Frauen sind mehr wert! - SPD-Ortsverein Sehnde

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Frauen sind mehr wert! - SPD-Ortsverein Sehnde

Frauen sind mehr wert!

Gute Arbeit für Frauen.

Garantiert existenzsichernd.

Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen - ASF


Frauen sind mehr wert!

Gute Arbeit für Frauen

garantiert existenzsichernd!

Frauen haben das Nachsehen auf dem Arbeitsmarkt

Die Erwerbsbiografie von Frauen, vor allem von Müttern, ist weiterhin geprägt von

geringer Bezahlung, prekären Beschäftigungsverhältnissen, Teilzeitbeschäf ti gung,

schlechten Aufstiegschancen und Erwerbsunterbrechungen aufgrund der Erziehung

von Kindern oder wegen der Pflege von Angehörigen. Das bleibt nicht ohne Folgen

für das Niveau der sozialen Sicherung bei Arbeitslosigkeit oder im Alter.

In unserem Aktionsplan Gleichstellung jetzt! haben wir unsere frauenpolitischen An forde

rungen an das SPD-Regierungsprogramm 2009 für Gute Arbeit für Frauen gestellt.

Gute Arbeit ist existenzsichernde Arbeit

Gleiche Bezahlung für gleichwertige Arbeit

Die Frauenerwerbsquote in Deutschland ist seit 2000 kontinuierlich ange stiegen

und lag Anfang 2008 bei 64,8 %, gegenüber 75 % bei Männern. Deutschland hat

da mit das bis 2010 angestrebte Lissabon-Ziel von 60 % erreicht.

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Frauen sind mehr wert!

Frauenarbeitszeiten in Europa

Doch ist der Anstieg der Frauenerwerbstätigkeit nicht mit einem entsprechenden

Anstieg des Frauen an teils am Arbeitszeitvolumen verbunden gewesen. Ursache

ist vor allem die steigende Teilzeitarbeit von Frauen in Westdeutschland. Mitte

2007 wurden über 4,7 Millionen Teilzeitbeschäftigte erfasst, gut 84 % davon

Frauen.

Es handelt sich also in erster Linie um eine Umverteilung von Erwerbsarbeitszeit unter

den Frauen und nicht um eine gerechtere Verteilung zwischen Männern und Frauen.

Die durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitsstunden von Frauen

betrugen 2006 in …

Ungarn

Polen

39,3 Stunden

37,8 Stunden

Frauen sind vorrangig zuständig für die Familienarbeit. Daran hat auch die Debatte

der letzten Jahre über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nichts Gravierendes

geändert.

Schweden

Frankreich

33,9 Stunden

33,6 Stunden

Im Gegenteil: 2006 arbeiteten verheiratete Frauen und Frauen mit Kindern deutlich

weniger Stunden pro Woche als 2001. Auch im 21. Jahrhundert gilt demnach noch

das veraltete Modell des männlichen Haupt ernährers und der weiblichen Zuverdienerin

- beides ze men tiert durch das geltende Steuersystem.

Wir halten daher an dem fest, was wir im Hamburger Programm der SPD von 2007

be schlossen haben: Wir wollen das Steuerrecht so umgestalten, dass es für Frauen

Italien

Großbritannien

Deutschland

Niederlande

24,3 Stunden

33,1 Stunden

31,4 Stunden

30,0 Stunden

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Quelle: IAQ-Report 2008

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Frauen sind mehr wert!

Die Traditionsfalle

keine Hürde darstellt, erwerbstätig zu werden, und ihrer beruflichen Emanzipation

nicht im Wege steht. Damit stellen wir uns an die Seite der zahlreichen Frauen und

Männer, die Erwerbs- und Familienarbeit partnerschaftlich teilen wollen.

Abhängig von der Zahl ihrer Kinder arbeiteten 2006

im Wochendurchschnitt …

Durchschnitt

35,5 Stunden

Armutsrisiko Minijob

Ohne

Kinder

Frauen

Männer

32,8 Stunden

39,6 Stunden

Vom stetigen Ansteigen der Zahl prekärer Beschäftigungsverhältnisse sind Frauen

besonders betroffen:

Mit

1 Kind

Frauen

Männer

27,6 Stunden

40,7 Stunden

n Die so genannten Minijobs haben Ende 2007 mit 7 Millionen einen Höchststand

erreicht

n Gut 70 % der Beschäftigten im Niedriglohnsektor sind Frauen

n Über 90 % der Minijobberinnen und Minijobber arbeiten unterhalb der Niedriglohnschwelle

- unabhängig von ihrer Qualifikation. Insbesondere die Aufhebung

der Begrenzung auf 15 Stunden pro Woche hat zu enormem Lohndumping geführt

n Weniger als 11 % der Frauen, aber 20 % der Männer schaffen nach 6 Jahren den

Ausstieg aus dem Niedriglohnbereich (IAB 2008)

Mit

2 Kindern

Mit 3 und

mehr Kindern

Frauen

Männer

Frauen

Männer

23,0 Stunden

22,2 Stunden

41,5 Stunden

41,6 Stunden

6

Quelle: IAQ-Report 2008

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Frauen sind mehr wert!

Verteilung der Erwerbstätigen im Jahr 2006

nach Beschäftigungsart

Erschwerend kommt hinzu, dass viele Frauen in Branchen und Sektoren arbeiten,

in denen typischerweise geringe Löhne gezahlt werden. Daher ist ein Großteil der

erwerbstätigen Frauen nicht in der Lage, auch nur den eigenen Lebensunterhalt

durch die eigene Erwerbstätigkeit zu sichern.

Für Frauen hat die geringfügige Beschäftigung fatale Folgen, weil sie durch die pau -

scha le Abgeltung keine eigenen Sozialversicherungsansprüche erwerben. Im Alter

drohen dann Minirenten statt Existenzsicherung. Und nur selten ist eine Nie driglohnbeschäftigung

für Frauen das Sprungbrett in eine existenzsichernde Arbeit.

Männer

Frauen

Arbeitszeit bei Minijobs wieder begrenzen!

8

0,3 1,9 0,3 1,6

4,9

5,5

5,0

% %

82,5

Vollzeit

Teilzeit

Geringfügig Beschäftigte

13,2

34,8

4,3

45,7

Heimarbeit, Volontäre, Praktikanten

Altersteilzeit

Auszubildende

Quelle: Statistisches Bundesamt 2008

Ein wichtiger Schritt zur Eindämmung geringfügiger Beschäftigung ist die Wiedereinführung

einer Obergrenze der erlaubten Arbeitszeit. Durch eine Begrenzung auf

nicht mehr als 15 Stunden pro Woche würde eine Aufteilung regulärer Arbeitsplätze

in geringfügige Beschäftigungsverhältnisse weniger attraktiv. Trotzdem bliebe das

von den Unternehmen gewünschte Maß an Flexibilität weiterhin erhalten.

Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit

Die Lohndiskriminierung von Frauen ist in Deutschland an der Tagesordnung

trotz verschiedener rechtlicher Vorgaben. Durchschnittlich verdienen Frauen

22 % weniger als Männer. Europaweit liegt der Abstand im Mittel bei 15 %. Und

während sich die Einkommenskluft zwischen den Geschlechtern seit 1995 europaweit

um 2 % verringert hat, ist sie in Deutschland in diesem Zeitraum sogar um

1 % angewachsen.

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Frauen sind mehr wert!

Im EU-Vergleich liegt Deutschland damit weit abgeschlagen auf dem drittletzten

Platz.

Wir müssen deshalb ein Durchsetzungsgebot zur Herstellung der tatsächlichen

Ent geltgleichheit gesetzlich verankern und die bestehenden Regelungen für den

Fall von Lohndiskriminierung im Sinne der Geschädigten ausweiten. Daneben

muss es betrieblichen Interessenvertreterinnen und -vertretern ermöglicht

werden, jederzeit die Eingruppierung und die Zahlung aller Entgeltbestandteile

überprüfen zu lassen und gegebenenfalls ein gerichtliches Überprüfungsverfahren

einzuleiten.

Mindestlohn schützt Frauen und Männer

Wir brauchen für Frauen und Männer, die in den unteren Lohngruppen arbeiten,

dringend eine Haltelinie nach unten. Die ASF fordert deshalb die Einführung eines

gesetzlichen Mindestlohns, wie ihn bereits 20 EU-Staaten umgesetzt haben - und

zwar mit großem Erfolg und nicht auf Kosten von Arbeitsplätzen. Großbritannien

hat es vorgemacht: Hier hat sich seit Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns

im Jahr 1999 die Lohnkluft zwischen Frauen und Männern verringert.

Sie wollen von ihrer Arbeit leben.

Ihre Familie und seine.

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Frauen sind mehr wert!

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Bessere Chancen für Alleinerziehende

Besonders schwer auf dem Arbeitsmarkt haben es die überwiegend weiblichen

Allein erziehenden: Obwohl für 58 % aller Alleinerziehenden-Haushalte eine Er werbstätig

keit die wich tigste Einnahmequelle ist, sind 43 % zusätzlich auf Leistun gen

nach dem SGB II - Sozialgesetzbuch II, Grundsicherung für Arbeits suchende - angewiesen.

Die SPD hat den Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem ersten

Lebens jahr durchgesetzt. Damit haben wir auch die Erwerbschancen von Alleinerziehenden

verbessert.

Daneben müssen aber auch Qualifizierung und Betreuung von Alleinerziehenden

durch die Arbeitsagenturen so verbessert werden, dass ihnen der Zugang zu existenzsichernder

Arbeit ermöglicht wird.

!

n Geschlechtergerechtigkeit auch im Erwerbsleben, damit alle Frauen von ihrer Arbeit

leben können. Wir brauchen Gute Arbeit, die Altersarmut verhindert und die ökonomische

Abhängigkeit von Frauen aufbricht.

Wir wollen:

Deshalb kämpfen wir für:

n die Einführung einer Individualbesteuerung anstelle des Ehegattensplittings zugunsten

des Ausbaus der Ganztagsbetreuung für Kinder

n die Abschaffung der Steuerklasse Fünf zugunsten einer gerechten Verteilung der

Steuerlast zwischen den Ehegatten

n gleiche Löhne für gleiche und gleichwertige Arbeit ohne Diskriminierung

n einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von mindestens

7,50 Euro

n die Beschäftigungsförderung insbesondere Alleinerziehender

n eine Sozialversicherungspflicht für alle Erwerbseinkommen (oberhalb einer

Bagatellgrenze)

n mindestens die Wiedereinführung der 15-Stunden-Begrenzung pro Woche und

eine Rentenversicherungspflicht für Minijobs (Beitrag trägt der Arbeitgeber)

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Die inneren Werte zählen.

Gleiche Qualifikation - gleiche Chancen!

Frauen sind mehr wert!

Nähere Informationen zur ASF

finden Sie auch auf unserer Internetseite

www.asf.spd.de

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Bitte nennen Sie mir eine Ansprechpartnerin der ASF in meiner Nähe!

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Und so erreichen Sie uns

Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen | ASF

Willy-Brandt-Haus, Wilhelmstr. 141, 10963 Berlin

Tel. 030/25991-447 | Fax 030/25991-525

asf@spd.de | www.asf.spd.de

Frauen sind mehr wert!

SPD Parteivorstand | ASF

Fax 030-25991525

Willy-Brandt-Haus

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10963 Berlin

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Februar 2009 | Bestell-Nr. 7120492 Gestaltung und Fotos: koko-berlin.de

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