Ausgabe 2013 - Cannstatter Wasen

cannstatter.volksfest.de

Ausgabe 2013 - Cannstatter Wasen

Ausgabe 13/2013

Informationen des Cannstatter Volksfestvereins e.V.

Cannstatter

VolksfestZeitung

Aktuelles & Neues

Geschichte & Geschichten

Hintergrund & Wissen

Trachten & Dirndl

Wirte & Zelte

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Cannstatter Volksfestzeitung 2013 ❤ 3

Liebe

VolksfestFreunde,

mehr als vier Millionen Menschen zieht es alljährlich

auf den Cannstatter Wasen, um dort das größte

Schaustellerfest der Welt zu feiern.

Schon von weitem ziehen einen

die bunt blinkenden Lichter

rund um die Fruchtsäule

in den Bann und je näher man

Stuttgarts Festplatz kommt,

desto vielfältiger wirken die

Eindrücke auf die feierfreudigen

Besucher. Der süß lockende

Duft von gebrannten Mandeln,

die knusprigen Göckele

und die golden schimmernden

Bierkrüge sind immer einen

Wasenbesuch wert.

Zum 168. Mal wiederholt sich

das bunte Treiben, seit der

beliebte König Wilhelm I. von

Württemberg und seine Frau

Katharina das Fest auf dem

Cannstatter Wasen im Jahre

1818 gegründet haben.

Über 350 Schaustellerbetriebe

und Wirte sorgen heute für

ein abwechslungsreiches Angebot

für traditionsfreudige

Besucher und Rummelfreunde,

die es gerne etwas spektakulärer

haben möchten.

Auch in diesem Jahr hat die

in.Stuttgart Veranstaltungsgesellschaft

einen schönen Mix

aus Bewährtem und Neuem

zu einem herrlichen Festplatz

zusammengefügt. Die Eröffnungsfeier,

der Traditionsmorgen,

der Mundartgottesdienst,

der große Volksfestumzug,

die Familientage, die Wettfahrt

der Heißluftballone und

schließlich das große Musikfeuerwerk

zum Abschluss sind

ein bunter Strauß von Volksfest-Highlights.

Tradition und

Moderne gehen in Stuttgart

durchaus gemeinsame Wege.

Wir laden Sie herzlich ein, das

168. Cannstatter Volksfest in

Stuttgart zu besuchen und

das pralle Festleben zu genießen.

Schlüpfen Sie in die

Volksfesttracht und erleben

Sie das herzliche Vergnügen

eines herzlichen Festes.

Ihr

Michael Föll

Wasenbürgermeister

und Erster Bürgermeister

der Stadt Stuttgart

InHalt

GuteLaune 4

KristallPalast 8

GeißenStärken 12

KarussellTag 18

TopSicherheit 22

VolksfestHelfer 26

WürttembergTrachten 28

VolksfestGruß 30

TrachtenTipps 34

JubiläumsWirt 39

TrinkSprüchle 45

SpezialRundgang 46

WasenhasiErlebnis 48

TraditionsFestzug 52

WasenPlan 54

WirteTipp 58

VolksfestGlosse 60

ImPressum 62


Es ist wieder soweit: Das 168. Cannstatter Volksfest steht in

den Startlöchern – 17 Tage wird gefeiert, was das Zeug hält

Göckele,

Gäste,

Programm

Gute Laune

Eröffnungsfeier & Fassanstich

Freitag, 27. September, 18 Uhr

Grandls Hofbräu Zelt

Traditionsmorgen vor der Fruchtsäule

Samstag, 28. September, 11 Uhr

Mit der Stadtkapelle Waldenbuch, der Volkstanzgruppe

des Schwäbischen Albvereins

aus Bergatreute, dem Spielmannszug und

Fanfarenchor sowie der Trachtengruppe des

Kübelesmarktes Bad Cannstatt, der Stadtgarde

zu Pferd Stuttgart, dem Cannstatter Volksfestverein

u.a. Friseurmeister Gregor Drapalla zeigt

Langhaar-Flechtfrisuren passend zum Dirndl.

Grußwort: Wasenbürgermeister Michael Föll

Moderation: Wulf Wager

Großer Volksfestumzug

Sonntag, 29. September, 11 Uhr

VVS Wasentag

Montag, 30. September

Mit Ihrem gültigen VVS Ticket gibt es auf dem

gesamten Volksfest bei allen Fahrgeschäften,

Schaustellern und Imbissständen einen Rabatt.

Im Dinkelacker-Festzelt steigt die VVS Hocketse

mit einer Maß gratis für alle Abo- und Jahres

Ticket-Kunden und 50% Rabatt für alle anderen

VVS-Tickets.

Familientage mit stark reduzierten Preisen

Mittwoch 2. Oktober und Mittwoch 9. Oktober

Schwäbischer Mundart-Gottesdienst

Sonntag, 29. September, 10 Uhr

Wilhelmer’s SchwabenWelt

Wett fahrt der Heißluftballone

Donnerstag, 3. Oktober

(witterungsabhängig)

Großes Musikfeuerwerk

Sonntag, 13. Oktober, ab 21 Uhr

Aktuelle Informationen täglich neu:

www.wasen.de

Seinen Ursprung hat das

Fest in einer Stiftung

König Wilhelms I. von

Württemberg, der nach zwei

verheerenden Hungerjahren

seinen bäuerlichen Untertanen

mit der Stiftung von

Preisen für hervorragende

landwirtschaftliche Leistungen

Mut machen wollte. „Seine

Königliche Majestät haben

in der landesväterlichen

Absicht zur fortschreitenden

Verbesserung der Viehzucht

im Königreich zu ermuntern,

und denjenigen, welche in

diesem wichtigen Zweige der

Landwirtschaft etwas Vorzügliches

leisten, einen Beweis

des allerhöchsten Wohlgefallens

zu geben, für die besten

Erzeugnisse der Viehzucht,

Preise auszusetzen geruht,

deren Vertheilung in jedem

Jahre am 28. September, und,

wenn dieser auf einen Sonntag

fällt, am folgenden Montag

zu Kannstadt geschieht,

auf welchen Tag zugleich ein

Viehmarkt abgehalten werden

wird. Auch wird ein Volksfest

damit in Verbindung gesetzt,

und dafür gesorgt werden,

daß solches durch unterhaltende

Abwechslungen diesem

frohen Tage entspreche.“

So stand es am Dienstag, 31.

März 1818 im Königlich-Württembergischen

Staats- und

Regierungsblatt. Einen Tag

dauerte das erste „Landwirth­

schaftliche Fest zu Kannstadt“.

Rund 30 000 Menschen

strömten auf den königlichen

Exerzierplatz am Cannstatter

Wasen, wobei Cannstatt

damals nur 3000 Einwohner

hatte. Die über den Festplatz

ragende Fruchtsäule stand

schon damals auf dem Wasen

und gilt heute als Wahrzeichen

des beliebten Wasenfestes,

zu dem alljährlich Millionen

von Besuchern aus nah

und fern strömen. Heute sind

es zwischen vier und fünf Millionen,

die 17 Tage lang auf

dem größten Schaustellerfest

der Welt feiern.

Vom 27. September bis zum

13. Oktober 2013 wird in

Stuttgart wieder das schönste,

gemütlichste und fröhlichste

Fest der Schwaben ausgiebig

gefeiert. Am Freitag, dem

27. September 2013, wird

das größte Fest der Schwaben

mit dem traditionellen

Fassanstich in Grandls

Hofbräuzelt humorvoll und

spritzig eröffnet. Zum ersten

Mal wird Oberbürgermeister

Fritz Kuhn den Zapfhahn in

das erste Bierfass hämmern.

Dann kommt Bewegung auch

auf das Wasengelände: Die

Fahrgeschäfte setzen sich in

Bewegung und die Bierzelte

öffnen ihre Pforten. Riesenrad,

Achterbahn, Kettenkarussell,

Zuckerwatte, Bratwürste,


Göckele und Bier – alles, was

zu einem Fest für die ganze

Familie so gehört, wird täglich

von 12 bis 23 Uhr angeboten.

Samstags, sonn- und feiertags

von 11 bis 23 Uhr.

Geisterbahn und Greifer

Nirgendwo macht High tech

so viel Spaß wie auf dem

Cannstatter Wasen: Rasante

Superloopings, begeisternde

Kinderkarussells, gruselige

Geisterbahnen, hohe Kettenflieger,

spritzige Wildwasserfahrten

und eines der größten

transportablen Riesenräder

machen den Wasenbummel

zu einer riesigen Erlebniswelt

für die ganze Familie. 350

Schausteller und Wirte sorgen

für ein tolles Fest.

Eine Neuheit in diesem Jahr

ist der City Skyliner. An einem

gigantischen stählernen

Turm schwebt die beeindruckende

Aussichtskanzel des

City Skyliner hoch hinauf. Die

Kanzel, die nach allen Seiten

einen gläsernen Durchblick

gewährt, ist vollklimatisiert

und bietet Platz für 60 Personen.

Auf der eindrucksvollen

Höhe von 70 Metern angekommen,

beginnt die Kanzel

sich ganz langsam um die

eigene Achse zu drehen und

die Fahrgäste können in Ruhe

den unverwechselbaren und

großartigen Ausblick auf das

bunte Treiben auf dem Wasen

genießen.

Tracht ist in. Deshalb geht

man im Dirndl oder in der

Lederhose auf das Cannstatter

Volksfest in Stuttgart. Näheres

dazu sehen Sie bei unseren

Trachtentipps ab Seite 34.

30 000 Besucher können in

den Festzelten feiern. Tags­

>>

Hightech und Tradition – beim Cannstatter Volksfest

waren das immer schon Begriffe, die sich nicht ausschließen,

sondern sich gegenseitig bedingen


6 ❤ Cannstatter Volksfestzeitung 2013

über sorgen Trachtenkapellen

und abends Stars der volkstümlichen

Stimmungsmusik

für Spitzenunterhaltung und

brodelnde Partystimmung. In

den gepflegten Logen findet

man die gehobene, herzliche

und vor allem gemütliche Atmosphäre

der schwäbischen

Gastlichkeit. Tauchen Sie ein

in das Festerlebnis der ganz

besonderen Art – natürlich

aufgebrezelt! In den großen

Festzelten, die jeweils bis zu

5000 Besuchern Platz bieten,

läuft der Bierhahn nahezu

ununterbrochen und für das

leibliche Wohl ist mit schwäbischen

Gerichten wie Käsespätzle,

Maultaschen, Rostbraten

oder Schupfnudeln

mit Kraut bestens gesorgt.

Die Festwirte garantieren

mit einem abwechslungsreichen

Programm beste Unterhaltung

und ausgelassene

Stimmung in den zünftig geschmückten

Zelten.

Geißen, Gehrock,

Glücksgefühle

Neben der Eröffnung und

dem Traditionsmorgen ist natürlich

der große Umzug am

Sonntag, 29. September, um

11 Uhr ein ganz besonderer

Höhepunkt. Herrlich dekorierte

Prachtgespanne der Brauereien,

historische Fahrzeuge,

bunte Trachtengruppen und

-kapellen, bäuerliche Darstellungen,

historische Gruppen

und Bürgerwehren aus dem

ganzen Land und weit darüber

hinaus ziehen mit über

3500 Mitwirkenden zum Wasen,

dem pulsierenden Festzentrum

Stuttgarts.

Getanzt und gesungen

Tags zuvor, am Morgen des

ersten Volksfestsamstags, des

28. Septembers, findet um

11 Uhr vor der Fruchtsäule

der Traditionsmorgen statt.

Kapellen und Volkstanzgruppen

aus Baden und Württemberg

werden die Zuschauer

begeistern. Mit dabei sind die

Stadtkapelle Waldenbuch und

die Volkstanzgruppe Bergatreute.

Friseurmeister Gregor

Drapalla zeigt Hochsteck- und

Flechtfrisuren für Dirndlträgerinnen.

Dazu gesellen sich

natürlich die Cannstatter

Traditionsvereine, der Spielmannszug

und Fanfarenchor

sowie die Trachtengruppe des

Kübelesmarktes Bad Cannstatt,

die Stadtgarde zu Pferd

Stuttgart und der Cannstatter

Volksfestverein.

Glanzvolle Glühbilder

Ein glanzvolles Highlight ist

definitiv das Musikfeuerwerk

am letzten Volksfest-Sonntag,

dem 13. Oktober, um

21.45 Uhr. Für Familien lohnt

sich ein Besuch des Volksfestes

besonders an den Familientagen,

dem 2. und 9. Oktober. An

diesen beiden Familientagen

gibt es stark reduzierte Preise

auf dem ganzen Wasen. Bei

schönem Wetter erwartet die

Besucher am Mittwoch, dem

3.10. ab 14 Uhr, der Start von

rund 40 Heißluftballons direkt

vom Cannstatter Wasen.

Das verspricht ein ganz besonderes

Erlebnis zu werden.

Neue Fahrattraktionen sind

nicht zu erwarten, da die

Schausteller in der momentanen

wirtschaftlichen Situation

nicht in der Lage sind, Millionen

für Neuentwicklungen

auszugeben.

Der SWR berichtet

ausführlich im südwestfernsehen

von

der Eröffnung und

dem Umzug immer

wieder in der Landesschau

um 18.45 Uhr.

Es ist ratsam, mit öffentlichen

Verkehrsmitteln

auf den

Cannstatter Wasen

zu fahren. Wer dennoch

mit dem Auto

kommt, kann sich

nach dem Genuss

von ein paar Maß

Bier, die es in diesem

Jahr zum Preis

von ca. 9 Euro

gibt, auch von den

ehrenamt lichen

Fahrern der

Heimweghilfe

nach Hause fahren

lassen – ein

bundesweit

einmaliger Service. Man

be zahlt nur die Taxi-Rückfahrt

des Fahrers. Bequemer

geht es nicht.

Für einen gemütlichen Wasenbesuch

empfehlen sich die

Werktage. Da ist es wesentlich

entspannter und ruhiger

als an den Wochenenden, an

denen im vergangenen Jahr

die Festplatzzugänge sogar

teilweise gesperrt werden

mussten.

>>

Wulf Wager

Das gibt es nur auf dem Cannstatter

Volksfest: die Heimweghilfe

Jeder hat seine Stärken - wir machen Eis


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8 ❤ Cannstatter Volksfestzeitung 2013

Im Kristall-Palast von Ralf Sturm

Hände

nach vorn!

Marlene Dietrich, Heinz Rühmann, Romy Schneider,

Heinz Erhard und Hape Kerkeling – sie alle waren schon im

Kristall-Palast der Familie Sturm zu Gast und versuchten

tastend den Weg durchs gläserne Labyrinth zu finden.

>>

Nur scheinbar einfach: unsichtbare

Scheiben versperren den Weg

„Die Idee für ein Labyrinth aus

Glas kam meinem Großvater

in Paris bei einer Ausstellung“,

erzählt Ralf Sturm. „Zurück in

Deutschland machte er sich

gleich an die Umsetzung.“

Das Ergebnis war der Kristall­

Palast, der erste transportable

Glas-Irrgarten in Deutschland.

Premiere hatte er 1947 bei der

Rheinkirmes in Düsseldorf.

Auf dem Cannstatter Wasen

verwirrt der Kristall-Palast seit

über 40 Jahren die Besucher.

An der Substanz und dem

Design hat sich in dieser Zeit

nichts verändert. Nur moderate

Modernisierungen nimmt

Ralf Sturm vor. So wurde die

Beleuchtung vor zwei Jahren

auf stromsparende LEDs umgestellt.

Aus 120 Glasscheiben

wird das Labyrinth zusammengesetzt,

drei Tage braucht

das Team für den Aufbau, 12

bis 14 Stunden für den Abbau.

Während in anderen Geschäften

regelmäßig Mechanik und

Elektronik überprüft werden

müssen, steht bei den Sturms

das große Putzen an. „Es muss

immer alles tadellos sauber

sein, sonst funktioniert die

optische Täuschung nicht.“ 2

bis 2 1/2 Stunden benötigen

sie für die Grundreinigung.

„Wir putzen die Scheiben jeden

Morgen von beiden Seiten,

macht 240 Scheiben – das

ist der Albtraum jeder Hausfrau!“

lacht Sturm. Und als

Tipp, auch für den heimischen

Spiegel, fügt er hinzu: „Es geht

am besten mit fettlösendem

Spülmittel.“ Wenn nötig, wird

auch während des Betriebes

immer wieder nachgeputzt.

Da braucht man genügend

helfende Hände. Im Hintergrund

des Kristall-Palastes

steht ein Familienbetrieb, Ehefrau

Andrea und die Söhne

Sascha und Ralf sind immer

mit von der Partie. „Wir sind

Schausteller in der 5. Generation“

erzählt Sascha Sturm stolz.

Die Sturms haben auch schon

andere Geschäfte wie Autoskooter,

Polyp und Kinderkettenflieger

parallel betrieben,

doch seit einigen Jahren konzentriert

sich die Familie ganz

auf den Kristall-Palast.

Die Autorin im Selbstversuch:

Wo geht’s hier raus

Kristall-Palast: Lust auf Irrwege

Auf ins Labyrinth

Selbstverständlich folge ich

der Einladung von Ralf Sturm

zu einem Selbstversuch. Die

großen, wilden Fahrgeschäfte

sind nicht meine Welt, aber

hier kann mir ja nichts passieren.

Da ich unnötigen Putzaufwand

vermeiden will, versuche

ich, die Scheiben nicht

zu berühren. Doch ich kann

mich nicht allein auf meine

>>

>>

Engagement für den Kristall-Palast:

Andrea und Ralf Sturm

Augen verlassen – es geht

nicht ohne Tasten. Schmal

sind die Gänge und scheinbar

endlos. Soll ich hier um

die Ecke, oder doch lieber geradeaus

Nein, eine Scheibe

versperrt den Weg, also umdrehen,

einige Schritte zurück

und den anderen Weg wählen.

Aber welcher Weg ist der

andere und wo kam ich her

Ich versuche mich zu orientieren:

Dieser muss es sein –


doch ich stecke wieder in einer

Sack gasse. Hilflos schaue ich

zu dem freundlichen jungen

Mann in der Kabine. Er gibt

mir Zeichen – aber da war ich

doch gerade! Er beharrt unerschütterlich

auf seiner Wegweisung

– und tatsächlich, wo

ich mit absoluter Sicherheit

eine Glasscheibe erwartete, ist

nun doch keine. Unvermutet

öffnet sich vor mir ein Raum –

ich bin im Lachkabinett. An

den Wänden Zerrspiegel, die

mich ganz neu zusammenpuzzeln.

Ganz schön irre! Ich

wage mich zurück ins Labyrinth

und strebe, das Kassenhäuschen

fest im Blick, dem

Ausgang entgegen – wieder ist

der Weg versperrt – nochmal

abbiegen – ups, da komme

ich mir selbst entgegen!

Leichte Panik macht

sich breit. Ich beruhige

mich, der Irrgarten misst

schließlich „nur“ 15 x 9

Meter. Nach weiteren Irrungen

bekämpfe ich tapfer

meinen Stolz und lasse

mich leiten – schließlich

hat man als Reporter ja

nicht endlos Zeit.

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„Made in Germany“

und sind nicht umsonst

in den Wasenzelten.

>>

Familienbetrieb: Sascha Sturm

betreut die Kasse und wenn sich

die Irrungen nicht auflösen lassen,

weist er den Weg

Spaß für Groß

und Klein

Die Besucher können im

Irrgarten bleiben, solange

sie wollen. Es gibt auch

keine Altersbeschränkung,

schon kleine Kinder dürfen

ins Labyrinth, der Kristall­

Palast ist ein Vergnügen für

die ganze Familie. „Da geht

der Opa mit dem Enkelkind

rein, weil er selbst schon als

Junge drin war, da werden Erinnerungen

geweckt“, erzählt

Sturm. Und für alle, die nicht

wieder herausfinden, ist Hilfe

zur Stelle. In der Mitte des Labyrinths

gibt es eine Kabine,

die immer mit einem freundlichen

Mitarbeiter besetzt ist,

der den Gästen im Zweifelsfall

den Weg weist. Jede Menge

Spaß gratis gibt es für das Publikum

draußen: „Sie können

den Irrenden zusehen, ohne

zu bezahlen“, schmunzelt der

Hausherr.

Auch außerhalb von Kirmes

und Volksfest ist der Kristall-Palast

gefragt. Immer wieder

wird er für Werbe- und

Modeaufnahmen gebucht,

Chanel und Bogner präsentierten

hier schon ihre Kollektionen.

Auf der Games

Und das Beste daran ist, dass es

davon verschiedene Formen und

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10 ❤ Cannstatter Volksfestzeitung 2013

Convention in Leipzig, einer

Messe für Computerspiele,

nutzte ATI das Glaslabyrinth

als Eye-Catcher für Grafikkarten.

In dem ZDF-Krimi „Marie

Brand und die letzte Fahrt“

mit Mariele Millowitsch in

der Titelrolle war der Kristall­

Palast Ort einer wilden Verfolgungsjagd.

Drei Ersatzscheiben

waren damals vonnöten.

Normaler Weise gehen Scheiben

jedoch höchstens beim

Auf- oder Abbau zu Bruch,

Besucher haben noch nie eine

Scheibe klein gekriegt.

Verirrt, verliebt, verheiratet

Zum Abschied erzählt Ralf

Sturm noch eine seiner schönsten

Erinnerungen. Vor neun

Jahren bahnte sich in seinem

Labyrinth eine große Liebesgeschichte

an: Sie hatte sich

verirrt, Er half ihr heraus. Zwei

Jahre später kamen

die beiden jungen

Leute wieder zum

Kristall-Palast und

bedankten sich für

die „Vermittlung“.

Sie hatten inzwischen

geheiratet

und erwarteten ihr

erstes Kind. Mittlerweile

wurde der

jährliche Besuch

zur Tradition und

Sturm ließ es sich

nicht nehmen,

dem Nachwuchs

eine Ehrenkarte

auf Lebenszeit zu

schenken.

Karin Gessler

>>

Im Gänsemarsch

durchs Labyrinth

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12 ❤ Cannstatter Volksfestzeitung 2013

>>

Leitziege Lotte II. und der

kastrierte, ausgeglichene Fritz

führen das Gespann an

Oberschwäbische

Geißen-Stärken

Um den bunten Volksfestumzug zu bereichern, nehmen die Teilnehmer

einiges an Mühe in Kauf. Karl Gerster auch noch reichlich Gemecker.

Jahr für Jahr das gleiche

Schauspiel für Karl und

Ute Gerster aus Attenweiler.

Erst fangen sie ihren munteren

Trupp auf der Weide ein

und dann kommen alle nacheinander

unter die Dusche.

„Die Erwartungshaltung an

mein 12er Edel-Weißziegengespann

ist groß“, weiß Karl

Gerster, der Fuhrmann.

Dafür nimmt er in Kauf, dass

es einen Tag vor dem Volksfestumzug

aus ist mit der

sonst beschaulichen Ruhe auf

seinem Hof nahe Biberach. Im

Flur des Bauernhauses liegen

bereits die kleinen Geschirre

samt Zügel in Reih und Glied.

Vor dem Stalltor parken zwei

Anhänger und in der Stube

schleicht die Katze neugierig

um Gersters gebügeltes Umzugsgewand.

Langsam macht

sich Lampenfieber breit. „Ich

bin schon a bissle fickrig“, gesteht

Karl Gerster verschmitzt,

so kurz vor dem großen Tag.

Die leuchtend weißen Vierbeiner

um die erfahrene Leitziege

Lotte II. und ihren kastrierten,

ausgeglichenen Fritz, haben

den Grund der Aufregung im

Hause Gerster längst erraten.

„Wenn der Anhänger kommt,

wissen sie, jetzt geht es wieder

fort“, sagt Karl Gerster. „Die

springen am Sonntagmorgen

rein und ich verheb` sie

kaum“. Die unternehmungslustige

Bartbande, die jetzt

noch im Stall Heu knabbert,

hat offensichtlich den gleichen

Spaß am Umzugstrubel

wie die Fuhrmannsleute

selbst.

Guinnessbuch der Rekorde

Seit mehr als zehn Jahren

sind Gersters nun regelmäßig

mit ihren Geißen beim traditionellen

Volksfestumzug dabei.

Mit einem 8er Gespann,

das 1999 im Guinnessbuch

der Rekorde erschien, wagten


Da kann man nicht meckern.

Karl Gerster dirigiert sein

Zwölfer-Weißziegengespann

durch den Volksfestumzug.

sie 2002 den ersten Versuch

auf Cannstatts Pflaster. „Um

die Ziegen zu schonen und

alles zu testen, starteten wir

zunächst auf halber Strecke“,

erinnert sich Karl Gerster.

„Aber ich wusste schon damals,

meine Tiere laufen auch

den ganzen Weg“. Recht hat er

behalten. Fortan bimmelten

Geißen samt Gersters auf der

gesamten Strecke und entzückten

die Zuschauer. Zwei

Jahre später stockten sie auf

ein meckerndes Dutzend auf

und führen seitdem beim

Volksfestumzug das Gespann

mit den meisten Zugtieren.

„Da können selbst die Brauereien

nicht mehr mithalten“,

bemerkt Karl Gerster stolz.

„Und eine Ziege ist unruhiger

als ein Pferd“, beschreibt er die

kniffelige Fuhrmannskunst,

die nur im Team zu bewältigen

ist. Die Tiere laufen paarweise,

teilweise leicht versetzt.

Die Erfahrenen wie Lotte und

Fritz vorne, die Neulinge hinten.

„Und mit dürfen eh nur

die ganz Lieben“, setzt Gerster

verschmitzt nach und verteilt

noch eine Portion Streicheleinheiten

im Stall. Karl Gerster

führt die Zügel der Reihen

eins bis drei. Seine Ehefrau

Ute steuert den verbleibenden

Rest und hält dazu den Wagen

auf Kurs – „mit der Hüfte“,

verrät sie. „Wenn die Ziegen

die Musik und mein Hüh hören,

geht die Post ab“, muss

Karl Gerster dann lachen. „Die

haben eine solche Kraft, dass

ich den Heuwagen beschweren

und manchmal sogar

bremsen muss, sonst schleifen

die Räder“. Von Lottes Nasenspitze

bis zum Ende des

Heuwagens misst der putzige

Zug mit seinen 12 GS (Geißen-Stärken)

stolze elf Meter.

>>

Mit viel Liebe zum Detail und einem hohen finanziellen

Aufwand pflegen Karl und Ute Gerster ihr Ziegengespann.

Geschirre, Glocken und natürlich die Ziegen werden frisch

geputzt von der Alb nach Bad Cannstatt gebracht.


14 ❤ Cannstatter Volksfestzeitung 2013

Doch bis es soweit ist

und sich der bärtige

Trupp in den bunten

Umzug einreihen kann,

haben Gersters reichlich zu

tun. Bereits am Samstagvormittag

beladen sie den Heuwagen,

putzen Deichseln und

Waagen. Dann polieren sie

liebevoll jeweils 12 Messingtafeln,

Glocken und den sogenannten

Faulenzer auf Hochglanz.

„Der heißt deshalb so,

da, wenn der Schmuck nicht

sauber poliert ist, der Fuhrmann

ein Faulenzer ist“,

erklärt Gerster. Er schwärzt

die Geschirre und Zügel mit

Schuhcreme. Und dann steht

Geißen-Wellness auf dem Programm:

Schlauch an, Bürste

raus und ab unter die Stalldusche.

„Wenn sich der Kot ins

weiße Fell setzt, verfärbt es

sich Gelb“, weiß der Experte

aus Erfahrung und schrubbt

daher lieber einmal mehr.

Der Samstagnachmittag verläuft

nicht weniger turbulent.

Bis alles verladen ist und die

Tiere versorgt sind, kriecht

schon der Abend ums Haus.

beitsmantel zu seinen Tieren

und schaut nach dem Rechten.

„Die haben keine Angst,

ihnen gefällt der Trubel

hier“, versichert er und herzt

alle liebevoll. Dazu sei das

Herbstwetter ideal. „Die Ziegen

mögen es nicht so heiß“.

Vor dem Heuwagen reiht Ute

Gerster derweil routiniert die

Geschirre auf. Dann geht es

Schlag auf Schlag. Von hinten

nach vorne. Ein Dutzend Mal

der gleiche Ablauf. Dieselben

>>

Auch die kleinen sind mit dabei

und laufen die vier Kilometer lange

Umzugsstrecke vom Kursaal auf

den Wasen

Um vier aus den Federn

„Am Sonntag klingelt der

Wecker spätestens um vier

Uhr“, kündigt Gerster den

Umzugsmorgen an. Tatsächlich

schleicht er schon kurz

nach drei nervös im Haus

herum. Es zieht ihn in den

Stall. „Wenn eine nicht mehr

sauber ist, ist sie noch mal

mit dem Waschen dran“. Zur

morgendlichen Stärkung

serviert Gerster seinen Lieblingen

Heu, Getreideschrot

und Maissilage. Gegen sechs

Uhr stürmt die gesättigte

Bande den Anhänger, „und

jede Geiß will dabei die Erste

sein“, erzählt er. Gegen sieben

Uhr macht sich der Tross im

Halbdunkel auf den Weg in

die Landeshauptstadt. Mit dabei

ist immer der Stuttgarter

Stadtplan.

Kaum in Cannstatt angekommen,

eilt Karl Gerster im Ar­

eingeübten Handgriffe:

Ziege aus dem Anhänger

raus, streicheln, platzieren,

streicheln, rein ins

Geschirr und wieder streicheln.

Glocke, Schild und

Faulenzer dran. Fertig!

Sechs Paare von Weißziegen

mit handgearbeiteten Ledergeschirren:

eine Pracht >>

>>

Leitziege Lotte scheint das

Einspannen sichtlich zu genießen


Schmusen mit der Geiß:

Ein bisschen Ziegengeschmack

bleibt hängen


16 ❤ Cannstatter Volksfestzeitung 2013

Nach dem Blick auf seine Uhr

stellt der Fuhrmann zufrieden

fest: „Heut´ lauft´s!“. Die Geißen

stehen brav wie die Lämmer

in Reih und Glied und

warten geduldig auf Gersters

„Hüh“.

Beim Bad in der Menge,

wenn ihm die Zuschauer

zujubeln, winken

und das drollige Gespann bewundern,

ist bei Karl Gerster

jeglicher Aufwand vergessen.

Auch der, dass er mit Lotte oft

geübt hat, damit sie selbstbewusst

anführen kann und

zudem mit den anderen regelmäßig

seine Runden drehte.

Am wichtigsten ist Karl Gerster

immer die Gesundheit

seiner Tiere. Weil sie nicht

schwitzen können, hängen sie

die Zunge raus, erklärt er. Fit

und gesund seien sie alle. Die

Sorge der Zuschauer, es wäre

den Tieren zu viel, sei daher

unbegründet. Hinterher bekommen

alle Wasser und

dürfen im gewohnten Anhänger

rasten.

„Viel größer als der Durst

der Ziegen ist nach dem Umzug

aber der Durst des Fuhrmanns“,

stellt der Tierfreund

dann fest und muss dabei

herzlich lachen. Sind die Geißen

versorgt, gönnen sich

auch Gersters auf dem Wasen

eine Verschnaufpause. Zünftig

wie es sich gehört mit einem

Gockel und einer Maß.

Ute und Lotte

„Man muss es mögen“, fasst

er sein tierisches Engagement

zusammen und strahlt dabei

über das ganze Gesicht. Dass

immer alles klappt, erklärt

er so: „Mir hand a Chefin, eigentlich

zwei – fast wie im

echten Leben“. Damit meint

er seine Frau Ute, ohne die es

beim besten Willen nicht ginge.

Aber ein wenig auch seine

Leitziege, Lotte II..

Gersters freuen sich Jahr für

Jahr, dass sie den Volksfestumzug

bereichern dürfen und

bislang alles gut gegangen ist.

Mit dem Wetter, ihren Geißen,

den Zuschauern, dem Trubel

und überhaupt.

>>

Sabine Ries

>>

Glücklich sind die Gersters nach dem Umzug.

Alles hat wieder gut geklappt.

Der Wasen ist erreicht. Dennoch

haben die Geißen noch ordentlich

Kraft und Ute Gerster muss zügeln.


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18 ❤ Cannstatter Volksfestzeitung 2013

Ordnung muss sein:

Rundgang übers

Volksfest

>>

Mit den Kindern des Cannstatter Volksfestvereins

auf dem Wasen

Karussell

non stop

Einen ganzen Nachmittag lang nach Herzenslust Karussell

fahren, alles ausprobieren, Autoskooter, Riesenrad, Revolution

und Polyp – welches Kind träumt nicht davon. Für den

Nachwuchs des Cannstatter Volksfestvereins wird dieser

Traum einmal im Jahr Wirklichkeit.

Bevor es auf den

Rummel geht,

sind die Kinder

zu Gast im Fürstenbergzelt

von Peter Brandl. Für

jeden gibt es ein viertel

Hähnchen, Pommes und

etwas zu trinken – wer

so viel vor hat, braucht

>>

Festwirt Peter Brandl begrüßt

die Kinder im Fürstenbergzelt

schließlich eine gute Grundlage.

Der Festwirt lässt es sich

nicht nehmen, persönlich danach

zu sehen, dass für alle

gesorgt ist. Als Dank tragen

die Kinder ein Ständchen vor

und ein kleines Präsent für

das Ehepaar Brandl wird auch

übergeben. Noch ein Gruppenfoto,

dann kann es los gehen.

Einer der Jungs trägt vorneweg

die Vereinsfahne der

Jugendgruppe, die anderen

folgen paarweise.

Natürlich im Dirndl

Alle tragen die Tracht des

Volksfestvereins, die Mädchen

ein schwarzes Dirndl

mit weißer Bluse und roter

Schürze, die Jungs einen

schwarzen Jan ker und eine

schwarze Hose. „Als wir vor

10 Jahren die Jugendgruppe

gründeten, besorgten wir für

die Mädchen zuerst Dirndl

im Internet, zwei Jahre später

bekamen sie dann die eigene

Tracht nach dem Vorbild der

Erwachsenen“, erzählt Isolde

Pfeffer. Sie ist fast von Anfag

an beim Volksfestverein dabei

und die treibende Kraft, wenn

es um Jugendarbeit geht. Das

Cannstatter Volksfest ist natürlich

der Höhepunkt im

Vereinsleben, doch auch unter

dem Jahr ist viel geboten. Die

Kinder malen Eier für den Osterbrunnen,

beim Kindermaienfest

wird ein Kindermaibaum

aufgestellt, im Advent

dürfen zwei Weihnachtsbäume

in der Cannstatter Marktstraße

geschmückt werden

und einmal im Jahr geht es

auf große Tour. „Viel Arbeit ist

es schon, aber wenn man die

strahlenden Augen der Kinder

sieht, ist das alles vergessen“,

lacht Frau Pfeffer.

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Cannstatter Volksfestzeitung 2013 ❤ 19

Karli und die Kinder

Der Wettergott spielt heute

nicht so recht mit, dunkle

Wolken hängen am Himmel

und es fängt leicht an zu regnen.

Doch der erwartungsvollen

Stimmung tut dies keinen

Abbruch. Das erste Ziel

ist der Autoskooter schräg

gegenüber, da sind alle im

Trockenen. An der Kasse wartet

schon Karl Birkeneder auf

seine Schützlinge. Er ist ein

Volksfest-Urgestein. 25 Jahre

war er Schausteller, nun ist

er in Rente, doch seine große

Liebe gilt immer noch dem

Cannstatter Wasen und ganz

besonders liegen ihm die

Kinder am Herzen. Und so

vermittelt er zwischen Kindern

und Schaustellern und

besorgt die Fahrchips. Schwer

hat er es nicht, die Schausteller

haben alle die Spendierhosen

anzeige_halbe_seite.pdf an, überall dürfen 1 23.07.2013 die 14:19:21 Kinder

umsonst fahren.

„Früher war es anders“, erzählt

einer der Männer, „da zog es

die Kinder gleich nach der

Schule aufs Fest, heute haben

sie auch am Nachmittag Unterricht

oder sie sind im Hort.

Da freuen wir uns richtig über

die Volksfestkinder.“ Die bedanken

sich mit einem großen

roten Herz, das mit einem Foto

der Gruppe beklebt ist.

Kurz blinzelt die Sonne durch

die Wolken, dann fängt es

schon wieder an zu nieseln.

Also sind überdachte Fahrgeschäfte

gefragt. Fröhlich

zieht der Trupp weiter zum

Musikexpress, zu den Mini­

Disco-Cars und zum Happy

Sailor. Ein leichtes Durcheinander

– ein scharfer Pfiff von

Jeanette und sofort sind alle

Augen auf sie gerichtet.“Na,

geht doch!“, schmunzelt sie.

Noch herrscht kein Gedränge,

da ist es für Betreuer leichter,

die Kleinen beieinander

zu halten. Sicherheitshalber

trägt jedes Kind einen Anstecker

in Herzform mit der

Handynummer von Jeanette.

Aber die kam noch nicht zum

Einsatz. „Uns ist noch nie ein

Kind verloren gegangen“, erklärt

sie. In die Geisterbahn

stürmen die Jungs vorneweg,

aber auch die Mädchen lassen

sich nicht lumpen, nur die

ganz kleinen

trauen

sich nicht

hinein.

Beim Riesenrad

fahren

dann alle

mit, auch

Karl

Birkeneder.

Früher

sei er

auch

die Verrückten

Sachen gefahren, aber heute

müsse er auf seine Wirbelsäule

aufpassen, erzählt er lächelnd,

und vermittelt schon

wieder, diesmal eine Fahrt

in Schmidt‘s Etagenkarussell

aus dem Jahr 1886. Endlich

scheint jetzt die Sonne.

Er kümmert sich gern um die

Kinder des Volksfestvereins:

Karl Birkeneder

>>


20 ❤ Cannstatter Volksfestzeitung 2013

Schuhe ausziehen

Die Augen der Jugendlichen

bekommen einen sehnsuchtsvollen

Glanz: Revolution! Karl

Birkeneder macht auch die

Erfüllung dieses Wunsches

möglich. „Und, ist euch jetzt

schlecht“ – „Nö, das war voll

cool! Ich will noch mal!“, ruft

Lisa begeistert und Lena sprudelt:

„Wir mussten die Schuhe

ausziehen, und einem der

Jungs neben mir ist das

Geld raus gefallen!“. Für Karl

Birken eder ist es Zeit, sich zu

verabschieden, der Nachmittag

war lang. Auch ihm wird

ein Ständchen gesungen.

Doch die Kinder zieht es

noch nicht nach Hause. Und

so organisiert Frau Pfeffer

zur Freude der Jugendlichen

Fahrchips für Shake. Wer die

erforderliche

Größe nicht hat, darf

derweil in den Glas-Irrgarten.

Eigentlich ist jetzt endgültig

Schluss, doch dann lädt der

Besitzer zu einer zweiten Runde

ein – und alle steigen noch

mal in die Gondeln.

Pommes und Cola

Aber irgendwann siegen doch

Hunger und Müdigkeit. Später

als vereinbart trifft die

Gruppe in Schneider‘s Imbiss

ein, wo sie

Gerhard Schneider

mit Pommes und Getränken

versorgt. Eine letzte Überraschung

gibt es: ein Lebkuchenherz

und eine Tüte Popkorn

für jeden – eine Spende

der Schausteller. Wenn jetzt

jemand Lust bekommen hat

mitzumachen – der Volksfestverein

freut sich über neue

Mitglieder!

>>

Ob modern oder nostalgisch: die

Kinder probieren alles aus

>>

Karin Gessler

Wie alle Schausteller, bei

denen die Kinder umsonst

fahren dürfen, erhält auch

Manfred Howey ein rotes

Herz mit Gruppenphoto

als Dankeschön


Vom Land in die Stadt

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22 ❤ Cannstatter Volksfestzeitung 2013

Sicherheit wird

groß geschrieben

Vor jeder Eröffnung des Cannstatter Volksfestes gibt es einen Kontrollrundgang von

Polizei, Feuerwehr, Sicherheitsdienst und Ordnungsamt. Geht der Daumen nach oben,

kann die Traditionsveranstaltung auf dem Cannstatter Wasen beginnen. Dann greifen die

Sicherheitsmaßnahmen, sind die Auflagen erfüllt. Denn Sicherheit wird groß geschrieben.

>>

In der Menge gibt es fast kein Durchkommen

für den Rettungswagen

Nach der Katastrophe

bei der Love Parade

in Duisburg vor drei

Jahren, bei der 21 Menschen

ums Leben kamen, wurden

die Auflagen für Veranstaltungen

erhöht. Die Folgen für den

Wasen waren teilweise schwer

nachvollziehbar. So wurden

für den Krämermarkt die

Wege auf zehn Meter verbreitert,

was dem Markt seinen

ganzen Charme nahm. Das

Zugangstor, beliebtes Fotomotiv

und Erkennungsmerkmal,

musste abgebaut werden.

Nach Kritik der Schausteller

gibt es jetzt wieder heimelige

Atmosphäre auf dem Krämermarkt

und dadurch auch wieder

besseren Umsatz.

Neben der Wegeverbreiterung,

der großen Fahnen, die auf die

Notausgänge hinweisen und

der verbesserten Beschilderung

wurden an zwei Stellen

Treppenanlagen installiert,

die nur im Notfall geöffnet

werden. Beide 30 und 25 Meter

breite Anlagen befinden

sich der Nähe der beiden

Fußgängerunterführungen

zur Kegelen- und Elwertstrasse.

Über diese beiden Tunnel

kommen sehr viele Wasenbesucher.

Und da im Notfall die

Menschen den Platz über den

Zugang verlassen wollen, über

den sie auch kamen, wurden

zusätzliche Ventile geschaffen.

Engstellen sollen verhindert

und Reibungspunkte im

Notfall vermieden werden.

Weitere Maßnahmen: das Öffnen

der Tore zum Reitstadion,

ein zweiter Notausgang im

Almhüttendorf, breitere

Straßen zwischen Parkfläche

und Fruchtsäule sowie weitere

Kameras im Bereich der

Fluchtwege und Videoüberwachung

an allen Ausgängen.

An den Treppenanlagen steht

zusätzliches Sicherheitspersonal.

Für den Ernstfall, die

Entscheidung liegt bei Polizei

und Ordnungsamt, sind alle

Beteiligten miteinander vernetzt.

Die Akteure sind vertraut,

kennen sich alle persönlich.

Mehrmals im Jahr gibt

es Sicherheitstreffen.


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24 ❤ Cannstatter Volksfestzeitung 2013

Im Boot sind auch die Festzelte.

Da gibt es dann entsprechende

Durchsagen, die

vorbereitet sind. Die Kosten

für die zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen

lagen bei

einer halben Million Euro, die

der Veranstalter zu tragen hat.

Zählen mit Klick

100 000 Besucher können sich

gleichzeitig auf dem Gelände

aufhalten. Daher werden immer

wieder Zählungen durchgeführt.

Ein Hubschrauber

war im Einsatz, an den Zugängen

wurde jeder per Klick registriert.

„Die Luftaufnahmen

waren schwer auszuwerten“,

sagt Marcus Christen von der

Veranstaltungsgesellschaft

in.Stuttgart. Daher wurde im

vergangenen Jahr geklickert

und an einigen Stellen mit

Sensoren gearbeitet. Ausgewertet

wurde nach der Veranstaltung.

Mit dem Umbau

der Stadtbahn-Haltestelle für

die Sonderlinie U 11 am Wasen

hofft Christen, dass eine

der Sicherheitstreppen ganz

abgebaut, die zweite reduziert

werden kann. „Dies wäre eine

deutliche Verbesserung und

würde auch die jährlichen

Kosten reduzieren.“ Da im

kommenden Jahr auch der Zugang

über die Stadtbahngleise

deutlich breiter wird, verbessert

sich die Entfluchtungssituation

weiter.

Mit Trage zum Einsatz

Auch das Deutsche Rote Kreuz

trägt einen Teil zur Sicherheit

bei, hat sich in den vergangenen

Jahren einiges überlegt.

So sollen unnötige Fahrten

über den Festplatz reduziert

werden. Daher wird zusätzlich

zur Wasenwache eine

weitere Sanitätsstation hinter

den Festzelten installiert,

Patienten mit fahrbaren Tragen

transportiert. Während

des Frühlingsfestes wurde

dies getestet. „Wir sehen das

positiv“, sagt Bereitschaftsleiterin

Waltraud Mohr.

Es sei darum gegangen, Erfahrungen

zu sammeln. Man

stehe im engen Kontakt mit

der in.Stuttgart-Veranstaltungsgesellschaft,

alles wird

abgesprochen. Immer wieder

war es wegen der Lautstärke

zu Kritik gekommen,

wenn Rettungsfahrzeuge mit

Blaulicht übers Gelände fahren.

Aber auch das DRK sah

Handlungsbedarf. Zum einen,

weil einige Fahrten unnötig

waren, sich vor Ort der Fall

als nicht so dramatisch herausstellte,

zum anderen, weil

Festbesucher immer seltener

Platz machten, Einsatzkräfte

sogar belästigt wurden.

In München abgeschaut

Das wird zum Volksfest anders.

Mit Containern soll eine

zusätzliche Sanitätsstation

hinter den Festzelten installiert

werden, so dass die Wege

kürzer werden. Zudem kommen

die Rettungskräfte mit

fahrbaren Tragen zum Patient.

Auf dem Oktoberfest in

München sind diese Tragen

>>

im Einsatz. „Die Münchner

waren bei uns, wir auch auf

dem Oktoberfest“, beschreibt

Mohr. Erfahrungen wurden

ausgetauscht. Nicht nur dies.

Vom Bayrischen Roten Kreuz

>>

wurden fürs Frühlingsfest

zwei fahrbare Tragen ausgeliehen.

Die Sanitätsstation fürs Frühlingsfest

war zwischen Grandls

Hofbräuzelt und dem Wasenwirt

positioniert und „sehr

spartanisch“ gestaltet, sagt

DRK-Sprecher Udo Bangerter.

Zum Volksfest wird es

anders. Der Einsatz mit den

Haben sich bewährt: die fahrbaren Tragen des DRK aus München

Kontrollen an den Zugängen und Präsenz und Streifen

auf dem Gelände geben Sicherheit

fahrbaren Tragen hat sich bewährt.

Der Patient wird durch

einen Aufsatz geschützt, es

besteht Sichtkontakt, ein Teil

kann auch geöffnet werden.

Anfängliche Bedenken und

Skepsis haben sich schnell

gelegt. „Der Versuch wird gut

bewertet, ist positiv aufgenommen

worden.“ Alles, was

man verbessern kann, wurde

notiert. „Wir haben schon

Ideen, wie unsere Tragen

aussehen müssen“, berichtet

Mohr. Sie geht davon aus, dass

etwa zehn solcher Tragen fürs

Volksfest nötig sind.

Mit Trillerpfeife statt

Blaulicht

Ist der Patient dann per Trage

in der Sanitätsstation, wird

entschieden, wie es weitergeht.

Muss er ins Krankenhaus

oder auf die Wasenwache,

wird ein Wagen angefordert,

der auf dem Rettungsweg an

der Seite des Geländes direkt

zum Container fahren kann,

ohne übers Gelände und

damit durch die Besucher

zu müssen. Drei Personen

sind per Trage unterwegs, es

herrscht Arbeitsteilung. Fürs

Volksfest seien vier wohl besser.

In München nutzen die

Rettungskräfte Trillerpfeifen,

um sich Platz zu verschaffen.

Das erscheine auch hier sinnvoll.

Das werde aber alles noch

intern geklärt, damit für das

Volksfest alles optimal umgesetzt

werden kann.

Edgar Rehberger


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26 ❤ Cannstatter Volksfestzeitung 2013

Für den Auf- und Abbau

brauchen die Schausteller

tatkräftige Unterstützung

und setzen zunehmend

auf Saisonkräfte aus dem

Ausland.

>>

Ohne tatkräftige Helfer könnten die

Schaustellerfamilien nicht existieren

Die Menschen belächeln die

Saisontätigkeit, die vielen

auch unter den Namen „Karussellbremser“

oder „Karussellschieber“

ein Begriff ist.

Doch ohne die arbeitswilligen

Männer, die mit den Schaustellern

übers Land tingeln

und anpacken, wo es nötig

ist, sähe es schlecht aus für

den Betrieb der vielen Fahrgeschäfte.

Heute hier und

morgen dort

In der Regel sind die Schausteller

von März bis November

auf Achse und mit ihnen

die Saisonarbeiter, die heutzutage

meist aus dem osteuropäischen

Ausland kommen.

„Deutsche Helfer gibt es

kaum noch“, weiß

der Schausteller

Mark Roschmann.

Und auch die Sache

mit dem Schild

am Wagen, „Junger

Mann zum Mitreisen

gesucht“, lockt

keine neuen Mitarbeiter

zu den Fahrgeschäften.

Früher kamen die

Arbeiter der Schausteller

oft aus zwielichtigen

Verhältnissen.

Sie hatten

keine Familie, kämpften

mit Suchtproblemen

und kannten

den Knast mitunter

von innen. Wenn das Schild

am Wagen hing, war das

eine gute Gelegenheit, von

der Straße weg zu kommen.

Beim fahrenden Volk fanden

sie wieder ein halbwegs normales

Leben. Eine Unterkunft

samt Verpflegung, etwas Geld,

eine tagesfüllende Beschäftigung

und vor allem Familienanschluss.

Zumindest für eine

gewisse Zeit und solange sie

sich an die Spielregeln hielten,

die da hießen: Vertrauen, Zuverlässigkeit

und Arbeit.

„Wir waren die Familie“

(Hans Roschmann)

Hans Roschmann, der knapp

70-jährige Seniorchef des

Clans, erinnert sich noch gut

an die Zeit, als er 1965 sein

erstes Karussell gekauft hatte

und auf Personalsuche war.

„Die haben das Schild gelesen,

bei mir vorgesprochen

und wir haben den Lohn verhandelt“.

Damit die Burschen

dann auch tatsächlich zum

verabredeten Termin kamen,

behielt er als Pfand deren Personalausweis

ein. „Die waren

bei uns immer gut aufgehoben,

auch wenn wir ihnen ab

und zu sagen mussten, wo der

Bartl den Most holt“, sagt er

lachend. Dann erzählt er von

einem heimatlosen Helfer,

der sogar über den Winter

blieb und Weihnachten mit

der Familie feierte. Ob seine

Arbeiter zuvor kriminell gewesen

waren, kann er nicht

beantworten. „Ich habe nie

danach gefragt“.

„Unser Bruno arbeitet

schon über 20 Jahre

für die Familie“

(Mark Roschmann)

Ein wenig passt auch die Geschichte

von Bruno dazu, der

im roten T-Shirt an den Crazy

Cars von Mark Roschmann

hantiert. Als junger Kerl verdiente

er sich einst auf dem

Rummelplatz etwas dazu.

Dort bekommt er den Duft

der großen, weiten Welt in

die Nase und hegt nur noch

den Wunsch, mit den Schaustellern

zu reisen. „Ich wollte

damals weg von zu Hause“,

erzählt Bruno und auch, dass

er dafür kurzerhand seine

Ausbildung zum Stuckateur

abbrach. Bei Roschmanns hat

der heute knapp 50-jährige

nach Höhen und Tiefen seine

Ersatzfamilie gefunden

und das seit über 20 Jahren.

Zuerst beim Seniorchef Hans

und später bei dessen Sohn

Mark. Roschmanns stellen

ihm jedes Jahr einen Wohn­


Cannstatter Volksfestzeitung 2013 ❤ 27

wagen mit Dusche, Kochnische,

Waschmaschine und WC

zur Verfügung. Sie bezahlen

ihm ein Gehalt samt der anfallenden

Sozialabgaben und

Versicherungen. „Ich fühle

mich hier gut aufgehoben,

sonst wäre ich nicht mehr da“,

erzählt der wortkarge, deutsche

Mann und klopft sich

auf seinen stattlichen Bauch.

Besonders schmecke ihm das

gute Mittagessen, das er sich

mit Roschmanns teilen darf.

Die Winter verbringt Bruno in

seinem festen Wohnsitz. Dem

Rummel ist er sein Leben lang

treu geblieben.

„Nur zufriedene Mitarbeiter

sind gute Mitarbeiter“

(Mark Roschmann)

Der faire Umgang mit ihren

Mitarbeitern ist Familie Roschmann

wichtig. „Wir behandeln

alle unsere Helfer so, wie wir

auch behandelt werden möchten“,

betont Mark Roschmann

in seinem Wohnwagen. Er ist

sich bewusst, dass die körperliche

Schufterei für Bruno teilweise

zu schwer wird. So hat

er leichtere Arbeiten für ihn

am Kinderkarussell gefunden.

>>

Die Roschmanns haben noch die alten Schilder aufbewahrt

Die alten Schilder, teilweise

aus den 1950er Jahren, auf

denen junge Leute zur Mitarbeit

gesucht werden, hängen

bei Roschmanns nur noch

aus Nostalgie am Wagen.

Denn auf diesem unkonventionellen

Weg finden sie schon

lange keine Helfer mehr, bedauern

die Schausteller. Das

bestätigt auch Anton Till von

der Arbeitsagentur Stuttgart.

Der bringt auf dem Wasen

alle möglichen Jobs unter die

Leute, kann aber keine einzige

Vermittlung in Sachen

„Junger Mann zum Mitreisen“

verbuchen. „Es ist kein Interesse

bei den deutschen Arbeitnehmern

mehr da. Keiner

will heute hier und morgen da

sein“, stellt Till fest.

Nach dem Familienclan samt

Bruno und den Saisonarbeitern

aus Polen und Rumänien

ruft derweil wieder die Arbeit.

Schließlich warten mehrere

Tonnen Material darauf, sich

in eine bunte Spaßmeile zu

verwandeln. Beim Weggehen

fällt Bruno noch ein: „Ich glaube,

ich habe das Vagabundenleben

im Blut – mein Vater

war auch schon auf dem Rummel

beschäftigt!“. Wenn das

keine Erklärung für sein etwas

anderes Leben ist, in dem er,

so wie es ist, glücklich und zufrieden

ist.

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28 ❤ Cannstatter Volksfestzeitung 2013

WürttembergTrachten

Die für den Cannstatter Wasen zuständigen Mitarbeiter von in.Stuttgart

präsentieren die Württembergtracht.

Matthias Brodthuhn

Platzwart Cannstatter Wasen

Tracht: Kurze Lederhose Christoph,

Farbe aventin, Preis 269,00 Euro,

Herrentrachtenhemd rot/weiß kariert,

Preis: 34,90 Euro

Thomas Heibel

Projektleiter Cannstatter Wasen /

Reitstadion

Tracht: Trachtenhose Zunder, knielang,

schwarz mit Stegträger, Preis: 189,90 Euro,

Herrentrachtenhemd rot/weiß kariert,

durchgeknöpft, Preis: 34,90 Euro

Sabine Philipp

Verwaltung Werbebudget,

Merchandising/Trachten,

Mitarbeit Sonderveranstaltungen

Tracht: Dirndl Isabell: rot/schwarzes

Dirndl, Länge 70 cm mit Doppelschürze

in creme/grün, Preis 189,00 Euro,

Dirndlbluse: 29,90 Euro

Maria Schäfer

Bewerbungsverfahren

Stuttgarter Frühlingsfest und

Cannstatter Volksfest

Tracht: Dirndl Christin: hellrot/schwarzes

Dirndl, Länge 55 cm, Schürze in creme,

Preis: 159,00 Euro, Dirndlbluse 29,90 Euro


Cannstatter Volksfestzeitung 2013 ❤ 29

Bernd Bullinger

Projektleiter Sommerfest/

Weihnachtsmarkt

Tracht: Lange Hose Michael, Farbe whisky,

Preis 359,00 Euro, Herrentrachtenhemd

weiß, halbgeknöpft, Preis: 34,90 Euro

Marcus Christen

Abteilungsleiter Cannstatter Wasen

und Innenstadtveranstaltungen

Tracht: Kniebundhose Christian,

Farbe whisky, Preis: 319,00 Euro,

Herrentrachtenhemd weiß, halbgeknöpft,

Preis: 34,90 Euro

Hier gibt es die Württemberg-Kollektion

zu kaufen:

in.Stuttgart Veranstaltungsgesellschaft

mbH & Co. KG

Verwaltungsgebäude

Cannstatter Volksfest

Mercedesstraße 50

70372 Stuttgart

Montag bis Freitag, jeweils

9 bis 16 Uhr (an Feiertagen

geschlossen)

Während des Cannstatter

Volksfestes ist die Trachten­

Kollektion auch in der

Fruchtsäule auf dem Wasen

erhältlich.

Willi Gaier

Platzwart Cannstatter Wasen

Tracht: Lange Hose Jasper, Farbe aventin,

im Jeansstil mit Reisverschluss,

Preis: 349,00 Euro

Andrea Kühnle

Vorzimmer Abteilungsleiter,

Mitorganisation Veranstaltungen

Tracht: Dirndl Leonie: grau/schwarzes

Leinendirndl, Länge 70 cm, mit Doppelschürze

türkis/rot, Preis 159,00 Euro,

Dirndlbluse: 29,90 Euro

Julia Wilhelm

Projektleiterin Musikprogramm

Sommerfest und Weihnachtsmarkt,

Präsentationen Messen In- und

Ausland, Trachten/Merchandising

Tracht: Dirndl Christin: hellrot/schwarzes

Dirndl, Länge 55 cm, Schürze in creme,

Preis: 159,00 Euro, Dirndlbluse: 29,90 Euro

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