Es war einmal ein Fink - Naturhistorisches Museum Bern

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Es war einmal ein Fink - Naturhistorisches Museum Bern

Didaktisches Material zur Ausstellung „Es war einmal ein Fink

Artbildung, Adaptive Radiation

Darwinfinken

Definition der Adaptiven Radiation: Entstehung vieler neuer Arten in (erdgeschichtlich)

kurzer Zeit aus einer Stammform durch Einnischung (Leben in einer neuen ökologische

Nische).

Die Darwinfinken sind ein klassisches Beispiel für die Adaptive Radiation:

1. Vor ca. 10 Millionen Jahre werden vermutlich in einem Sturm einige wenige

Exemplare einer unspezialisierten Finkenart vom südamerikanischen Festland

auf eine der Galapagosinseln geblasen.

2. Durch Nahrungsvielfalt und fehlende Konkurrenz kommt es zu starker Vermehrung

und zu genetischer Vielfalt bei den Schnabelformen.

3. Von dieser Population gelangen wieder einige wenige auf eine Nachbarinsel,

wo sie sich mit ihren spezifischen Schnabelformen (Gendrift) auf einen Nahrungserwerb

spezialisieren (z.B. Kaktussamen) und sich weiter an diesen anpassen.

Besteht die Isolation lange genug, verändern sie sich gegenüber der

Stammpopulation so stark, dass bei erneuter Vereinigung keine Reproduktion

mit dieser mehr möglich ist. Sind die genutzten Nischen unterschiedlich genug

(keine Konkurrenz), können beide Arten nebeneinander leben.

4. Dieser Vorgang der Artneubildung wiederholte sich verschiedene Male, so

dass es heute 14 verschiedene Arten von Darwinfinken gibt.

Aufgaben

1. Warum gibt es keine adaptive Radiation von Finken auf dem Festland?

2. Wären so viele Arten vermutlich auch bei einer Erstbesiedlung durch Spechte

oder Kolibris entstanden?

3. Was würde wohl geschehen, wenn man heute nochmals Finken vom Festland

auf den Galapagos aussetzen würde?

4. Was könnten der Turm zu Babel, Autos oder Handys mit der Adaptiven Radiation

zu tun haben?

Museumspädagogik NMBE, Mai 09 mr 14