Vortrag Harriet Ellwein und Rasmus C. Beck - Wirtschaftsförderung ...

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Vortrag Harriet Ellwein und Rasmus C. Beck - Wirtschaftsförderung ...

Die Bedarfe der Unternehmen erkennen und zielgerichtet handeln:

Fachkräftemonitoring als Strategie

Harriet Ellwein

Teamleiterin „Menschen und Kompetenzen“

Wirtschaftsförderung Dortmund

Rasmus C. Beck

Projektleiter „Fachkräftemonitoring“

Wirtschaftsförderung Dortmund

2. Dortmunder Fachtagung zur Fachkräfteentwicklung

22.09.2010


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1. Menschen und Kompetenzen: standortorientierte

Fachkräfteförderung

Nachwuchsförderung:

• Motivierung von Kindern und Jugendlichen für MINT-

Fächer (z.B. KITZ.do)

• Runder Tisch Informatik und Schule zur IT-Nachwuchsförderung

Schaffung branchenbezogener Kompetenz:

• JOY – Wettbewerb für IT Azubis

• Dortmunder MST Summer School für Studierende

Berufsorientierung:

• Angebote zur Berufsorientierung beim Übergang von

der Schule in die Ausbildung oder die Hochschule (z.B.

AbiturientInnenbindung)

• JOBtec – Motor für Deine Zukunft

Bindung von Hochschul-AbsolventInnen:

• z.B. mit Fokus auf ausländische Studierende

• Vernetzung von IT- oder Logistik-Studenten mit

Dortmunder Unternehmen

2. Dortmunder Fachtagung

22.09.10


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2. Konzeptioneller Wandel:Datenlage verbessern

Ende 2008 wurde als weiteres

strategisches Instrument ein

empirisches Fachkräftemonitoring

eingerichtet:

– Handlungsnotwendigkeit:

Verknappung von qualifizierten

Arbeitskräften als Dauerthema mit

„konjunkturellen Schwankungen“

– Datenlage:

„harte“ Daten zu Arbeitslosigkeit

oder branchenbezogenen

Beschäftigten-zahlen

(Arbeitsagentur, IHK), tatsächlicher

Bedarf der Betriebe als „black box“

2. Dortmunder Fachtagung

22.09.10


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3. Fachkräftemonitoring : Nachfrage messen

• Das FKM flankiert Bemühungen der

Branchenentwicklung des Hauses für

wissensintensive Branchen:

– IT-Wirtschaft

– Logistik

– Produktionswirtschaft

• Zentrales Ziele des FKM-Projekts:

– empirische Befunde statt gefühlter

Bedarfe

– eigene Aktivitäten und Projekte an

den tatsächlichen Bedarfen

ausrichten

– Dialog mit Unternehmen zu den

eigenen Handlungsnotwendigkeiten

und Optionen intensivieren

– Kurskorrekturen in der Aus- und

Weiterbildung initiieren

2. Dortmunder Fachtagung

22.09.10


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4.1. Methodik : schlankes und anwendbares Design

2. Dortmunder Fachtagung

22.09.10

• Das FKM ist schlank konzeptioniert:

– Jährlich stattfindend

– Branchenbezogen

– Stichprobenartige Erhebungen für

branchenspezifische Trends und

Prognosen

• Das FKM ist langfristig angelegt und

beinhaltet auf Basis von bestehenden Daten

– quantitative Erhebungen

– qualitative Experteninterviews

• Definitionsmerkmale von Fachkräften

waren:

– Abschlüsse an einer Hochschule

– berufsqualifizierende Ausbildungen zu

Technikerinnen/Technikern

– Meisterinnen/Meister, Facharbeiter/-

innen

• 2010 haben sich insgesamt 470

Unternehmen beteiligt (2009: 250)


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4.2 Der Fachkräfteanteil in der Dortmunder Wirtschaft

2. Dortmunder Fachtagung

22.09.10

• Ausgangslage:

Wie im Vorjahr nehmen Fachkräfte in allen

befragten Unternehmen eine Hauptrolle ein

• Dies bedeutet konkret:

In allen drei Branchen sind „Fachkräfte“ der

Hauptteil an der Gesamtzahl der Mitarbeiter

• Empirische Schlussfolgerung:

Ein Strukturwandel hin zur Spezialisierung

von Arbeitskräften und

Qualifikationsprofilen ist bereits vollzogen

• Besonderheit:

In dem hohen Fachkräfteanteil lässt sich die

Krise 2009/2010 gut ablesen

(Freisetzungen von weniger qualifiziertem

Personal)


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4.3 Offene Stellen und deren Qualifikationsstruktur

• Offene Stellen zum

Befragungszeitpunkt:

In allen Branchen wiesen mindestens rund

10% der Unternehmen offene Stellen für

Fachkräfte auf

• Logistik (11,4%)

• Produktionswirtschaft (11,7%)

• IT-Branche (14,5%)

• Besonderheit:

Diese Zahlen spiegeln nicht die Datenlage

des letzten Jahres wieder.

Dies ist auf die abwartende Haltung zur

Konjunkturentwicklung zurück zu führen

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4.4 IT-Wirtschaft: Personalprognosen für 2010

IT-Wirtschaft:

• Ausgangslage:

• 32,4% der Unternehmen planen

Neueinstellungen für 2010

• Qualifikationsprofil:

Diese Unternehmen suchen zu fast 80%

Hochschulabsolventen

• Probleme bei der Besetzung offener

Stellen:

65% der Unternehmen haben offene

Stellen bereits seit drei Monaten und

länger vakant

2. Dortmunder Fachtagung

22.09.10

• Gründe:

Fehlende Grundqualifikation der Bewerber

oder zu hohen Lohn- bzw.

Gehaltsvorstellungen


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Exkurs: IT-Wirtschaft - Datentiefe

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4.5 Logistik und Produktionswirtschaft: Personalprognosen

für 2010

• Besonderheit:

Viele Unternehmen suchen

Hochschulabsolventen (43,5%), bes.

Informatiker und Ingenieure

• Besonderheit:

31,5% der Betriebe erwarten

Neueinstellungen für 2010 und nur 3,6%

planen Personalabbau

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4.7 Geplante Neueinstellungen für 2010 in allen Branchen

• Neueinstellungen:

2010 möchten durchschnittlich rund 30% der

Unternehmen neue Mitarbeiter einstellen

• Abwartende Stimmung in der

Personalpolitik:

Über 60% der Unternehmen zunächst keine

Neueinstellungen, halten aber ihre

Fachkräfte

• Der Job-Kahlschlag bleibt aus:

Nur rd. 10% planen 2010 den Abbau von

Arbeitsplätzen

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4.8 Fachkräftemangel: ein Problem für Dortmund

• Exemplarisches Beispiel:

In der IT-Wirtschaft haben im Moment 14,5 % der

Unternehmen offene Stellen

• Die Frage nach dem Betroffensein von einem

Fachkräftemangel sowohl in der gesamten

Branche als auch im eigenen Unternehmen gibt

allerdings andere Anhaltspunkte:

• 20,4 % gaben an, sich von einem

Fachkräftemangel betroffen zu fühlen (2009:

35,2 %)

• Weitere 46,7 % denken, dass dies für die

gesamte Branche der Fall sei (2009: 74,2 %)

• 51,5 % gaben an, sich überhaupt nicht mehr

betroffen zu fühlen

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• Im Vorjahr sahen nur knapp 27 % die

Situation so entspannt


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5. Bewertung: das Dortmunder Fachkräftemonitoring

2. Dortmunder Fachtagung

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• Die Differenz aus dem „gefühlten“

Fachkräfte-mangel und den offenen Stellen

zeigt keinen empirischen Engpass

• „Blue collar-“ und „white collar“ -Fachkräfte

werden gesucht (Handwerk)

• Unternehmen halten in der Krise qualifizierte

Mitarbeiter

• Der subjektive -nicht statistisch erfassbare-

Fachkräftemangel der Unternehmen ist nicht

zu unterschätzen

• eine „gefühlte“ Verknappung und gleichzeitig

erhöhte Nachfrage zu Fachkräften trotz

Krise

• Kein ausgewogenen Verhältnis in Zukunft:

Der Demographische Faktor ist

„krisenresistent“

„Nach der Krise ist vor dem Fachkräftemangel“


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6. Handlungskorridor: Fachkräfteentwicklung gezielt

unterstützen

• Das FKM ist mit seiner Fokussierung auf lokaler

Ebene im Aufwand überschaubar, effektiv und

praktikabel

• Es ermöglicht durch seine regelmäßige

Wiederholung Aussagen zu konjunkturell

bedingten Sonderthemen:

• Ausbildungssituation in Dortmund,

• Qualifikationspotenziale bei Migranten,

Älteren und Frauen)

• Zusatzthemen können „angedockt“ werden:

Absolventenstudie

• Das Projekt FKM ist ein Impulsgeber zur

strategischen Entwicklung von Angeboten und

Dienstleistungen

2. Dortmunder Fachtagung

22.09.10

• Aus dem Projekt und seinen Ergebnissen werden

Initiativen flankiert oder initiiert...


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7. Beispiele für Projekte (1/2): Mit Bioinformatik gegen die

Schweinegrippe - Runder Tisch Informatik und Schule

• Ausgangspunkt: Fachkräfte- und Nachwuchsmangel

im IT-Bereich, kein Informatik Leistungskurs (LK)

• Mitglieder: IT-Unternehmen, networker westfalen

e.V., IHK, Schulen, Schulverwaltung, Dortmunder

Hochschulen, Agentur für Arbeit

Moderation: Wirtschaftsförderung

• Ziele: zur Stärkung des Informatikunterrichts

beitragen, Nachwuchs für die IT-Branche gewinnen

• Arbeitsschritte, Ergebnisse

+ Studie liefert Ergebnisse zu Schülermotivation,

Fachlehrermangel, curricularen Bedingungen etc.

+ Einrichtung einer Lehrerstelle nach Lobbyarbeit

+ 2009: 2 Informatik-LKs in Dortmund

+ 2010: Katalog von IT-Unterrichtsmodulen

(doIT@Do) für verschiedene Unterrichtsfächer,

breite Bewerbung

2. Dortmunder Fachtagung

22.09.10


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7. Beispiele für Projekte (2/2): „Ein Job in Dortmund“ –

Anwerbung oder Bindung von ausländischen Fachkräften

• Ziel: Bindung von AbsolventInnen Dortmunder

Hochschulen an den Standort

• Zielgruppe: ausländische Studierende

Dortmunder Hochschulen, MINT-Fächer

• Kooperationspartner: Akademisches

Auslandsamt der TU-Dortmund

• Aktivitäten (Juni 2010):

+ Bustour zu Dortmund als Hightech-Standort

+ Diskussion mit Ausländerbehörde, IHK,

Agentur für Arbeit

+ 75 TeilnehmerInnen aus vier Kontinenten

• Nächster Schritt: Diskussionsrunden mit

Dortmunder Unternehmen

2. Dortmunder Fachtagung

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8. Kontakt

Harriet Ellwein

Wirtschaftsförderung Dortmund

Töllnerstr. 9-11, 44122 Dortmund

Fon: 0231-50 29240, Fax: 50-26295

harriet.ellwein@stadtdo.de

Rasmus C. Beck

Wirtschaftsförderung Dortmund

Töllnerstr. 9-11, 44122 Dortmund

Fon: 0231-50 29215, Fax: 50-26295

rasmus.beck@stadtdo.de

2. Dortmunder Fachtagung

22.09.10

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