Brevierle HH/06 S.1-64 - Stuttgarter Weindorf

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Brevierle HH/06 S.1-64 - Stuttgarter Weindorf

©Fotos: SWR/ Sabine Stumpp

Der schwäbische Oscar

Preisverleihung durch Ottfried Fischer, hier an Timo Wopp, den Gold-Gewinner des Abends.

Im Hintergrund zu sehen: Till Reiners, der Zweitplatzierte.

And the Winner is... – kennt man

ja, oder? Im Ländle gibt es einen

ähnlichen Preis, allerdings keine

güldene Figur, sondern etwas Praktisches,

wie es sich für die Region

gehört: einen Besen. Damit werden

besondere Künstler ausgezeichnet,

genauer gesagt Kabarettisten.

Diese müssen vorher aber

einen spannenden Wettkamf austragen.

Ein Schauspiel, das sich

alljährlich in Stuttgart, und zwar

im Renitenztheater, abspielt. Sollte

man gesehen haben – unbedingt!

Der Stuttgarter Besen ist eine der

wichtigsten Auszeichnungen für

Kabarettkünstler. Veranstaltet wird

das Ganze im Rahmen des Stuttgarter

Kabarettfestivals vom Renitenztheater.

Die baden-württembergische

Landeshauptstadt stiftet die Preise –

denn zu jedem Besen gibt es auch

einen Geldpreis. Das SWR Fernsehen

zeichnet die Verleihung dieses besonderen

Preises auf und strahlt sie

zeitversetzt aus. Insgesamt werden

vier Besen-Kategorien vergeben:

eine Goldene, eine Silberne, eine

STUTTGARTER

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Hölzerne und ein Publikumspreis.

Gewählt wird in den Genres Satire,

Kabarett, Musik-Kabarett, politisches

Kabarett und Poetry Slam. „Der

»Stuttgarter Besen« gilt als Nachwuchsveranstaltung

mit professionellem

Anspruch.

Es treten Künstler an, die schon in

der Szene bekannt sind. Allein die

Nominierung ist, wie bei einer Oscar-

Verleihung beispielsweise, schon eine

Auszeichnung, jeder Nominierte

hat quasi gewonnen.“, erzählt Renitenztheater-Intendant

Sebastian

Weingarten.

Wirft man einen Blick zurück, kann

man auf den Gewinnerlisten Namen

wie Hagen Rether, Matthias Egersdörfer

oder Helmut Schleich entdecken.

Ob als Solotalent oder Esemble,

jeder kann sich via Lebenslauf

und Demo-CD mit seinem Programm

vorstellen. Bis Mitte Dezember 2011

trudelten 80 Bewerbungen ein, und

die Preisrichter hatten es auch bei

der diesjährigen Ausgabe in Sachen

Entscheidung nicht leicht. „Es wurde

wie immer intensiv diskutiert,

jeder hat einfach seinen persönlichen

BESEN

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Sebastian Weingarten

Favoriten. Ein Künstler muss auf

ganzer Linie überzeugen, denn Jury

und Publikum sind anspruchsvoll.

Virtuosität, politische Haltung, Aktualität,

Scharfblick – alles Punkte,

die Beachtung finden.“, schildert

Sebastian Weingarten, der selbst

auch in der Jury sitzt. Den Vorsitz

übernahm in diesem Jahr übrigens

erneut Ottfried Fischer, und zu seiner

Seite saßen sechs weitere Sachkenner

aus den Bereichen Medien

und Kultur. Moderiert wurde die

Satireshow von Christoph Sieber,

bekannt aus der SWR-Kabarettsendung

„Spätschicht“.

Wie wird man denn nun „Star-Feger“?

– Aus der Bewerbungsflut werden

durch die Preisrichter acht Kabaretti-

©Fotos: Sabine Haymann

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