Jahresbericht 2003 - Pro Natura Luzern

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Jahresbericht 2003 - Pro Natura Luzern

Jahresbericht 2003

Auch auf unserer Geschäftsstelle müssen jährlich mehr Anfragen beantwortet,

mehr Kurzberatungen gemacht, mehr administrative Arbeiten bewältigt werden.

Mit einer 50 und 30% Anstellung (inklusive Verwaltung des Baldeggersees) sind

wir oft an der Grenze des Machbaren angelangt.

Aus der Fülle der Arbeiten greifen wir hier einige Beispiele heraus, mehrheitlich

positive!

Recht

Pro Natura Luzern hat gleich zwei Beschwerden gewonnen. Einen Gleisanschluss

durch ein Flachmoor von nationaler Bedeutung darf die Perlen Holding

AG nicht bauen. Das Urteil des Verwaltungsgerichtes widerspricht klar der Meinung

von Buwal und Regierungsrat und ist deshalb für den Moorschutz von

grosser Wichtigkeit.

Eine geplante Strasse in Flühli, ebenfalls durch Moorbiotope von nationaler Bedeutung,

darf vorderhand nicht gebaut werden. Weil die Gemeinde die Auswirkungen

auf die Moore und die Moorlandschaft nicht geprüft hat, muss das Projekt

neu beurteilt werden. Ebenfalls muss die Gemeinde prüfen, ob das Bauvorhaben

im Lichte der Moorschutzbestimmungen überhaupt zulässig ist. Wir bleiben

hier auf jeden Fall am Ball.

Bio-Brunch

Mehr als 100 Erwachsene und Kinder erfreuten sich Mitte September auf dem

Hof der Familie Schwander in Nunwil, mit Blick auf unseren Baldeggersee, an

einem Bio-Buffet vom Feinsten. Spiele für die Kinder, Exkursionen und gemütliches

Beisammensein mit Verwandten und Bekannten prägten den Tag.

Asphaltierung von Hofzufahrten

Ein schwarzes Kapitel, im wahrsten Sinne des Wortes. Exemplarisch versuchte

Pro Natura Luzern und Stiftung Landschaftsschutz Schweiz in zwei Gebieten

(Rigi und Gde. Buttisholz) zu verhinden, dass Wege asphaltiert werden. Gegen

das Landwirtschaftsamt, Abt. Strukturverbesserungen, standen wir auf verlorenem

Posten. Und ohne Unterstützung der kantonalen Ämter für Natur- und Umweltschutz

haben wir auch rechtlich kaum eine Chance. Und so werden praktisch

in jedem Kantonsblatt Projekte zur Verbreiterung und Belagseinbau von Hofzufahrten

publiziert ...

Seetal

In Lieli und Hildisrieden haben wir Hochstamm-Obstbäume gesetzt, die in Zukunft

das Landschaftsbild prägen. Auf unseren Parzellen im Ronfeld wurden die


Aufwertungsarbeiten fortgesetzt (verlandete Weiher ausbaggern, Vorbereitung

für neue Wiesenansaaten).

Der Bau von Wanderwegen entlang des Baldeggersees und der immer stärkere

Erholungsdruck auf die Naturschutzgebiete halten uns auf Trab.

Praktische Naturschutzarbeit

Mein Mitarbeiter Fredy Banz und ich haben mit einem Rekord an Stunden

(zusammen über 1000) Riedgebiete gemäht, Gräben ausgehoben, Weiher ausgebaggert,

Jugendliche bei Einsätzen betreut, Maschinen geflickt, Wurzelstöcke

gefräst ...

Pflege- und Aufwertungskonzept Gitzitobel

Ein 39-seitiges Konzept des Biologen Heinz Bolzern – initiiert von Pro Natura

Luzern, grösstenteils finanziert vom Naturschutzamt – zeigt auf, wie dieses Orchideenparadies

in Zukunft gepflegt werden muss. Erste Arbeiten (Verbesserung

des Bewirtschaftungsweges und gestaffelte Mähtermine) wurden bereits umgesetzt.

Jugendgruppe

Die LeiterInnen der Jugendgruppe haben einmal mehr mit einem spannenden

Freizeitangebot für die PrimarschülerInnen überzeugt.

Zum Erfolg von Pro Natura Luzern haben viele beigetragen, wofür ich ganz

herzlich danke:

• Sie als Mitglied ermöglichen mit Ihrem jährlichen Beitrag und Ihrer moralischen

Unterstützung, dass wir unsere Tätigkeit überhaupt ausüben können.

• Unser Präsident Jörg Baumann, der seit letzten Sommer nach einem jährigen

Auslandaufenthalt wieder voll dabei ist.

• Meine engagierte Mitarbeiterin Karin Voegelin und die Vorstandsmitglieder,

die die Naturschutzarbeit entscheidend mittragen.

• Roger Hodel und Bruno Jans, die das Projekt „Kulturlandschaft Seetal“ umsetzen.

• Die Baldeggersee-Aufsicht unter Thomas Troxler, die zusammen mit Anglern

für Ordnung an diesem beliebten Erholungsort sorgen.

• Die LeiterInnen der Jugendgruppe, die rund 20 Anlässe und ein Sommerlager

ehrenamtlich organisiert und durchgeführt haben.

• Der Club 500, der einen Landkauf am Baldeggersee mitfinanzierte.

• Das Amt für Natur- und Landschaftsschutz (ANLS), das die Pflege und Aufwertungen

unserer Schutzgebiete praktisch zu 100% finanzierte. An dieser

Stelle möchte ich vor allem die konstruktive und angenehme Zusammenarbeit

mit Thomas Stirnimann erwähnen.

10.5.2004, Niklaus Troxler, Geschäftsführer

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