Schweiz: - Hanfjournal

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#59

Am 5. August ist es wieder soweit. Die 10.

Hanfparade steht unter dem Motto „Legalisierung

Jetzt! Umdenken statt Milliarden verschenken!“

und wird nach einer Auftaktveranstaltung auf dem

Alexanderplatz zum Brandenburger Tor führen.

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news s. 02 guerilla growing s. 04 wirtschaft s. 07 cool-tour s. 08 fun+action s. 10

Drogensuchtbericht 2006 veröffentlicht-

Ein Rechen(bei)spiel

Michael Knodt

Die Zahl der erwachsenen KifferInnen

steigt und steigt. Andere Drogen, mit Ausnahme

von Speed, sind nicht mehr so angesagt.

Ob das durchschnittliche

Erstkonsumalteralter bei Cannabis-

Produkten von 16,4 Jahren wirklich so dramatisch

zu bewerten ist, wie das unsere

Drogenbeauftragte Sabine Bätzing (SPD)

tut, sei dahingestellt, nur so viel:

Den ersten Schluck der Droge Alkohol gibt

es durchschnittlich mit zwölf Jahren, die

erste Zigarette mit 14, der erste Vollrausch

ist mit 15 an der Reihe.

Vielleicht ist die Ursache des leicht gesunkenen

Einstiegsalters gar nicht das Teufelskraut

Hanf, sondern nur ein Teil einer

schleichenden Veränderung in unserer Gesellschaft,

die die Regierenden einfach nicht

wahr haben wollen. Denn, werden die Zahlen

auch gerne anders interpretiert, nicht

die Jugend kifft immer mehr, sondern die

Generation der 20- bis 50-Jährigen.

Genau hier findet der signifikante Anstieg

der Konsumentenzahlen statt. Nur redet

darüber keiner laut. Und wenn immer

mehr Mütter und Väter Hanf konsumieren,

ist es nicht verwunderlich, dass deren Kinder

schon etwas früher als vor 20 Jahren

erste Erfahrungen mit der Droge machen.

Damals lag das durchschnittliche Erstkonsumalter

mit 17 Jahren nur unwesentlich

höher, bei Alkohol, der Volksdroge Nummer

eins, ändert sich seit 20 Jahren nix.

Aber anscheinend ist das mit den zwölf

Jahren gar nicht so dramatisch, ansonsten

hätte Frau Bätzing hier den gleichen Handlungsbedarf

einfordern müssen wie bei

Hanf-Produkten. Hat sie aber nicht. Wird

einmal ein 13-Jähriger mit einem Joint erwischt,

ist das immer eine Meldung wert.

Ich hätte mich übrigens gefreut, wenn mich

mein Vater im Alter von 16,4 Jahren über

den Umgang mit Hanf aufgeklärt hätte.

Meine ersten Erfahrungen mit 17,5 Jahren

beim lokalen Dorfdealer hatten

damals schlimme Folgen, die den

Rahmen dieses Kommentars

sprengen würden.

Schweiz:

Coffeeshops in der

Hauptstadt?

Michael Knodt

Das Berner Stadtparlament hat ein Pilotprojekt zum

kontrollierten Hanfverkauf unter strengen

Jugendschutzauflagen beschlossen.

Gegen den Willen der konservativen Opposition wollen die

Stadtmütter- und Väter der Bundeshauptstadt die

Kriminalisierung der Konsumenten nicht länger dulden.

Dieser Vorstoß auf kommunaler Ebene widerspricht (leider

noch) den Bundesgesetzen, wonach der Handel mit Hanf unter

das Betäubungsmittelgesetz fällt. Die Stadt muss nun juristisch

prüfen lassen, wie sich die Stadt Bern an einem Pilotversuch

zum kontrollierten Verkauf von Cannabis beteiligen kann.

„Der Gemeinderat muss nun in diesem Gesetz ein

Schlupfloch suchen, damit es möglich wird, ein solches

Pilotprojekt zu starten“, so die Grünen Abgeordnete Karin

Gasser, die zusammen mit zwei anderen Fraktionsmitgliedern

die Initiative einreichte. Eine Ausnahmeregelung der Schweizer

Gesundheitsbehörden wäre der einfachste Weg, eine legale

Grundlage zu schaffen, die Chancen hierfür stehen jedoch

schlecht. Auf Vorwürfe, der Vorstoß sei eine Einmischung in

die eidgenössische Bundespolitik, entgegnete die zuständige

Gemeinderätin Olibet „Die Städte sind vom Drogenproblem

direkt betroffen.... Viele Angebote der aktuellen Drogenpolitik

sind dank der Initiative der Städte entstanden.“

Wahrscheinlich wäre es den ProhibitionistInnen in unserem

Nachbarland lieber, die Kommunen würden sich darauf

beschränken, die fatalen Auswirkungen einer repressiven

Drogenpolitik zu entschärfen.

Die Zahlen sprechen für sich, die

notwendigen Konsequenzen,

nämlich die Millionen mündiger

Cannabis-KonsumentInnen aus

der Illegalität zu holen und die

Grasdealer das ohnehin leere

Steuersäckel füllen zu lassen, wird

nicht gezogen, lieber werden

Zahlenspielereien betrieben, deren

Höhepunkt noch auf uns zukommt:

die Veröffentlichung einer

neuen Studie unseres Millenium-

Anslingers, Prof. Thomasius,

deren Vergabe alleine schon so

skandalös war, dass selbst die Fraktion der

Grünen im Bundestag dagegen protestierte.

In dieser Studie wird wohl wieder all das

stehen, was zur Fortführung der momentanen

Drogenpolitik beiträgt, inklusive der

Lügen über angeblich hochprozentiges

Gen-Gras und eines hohen Gefährdungspotenzials

der Jugend bei einer kontrollierten

Abgabe.

Ergo dient der Drogensuchtbericht 2006

wieder mal denjenigen Institutionen und

Verbänden, die ein Umdenken in der Drogenpolitik

kategorisch ablehnen. Und sogar

wie im oben erwähnten Fall Geld mit der

Erhaltung des Status quo verdienen, indem

sie teure, in Fachkreisen sehr umstrittene

wissenschaftliche Studien erstellen, deren

Ergebnis von vorneherein festzustehen

scheint.

Übrigens wurde genau zu dem von Thomasius

bearbeiteten Thema zum Ende der

Ära Kohl schon mal eine Studie in Auftrag

gegeben, durchgeführt von Prof. Dieter

Kleiber. Deren Ergebnisse wollten damals

und wollen heute so gar nicht ins das Welt-

Wird in geschlossenen Räumen mit Entladungslampen

gegrowed, so ist eine Abluftanlage zusätzlich

zu den Ventilatoren in den meisten Fällen

unverzichtbar.Die Ventilatoren mischen die vorhandene

Luft zwar, aber sie tauschen die Luft nicht

aus... Mehr Seite 5

Münchener Oktoberfest 17.09.2005, 8 Uhr 38, Schlange stehen vor dem Anstichzelt (Schottenhamel).

Die Zapfhähne sind zwar noch fest verschlossen, jedoch sind die ausgetrockneten Kehlen hunderter

Jugendlicher zwischen 16 und 30 Jahren in froher Erwartung weit aufgerissen....

bild der Verantwortlichen passen, deshalb

musste eine her, die passt.

Einen Ansatz zum Dialog seitens des Staates

zeigt sich beim Umgang mit Heroin-

Abhängigen, das „Kölner Modell“ (Heroinabgabe

an Schwerstabhängige) soll fortgesetzt

werden, hier würde es unsere Drogenbeauftragte

sogar auf einen Dissens mit

der CDU ankommen lassen.

Das ist löblich, wir Hanf-KonsumentInnen

würden uns auch endlich eine so sachliche

Argumentationsebene für das Anliegen

von Millionen BürgerInnen wünschen.

Danach sieht es in dem von der Bundesregierung

vorgestellten Papier (wieder mal)

nicht aus, deshalb wird auch dieser Drogensuchtbericht

als Staubfänger neben all

den anderen in unseren Regalen enden.

Mehr zum Thema:

www.bmg.bund.de/cln_041/nn_604240/Shar

edDocs/Publikationen/Drogen-und-

Sucht/dsb2006.html,

http://ipg.psychologie.fuberlin.de/projekte/cannabis.html

unabhängig, überparteilich, legal

foto: marker06

Ausgabe 06/06

Abgefahren: Immer mehr BürgerInnen haben aufgrund ihres gelegentlichen

Hanfkonsums Probleme mit der Führerscheinstelle. Uns

haben im Laufe der letzten Monate viele verzweifelte Hilferufe erreicht.

Aber auch einige Ideen zum Umgang mit Drogentests, über die wir

Euch im Eckthema informieren wollen. Ist natürlich rein hypothetisch

und nicht immer ganz ernst gemeint, selbstverständlich wollen wir

niemanden dazu aufrufen, beim Drugscreening zu schummeln.

www.hanfjournal.de

Mal was Nettes am Rande ...

von Michael Knodt

Fast täglich erreichen uns aus dem tiefen Süden unseres

Landes schlechte Nachrichten, deshalb haben wir uns am

16. Mai die Augen reiben müssen, als wir folgende Meldung

erhielten:

„Aids-Kranker darf Haschisch besitzen“

Zwar wusste unsere Redaktion von der anberaumten

Verhandlung gegen den Familienvater aus Bayern, das

Urteil überraschte jedoch nicht nur uns.

Der Hintergrund: Der HIV-positive Robert G. (45, Name

von der Redaktion geändert) wurde vor einem Jahr in erster

Instanz vom Amtsgericht Wolfratshauen zu einer Geldstrafe

von 1.350 Euro verurteilt, nachdem die Polizei bei ihm im

Rahmen einer Hausdurchsuchung zehn Gramm Hanfblüten,

fünfeinhalb Gramm Blütenharz und acht psilocybinhaltige

Pilze gefunden hatte.

G. hatte damals schon angegeben, die Hanf-Produkte zur

Linderung seiner Krankheitssymptome zu benötigen.

In der Berufungsverhandlung konnte der Richter der

Argumentation der Verteidigung folgen, das Verfahren

wurde mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft eingestellt.

Der Angeklagte wurde lediglich aufgrund des Besitzes der

Pilze zu einer Geldstrafe in Höhe von 600 Euro verurteilt,

für den Besitz von Hasch und Gras wurde er nicht bestraft.

Das Urteil ist seit dem 22.05.2006 rechtskräftig.

„Damit hat erstmals in Bayern ein Gericht anerkannt, dass

jemand Cannabis aus medizinischen Gründen braucht“ so

der 45-Jährige.

Seine Anwältin wertet das Urteil als Erfolg: „In Bayern ist

es schon etwas Besonderes, wenn ein Gericht bei solchen

Mengen Haschisch und Marihuana sagt, wir stellen das

Verfahren ein.", sie warnt aber davor, von einem

Präzedenzfall zu sprechen, es handele sich hierbei um eine

Einzelfallentscheidung.

Jetzt plant Robert G. eine Klage gegen die Bundesinstitut

für Arzneimittel und Medizinprodukte, deren Praxis, alle

Anträge kategorisch abzulehnen, erst kürzlich vom

Bundeserwaltungsgericht in Leipzig gerügt wurde. Die

Richter forderten die Behörde auf, im Falle einer Ablehnung

diese genau zu begründen und stellten fest, dass die

Erteilung einer Ausnahmegenehmigung im Einzelfall im

öffentlichen Interesse liegen könne.

Die Chancen, Cannabis als Medizin zu legalisieren waren

noch nie so gut wie nach dem Leipziger Richterspruch im

letzten Jahr und steigen (hoffentlich stetig) mit der Zahl der

Antragsteller. Es wird bei begründeten Fällen sehr schwierig

sein, einen Bedarf zu leugnen, denn auch Dronabinol kommt

laut der Bundesrichter als Alternative nicht ohne weiteres

in Betracht, da die Verfügbarkeit nicht immer gewährleist

sei. Außerdem sei „das individuelle Empfinden“ bei der

Symptomlinderung ausschlaggebend. Wie aus

Erfahrungsberichten bekannt wirkt Dronabinol oft nicht so

gut wie natürliche Hanf-Blüten.

Zwar sei der Weg bis zur Einstellung des Verfahrens sehr

anstrengend und nervenzehrend gewesen, aber nun die

fühlt sich Robert G. in seinen Bemühungen bestärkt,

irgendwann einmal Hanf-Blüten besitzen zu dürfen, die

ihm niemand mehr mit staatlicher Einwilligung klauen darf.

Denn das kann ihm trotz der positiven Zeichen von Justitia

immer noch jeden Tag passieren. Nicht nur in Bayern.

Mehr zum Thema:

www.cannabis-med.org/german/

www.cannabis-med.org/german/bverwg.pdf

Schutzpreis 50 Cent / Für gute Kunden kostenlos /


2

das Eckthema

Scheiss drauf!

Wer braucht denn

heutzutage noch ein

Führerschein? ‘Mach’s

ohne’ ist ab jetzt dein

Motto. Und wenn’s

dann heisst: “Wer fährt

Heute abend?” kannst

du mit reinem Gewissen

behaupten: “Ich

würd’ ja gern, aber...”

news

Herausgeber:

Agentur Sowjet GmbH

Dunckerstraße 70

10437 Berlin

tel.: 030/44 79 32 84

fax.: 030/44 79 32 86

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Geschäftsführer: Emanuel Kotzian (V.i.s.d.P.)

Sitz der Gesellschaft: Berlin AG Charlottenburg, HRB Nr. 89200

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Redaktion:

Kerstin Koch, Roland Grieshammer, Michael Knodt, Mark Méritan.

Mitarbeiter an dieser Ausgabe:

Jan Schlesinger, Kimo, Max Air, Werner Graf,

Martin Schwarzbeck, Oliver Nuss, Dr. Franjo Grotenhermen,

Claudia Grieslehner.

Layout:

marker*networx, Lukas Tkotz.

Illustration:

Lukas Tkotz, marker.

Fotos:

Privat, Im Auftrag des Hanf Journals,

marker.

Korrektur:

Korrekturen-Text (Kerstin Thierschmidt)

Anzeigen:

Emanuel Kotzian

030/44 67 59 02

vertrieb@hanfjournal.de

Impressum

Vertrieb:

Das Hanf Journal wird im gesamten deutschsprachigen Raum verteilt. Gegen

einen Betrag von 42 Euro (Inland) oder 84 Euro (Ausland) jährlich kann das

Hanf Journal beim Herausgeber bezogen werden.

(Abonnement unter www.hanfjournal.de)

Druck:

Union Druckerei Weimar GmbH

Die Info Broschüre zu Hanf und

Führerschein, siehe Seite 7

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck nur mit Genehmigung des Herausgebers.

Manuskripte, Bilder und Beiträge sind willkommen, es wird aber keine Haftung

übernommen.

Im Sinne des Urteils des LG Hamburg vom 12. Mai 1998 - 312 0 85/98

distanziert sich der Herausgeber ausdrücklich von allen Inhalten der

angegebenen Internetadressen und Links.

Achtung jeder Missbrauch von Drogen ist gefährlich! Wir wollen niemanden

dazu auffordern oder animieren Drogen zu konsumieren.

Besucht auch die Homepage www.hanfjournal.de

Claudias Welt

Drei Häuser, Dutzende Busse, Lkws,

Wohnmobile, Zelte und Autos auf 20.000

Quadratmeter Gelände verteilt, zusammen

mit Autowracks, mehreren Feuerstellen,

drei Pferden, zwei Ziegen, zwei Enten,

einem Schaf, einem Schwein und unzähligen

Hunden und Katzen ergeben das, was

Charlie bescheiden „das letzte Paradies

Europas“ nennt. Leute kommen und gehen,

manche bleiben kurz, manche länger,

wenige für ganz lang. Wer hier wohnt zahlt

50 Euro pro Monat, wer zu Besuch kommt

zahlt nix, weitere Verpflichtungen gibt es

keine. Es ist nicht einfach eine Definition

für diesen Ort zu finden. Es ist wohl irgendetwas

zwischen Kommune und Campingplatz.

Für Besucher, die nur kurz auf Charlies

Campo vorbeischauen, muss dieser Platz

wirklich wie ein Paradies anmuten. Überall

stehen die Türen offen, überall ist

man herzlich willkommen, Erwachsene

sitzen zusammen und

trinken Bier in der Nachmittagssonne,

Kinder wetzen über das Gelände, Hunde

spielen auf der Wiese. Beinahe jeden

Abend gibt es Lagerfeuer, jedes Wochenende

Grillerei, die Vollmonde werden

ebenso gefeiert wie die Samstage.

Wer länger hier ist, der sieht das etwas

differenzierter: Es tut sich nichts, es ändert

sich nichts, es ist immer das Gleiche. Hier

gibt es keine gemeinsamen Pläne außer

den Einkäufen für das nächste Fest, keine

längerfristigen Ziele, die über das nächste

Wochenende hinausgehen. Die Kinder sind

weitgehend sich selber überlassen, stehen

unter der Woche oft alleine auf und machen

Frühstück, kommen höchstens mal

raus, wenn jemand gnädigerweise zum

Strand fährt oder in der Schule Exkursion

angesagt ist. Die Erwachsenen haben

tagsüber einen Bewegungsradius, der

kaum über ihre eigenen vier Wände hinausgeht,

geschlafen wird ohnehin mit wenigen

Ausnahmen mindestens bis Mittag.

Es gäbe so viel zu tun hier. Das Gelände

ist groß genug, um einen Garten anzulegen,

der alle Menschen mit Obst und

Gemüse versorgt. Mit dem Haufen Kinder

ließe sich locker eine eigene Schule

gründen oder zumindest Schwerpunktgruppen

wie Theater, Musik und Tanz.

Die Vorbilder, die die Kinder in ihren erwachsenen

Mitbewohnern hier haben, sind

mehr als dürftig. Außer einem, der als

Schmied arbeitet, macht hier niemand etwas

aus eigenem Antrieb. Natürlich, es

wird Musik gemacht am Lagerfeuer, jedoch

ist das doch mehr ein Zeit-tot-

Trommeln als wirkliches Interesse am gemeinsamen

kreativen Schaffen. Es scheint,

als sei für diese Menschen die absolute

Freiheit nur mit einer ablehnenden Haltung

zu – wie auch immer definierter –

Arbeit vorstellbar. Wer von früh bis spät

eine Hand mit einer Bierflasche und die

andere meistens mit einem Joint belegt

hat, kann auch schwer mal anpacken und

was zustande bringen. Aber warum? Wie

kommt man dazu, so ein Leben führen zu

wollen, von dem man nichts mehr erwartet

und nichts mehr will? Und wie kommt es,

dass diesen Menschen das ständige Feiern,

Saufen, Kiffen, Trips schmeißen etc. nicht

irgendwann selber zu fad wird?

Vier Jahre waren wir mittlerweile

unterwegs, zuerst mit einem Mercedes-

Bus, später, als Familienzuwachs kam, mit

einem umgebauten Lkw derselben Marke.

In dieser Zeit haben wir viele Menschen

kennen gelernt, die ebenfalls nomadisch

lebten, und dabei wurde uns eines klar:

Leute wie uns gab es entweder nicht oder

sie waren irgendwo anders unterwegs. Die

Menschen, die wir trafen, hatten sich

normalerweise nicht vollkommen freiwillig

für diese Lebensform entschieden, viele

waren auch nicht wirklich glücklich damit

und sahen es als eine Übergangslösung,

bis sich was besseres auftun sollte. Ein

Großteil war geflüchtet – vor den Eltern,

vor den Lebensumständen, vor Freiheitsstrafen,

vor Schulden, vor der Arbeit. Wir

waren mit unserem Unterfangen, auf unserem

Weg den Sinn des Lebens zu finden,

ziemlich allein; der eine Teil hatte ihn schon

abgeschrieben, der andere glaubte, ihn

schon gefunden zu haben: in Nichtstun,

totalem Anarchismus und noch mehr

Flucht – Drogen und Partys, Partys und

Drogen.

Charlie, der Grundbesitzer. Ein Seniorhippie

wie aus dem Handbuch, wenn es denn

eines gäbe. Knapp 50 – sowohl Alter als

auch Gewicht – mit schulterlangen grauen

Haaren, die nie gekämmt werden und

einem Triumvirat von Körper, Geist und

Seele, welches die Jahrzehnte des massiven

Drogenkonsums nicht verleugnen kann.

Krummer Rücken, schlurfender Gang,

Mühe beim Sprechen, eine Leber, die nicht

mehr wirklich funktioniert. Aus wohlhabendem

Elternhaus stammend, schnallte

er schon während der Schulzeit, dass mit

dem Verkauf von Hasch und Kokain viel

leichter Geld zu machen ist als mit einer

ehrlichen Arbeit, Partys satt viel mehr Spaß

machen als Büffeln und brav ins Bett gehen.

Die weltfremde Mutter bekam von

alledem nichts mit, der Vater war nie da.

#59

Gelernt ist gelernt

C. Grieslehner

Vier Kilometer Schotterstraße außerhalb von Vejer, dort wo hinter den letzten zwei englischen Einfamilienhäusern die

Strasse aufhört, liegt Charlies Campo.

„das letzte Paradies Europas“

Hier könnte Ihre Anzeige stehen! Interesse?

Informationen und Mediadaten:

Emanuel Kotzian, vertrieb@hanfjournal.de

Als die Polizei in der Schule die Coca Cola-

Automaten auseinander nahm und die

Schultaschen filzte, musste sie mit leeren

Händen wieder abziehen, weil Charlie

und seine Jungs schon damals zu clever

waren um sich erwischen zu lassen. Der

Crash gegen einen Baum auf der Flucht

vor den Bullen in Spanien kostete ihn zwar

beinahe alle Zähne, aber auch damals kam

er von Rechts wegen davon.

Charlie ist die Blaupause von Menschen

wie Mr. Nice und anderen, die es geschafft

haben, aus ihrer Lebensgeschichte Kapital

zu schlagen und drogenmäßig die Kurve

zu kriegen. Auch er hat unglaubliche Geschichten

zu erzählen, aus seiner Zeit als

Lkw-Fahrer im Libanon und im Irak, den

Jahren, die er in Goa lebte, den Anfängen,

als er vor über 20 Jahren hierher nach

Andalusien kam, zusammen mit all den

anderen Hippies, die nunmehr

brave Familienväter sind, ihr

Grundstück gekauft und Haus

gebaut haben und Charlie nicht mehr kennen

wollen. Sie leben in der so typischen

Bigotterie, froh zu sein, etwas zu rauchen

zu haben, aber nur ja keinen zu engen

Kontakt mit Menschen haben zu wollen,

die mit dem Zeug wirklich handeln oder

wie in Charlies Fall, damit gehandelt haben

und dazu stehen.

Im Gegensatz zu ihnen hat Charlie sein

Leben von damals nicht geändert, auch

mit Familie, glaubt immer noch felsenfest

an das Miteinander und das Teilen statt

Besitzenwollen und an die maximale Toleranz

unterschiedlichen Lebensformen

gegenüber – eine Lebenseinstellung, die

ihm von seinen Nachbarn nicht immer

leicht gemacht wird, von seinen Mitbewohnern

ebenso wenig.

Charlie ist es schließlich auch, der mir die

Erklärung für die Lebensweise der Menschen

hier liefert. „Weißt du“, sagt er

einmal abends am Lagerfeuer zu mir,

„wenn du die Leute hier kennen lernst,

findest du ganz schnell heraus, dass sie

gar nicht so durchgeknallt sind wie sie

tun. Die meisten haben wirklich was in

der Birne, das willst du so, wenn du sie

siehst, gar nicht glauben.“ – „Warum tun

sie dann so durchgeknallt?“ frage ich ihn,

mehr spaßeshalber als wirklich auf eine

befriedigende Antwort hoffend. Ich sollte

überrascht werden: „Weil wir nichts anderes

gelernt haben“, meint er ganz ernst,

„wir haben nichts anderes gelernt als richtig

Partys zu feiern. Das ist das Einzige,

was wir können, und das machen wir

eben.“


#59

Alles wird gut

- nur nicht bei uns

Nach dem Medienterror und Horrormeldungen

der letzten zwei Jahre in Sachen

Cannabis gab es Ende Mai neben der sensationellen

Meldung (siehe Kasten Seite 1)

aus Bayern auch aus mehreren europäischen

Nachbarländern positive Signale.

In der Schweiz erwägt die Stadt Bern gegen

den Willen des Bundes ein Modell zur

kontrollierten Cannabis-Abgabe ins Leben

zu rufen. Selbstverständlich unter strengsten

Jugendschutzauflagen (Abgabe erst ab

18 Jahren, Höchstmenge, Werbeverbot,

Aufklärung), ob das Projekt überhaupt

eine Chance hat ist leider noch unklar, da

die Berner Stadtväter damit gegen eidgenössisches

Recht verstoßen würden.

Der neue italienische Sozialminister Paolo

Ferrero erwägt, die jüngst beschlossene

Änderung der Drogengesetzgebung

wieder zu ändern. Ferrero wörtlich:

„Niemand ist jemals wegen eines Joints

gestorben ... wir müssen gegen den großen

Drogenhandel vorgehen. Man darf jedoch

nicht den Drogendealer mit dem Jugendlichen

gleichstellen, der einen Joint raucht.“

Genau das hatte die Berlusconi-Regierung

Anfang des Jahres getan.

Und die britische Regierung entpuppt sich

so nach und nach als Kiffer-Clique, diesmal

outete sich der britische Minister zur Kriminalitäts-

und Drogenproblematik (ha!),

Vernon Rodney Coaker (52). Er gab zu, zu

Studentenzeiten Marihuana inhaliert zu

haben. England plant schon seit längerem,

eine geringe Menge zum straffreien Eigenbedarf

zu definieren, wir warten gespannt.

Das Maß ist randvoll –

lügt euch selber an!

Michael Knodt

Eigentlich haben wir uns an Falschmeldungen

über Hanf und Co. gewöhnt und reagieren

nicht in so direkter Form darauf, auch um ein

gewisses Niveau zu halten. Was sich aber zur

Zeit in Berlin abspielt, erinnert zu sehr an eine

grottenschlechte Schmierenkomödie mit der

„BZ“ in der Haupt- und einigen CDU-Politikern

in Nebenrollen, als dass wir dies unkommentiert

lassen könnten.

Die Fakten: Ein sturzbetrunkener Jugendlicher

attackiert und verletzt 41 Menschen mit einem

Messer. Laut Polizeiangaben besteht keinerlei

Verdacht, dass dieser Jugendliche andere Drogen

konsumiert hatte. Das stört die „BZ“ jedoch

nicht, Gegenteiliges zu behaupten. Wie unsere

Kollegen jedoch den Zusammenhang des

Amoklaufes und Haschisch-Rauchensherholen,

wird auch nach

der Lektüre des gesamten

Artikels nicht

klar. Der mutmaßliche

Täter ist mit einer Zigarette abgebildet, über

seinen angeblichen Drogenkonsum wurden

die „BZ“-Redakteure von so genannten

„Bekannten“ informiert. Gut recherchiert sieht

Wie teuer sind medizinische Cannabis-

Präparate im Vergleich zu Marihuana und

Haschisch?

Viele schwer Kranke, die von einer Behandlung mit Cannabis-Produkten profitieren oder

profitieren würden, finden keinen Arzt, der ihnen THC (Dronabinol) auf einem

Betäubungsmittelrezept verschreibt. Häufig weigern sich zudem die Krankenkassen, eine

Behandlung mit dem Medikament zu erstatten. Beide Probleme hängen zum Teil mit den

Kosten der Behandlung zusammen, denn eine Therapie mit Dronabinol ist nicht billig. Es

entstehen leicht monatliche Kosten in einer Größenordnung von 150 bis 500 Euro, je nach

erforderlicher täglicher Dosis. Hohe Arzneimittelkosten belasten das Arzneimittelbudget eines

niedergelassenen Arztes, und bei hohen Arzneimittelkosten schauen die Krankenkassen genauer

hin, ob sie wirklich verpflichtet sind, die Therapie zu bezahlen.

In Deutschland darf Delta-9-THC, das im medizinischen Zusammenhang meistens Dronabinol

genannt wird, seit 1998 vom Arzt verschrieben werden. Dronabinol ist der internationale

Freiname der Weltgesundheitsorganisation für den Cannabis-Wirkstoff THC. Es kommt entweder

das aus den USA importierte Dronabinol-Präparat Marinol® oder Dronabinol der in Deutschland

ansässigen Firmen THC Pharm und Delta 9 Pharma zur Verwendung. Es gibt Marinol-Kapseln

mit 2,5 mg, 5 mg und 10 mg synthetisch hergestelltem Dronabinol. Der Preis variiert in den

USA in Abhängigkeit von der Packungsgröße und beträgt etwa 1,80 Euro pro Milligramm.

Durch den Import verteuert sich das Medikament in Deutschland auf etwa drei bis vier Euro.

Der Apothekenabgabepreis für 60 Kapseln zu 2,5 mg (= 150 mg) beträgt etwa 530 Euro. 25

Kapseln zu 5 mg (= 125 mg) kosten 450 Euro, und 60 Kapseln zu 10 mg (= 600 mg) kosten etwa

1.680 Euro.

Dronabinol von THC Pharm bzw. Delta 9 Pharma kostet weniger als ein Drittel des Preises von

Marinol. 500 mg Dronabinol kosten dem Apotheker 210 Euro und dem Patienten etwa 465

Euro, was einem Milligramm-Preis von etwa 0,90 Euro entspricht. Der Tagesbedarf an Dronabinol

beträgt bei therapeutischer Verwendung im Allgemeinen 5 bis 30 mg, sodass sich daraus

Tageskosten von etwa 4,50 bis 27 Euro ergeben.

Im vergangenen Jahr wurde in Kanada der Cannabis-Extrakt Sativex® zur Abgabe in Apotheken

zugelassen. Es handelt sich dabei um eine Flüssigkeit, die unter die Zunge gesprüht wird.

Sativex kostet pro Fläschchen 124,95 kanadische Dollar, entsprechend etwa 90 Euro. Jedes

Fläschchen enthält etwa 138 mg Dronabinol und etwa 130 mg Cannabidiol. Betrachtet man nur

anders aus, eher schlecht gelogen, oder so

ähnlich.

Als ob das nicht schon genug wäre, nimmt sich

der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Berliner

Abgeordnetenhaus, Nicolas Zimmer, des Themas

an, offenbar ausgestattet mit dem Grundwissen

des „BZ“-Artikels, und zwar so: „Nun

sticht ein Jugendlicher offensichtlich unter

schwerem Alkohol-Einfluss auf Unschuldige

Besucher eines Festes ein. Was muss noch passieren,

bis endlich entschlossen gehandelt

wird?“

Und weiter: „Die Entscheidung des rot-roten

Senats, die Freigrenzen für den Besitz von

Cannabis drastisch anzuheben, führt dazu,

dass mittlerweile an vielen Schulen der Hasch-

Konsum fester Bestandteil des Stundenplans

geworden ist.“

Wie bitte, hä? Nachts ist es kälter als draußen?

Das meint er wirklich ernst, kein Witz. Die

CDU sollte sich nicht wundern, wenn sie bei

den anstehenden Wahlen wieder was auf die

Mütze bekommt.

Die Worte von Herrn Zimmer sind eigentlich

für potenzielle Wähler bestimmt, etwas scheint

ihm allerdings entgangen zu sein. Denn die

fühlen sich bei solch verbaler Inkontinenz sicher

nicht ernst genommen. Immerhin geht es hier

um einen sehr bedenklichen Vorfall, der mit

Hanf auch nicht das Geringste zu tun hat und

bei dem man von Politikern erwarten könnte,

dass sie sich ernsthafte Gedanken über die

Ursachen und mögliche Konsequenzen machen.

Aber nein, es wird direkt nach dem traurigen

Ereignis ein Versuch gestartet, durch Polarisierung,

Desinformation und Polemik Wählerstimmen

zu gewinnen. Herr Zimmer sollte es

lieber bei der CSU versuchen, in Bayern sind

solche Positionen vielleicht noch salonfähig, in

Berlin erntet man vorrangig Gelächter oder

Missmut.

Dr. med. Franjo Grotenhermen

das Eckthema

The Whizzinator:

Auffüllen - anziehen -

aufwärmen - und

looooslassen...

Sieht fast echt aus und

kann bei geschickter

Handhabung einiges

ersparen....

Die Damen haben es

da einfacher....

Kein erhöhtes Lungenkrebsrisiko

durch Gras

Auch wenn unseriöse oder veraltete Studien mit

Unterstützung der Medien immer wieder das Gegenteil

behaupten:

auch die zweite Langzeitstudie aus den USA innerhalb eines

Jahres zum Thema Lungenkrebs und Cannabis stellt fest,

dass selbst bei starkem Hanfkonsum kein nachweisbarer

Zusammenhang mit der Erkrankung besteht. "Wir haben

erwartet, dass wir unter den extrem starken Marihuana-

Konsumenten - also jenen, die von 500 bis 1.000 Jointsjährlich

rauchen - auch eine größere Zahl an Lungenkrebs-Patienten

finden", so Donald Tashkin von der University of California

in Los Angeles. Entgegen der Erwartungen hatte Marihuana

offensichtlich keinen negativen Einfluss auf die Gesundheit

der Menschen. Warum das so ist haben die Forscher noch

nicht herausgefunden, vermutet wird jedoch eine karzinomhemmende

Eigenschaft von THC, die bisher noch nicht

nachgewiesen werden konnte.

Schon vergangenes Jahr stellte eine andere Forschergruppe

aus den Vereinigten Staaten fest, dass Tabakraucher ein viel

höheres Risiko eingehen, an Lungenkrebs zu erkranken als

Kiffer, dazu Robert Melamede, Leiter des biologischen Instituts

der University of Colorado:

„Es hat sich gezeigt, dass Komponenten des Cannabis

Karzinogene hemmen und verschiedene Krebsarten

bekämpfen – darunter Lungen-, Brust- und Prostatakrebs

sowie Leukämie, Lymphome und Hautkrebs“.

Dr. med. Franjo

Grotenhermen

ist Mitarbeiter des

nova-Instituts in Hürth

bei Köln und Vorsitzender

der Arbeitsgemeinschaft

Cannabis als Medizin

(ACM).

news

den Preis für Dronabinol, so beträgt dieser etwa 0,70 Euro pro Milligramm.

Ein weiteres pharmazeutisches Cannabis-Produkt ist in den Niederlanden in Apotheken

erhältlich. Es handelt sich dabei um von der Firma Bedrocan im Auftrag des

Gesundheitsministeriums hergestelltes Marihuana. Die Dronabinol-reichste der beiden

erhältlichen Sorten ist die Sorte Bedrobinol mit einem Dronabinolgehalt von 18 Prozent und

einem Preis von etwa 9 Euro pro Gramm. Daraus errechnet sich ein Milligramm-Preis von 0,05

Euro, denn ein Gramm enthält 180 mg Dronabinol. Dieser Preis liegt etwas über dem Preis von

Cannabis in holländischen Coffee-Shops. Nach einer Untersuchung lag der durchschnittliche

Gramm-Preis im September 2003 bei 6,43 Euro, ohne dass allerdings Informationen zum

durchschnittlichen Dronabinolgehalt vorliegen. Zu den Gründen für den etwas höheren

Verkaufspreis in Apotheken zählen die Steuern, die von Bedrocan bezahlt werden, ein 24-

Stunden-Lieferservice für die Apotheken, Kosten für Laborkontrollen, Kosten für die Information

von Patienten und Ärzten sowie sechs Prozent Mehrwertsteuer auf das verkaufte Cannabis.

Zudem handelt es sich um eine biologisch hergestellte und arzneilichen Erfordernissen

genügende Ware.

Danach beträgt der Preis für 1 Milligramm Dronabinol je nach arzneilich hergestelltem

Produkt zwischen 0,05 und 4 Euro. Der Preis für das in Deutschland erhältliche Dronabinol

von THC Pharm und Delta 9 Pharma liegt mit etwa 0,90 Euro im Mittelfeld. In Deutschland

erhältlicher illegaler Cannabis dürfte etwa so teuer sein wie das in holländischen Apotheken

erhältliche Marihuana, das nur ein Achtzehntel des Preises von Dronabinol kostet.

Aus dieser Betrachtung wird verständlich, dass viele Patienten, die ihre Erkrankungen mit

Cannabis-Produkten behandeln möchten oder müssen, auf illegale Cannabis-Produkte

zurückgreifen, wenn die Krankenkassen die Kosten für Dronabinol vom Apotheker nicht

erstatten. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn vergleichsweise hohe Dronabinol-Dosen zur

ausreichenden Kontrolle der Symptome benötigt werden. Daher sollten von der Politik endlich

Möglichkeiten für Ausnahmegenehmigungen für solche Patienten für die Verwendung von

Cannabis geschaffen werden.

3


4

das Eckthema

Halt dich sauber!

Mittelchen zur Haut

und Haarreinigung, hier

das Roll-on Deo von

Deo Clean nicht nur für

die Achselhöhlen gedacht.

Auf Neem-Basis.

Gibt es auch für die

Haare als Schampoo.

news

Vincente Wendehals –

Bush lässt seine Puppen tanzen

Anscheinend aus Angst vor Konsequenzen des Bush-

Regimes hat der mexikanische Präsident Vincente Fox einen

sehr plötzlichen Sinneswandel vollzogen. Wollte er am 3.

Mai noch ein Gesetz zur Entkriminalisierung des

Drogenkonsums unterzeichnen, war er tags darauf plötzlich

ganz anderer Meinung und gab die Gesetzesvorlage zur

Neubearbeitung ans Parlament zurück. Das Gesetz sah

vor, kleine Mengen so genannter weicher und auch harter

Drogen zum Eigenkonsum zu entkriminalisieren, Dealer

sollten härter als zuvor bestraft werden. Mexiko hat seit

ein paar Jahren ein heftiges Koks-Problem, da das Land als

Transitland für den US-Markt dient und deshalb auch eine

Menge in mexikanischen Nasen hängen bleibt. Vor allem

konservative Politiker, von denen die Initiative stammte(!),

versprechen sich von der Duldung eine Entmachtung der

mächtigen Kartelle und einen merklichen Rückgang der

Straßenkriminalität.

Die USA versprechen sich mehr von einer Mauer und 5.000

Soldaten, um ihr Land unter anderem gegen den

Drogenschmuggel zu wappnen. Wir Berliner kennen so

was, bringt nix außer Ärger. Lehrt aber leider erst die

Geschichte.

Der Anti-Verfolgungs-

Versicherungs-Fonds (AVVF)

Mit dem

AVVF haben

wir einen

Fonds aufgelegt,

welcher

allen Pilzfreundinnen

und Pilzfreunden der deutschsprachigen europäischen

Länder offen steht. Es handelt sich

um einen Solidaritätsfonds, der „im Falle eines

Falles" Anwalts- und Gutachterkosten

übernimmt und dazu führen soll, dass verfolgte

Teonanacatlist/inn/en nicht alleine und

mittellos vor einem unmenschlichen Staatsapparat

stehen und aus Verzweifelung einen

„Ablassbrief kaufen" (=“Bussgeld zahlen"),

statt ihre Rechte einzufordern.

Die Konditionen sind so gewählt, dass jeder

und jede mitmachen kann - denn zehn Euro

für drei Monate „Schutz" - also ca. zehn Cent

am Tag - kann sich jeder leisten. Die erste

„Prämie" liegt bei 15 Euro und beinhaltet also

noch fünf Euro Provision für den Werber bzw.

de Werberin, damit die Information schneller

mehr Menschen erreicht. Der Fonds wird

transparent geführt.

Der AVVFonds ist unabhängig von etablierten

Versicherungen, aber „nur" ein Solidaritätsfonds

ohne „Rückversicherung" und dadurch

leider ohne Garantie, dass wirklich auch jedem

Teilnehmer in jedem Fall geholfen werden

kann.

Um dieses Manko wieder auszugleichen, werden

alle Infos zum AVVFonds und den bearbeiteten

Fällen auf einem SMCS-Unterforum

veröffentlicht:

www.s-m-c-s.org/avvf

Der AVVFonds kann und wird jeder/m Teilnehmer/in

helfen, die/der wegen alternativen

Heilmitteln oder Weltanschauungen mit Behörden

in Konflikt gerät - wenn die Aussicht

auf Erfolg gegeben sein sollte. So hoffen wir,

mittelfristig allen weltanschaulich und/oder

religiös Diskriminierten in Deutschland, Österreich

und der Schweiz helfen zu können,

ihre fundamentalen Menschenrechte einzufordern.

Copelandia helfe uns dabei,

Pastor David Jan Schlesinger

Solidarität für Bernard Rappaz

Da die Berichterstattung in den öffentlichen

Medien gleich Null ist, fordern

wir (vom Hanf Journal) das deutsche

Volk zur Solidarität und zum Protest

auf, damit die Briefkästen des Walliser

Gerichts so zu bombadiert werden,

dass es für nächsten zehn Jahre ausgelastet

ist.

Wie ihr sicher wisst, war der Walliser Hanf-

Bauer und Hanf-Aktivist Bernard Rappaz

Mitte März verhaftet worden und 72 Tage

lang in der U-Haft im Hungerstreik, sodass

sein Zustand lebensbedrohlich geworden

war. Er wird des Hanf-Handels und der

Geldwäscherei verdächtigt und riskiert eine

Freiheitsstrafe von bis zu 20 Jahren. Die

Angelegenheit, die sich um rund 50 Tonnen

Hanf dreht, geht auf das Jahr 2001 zurück.

Die Walliser Polizei hatte ihn verhaftet, weil

bei einer Durchsuchung auf seinem Hof

Hanf-Samen gefunden wurden. Hanf-

Samen werden übrigens in der Schweiz als

Vogelfutter völlig legal verkauft und verwendet.

Die Anwälte von Rappaz hielten

die Inhaftierung für Stimmungsmache vor

dem Prozess. Die Anwältin bräuchte den

Klienten laut eigenen Aussagen um den

Prozess vorzubereiten. Ihr zufolge war die

Inhaftierung eine absolut unnötige

Maßnahme, da weder Flucht- noch Verdunkelungsgefahr

bestehe. Der Richter hatte

die Inhaftierung beschlossen, obwohl die

gesamte Ernte schon längstens vernichtet

wurde. – Nach fast 60 Tagen Hungerstreik

war er in das Inselspital in Bern eingeliefert

worden. Das Spital verfügt über eine Gefangenen-Abteilung,

wo auch andere Gefangene

betreut werden, sodass Bernhard

wenigstens eine Stunde pro Tag mit Menschen

sprechen konnte, was im Einzelzim-

Eingesackt

Entweder die JVA-Leitung in Schwäbisch

Hall wusste nicht, wo sie ein Hanf Journal

bekommt oder sie nimmt es mit Informationsfreiheit

nicht so genau. Auf jeden Fall

hat sie ein Exemplar unserer Mai-Ausgabe

dem Empfänger vorenthalten, über die

Gründe ist uns nichts bekannt. Dass Vater

Staat Hanfliebhaber/Innen kriminalisiert,

ist schon eine Schande, das Vorenthalten

frei verfügbarer Informationen ist in diesem

Falle zwar (wahrscheinlich) nicht

#59

mer in Siders nicht möglich war. Das

Unterstützungs-Komitee für Bernard zog

ebenfalls nach Bern, um ihren Protest in der

Nähe des Inselspitals fortführen.

Bernard Rappaz ist nun nach einem 72tägigem

Hungerstreik aus der Untersuchungshaft

entlassen worden – dies auch

Dank der nationalen und internationalen

Mobilisation der letzten Wochen. Am Mittwochmorgen

(24. Mai) sei der Entscheid

des Untersuchungsrichters gefällt worden,

sagte der Anwalt von Rappaz der Nachrichtenagentur

SDA. Nach dem Entscheid beendete

Rappaz umgehend seinen Hungerstreik.

Der zuständige Walliser

Untersuchungsrichter stellte ihn aber unter

Hausarrest.

Die zahlreich anwesenden Sympathisanten

aus nah und fern sprachen von einem Bauernopfer

der Walliser Behörden zugunsten

der übermächtigen Pharmaindustrie, welche

keine pflanzlichen Konkurrenten zu

ihren Industrie-Medikamenten dulden. Kein

Mensch solle in seinem Garten natürliche

Heilmittel ernten, solange die Industrie eine

profitablere Methode kommerzialisiert. Der

Vorwurf ist nicht mal so weit hergeholt, hat

Hanf doch noch kein einziges Menschenleben

gefordert. Höchste Zeit, der Mafia das

Hanf-Geschäft aus den Händen zu nehmen

und derartige Justizspielchen zu verhindern.

Rappaz muss am 8. Juni geschwächt vor

dem Gericht erscheinen und sich verantworten

müssen. Also Leute, hauen wir mal

auf die Pauke! Mailen oder hinfahren und

Solidarität bekunden.

Info:

www.hanf-info.ch/info/de/

Mail�:

info@chanvre-info.ch

illegal, aber mit Sicherheit nicht legitim.

Andere Knastinsassen lesen unsere Zeitung

seit Jahren und bis dato hielt es noch

keine Anstaltsleitung notwendig, ein Exemplar

einzubehalten.

Falls der Gefängnisdirektor wirklich nicht

wissen sollte, wo er unser Magazin bekommen

kann, schicken wir ihm diese

Ausgabe frei Haus, vielleicht lässt er das

Exemplar für den/die Gefangenen ja dann

passieren.


#59

Pflanzenklima - Lüfterleistungsberechnung

Wird in geschlossenen Räumen mit Entladungslampen gegrowed, so ist eine Abluftanlage zusätzlich zu den Ventilatoren

in den allermeisten Fällen unverzichtbar. Die Ventilatoren verteilen und mischen die vorhandene Luft zwar, aber sie

tauschen die Luft nicht aus und kühlen daher auch nicht.Die Abwärme der Gerätschaften und die evtl. zu geringe oder

zu hohe relative Luftfeuchte erzeugen schnell ein schlechtes Klima.

Max Air

Ohne eine Abluftanlage steigt das Risiko

von Kümmerwuchs,

Krankheiten und

Schädlingen. Das

Klima ist die wirksamste

natürliche

Waffe gegen die

meisten Schädlinge.

Temperaturen über

26 Grad Celsius und

eine relative Luftfeuchte

unter 40 Prozent oder über 75

Prozent erhöhen das Schädlingsrisiko

enorm.

Durch schlechte klimatische Bedingungen

wird die Pflanze geschwächt und dadurch

allgemein anfälliger.

Auch hängt die Wuchsgeschwindigkeit

direkt mit der CO2-Versorgung und der

Lichtintensität zusammen. Je intensiver

die Beleuchtung ist, desto mehr CO2 setzten

die Pflanzen um. Die Pflanzen verbrauchen

das vorhandene CO2 aufgrund der

hohen Lichtleistung

der Entladungslampen

mitunter sehr

schnell.

In der normalen

Raumluft ist CO2 in

ausreichender Menge vorhanden. Zusätzliche

Begasung auf 1.500 ppm CO2/m3

oder mehr ist im Heimbereich unnötig und

unwirtschaftlich, da eine richtig dimensionierte

Abluftanlage die Pflanzen ständig

und ausreichend mit CO2 versorgt.

Wie komplex eine Abluftanlage aufgebaut

sein muss bzw. welche Bauteile und Komponenten

nötig sind, ist individuell sehr

verschieden.

Die Basis jeder Abluftanlage bildet immer

der Lüfter / das Gebläse. Geeignet sind in

erster Linie Rohrlüfter. Aber auch

Schneckenhauslüfter und Spiralgebläse.

Diese Lüfter bestehen aus einem Gebläse,

welches so in ein Gehäuse (Druckraum)

montiert ist, dass eine Ansaug- und eine

Ausblasöffnung entsteht. Solche Lüfter

erzeugen eine relativ

große Druckdifferenz

zwischen der Ansaugund

der Ausblasöffnung.

Der Lüfter wird immer

als Abluftgebläse betrieben.

Das heißt er

saugt die warme, verbrauchte

Abluft im Inneren

des Growraumes/-schrankes oberhalb

der Lampen ab und bläst die Abluft

nach draußen. Hierdurch entsteht ein Unterdruck

im Growraum, welcher dafür

sorgt, dass stets frische, kühlere Luft von

außen nachströmt. Dafür ist min. eine Zuluftöffnung

nötig, welche den doppelten

Durchmesser der Ausblasöffnung haben

sollte, um Pfeifgeräusche und Leistungsabfall

zu vermeiden.

Es ist zu beachten das die Zuluftöffnungen

gegen austretendes und einfallendes Licht

geschützt werden müssen

(Rückschlagklappen / Doppelwinkel).

Auch ist ein Feinfilter oder zumindest ein

feines Netz (Fliegengitter) in die Zuluftöffnungen

zu integrieren, um die

Blütenpracht vor Schädlingen, Fasern, Haaren,

Staub usw. zu schützen.

Bei starken Lüftungsanlagen kann ein Prallblech

an der Innenseite der Zuluftöffnungen

montiert werden, um die nebenstehenden

Pflanzen vor zu starker, direkter

Zugluft zu schützen.

Ein zweiter Lüfter für die Frischluft ist nur

dann nötig, wenn in großen Systemen mit

Klimaextremen gegrowed wird oder wenn

kühle Zuluft über lange Strecken

herangeführt werden muss.

Welche Leistung (m3/h) ein Lüfter haben

muss hängt u.a. davon ab wie groß (m3)

der Growraum/-schrank

ist, wie viele Lampen,

Vorschaltgeräte und

sonstige Verbraucher im

Raum betrieben werden,

welche max. Temperatur

und Feuchte die Zuluft

hat, wie lang die

Schlauch- und Kanalwege

vor / hinter dem

Lüfter sind, ob die

Schlauchwege gerade

oder gebogen sind, ob

und was für ein Aktivkohlefilter

verwendet

wird.

Lange und/oder gebogene Schlauch-

/Kanalwege reduzieren die Leistung stark

und erhöhen das Betriebsgeräusch!

Je 100 m3 Lüfterleistung kann an jeder

Seite des Lüfters ein gerader Schlauch mit

passendem, gleichbleibendem Durchmesser,

von jeweils 2,5 m Länge betrieben wer-

Das Klima ist die wirksamste natürliche

Waffe gegen die meisten Schädlinge

den (ansonsten ist das Schlauchvolumen

zu dem des Growraumes zu addieren und

in die Leistungsrechnung mit einzubeziehen!).

Jeder 90 °-Winkel im Luftweg wird

dabei mit 1,5 m berechnet.

Aktivkohlefilter reduzieren die

Lüfterleistung ebenfalls sehr stark.

Ein zum Gebläse passender Filter reduziert

die Leistung in m3 um ca. 30 Prozent. Betreibt

Mensch also einen 400 m3/h-Lüfter

mit einem 400 m3/h-Akf, so fördert das

System auf voller Leistung nur noch ca.

280 m3/h.

Eine allgemein gültige Faustformel zur

Leistungsberechnung eines Lüfters zu finden

ist außerordentlich schwierig, da von

sehr vielen Variablen abhängig. Daher ist

im Zweifelsfall immer die stärkere Abluftanlage

zu wählen als die schwächere.

Ein überdimensioniertes System hat auch

da noch Reserven wo das exakt berechnete

aus dem letzten Loch pfeift!

Grundsätzlich ist folgendes zu beachten:

Je stärker die Lampe und je kleiner der

Raum / Schrank / Box, desto schneller

erwärmt sich die Luft in dem System.

Daher werden in relativ kleinen Growboxen

und -schränken verhältnismäßig

starke Lüfter benötigt um viele Luftwechsel

zu realisieren.

Wird in einem großen kühlen Raum auf

relativ kleiner Fläche frei, d. h. ohne

Schrank / Box, gegrowed, so dauert es

wesentlich länger bis die Lampen den

Raum erwärmen. Deshalb wird die Luftwechselrate

pro Stunde in diesem Fall weniger

groß sein müssen als in einem kleinen

Schrank mit der selben Lampe.

Aus dieser Tatsache und praktischer Erfahrung

ergeben sich zwei Faustformeln um

überschlägig, stark vereinfacht und

(hoffentlich) leicht verständlich, die benötigte

Lüfterleistung bei Betrieb mit passendem

Akf zu ermitteln.

Zu unterscheiden sind dabei Räumlichkeiten

mit einem Volumen kleiner 5 m3 und

solche mit einem Volumen größer 5 m3.

Für Growboxen und -schränke unter 5 m3

hat es sich bewährt, die nötige

Lüfterleistung in m3/h ca. gleich der Lichtleistung

in Watt zu setzten

(1 Watt Lichtleistung = 1 m3 Förderleistung

pro Stunde).

Beispiel:

Schrank 1,85 m3, Lampe Ndl 400 W = 400

W x 1 m3= 400 m3/h

Lüfter Lti 420 m3/h, Akf 400 m3/h

[wirksame Lüfterleistung = weniger ca.

30 % = 295 m3/h (ca. 5 m3/min)]

Für Growräume über 5 m3 hat die Praxis

gezeigt, dass 0,5 bis 0,6 m33/h

Lüfterleistung pro Watt Lichtleistung

ausreichend sind.

Beispiel:

Raum 8 m3, Lampen 2 x 600 W = 1.200

W x 0,6 m3 = 720 m3

Lüfter Lti 750 m3/h, Akf 750 m3/h

[wirksame Lüfterleistung = weniger ca.

30 % = 525 m3 (ca. 8,75 m3/min)]

Die Faustformeln ergeben in den meisten

Fällen recht leistungsstarke Lüfter, sodass

diese sinnvoll und zweckmäßig gesteuert

/ geregelt werden können.�

Die Faustformel geht pauschal vom

Ganzjahresbetrieb des Systems, also von

max. 25 °C Umgebungstemperatur aus.

Der Temperaturanstieg in der Box sollte

mit dem ermittelten Lüfter unter 7 K zu

halten sein.

Da die Faustformel jedoch pauschalisiert,

sind bei Raum- und / oder Umgebungsextremen

Abweichungen

möglich!

Soll das System nur in

der kühlen Jahreszeit

genutzt oder dauerhaft

ohne Akf betrieben

werden, so ist der jeweils nächst kleinere

Lüfter wählbar, ansonsten immer der

jeweils nächst größere.

Der Lüfter sollte immer stärker sein, als es

rein thermische Berechnungen ergeben,

obwohl auch solche Rechenmuster einen

guten Anhaltspunkt bieten - vorausgesetzt

die Rechnung stimmt und die Rahmenbedingungen

wurden entsprechend gedeutet

und einbezogen. Werden rein thermische

Berechnungen mit „Wrost-Case-Daten“

gefüttert, liefern sie auch schon für so manchen

erstaunlich hohe Ergebnisse. Dennoch

muss eine Lüftungsanlage auch noch mit

dem Widerstand des Aktivkohlefilters und

der Luftwege fertig werden. Dann muss

noch die zum Teil recht hohe Luftfeuchte

bewältigt werden und dabei soll der Lüfter

auch noch sinnvoll steuerbar bleiben, d. h.

nicht in den permanenten Dauerlauf

(höchste Leistung) gehen.

Jeder Anwendungsfall ist anders. Daher

ist immer auf örtliche Besonderheiten zu

beachten und der Einzelfall zu bewerten!�

Die Faustformeln gelten nur für den

heimtauglichen Bereich.

Kein kommerzieller Grower kann so auf

die Qualitätsbestimmenden Faktoren eingehen

wie ein Eigenbedarfsgärtner in einem

Land, in dem der Anbau von Hanf

legal ist!

Max Air - HB Berlin und mehr ...

http://forum.hanfburg.de/fhb/showthr

ead.php?t=218651

das Eckthema

Beim Alkohol bleiben !

Bestes Beispiel: Dr. Otto

Wiesheu, überfuhr 1983

mit 1,75 Promille einen

Rentner zu Tode und wurde

10 Jahre später bay.

Minister für Wirtschaft

(passt) und Verkehr

(passt auch).

Vorbildlich!

guerilla growing

5


6

das Eckthema

Ablenken, egal wie!

Hier nur eine von vielen

Möglichkeiten...

guerilla growing

Der pH-Wert

A. C. K. - Hanf Journal-Forum

pH kommt aus dem Lateinischen und steht für pondus

Hydrogenii oder potentia Hydrogenii und bedeutet so viel

wie, Wassergewicht oder Wasserkraft“ (lat. pondus =

Gewicht; potentia = Kraft; hydrogenium = Wasserstoff).

Der pH-Wert gibt Auskunft darüber,

wie sauer oder wie basisch/alkalisch

das Wasser ist.

Ist der pH-Wert niedriger als 7, so wird

das Wasser zunehmend sauer. Ein pH-

Wert über pH 7 gibt dem/der Heimgärtner/in

Aufschluss darüber, wie alkalisch/basisch

(kalkhaltig) das

Gießwasser ist. Stark kalkhaltiges Leitungswasser

hat zudem einen hohen

Härtegrad, was mitunter nicht unbedingt

förderlich für die Vitalität der

Pflanzen ist. Unsere Pflanzen benötigen

auf Erde einen leicht sauren pH-Wert

zwischen 6,3 und 6,9, um Nährsalze

besser aufzunehmen, welche u. a. durch

Dünger in das Erdreich gelangen oder

bereits in einem vorgedüngten Substrat

vorhanden sind.

pH 7 ist der sog. „neutrale“ pH-Wert

des Wassers: Destilliertes Wasser besitzt

einen nahezu „neutralen“ Wert.

Diese Eigenschaft von destilliertem Wasser

kommt auch beim Eichen eines elektrischen

pH-Messgerätes zum

Einsatz, dazu jedoch später.

Eine gute Alternative zum

Leitungswasser (welches im

Übrigen einen pH-Wert von

nicht weniger als 6,5 und

nicht über 9,5 aufweisen darf)

wäre, mit Regenwasser zu

gießen.

Diese Möglichkeit scheidet

jedoch aus, sofern das Regenwasser

in Städten aufgefangen

wird, da solches mit

Schadstoffen belastet ist.

Es ist im Übrigen auch noch kostenlos

und im Gegensatz zu Leitungswasser

nicht gechlort.

Leitungswasser besitzt in der Regel einen

leicht alkalischen pH-Wert zwischen

pH 7 und 8, weshalb ein/e Heimgärtner/in

diesen nachregulieren sollte. Bein

Hydrosystem, das andere Eigenschaften

als Erde besitzt und kein aktives (lebendiges)

System ist, sollte der pH-Wert

hier zwischen 5,5 und 5,8 liegen, da

dieser ohnehin mit der Zeit steigt, weshalb

man ihn immer wieder nachregulieren

sollte.

Je nach Aufbereitungsanlage (örtliches

Wasserwerk) oder Förderort des Wassers

gibt es erhebliche Schwankungen des

pH-Wertes.

Einem/er Heimgärtner/in, der/die sich

dazu entscheidet, mit Leitungswasser

zu gießen, sollte gesagt sein, dass er

oder sie das Leitungswasser in einem

offenen Behältnis ca. 24 Stunden stehen

lassen sollte, damit sich das im Wasser

gelöste Chlor verflüchtigt.

Außerdem ist es gut, auch das Regensowie

das Leitungswasser über den Tag

verteilt zu schütteln, damit es mit Sauerstoff

angereichert wird, da Sauerstoff

gut für die Bodenflora , besonders bei

der Zucht auf Erde oder Coco-Substrat,

ist.

Ein zu hoher pH-Wert des Wassers

begünstigt die Aufnahme von z. B. Phosphor,

behindert jedoch die Aufnahme

von Eisen, Mangan, Kupfer und Zink,

weshalb sich so manche/r Heimgärtner/in

über die Mangelerscheinungen

an seinen/ihren Pflanzen wundern

könnte, obwohl sie/er nach der empfohlenen

Dosis gedüngt hat. Oftmals habe

ich es schon erlebt, dass andere Heimgärtner

eine Überdüngung hatten, die

aus einem suboptimalen

pH-Wert resultierte.

Bei diesen

Heimgärtnern war

der pH-Wert des

Gießwassers zu

hoch, was die Aufnahme

von Nährstoffen

der Pflanzen

blockierte. Demnach

konnten einige Nährstoffe von der

Pflanze besser und andere schlechter

aufgenommen werden. Als dann durch

diese Nährstoff-Blockade Mängel an den

Pflanzen auftraten, wurde einfach mehr

gedüngt. Folge davon war ein Überangebot

von Nährstoffen im Substrat. Die

Wurzeln der Pflanzen „verbrannten“

regelrecht durch dieses Überangebot

und auch Blattschäden waren die Folge.

Deshalb ist es von Vorteil bei der Zucht

von Cannabis und insbesondere wenn

ein Düngermangel/Überdüngung vorliegt,

stets ein Auge auf den pH-Wert

pH-Messgerät

pH-Anzeiger

zu werfen.

Vor allem bei hydroponischen Systemen

muss ein/e Heimgärtner/in besonders

(u. a.) auf den pH-Wert achten, denn im

Gegensatz zu Erde, puffert („regelt“)

sich dieses Medium nicht von selbst

durch die unzähligen Mikroorganismen

und einzigartige Bodenflora.

„Welche Auswirkungen hat ein zu

niedriger (saurer) bzw. ein zu hoher

(basischer/alkalischer)-Wert auf meine

Pflanzen?“

Grundsätzlich beeinflusst der pH-Wert

des Bodens, wie bereits erwähnt, die

Verfügbarkeit der Nährsalze.

Zudem schädigen extreme pH-Werte

die Pflanzenorgane

(http://de.wikipedia.org/wiki/Saure

r_Regen).

Bei übermäßig hohem oder niedrigem

pH-Wert sind die Nährstoffe im Boden

festgelegt und stehen somit für die Pflanzen

nur noch unzureichend zur

Verfügung.

Anbei eine Grafik, welcher man sehr

genau entnehmen kann, wann und bei

welchem pH-Wert die Nährstoffaufnahme

von Hanf gewährleistet ist und am

Optimum liegt.

Wie man den pH-Wert bestimmt

Um den pH-Wert zu ermitteln, sind im

Handel die verschiedensten Geräte erhältlich.

Von preisgünstigen Einweg pH-

Messtreifen bis hin zu teuren, elektronischen

Messgeräten gibt es eine Vielzahl

an Produkten.

Einige Düngerfirmen stellen, neben ihrem

Düngersortiment, Produkte zum

Erhöhen oder zum Senken des pH-

Wertes her.

#59

Wie man einen zu niedrigen pH-Wert

erhöht

Zum Erhöhen des PH-Wertes kann man

verschiedene Produkte oder auch Mittel,

die man oftmals in Muttis Küche findet,

verwenden, Natriumhydrogencarbonat,

welches im Übrigen in Backpulver enthalten

ist, hat solch einen Effekt.

Growshops bieten Produkte (so z. B.

pH+) an, die dazu dienen, den pH-Wert

des Wassers zu erhöhen und um eben

diesen an die Bedürfnisse unserer Pflanzen

anzupassen. Maerl-Kalk

oder auch Dolomitkalk,

welchen es von von verschiedenen

Firmen in 2-5kg-

Säcken in jedem Gartenoder

Growshop gibt,

erfüllen den selben (und

kostengünstigeren) Zweck.

Wie man einen zu hohen

pH-Wert senkt

Zum Senken des pH-Wertes

gibt es ebenfalls altbewährte

Hausmittel, welche sich in

jeder gut sortierten Küche finden sollten.

Reine, natürliche Zitronensäure aus einer

oder mehreren gepressten Zitrone/n

ist, wie der Name schon sagt, sauer.

Deshalb kann man die Zitronensäure

aus dem Haushalt zweckentfremden

und zum Senken des pH-Wertes verwenden.

Hierzu sollte jede/r Grower/in

ein wenig experimentieren, welche Menge

an Zitronensäure oder pH minus

benötigt wird, um das Gießwasser auf

einen optimalen Wert zu bringen. Diese

Vorgehensweise spart, im Gegensatz zu

gekauften Produkten wie z. B. pH minus

für die vegetative oder generative Phase,

Geld und ist ebenso effizient bzw. die

Ergebnisse sind die selben.

Auch Phosphorsäure sowie Vitamin C

Pulver (Salz der Zitronensäure), welche

u.a. „Schlecker“-Filialen und/oder in

Apotheken erhältlich ist, kann zum Senken

des pH-Wertes verwendet werden.

Salpetersäure, die zuvor mit Wasser

verdünnt werden sollte um sie besser

dosieren zu können, eignet sich ebenfalls

gut für diesen Zweck.

Beim Hantieren mit den Lösungen sollten

immer Gummihandschuhe und

gegebenenfalls eine Schutzbrille (damit

nichts davon in eure Augen gelangen

kann) getragen werden, da diese Lösungen

zu Hautreizungen führen können.

Der richtige pH-Wert ist eine der wichtigsten

Grundlagen für eine erfolgreiche

Hobbyzucht, der zweifellos höhere Aufwand

und die Mehrkosten, die die pH-

Kontrolle mit sich zieht, wird mit gesunden

Pflanzen und einer Ertragssteigerung

belohnt.

A. C. K. - Hanf Journal-Forum


#59

Vapostar

Roland Grieshammer

Mit dem Vapostar aus England gibt

es endlich einen mobilen Vaporiser,

der ganz auf Strom verzichtet und

zudem die geliebte Glasbong per-

Gute Neuigkeiten für alle gesundheitsbewussten Hanf-Genießer!

fekt ergänzt - egal ob 18,8er oder

14,5er Schliff, er funktioniert auch

mit allen Kawumms, die einen geschliffenen

Steckkopf haben. Damit

wird aus einer der schadstoffreichsten

Arten der THC-Aufnahme eine

gesundheitliche Unbedenklichkeit,

denn das Rauchkraut wird ja

lediglich stark erhitzt, um die psychoaktiven

Bestandteile zu lösen.

Dadurch kann die Aufnahme sämtlicher

Verbrennungsschadstoffe inklusive

aller krebserregenden Substanzen

vermieden werden und der

aromatische Dampf ist wohl wesentlich

angenehmer als der giftige

Rauch.

Da in Europa der Hanf meist mit

Tabak gemischt wird, heißt es ja

manchmal, dass die meisten Hanf-

Raucher auch latent nikotinabhängig

sind. Um einer körperlichen Nikotin-Abhängigkeit

vorzubeugen,

der die Lunge und den Geldbeutel

schwärzt, ist der Vapostar eine ideale

Lösung. Man holt damit

übrigens auch mehr als die dreifache

Menge THC aus einer Blüte,

denn mehr als 90 Prozent der Wirk-

stoffe erreichen die Lunge, was bei

einer Verbrennung nur zu etwa 25

Prozent der Fall ist. Damit wird das

Gras eindeutig besser „verwertet“,

was logischerweise auch eine Menge

Geld spart.

Der Vapostar ist extrem einfach in

der Handhabung und dabei ganz

schön schnell: in weniger als fünf

Sekunden fängt er an zu dampfen.

Wer nicht auf das gewohnte Blubbern

verzichten will, kann sich

gerne eine frische kleine Wasserpfeife

hinzubestellen.

Deine Lunge wird es dir danken!

Infos: www.vaporstar.co.uk

Vertrieb: www.grow-in-berlin.de

Hanfführerschein

wieder verfügbar

Der Führerscheinentzug ist mittlerweile für viele Cannabiskonsumenten

eine größere Gefahr als die Strafverfolgung. Auch wer nicht

berauscht am Straßenverkehr teilgenommen hat, läuft Gefahr, den

Führerschein zu verlieren.

Deshalb hat der DHV zusammen mit dem VfD den

"Hanfführerschein" herausgegeben. Im ansprechenden rosa

Führerscheinformat informiert die kleine Broschüre über die Probleme,

die Kiffer mit dem Führerschein haben können.

Nachdem die Broschüre seit einigen Monaten vergriffen war, erscheint

jetzt die 3. Auflage.

Die Hanfführerscheine können wieder beim DHV bestellt werden.

Einzellexemplare gibt es demnächst in jedem gut sortierten Head-

Shop oder 5 Stück gegen Einsendung von zwei 55-Cent-Briefmarken

an den DHV:

Deutscher Hanf Verband

Dunckerstr. 70

10437 Berlin

www.hanfverband.de

100 Stück kosten 5,00 € und können hier

bestellt werden:

buz@hanfverband.de

DHV-Mitglieder und Sponsoren zahlen

nur Portokosten!

Bezugsquelle des VfD:

VfD-NRW-Landesbüro

Cäcilienstr. 6a

45130 Essen

tel. 0201-6 32 79 76

fax 0201-6 32 79 77

E-Mail: nrw-landesbuero@drogenpolitik.org

das Eckthema

Halt dich rein!

Mittelchen zur Reinigung

des Blut- und

Urinkreislaufs.

Hier Beispiele von Germadot

und Clear Machine.

Auch hier gibt es zusätzlich

Produkte zur intensiven

Haarpflege.

wirtschaft

ROO dreht auf

Roor erweitert sein Angebot: neben den klassischen Slim

Flaxpapers gibt es jetzt auch eine besonders reißfeste,

superdünne Variante, die Premium Papers. Sie bestehen

aus einem Flax-/Hanf-/Holzfaser-Gemisch und werden in

zwei Größen angeboten:

Kingsize Slim (107 x 44 mm ) und neu 1 1/4 (75 x 44 mm,

besser bekannt als „spanisches Format“).

Sie zeichnen sich durch optimales, langsames

Abrennverhalten, Schadstoffarmut, Geschmacksneutralität

und die natürliche Gummierung aus 100 Prozent

pflanzlichen Arabic Gum aus. Dass beide Größen mit dem

ROOR-Wasserzeichen versehen sind, versteht sich von

selbst, die King Size Slim werden im Zehner-Pack als

Pleasure-Box inklusive eines Aschenbechers mit Firmenlogo

angeboten - ein idealer Gimmick für Freunde und gute

Bekannte.

Und um die ganze Sache rund zu machen, gibt es dazu

noch Natural-Filtertips mit zwölf coolen RooR Styles. Bei

den 50 x 25 mm großen Tips ist ein Mitrauchen von

Klebresten durch die neuartige Einzelperforation nicht

möglich.

Auch in Amsterdam ist die Frankenthaler Kunstglasbläserei

seit letztem Jahr mit einem Shop vertreten, in dem die

hochkarätigen Produkte auch einem internationalen

Publikum vorgestellt werden können.

Das Hanf Journal konnte sich bei seinem Besuch in der

Glasbläserei selbst ein Bild von der hohen Handwerkskunst

der Pfeifenherstellung machen - Hut ab.

Mehr unter: www.roor.de, www.roor-shop-amsterdam.com

vertrieb@hanfjournal.de

7


8

das Eckthema

Werd’ zum Tier!

Zur Blutreinigung geht

auch Literweise Wasser

trinken. Um allerdings

keinen krummen Verdacht

aufkommen zu lassen

(dein Blut enthält nach der

Wasserkur zu wenige rote

Blutkörperchen), empfehlen

wir, täglich 15Kg rohes

Fleisch zu verzehren,

um die Blutkörperchen-

Balance wieder herzustellen.

cool-tour

05.08.2006:

10. Hanfparade –

Legalisierung Jetzt!

Am 5. August ist es endlich wieder soweit. Die 10. Hanfparade

steht unter dem Motto „Legalisierung Jetzt! Umdenken statt

Milliarden verschenken!“ und wird nach einer Auftaktveranstaltung

auf dem Alexanderplatz zum Brandenburger Tor

führen. – Das Hanf-Verbot kostet uns Hanf-Freunden, den Staat

und jeden seiner Bürger Tag für Tag -zigtausend Euro. Dabei

könnte die Legalisierung von Hanf als Rohstoff, Medizin und

Genussmittel Tausende Arbeitsplätze schaffen und Milliarden

in die Kassen von Bund, Ländern und Kommunen spülen.

Damit anders als im letzten Jahr wieder viele tausend Hanf-

Freunde aus ganz Europa an der Hanfparade teilnehmen,

brauchen wir eure Hilfe! Wir bemühen uns, euch möglichst

viele Beteiligungsangebote zu machen, aktiv werden müsst ihr

aber selbst! Informiert euch, was ihr tun könnt, um die 10.

Hanfparade erfolgreich zu machen. Einen genauen Plan der

Strecke und alle weiteren wichtigen Infos findet ihr unter

www.hanfparade.de ...

Im Anschluss an die 10. Hanfparade veranstalten wir wieder

in Zusammenarbeit mit den SoundPiraten – wie im letzten Jahr

– im Yaam am Ostbahnhof die hanfwürdige „Vibes To

Legalize“-Party. Auf zwei Floors und diesmal auch Open Air

ab 18:00 gibt’s von uns den heißesten Reggae-Dancehall-Sound

und alles zwischen Jungle & Drum’n’Bass, was das Breakbeat-

Herz begehrt. Bisher haben sich angekündigt: Cheesevibes

(live), SoundPirates (Dread Laloo / Soundmasta Swosh / Cpt.

Hook) feat. Liiza Stephens + Klarbautermann + Yardcore

Sound und die berühmt-berüchtigte d-science Kru um Dextro,

Roly & Basename John. Und vielleicht gibt’s noch eine Soundsystem-Überraschung.

Stay irie & big up to all the massive!

www.hanfparade.de

www.cheesevibes.at

www.soundpiraten.de

www.yaam.de

12. Bersenbrücker Reggae Jam-Festival

11.–13.08.2006 @ Klosterpark, Bersenbrück

Roland Grieshammer

Bersenbrück ist ein kleiner und bis vor

zwölf Jahren für Reggae-MusikerInnen

und -LiebhaberInnen unbekannter, unbedeutender

Ort gewesen. Der Wandel

wurde durch Bernd Lagemann aka Sheriff

verursacht, der einige Jahre in Berlin

gelebt und die Vielfalt einer großen

bedeutenden Stadt kennen gelernt hatte

und dort auch seine Liebe zur Reggae-

Musik ausleben konnte. Er wollte trotzdem

zurück nach Bersenbrück, auch

wenn ihm Freunde und Bekannte

davon abrieten, in – auf Reggae bezogen

– kulturelles Hinterland zu ziehen. Aber

genau das war Sheriffs Motivation,

selbst ein Festival auf die Beine zu stellen.

Warum warten bis jemand anders

aktiv wird? Warum nicht seine eigenen

Wünsche und Vorstellungen verwirklichen?

Müssen es riesige Festivals sein?

Mit 20.000 bis 30.000 Besuchern? Worum

geht es? Was will ich erleben? Soll

nicht die Musik, das Gemeinsame, die

Freude am Leben, das Austauschen,

Miteinanderleben und Kommunizieren

im Mittelpunkt stehen?

Zeitsprung auf 2006: In Bersenbrück

findet jedes Jahr im Sommer das

drittgrößte Reggaefestival Europas statt,

und laut dem Leserpoll der „riddim“

das zweitbeste (Summerjam a di Don),

da es vor allem durch sein Preis-

Leistungs-Verhältnis und die geringe

Präsenz an Ordnungshütern zu

überzeugen weiß. Gefeiert wird zwischen

dem 11. und 13. August auch

dieses Jahr wieder in den ehrwürdigen

Mauern des alten Zisterzienser-Klosters

und dem dazu gehörendem Klosterpark,

gelegen inmitten eines riesigen

Waldes und direkt an einem kleinen

Fluss, der bei dem Sommer-Wetter der

Vorjahre eine ideale Abkühlung bietet.

Dadurch, dass das Reggae Jam kleiner

ist und „nur“ ca. 12.000 Zuschauer Platz

haben, entsteht eine sehr intensive Beziehung

zwischen Musikern und Zuhörern.

Es ist einfach zu spüren, dass die

Musiker die Atmosphäre genießen.

Dort mischen sie sich noch unter

„das Volk“, laufen durch den

Klosterpark wie alle anderen und

chillen im gemütlichen Biergarten,

um die angebotenen jamaikanischen

und internationalen Spezialitäten

zu genießen – sei es in fester oder

flüssiger Form, denn unter anderem

sorgt auch wieder der unvergessliche

Rum-Punsch für Caribbean

Feeling pur.

Jetzt mal zu dem hochkarätigen

Line-Up, denn da geht einiges: Don

Carlos, Culture, Burro Banton,

Turbulence, Eek a Mouse, Earl 16,

Elijah Prophet, Zion Train, Kenny

Knots, House Of Riddim, Tolga,

Daddy Freddy, Mono & Nikitaman,

Barney Millah, Thai Stylee,

U.Banton, Ganjaman, Leo’s Dan,

Maxim, Sirqus Alfon, Manu Ranking,

Bruno Ranks, Fitta Warri, Pionear,

Ill Inspecta, Conscious Fiyah,

Senior Allstars, Urban Tribe, Junior

Banton, Alamedadosoulna, Ja Rose,

Klarbautermann, Concrete Jungle,

Sheriff’s Soundpatrol, Conquering

Sound, Wild Pitch, Rebel Train Movement,

Goldy, Ohrbooten und viele mehr

...

Dubplate Pressure! – Für interessierte

Soundboys und -gals gibt’s auch noch

ein echtes Highlight, denn beim Reggae

Jam wird ein Studio eingerichtet werden,

in dem man mit den Artists des

Jams Dubplates aufnehmen kann. Das

Studio wird übrigens in einem festen

Gebäude direkt am Festivalgelände stehen,

sodass trotz des Einsatzes professioneller

Mikrofone sichergestellt ist,

dass kein Lärm von außen mit aufgenommen

wird. Aufgenommen wird mit

einem professionellen Kondensatormikrofon

auf Harddisk, daher sind also

auch mehrspurige Aufnahmen technisch

machbar. Ebenso wird ein zweites

16.Juni 2006 – John B live @

Maria am Ostbahnhof Berlin

Er ist so etwas wie das Enfant terrible

der Drum&Bass-Szene. Als Produzent

spaltet er mit jeder seiner Veröffentlichungen

die Gemeinde aufs neue. Alles begann

mit „One in the Jungle“, der Radio-

Show von Fabio & Grooverider, die ihn

zum Drum&Bass führte. Jungle-Veteran

DJ SS wurde durch Demo-Tapes auf den

jungen Mann aufmerksam, und der Deal

mit dessen Label New Identity war perfekt.

Mit seinem Debüt-Album „Visions“

manifestierte er 1998 zum ersten Mal

eindrucksvoll seinen auch noch heute

beständigen Ruf, er produziere alles von

Studentenjazz bis Tear-Out-Rave-Tunes.

Durch die Zusammenarbeit mit seinem

Mentor SS gelang es ihm mit den beiden

Tracks „Salsa“ und „Olé“, Drum&Bass

auch bei Leuten bekannter zu machen,

die sonst mit dieser Musik weniger am

Hut haben. Ja, und dann kam „Pressure“,

welches Kemistry & Storm für ihre DJ-

Kicks compilierten. Mit dem Metalheadz-

Slammer „Up all night“ schaffte er

schließlich den Durchbruch in der weltweiten

Drum&Bass-Szene. Er spezialisierte

sich nun mehr darauf, seine Liebe

zu Electro und 80’s in seinen Produktionen

zu reflektieren. So entstand das Label

Nu Electro, auf dem er beispielsweise

einen Remix von Toni Baslis Klassiker

„Hey Mickey“ veröffentlichte. Doch auch

seine anderen Labels wie Beta Recordings,

Tangent Recordings oder Chihuahua

Recordings sind von Erfolg gekrönt.

Auffallend durch seine abwechslungsreichen

Beatz und sein Talent, alte und neue

Klassiker mit den Drums des Breakbeats

zu verfeinern, ist er inzwischen ein gern

gesehener Gast in den Clubs rund um

den Globus. Nach dem Riesenerfolg seines

letzten Albums „In:Transit“ tourt der

gute Mann nahezu wöchentlich durch

Deutschland und nun dürfen wir ihn

auch endlich in Berlin begrüßen.

Pünklich zur Veröffentlichung des neuen

Werkes „Electrostep“ wird John B in der

Maria allen Drum&Bass-Liebhabern zeigen,

wie vielseitig diese Musik sein kann.

Seine außergewöhnlich unterhaltsame

Bühnenshow lassen ihn zu einem unvergesslichen

Partyerlebnis werden. - Sup-

port kommt von der feurigen Miss Redflower

aus Dresden, DJ Arsonist aus Ludwigshafen

und den DJs Sinista, Nize5ive

und Titty Twister aus Berlin, die garantiert

für weiteres Feuer sorgen werden.

Und Dresscode ist Pflicht, wenn ihr wisst,

was ich meine!

fr.16.06.2006 / 22:00

maria am ostbahnhof, an der

schillingbrücke / stralauer platz 33-34,

berlin

>> steppaz convention & elektrostatic

produktions present:

>> Nu Electro / Synthpop / 80s /

Drum&Bass

John B (beta rec. / metalheadz, UK)

Miss Redflower (elektrostatic, Dresden)

DJ Arsonist (boogie nights, Mannheim

/ Ludwigshafen)

DJ SiNiSTA (steppaz, Berlin)

Nize 5ive (elektrostatic, Berlin)

Titty Twister (steppaz, Berlin)

www.john-b.com

www.betarecordings.com

www.keepitrollin.de

www.clubmaria.de

John B

#59

Mikro bereitstehen, sodass

gegebenenfalls auch eine Backingspur

von einem zweiten Sänger direkt mit

aufgenommen werden kann. Mit Martin

„Smart“ Hansen steht ein erfahrener

Studioengineer bereit, der nicht nur

eine professionelle Tontechnikerausbildung

hat, sondern auch schon seit 1997

selber Dubsessions organisiert und

durchführt. Wer diese Möglichkeit nutzen

will, sollte auf jeden Fall die Website

www.reggaejam.de checken, um sich

hierfür anzumelden. Auf dieser Seite

können selbstverständlich auch die Tickets

erworben werden.

See you at Reggaejam!

www.reggaejam.de

www.reggaejam-board.de

30.Juni 2006

Detonate @ AcudBerlin

Am 30.Juni gibt’s im Acud eine Abfahrt der

Extraklasse. Während Yardcore Sound &

Brimstone Hi Power mit feinem Reggae,

Ragga & Dancehall die Dub-Fraktion mit

Sicherheit zum Beben bringen, gehen auf

einem weiteren Tanzboden mit Data, M-

Trick, Wittez, Roly & MC Massiw Le Ghaza

fünf Freunde an den Start, die den Beat

einfach gefressen haben. Da wird mit

Drum&Bass, Jungle & Oldskool jeder

detoniert, der nich’ bei vier auf’m Baum

ist. Wer nicht kommt, wird abgeholt!

Hardcore – you know the score ;-)

fr.30.06.2006 / 23:00 / 6 € / 5 € mit flyer

acud club, veteranenstr. 21, berlin-mitte

floor 2 >> drum'n'bass, jungle, oldskool

data [mindcontroller / detonate]

m-trick [uppercut / detonate]

wittez [hardcore fever]

roly [d-science[

mc massiw le ghaza [libanon]

floor 1 >> reggae, ragga, dancehall

yardcore sound longside brimstone hi

power (berlin)

www.keepitrollin.de,

www.acud.de

SoundPiraten

Juni Dates:

Reggae-Dancehall-Roots-Dub

07.06.06 RAW Tempel Berlin

23:00 Dubwohnzimmer (im 1. Mi/Monat)

Resident: Mr. Glue aka Cpt. Hook

Selekta Muk, Special: DADDY TWAN

Revaler Straße 99, 10245 Berlin

16.06.06 FRÜHAUF Leipzig

23:00 Reggae im Frühauf

SoundPirates with:

Selekta Cpt. Hook, Selekta Dread Laloo,

Liiza Stephens.

Res: DJ Aquarius, DJ Le Free Son

Windmühlenstr. 31b, 04107 Leipzig


#59

Rolys Silberscheiben des Monats Juni

Roland Grieshammer

Freestyle

Es ist soweit! Nach seinem

exzellenten Album „Gute Musik“ und

zahlreichen Konzerten (als Support-

Act für die größte Hallentour der

Fanta 4, bei vielen Soloshows oder

bei Festivals) meldet sich Clueso

zurück. Und wie! Den dritten

Longplayer des 26jährigen Erfurters

hat er komplett mit seiner eigenen

Band in den Zughafen-Studios in Erfurt aufgenommen. Die

Themen auf dem neuen Album sind nicht „weit weg“ von

unseren täglichen Erlebnissen. Und „Weit Weg“ ist mehr als

nur der Titel des Albums, es umschreibt auch die Musik,

Clueso selbst und die Situationen, aus denen die Songs

entstanden sind. Erneut bedient er sich frech bei allen

Genres, aber durch seine Stimme und den charakteristischen

Band-Sound behält die Platte den roten Faden. Seine

Songwriter-Qualitäten sind genial, und seine Liebe zum

Detail kickt mich enorm. Allein die Tracknamen sind tägliche

Schlagwörter für Trennung und Zusammenkommen, Reise

und Zuhausesein. Wer das alles nicht kennt, hat mein Mitleid.

Mehr als glücklich finde ich mich in sämtlichen Songs wieder.

Clueso wartet auf den Flughäfen dieser Welt wie in „Mach’s

Gut“, und der Dub-Slammer „Bleib Einfach Hier“ („Du solltest

deine Stadt nicht unterschätzen, hier hast du soviel Freunde

getroffen, lieben gelernt“) erklärt eine Menge. Musikalische

Freundschaften finden Ausdruck im Titeltrack „Weit weg (mit

New Telepathics), in der Pimp-Hymne „Da wohnt so’n Typ“

(mit Max Herre) und in der zeitreisenden Utopie „Morgen

Gestern“ mit Flowin’ Immo. Die nachdenkliche Ballade

„Schwer“ ist ein emotionaler Tatsachenbericht: „Wer kann

schon behaupten, dass es ihm bestens geht / Wenn ich

ehrlich bin, fällt mir im Moment keiner ein / Und wenn so

vielen Menschen das Interesse fehlt, dann muss es wohl

sein.“ Die erste Singleauskopplung erzählt mit einer feinen

Gitarrenmelodie und einem melodramatischen Piano auf

berührende Weise, wie sich ein junges Mädchen über die

Drogen nach Chicago träumt. Filigranes Songwriting paart

sich in „Chicago“ mit dichten druckvollen Sounds. Vor allem

im Chorus wächst der Mann hinterm Mikrophon aus sich

hinaus und legt durch unterschiedliche Intensitäten sein

ganzes Herzblut in den Song. Die Thematik in „Mein Bestes“

ist mir mehr als geläufig und der leicht manische Track „Viel

gesehen“ ist ebenfalls fest in meiner Lebensphilosophie

enthalten! Dagegen singt meine Freundin bei „Überall bist

du“ immer mit – glücklicherweise nur das englische Sample

;-). Und mit „Hirn ein“ gibt’s Punk, mit „Crash” Drum&Bass

und mit “Out of Space” den absoluten Live-Kracher. Erwähnt

sei bei dieser Gelegenheit noch, dass das Konzert am 12.

April im Berliner Magnet Club zu den schönsten Abenden

zählt, die ich je erleben durfte. Danke! – „Weit weg“ ist ein

Top-Album für jeden Liebhaber von authentischem Sound

und ebensolchen Texten!

www.clueso.de

www.zughafen.de

www.fourmusic.com

Ambient Dub

Die Maschine hat als Sex-Objekt

ausgedient. Anthony Rother arbeitet,

spielt, lebt und ist Elektro. Mit „Sex

With The Machines“ realisierte er

1997 zum ersten Mal die für ihn so

typisch werdende Synergie aus

clubbigem Anspruch und Tiefgang

auf Basis von Elektro-Beats. Mit

„Simulationszeitalter“ katapultierte

er sich im Jahre 2000 an die Spitze der einflussreichsten

Produzenten elektronischer Musik. Mit gefeierten, innovativen

Musikvideos für Klassiker wie „Biomechanik“ und „Little

Computer People“ konnte sich sein Label psi49net auch über

die Elektronikszene hinaus enorme Aufmerksamkeit

verschaffen. 2002 (nach 9/11) erschien das elektro-stilistisch

klare „Hacker“ und 2003 das auf Pete Namlook Fax-Label

veröffentlichte „Elixier Of Life“ (die Blaupause für die „Stahl“-

Stilistik), ein intensiv stimmungsdichtes Dark-Ambient-Werk,

auf dem Rother seinem Faible für sphärische Klänge erstmals

explizit freien Lauf ließ. Im Jahre 2004 hatte Rother das

Verpuppungsstadium des reinen Elektro verlassen, denn bei

„Popkiller“ (ein Mikrofonschutz) löste er seinen wissenschaftlich

kühl-distanzierten Electro-Futurismus in klanglich direkte,

funktionale Hier-und-Jetzt-Tanz-Schemen auf – vibrierend,

prickelnd und mit eindeutigem Pop-Bezug. Auch vocal-inhaltlich

haben emotionale Mensch-Mensch-Beziehungen den

abstrakten Mensch-Maschine-Konflikt völlig verdrängt. Sein

neuestes Werk „Super Space Model“ ist die konsequente

Weiterentwicklung der mit Rothers „Popkiller“ maßgeblich

kultivierten gegenseitigen Befruchtung von Techno und Elektro

zu einer neuen Hybride, die den globalen Sound der Clubs

in den letzten beiden Jahren wie nichts Anderes bestimmt

hat. Stimmungsmäßig schwingt je nach persönlicher

Interpretation eine Grundmelancholie mit, dennoch ist es von

einer positiven Energie bestimmt. Die zwölf Tracks entstanden

komplett auf analogen Synthies, auch hier wieder eine Analogie

zu dem Begriff der Natürlichkeit, denn „Nature is a supermodel,

full of beautyness and happiness“. „Datapunk flirtet als Begriff

zwar mit der Idee der Digitalität, aber der Punk steht schließlich

vor allem für die künstlerische Freiheit“, meint Anthony. Dass

bei seinen Tracks inhaltlich auch im Clubkontext eher unübliche

Themen aufgegriffen werden, zeichnen Rothers Arbeiten

ohnehin seit jeher aus. Besonders „Sleep“, was er für seinen

langjährigen Freund Marc Spoon geschrieben und nach

dessen Tod produziert hat, geht gut unter die Haut. Anthony

generiert wieder einmal unglaublich intensive Bilder mit dem

idealtypischen Datapunk-Tanzflächenfüller wie „Don’t Worry“,

den verspielt improvisierten Synthie-Linien von „Space Rock“

und „Lucifer“ oder dem epischen und die besten Zeiten des

Trance reminiszierenden „God“. Mit „Who Dies“ liefert er ein

Outro der absoluten Spitzenklasse. Der selbstkritische Anthony

pflegt dabei ein gesundes Maß an Understatement, was ihn

mir sehr sympathisch macht. Sein einzigartiger Sound ist

längst zum Trademark geworden. Das ist Elektro !!!

www.datapunk.de

www.psi49net.de

www.cocoon.net

www.electroalliance.net

Über Jeff Mills etwas zu erzählen, ist wie Eulen nach Detroit zu tragen, aber vorher geht’s erstmal nach Südfrankreich. Im Juli 2005 wurden

am illuminierten Pont du Gard – der größten erhaltenen Aquäduktbrücke der Antike – von Jeff Mills ursprünglich für Maxi-Singles und CDs

produzierte, elektronische Titel in klassischen Versionen uraufgeführt. Die Deutschland-Premiere der DVD „Blue Potential“ (auch als CD

erhältlich) ereignete sich am 17. Mai 2006 in Anwesenheit von Jeff Mills und Thomas Roussel im Berliner Babylon – und dieses Erlebnis ist

für meine Begriffe nur mit „85-minütiger Ganzkörper-Gänsehaut“ zu beschreiben. Da ich mich dank einer musikalischen Familie sehr früh

mit klassischer Musik auseinandergesetzt, selbst Jahre lang Schlagzeug und Trompete gespielt habe und in meiner Jugend auch durch den ganzen Detroit Techno von Juan

Atkins, Derrick May, Kevin Saunderson und eben Jeff Mills beeinflusst wurde, schloss sich für mich ein Kreis. Und wie damals die legendären „Ringe des Saturn“ (Underground

Resistance) ist auch dieses überwältigende Werk einfach Musik mit Substanz! Der französische Komponist Thomas Roussel hatte die 15 Tracks für ein Orchester in Noten

transkribiert und Jeff Mills unterstützte das 80köpfige Nationalorchester Montpellier (Dirigent: Alain Altinoglu) auf der Bühne mit Drum Machine und Percussion. Elektronische

Musik hat sich ja mal am Anfang in einer sehr komplexen Art und Weise entwickelt und sich im Laufe der Zeit vereinfacht – weil es gar nicht nötig war, kompliziert zu sein. In der

nun vorliegenden Aufführung, seinem ersten Live-Auftritt seit 1991, hat Jeff Mills sichergestellt, dass es Phasen gibt, in denen das Orchester so spielt wie eine programmierte

Maschine: Immer wieder repetitive Muster, also Loops. Das Publikum spürt, dass da Elektronik und Orchester ein gleiches Ziel haben, durch die rhythmische Individualität der

einzelnen Musikergruppen klingt alles sehr organisch. Während der Aufführung gab es eine abstrahierte Strömung des Sounds, bei der sich die Musiker durch Intuition, Interpretation,

Berührung und Erinnerungsvermögen verbunden fühlten, im Gegensatz zu elektronischen Geräten, die sich durch elektrische Ladung miteinander synchronisieren. Melodischdynamische

Werke wie „Imagine“, „Time Machine“ und „Gamma Player“, ergreifende wie „The March“, „Eclipse“ und „Daylight“, avantgardistische wie „4 Art“ und „Medium C“, Auszüge aus seiner elektronischen

Filmkomposition zum Fritz Lang Film „Metropolis“ und vor allem das grandiose „The Bells“, die Regenwald-Hymne „Amazon“ und das finale „Sonic Destroyer“ überzeugen ohne jeden Zweifel. Und „Bedeutung“

und „Substanz“ sind die einzigen Faktoren, die das Überleben von Elektronischer/Techno Musik über Jahrhunderte garantieren können. Im Dokumentarteil der DVD spricht Jeff Mills über den starken

Wind über der Open Air Bühne, der sich zum Beginn der Vorstellung wieder legte. Ein Glück!

www.tresorberlin.com

Vor drei Jahren hatten der House-Produzent Marko Bussian (Glissando Bros.), der aus Südfrankreich stammende Jean-Charles

Vandermynsbrugge und die gebürtige Argentinierin Sol Ruiz De Galaretta mit ihrer Debüt-EP „Never Stop Loving“ eine der schönsten

Ambientpop-Sommerhymnen der Musikgeschichte erschaffen. Doch wem gehört das Meer? Sind es die Fische, die darin leben oder

die Sterne, welche sich seit Urzeiten darin wiedersehen? Vielleicht sind es aber auch all die Verrückten, die sich einfach nur danach

sehnen. Zwei Jahre nach dem Albumrelease „Stars and Fishes“ sind die Wahl-Ibizenkos wieder verrückt nach Meer und tauchen nun

endlich wieder ein in ihre zutiefst anrührenden Eskapismen über den Tag am Meer. Der musikalische Horizont hat sich auf „Ultramar“ noch einmal deutlich erweitert und lässt im

Gegensatz zu vielen Chillout-Produktionen weitaus mehr Experimente hin zu traditionellem Songwriting und intensiven Klangatmosphären zu. Fous De La Mer liefern einen

Cocktail aus balearischem Dub und Deep House. Leichte Melodien mit urbanen Instrumenten und Sounds, die einem schon nach dem ersten Hören vorkommen, als kenne man

sie schon Ewigkeiten. Die Vibes reflektieren ein Gefühl des ibizenkischen Lebens, und für die zusätzliche Verführung konnten wieder zwei der laszivsten Nymphen mit ihren

mehrsprachigen Lyrics und smoothen Vocals begeistert werden. Sol verzaubert den geneigten Hörer im Intro „Y Asi Vas“ (The End Is Nice), im kosmischen „Ocean 22˚E“ und im

zärtlichen Titeltrack „Ultramar“, während sich Clair Dietrich (bekannt durch Swayzak) für diese supergeniale Elektro-Dub-Ballade „All These Years“ verantwortlich zeichnet. Ja,

das sind wieder sinnliche melancholische Hymnen an die Liebe, die einem das Herz auseinander reißen, aber auch wieder neu zusammensetzen können. Dem Niveau der

Stimmen stehen die Arrangements und Settings in nichts nach. Auch die instrumentalen Stücke bleiben einfühlsam, ohne einschläfernd zu wirken und bringen allesamt Musik

von strahlender Schönheit. Gerade „Esse Sonho“ und „Clairs De Lune“ transportieren eine sommerlich warme Grundstimmung, und „The Real Ambient“ glänzt durch facettenreiche

Sounds und wunderbare Deepness. „Love Victims“ kommt etwas druckvoller, und nach dem Meeresrauschen-Interlude „Vue Sous La Mer“ durchbohrt Amors Pfeil mit „Ode à l’amour“ alle Herzen. Ein

emotionales Album balearischer Sehnsucht und eine Liebeserklärung an das Leben, die Liebe und nicht zuletzt das Meer.

www.fousdelamer.com

www.elektrolux.com

Techno / Classic

Clueso: Weit weg (four music)

Fous De La Mer: Ultramar

(elektrolux)

Jeff Mills: Blue Potential

(tresor)

Datapunk / Elektro

Anthony Rother: Super Space

Model (datapunk)

das Eckthema

Ablenken, zum

Zweiten!

Lass es gar nicht bis

zum Test kommen,

mach es sozusagen aus

dem “FF”: Fahr mit

Fahne.

Einen saftigen Schluck

aus der Kräuterschnaps

Flasche und schon sind

die Beamten auf der

falschen Spur...

Avant-Pop

cool-tour

Herbert: Scale (!K7 records)

VÖ: 26.05.2006

Ob als Wishmountain, Doctor Rockit

oder Radio Boy: Schon immer hat er

großartige, spannende und

richtungsweisende Musik erschaffen.

Und nun lädt Chefkoch Matthew

Herbert wieder zu Tisch. „Plat du Jour“

war nur die Vorspeise, und allen, die

von diesem Konzeptalbum nicht so

begeistert waren, kann ich versichern,

dass „Scale“ eine Partyplatte geworden ist! Nach seinem

Seitensprung mit Roisin Murphy im letzten Jahr, wo sich Matthew

Herbert trotz hohem Abstraktionsgrad so weit wie nie zuvor in

den Pop vorgewagt hatte, setzt er nun ein ähnliches Konzept

mit seiner Ehefrau Dani Siciliano um. Der Unterschied kann

so groß nicht sein, haben doch beide Damen Stimmen von

ähnlich geschmeidiger Eleganz. Doch statt einer Solostimme

(wie auf „Ruby Blue“) dominieren hier Duette. An der Seite von

Dani Siciliano singen Neil Thomas, Dave Okumu und Herbert

selbst. Noch immer arbeitet Herbert mit Gegenständen, die

ihm in die Hände fallen und die er im Studio als Schlag-, Kratzund

Perkussionsinstrumente missbraucht, da ihm sein „Personal

Contract for the Composition of Music“-Dogma verbietet,

Drumcomputer, Preset-Sounds und Samples zweiter Ordnung

zu verwenden. Nachdem er diese Neigung aber schon auf

„Plat du Jour“ ausgekostet hat, wo er beispielsweise 3255

Leute in einen Apfel beißen ließ, betritt er nun etwas weniger

avantgardistisches Terrain. Trotzdem ist der Klangmanipulator

Herbert auf diesem Album überall. Er nahm Drums in einem

Heißluftballon und einem fahrenden Auto auf, er sampelte

Bomber der Royal Airforce und Särge, und wieder hat vieles

einen hochpolitischen Hintergrund. Herbert beherrscht perfektes

Songwriting, er liefert eine Platte, die inhaltlichen Anspruch mit

hohem Unterhaltungswert verbindet, die Spaß macht und

trotzdem auch traurig und intelligent sein darf. Dass Stücke

mit den Namen „Something Isn’t Right“ und „Wrong“ das Album

eröffnen und beschließen, ist sicher kein Zufall, sondern

Herbert’s innere Notwendigkeit, Sozialkritik zu äußern. Unter

der unterhaltsamen, glitzernden Oberfläche der Stücke lässt

sich die Ernsthaftigkeit dieser Platte erfassen. „Scale” ist eine

wunderbare Mischung aus großen Gesten mit schönen Hörnern,

Streichern und Stimmen. Herbert pendelt dabei zwischen

Bigband-Sound, House und Funk-Grooves und ist immer wieder

experimentell ohne verkopft zu sein. Ein Mäandern zwischen

Übermut und Nachdenklichkeit. Ausgehen bis das Licht angeht

und dann die Disco gegen ein Schlafzimmer tauschen. Ein

Album, das so zeitlos, tief und vielschichtig ist, dass es bleiben

wird. Schublade „Klassiker“ sozusagen!

www.matthewherbert.net

www.magicandaccident.com

www.countryx.org

www.k7.com

9


10 #59

cool-tour

das Eckthema

Aktiv werden und selbst

den ehrenwerten Beruf

des Polizeimeisters antreten.

An dieser Stelle einen

schönen Gruß an das Polizeipräsidium

Duisburg,

die sich entschlossen haben

im Glashaus nicht mit

Steinen zu werfen.

Rätsel

The Da Vinci Code – Sakrileg

Zwei bis sechs Wahrheitssucher beginnen im

Louvre ihr Spiel, um eines der 15 Geheimnisse

zu lüften. Nach einem kleinen Einleitungstext,

der erste Hinweise liefert, geht es los. Würfeln,

Felder laufen und hoffen, dass man vor einer

der vier Kirchen landet. Denn dort liegen die notwendigen

Informationen, die man braucht um das Rätsel zu knacken.

Manchmal ist ein Besuch im Louvre unvermeidlich, um in der

Galerie in den Bildern und vor allem in den Beschreibungen

die Buchstaben für das Lösungswort zu finden. Der Louvre

bietet noch eine Bibliothek, in der ebenfalls nachgeschlagen

werden kann. Dort gibt es auch die Codes für

Entschlüsselungen, wie der Cäsarkasten oder die Atbash-

Substitution. So arbeitet man sich von Kirche zu Kirche vor,

versucht so viele Hinweise wie möglich zu deuten, nebenbei

müssen die richtigen Buchstaben und deren Positionen im

Lösungswort gefunden werden. Mit Taxis und Metro kommt

man schneller voran. Klingt erst einmal recht einfach, vor allem,

weil man auch einen Zettel hat, den man mit all den Hinweisen

voll schreiben kann und muss. Aber Vorsicht, mit dem richtigen

Code können die Mitspieler sich die Notizen genau anschauen.

Wenn man das Lösungswort weiß, wird mit einem lauten „Da

Vinci Code“ das Spiel erst einmal beendet. Denn dann müssen

alle Mitspieler noch acht Fragen beantworten. Für Lösungswort

und richtig beantwortete Fragen gibt es Punkte und wer die

meisten hat, gewinnt.

Kommen wir zum wichtigsten Spielmaterial: DIE SANDUHR.

Sowohl für den Blick auf die Karten in den Kirchen als auch

um die Kartenstapel im Louvre durchzuforsten, hat man immer

nur 30 Sekunden Zeit. So muss man einige Karten mehrmals

anschauen und der Zeitdruck tut sein Übriges dazu, dass man

ein wenig gestresst ist. Wer sich auf „The da Vinci Code“

einlässt, kann 15 Geheimnissen auf die Spur kommen und

anschließend das Spiel weiter verschenken.

Note: 3

Verlag: Winning Moves

Dauer: mind. 1 Stunde

Spieler: 2–6

Alter: ab 12

Preis: ca. 35 Euro

Crazy Headshop

Bahnhofsstr. 31a

01968 Senftenberg

Nirwana Headshop

Taubenstr.1a

03046 Cottbus

Headshop Metropol

Spitalstr. 32a

04860 Torgau

www.Shivas-Garden.de

Große Brunnenstr. 1

06114 Halle

www.Honigmond-Quedlinburg.com

Gildschaft 1

06484 Quedlinburg

Mr. Smoker (Head&Growshop)

Saalstr. 40

07318 Saalfeld/Saale

LEGAL

Heinrichtstrasse 52

07545 Gera

B’52

Bahnhofsstr. 52

09376 Oelsnitz/Erzgebirge

Hemp Galaxy

Liebauerstr 2

10245 Berlin

www.Flashback.de

Wolliner Strasse 51

10435 Berlin

www.Kayagrow.de

Schliemannstr. 26

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Strategie, Familienspiel

Key Largo

Drei bis fünf Schatzsucher durchkämmen die

Gewässer rund um Key Largo, was früher

mal ein verrufenes Piratenversteck war und

heute ein Touristenparadies ist. Um an die

versunkenen Galeonen und Karavellen zu

kommen, muss getaucht werden. Die Wracks

liegen in flachen, mittleren und in großen

Tiefen und sind voll mit Waren, Antiquitäten, Gold und Diamanten.

Aber leider hat sich auch das eine oder andere Seeungeheuer

in den Wracks eingenistet.

Jeder Tag besteht aus zwei Spielzügen, die geheim ausgesucht

werden. Da können die Schatzsucher in der Bar weitere Taucher

anwerben, eine Runde ausgeben, um bei einem Bier von zwei

Wracks die Ladung zu erfahren oder gar einen Dieb anheuern,

der einem Konkurrenten einen Schatz stiehlt. Im Tauchladen

kann man Schläuche für größere Tauchtiefen, Harpunen gegen

die Ungeheuer oder Blei für eine bessere Schatz-Ausbeute

kaufen. Alternativ kann man Touristen durch die Delphinbucht

schippern um sich ein paar Dollar nebenbei zu verdienen. Aber

das A und O in Key Largo ist das Tauchen nach Schätzen. Jeder

Taucher kann pro Tauchgang einen Schatz bergen, mit Blei

sogar zwei. Allerdings kann man nur so tief tauchen, wie es

der eigene Schlauch zulässt. Gerüchte besagen allerdings, dass

in den am tiefsten liegenden Wracks die größten Schätze liegen,

also Schläuche besorgen und Harpunen nicht vergessen.

Schließlich kann man die geborgenen Kostbarkeiten auf dem

Touristenmarkt zu horrenden Preisen verhökern. Wer am

meisten Geld gescheffelt hat, bevor der Tropensturm Katty

nach zehn Tagen das Tauchen unmöglich macht, gewinnt.

Key Largo ist mit höchstens 45 Minuten Spielzeit ein nettes

Spiel für zwischendurch. Die Regeln sind einfach und schnell

verstanden, die Aufmachung ist in Ordnung und durch die

geheim bestimmten Aktionen ist ein spannendes strategisches

Element enthalten.

Note: 3

Breitspiele

Autoren: Mike Selinker und Bruno Faidutti (nach einer Idee von

Paul Randels)

Verlag: Tilsit Collection

Dauer: 45 min.

Spieler: 3-5

Alter: ab 10

Preis: ca. 30 Euro

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48431 Rheine

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ULLa Versandhandel

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50937 Köln

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Thomas-Mann-Str. 38

53111 Bonn-Zentrum

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BONG Head- & Smartshop

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60594 Frankfurt

KnasterboX

Schnurstr. 11-13

63450 Hanau

Galerie Ganesha Headshop

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64720 Michelstadt

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Glasshouse

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Tel: 0761-2172499

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Rothenburger Str. 40

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Hanf Center(1)

Moststrasse 4

90762 Fürth

Hanf Center(2)

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91054 Erlangen

Blubba Headshop

Turnitystr. 12

91522 Ansbach

Hanferlebniswelt BOB

Am Römling 3

93047 Regensburg

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Bochumer Str. 30

99734 Nordhausen

Smo-King

Pfortenstr. 10

99867 Gotha/Thü

Die Tempelritter sind derzeit mal wieder in aller Munde, denn der Film zum

Buch „Sakrileg“ ist angelaufen. Auf diesen Zug ist der Verlag Winning Moves

aufgesprungen und hat ein Spiel zum Film und Buch rausgebracht. Und wir

haben ein paar der Rätsel für euch gelöst. Des Weiteren sind wir von dem

Spiel „Das Ende des Triumvirats“ ganz angetan. Und nicht nur für alle

Tauchfans haben wir „Key Largo“ getestet.

Neighborhood >>

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Hanf im Glück

Münzgrabenstr. 5

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08020 Graz

www.Cannapot.at.tc

Kirchberg 112

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Luxemburg

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16 11 Luxemburg

Schweiz

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www.Bulletshop.ch

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09000 St.Gallen

Bullet Shop

Brühlgasse 35/37

09000 St.Gallen

Strategie

Das Ende des Triumvirats

Für Spieler ist es immer eine große Freude,

wenn es mal ein Spiel für drei Personen gibt.

Und dieses Spiel ist explizit für eine Dreierkonstellation.

Sagt ja schon der Name. Die

Charaktere Cäsar, Pompeji und Crassus beginnen

jedes Spiel gemäß einer vorgegebenen

Startaufstellung, bei der schon alle Gebiete

rund ums Mittelmeer verteilt sind.

Pluspunkt 1: Es gibt kein Gerangel um leere Gebiete, sondern,

wenn man zum Angriff bläst, dann gegen einen der beiden

anderen.

Pluspunkt 2: Viele Wege führen nach Rom. Oder wie hier zum

Sieg. Als da wären: zweimal Konsul werden oder einmal Konsul

werden und dann sechs Bürger im Forum auf die eigene Seite

bringen oder neun Provinzen erobern oder die militärische und

politische Kompetenz bis zum Anschlag steigern. Pluspunkt 3:

Die Regeln sind relativ einfach, wenn auch stellenweise etwas

ungenau. Aber dort werdet ihr geholfen:

www.das-ende-des-triumvirats.de/de/index.html

Kommen wir zum Spiel. Wer dran ist, macht seinen kompletten

Spielzug, dann ist der nächste dran. Der Spielzug: 1. Nachschub

(Gold und Legionen) in die Provinzen bringen. 2. Bewegung.

Den eigenen Charakter bei Bedarf mit Legionen und Beamte

vier Felder weit bewegen. Trifft man unterwegs auf einen Gegner,

kommt es zum Kampf. Anschließend kann man sich noch weiterbewegen.

3. Aktionen. Maximal drei Aktionen sind je nach

finanzieller Situation möglich. Man kann die politische und

militärische Kompetenz steigern, Bürger auf seine Seite ziehen

oder gegnerische neutralisieren und Waffen kaufen. Was man

machen kann, gibt die Provinz vor, in der der Charakter steht.

Dann schiebt der Spieler noch den Kalenderstein nach vorne

und der nächste ist dran. Nach acht Zügen landet der Kalenderstein

auf dem Elegio-Feld und wer die meisten Bürger auf seiner

Seite hat, wird Konsul.

Fehlt noch eins, das Kämpfen. Dringt ein Spieler mit seinen

Legionen in ein gegnerisches Gebiet vor, wird gekämpft – und

das passiert häufig, versprochen. Und nur jetzt kommt das

einzige Glückselement im Spiel zum Tragen. In einem Beutel

sind von jedem Spieler Waffen, von denen zu Beginn der Schlacht

maximal drei gezogen und – entsprechend der Treffer – Legionen

entfernt werden. Anschließend entfernen beide Seiten die gleiche

Anzahl Legionen. Sollte der Charakter höchstpersönlich sein

Gebiet verteidigen, muss der Angreifer zwei weitere Legionen

entfernen. Hat der Angreifer jetzt mehr Legionen als der Verteidiger,

ist die Region erobert und der Verteidiger bekommt selbst,

wenn sein Charakter in die Flucht geschlagen wurde, eine

Entschädigung.

„Das Ende des Triumvirats“ ist ein gutes und sehr kämpferisches

Strategie-Spiel für drei Leute. Zu zweit macht es weniger Spaß.

Und leider sind die Siegbedingungen nicht ganz ausgewogen,

denn der einfachste Weg zum Sieg, ist es, die Kompetenzen zu

steigern.

Note: 2

Autoren: Johannes Ackva und Max Grabian

Verlag: Lookout Games

Dauer: mind. 1 Stunde

Spieler: 2–3

Alter: ab 10

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#59

Die Hanfberatung im Hanf Journal

Gordon (29) aus Berlin hat ein Problem:

„Hallo Kascha,

ich wurde vor kurzem bei einer Verkehrskontrolle positiv auf THC

getestet. Bei der Blutuntersuchung wurden 2,5 ng THC festgestellt.

Das Ganze muss noch vom Vortag stammen, ich wurde am

Vormittag kontrolliert und habe zuletzt abends einen geraucht

gehabt. Mein Anwalt hat mir geraten, keinen Widerspruch

einzulegen, da ich nach dem Fahrverbot und der zu zahlenden

Strafe den Lappen wiederbekommen würde. So richtig kann ich

mir das aber nicht vorstellen, immerhin hört man doch so viel von

MPU und Drogenscreenings und so weiter? Kommt so etwas auch

auf mich zu? Vorsichtshalber habe ich sofort nach der Kontrolle

aufgehört zu rauchen.“

Kascha antwortet:

„Hallo Gordon,

dass du zu rauchen aufgehört hast, ist eine gute Entscheidung

gewesen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich nach dem Fahrverbot

erledigt hat, ist eher gering. Übrigens hast du Pech, du bist knapp

über der Grenze von 1 ng/ml, bei der häufig aufgrund des

langsamen THC-Abbaus nicht mehr von einer Drogenfahrt

ausgegangen wird, eben genau weil der Joint vom Vorabend auch

ohne Rausch vom Vorabend noch nachweisbar ist. Leider baut sich

THC je nach Stoffwechsel bei jedem unterschiedlich ab, die Grenze

von 1 ng ist also relativ willkürlich. Problematisch ist allerdings

immer, wenn überhaupt THC gefunden wurde: Laut

Fahrerlaubnisverordnung gibt es da nämlich noch so etwas wie

die „Fahreignung“. Das bedeutet, dass z. B. Drogenkonsumenten

(bei Cannabis: regelmäßige Konsumenten) zum Führen von

Kraftfahrzeugen ungeeignet sind. So wird also vermutlich, da ja

der Konsum gesichert scheint, noch vermittels einer

Haaruntersuchung deine Fahreignung überprüft. Die Frage soll

also geklärt werden, ob du einmalig, gelegentlich oder regelmäßig

konsumierst. Auch dafür sind die Definitionen alles andere als

einheitlich, am besten ist es einfach ganz clean zu sein. Das Ganze

dauert ein Weilchen, wenn du deine Haare nicht länger als fünf

Zentimeter wachsen lässt (sie wachsen einen Zentimeterm pro

Monat) dürfte das Ganze für dich gut ausgehen. Üblicherweise

werden ca. drei bis fünf Zentimeter vom Haaransatz an getestet.

Wichtig dabei: Die Haarprobe ist keine Pflichtveranstaltung. Du

musst das nicht machen, kannst es auch versuchen zu boykottieren

indem du dir eine Ganzkörperrasur antust. Das bringt dir aber

wenig, denn du bist in der Nachweispflicht, dass du fahrgeeignet

bist, und somit musst du auch dafür sorgen, dass eine Haarprobe

zustande kommt. Und das Ganze auch selbst bezahlen. Sonst bleibt

der Lappen vermutlich weg ...“

gss

Neue Hammer-Droge

Fast umsonst und frei Haus!*

Dumpf dröhnend schießen schon wieder zwei

von ihnen über den Himmel. Ihre Panzerung

spiegelt die untergehende Sonne. Im Moment

noch reine Aufklärungsflüge, aber hinter den

Grenzen des von uns annektierten Territoriums

sehen wir schon wieder wie sich schwarze Panzer

zusammenrotten, sich scheinbar neu formieren.

Ihr letzter Sturm auf unseren Nahrungsmittelbunker

ist allen hier noch in allzu blutiger Erinnerung.

Nur damit das niemand hier falsch versteht,

eigentlich sind wir alle friedlich. Würden uns

niemals schlagen und so. Aber das konnte ja

niemand ahnen, dass wir hier mitten im Feindesland

gelandet sind. Eigentlich wollten wir nur

die Freizeitorientierung unseres derzeitigen Lebensstiles

zelebrieren. Ordentlich rumhängen,

einen kiffen ...

Und dann das. Um uns herum rotten sich feind-

Erste Hilfe für Kiffer

Justin (16) aus Dresden fragt:

„High Kascha,

sag mal, was ist eigentlich die beste Methode, um Piece zu zerbröseln? Ich

halte immer einfach ein Feuer drunter bis es weich wird. Ein Kumpel meinte

aber, das ist nicht gut, weil dabei das Dope ankokelt und krebserregende

Substanzen entstehen. Er macht es immer auf einem Löffel, das finde ich

aber sehr junkiemäßig. Andere nehmen Alufolie oder Kaugummipapier.

Was würdest du empfehlen?“

Kascha rät:

„High Justin,

also das mit den krebserregenden Substanzen musst du nicht so ganz ernst

nehmen. Was entsteht denn, wenn du das zerbröselte Piece dann rauchst?

Denk mal darüber nach ;-) Zwei Faktoren bestimmen die ideale Methode,

das Piece zu zerbröseln. Der eine ist, wie deine Hände hinterher aussehen.

Wenn du mit einem Feuerzeug direkt ans Dope gehst, rußt du es natürlich

auch voll und hast das alles an den Fingern beim Bröseln, und Dopefinger

sind eklig. Der zweite Faktor ist der THC-Gehalt: je aggressiver du das Dope

erhitzt, desto mehr THC wird gleich freigesetzt und steht dir dann in deiner

Mische nicht mehr zur Verfügung. Ich hab schon von Leuten gehört, die ihr

Dope lieber auf der externen Festplatte erwärmen als mit dem Feuerzeug.

In Alufolie gewickelt oder auf einem Löffel hat einen gemeinsamen Vorund

zwei verschiedene Nachteile. Man kann es, ohne das Dope vollzurußen,

in einiger Entfernung vom Feuerzeug schonend erwärmen ohne es

anzubrennen. Auch kleine Stückchen kann man so verwenden, ohne die

Finger zu verbrennen. Der Nachteil: Wenn man es zu gut in Alufolie verpackt,

ist es wieder kalt und fest, eh man es raus gepult hat, der Löffel wird unten

schwarz und ansonsten auch sehr heiß, also ist hier Vorsicht die Mutter der

Porzellankiste wenn man sich nicht beschmieren oder verbrennen will.

Hinterher damit essen sollte man nicht. Kaugummipapier kann ich nicht

empfehlen, da es nicht nur aus Metall, sondern auch Papier und z. T.

Kunststoff besteht und all das nicht unbedingt mit Feuerzeug erwärmt

werden sollte.“

liche Truppen zusammen. Vergiftete Dorne glitzern

im Abendlicht. Die Luft ist erfüllt von dröhnendem

Schweigen.

Uns bleiben nicht viele Möglichkeiten. Flucht.

Zum Beispiel. Das nächste bisschen Zivilisation

scheint meilenweit entfernt. Aber deutlich erkennen

wir den grauen Schimmer der Hoffnung,

den die Wohncontainer und Konsumcenter unserer

Heimat verbreiten. Es wäre nur ein Spaziergang,

wenn dazwischen nicht ein

unüberbrückbarer Streifen Feindesland läge.

Tiefster Dschungel. Unzugängliches Terrain. Der

Feind ist hier zu Hause. Er ist überall. Hinter

jedem Grün könnte das nächste Attentat lauern.

Im Moment kontrollieren wir ein Rechteck Feindesland.

Zugegeben, nicht wirklich groß, aber

immerhin sicher – zumindest zur Zeit. Denn

unsere Kräfte schwinden allmählich. Keiner aus

unserer Truppe ist mehr unlädiert ... konnten wir

illu: lukas

uns schließlich die letzten Stunden nur von

Rauchwaren ernähren, da die Versorgungswege

abgeschnitten waren.

Die Sonne steht mittlerweile dramatisch tief.

Sobald es dunkel ist, sind wir ihnen ausgeliefert.

Aber ihr kompliziertes Kriegsgerät ist zum Glück

auf die Temperatur des Tages angewiesen. Also

entscheidet es sich in der nächsten Stunde. Sollten

wir die überleben, hätten wir es geschafft. Wir

sind nicht die Einzigen, die das kapiert haben.

Aufregung kommt in die gegnerischen Truppen.

Sie ziehen sich zurück und sind nur noch sporadisch

durch das Dschungelgewirr zu sehen. Ein

Dröhnen liegt in der Luft. Wird immer lauter.

Panisch scannen unsere Blicke das Feindesland,

versuchen die Brutstätte des nächsten Angriffes

zu erkennen.

Und zack, back sind sie da! Hunderte, Tausende,

die Nacht erwacht durch ihre Körper zu Leben.

das Eckthema

Sich absetzen!

Dein Ländle und deine Familie

verlassen und eine

geheime Identität annehmen,

sich eine Fluggesellschaft

deines Vertrauens

aussuchen und möglichst

weit weg und lange verschwinden...

Beispielsweise Kolumbien.

Gute Reise, gute Läuterung.

Servus!

fun+action

Clara (16) aus Marburg möchte wissen:

„Hi Kascha,

ich habe in letzter Zeit voll komisches Gras. Es knallt zwar

einigermaßen, aber leider auch im wörtlichen Sinne. Ständig knistert

es im Joint, schmeckt komisch nach verbranntem Öl, raucht und

rußt und geht auch ständig aus. Was ist denn da los?“

Kascha weiß Bescheid:

„Hallo Clara,

wenn du dir dein Gras genauer ansiehst, entdeckst du darinnen so

kleine Kügelchen. Die sind zumeist dunkelbraun und schmecken

leicht nussig. Das sind die Samen. Wenn die männliche Hanfpflanze

die weibliche Hanfpflanze ganz doll lieb gehabt hat, wurde letztere

befruchtet und so entstehen die Samen zum Zwecke der

Fortpflanzung. Um das zu vermeiden, werden oft die männlichen

Pflanzen, sobald sie erkannt wurden, entfernt. Gefahr erkannt –

Gefahr gebannt, sagt man auch bei der Polizei. Manch einer macht

das aber nicht, weil er die Männchen (sie wachsen verzweigter als

die Weibchen und haben nicht so schöne Blüten, sondern mehr so

eine Art tropfenförmige Blütchen an den Verzweigungen) nicht

erkennt, oder weil sein Nachbar sie nicht erkannt hat und der

Blütenstaub zu ihm herübergeweht ist.

Dir würde ich empfehlen, dein Gras vor dem Konsum einmal zu

durchwühlen, die Samen raus zu suchen und entweder aufzuessen

(sehr gesund, viele wichtige Fettsäuren, schmeckt auch nicht mal

so schlecht. Kann man auch rösten) oder für eine eventuelle Aussaat

(die allerdings in Deutschland noch nicht erlaubt ist) aufzubewahren.

Ach ja, noch zur Klärung der Phänomene: Das Knallen kommt vom

hitzebedingten Platzen der Samen. Der Geschmack von verbranntem

Öl kommt vom verbrannten Öl, das in den Samen so reichlich

vorkommt, dass man auch das leckere und gesunde Hanfsamenöl

kaufen kann, und der Ruß und der Rauch kommen auch daher.

Weil das Öl aber flüssig ist und nicht so schnell brennt, kann es

schon mal sein, dass davon auch der Joint ausgeht.“

11

Hässliche Ausgeburten der Hölle. Und das

Geräusch! Das Geräusch ist das Schlimmste! Sie

kommen immer näher. Von allen Seiten. Einer

vergrößert sich rasend in meinem Gesichtsfeld

und ich kann in seine toten kleinen Augen gucken.

Er trifft mich am Kopf.

„Junikäfer!“ brüllt einer – und ich springe auf.

Verfickte Scheißviecher – ich geh nie wieder zum

Kiffen in den Park.

* Diese Überschrift wurde Ihnen gesponsort von der

Initiative „Förderung des grossstadtsurvivor-Lesens“

mit dem Ziel, Sie zum Lesen dieses Artikels zu bewegen.

Wenn Sie wirklich was über die Hammerdroge erfahren

wollen, schauen Sie doch mal auf:

www.grossstadtsurvivor.de


12

fun+action

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