Früh übt sich, wer ein Meister werden will - Nord-Handwerk

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Früh übt sich, wer ein Meister werden will - Nord-Handwerk

Werkstattwoche für Kindergärten

Früh übt sich, wer ein

Meister werden will

Die Nachwuchssicherung im Handwerk ist eine der vordringlichsten Aufgaben.

Um zukünftig genügend Interessenten für eine Ausbildung im Handwerk

zu finden, luden die Kreishandwerkerschaften Flensburg Stadt und Land und

Rendsburg-Eckernförde Ende Mai Kindergartengruppen in ihre Werkstätten.

20 NordHandwerk Juli / August 2008

Fotos: Haumann

Die Idee, möglichst frühzeitig junge

Menschen an die Berufswelt und

hier speziell an handwerkliche Berufe heranzuführen,

ist nicht neu. Bereits 1998

führte die Kreishandwerkerschaft Flensburg

Stadt und Land eine mehrwöchige Kindergartenaktion

durch, die für riesigen Medienrummel

sorgte. Selbst das Fernsehen

berichtete von der Aktion, von der etliche

Kindergärten aus Flensburg, dem Umland

und sogar von der Insel Sylt profitierten.

Zur Neuauflage in diesem Jahr fanden sich

in Flensburg an fünf Tagen Vorschulkinder

aus sieben verschiedenen Kindergärten ein,

während die Rendsburger Kreishandwerkerschaft

ihre Premiere zunächst auf einen

Tag beschränkte.

Annähernd 150 Vorschulkinder

kamen so in den Genuss,

schwerpunktmäßig die

Berufe des Bau-, des Metall-,

des Kraftfahrzeug- und des

Tischlerhandwerks kennenzulernen.

So wurde gefeilt,

gemauert, gehämmert, gebohrt.

In Rendsburg entstand ein

kleines Haus, bei dem anschließend

sogar das Richtfest anstand. Standesgemäß

mit Richtkrone, an der – publikumsgemäß

– zur Belohnung Gummibärchen-

Tütchen auf die jungen Bauhandwerker

warteten. „Mit dieser Aktion wollen wir

den Kindern rechtzeitig demonstrieren,

dass es noch andere Berufe als die sogenannten

Weiße-Kragen-Berufe gibt“, betonte

Flensburgs Kreishandwerksmeister

Albert Albertsen.

Die Begeisterung, die die Vorschulkinder

in der neuen Umgebung einer richtigen

Werkstatt zeigten, übertrug sich auch auf

die beteiligten Meister und Lehrlinge, die

den Jüngsten mit Rat und Tat zur Seite

standen und auch auf die vielen neugierigen

Fragen eine Antwort parat hatten.

„Es ist wirklich schön, mit welchem Eifer

und welcher Neugierde die Kleinen am

Werk sind“, so einer der Beteiligten.

Der Tag wird den Kindern bestimmt in

Erinnerung bleiben. Zum einen wurden

Warnwesten, eine Spende der Kraftfahrzeuginnung,

verteilt. Zum anderen fertigte der

potenzielle Berufsnachwuchs in Flensburg

kleine Holzlokomotiven an, während in

Rendsburg ein vorgefertigter Holzschuh

nachgeschliffen wurde, an dem zukünftig

das Schleifebinden geübt werden kann. Diese

Exponate durften die Kinder am Ende

der Veranstaltung mit nach Hause

nehmen.

So nahmen die Kinder neben

diesen Andenken viele positive

Erfahrungen bei ihrem

Erstkontakt mit Berufen des

Handwerks mit, wenngleich die

Berufswünsche noch sehr vielgestaltig

sind. Für Philipp (6) stand

nach der Erlebnisreise durch die

Werkstätten fest, dass er „Power-Ranger“

werden möchte. Die fünfjährige Alina stellte

dagegen nach spannenden Stunden in

Rendsburg fest: „Mir hat es in der Bauhalle

am besten gefallen.“ Für Alexa war die

„Autowerkstatt am tollsten“.

Dass das Handwerk in eigener Sache

noch viel Imagepflege betreiben muss,

um auch die Vielfalt handwerklicher

Ausbildung in die Köpfe des potenziellen

Nachwuchses zu transportieren, bewies

die Aussage der kleinen Nina (6). Auf die

Frage, wie es ihr gefallen hat sagte sie: „Ich

will kein Handwerker werden, sondern

Friseurin.“


Handwerkskammer Flensburg

31. Begegnung zwischen Kirche und Handwerk

Offensiv sein und Themen besetzen

Die Kirche kämpft um Gläubige – das Handwerk um Kunden. Welche Trümpfe beide Seiten in der

Kommunikation nach außen ausspielen können und wie es gelingen kann, in Zukunft nachhaltige

Öffentlichkeitsarbeiten zu betreiben, war Thema der 31. Begegnung zwischen Kirche und Handwerk

im Gemeindehaus in Sterup.

Bei den vom Kirchlichen Dienst in der

Arbeitswelt (KDA) und der Handwerks-

kammer Flensburg gemeinsam veranstalteten

Begegnungen geht es stets um Themen, die

beide Institutionen „beschäftigen“. Beim dies-

jährigen Treffen im Gemeindehaus in Sterup

ging es um „Vom Kampf um Kunden und

Gläubige – Öffentlichkeitsarbeit in Kirche und

Handwerk“. Und auch hier wurden wieder

viele Gemeinsamkeiten aufgedeckt.

Zukunftssicherung

Flensburgs Kammerpräsident Carsten

Jensen betonte, dass gute Öffentlichkeitsarbeit

Zukunftssicherung bedeute. Als vorbildliches

Beispiel lobte er die seit mehreren Jahren

laufende Imagekampagne des französischen

Handwerks. „Mit witzigen, innovativen Kon-

zepten ist es gelungen, Bekanntheitsgrad und

Sympathiewerte deutlich zu erhöhen.“

Auch Bischof Hans Christian Knuth verwies

auf die Wichtigkeit von Öffentlichkeitsarbeit.

„Es geht um das systematisch geplante und

auch vertrauensvolle Bemühen, ein gutes

Image aufzubauen.“ Dass die Bedeutung

der Kirche gerade bei der Jugend rückläufig

sei, habe auch mit der wachsenden Kluft

zwischen kirchlicher Sprache und Alltags-

22 NordHandwerk Juli / August 2008

sprache zu tun. Hierauf müsse zukünftig

mehr geachtet werden.

Heinz Oberlach, NordHandwerk-Chefredakteur,

beleuchtete die zielgerichtete

Öffentlichkeitsarbeit im Handwerk. Hauptproblem

aus seiner Sicht: „Das Handwerk

stellt aufgrund seiner Vielfalt in der öffent-

lichen Wahrnehmung einen nicht klar abgrenzbaren

Wirtschaftsbereich dar.“ Die

Bedeutung des Handwerks sei dabei unbestritten.

Das, was Handwerk zukünftig

stärker kommunizieren müsse, seien Kernbotschaften.

Oberlach sprach dabei von „Alleinstellungsmerkmalen“

wie Einzelferti-

gung, Qualität, kompetente individuelle

Beratung, Zuverlässigkeit, das Vor-Ort-Sein

und auch die Bedeutung für eine funktionierende

Gesellschaftsstruktur.

Diese Kernbotschaften in den Zielgruppen

Jugendliche, Politik, Verwaltung und Medien

zu verankern, sei Aufgabe für die Zukunft.

Hierzu bedürfe es „transparenter Strukturen,

schneller Abstimmungsprozesse und einer

Professionalisierung der Ansprache.“ Öffent-

lichkeitsarbeit müsse imer „aktiv und offensiv

und nicht reaktiv“ sein.

Norbert Radzanowski, Pressesprecher der

Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen

Kirche, zeigte Parallelen auf. „Die kirchliche

Organisation mit Synoden, Bischofsämtern

und Kirchenämtern ist ähnlich diffus wie die

des Handwerks.“ Zwar sichere der Staats-

vertrag die Präsenz in allen elektronischen

Medien, dennoch müsse Kirche immer neu

erklärt werden. „Viele zumeist freiberufliche

Redakteure sind ohne Glauben und damit

ohne Kenntnis über Kirche.“ Es sei deshalb

auch wichtig, Alleinstellungsmerkmale „über

Köpfe und Themen“ zu transportieren. Dabei

forderte auch er, nicht nur auf Entwicklungen

zu reagieren, sondern „selbst die Offensive

zu suchen und Themen zu besetzen“.

Bundesweite Imagekampagne

In der anschließenden Diskussion wurde

die Bedeutung von Öffentlichkeitsarbeit

als Imageträger betont. Für Udo Hansen,

Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer

Flensburg, gibt es angesichts des drohenden

Fachkräftemangels nur eine Lösung:

„Da die Öffentlichkeit Handwerk nur mit

wenigen Berufen in Verbindung bringt,

brauchen wir dringend eine Kampagne,

um die Wirtschafts- und Gesellschaftsgruppe

Handwerk in ihrer Bedeutung richtig

darzustellen.“


Handwerkskammer Flensburg

Kreishandwerksmeister Belde lies

einige Veranstaltungen der letzten

Monate Revue passieren – darunter u. a.

den Handwerker-Frühschoppen in Büsum

als Plattform für die Kontaktpflege zu Politik

und Verwaltung. Die guten Kontakte zum

Kreis würde auch die Vergabe von Bauaufträgen

zeigen. „82 % des Bauvolumens

des Kreises verbleiben bei unseren Betrieben“,

so Belde. Rückblickend auf die 2.

Dithmarscher Bauhandwerkertage (siehe

Bericht S. 25) bekräftigte er die Notwendigkeit

derartiger Aktionen. „Nur mit solchen

Imagekampagnen ist es möglich, in Zukunft

Nachwuchs zu erhalten.“

Flensburgs Kammerpräsident Carsten Jensen

forderte „eine bundesweite Imagekampagne

für das Handwerk.“ Laut einer FORSA-Studie

wüssten gerade Jugendliche viel zu wenig

über das Handwerk. WVH-Präsident Ulrich

Mietschke blickte auf die Lobbyarbeit des

Wirtschaftsverbandes und zeigte auf, wie

handwerkspolitische Anliegen gegenüber

staatlichen und nicht staatlichen Institutionen

wahrgenommen werden.

Klaus Leuchter von der IKK Nord stellte

anschließend das in Kooperation der KHen

und der IKK Nord entstandene Projekt „esa –

eingliedern statt ausgliedern“ vor, das An-

fang 2008 gtestartet wurde. Vom Sozialminis-

terium für drei Jahre gefördert, bietet „esa“

ein Beratungsangebot mit anschließendem

Eingliederungsmanagement für Langzeiter-

krankte an, das aus Reha-Maßnahmen und zu-

sätzlichen Qualifizierungsangeboten besteht

und eine möglichst schnelle Reintegration in

den Arbeitsprozess ermöglichen soll. Weitere

Infos unter www.esa-sh.de.


Handwerkskammer Flensburg

++ AUSSENWIRtScHAFtStIcKER ++

Außenwirtschaftsberatungsstellen*

der Handwerkskammern informieren:

Länderveranstaltung

Dänemark in Lübeck

Handwerksbetriebe, die planen, in Däne-

mark tätig zu werden, können sich am

9. Juli 2008 von 17 bis 19.30 Uhr in der

Handwerkskammer Lübeck rund um das

Thema informieren. Konkrete Tipps zur

Kundengewinnung, Informationen zur

gesamten Auftragsabwicklung, zur neuen

Meldepflicht für entsandte Mitarbeiter

sowie zur Position der dänischen Gewerkschaften

werden die Themen sein.

Die Teilnahme ist kostenfrei.


Handwerkskammer Flensburg

Baugewerbe-Innung Rendsburg

Jörn Arp neuer Obermeister

Die Baugewerbe-Innung Rendsburg

stellte auf ihrer Frühjahrstagung mit

den anstehenden Vorstandswahlen die

Weichen für die Zukunft. Als Nach-

folger des bisherige Obermeisters Klaus

Howes, der aus Altersgründen nicht

mehr kandidierte, wurde einstimmig

der 43-jährige Zimmerermeister Jörn

Arp aus Wattenbek gewählt. Als dessen

Stellvertreter wurde Claus Pahl aus

Jevenstedt bestätigt. In den Vorstand gewählt

wurden ebenfalls Norbert Grimm

(Fockbek), Dirk Schmalfuss (Büdelsdorf),

Bernd Krey (Brammer), Lennart

Medin (Hanerau-Hademarschen) und

Kai-Hermann Reese (Bordesholm).

Unter großem Beifall dankte die Versammlung

Klaus Howe für 15 Jahre

engagierte Obermeistertätigkeit. Auch

Gerhard Reese schied nach zwölf

Jahren aus dem Vorstand aus. Über

aktuelle Themen des Baugewerbes wie

das Tariftreuegesetz, den Mindestlohn,

das Qualifizierungssystem „Meisterhaft“

und die Präqualifikation referierte anschließend

der Hauptgeschäftsführer

des Baugewerbeverbandes Schleswig-

Holstein, Georg Schareck.


Startschuss VR-Förderpreis

Der Mensch im Mittelpunkt

Auch in diesem Jahr stehen wieder 10.000 € zur Verteilung an, wenn es heißt, die Sieger des

VR-Förderpreises Handwerk 2008 zu ehren. Wirtschaftsminister Dietrich Austermann, Schirmherr

des Wettbewerbs, gab beim Vorjahressieger der Schmiede- und Bauschlosserei Heinrich

Przybyl aus Mühlenrade den offiziellen Startschuss für den VR-Förderpreis 2008.

Bereits zum 7. Mal wollen die

Volksbanken und Raiffeisen-

banken in Schleswig-Holstein vorbildliche

Handwerksbetriebe fördern und

auszeichnen. „Wir haben den VR-Förder-

preis Handwerk ins Leben gerufen, weil

wir das Handwerk als eine der tragenden

Säulen des Genossenschaftswesens sehen“,

begründete Bankdirektor Michael Brandt

als Vertreter der Volks- und Raiffeisenbanken

Schleswig-Holstein die Moti-

vation, den Förderpreis auszuloben.

Wirtschaftsminister Dietrich Austermann

dankte den Volksbanken und Raiff-

eisenbanken für ihr großes Engagement:

„Wir alle wissen, mit einer einmaligen

Ausbildung ist es heute nicht mehr getan.

Wenn man als Fachkraft mithalten

30 NordHandwerk Juli / August 2008

und als Betrieb innovativ sein will, dann

ist Weiterbildung unverzichtbar“, so

Austermann.

Kooperationspartner des VR-Förderpreises

ist die Handwerkskammer Schleswig-Holstein,

deren Präsidenten

Carsten Jensen

aus Flensburg und Horst

Kruse aus Lübeck sich

von diesem Wettbewerb

auch in Zukunft

einiges erhoffen. „Das

Handwerk wird zukünftig

noch sehr viel

für das eigene Image

tun müssen. Die Nachwuchssicherung

ist eine

der zentralen Aufgaben

Wirtschaftsminister Dietrich Austermann

wird von Thorsten Przybyl durch den

Betrieb geführt.

Es kann losgehen (v. li.): Michael Brandt,

Dietrich Austermann, Heinrich Przybyl und

Carsten Jensen geben den Startschuss.

der kommenden Jahre“, machte Jensen

deutlich.

Gut für das Image des Handwerks

Jensen zeigte sich überzeugt davon, dass

der Wettbewerb eine

hervorragende Möglichkeit

sei, um die Vielfalt,

Innovationskraft und

Leistungsfähigkeit des

Handwerks zu zeigen.

Gesucht werden bis

zum 15. Oktober 2008

Einzelbetriebe oder Ko-

Fotos: Grünke

operationen des Hand-

werks, die Vorbildliches

leisten – ganz egal auf

welchem Gebiet. Sei es

nun das Marketing, die Produktgestaltung,

unternehmerische Entwicklungskonzepte,

technologische Entwicklungen, Umweltmaßnahmen

oder besondere Ausbildungsleistungen.

Mit Letzteren setzte sich auch der Vorjahressieger,

die Schmiede- und Bauschlosserei

Heinrich Przybyl aus Mühlenrade

durch. Seit nunmehr 40 Jahren gibt es

den Betrieb und sowohl Firmengründer

und Inhaber Heinrich Przybyl als auch

sein Sohn Thorsten haben immer großen

Wert auf die Ausbildung „auch besonders

lernschwacher Jugendlicher“ gelegt. „Wir

wollen den Jungs ein Rüstzeug für ihr

Leben mitgeben“, so Heinrich Przybyl.

Thorsten Przybyl, Betriebsleiter im väterlichen

Betrieb und Obermeister der

hiesigen Innung, ergänzte: „Bei uns steht

der Mensch im Mittelpunkt, egal ob als

Kunde oder Mitarbeiter.“

Nach seiner Überzeugung schließe

menschliches und soziales Verhalten die

Wirtschaftlichkeit nicht aus. Dafür gab es

ausdrückliches Lob vom Schirmherrn des

VR-Förderpreises: „Wir wissen – jeder

wird gebraucht“, so Wirtschaftsminister

Austermann. Er hoffe auf weitere tolle

Ideen aus dem Handwerk.

WVH-Mitgliederversammlung

Neuer Name – bewährte Arbeit

37 Jahre war der Zusammenschluss der

Landesinnungsverbände und Kreishandwerkerschaften

als Wirtschaftsverband

Handwerk Schleswig-Holstein

e. V. bekannt – nun beschloss die Mitgliederversammlung,

sich in Zukunft

„Handwerk Schleswig-Holstein e. V.

– Vereinigung der Kreishandwerkerschaften

und Fachverbände“ zu nennen.

Präsident Ulrich Mietschke zog bei

der Mitgliederversammlung ein positives

Fazit der Arbeit des Wirtschaftsverbands:

„Wir sind ein Partner der

Politik.“

Jörn von Bülow, Geschäftsführer des

Schleswig-Holsteinischen Gemeindetages,

stellte den Delegierten den

Entwurf des Landesentwicklungsplanes

vor. Es handelt sich dabei um ein 150-

Jetzt sind Sie gefragt

Chancen auf den VR-Förderpreis 2008

haben insbesondere Handwerksbetriebe,

wenn sie vorbildliche oder herausragende

Leistungen folgender Art vorweisen

können:

• technische oder technologische Erneuerungen

• überzeugende Gestaltung handwerklicher

Produkte

• erfolgreiche unternehmerische Entwicklungskonzepte,

verbunden mit der

Sicherung und/oder Schaffung von

Ausbildungs- und Arbeitsplätzen

• beispielhafte kooperative Leistungen

handwerklicher Unternehmen zur Stärkung

ihrer gemeinsamen Wettbewerbsposition

• erfolgreiche unternehmerische Gesamtleistung

traditionsreicher Handwerksunternehmen

• vorbildliche Marketingkonzepte

Die Ausschreibungs- und Bewerbungsunterlagen

erhalten Sie landesweit bei

den Volksbanken und Raiffeisenbanken, den

Handwerkskammern und den Kreishandwerkerschaften

sowie im Internet unter

www.vr-schleswig-holstein.de.


SchleSwig-holStein

Handwerk im Landtag

„Demonstrative Nichtverfolgung“

Gleich mehrfach stand das Handwerk im Mai im Mittelpunkt von

Debatten des Landtags bzw. des Wirtschaftsausschusses. Der Landtag

debattierte über die Lage des Handwerks, im Wirtschaftsausschuss

ging es um die Bekämpfung der Schwarzarbeit.

Ausgangspunkt für die Debatten

waren in beiden Fällen sogenannte

„Große Anfragen“ der FDP-Fraktion an

die Landesregierung. Die Große Anfrage

„Schwarzarbeit in Schleswig-Holstein

wurde federführend vom Minister für Justiz,

Arbeit und Europa, Uwe Döring, die Große

Anfrage „Lage und Entwicklung des Handwerks

in Schleswig-Holstein“ vom Minister

für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr,

Dietrich Austermann, beantwortet.

Große Anfrage „Schwarzarbeit“

Bei einer öffentlichen Anhörung des Wirt-

schaftsausschusses des Schleswig-Holsteinischen

Landtages ging es um die Bekämpfung von

illegaler Beschäftigung, Schwarzarbeit und

anderen Formen der Schattenwirtschaft. Die

Positionen des Handwerks wurden dabei von

Ulrich Mietschke und Jan-Nikolas Sontag

(Wirtschaftsverband), Georg Schareck (Baugewerbeverband)

und Andreas Katschke

(Handwerkskammer Schleswig-Holstein)

vertreten.

32 NordHandwerk Juli / August 2008

Schätzungen gehen von einem Umsatz

von fast 350 Milliarden € für den Gesamtbereich

Schattenwirtschaft aus − Tendenz

steigend. Für die Bekämpfung der oftmals

existenzbedrohenden handwerksrechtlichen

Schwarzarbeit (Arbeiten in einem zulassungspflichtigen

Handwerk ohne Eintragung

in die Handwerksrolle) sind in Schleswig-

Holstein die Kreise, kreisfreien Städte und

Städte über 20.000 Einwohner zuständig.

Deren Arbeit beleuchtete Reinhard Sager,

Landrat des Kreises Ostholstein.

In den Kreisen Dithmarschen, Herzogtum

Lauenburg, Nordfriesland, Pinneberg, Schles-

wig-Flensburg, Stormarn sowie in der Hanse-

stadt Lübeck wurde 2007 kein einziger Bußgeldbescheid

erlassen. Lediglich 1.000 bzw.

1.500 € wurden in den Kreisen Rendsburg-

Eckernförde und Steinburg festgesetzt. Die

gemeinsame Ermittlungsgruppe der Kreise

Ostholstein/Plön, der sich Anfang 2008

die Stadt Neumünster angeschlossen hat,

verhängte 2007 Bußgelder in Höhe von

104.000 € und damit fast dreimal so viel wie

alle anderen Kommunen von Schleswig-

Holstein zusammen.

Angesichts dieser Zahlen sprach Andreas

Katschke von einer „demonstrativen Nichtverfolgung“

der Schwarzarbeit in weiten Teilen

von Schleswig-Holstein. Diese Untätig-

keit könne aufgrund der sozialschädlichen

Auswirkungen von Schwarzarbeit nicht hinge-

nommen werden. Er forderte die flächende-

ckende Einführung von (kreisübergreifenden)

Ermittlungsgruppen und schlug eine gemein-

same „Abschreckungskampagne“ von Hand-

werk und Politik vor.

Große Anfrage zur Lage im Handwerk

Obwohl zur besten Tageszeit angesetzt, war

das Interesse an der Antwort des Wirtschafts-

ministers Dietrich Austermann auf die Große

Anfrage „Lage und Entwicklung des Handwerks“

der FDP eher gering. Das schleswig-

holsteinische Handwerk befinde sich, so

Austermann, unter Berücksichtigung wich-

tiger wirtschaftlicher Kennzahlen wie Umsatz,

Beschäftigtenzahl und Ausbildungs-

leistung nach einer mehrjährigen Durststrecke

in einem deutlichen Aufwind. Diese

Auffassung wurde von den Vertretern der Re-

gierungsparteien SPD und CDU bestätigt.

Für die anfragende FDP-Fraktion sah der

Landtagsabgeordnete Heiner Garg die Situa-

tion deutlich kritischer. Tatsache sei, so Garg,

dass in den zurückliegenden Jahren viele

Betriebe aufgrund der schlechten wirtschaft-

lichen Situation aufgegeben werden mussten

und auch bei vielen bestehenden Betrieben,

u. a. wegen ungeklärter Nachfolgefragen,

die Zukunft ungewiss sei. Besonders gefähr-

lich für die künftige Entwicklung im Hand-

werk (Fachkräftemangel) sei die fehlende

Ausbildungsreife von immer mehr Schulab-

gängerinnen und Schulabgängern in

Schleswig-Holstein. Hierfür ist nach Auffassung

der Opposition die verfehlte Bildungspolitik

der zurückliegenden Jahre mit

verantwortlich. In seinem Resümee blieb

Wirtschaftsminister Austermann jedoch bei

seiner Einschätzung einer zurzeit durchaus

positiven Lage im schleswig-holsteinischen

Handwerk.


SchleSwig-holStein

Veranstaltungshinweis

„Einbrechen“ lernen

Frank Dekarz ist kein Einbrecher, er ist

selbständiger Tischlermeister aus Osterrönfeld

bei Rendsburg. Doch was er nach

seinem Besuch des Öffnungstechnikseminars

der QSN berichten könnte, wüsste

so mancher Genove gern. Seit 2003 gibt es

die Qualitätsgemeinschaft Sicherungstechnik

Nord e. V. (QSN), die als einheitlicher

Ansprechpartner in Sachen Einbruchprävention

fungiert. In Abstimmung mit den Landeskriminalämtern

stellt die QSN qualitativ

hochwertige Beratungen in Sachen Einbruchschutz

sicher. Die nächste anerkannte

Errichterschulung für mechanische Sicherungseinrichtungen

findet am 17./18. Juli

2008 im Fortbildungszentrum der Handwerkskammer

Lübeck statt.

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