Die Übertragungsgenauigkeit von okklusalen Verhältnissen in den ...

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Die Übertragungsgenauigkeit von okklusalen Verhältnissen in den ...

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beziehungsweise Formverzerrungen kommen (Meiners 1978, Millstein und Hsu

1994, Wöstmann und Vehring 1994, 1995, Vehring 1997, Jüde et al. 1997,

Rzanny et al. 2000, Viohl 2000, Borchers und Tschernitschek 2001, Nave

2001). Nach Viohl (2000) sind außerdem Abweichungen über 25 µm entsprechend

einer Dimensionsänderung von 0,1 % als kritisch anzusehen, wenn

Modellgüsse, Kronen oder Brücken mit einer Genauigkeit um 50 µm passen

sollen, und man Ungenauigkeiten bei der Modellherstellung um etwa den

gleichen Umfang zuläßt. Wie Tabelle 4 zeigt, so ist dies von den elastomeren

Werkstoffen am besten mit den additionsvernetzenden Silikonen erzielbar.

3.4.3.1 Silikone

Silikone werden im Handel je nach gewünschter Konsistenz mit unterschiedlicher

Kettenlänge, unterschiedlichem Füllstoff und Weichmacher angeboten.

Gebräuchliche Konsistenzen sind entsprechend der Norm DIN EN 24823 (DIN

1996): knetbar (sehr hohe Konsistenz Typ 0), schwerfließend (hohe Konsistenz

Typ 1), mittelfließend (mittlere Konsistenz Typ 2) und leichtfließend (niedrige

Konsistenz Typ 3). Entsprechendes gilt auch für die englischen Begriffe „putty“,

„heavy body“, „regular body“ und „light body“.

Silikone werden auch als Polysiloxane bezeichnet. So bestehen die Molekülketten

im wesentlichen aus Si-O-Gruppen (Siloxane). Die Verfestigung der Silikone

findet durch Kettenverlängerung und -verzweigung sowie insbesondere

durch Vernetzung der Kettenmoleküle untereinander statt. Hierdurch wird die

freie Beweglichkeit der Molekülketten gegeneinander (wie im flüssigen beziehungsweise

plastischen Zustand) mehr oder weniger beeinträchtigt. Hierzu sei

angemerkt, daß in einer polymeren Substanz der Zusammenhalt der Kettenmoleküle

im allgemeinen durch sekundäre Bindungen oder intermolekulare

Kräfte (auch als „van der Waalssche“ Kräfte bezeichnet) bewirkt wird, wobei

das Ausmaß dieses im Vergleich zur direkten chemischen Verbindung nur sehr

schwachen Zusammenhaltes die Beweglichkeit der Molekülketten sowie auch

in entscheidender Weise die Festigkeit des Polymers bestimmt. Lineare Molekülketten

sind in der Regel außerdem nicht gestreckt, sondern weisen eine un-

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