duyen, 29 Jahre, 1 Kind, produziert 3 Hüte aus

Kokosnussblättern am Tag, vor der beruflichen Qualifizierungsmaßnahme

hat sie einen Hut hergestellt. Sie geht

alle 5 Tage zum Markt und hat einen Profit von 60.000

Dong (2 €) für 3 Hüte.

Le Thi Thee, 41 Jahre, 1 Kind, hat am Fortbildungstraining

teilgenommen, vorher hat sie Hüte aus Palmblättern

gefertigt, jetzt aus Kokosblättern, drei Hüte am Tag, mit

drei Palmblatthüten hat sie 15 – 20.000 Dong (0,54-0,72 €)

erzielt, mit Kokosblatthüten 35 – 40.000 (1,26-1,44 €). Sie

ist froh, etwas für die Familie kaufen zu können.

Pham Thi Hien, 40 Jahre, 4 Kinder, produziert 4 Palmhüte

am Tag mit einem Gesamtprofit von 30.000 Dong (1 €).

Vorher hat sie Gemüse angebaut und hat sehr wenig Geld

gehabt. Jetzt verdient sie das Schulgeld für ihre Kinder,

Tran Thi bei der Herstellung eines Hutes aus Kokosblättern

13


ASIEN AFRIKA

VIETNAM

Vietnam Women’s Union (VWU) –

Pilzproduktion (NR. 350)

Februar 2012 – Reisebericht von Constanze Krehl

und Mechtild Rothe

Wir wurden in den Dörfern im Distrikt Hai An in der Provinz

Quang Ninh begrüßt von der örtlichen Vorsitzenden

der VWU Din Thi Thiep, 48 Jahre, 3 Kinder. Die Frauen aus

dem Pilzprojekt arbeiten vorwiegend in der Landwirtschaft,

haben dadurch und bedingt durch die schwierigen

Wetterbedingungen im Norden Vietnams nur ein sehr

geringes Einkommen. Mit dem Projekt werden neue

Erwerbstätigkeiten für Frauen geschaffen. Zudem hat das

Projekt sehr positive Umwelteinflüsse, da das Kultivieren

der Pilze auf abgeerntetem Reisstroh erfolgt, das sonst

verbrannt wird. Das Land gehört dem Staat. Nutzungstitel

sind für Männer und Frauen eingetragen. Auch alleinerziehende

oder alleinstehende Frauen können eingetragen

werden. Die Frauen sollen nach Kriterien wie Armut,

Arbeitslosigkeit o.ä. ausgewählt werden. Sie sollen eine

Ausbildung erhalten, die mit einer Prüfung abschließt.

Nach erfolgreichem Bestehen kann ein Mikrokredit beantragt

werden. Die Ausbildung soll während des Projektverlaufes

weitergeführt werden. Für das Projekt werden

2/3 der Frauen neue Häuser für die Pilze bauen, die dann

gemeinschaftlich genutzt werden, da die bestehenden

Häuser im Winter nicht geeignet sind. Die Pilze brauchen

eine Temperatur von 20 – 28 Grad. Im Sommer muss

deshalb gekühlt wer-den und bei Wintertemperaturen

wird ein Kohleofen zur Erwärmung genutzt. Es wird sehr

auf Qualität geachtet: Gute Ausbildung, ständiges Monitoring,

keine Chemikalien, nur sauberes Wasser. Die Frauen

haben Hoffnung: Dinh Thi Thu, 40 Jahre, 2 Kinder, seit

10 Jahren verwitwet, möchte mit dem zu erzielenden Einkommen

ihre Kinder zur Schule schicken, so wie auch Dinh

Thi Luyen, 3 Kinder. Sie möchte eine glücklichere Familie.

Dan Thi Thuy, 24 Jahre, 2 Kinder, hofft, ihr Familieneinkommen

erhöhen und Verbindung zu anderen Frauen

haben zu können.

BURKINA FASO

Association Espoir Zekoula –

Gemüseanbau (Nr. 349)

November 2012 – Reisebericht von Rosilin Bock

2012 wurde mit der Association Espoir Zekoula (Verein

Hoffnung Zekoula) ein Projekt in einem der ärmsten Länder

der Welt gefördert: dem westafrikanischen Land Burkina

Faso. Doch ist Burkina Faso alles andere als ein Ort

der Hoffnungslosigkeit. Jeder, der dieses von Dürre

geplagte Land im Sahel besucht, bekommt leuchtende

Augen, wenn er an die burkinische Gastfreundlichkeit,

Lebensfreude, das Improvisationstalent, die burkinische

Nächstenliebe und den burkinischen Humor denkt. Das

burkinische Volk besitzt trotz ihrer Armut einen Stolz, eine

positive Lebenseinstellung und ein Streben nach besseren

Lebensumständen, von dem sich manches Volk im Wohlstand

eine Scheibe abschneiden kann.

Mit Unterstützung des Vereins konnte 30 Frauen eine

Weiterbildung im Gartenbau ermöglicht werden. Nur

wenige Monate waren nach der Erstfinanzierung vergangen

und 30 Frauen hatten bereits gelernt, Brunnen zu

bauen, Felder zu beackern, Samen zu züchten und zu

verwenden, zu bewässern und das richtige Gemüse zur

richtigen Zeit anzubauen. „Wir haben Zwiebeln, Weißkohl,

Tomaten, Minze, Salat und zahlreiche Kräuter‘ zeigten

Madame Bondé und Madame Nombré mir stolz bei einem

Besuch der Feldern. „Die Frauen haben gelernt, welches

Gemüse zu welcher Jahreszeit wächst“. Es reicht nicht nur

zum Eigenbedarf, sondern die Frauen verkaufen das

Gemüse und können sich somit ein Einkommen ermöglichen.

Es war ein lehrreiches Jahr für die Frauen mit Startschwierigkeiten:

die Brunnen wurden nicht tief genug gebaut

und das Wasser des anliegenden Stausees hatte in der

Trockenzeit kein Wasser mehr. Am Anfang haben sie nicht

gewusst, was sie anpflanzen sollten, doch jetzt seien sie

BURKINA FASO

14


AFRIKA

Spezialisten. Nicht nur das technische Know-How, auch

das Selbstbewusstsein der Frauen hat sich enorm gesteigert.

Bei der ersten Ernte haben die Frauen den Überschuss

ihrer Ernte an Zwischenhändler verkauft, die das

Fünffache des Einkaufspreises auf den Märkten beim Weiterverkauf

verlangt haben. Das haben sich die Frauen

nicht Lange angeguckt und viele verkaufen nun selber ihre

Ernte auf dem Markt.

Eine Frau, die vor einem Jahr mit Sand fegen 5.000 CFA (8

€) im Monat verdient hat, kann mit gutem Verkaufssinn

bei guter Ernte bis zu 15.000CFA (22 €) im Monat verdienen.

An diesem Punkt ist es wichtig, sich nicht über das

Ohr hauen zu lassen sondern den gerechten Lohn für die

harte Arbeit zu erlangen, indem die Frauen lernen, mit

ihrem Geld zu wirtschaften. Das beinhaltet nicht nur den

Handel auf dem Markt, sondern auch, das Erwirtschaftete

für sinnvolle Sachen der Familie auszugeben und sogar

etwas Geld für Notfälle zur Seite zu legen.“

Die Frauen erzählten, wie das Projekt ihr Leben veränderte.

„Mein Haus ist während der Regenzeit durch den starken

Regen eingefallen. Dank des Einkommens durch den

Gemüsebau konnte ich es reparieren“ berichtete mir eine

Frau. „Ich kann heute meine Kinder zum Arzt bringen,

wenn es krank ist und auch Medikamente kaufen. Vorher

konnte ich mir das nicht leisten“ berichtete eine andere.

„Meine Tochter geht jetzt zur Schule, ich kann ihr Hefte

und Stifte kaufen. Wenn sie nach Hause kommt, gibt es

mehr als nur Getreidebrei zu essen. An einigen Tagen

sogar Fleisch“ schwärmt eine andere Frau über die neuen

Möglichkeiten, seitdem sie an dem Gemüseanbauprojekt

beteiligt ist. Es sind Beispiele wie diese, die zeigen, mit wie

wenig Geld Menschen in Not geholfen werden kann, ihr

Leben selber in die Hand zu nehmen.

GHANA

Owieabi Women’s Foundation (OWF) –

Gemüseanbau und Solartrocknung (Nr. 348)

Oktober 2012 – Reisebericht von Bea Lundt

In dem Ort Wurupong in der Voltaregion wird weitgehend

Subsistenzwirtschaft betrieben; die meisten Frauen sind

selbständige Farmerinnen und bebauen jede ihr eigenes

kleines Stück Land mit Mischkulturen aus Gemüse, Getreide

und Früchten. Der Ertrag ist spärlich und deckt kaum

den Bedarf der eigenen Familie; auf dem kleinen Markt

werden der geringe Überschuss gehandelt sowie einige

wenige wichtige Güter wie Stoffe für Kleidung und Schulmaterial

für die Kinder; es ist wenig Geld im Umlauf. Die

Schulbildung liegt weitgehend brach: schon seit einigen

Jahren besteht keine einzige Absolventin der drei Junior

High- Schulen am Ort die Prüfung, die einen Zugang zu der

Senior Secondary School und damit zu einer Hochschulbildung

verschaffen würde. Dabei war das nicht immer so: es

gibt vielmehr eine Reihe von älteren Menschen, die aus

diesem Ort stammen und erfolgreich ihren Weg machten,

so auch Dr. Fordjor, der in Hamburg promoviert wurde

und als Hochschullehrer an der University of Ghana in

Legon unterrichtet hat, bevor er in Ruhestand ging.

Das Projekt, das im Mai 2011 bei dem Marie-Schlei-Verein

beantragt wurde, geht vor allem auf die Überlegung

zurück, dass vor allem die Frauen von der schlechten

Gesamtsituation betroffen sind und als Schlüsselfiguren

GHANA

14


AFRIKA

eine besondere Funktion innehaben, Veränderungen zu

bewirken. Viele junge Frauen sehen keine Zukunft in

Wurupong. Ausbildungsmöglichkeiten in der Nähe für

andere Berufe als den Ackerbau gibt es kaum. Es fehlt

daher auch eine Motivation, sich in der Schule anzustrengen.

Die jungen Frauen, die den Absprung wagen und

fortgehen, werden Hausmädchen in einem wohlhabenderen

Haushalt. Oder sie landen auf dem Strich. Der Tod an

Aids ist ein Tabuthema in Wurupong.

Eine zentrale Aufgabe in Wurupong war es eine mentale

Veränderung im Bewusstsein der Frauen zu bewirken, die

bisher weitgehend unabhängig ihre Subsistenzwirtschaft

betreiben. Es war wichtig, an den bisherigen landwirtschaftlichen

Produkten anzuknüpfen und unter Beratung

mit den örtlichen Agrarfachleuten die Anbaumethoden zu

verbessern und den Ertrag zu steigern. Der Ort ist weitgehend

von politischen Aktivitäten „abgehängt“ und es

schien wichtig, den Frauen zu zeigen, dass sie Hilfe von

außen erhalten können. Sie sollten ihr Land Ghana als

fortschrittsorientiert erfahren. Da die Frauen bisher weitgehend

alleine produzierten und sich im Familienverband

orientierten, stellten auch die Umstellung auf die Arbeit in

der Gruppe und der Umgang zwischen der Leiterin und

den Gruppenmitgliedern eine Aufgabe dar. Bei der Vorbereitung

des Projektes stellte sich heraus, dass die Frauen

über keinen Ausweis verfügten, um ihre Identität

nachzuweisen. Es erwies sich daher als schwierig, ein Konto

zu eröffnen. Es galt also, sowohl das Gruppenbewusstsein

einerseits zu stärken als auch das Individualitätsbewusstsein

als selbständig handelnde Wirtschaftssubjekte.

Durch verschiedene Verzögerungen dieser Art wurden die

beiden zentralen Maschinen, ein Solartrockner sowie ein

Palmkernknacker, gerade zu einem Zeitpunkt aufgestellt,

als die Haupterntephase für Gemüse vorbei war. Bei dem

ersten Workshop, den die Firma veranstaltete, die die

Maschinen herstellt und aufbaut, konnte daher nicht in

ausreichendem Maße ein nachhaltiges Know-How hergestellt

werden. Um die Arbeitsweise zu demonstrieren und

von ihren Vorteilen zu überzeugen, fehlte es ganz einfach

an dem nötigen Gemüse. Die nachfolgende Haupterntephase

für Gemüse wurde als idealer Zeitpunkt genutzt, wo

ein zweiter, umfangreicher Workshop veranstaltet wurde,

der sich über eine Woche hinzog und die Frauen darin einwies,

wie das Gemüse vorbereitet und geschnitten werden

muss. Auch die Hygieneregeln wurden erläutert,

Handschuhe eingeführt usw. Die Frauen waren sehr

begeistert von den dabei aufgewiesenen Perspektiven.

Das vorausplanende Denken stellt eine zentrale Veränderung

in ihrem Wirtschaftshandeln dar: denn sie haben

bisher frisches Gemüse konsumiert, wenn es erntereif

war, sie aber bisher nicht in großem Masse für die gemüsearme

Zeit getrocknet.

Der Solartrockner wird von den Frauen sorgfältig gepflegt.

Seine Lage an dem kleinen Markt ist ideal. Mir wurde stolz

seine Funktion erklärt und demonstriert, wie er bestückt

werden kann. Er ist, das konnte ich dabei sehen, gut zugänglich

auch für kleinere Frauen; gerade auch von der

Seite kann er erreicht werden. Noch wirkungsvoller

scheint der Palmkernknacker zu sein, denn die Frauen forderten

von mir einen zweiten und dritten, denn dieses

Gerät könne dann auch von anderen Ortschaften genutzt

werden. Die Hinweisschilder auf den Marie-Schlei-Verein

sind gut positioniert und sie sind im Ort mit Stolz angenommen

worden. Eine eingerichtete Modellfarm ergänzt

diese Tätigkeiten, um die Frauen aus der Subsistenzwirtschaft

herauskommen zu lassen.

KENIA

Centre for Partnership and Civic Engagement

(CEPACET) – Erdnussbutterherstellung (Nr. 360)

60 Frauen aus der Region Homa Bay werden in der Bedienung

einer Erdnussmühle unterwiesen, damit die auf

ihren Feldern angebauten Erdnüsse nicht roh auf dem

Markt verkauft werden müssen. Erdnüsse brauchen nur

drei Monate für eine Reifeperiode und sind somit ganzjährig

verfügbar. Die Frauen werden darin ausgebildet die

Erdnüsse zu rösten, einzulegen oder auch zu Erdnussbutter

weiterzuverarbeiten. Erdnussbutter ist in Kenia sehr

beliebt und viele Familien essen eher diese als Margerine

auf ihrem Brot, daher besteht eine gute Nachfrage in der

näheren Umgebung. Um den Frauen die Vermarktung zu

erleichtern, werden diese im Marketing unterwiesen und

für die Gruppe werden zwei Fahrräder angeschafft, was

den Verkauf auch auf weiter entfernt gelegenen Märkten

erlaubt.

MADAGASKAR

Fanatsarana ny Farim-Piainana eny Ambanivohitra (FFA)

– Bäckereiausbildung (Nr. 356)

Der Distrikt Nosy Varika im Südosten Madagaskars zählt zu

den ärmsten Gegenden des Landes. Hoher Bevölkerungsdruck

und sinkende Bodenfruchtbarkeit treffen hier zusammen

mit allgemein sehr geringem Bildungsniveau,

mangelnder Bewässerungs- und Verkehrsinfrastruktur

sowie heftigen Zyklonen, die in regelmäßigen Abständen

16


AFRIKA

durch die Zerstörung von Anbaukulturen zu periodisch

imminenten Nahrungsmittelkrisen führen. Die Region gehört

geographisch gesehen zu den am schwersten zugänglichen

Regionen Madagaskars und der Großteil der Bevölkerung

Nosy Varikas lebt von der Landwirtschaft. Aufgrund

vielfältiger Faktoren wie geringer Feldgrößen, unzureichendes

Know How auch bei Bewässerungstechniken,

fehlende technischer Ausrüstung, reichen die Ernten, die

sich einseitig auf den Anbau von Reis und Maniok konzentrieren,

jedoch selbst in Jahren ohne Zyklonrisiko nicht zur

Selbstversorgung aus.

82 Frauen aus Nosy Varika, 79 aus Sahavato und 108 aus

Bebozaka wurden im Bäckereihandwerk ausgebildet.

Sämtliche Vereinsmitglieder stammen aus ärmsten Haushalten

und sind zum Großteil allein stehend bzw. verwitwet.

Pro Grundkurs wurden 12 Tage angesetzt. Die Kurse

fanden in den jeweiligen Vereinsgebäuden der Frauen

statt, die mit Tischen und Bänken ausgestattet sind. Dabei

lernten die Frauen die Herstellung z.B. von Beignets,

Madeleines, Kuchen und Maniokbrot. Mit Bestandteil der

Kurse war natürlich auch die Berechnung von Herstellungskosten

und der Verkaufspreise. Dafür wurde den

Frauen jeweils zu Beginn eines Kurstages der Wert der

Zutaten vorgerechnet und anschließend gemeinsam ein

realistischer Preis festgelegt. Auch wurde großer Wert auf

die Einhaltung der notwendigen hygienischen Bedingungen

gelegt. Da das Bildungsniveau der Frauen, z.B. in

Bebozaka, besonders niedrig ist, sind praktische Beispiele

unabdingbar. So wurde bei Beginn der Kurse ein Modell

der Madeleines oder Kuchen erstellt, das als Orientierungshilfe

diente. Die Backwaren der Frauen sind sehr

begehrt, wobei der Großteil der Zutaten direkt von der

eigenen landwirtschaftlichen Produktion abgedeckt werden

kann. Dies spart nicht nur Herstellungskosten, sondern

bedeutet gleichzeitig eine wichtige Aufwertung ihrer

bisherigen Produkte (Sorghomehl, Sojamilch, Konfitüre

etc.).

Die Kurse waren und sind ein überwältigender Erfolg. Die

zusätzlichen Einkommen belaufen sich heute auf bis zu

6.000 Ariary (2 €) pro Tag und haben den Handlungsspielraum

der Frauen bereits erweitert.

MALAWI

Centre of Alternatives for Victimised Women and

Children (CAVWOC) – Fischteiche (Nr. 337)

November 2012 – Reisebericht von Horst Becker

Mit der Partnerorganisation CAVWOC in Blantyre wird ein

Fisch- und Gemüseprojekt durchgeführt, in dem die Frauen

aus drei Gemeinden im Anbau von Gemüse ausgebildet

wurden. Zusätzlich wird pro Gemeinde ein Fischteich

angelegt, der von den Frauen betreut werden soll. Wegen

Witterungsproblemen und der Bodenbeschaffenheit kann

das Projekt nur mit Verzögerung durchgeführt werden. So

wurde der Fischteich in Kabuluzi zwei Mal durch starke

Regenfälle zerstört.

MADAGASKAR

18


AFRIKA

Die Projektfrauen aus Chiuziriro zeigen sich nach wie vor

trotz der Verzögerung am Fischteich interessiert. Sie sind

auf ein Einkommen aus dem Fischteich angewiesen, weil

ihr durchschnittliches Familieneinkommen pro ja nur

zwischen 150-300 USD liegt. Sie haben im Durchschnitt 5-

6 Kinder, die zur Schule gehen.

Der Betrieb eines Fischteichs kann einen jährlichen Reingewinn

von 800 USD erbringen. Mit Beginn der Regenzeit

wird der Teich in Chiuziriro als Trainingsobjekt für die 30

Frauen eingesetzt werden, um Auswahl und Aufzucht der

Fische zu erlernen. Das Örtliche Fischereiamt hat technische

Hilfe angeboten. Ziel ist es das viele der 30 Frauen

ihren eigenen Fischteich betreiben. Damit könnte das

Haushaltseinkommen verdreifacht werden.

Der Imbwa Fischteich ist ganzjährig nutzbar, da er im

Gegensatz zu den anderen Fischteichen auch während der

Trockenzeit mit Wasser aus dem Fluss versorgt werden

kann. Es gibt noch viele Hindernisse um das Projekt erfolgreich

zu gestalten. Dazu Zählen neben der Sicherheitslage

(Diebstähle) Maßnahmen zur Stabilisierung der Teiche.

MALI

Groupe Nature – Gemüseanbau und

Rinderaufzucht (Nr. 359)

Mit der Projektpartnerorganisation Groupe Nature will

der Marie-Schlei-Verein die mutigen Frauen unterstützen

und zur Überwindung der Armut, den Auswirkungen des

Klimawandels und der instabilen politischen Lage durch

neue Projektideen beitragen. Es geht um 200 Frauen. Das

Projektziel: sechs Frauengruppen in einem Jahr ausbilden,

damit der Gemüseanbau in Dougabougou und Niadougou

gelingen kann. Fast alle Frauen sind schon im Anbau von

Tomaten, Zwiebeln und Gurken tätig, haben Kleinstgärten

um ihre Häuser herum. Die Frauen verfolgen immer noch

traditionelle Anbaumethoden, haben praktisch kein Geldeinkommen,

weil sie nicht konkurrenzfähig sind. Sie sollen

ihre Anbaumethoden optimieren, das Saatgut auswählen

lernen, die Pflanzfolge, neue Bewässerungstechniken, die

Vermarktung der Produkte und die Kalkulation ihrer

Preise. Zwei Brunnen werden im Verlauf des Projektes

angelegt, die von zwei Frauen aus dem Dorf betreut

werden. Um 30 Prozent könnte sich nach Berechnungen

von Groupe Nature das Einkommen der Frauen steigern,

ein bescheidenes Ein-kommen, das wichtig ist. Die Frauen

müssen den Gemüseanbau lernen, aber auch die Vermarktung

aller Produkte. Kombiniert mit der Ausbildung

im Gemüseanbau werden Workshops in Organisation,

Übernahme von Leitungsfunktionen und kommunaler

bzw. politischer Partizipation angeboten.

SÜDAFRIKA

Philisa Abafazi Bethu – Gemüseanbau (Nr. 363)

Das Leben in Lavender Hill in Kapstadt ist geprägt von

häuslicher Gewalt, Drogen- und Kindesmissbrauch sowie

einer hohen HIV/Aidsrate. Die Menschen leiden häufig

unter Mangelernährung. Viele der alleinerziehnden Mütter

sind arbeitslos. Die meisten leben in den informellen

Siedlungen, die häufig an das Stromnetz angebunden sind,

aber nur mangelhaften Zugang zu sanitären Anlagen haben.

Das Projekt in Kooperation mit der NGO Philisa Abafazi

Bethu soll vorerst 20 Frauen einen Ausweg aus der

ökonomischen Abhängigkeit ermöglichen. Dazu werden

diese im Gemüseanbau ausgebildet. Das angebaute Gemüse

soll einerseits die Nahrungsmittelsicherheit der Familien

gewährleisten, andererseits sollen die Überschüsse

aus dem Bioanbau auf den lokalen Märkten verkauft

werden. Unterstützung erhält Philisa Abafazi Bethu dabei

von der Organisation „Soil for Life“, die die Ausbildung

leitet und vom Landwirtschaftsministerium, dass das

nachfolgende Mentoring der Frauen auf ihren eigenen

kleinen Feldern übernimmt. Eine Erstausrüstung mit

Saatgut, Biodünger und den notwendigen Werkzeugen

wird den Frauen am Beginn gestellt.

SÜDAFRIKA

Ilitha Labantu – Das Frauenzentrum in Gugulethu

(abgeschlossen)

August 2012 – Reisebericht von Elke Ferner

Auch 15 Jahre nach seiner Gründung leistet das vom

Marie-Schlei-Verein und Ilitha Labantu gemeinsam aufgebaute

Frauenzentrum im Township Gugulethu in Kapstadt,

Südafrika, wichtige Arbeit. Häusliche Gewalt, Missbrauch

und Vergewaltigung sind tägliche Ereignisse. Hier erhalten

Frauen Rat und Hilfe. Wie MdEP Evelyne Gebhardt und ich

bei unserem Besuch in Gugulethu Ende August 2012 erfahren

haben, ist besonders Montags der Zulauf zu der

Beratungsstelle enorm, da es unter Einfluss von Alkohol

gerade an Wochenenden stärker zu Gewalt im familiären

Umfeld kommt.

In unseren Gesprächen konnten wir uns davon überzeugen,

dass das Zentrum nach wie vor für viele Frauen und

auch für ihre Kinder wichtige Anlaufstelle und „sicherer

Hafen“ ist. Dank kompetenter Beraterinnen wird für die

18


AFRIKA

von Gewalt betroffenen Frauen unverzichtbare Arbeit geleistet.

Inzwischen konzentriert sich das Zentrum auf die Beratung

von Frauen, da der Beratungsbedarf so groß ist und eine

berufliche Qualifizierung in Kooperation mit anderen

Instituten möglich ist.

Evelyne Gebhardt (li.) und Elke Ferner (re.) bei Ilitha Labantu

TANSANIA

Tansania Women and Children Welfare Centre

(TWCWC)- Geflügelaufzucht (Nr. 340)

September 2012 – Reisebericht von Christa Randzio-

Plath

Das Hühnerprojekt in Dar Es Salaam war nur nach einer

mühseligen und verschwitzten Reise erreichbar. Die Trinkwasserversorgung

vor Ort war beklagenswert, die offiziellen

Wasserdaten der Regierung sagen das Gegenteil. Das

Elendsviertel in einem sehr entfernten Vorort von Dar Es

Salaam hat keinerlei Unterstützung durch kommunale Behörden.

Fast 30 Projektfrauen waren mit der Koordinatorin

auf einem kleinen Vorplatz eines Hauses anwesend,

das einer Förderin gehört, die bei Air Tansania tätig ist. Die

Frauen sind überwiegend Witwen, zwischen 20 und 60

Jahre alt, sind äußerst schüchtern und reden wenig. Viele

von ihnen haben 4 oder mehr Kinder geboren, fast alle

haben den Tod eines Kindes zu beklagen. Sie erzählen,

dass ihnen die Familien der Männer alle Habe und Besitz

nehmen nach dem Tod des Ehemannes. Sie versprechen

sich ein verbessertes Einkommen von der Hühnerzucht,

damit ihre Kinder eine gute Schulbildung erhalten. Das

unterstrichen die-56 jährige Fatuma genauso wie die 19-

jährige Eshima.

Die Frauengruppe machte einen guten Eindruck. Die Partnerorganisation

TWCWC ist in Dar anerkannt. Die praktische

Umsetzung des Projekts lässt zu wünschen übrig.

Das Unterrichtsmaterial ist gut geeignet, aber die Investitionen

in Ställe, Hühner etc. sind unzureichend umgesetzt

und sollen verbessert werden. Die Hühner haben sich als

Fleischhühner gut verkauft. Die anderen Hühner, die Eier

legen, sind eine nachhaltige Einkommensquelle für die

Frauen. Alle Frauen sollen in Zukunft an den Hühnerställen

beteiligt werden.

TANSANIA

Equal Opportunities for All (EOTF)- abgeschlossen

September 2012 – Reisebericht von Christa Randzio-

Plath

Kontakt konnte jetzt auch wieder aufgenommen werden

zu dem 2002-Projekt „Equal Opportunities For All“. Das

Projekt ist äußerst erfolgreich und ist inzwischen eine Art

Business für 1.000 Frauen. Die wunderschönen Matten

und Korbwaren werden sogar in die USA exportiert. Die

Schirmherrin ist die frühere First Lady von Tansania Mama

Maka.

TANSANIA

Chama Cha Uzazi na Malezi Bora Tanzania (UMATI) -

abgeschlossen

September 2012 – Reisebericht von Christa Randzio-

Plath

Auch die frühere Partnerorganisation UMATI ist weiter

tätig. Wie in Jamaika hat sich die Aufgabenstellung

verändert, weil Teenagermütter inzwischen nach der

Geburt wieder zur Schule gehen dürfen. Insofern werden

veränderte Mutter-Kind-Projekte durchgeführt.

Nach wie vor ist Tansania ein herausforderndes Projektland

wegen der schwierigen Infrastruktur und Kommunikation,

wegen der Bedingungen in den Projekten und der

immer noch deutlichen Diskriminierung von Frauen.

19


AFRIKA

UGANDA

Women Call Centre (WCC) – Fischnetze (Nr. 362)

Der Distrikt Kasese hat in den letzten Jahren einen sehr

großen Anstieg von HIV-Infektionen vor allem unter den

Frauen verzeichnet. Die meisten Frauen haben hier weder

Zugang zu Land noch zu Bildung. In Kooperation mit der

Nichtregierungsorganisation Women Call Centre werden

50 Frauen über sechs Monate in der Herstellung von

Fischnetzen, –körben und Fischfanghaken ausgebildet

werden. Diese können auf den lokalen Märkten an Fischer

verkauft werden, ein Bedarf besteht immer. Gleichzeitig

werden die Frauen über Geschlechergerechtigkeit und

Frauenrechte aufgeklärt.

UGANDA

Ikongo Gender and Development Agency (IGEDA) –

Brikettherstellung (Nr. 358)

Um den 30 Bäuerinnen in Kasese eine Alternative zum

Brennholz zu bieten, dass in stundenlanger mühseliger

Arbeit eingesammelt werden muss, werden sie in der

Herstellung von Biomassebriketts ausgebildet, die aus

dem normalen Bioabfall, Lehm, Sägespänen, Kaffeehülsen

oder anderem Material hergestellt werden kann. Die

Frauen, die schon in vorangegangenen Projekten im

Anbau und der Weiterverarbeitung von Papaya mit Hilfe

von Solartrocknern ausgebildet wurden, nutzen diese

neue Fähigkeit auch um das Flex, das aus den Stämmen

der Papayapflanze gewonnen wird, zu trocknen.

Weiterhin werden 15 Frauen als Multiplikatorinnen ausgebildet,

damit diese das Wissen über den biologischen

Anbau von Papaya und deren Weiterverarbeitung in der

Gemeinde weitergeben können.

UGANDA

Act Women Foundation (AWF) –

Entenaufzucht (Nr. 352)

Aus dem vorangegangenen Projekt ist der Erfolg beim Verkauf

der Enten und die Steigerung des Einkommens der

Teilnehmerinnen sichtbar. Über den Zeitraum des jetzt

abgeschlossenen Projektes traten viele Frauen an die

Partnerorganisation des Marie-Schlei-Vereins, Act Women

Foundation, heran, um eine Möglichkeit zu bekommen,

auch an dem Projekt teilzunehmen. Auf Grund dieser

großen Nachfrage hat Act Women Foundation ein Fortführungsprojekt

zur Ausbildung von weiteren 4 Frauengruppen

mit insgesamt 50 Mitgliedern über einen Zeitraum

von 8 Monaten ersucht. In dem Nyakeya Kihungu

Kyarumba Sub County werden innerhalb von fünf Tagen

50 Frauen in der Aufzucht und Haltung von Enten ausgebildet

werden. Zusätzlich kommen noch die Themen Buchhaltung,

Sparen bzw. Kreditbeantragung und Methodik

der Finanzmärkte sowie Vermarktung der Enten und ihrer

Eier auf den lokalen Märkten. Für jede Gruppe wird ein

Demonstrationsentenhaus gebaut. Insgesamt werden 500

Enten angeschafft, die unter den Frauen verteilt werden

und den Grundstock der Aufzucht bilden.

UGANDA

Community Action for Rural Women's Empowerment

(CARUWE) – Bindenherstellung (Nr. 343)

Eine der Schwierigkeiten für Mädchen und Frauen gleichermaßen

besteht in dem Zugang zu Binden oder Tampons

während ihrer Menstruation. Da viele junge Frauen

dazu keinen Zugang haben oder sich diese Produkte nicht

leisten können, bleiben sie zu Hause und nehmen in einer

Woche im Monat nicht am Schulunterricht teil. Dadurch

bleiben sie in ihren schulischen Leistungen zurück und

machen einen vergleichbar schlechteren Abschluss als die

gleichaltrigen Jungs. Im 24-monatigen Projekt, das in Kooperation

mit Action for Rural Women Empowerment

stattfindet, werden 30 Schülerinnen und 15 Lehrerinnen

in der Herstellung von Makapads ausgebildet. Diese

Binden werden aus kostengünstigen, natürlichen Materialien

aus der Region hergestellt. Die Gemeinde kommt

für den Bau von neuen Latrinen an der Schule auf. Die

hergestellten Binden werden an der Schule an die Mädchen

kostenfrei verteilt. Die Kosten für die Materialien der

Herstellung werden durch den Verkauf von Binden an die

Frauen der Region finanziert.

20


AFRIKA

DOMINIKANISCHE REPUBLIK

DOMINIKANISCHE REPUBLIK

Centro Mujer y Participacion (CEDEMUR) –

Integrierte Aus- und Weiterbildung (Nr. 303)

November 2012 – Reisebericht von Amy Geisler

Das Projekt richtet sich an Frauen aus urbanen und suburbanen

Vierteln in der Provinz San Jose de Ocoa, wo ein hoher

Grad an Armut, Gewalt und Arbeitslosigkeit herrscht.

In der Provinz leben insgesamt rund 70.000 Personen, davon

rund 56.000 auf dem Land. Zielsetzung des Projektes

ist die Verbesserung der Situation der Frauen durch Ausbildung.

Diese erfolgt in den Bereichen Bearbeitung von

Holz, Reparatur von Elektrogeräten, Elektrik, Herstellung

von Rattan- und Sofamöbeln, Klempnerei, Tischlerei und

Herstellung von Kerzen. Dazu werden ergänzend Seminare

in Organisation, Empowerment, Gleichberechtigung,

Marketing und Buchhaltung gehalten.

Die Gruppe AMUTEMO, arbeitet in San Jose. Die Werkstatt,

wo sich die Geräte befinden, ist mit Türen und Gittern

gesichert. Es gibt einen Arbeitsbereich drinnen, ein

Großteil des Platzes wird aber eingenommen durch fertiggestellte

Möbel, die noch nicht ausgeliefert wurden. Es

befindet sich ein Platz hinter dem Gebäude draußen mit

einer Überdachung, wo Lackier- und Malarbeiten vorgenommen

werden. Häufig bekommen die Frauen auch alte

Möbelstücke, die aufgepolstert werden sollen mit neuem

Tuch. Eine genaue Angabe über das monatliche Einkommen

konnten die Frauen nicht machen, da es einige Monate

gibt, wie z.B. März und April, wo kein Auftrag da war,

andere Monate aber viel zu tun ist. Zudem wird der

Gewinn immer unter allen Frauen aufgeteilt, je nachdem

wieviele Stunden an dem Möbelstück gearbeitet wurde.

An einem Zweiersofa arbeiten drei Frauen, vier Tage. Je

nach Kunde kann das Sofa für 8.000 bis 12.000 Pesos (150

bis 230 €) verkauft werden. Das Material kostet insgesamt

rund 5.000 Pesos (100 €). Dafür wird häufig ein Kredit bei

CEDEMUR aufgenommen, da für einen Auftrag das Material

vorgestreckt werden muss, die Frauen das Geld aber

nicht auslegen können. Der Gewinn von 3.000 bis 6.000

Pesos wird dann unter den Frauen aufgeteilt. Aus dem

Gewinn wird auch eine Abgabe an AMUTEMO geleistet,

wovon die Miete und die Nebenkosten der Werkstatt bezahlt

werden.

Einstimmig erklären die Frauen, dass das Projekt ihr Leben

verändert hat. Zum einen haben sie ein eigenes Einkommen,

das höher ist als vorher, was sich auch zu Hause

21


LATEINAMERIKA

widerspiegelt. Die Frauen haben für ihr Zuhause Möbel,

kein Problem ihren Kindern die Kosten für Schuluniform,

Kleidung, Schuhe oder auch Bücher zu bezahlen.

Außerdem hat sich das Essen verbessert. Häufig helfen die

Ehemänner bei der Fertigung der Möbelstücke, da die

Frauen auch zu Hause arbeiten. Die Frauen fertigen die

Möbelstücke auf Bestellung, aber auch für Ausstellungen,

bei denen die Stücke häufig für weniger Geld verkauft

werden, dafür aber Folgeaufträge bringen. Insgesamt

haben die Frauen einen guten Markt nicht nur lokal sondern

auch in Santo Domingo, das ungefähr 2,5 bis 3 Autostunden

entfernt ist. Im Vergleich zu anderen Möbelherstellern

in San Jose ist die Arbeit der Frauen qualitativ besser

und sie liefern pünktlicher, was ihnen einen Wettbewerbsvorteil

liefert.

Die Frauengruppe von AMUTESA in der Gemeinde Sabana

Larga ist sehr gemischt. Der Kurs zur Polsterung findet im

Gemeindehaus statt, in dem sonst auch weitere Versammlungen

organisiert werden. Der Kurs in Polsterei findet

zwei Tage die Woche statt. Die Koordinatorin entwirft mit

den Frauen die Möbelstücke, die dann als Holzgerüste

hergestellt werden, dann mit Pappkarton und Schaumstoff

verkleidet werden. Noch werden die Designs von der

Leiterin hergestellt. Einige Frauen haben jetzt schon

Kleinstkredite bei CEDEMUR aufgenommen und davon

Werkzeug eingekauft. Benötigt werden zur Herstellung

von Sesseln und Sofa eine Stichsäge, ein Hefter, Hammer,

Säge und Schere sowie Klebstoff und Stoff zum beziehen

des Sofas oder Sessels. Ein kleiner Sessel wird je nach

Kunde und Zahlungsfähigkeit für 2.500 bis 5.000 Pesos (50

bis 100 €) verkauft. Die Materialkosten belaufen sich auf

ca. 2.000 Pesos (40 €). Insgesamt braucht eine Person für

die Herstellung eines Kindersessels rund 2 Abende (ca. 6-8

Stunden). Ein großes Ecksofa wir für rund 21.000 Pesos

(420 Euro) verkauft, 11.000 Pesos (220 €) Materialkosten

und 10.000 Pesos (200 €) an Stundenlohn. Meist ist die

Regel, dass der Stundenlohn ungefähr das gleiche wie der

Materialaufwand beträgt. Häufig wird davon aber auch

noch der Transport der Möbel zum Kunden abgezogen.

Neu aufgebaut wurde die Gruppe von Rancho Arriba. Der

Kurs in Polsterung hat vor ca. eineinhalb Monaten begonnen.

Für die Gruppe in Rancho Arriba haben jedoch schon

andere Kurse in Leadership, Gender und Geschlechtergerechtigkeit,

Umgang mit Kunden, Frauenempowerment

als auch in Herstellung von Ketten stattgefunden. Elena

z.B. verkauft ihre Ketten auch über die Facebookseite

ihrer Tochter. Alle sind begeistert von den Kursen, viele

stellen an sich selbst Veränderungen fest. Einige sagen,

Gardinen, Türen und Böden gebaut, aber auch haben sie

dass sie immer nur meinten auf eine bestimmte Art zu

sein, aber jetzt ganz andere Charakterzüge an sich entdecken.

Andere haben nie in der Öffentlichkeit geredet,

waren zu schüchtern, um etwas zu sagen, sprechen

mittlerweile in der Gruppe und haben ihre Position in der

Gruppe eingenommen. Außerdem entstand ein enger

Zusammenhalt, der vorher zwischen den Frauen nicht

bestand. Wichtig war den Frauen vor allem der Umgang

mit den Kunden. In Rollenspielen lernen die Frauen mit

aufdringlichen, besserwisserischen oder auch zurückhaltenden

Kunden umzugehen.

Auf den Abschlussveranstaltungen zur Polsterei wurden

einige der hergestellten Möbelstücke ausgestellt. In Anwesenheit

von Behörden, Kirche und Verwandten bekamen

die Frauen Ausbildungsbestätigungen.

ECUADOR

Fundación de Cooperación para la Capacitación y

Asistencia Tecnica (COAGRO) - Verbesserung der

Milchproduktion (Nr. 355)

Die Partnerorganisation des Marie-Schlei-Vereins, Fundación

de Cooperación para la Capacitación y Asistencia Tecnica

(COAGRO), und die Asociacion de Mujeres Jatun Nan

bilden zusammen die 30 Mitglieder der Frauenorganisation

Jatun Nan in der Verbesserung ihrer Milchproduktion

aus. In der Projektregion ist Landwirtschaft die Haupteinkommensquelle

und die Bäuerinnen betreiben vorrangig

Subsistenzwirtschaft. In verschiedenen Seminaren werden

die Frauen u.a. in der Haltung der Kühe, Milchproduktion

und -Verarbeitung sowie Frauenempowerment und

Rechte der Frauen ausgebildet.

22


ORGANE

PERU

PERU

Asociación Femenina de Acción Social (AFAS) –

Verarbeitung von Milch (Nr. 353)

Auf dem Altiplano in Peru, im Distrikt Nicasio, wurden 120

Frauen innerhalb von 6 Monaten aus dem ländlichen Bereich

in der Verbesserung ihrer Milchprodukte ausgebildet.

Die Frauen verarbeiten schon jetzt die Milch weiter,

um sie auf den lokalen Märkten zu verkaufen, aber da die

Qualität der Produkte eher von mittlerer Güte ist,

erwirtschaften die Frauen nicht soviel wie erhofft durch

den Verkauf ihrer Produkte. Die Ausbildung beinhaltet

nicht nur eine optimalere Haltung und Versorgung der

Tiere, sondern auch verbesserte Verarbeitungsweisen der

Milch mit Einhaltung der Hygienestandards (Bestandteile

der Milch, Kontrolle und Pasteurisierung der Milch) sowie

die Herstellung von Joghurt. Der zweite Teil beschäftigte

sich mit der Herstellung von Käse und Butter sowie der

begehrten einheimischen Süßspeise Manjar, einer Creme

aus Milch, Zucker und Vanille, die durch stundenlanges

Kochen der Zutaten hergestellt wird.

In den Kursen wurde den Frauen auch Grundkenntnisse in

Buchhaltung und Marketing beigebracht, damit sie wissen

zu welchen Preisen die Produkte verkauft werden müssen,

um überhaupt einen Gewinn abzuwerfen. Hierbei spielt

auch der Aufbau von Kontakten, Verpackung der Produkte,

das Marketing bzw. die Kommerzialisierung eine Rolle.

Probleme bei der Durchführung des Projektes waren z.B.,

dass nicht alle teilnehmenden Frauen Spanisch sprechen,

sondern Quechua. So wurden Praktikanten von AFAS

eingesetzt, die den Inhalt der Schulungen übersetzten. Ein

weiteres Problem waren auch die kalten Temperaturen,

die während der Ausbildung herrschten, da dies die

Herstellung von Joghurt eher behindert als beschleunigt.

Nach Abschluss des Projektes sind 102 von 120 Frauen

regelmäßig in der Herstellung von den Milchprodukten

tätig. Dabei ziehen es die Frauen meist vor Käse und

Butter herzustellen, da Joghurt leicht verderblich ist. 38

Frauen stellen dennoch weiterhin Joghurt her und

verkaufen diesen in den Schulkiosken von Juliaca.

23


TRANSPARENZ

MITGLIEDERVERSAMMLUNG

Die Mitgliederversammlung des Marie-Schlei-Vereins fand

am 21. April 2012, 15 Uhr, in den Räumen des Landesfrauenrates,

Grindelallee 43, 20146 Hamburg statt.

Die Projektarbeit ist weiterhin der Hauptschwerpunkt des

Marie-Schlei-Vereins und setzt viel Arbeit vor und nach

der Entscheidung in Gange. Die Prüfung der Projektträger

gestaltet sich schwierig, da im Zeichen der grenzenlosen

Kommunikation viele Grassroot Projekte an uns herangetragen

werden, die in den Hauptstädten nicht bekannt

sind. Christa Randzio-Plath geht näher ein auf die Projekte

in Vietnam und die Umverteilung der Mikrokredite an andere

Gemeinden, wenn die Frauen aus dem Ursprungsprojekt

diese nicht mehr benötigen. Die Vietnam

Women’s Union präsentiert das abgewickelte Projekt zur

Herstellung konischer Hüte auf internationalen Konferenzen

als Musterbeispiel für Entwicklungszusammenarbeit.

Im Mittelpunkt der Arbeit standen im Jahr 2011 die

Nahrungsmittelprojekte, da als Folge der Finanz- und

Wirtschaftskrise und der Nahrungsmittelkrise viele Frauen

auf Nahrungsmittelproduktion und – verarbeitung setzen.

Ein anhaltendes Problem ist die Situation der Einwerbung

von Klein- und Großspenden und der Erhalt von

Fördermitteln für einzelne Projekte über Bund und

Länder. Es folgten die Berichte aus den Regionalgruppen

sowie der Schatzmeisterin und der RevisorInnen, auf die

die Entlastung des Vorstandes erfolgt. Die Protokolle der

Versammlungen können auf der Homepage des Marie-

Schlei-Vereins eingesehen werden.

DER VORSTAND

Der Vorstand kam in 2012 zu vier Sitzungen zusammen. Zu

den Aufgaben des Vorstands gehören vor allem die

Projektberatung und -bearbeitung, die Kommunikation

vor Ort, die Organisation und Durchführung von Seminaren,

die Beschaffung von Projektzuschüssen, die Spendenund

Mitgliederakquise. Zwischen den Sitzungen tauscht

sich der Vorstand regelmäßig per E-Mail oder Telefon aus.

Die Vorstandsfrauen halten Kontakt zu Ministerien, Verbänden,

und Experten, um den Marie-Schlei-Verein weiter

zu fördern und in seinen Aufgaben zu unterstützen. Einige

von ihnen haben auch dieses Jahr wieder Projekte des

Vereins besucht (siehe Reiseberichte).

DAS KURATORIUM

Das Kuratorium überwacht die Arbeit des Vorstandes des

Marie-Schlei-Vereins und unterstützt die Arbeit des Marie-

Schlei-Vereins bei Spendenaktionen, Projektbesuchen und

Öffentlichkeitsarbeit. Das Kuratorium hat sich 2012 am 27.

November in Berlin getroffen.

VERNETZUNG

Eine Vernetzung mit anderen entwicklungspolitischen

Institutionen und Verbänden ist für eine erfolgreiche Arbeit

des Marie-Schlei-Vereins erforderlich. So war der

Marie-Schlei-Verein 2012 Mitglied bei VENRO (Verband

Entwicklungspolitik Deutscher Nichtregierungsorganisationen

e.V.), dem EineWeltNetzwerk HH und dem Landesfrauenrat

HH.

Zur Information der Mitglieder wurden

dieses Jahr drei Mitgliederrundbriefe

und ein Rechenschaftsbericht

mit dem Jahresabschluss 2011 versandt

sowie Seminare und Informationsabende

veranstaltet. Neue Mitglieder

werden über Seminare, Infostände

und Material, Werbebriefe

und persönliche Ansprache geworben.

Informationsmaterial über den

Marie-Schlei-Verein kann in der

Geschäftsstelle angefordert werden.

Zum Internationale Frauentag, zum

Muttertag und zu Weihnachten wurden

Spendenaktionen organisiert.

24


TRANSPARENZ

INITIATIVE TRANSPARENTE ZIVILGESELLSCHAFT

Wir verpflichten uns zu Transparenz!

Wer für das Gemeinwohl tätig wird, sollte der Gemeinschaft sagen: Was die Organisation tut, woher die Mittel

stammen, wie sie verwendet werden und wer die Entscheidungsträger sind. Stärke und Vielfalt der Zivilgesellschaft sind

gute Indikatoren für den Entfaltungsgrad moderner Bürgergesellschaften. Die Währung dieses Sektors heißt Vertrauen:

Vertrauen von öffentlichen und privaten Geldgebern, Mitarbeitern, Ehrenamtlichen oder Begünstigten in die

Handlungsfähigkeit und Rechtschaffenheit von Organisationen, die für das Gemeinwohl tätig werden. Diese Vertrauensstellung

gilt es zu bewahren und weiter auszubauen. Dafür ist Transparenz ein wichtiger Schlüssel. Und so haben

sich in den vergangenen Jahren viele Organisationen freiwillig verpflichtet, mehr Informationen öffentlich zu machen,

als es der Gesetzgeber von ihnen verlangt. Ziel der Initiative Transparente Zivilgesellschaft ist es, ein möglichst breites

Aktionsbündnis innerhalb der Zivilgesellschaft herzustellen, das sich auf die wesentlichen Parameter für effektive

Transparenz einigt. Die Unterzeichner der Initiative verpflichten sich, zehn präzise benannte, relevante Informationen

über ihre Organisation leicht auffindbar, in einem bestimmten Format der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Damit sollen bestehende Standards nicht ersetzt, wohl aber eine Messlatte für die Eingangsvoraussetzungen effektiver

Transparenz im gemeinnützigen Sektor festgelegt werden.

Der Marie-Schlei-Verein hat sich freiwillig der Initiative Transparente Zivilgesellschaft angeschlossen. Die zehn

Informationen über











Name, Sitz, Anschrift und Gründungsjahr

Satzung und Ziele

Angaben zur Steuerbegünstigung

Name und Funktion von Entscheidungsträger

Tätigkeitsbericht

Personalstruktur

Angaben zur Mittelherkunft

Angaben zur Mittelverwendung

Gesellschaftsrechtliche Verbundenheit mit Dritten

Namen von juristischen Personen, deren jährliche Zuwendung mehr als zehn Prozent der gesamten Jahreseinnahmen

ausmachen

werden jährlich vom Marie-Schlei-Verein auf der Homepage www.marie-schlei-verein.de veröffentlicht.

25


FINANZEN

KONTENNACHWEIS zur G.u.V. vom 01.01.2012 bis 31.12.2012

Geschäftsjahr

Konto Bezeichnung EUR EUR

IDEELLER BEREICH

Nicht steuerbare Einnahmen

Mitgliedsbeiträge

2110 Mitgliedsbeiträge 52.377,43

Zuschüsse

2302 Zuschüsse von Behörden 108.436,25

2303 Sonstige Zuschüsse 5.384,63

2304 Zinseinnahmen 32,23

2305 sonst. Einnahmen 30,78 113.883,89

Sonstige nicht steuerbare

Einnahmen

2400 Spenden 107.977,63

Nicht anzusetzende Ausgaben

Abschreibungen

2500 Abschreibung Anlagevermögen 161,04-

2503 Abschreibung auf WG Sammelposten 79,40- 240,44-

Personalkosten

2552 Gehälter 16.043,46-

2553 Abgeführte Lohnsteuer 2.982,48-

2555 Sozialversicherungsbeiträge

9.890,40-

28.916,34-

davon entfallen 30% auf den Verwaltungsaufwand

70% auf die Projektbegleitung

8.674,90

20.241,44

Reisekosten

2560 Reisekosten 2.756,75-

Raumkosten

2661 Miete und Pacht 6.011,88-

Übrige Ausgaben

2700 Kosten der Mitgliederverwaltung 0,00

2701 Büromaterial 470,33-

2702 Porto, Telefon 1.976,73-

2703 Bankgebühren 20,55-

2704 Sonstige Kosten 444,67-

2705 Spendenakquise 1.745,64-

2750 Verbrauchsabgaben u.sonstige Beiträge 315,83-

2752 Abgaben Fachverband 463,00-

2753 Versicherungsbeiträge 253,89-

2801 Öffentlichkeitsarbeit 3.705,52-

2894 Steuerberatungskosten

849,20-

Projektkosten

2900 inländische Projektkosten/Inlandsarbeit 889,33-

2917 -353- Peru Milchkühe 6.117,76-

2918 -354- Uruguay, Elektrikerinnen 4.183,50-

2919 -355- Ecuador, Milchprodukte u. Verarb. 12.119,35-

2920 -356- Madagaskar, Backwaren 9.217,00-

2921 -357- Indonesien, Gemüse 4.533,50-

2922 -358- Uganda, Briketts 9.717,00-

2924 -360- Kenia, Erdnüsse 7.783,50-

2931 -284- Guinea, Ausbildung+Kreditfonds 507,78-

Übertrag 65.314,08- 236.313,54

26


FINANZEN

KONTENNACHWEIS zur G.u.V. vom 01.01.2012 bis 31.12.2012 – Fortsetzung

Geschäftsjahr

Konto Bezeichnung EUR EUR

Übertrag 65.314,08- 236.313,54

2937 -290-Bolivien, Landfrauen 0,00

2941 -294-Vietnam, Konische Hüte 0,00

2950 -303-Dom.Rep., Cedemur 59.982,37-

2955 -308-Ghana, Hebammen 0,00

2964 -317-Nepal, Landfrauen 490,00-

2973 -326-Ecuador, Landwirtschaft 0,00

2976 -329-Ghana, Bienen 169,50-

2978 -331-Kambodscha, Lebensmittel 1.267,35-

2980 -333-Peru, Kühe 0,00

2981 -334-Kenia, Fisch-Geflügel-Bienen 0,00

2982 -335-Uganda, Heilkräuter 0,00

2983 -336-Kenia, ökologische Landwirtschaft 0,00

2984 -337-Malawi, Aquakultur 0,00

2985 -338-Uganda, Briketts 0,00

2986 -339-Uganda, Enten 0,00

2987 -340-Tansania, Geflügel 5.383,50-

2988 -341-Kenia, Pflüge u. Ochsen 0,00

2989 -342-Mali, Gemüse u. Ochsen 4.533,50-

2990 -343-Uganda-Bindenherstellung 7.333,50-

2991 -344-Bangladesh-Hebammen 4.483,50-

2992 -345-Uganda-Solartrockner 1.333,50-

2993 -346-Kenia-Gemüse u. Bananen 21.608,55-

2994 -347-Tansania - Schweinezucht 333,50-

2995 -348-Ghana - Gemüse 2.583,50-

2996 -349-Burkina Faso - Gemüse 1.453,50-

2997 -350- Vietnam - Pilzzucht 65.875,51-

2998 -351- Uganda - Öfen 1.633,50-

2999 -352- Uganda - Enten 5.467,00- 249.245,86-

ERTRAGSTEUERNEUTRALE POSTEN

Vermögensverwaltung

(ertragsteuerneutral)

Nicht abziehbare Ausgaben

3451 Abgezogene Kapitalertragsteuer 8,47-

V E R E I N S E R G E B N I S

V E R E I N S E R G E B N I S 12.940,79-

27


Was Sie tun können Helfen Sie helfen!

Besuchen Sie unsere Website! Schreiben Sie uns wegen weiterer Informationen. Arbeiten Sie mit und

spenden Sie! Ihre Spende wird in das Frauenprojekt Ihrer Wahl fließen.

An den

Marie-Schlei-Verein e.V. Tel.: 040-4149 6992

Grootiushof, Grootsruhe 4 Fax: 040-4149 6993

20537 Hamburg E-Mail: marie-schlei-verein@t-online.de

Beitrittserklärung

Ja, ich werde Mitglied im Marie-Schlei-Verein

Ich zahle einen Jahresbeitrag von €________ (Mindestjahresbeitrag € 35,--)

Vorname___________________________

Nachname____________________________

Straße___________________________________________________________________________

PLZ und Ort_____________________________________________________________________

Datum_______________

Unterschrift_______________________________________

E-Mail: _______________________________________

Ich möchte den Jahresbericht und Spendenaufrufe gerne per E-Mail zugeschickt bekommen. Die

Zuwendungsbescheinigung wird wie gesetzlich vorgeschrieben per Post verschickt.

__________________________________________________________________________________________

Zuwendung an den Marie-Schlei-Verein (Zahlungsempfänger)

Per Überweisung (Marie-Schlei-Verein, Sparda Bank Hamburg, BLZ 20690500, Kontonr. 602035)

Per Einzugsermächtigung

Hiermit ermächtige ich Sie widerruflich

jährlich halbjährlich monatlich einmalig

einen Betrag von €________ zu Lasten meines Kontos einzuziehen

bei Kreditinstitut______________________________________________________

IBAN___________________________

Datum_____________________________

BIC__________________________________

Unterschrift___________________________

Ja, ich möchte eine Zuwendungsbescheinigung zugeschickt bekommen.

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