Es war einmal ein Fink - Naturhistorisches Museum Bern

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Es war einmal ein Fink - Naturhistorisches Museum Bern

Didaktisches Material Material zur Ausstellung zur „Es war Ausstellung

einmal ein Fink

Es war einmal ein Fink

150 Jahre Evolutionstheorie

Museumspädagogik NMBE, Mai 09 mr Naturhistorisches Museum der Burgergemeinde Bern 1


Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

Inhaltsverzeichnis

Titel der Aufträge Seite

Vor 500 Jahren im Paradies 3

Glauben oder Nachforschen 5

Variation und Mutation / Schau mir in die Augen Kleines 6

Variation und Mutation / Gouldamadine 7

Variation und Künstliche Selektion / Wolf – Hund 8

Natürliche Selektion / Homologie und Analogie 10

Natürliche Selektion / Darwinfinken 12

Artbildung / Adaptive Radiation, Darwinfinken 14

Artbildung / Vom Buch- zum Teydefink 16

Artbildung / Forelle blau und gelb 18

Stammesgeschichte / Humanevolution 19

Stammesgeschichte / Humanevolution: Körper- und Hirngrösse 21

Stammesgeschichte / Humanevolution: Vom Schädel zum Porträt 22

Stammesgeschichte / Humanevolution: Poesie 24

Stammesgeschichte / Ammoniten 25

Stammesgeschichte / Evolution der Pferde 26

Darwin / Vorwissen, neues Wissen, noch nicht Gewusstes 28

Darwin / 5000 Briefe, ein Original 31

Darwin / kein Fachidiot 34

Darwin / Beagle, der kleine Spürhund 29

Darwin / zeitgenössische Mode 35

Darwin / Galapagos-Guckkasten 30

Bezug zum Lehrplan 95 37

Links 38

Hinweis

Die vorliegenden Aufgabenstellungen für die Arbeit mit Lernenden in und um die Ausstellung

Es war einmal ein Fink – 150 Jahre Evolutionstheorie“ sind mehrheitlich für die Sekundarstufe

I ab 7. Klasse gedacht. Die Seiten sind aus Platzgründen oft dicht mit Vorschlägen für Aufträge,

Infos, Fragen und Antworten gefüllt, unter denen aber - am einfachsten in der digitalen

Fassung - eine Auswahl getroffen werden kann, um ein angepasstes Arbeitsblatt zu erhalten.

Der Text mit den farbigen Bildern kann von unserer Website heruntergeladen werden:

www.nmbe.ch (unter Museumspädagogik in der Rubrik Dienstleistungen)

Martin Ryser

martin.ryser@nmbe.ch Tel. 031 350 72 87

Museumspädagogik NMBE, Mai 09 mr 2


Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

Vor 500 Jahren im Paradies

Das Bild steht für den biblischen Schöpfungsmythos, der bis zu Darwin allein die

Vielfalt des Lebens zu erklären versuchte. Gemalt wurde es von 1530 Lucas Cranach

dem Älteren (1472 – 1553).

Aufgabe

1. a) Welche Tierarten sind dargestellt? b) Welche Tierarten kommen in der Natur

nicht vor?

2. Im Bild werden 6 Episoden aus dem Schöpfungsbericht gezeigt:

A. Die Erschaffung des Adam

B. die Erschaffung von Eva aus Adam

C. die Unterweisung von Adam und Eva durch Gottvater

D. der Sündenfall, (verbotenes Versuchen des Apfels vom Baum der Erkenntnis)

E. Adam und Eva verstecken sich schuldbewusst

F. Vertreibung aus dem Paradies

Suche diese Darstellungen im Bild, bezeichne sie mit dem entsprechenden Buchstaben

und verbinde sie mit einer Linie.

3. Was könnten die Objekte hinter dem Paradiesbild in den Kästchen bedeuten?

4. Welches sind die Unterschiede zu einer modernen Bildergeschichte (Comic)?

5. Früher wurde die Schulreife von Kindern getestet, indem man schaute, ob sie mit

einem Arm über den Kopf gelegt das gegenseitige Ohr schon berühren können. Gibt

es da einen Zusammenhang mit dem Bild?

Museumspädagogik NMBE, Mai 09 mr 3


Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

Lösung zu „Vor 500 Jahren im Paradies“

1. a) Hase, Hirsche, Rehe, Fasane, Pfauen, Rebhühner, Störche, Bären, Hund,

Pferde, Einhörner, Kranich, Reiher, Schwäne.

b) Pferde und Hunde sind Haustiere, Einhörner sind Fabelwesen.

2.

F

E

C

3. Die Objekte verweisen auf die Kapitel, die in der Ausstellung behandelt werden:

− der Bart Darwins zur Sexuellen Selektion

− die Papageiamadine zur Stammesgeschichte

− der Flamingo zu Analogie und Anpassung

− der Pferdefuss zur Stammesgeschichte der Pferde

− die Forelle zur Bildung neuer Arten

4. Comic zeigen die zeitlichen Abfolge meist in einzelnen Rahmen (Panels) mit Leserichtung

von links nach rechts und von oben nach unten. Oft ist ein schriftlicher Kommentar

eingefügt. Das Cranachbild entspricht eher einem heutigen Wimmelbild.

5. Während Adam in den Apfel der Erkenntnis beisst, versucht er sein Ohr über den

Kopf zu erreichen, vielleicht um zu testen, ob die Frucht auch wirkt.

B

D

A

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Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

Glauben oder Nachforschen

Aufgaben

1. Schau dir die Videodiskussion an und notiere stichwortartig die Argumente der

Vertreter von: a) Wissenschaft, b) Theologie und c) Kreationismus

2. Gerne nehmen Kreationisten das Bild des blinden Uhrmachers zu Hilfe, um die

Unmöglichkeit der Evolution zu veranschaulichen: So wie niemand durch blindes,

ungerichtetes Herumspielen mit Zahnrädchen und Triebfedern eine funktionierende

Uhr zustande bringe, so könne auch die Natur nicht mit zufälligen Mutationen etwas

so Geniales wie ein Auge, ein Gehirn oder einen Vogel entstehen lassen.

Wie kann man aus wissenschaftlicher Sicht dagegen argumentieren?

Lösung zu „Glauben oder Nachforschen“

Der Uhrmachervergleich ist mehrfach unzulässig, da er Dinge vergleicht, die nur

scheinbar analog sind:

− In der natürlichen Evolution gibt es weder einen Schöpfer (Uhrmacher) noch einen

Plan oder ein Ziel wie z.B. eine Uhr zu entwickeln. Die „Resultate“ des Lebens

wie ein Auge oder ein Fink sind nicht vorgeplant gewesen.

− Der blinde Zufall beschränkt sich auf die Mutation oder - um im Bild zu bleiben -

auf das zufällige Herstellen und Ausprobieren tausender verschiedener Rädchen

und deren Verbindung über tausende von Jahren hinweg. Nach jeder neuen

Kombination setzt die natürliche Selektion ein und prüft die Sache auf ihre Tauglichkeit

unter den gegebenen Umweltbedingungen. Unbrauchbares wird weggeworfen,

Funktionierendes wird weiter verwendet zum erneuten Spiel mit weiteren

tausenden von Möglichkeiten bis einmal wieder eine davon erfolgreicher ist.

Abgesehen davon, ist die Verunglimpfung sehbehinderter Handwerker abzulehnen,

da diese sehr wohl zu solch feinmotorischen Höchstleistungen imstande sind ;-)

Museumspädagogik NMBE, Mai 09 mr 5


Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

Variation und Mutation 1

Schau mir in die Augen Kleines

Aufgaben

1. Seit den Griechen galten die Unterschiede von Individuen bei Mensch, Tier

und Pflanze als unerwünschte aber unvermeidliche Abweichungen von einem

Idealtypus. Charles Darwin erkannte als erster die positive Bedeutung und

Notwendigkeit dieser individuellen Variationen für die Entwicklung des Lebens.

Nämlich?

2. Mache eine Liste mit den Augenfarben in deiner Klasse. Wie viele Blauäugige

gibt es? Wie ist der Unterschied zum schweizerischen Durchschnitt von ca.

23% zu erklären?

3. Male die Iris von dir selbst und 2 weiteren Kollegen/Kolleginnen möglichst

genau nach.

4. Stark variabel sind auch die Nasenformen. Zeichne im Profil und im Massstab

1:1 die Nasen von mindestens 5 Kollegen/Kolleginnen. Füge ihre Namen dazu.

5. Wie viele deiner Klasse haben einen so genannten Darwinhöcker? Dies ist

ein Überbleibsel (Atavismus) aus der Urzeit, als die Ohren unserer Vorfahren

noch eine spitze Form hatten.

Lösung zu Variation und Mutation 1

1.Erst wenn es individuelle, vererbbare Unterschiede gibt, kann die natürliche Selektion solche

Erbinformation, die zu einem höheren Fortpflanzungserfolg führt, in einer Population anreichern

und so die Art langsam ändern bzw. besser an die gegenwärtigen Bedingungen anpassen.

2. Bei kleinen Stichproben ist immer eine mehr oder weniger grosse Abweichung vom wirklichen

Durchschnitt zu erwarten.

Museumspädagogik NMBE, Mai 09 mr 6


Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

Variation und Mutation 2

Gouldamadine (Chloebia gouldiae)

Den Namen haben die Gouldamadinen vom berühmten britischen Ornithologen John

Gould (1804-1871) erhalten, der sie als erster entdeckt, wissenschaftlich beschrieben

und in Erinnerung an seiner Frau „Lady Gould Amadine“ benannt hat.

Diese australischen Prachtfinken zeigen vor allem im Kopfbereich natürlicherweise

vier Erscheinungsformen (Phänotypen): Am häufigsten schwarz und rot, selten auch

gelb, wobei es die Schwarzköpfigen sowohl mit roter und gelber Schnabelspitze gibt.

Sie werden seit 1930 als beliebte Käfigvögel zu unzähligen weiteren Farbvarietäten

weitergezüchtet. Diese basieren auf natürlichen Mutationen und Kreuzungen, die in

der freien Natur aber meist keine Chance hätten, sich weiter zu reproduzieren.

Aufgabe

Koloriere die Zeichnungen der beiden natürlichen Gouldamadinen nach den Präparaten

in der Vitrine. Die dritte Umrisszeichnung rechts bemale nach deiner Fantasie,

jedoch so, dass es nach den Fotos der Zuchtformen unten möglich erscheint.

Museumspädagogik NMBE, Mai 09 mr 7


Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

Variation, Künstliche Selektion

Wolf – Hund

In wenigen Jahrhunderten sind unter Obhut des Menschen aufgrund natürlicher Mutationen

aus dem Wolf Hunderte von Hunderassen entstanden.

Aufgaben

1. Schätze das Grössenverhältnis der ausgestellten Hundeskelette (Irischer

Wolfshund und Chihuahua).

2. Wieso sind in freier Natur seit Jahrtausenden aus dem Wolf keine neuen Unterarten

(Hunde) entstanden?

(Afrikanische Wildhunde stammen nicht vom Wolf ab und der australische

Dingo ist ein verwilderter Haushund.)

3. Vergleiche die Schädel der Hunderasse unten mit demjenigen des Wolfs. Notiere

in Stichworten jeweils die augenfälligsten Abweichungen.

Wolf

Barry,

St. Bernhardshund

Buldogge

Zeichnungen nicht im gleichen Massstab

Deutscher Schäfer

Barsoi

Boxer

Museumspädagogik NMBE, Mai 09 mr 8


Lösung

1. ca. 1 : 4

Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

2. Der natürliche Artenwandel vollzieht sich normalerweise über Hunderte von Generationen

bis er deutlich sichtbar wird. Meistens braucht es eine räumliche Auftrennung

einer Population, damit Unterarten entstehen und sich später daraus neue Arten

entwickeln. Die Mutationen, die unter menschlicher Obhut zur Weiterzucht von

Hunden verwendet werden, hätten in der Natur normalerweise keine Chance sich

durchzusetzen.

3. Schädelunterschiede zum Wolf

Deutscher Schäfer Verkürzung des Hirnschädels, leicht verkürzte Schnauze,

Barry verkürzte Schnauze, verkürzter Hirnschädel, steilere Stirn

Boxer stark verkürzte Schnauze, v.a. Oberkiefer (Vorbiss)

Buldogge sehr stark verkürzte Schnauze, v.a. Oberkiefer (Vorbiss)

Barsoi Hinterhaupt gesenkt, Hirnschädel verkürzt

Museumspädagogik NMBE, Mai 09 mr 9


Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

Natürliche Selektion

Homologie und Analogie

Stark vereinfacht gilt: Homologe Merkmale haben den gleichen, verwandtschaftlichen

Ursprung.

Analoge Merkmale haben die gleiche Funktion ohne verwandtschaftlichen

Bezug.

Homologe Merkmale zu finden hilft die Verwandtschaften (den Stammbaum) zu erforschen.

Analoge Merkmale zeigen eine ähnliche Anpassung bei gleichgerichteter Selektion.

Aufgabe

1. Bezeichne in den folgenden Beispielen ob die betreffenden Merkmale analog,

homolog oder keines von beiden sind.

2. Suche je drei weitere Beispiele zu Analogie und Homologie

Schnabel

Dornen und Stacheln

Museumspädagogik NMBE, Mai 09 mr 10

schlangenförmiger Körper

Vorderextremität

tiefgefurchte Oberfläche


Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

Lösungen zu „Natürliche Selektion - Homologie und Analogie“

1. schlangenförmiger Körper analog

Schnabel analog

Vorderextremität homolog

tiefgefurchte Oberfläche analog

Dornen und Stacheln analog

2. weitere Beispiele:

analog: Geweih von Rothirsch und Hirschkäfer, Schutzpanzer von Schildkröte,

Käfer und Motorradhelm, Flossen von Delfin und Hai, giftige Haare bei Raupe und

Brennnessel,

homolog: Pferdehuf und Fingernagel, Elefantenrüssel und Nase, Schwimmblase

und Lunge, Blatt und Dorn, Haar und Igelstachel

Museumspädagogik NMBE, Mai 09 mr 11


Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

Natürliche Selektion

Darwinfinken

Waldsängerfink Nadelzange Kokosfink gebogene Drahtzange Dickschnabelfink Winkelzange

Kaktusfink Flachzange Baumfink Seitenschneider Grundfink Kombizange

Darwinfinken unterscheiden sich hauptsächlich durch ihre verschiedenen Schnabelformen,

eine Anpassung an unterschiedlichen Ernährungsweisen. Analog haben

Menschen dem verschiedenen Verwendungszwecken angepasste Zangen entwickelt.

Darwin erkannte auf der Reise die Finken noch nicht als eigene Arten sondern sah

sie als Varietäten einer einzigen Art an. Erst als der Ornithologe John Gould die

heimgeschickten Exemplare als unterschiedliche Spezies bestimmte, sah Darwin in

ihnen ein weiteres Beispiel für die Abwandlung einer Ursprungsart zu neuen Arten.

Aufgabe

Versuche die Bilder der Darwinfinken nach den Präparaten in der Vitrine zu identifizieren

Bildnummer Deutscher Name Lateinischer Names

Zweig Darwinfink Camarhynchus parvulus

Grosser Grundfink Geospiza magnirostris

Mittlerer Grundfink Geospiza fortis

Kleiner Grundfink Geospiza fuliginosa

Kaktus Grundfink Geospiza scandens

Grosser Kaktus Grundfink Geospiza conirostris

Spitzschnabel Grundfink Geospiza difficilis

1

4

5

2

7

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6

3


Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

Lösungen zu „Darwinfinken“

Bildnummer Deutscher Name Lateinischer Names

6 Zweig Darwinfink Camarhynchus parvulus

1 Grosser Grundfink Geospiza magnirostris

3 Mittlerer Grundfink Geospiza fortis

4 Kleiner Grundfink Geospiza fuliginosa

2 Kaktus Grundfink Geospiza scandens

7 Grosser Kaktus Grundfink Geospiza conirostris

5 Spitzschnabel Grundfink Geospiza difficilis

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Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

Artbildung, Adaptive Radiation

Darwinfinken

Definition der Adaptiven Radiation: Entstehung vieler neuer Arten in (erdgeschichtlich)

kurzer Zeit aus einer Stammform durch Einnischung (Leben in einer neuen ökologische

Nische).

Die Darwinfinken sind ein klassisches Beispiel für die Adaptive Radiation:

1. Vor ca. 10 Millionen Jahre werden vermutlich in einem Sturm einige wenige

Exemplare einer unspezialisierten Finkenart vom südamerikanischen Festland

auf eine der Galapagosinseln geblasen.

2. Durch Nahrungsvielfalt und fehlende Konkurrenz kommt es zu starker Vermehrung

und zu genetischer Vielfalt bei den Schnabelformen.

3. Von dieser Population gelangen wieder einige wenige auf eine Nachbarinsel,

wo sie sich mit ihren spezifischen Schnabelformen (Gendrift) auf einen Nahrungserwerb

spezialisieren (z.B. Kaktussamen) und sich weiter an diesen anpassen.

Besteht die Isolation lange genug, verändern sie sich gegenüber der

Stammpopulation so stark, dass bei erneuter Vereinigung keine Reproduktion

mit dieser mehr möglich ist. Sind die genutzten Nischen unterschiedlich genug

(keine Konkurrenz), können beide Arten nebeneinander leben.

4. Dieser Vorgang der Artneubildung wiederholte sich verschiedene Male, so

dass es heute 14 verschiedene Arten von Darwinfinken gibt.

Aufgaben

1. Warum gibt es keine adaptive Radiation von Finken auf dem Festland?

2. Wären so viele Arten vermutlich auch bei einer Erstbesiedlung durch Spechte

oder Kolibris entstanden?

3. Was würde wohl geschehen, wenn man heute nochmals Finken vom Festland

auf den Galapagos aussetzen würde?

4. Was könnten der Turm zu Babel, Autos oder Handys mit der Adaptiven Radiation

zu tun haben?

Museumspädagogik NMBE, Mai 09 mr 14


Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

Lösungen zu „Artbildung, Adaptive Radiation, Darwinfinken“

1. Warum gibt es keine adaptive Radiation der Finken auf dem Festland?

Die ökologischen Nischen sind längst durch andere spezialisierte Arten

(Spechte, Kernbeisser etc.) besetzt.

2. Wären so viele Arten auch bei einer Erstbesiedlung durch Spechte oder Kolibris

entstanden? Bei hochspezialisierten Arten ist eine Anpassung an neue

Nahrungsquellen durch Mutation sehr viel unwahrscheinlicher.

3. Was würde wohl geschehen, wenn man heute nochmals Finken vom Festland

auf den Galapagos aussetzen würde? Sie würden vermutlich aussterben,

da praktisch alle ökologischen Nischen schon besetzt sind.

4. Was könnte der Turm zu Babel, Autos und Handys mit der Adaptiven Radiation

zu tun haben?

Gemäss der biblischen Sage von der babylonischen Sprachverwirrung entstanden

dort die verschiedenen Sprachen. Dialekte und Sprachen verhalten sich sehr

ähnlich wie Lebewesen bezüglich Evolution bzw. Wandel, Neubildung und Adaptiver

Radiation.

Auch Autos und Handys zeigten nach ihrer Erfindung ein ähnliches Bild wie die

Adaptive Radiation mit einer schnellen Anpassung an viele Nischenfunktionen

(Sportwagen, Familienwagen, Lastwagen, Panzerwagen, Rennwagen etc., bzw.

Handys mit Kamera, MP3, Terminkalender, Spezialausführungen für Geschäftsleute

oder Senioren etc.)

Museumspädagogik NMBE, Mai 09 mr 15


Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

Artbildung

Vom Buch- zum Teydefink

Aufgaben

1. Kommentiere anhand des Lehrfilms in Stichworten wie man sich die Artentstehung

erklärt. Füge jeweils die Nummern der zugehörigen Cartoons an und

korrigiere unten deren Reihenfolge.

2. Beschreibe anhand der Grafik unten inwiefern die Artumwandlung eine Voraussetzung

für die Artaufspaltung ist.

3. Diskutiere die Möglichkeiten, was geschehen könnte, wenn man den Teydefink

(Blaufink) der Kanaren auf dem Festland aussetzen würde.

4. Ist dir sonst in der Ausstellung noch ein Buchfink begegnet. Warum ist er dort

und wie ist er wohl zu seinem Namen gekommen?

5. Nenne mindestens 3 Tierarten, bei denen die Aufspaltung in eigenständige

Arten sich erst kürzlich (geologisch gesehen) vollzogen hat oder noch im

Gang ist.

1 2 3

Museumspädagogik NMBE, Mai 09 mr 16


Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

Lösungen zu „Vom Buch- zum Blaufink - Artbildung „

1. Reihenfolge der Illustrationen: 2, 3, 1

2. Ablauf der Artbildung:

- Räumliche Trennung einzelner Buchfinken vom Rest der Population, indem sie

eine Sturm auf die Kanaren bläst.

- Anpassung an die neue Umgebung oder Veränderung durch sexuelle Selektion:

grösser, bläuliches Gefieder der Männchen, neuer Balzgesang.

- Bei erneutem Eintreffen von Buchfinken vom Festland sind die Unterschiede so

gross geworden, dass keine Kreuzung mehr stattfindet. Der blaue Buchfink ist

zum Teydefink, zu einer eigenen Art, geworden.

3. Teydefink auf dem Festland:

A. Er könnte sich gegen den einheimischen Buchfink (oder andere Vögel) nicht

behaupten und würde aussterben.

B. Er wäre konkurrenzstärker als der Buchfink und würde diesen mit der Zeit

verdrängen.

C. Er würde seine eigene ökologische Nische finden wie auf den Kanaren und

beide Arten könnten nebeneinander leben.

4. Ein weiterer Buchfink sitzt auf dem grossen Buch des burgerlichen Stammregisters.

Seinen Namen hat er aber natürlich von der Buche, dessen Nüsschen er gerne

frisst.

Museumspädagogik NMBE, Mai 09 mr 17


Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

Artbildung: Forelle blau und gelb

Arten ändern sich über die Generation hinweg durch Anpassungen und Zufälle. Werden Populationen

getrennt, so entwickeln sie sich in unterschiedlicher Weise. Es kommt zu Unterarten

und schliesslich zu neuen Arten. Die einheimische Forelle zeigt je nach Gewässer bereits

deutliche Unterschiede. Es handelt sich noch um Unterarten, da es immer noch, wenn auch

selten, zu einem Austausch mit den andern Populationen kommt. Ähnliche Aufspaltungen gibt

es in der Schweiz auch bei Vipern, Mauereidechsen, Schmetterlingen oder analog bei

menschlichen Dialekten.

Aufgabe

− Welchen Weg müsste eine Bachforelle bewältigen, um sich mit einer Marmorata

Forelle zu paaren? Wie gross wäre die Distanz etwa, wenn die Schweiz West-Ost

im Vergleich etwa 300 km misst?

Lösung: Aare, Rhein, Nordsee, Ärmelkanal, Iberische Halbinsel, Str. von Gibraltar, Str. von Sizilien,

Adria, Po, Tessin. Distanz ca. 7200 km.

− Bestimme anhand der Modelle in der Vitrine die Forellen auf den Zeichnungen.

− Notiere oder markiere die wichtigen Unterscheidungsmerkmale.

− Koloriere die Zeichnungen möglichst naturgetreu.

Museumspädagogik NMBE, Mai 09 mr 18


Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

Stammesgeschichte / Humanevolution 1

Aufgaben

1. Trage in die Zeitlinie unten ein:

− Die Hominidenarten, die als Schädel in der Ausstellung vorhanden sind (ohne

Schimpanse, Gorilla, Orang Utang und Gibbon)

− Homo neanderthalensis (130'000 – 30'000 Jahre vor heute)

− Den letzten gemeinsamen Vorfahren von Schimpanse und Mensch

− die ersten Steinwerkzeuge (2.5 Millionen Jahren)

− die erste Nutzung und Beherrschung des Feuers (ca. 800'000 Jahren).

− den Beginn des Eiszeitalter (seit 2.6 Millionen Jahre) und die Nacheiszeit (seit

11'000 Jahren)

2. Wie könnten unsere Nachfahren in 500'000 oder in einer Million Jahren aussehen?

Zeichne eventuell auch Zwischenschritte ein, um den Ablauf klar zu machen. Benenne

den Selektionsdruck (die Umweltbedingungen), die zu deinem Zukunftsmenschen

führen könnten.

Du kannst aber auch die gleiche Evolutionsrichtung (natürliche Selektion) annehmen,

wie sie in den letzten 4 Millionen Jahre vorherrschend war (auch wenn diese zurzeit

durch Kultureinflüsse nicht mehr gilt).

3. Wegen des nach wie vor spärlichen Fundmaterials sind für die Paläoanthropologen

verschiedene Interpretationen möglich. Nach mehrheitlich europäischer Auffassung

gilt zurzeit die in der folgenden Grafik dargestellte Vorfahrenreihe für den Homo

sapiens. Welches sind die wesentlichen inhaltlichen Unterschiede zum Stammbaum

in der Ausstellung, der eher von amerikanischen Forschern vertreten wird?

Museumspädagogik NMBE, Mai 09 mr 19


Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

Lösungen zu „Stammesgeschichte / Humanevolution“

1.

− das Schädelvolumen vergrössert sich.

− die Zähne und der Kiefer verkleinern sich

− das Gesicht wird „flacher“, die Stirn steiler, die Überaugenwülste kleiner

3. Nach dem Stammbaum in der Vitrine wären Homo erectus, Homo habilis, Homo

rudolfensis, Australopithecus afarensis und africanus sowie Ardipithecus keine Vorfahren

des heutigen Menschen, sondern nur ausgestorbene Seitenäste ohne Nachkommen.

Museumspädagogik NMBE, Mai 09 mr 20


Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

Stammesgeschichte

Humanevolution: Körper- und Hirngrösse

Aufgabe

1. Welche Merkmale verändern sich bei den Schädeln der Hominiden im Laufe der

Zeit?

2. Zeichne die Entwicklung der Schädelkapazität und Körpergrösse in das Koordinatensystem

unten ein.

Name Alter

Schädelvolumen

in Millionen Jahren in cm 3

max. Grösse

in cm

1. Homo sapiens ab 0.2 1400 190

2. Homo neanderthalensis 0.25 – 0.03 1600 160

3. Homo erectus 1,85 – 0.3 940 185

4. Homo ergaster 1.9 – 1.4 850 185

5. Homo rudolfensis 2.5 – 1.8 750 155

6. Australopithecus 3 – 4 500 150

afarensis

(Proconsul, nicht eintragen) 26 -14 170 175

Schimpanse (zum Vergleich) heute 400

Gehirngrösse

in cm 3

4

3 2 1

0

Körpergrösse

in cm

200

180

160

140

120

100

Museumspädagogik NMBE, Mai 09 mr 21

80

60

40

20

0


Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

Stammesgeschichte

Humanevolution: Vom Schädel zum Porträt

Aufgabe

Versuche die folgenden bildhaften Rekonstruktionen mit Hilfe der ausgestellten

Schädel einem der erwähnten Hominiden zuzuordnen, d.h. setze die Nummern der

Porträts hinter den entsprechenden Namen:

Bemerkung: Die Bilder sind von verschiedenen Illustratoren nach Schädelrekonstruktionen oft aufgrund

weniger gefundener Bruchstücke gezeichnet worden. Dabei auch ist viel Fantasie eingeflossen, denn

weder über Haare, Hautfarbe, Nasen- und Ohrenform weiss man Genaueres. Die Bildnummern haben

keinen Zusammenhang mit den Nummern der Schädelkopien in der Vitrine.

Proconsul

Kenyanthropus

Australopithecus afarensis

Australopithecus africanus

Homo rudolfensis

Homo ergaster

Homo erectus

Homo sapiens

Paranthropus bosei

Paranthropus robustus

Pan, Schimpanse

1

5 6

9

rekonstruiertes Porträt

2

10

3

7

11

Museumspädagogik NMBE, Mai 09 mr 22

8

4

12


Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

Lösung zu „Humanevolution: Vom Schädel zum Porträt“

rekonstruiertes Porträt

Proconsul 7

Kenyanthropus 1

Australopithecus afarensis 9

Australopithecus africanus 3

Homo rudolfensis 10

Homo ergaster 4

Homo erectus 6

Homo habilis 2

Homo sapiens 11

Paranthropus bosei 5

Paranthropus robustus 12

Pan, Schimpanse 8

Museumspädagogik NMBE, Mai 09 mr 23


Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

Stammesgeschichte / Humanevolution

Die Entwicklung der Menschheit von Erich Kästner (1899 - 1974)

Einst haben die Kerls auf den Bäumen gehockt,

behaart und mit böser Visage.

Dann hat man sie aus dem Urwald gelockt

und die Welt asphaltiert und aufgestockt,

bis zur dreißigsten Etage.

Da saßen sie nun, den Flöhen entflohn,

in zentralgeheizten Räumen.

Da sitzen sie nun am Telefon.

Und es herrscht noch genau derselbe Ton

wie seinerzeit auf den Bäumen.

Sie hören weit. Sie sehen fern.

Sie sind mit dem Weltall in Fühlung.

Sie putzen die Zähne. Sie atmen modern.

Die Erde ist ein gebildeter Stern

mit sehr viel Wasserspülung.

Sie schießen die Briefschaften durch ein Rohr.

Sie jagen und züchten Mikroben.

Sie versehn die Natur mit allem Komfort.

Sie fliegen steil in den Himmel empor

und bleiben zwei Wochen oben.

Was ihre Verdauung übrigläßt,

das verarbeiten sie zu Watte.

Sie spalten Atome. Sie heilen Inzest.

Und sie stellen durch Stiluntersuchungen fest,

daß Cäsar Plattfüße hatte.

So haben sie mit dem Kopf und dem Mund

Den Fortschritt der Menschheit geschaffen.

Doch davon mal abgesehen und

bei Lichte betrachtet sind sie im Grund

noch immer die alten Affen.

Aufgaben

1. Kommentiere das Gedicht von E. Kästner aus biologischer Sicht.

2. Lebewesen sind niemals so „perfekt“ an die Umwelt angepasst, dass keine Verbesserungen

mehr möglich wären. Sie sind nur soweit entwickelt, dass die Art gerade

überlebt.

Nenne 3 körperliche Eigenschaften des Menschen, die deiner Meinung nach „verbesserungswürdig“

für das Überleben des Homo sapiens sind. Gibt es dazu nach einer

Diskussion mit Kollegen und Kolleginnen auch Gegenargumente oder begründete

Zweifel?

Antwort: Unter den gegenwärtigen Lebensbedingungen erscheinen z.B. folgende menschlichen

Merkmale schlecht angepasst:

- Kurzsichtigkeit (bis 50%), vermutlich durch häufigeres Nahfokussieren in der Jugend.

- Rückenprobleme, vermutlich durch häufigeres Sitzen statt ganzheitlicher Bewegung

- Geburtskomplikationen, bedingt durch den engen Geburtskanal (die Beckenform ist für den

aufrechten Gang notwendig) und dem grossem Kopf des Kindes

Museumspädagogik NMBE, Mai 09 mr 24


Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

Stammesgeschichte

Ammoniten

Ammoniten sind keine Schnecken

sondern gehören wie Tintenfische zu

Wie ein lebender Ammonit

den Kopffüssern. Sie lebten während

ausgesehen haben könnte.

340 Millionen Jahren. Sie entstanden

vor ca. 400 Millionen Jahren und

starben vor 65 Millionen Jahren

zusammen mit den Dinosauriern infolge

eines Meteoriteneinschlages aus. Sie

bildeten in dieser Zeit über 30'000

verschiedene Arten, die oft geologisch

gesehen nur kurze Zeit lebten. Diese

kurzlebigen Arten können von Geologen als so genannte

„Leitfossilien“ zum vergleichenden Datieren von Gesteinsschichten verwendet

werden.

In der Vitrine ist ein geologisch kurzer Zeitabschnitt von 4 Millionen Jahren dargestellt,

in der sich über 20 neue Arten von Ammoniten entwickelt haben.

Viele weitere Ammonitenarten aus anderen Zeiten findest du übrigens gleich neben

der Evolutionsausstellung im Raum Vielfaltsspektrum in einer der mechanischen

Schubladen.

Aufgaben (die Fossilien sind bei der Museumspädagogik zu beziehen)

1. a) 3 der 5 Ammoniten vor dir sind Abgüsse, die du auch in der Vitrine der Ausstellung

findest. Bestimme sie.

Merke: Die Grösse von Ammoniten ist kein eindeutiges Merkmal für die Artbestimmung,

da sie auch von Alter und Geschlecht abhängt.

1. b) Wie unterscheiden sich die 5 Arten abgesehen von der Grösse?

2. Wie viele Zwischenformen und Artaufspaltungen sind von der Ursprungsart bekannt?

Die Lösung lässt sich mit Hilfe des Stammbaums in der Vitrine finden.

Lösungen zu „Ammoniten“

1. a) Die beiden Fossilien mit einem x in der Beschriftung gehören nicht zum Zeitausschnitt,

der in der Ausstellung gezeigt wird. Für die übrigen gilt:

kleinster Ammonit (43307): Amauroceras wertheri

mittlerer Ammonit (4330 26: Amaltheus margaritatus Morphotyp striatus

grösster Ammonit: Pleuroceras hawskerense Morphotyp elaboratum

2. Zwischen den beiden Arten Oistoceras figulinum und Pleuroceras solare yeovilense

sind 6 Ammonitenarten ausgestellt.

Museumspädagogik NMBE, Mai 09 mr 25


Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

Stammesgeschichte - Evolution der Pferde

Aufgaben

1. Nenne drei Unterschiede zwischen den Skeletten des Paläotheriums (in der Computeranimation)

und dem des modernen Pferdes. In der Ausstellung ist es ein Pony

d.h. ein Pferd mit einer Schulterhöhe von weniger als 148 cm. Das tapirähnliche Paläotherium,

das vor 30 - 45 Millionen Jahren lebte, gehört nicht zu den Vorfahren der

Pferde, ist diesen aber nahe verwandt.

2. Ordne die Bilder der Vorfahren der heutigen Pferde unten in eine zeitliche Reihenfolge:

Welche Vorderfüsse gehören zu welchem Tier? Fülle dazu die Tabelle aus.

Art Millionen Jahre

vor heute

Pferd seit 4

Merychippus 18 - 11

Mesohippus 40 - 25

Hyracotherium 60 - 45

Rekonstruktionszeichnung

Nr. A

Vorderfussknochen

Nr. B

3. a) Trage die Tiere auf der Zeitskala ein.

3. b) Vergleiche die Evolution der Pferde zeitlich mit der des Menschen, d.h. trage

auch den ersten Urmenschen (Homo) in der Skala ein.

Jahrmillionen vor heute

A1

A2

A3 A4

Die Zeichnungen sind nicht im gleichen Massstab.

Paläotherium vor 45-30 Millionen Jahren

B1 B2

B3 B4

Museumspädagogik NMBE, Mai 09 mr 26


Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

Lösung zu Evolution der Pferde

1. Paläotherium: viel kleiner, runder Rücken, kürzere und angewinkelte Beine

2.

Art Millionen Jahre

vor heute

Rekonstruktionszeichnung

Nr. A

Pferd seit 4 A 4 B 2

Merychippus 18 - 11 A 1 B 3

Mesohippus 40 - 25 A 2 B 4

Hyracotherium 60 - 45 A 3 B 1

3.

Hyracotherium

Jahrmillionen vor heute

Mesohippus

Vorderfussknochen

Nr. B

Merychippus

Homo

Pferd

Museumspädagogik NMBE, Mai 09 mr 27


Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

Darwin: Vorwissen, neues Wissen, noch nicht Gewusstes

Aufgabe

Welche Begriffe und Mechanismen zur Evolution, die du auf den Puzzleteilen an der

Stirnwand des mittleren Korpus siehst, kannte man schon vor Darwin, welche hat

Darwin entwickelt und neu erkannt, welche kamen seither dazu?

Alter der Erde ca. 4.5 Milliarden

Vererbungsregeln und -mechanismen

Kontinentalverschiebung

Individualität der Lebewesen, Variabilität

Mutationen

natürliche Selektion

sexuelle Selektion

künstliche Selektion

Erdalter über 6000 Jahre

Erklärung der Weibchenauswahl

Erklärung für Kooperation

Erklärung für Altruismus (Tierstaaten)

Kampf ums Dasein

Arten verändern sich

Arten sterben aus

Arten entstehen neu

erbliche Anpassung

Weibchen sind wählerisch

Lösung zu Darwins Vorwissen

vor Darwin

bekannt

von Darwin

erkannt

Darwin unbekannt

vor Darwin von Darwin Darwin unbe-

bekannt erkannt kannt

Alter der Erde ca. 4.5 Milliarden x

Vererbungsregeln und -mechanismen x

Kontinentalverschiebung

Individualität der Lebewesen, Variabilität

x

Mutationen x

natürliche Selektion x

sexuelle Selektion x

künstliche Selektion x

Erde über 6000 Jahre alt x

Erklärung der Weibchenauswahl x

Erklärung für Kooperation x

Erklärung für Altruismus (Tierstaaten) x

Arten verändern sich x

Arten sterben aus x

Arten entstehen neu x

erbliche Anpassung x

Weibchen sind wählerisch x

Museumspädagogik NMBE, Mai 09 mr 28


Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

Darwin

Beagle, der kleine Spürhund

Aufgabe

Bei welchen der 6 Schiffe unten handelt es sich gemäss dem Aufriss- und Grundrissplan

um die Beagle?

1 2

Lösung zu „Darwin - Beagle, der kleine Spürhund“

Die Schiffe 1 und 5 stellen die Beagle dar

3

5 6

Aufriss und Grundriss der Beagle

Museumspädagogik NMBE, Mai 09 mr 29

4

1


Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

Darwin

Galapagos-Guckkasten

Aufgabe

Wir basteln ein kleines Diorama, das die Galapagosinseln zeigt in der Zeit als

Darwin sie besucht hat.

Halbiere ein festes Blatt A4 der Länge nach. Falte diesen Streifen zur Hälfte

handorgelförmig gemäss Abbildung. Der eine der ungefalteten Teile wird mit

einem Hintergrundbild bemalt: z.B. die in einer Bucht vor Anker liegende

„Beagle“. Der andere Streifen enthält den Vordergrund, vielleicht mit einigen

Tieren auf Lavabrocken und vor allem mit einem grossen Fenster als

Durchblick. Den oberen Rand lässt du aus Stabilitätsgründen stehen. Nun

kommen zwischen die Falten der Handorgel noch ein oder zwei Kulissen als

Mittelgrund mit grossen Fenstern. Miss dazu die Länge aus, schneide sie

mit Laschen zum Einkleben zurecht und bemale sie, bevor du sie hineinleimst.

Auf ihnen könnte etwa Darwin auf der Jagd nach Insekten und

Vögeln zu sehen sein.

Zur Inspiration mögen unten einige Fotos der Galapagos dienen. Wer

nicht alles zeichnen mag, kann auch Elemente aus den Fotos

ausschneiden, nachdem er sie auf die gewünschte Grösse kopiert hat.

Museumspädagogik NMBE, Mai 09 mr 30


Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

Darwin: 5000 Briefen, ein Original

Aufgabe

Versuche zumindest einen Satz in Darwins Handschrift in der Einladung an den Berner

Geologen Bernhard Studer zu entziffern. Vergleiche deinen Vorschlag später mit

der Abschrift (Transkription). Fehlerfrei?

Hier die ersten 3 Zeilen, um dich an das Schriftbild zu gewöhnen:

enquire about his plans. Prof. Sedgwick, who knows

more than anyone of Wales is scarcely ever in

London for more than a day or two.—

Museumspädagogik NMBE, Mai 09 mr 31


Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

Darwin: 5000 Briefen, ein Original

(Fortsetzung)

Museumspädagogik NMBE, Mai 09 mr 32


Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

Lösungen zu Darwin: 5000 Briefen, ein Original

ausgestellter Brief von Charles Darwin an den Berner Geologen und Professor

Bernhard Studer vom 4. Juli 1847, Leihgabe der Burgerbibliothek Bern

Transkription:

Down Farnborough Kent

July 4 th

[Seite 1 (nicht sichtbar, da auf Rückseite)]

Dear Sir

On my return home from Oxford, I found your interesting & obliging letter, which by an unfortunate

mistake had not been forwarded to me at Oxford, & consequently I did not make acquaintance

with your friend & countryman. I have, also heard that the pamphlet, which you

have been so kind as to give me, has arrived at Park St. (my Brother's house) & I shall get it

at the end of this week.— I am very glad to hear that you purpose coming to England & I hope

that your tour may be in every way successful. I fear that there will be few, or no geologists in

London in the middle of August: M r Lyell has gone into Scotland; Sir R. Murchison, I believe,

starts soon for France, & the officers of the Geological Survey will no doubt be at work.— I

have some hopes M r Sharpe may be then in London, & he would be able to give you much

information about N. Wales; & I will write to him tomorrow to

[Seite 2]

enquire about his plans. Prof. Sedgwick, who knows more than anyone of Wales is scarcely

ever in London for more than a day or two.—

My house is 18 miles from London; & if you can spare the time I shall be truly glad to see you

here & will give you all the advice in my power. I shall be at home, I am almost sure, all August:

early in September, I shall be absent though only for a short time. I am, however, sorry

to say that you could not apply to a worse person for geological information respecting

England than myself; shortly after my return from my long voyage, I had a tedious & severe

illness, & I have never since recovered my strength & suppose I never shall. since I have

never geologised in any part of England, not even near my own house. I appear quite well,

but from being a strong man, I am become incapable of any continued muscular exertion; or

indeed of much exertion of mind, for even conversation, if it excites me, tires me in a very

short time, so that I

[Seite 3]

am compelled to live a most retired life. What little assistance I can give, I will give with the

greatest pleasure, & shall be able anyhow to introduce you to more useful guides. I must

apologise for troubling you with so many particulars about myself, but I thought it better to

forewarn you that I am incapable of being of much service.— If you will be so good as to write

to me, as soon as you arrive in England, or soon before, telling me where I can address you

in London, I will answer you immediately & if you would like to come here at once I will direct

you the best way. In the mean time I will think of people to whom to introduce you.— I may,

perhaps, be able to lend you some books on English Geology, to carry with you on your

tour.— I hope you are able to speak some English, for I confess with very much shame, that I

cannot speak, though able to read with perfect ease, French.—

With every good wish, pray believe me, dear Sir, Your faithful & obed sert. | C. Darwin

Museumspädagogik NMBE, Mai 09 mr 33


Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

Darwin, kein Fachidiot

Aufgabe

Nenne mindestens 5 andere biologische Fachgebiete neben der Evolutionstheorie, in

denen Charles Darwin naturwissenschaftlich geforscht und publiziert hat. Hinweise

dazu findest du auf der Wandtafelzeichnung.

Lösungen zu „Darwin, kein Fachidiot „

weitere Forschungsgebiete:

− Botanik (fleischfressende Pflanzen, Bestäubung bei Orchideen, Kreuzbefruchtung,

Bewegung bei Pflanzen)

− Geografie (Atollbildung),

− Geologie,

− Zoologie (Korallen, Seepocken, Haustierzucht),

− Verhaltensforschung (Mimik),

− Ökologie (Regenwürmer und Bodenfruchtbarkeit), Züchtung von Pflanzen und

Tieren

Museumspädagogik NMBE, Mai 09 mr 34


Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

Darwin: zeitgenössische Mode

Aufgabe

Welche Kleider waren zur Zeit Darwins in Mode? Kreuze die Kleidungsstücke an, die

britische Ladies und Gentlemen zwischen 1809 und 1882 getragen haben.

Museumspädagogik NMBE, Mai 09 mr 35


1455 - 70

Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

Lösungen zu „Darwin: zeitgenössische Mode“

1823 - 28

1832 - 40

1871 - 77

1845 - 50

1580 - 90

1907 - 10

1755 - 65

Museumspädagogik NMBE, Mai 09 mr 36


Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

Bezug zum Lehrplan für die Primarstufe und Sekundarstufe I

Themenfelder im Lehrplan 95 des Kantons Bern Seite NMM 59:

Sich mit Vorstellungen und Fragen zur Entwicklung der Lebewesen befassen.

Bsp. Hypothese über die Abstammung der Arten (Evolution)

Vorstellungen in verschiedenen Religionen

Sich mit Leben und Werk von Menschen befassen, die Naturphänomene entdeckt

und erforscht haben.

Bsp. Hildegard von Bingen, Jan Ingen-Hauz, Joseph Priestly, Gregor Mendel

Persönliche Bemerkung des Autors:

Der Stellenwert der Evolutionstheorie, als vielleicht wichtigster Beitrag der Biologie

für das Verständnis des Lebens, ist im Bernischen Lehrplan 95 weit unter ihrer Bedeutung

eingestuft:

Der Begriff Evolution wird im ganzen Lehrplan nur einmal und in Klammern, im gleichen

Zug mit andern „Vorstellungen verschiedener Religionen“ erwähnt. Die Evolution

als blosse Hypothese (d.h. nur vermutete Gültigkeit) zu bezeichnen, ist tendenziös

und evolutionsfeindlich.

Die kreationistische und zu recht heftig widersprochene Einflussnahme im Lehrmittel

„NaturWert“ des Berner Lehrmittelverlags 2007 entsprach offensichtlich den Vorgaben

im Lehrplan, der damit ebenfalls der Revision bedarf, wenn er noch ernst genommen

werden soll.

In die gleiche Richtung deutet auch das Themenfeld „Naturforscher“:

Wieso wird als erstes Beispiel eine mittelalterliche Mystikerin zu behandeln vorgeschlagen,

die nie Naturforscherin war oder als solche gegolten hat und deren esoterisch-medizinische

Kräuterkunde weder einen wissenschaftlichen Anspruch hatte,

noch für das Naturverständnis irgendwelche bekannten Fortschritte gebracht hat?

Wieso kommen nicht an erster Stelle anerkannte Forscher zum Zug, die für Wissenschaft,

unseren Alltag und die Allgemeinbildung einen bis heute wichtigen Beitrag

geleistet haben wie Galileo Galilei, Isaac Newton, Charles Darwin, Louis Pasteur,

Albert Einstein, etc.? Zufall ist es wohl, dass der einzige erwähnte Forscher von Bedeutung,

Gregor Mendel, ebenfalls Klostervorsteher war.

Museumspädagogik NMBE, Mai 09 mr 37


Links

Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

http://de.wikipedia.org/wiki/%25s

Die vielen meist sehr zuverlässigen Infos zu allen relevanten Themen bez. Darwin

und Evolutionstheorie im Onlinelexikon Wikipedia sind sehr empfohlen aber hier nicht

zusätzlich aufgeführt.

http://darwin-online.org.uk/

Gesamtwerk Darwins inkl. Korrespondenz faksimiliert und transkribiert

http://www.biolib.de/

Originalausgaben der Werke Darwins online auf Deutsch (unter Autoren Charles

Darwin auswählen).

http://www.aboutdarwin.com/ Werk und Biographie Ch. Darwin mit vielen sonst kaum

zu findenden Fotos

http://home.datacomm.ch/biografien/biografien/wallace.htm

zu Alfred Russel Wallace

http://www.science-at-home.de/referate/kreationismus_argumente.php

Argumente für und wider den Kreationismus

http://schule-und-evolution.uwen.ch

Schule und Evolution. Kritische Reaktion auf das Lehrmittel NaturWert des Berner

Lehrmittelverlags

http://www.bibleserver.com/index.php

verschiedene Bibeln online

http://darwinawards.com/

Humoristisch “Honoring those who improve the species...by accidentally removing

themselves from it!”

http://www.darwinproject.ac.uk/darwin/search/advanced?query=addressee:%22Stud

er%2C+Bernhard%22

Korrespondenz Darwin – Bernhard Studer

Museumspädagogik NMBE, Mai 09 mr 38

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