Roland Emmerich - FOCUS MediaLine

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Roland Emmerich - FOCUS MediaLine

Männer, Mode, Stil

mann!OKTOBER 2011

Roland

Emmerich

Ungewohnte Pose:

Der deutsche Blockbuster-Regisseur

diesmal vor der Kamera

ER & SIE HERBST-LOOKS

AUTOS YOUNGTIMER

ESSAY NICO ROSBERG


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MANN INHALT

Angezogen: Roland Emmerich

modelt und plaudert über Hollywood

FOCUS „mann!“

FOCUS Magazin Verlag GmbH, Arabellastraße 23, 81925 München, Postfach 81 03 07, 81903 München, Telefon: 0 89/92 50-0, Fax: 0 89/92 50 - 20 26

Herausgeber: Helmut Markwort

Chefredakteur: Uli Baur

Stellvertetende Chefredakteure: Markus Krischer, Carin Pawlak

Art Director: Bardo Fiederling

Titel: Eva Dahme

Chef vom Dienst: Sonja Wiggermann

Konzeption & Redaktion: Elke Hartmann-Wolff,

Marika Schaertl

Mitarbeiter dieser Ausgabe:

Stefan Grundhoff, Barbara Jung, Matthias Koth-Markgraf

Grafik: Heike Noffke

Bildredaktion: Rüdiger Schrader (Ltg.)

Dokumentation/Schlussredaktion: Petra Kerkermeier (Ltg.)

Produktion/Herstellung: Ernst Frost, Helmut Janisch,

Christoph von Schiber

FOCUS 40/2011

Abgefahren: Youngtimer sind für viele

Männer das Objekt der Begierde

Bildtechnik: Harry Neumann (Ltg.)

Bildbearbeitung: Reinhard Erler (Ltg.)

Redaktionstechnik: Ingo Bettendorf; Stephanie Speer

FOCUS „mann!“ erscheint in der FOCUS Magazin Verlag

GmbH.

Verantwortlich für den redaktionellen Inhalt: Uli Baur

Die Redaktion übernimmt keine Haftung für unverlangt

eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen.

Nachdruck ist nur mit schriftlicher Genehmigung

des Verlags gestattet. Dieses gilt auch für die Aufnahme

in elektronische Datenbanken und Vervielfältigungen

auf CD-ROM. Sofern Sie Artikel aus FOCUS-Spezial

in Ihren internen elektronischen Pressespiegel

übernehmen wollen, erhalten Sie die erforderlichen

Rechte unter www.presse-monitor.de oder unter Telefon:

0 30/28 49 30, PMG Presse-Monitor GmbH.

Ausgesucht: Die aktuelle Herbstmode

für sie und ihn macht gute Laune

Modeshooting: Regisseur Roland Emmerich – ausnahmsweise vor der Kamera ............................... 4

Alte Liebe: Junggebliebene fahren auf die Autos ihrer Kindheit ab ................................................... 12

Haarspalterei: An der Körperrasur scheiden sich die Geister ............................................................. 16

Am Morgen danach: Neuheiten im Beauty-Regal ............................................................................... 17

Gastronomie: Ein Berliner Restaurant kocht Paläo-Küche – Essen wie in der Steinzeit .................... 18

Essay: Rimowa-Chef Dieter Morszeck erzählt von der Faszination Fliegen ........................................ 27

Er & Sie: Streifzug durch die Großstadt in coolen Herbstoutfi ts .......................................................... 28

„Was haben Sie denn an?“ Der Brite Jeremy Hackett erklärt, was einen Gentleman ausmacht ..... 36

Stilratgeber: So fi nden Sie das perfekte weiße Hemd ......................................................................... 38

Sex und die Schuhe: Jimmy-Choo-Gründerin Tamara Mellon weiß, worauf Frauen stehen ............. 40

Hotspot: Rennfahrer Nico Rosberg schreibt über seine Trauminsel Ibiza .......................................... 42

Anzeigenverkauf für FOCUS „mann!“:

Carolin Cleven, Telefon 0 89/92 50-2091,

Fax: 0 89/92 50-2494, carolin.cleven@focus.de

Verantwortlich für den Anzeigenteil: Kai Sahlfeld,

Arabellastraße 23, 81925 München,

Telefon: 0 89/92 50-29 50, Fax: 0 89/92 50-29 52.

Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 22,

gültig seit 1. Januar 2011.

Druck: Burda GmbH, Hauptstraße 130, 77652 Offenburg,

Telefon: 07 81/84 01; printed in Germany

Director Operations: Andreas Struck

Director Finance: Vernon von Klitzing

Director Marketing: Ingo Müller

Geschäftsführer: Burkhard Graßmann, Andreas Mayer

Verleger: Dr. Hubert Burda

Foto: Peter Rigaud, Dirk Spath/beide FOCUS-Magazin, Porsche

3


MANN BEKENNTNISSE

»Ich?

Einen Oscar?«

Hollywood-Regisseur Roland Emmerich steht ausnahmsweise mal

vor der Kamera und präsentiert Mode. Und spricht über falsche Bescheidenheit,

kleine Budgets und George Clooneys Sex-Appeal

Parkett als Bühne: Emmerich trägt

im Kinosaal der Münchner Filmhochschule

einen braunen Samtanzug

mit Satinstreifen von BOSS Selection.

Seidenhemd, BOSS Selection. Socken,

Falke. Schuhe, Salvatore Ferragamo

FOCUS 40/2011


»Ich bin modisch nicht so der verrückte

Typ. Ich ziehe mich immer gleich an –

T-Shirt, Hemd und Jeans. Nur in London

kleide ich mich feiner, mit schicken

Mänteln und Schals«

Roland Emmerich

Grauer Wollmantel mit Samtkragen

und Hose, Polo Ralph Lauren.

Hemd, Olymp. V-Pullover aus Kaschmir

und Wolle, Etro

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Wollmantel und Hose, Salvatore Ferragamo. Rollkragenpullover, Lagerfeld. Schnürboots aus Rindsleder, Red Wing Shoes

Roland Emmerich kommt

eine halbe Stunde zu früh

an diesem sommerleichten,

26 Grad warmen

Tag zum Fotoshooting in

München-Schwabing. Unpünktlichkeit

gräme ihn,

erklärt der 55-Jährige, gebürtiger Schwabe.

Heute posiert er nicht hinter, sondern vor

der Kamera, präsentiert für FOCUS Männermode.

Sogar einen kanariengelben Overall

streift er ohne Mucken über. In acht Minuten

ist er frisiert, gepudert, ohne großes Bohei.

Zwischen An- und Ausziehen fi ndet er

Lob für die brandneue Filmhochschule. Ende

der Siebziger hat Emmerich im Vorgängergebäude

zwischen Plüschsessel-Kinos und

150-Kilo-Kameras studiert und beichtet: „Ich

habe gar keinen richtigen Abschluss.“ Die

Hochschule hat ihm dann, als er längst Hollywood-Star

(„Independence Day“) war, das

Abschlusszeugnis einfach nachgesandt.

Herr Emmerich, wie fühlt sich so ein Tag

als Fotomodell für jemanden an,

der sonst die Regieanweisungen erteilt?

Ein bisschen unangenehm. In der Regel

mache ich so etwas nicht. Aber es ist ja

auch cool hier auf dem Set.

Wie modeaffi n sind Sie denn?

Beim britischen Karomantel vorhin habe ich

gestreikt. Der verrückte Typ bin ich nicht.

Ich ziehe mich ja immer gleich an – T-Shirt,

Hemd, Jeans. Nur in London kleide ich mich

feiner, mit schicken Mänteln und Schals.

Kaufen Sie selbst ein?

Nein, mein Freund Omar sucht für mich aus.

Er sagt immer: Musst du immer das Gleiche

anziehen?! Er überredet mich dann zu

modischeren Sachen, und am Schluss fi nde

ich die auch toll.

Tragen Sie bei harten Verhandlungen mit den

Bossen der Filmstudios auch mal Anzug?

Nein, wozu? Eine Weile habe ich mich

für Pressetermine schicker angezogen –

dunkelblaues Jackett mit Krawatte. Dann

habe ich mir die Fotos angesehen und gedacht:

Das bin ich doch gar nicht.

Geben Sie richtig Geld für

Mode aus?

Ja. In letzter Zeit habe ich öfter teure Anzüge

gekauft, beispielsweise von dem New

Yorker Designer Thom Browne. Ich mag

auch Boss, das ist preiswerter. Aber ich

bin keiner, der auf den Preis guckt und zum

Ausverkauf rennt. Das Gute an meinem Beruf

ist, dass ich relativ viel Geld verdiene

und mich um solche Sachen nicht mehr

sorgen muss.

Wir haben gehört, dass Sie neuerdings

auch Sport treiben.

Ja, mit einem Personal Trainer. Wenn man

in mein Alter kommt, muss man was machen.

In der Schule habe ich mich immer

vor dem Sportunterricht gedrückt. Der war

mir ein Graus – genauso wie der Religionsunterricht.

FOCUS 40/2011 7


8 FOCUS 40/2011


»Ich kompensiere in meinen Filmen

irre viele Lebensängste, nicht

bloß Flugangst. Das Komische ist:

Wenn ich einen Film drehe,

bin ich völlig angstfrei«

Roland Emmerich in der HFF, vor der Alten Pinakothek

Trachtenweste aus Leinen, Baumwolle und Leder,

Almsach. Hemd und Jeans, Peak Performance

(alles gesehen bei Ingolstadt Village)

Fotos: Peter Rigaud c/o shotview photographers

Styling: Gabriela Santighian

Grooming: Susan Voss-Redfern c/o fame

Produktion: Eva Dahme

Vielen Dank an die HFF München.

9


MANN BEKENNTNISSE

Sind Sie mittlerweile vom Fitnesswahn in

Hollywood infi ziert?

Nein, ich trinke gern mal zwei, drei Gläser

Weißwein mittags beim Lunch. Da wird man

in Los Angeles gleich angeguckt, als wäre

man ein Alkoholiker. Die Amerikaner sind da

übertrieben drauf. Aber ich vermute, dass

sie dafür heimlich Drogen nehmen.

Sie wollten Amerika immer wieder mal

verlassen, aus Ärger über die Politik.

Das hat sich geändert seit Barack Obama.

Als er gewählt wurde, sagte ich: Jetzt werde

ich Amerikaner. Seit einem halben Jahr

habe ich einen US-Pass. Das bedeutet ja

auch Anteilnahme am Land. Ich frage mich

gerade zurzeit häufi g: Was kann ich, Roland

Emmerich, tun für das Land?

Sie haben in Ihren Blockbustern wie

„The Day After Tomorrow“ Themen wie den

Klimawandel als Entertainment verpackt.

Wäre nicht der aktuelle wirtschaftliche

Niedergang Amerikas ein Filmstoff für Sie?

Nein, ich bin zu fassungslos, was da passiert,

mit der Wirtschaft, der Verschuldung.

Da läuft einiges schief.

Eines Ihrer politischen Anliegen ist der

Umweltschutz.

Mein Haus in Los Angeles ist mit Solaranlagen

ausgestattet, und ich stifte viel

Geld für grüne Organisationen. Mein guter

Freund Harald Kloser, der Filmkomponist,

sagt trotzdem immer: „Du bist ein Öko-

Heuchler – du fährst einen Zwölfzylinder.“

Ich glaube, so eine Schwäche muss man

sich erlauben. Ich steuere halt gern Sportwagen.

Aber ich unterstütze die Grünen in

Deutschland sehr, obwohl ich seit 20 Jahren

in Amerika lebe.

Könnten Sie sich vorstellen, wieder ganz

nach Deutschland zu ziehen?

Nein, obwohl ich eine große Wohnung in

Berlin habe. Es liegt am schlechten Wetter.

Und daran, dass es in Deutschland so

viele Verbote gibt.

Ihren neuen Shakespeare-Film „Anonymous“

drehten Sie in Babelsberg. Wie war es,

nach sündteuren Hollywood-Produktionen

plötzlich einen relativ kleinen Film für

schmale 26 Millionen Dollar zu produzieren?

10

Ich bin ein Romantiker. „Anonymous“

kommt meiner Vorstellung vom perfekten

Glück als Filmemacher ziemlich nahe. Natürlich

werde ich auch weiterhin große Filme

machen wie „Independence Day 2“.

Aber wegen der kleinen Filme wie „Anonymous“,

die man selber auf der Leinwand

sehen will, weiß ich, warum ich dieses Geschäft

überhaupt mache.

Glauben Sie, dass Sie mit „Anonymous“

dem Oscar näher kommen?

Überhaupt nicht. Ich hoffe, dass meine

Schauspieler nominiert werden. Wenn den

Film ein anderer gemacht hätte, würde ich

sagen: Oscar. Aber ich: Niemals! Steven

Spielberg hat ja auch ein paar Filme gemacht,

bis ihm der Oscar verliehen wurde.

Sie hatten sich mit dem „Titanic“-Thema

befasst, bevor James Cameron es

zum Welthit verfi lmte. Wurmt Sie das?

Ja, das ärgert mich. Ich hatte damals

viele Bücher über die „Titanic“ gelesen und

war von dem Thema fasziniert, als mich

jemand auslachte und sagte: „Da ist schon

Cameron dran.“

Sie haben Spielberg und Fassbinder als

Genies bezeichnet, sich selbst

als Handwerker. So bescheiden?

Die falsche Bescheidenheit habe ich hinter

mir. Heute sehe ich mich als Künstler.

Welchen romantischen Film hätten

Sie gern gedreht?

»Ich kann mir nicht vorstellen, nach

Deutschland zu ziehen. Es liegt am schlechten Wetter.

Und an den vielen Verboten«

Roland Emmerich

„Cinema Paradiso“.

Wer ist der umgänglichste Hollywood-Star?

Mel Gibson. Weil er selbst Filmemacher ist

und weiß, dass Schauspieler-Zickereien am

Set gar nicht gehen.

MIt wem würden SIe einen Tag

tauschen wollen? Beeindruckt Sie zum

Beispiel George Clooneys Sex-Appeal?

Ja. Wir saßen neulich gemeinsam in einem

kleinen Flieger, in dem es uns wegen Turbulenzen

aus den Sitzen gehoben hat. Er ist

im Gegensatz zu mir cool geblieben. Und

ich dachte: Der hat Charisma, ist nett, sieht

verdammt gut aus. Der Hammer.

Wie wichtig ist es heute fürs Einspielergebnis,

mit den Großen wie Angelina

Jolie und Johnny Depp zu drehen?

Das wird zunehmend unwichtiger. Es gibt

nur noch ganz wenige Schauspieler, die Zuschauer

in die Kinos ziehen. Das sind Leonardo

DiCaprio, Adam Sandler, Johnny Depp

und Will Smith. Bei den Frauen nur noch Angelina.

Wobei mir Emma Stone sehr gefällt.

Supergoldig. Die wird weit kommen.

Von Ihnen stammt das Zitat,

Kunst entstehe aus Kompensation. Was

kompensieren Sie mit Ihren Filmen?

Zum Beispiel das Verhältnis zu meinem Respekt

einfl ößenden Vater, der mir viel Liebe

gegeben hat – und Ratschläge. Ob ich wollte

oder nicht. Ich kompensiere viele Lebensängste.

Ich habe irre viele, nicht bloß Flugangst.

Das Komische ist: Wenn ich einen

Film mache, bin ich völlig angstfrei und mache

mir keine Sorgen über Misserfolge.

Existenzangst mussten Sie als Spross aus

betuchtem Hause wohl nie haben.

Nein, aber ich habe schon an der Filmhochschule

andere Leute unterstützt. Trotzdem

hieß es immer: Der macht den größten Film,

weil ihn sein Vater fi nanziert. Stimmte gar

nicht. Irgendwann war mir das egal.

Stimmt es, dass Sie am Tisch immer für

alle zahlen?

Ja, ich bin schon großzügig. Aber ich bin

auch Schwabe.

Wie muss man sich Ihr Szeneleben in

Los Angeles vorstellen – sind Sie auf Du

und Du mit ganz Hollywood?

Nein, es gibt während der Oscars vier, fünf

Partys, wo man alle trifft. Danach ist man

froh, dass es wieder vorbei ist.

Ihre Nachbarin ist Helen Mirren. Wie ist

das Verhältnis?

Ich sehe sie einmal im Jahr, sie dreht ja die

ganze Zeit. Ich treffe eher ihren Mann, wir

reden dann über die Pfl ege der Hecken. Früher

habe ich die Nähe von Schauspielern

mehr gesucht, aber da muss man sich richtig

anstrengen. Ich bin gut befreundet mit

John Cusack oder Jeff Goldblum. Bei mir ist

das Haus immer offen. Meine Partys gelten

als ziemlich gut und sehr relaxed.

Sie gaben unlängst hierzulande ein offenes

Interview über Ihren Freund Omar und eine

mögliche Hochzeit. Wären Sie in Amerika

ebenso offenherzig bei dem Thema?

Ach, klar, man wird älter. Früher hat keiner

gewusst, dass ich schwul bin, heute ist

mir das wurscht. Ich fi nde es wichtig, dass

man zu politischen Themen wie der Homosexuellen-Ehe

Stellung bezieht. Ich weiß

natürlich von schwulen Schauspielern, die

sich verstecken müssen. Aber das ist das

Tolle daran, Regisseur zu sein: Man kann

sagen, was man will. Who cares?

INTERVIEW: ELKE HARTMANN-WOLFF /

MARIKA SCHAERTL

FOCUS 40/2011


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S W I T Z E R L A N D


MANN MOTOREN

Papas

Liebling!

12

Mit dem Kauf von Youngtimern

erfüllen sich Autoliebhaber den Traum

ihrer Kindheit. Der Markt für die

jungen Klassiker aus den achtziger

und neunziger Jahren brummt

BMW 635 CSi

Die gepfeilte Schnauze und die Doppelscheinwerfer geben dem

Klassiker in Chrom aus dem Jahr 1981 einen zeitlosen Look, der derzeit sehr gefragt

ist. Mit diesem Coupé startete BMW seine 6er-Baureihe

FOCUS 40/2011


Porsche 911 Carrera 3.2

Das 231 PS starke G-Modell aus dem Jahr 1985 ist die Youngtimer-Ikone

schlechthin. Schwer gefragt ist der Werks-

Turbo-Look wie hier in der Lackierung Kristallgrün-Metallic

Mercedes-Benz 230 CE

Schauspieler Matthias Schweighöfer fährt das Coupé

W123 C in der Komödie „Zweiohrkücken“. In vielen

Kinofi lmen spielen Young Classics derzeit eine Rolle

Männer zwischen 30 und 50 Jahren haben ein neues Spielzeug.

In die Jahre gekommene Sportwagen aus den Achtzigern

wie ein Porsche 911 Carrera erfreuen sich einer

ebenso großen Beliebtheit wie ein Ford Granada oder VW

Golf GTI. Dass Männer Oldtimer lieben, ist nichts Neues. Automobile

Preziosen vom Typ Jaguar E-Type, der legendäre Mercedes 300 SL Flügeltürer

oder aber ein Porsche 356 stehen seit Jahren in der Gunst der

gut betuchten 40plus-Generation.

Oldtimer-Rallyes wie Silvretta Classic, der sommerliche Kurvenspaß

im ebenfalls österreichischen Ennstal oder gar die italienische Krönungsveranstaltung

Mille Miglia fi nden viele Anhänger. Gleiches gilt für Oldtimer-Treffen

wie die Essener Techno Classica oder den Oldtimer-

13

Fotos: Mercedes, BMW, Michael Goermann


Grand-Prix am dauerverregneten Nürburgring. Doch abseits aller pseudoelitären

Automobilinteressen der Vergangenheit hat sich ein neuer Trend

gebildet: Youngtimer. Die Autos aus den achtziger und neunziger Jahren

sind in. Im Unterschied zu Oldtimern sind sie bezahlbar, alltagstauglich

und bringen dem Fahrer die eigene Jugend auf eine ganz neue

Art zurück.

Wer sich einen dunkelgrünen Jaguar XK 120 in die Garage stellt, kann

sich an die Zeiten, als der schnelle Brite in Le Mans um Ruhm und Ehren

rang, wohl kaum noch erinnern. Bei einem Youngtimer sieht das ganz

anders aus. Die Modelle, zwischen 15 und 30 Jahren alt, sind aktuell

der letzte Schrei auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Ein beigefarbener Ford

Granada 2.0 L mit dem seidig weichen Zweiliter-V6 und schmalen 90 PS

ist dabei ebenso begehrt wie ein leistungsstarker Porsche 944 – gern

als besonders dynamische S2-Version.

Autos, die sich der eigene Vater damals nicht erlauben konnte, sind im

Lauf der Jahrzehnte erschwinglich geworden. Kaum ein Junge aus den

siebziger Jahren kann sich davon freisprechen, nicht neidisch auf die Mitschüler

gewesen zu sein, die seinerzeit in einer kostspieligen Mercedes

Jaguar XJ

An Eleganz nicht mehr zu überbieten: die Luxuslimousine, Baujahr 1994.

An den rechteckigen Frontscheinwerfern scheiden sich die Geister

S-Klasse zur Lehranstalt gebracht wurden. Eine Luxuslimousine wie der

Mercedes 560 SEL aus dem Jahre 1987 war seinerzeit das wohl beste

Auto der Welt. Heute ist der automobile Luxus mit elektrisch verstellbaren

Fondsitzen hinter blickdichten Jalousien für unter 10 000 Euro zu haben.

Wer weniger Geld ausgeben und die eigene Familie stilecht chauffi eren

will, entscheidet sich für einen Mercedes 300 TE aus der Baureihe

W 124. Der Sechszylinder mit rund 180 PS ist bis heute ein Wunder an

Zuverlässigkeit. Zu bekommen für weniger als 5000 Euro.

Eines hat sich nicht geändert. Die Trendmarken von heute stellten zumeist

auch die Stars von damals. Ein Porsche 911 Carrera der späten

G-Serie aus der Baureihe 930 wurde allenfalls von gut verdienenden Ärzten

oder Rechtsanwälten gefahren. Wer konnte schon 80 000 D-Mark

oder mehr für einen fahrbaren Untersatz ausgeben? Egal, ob offen oder

geschlossen sind die 231 PS des bullig brabbelnden 3.2-Boxermotors

noch heute ein automobiler Hochgenuss. Die Preise haben hier jedoch

bereits mächtig angezogen. Waren derartige Renner vor Jahren noch für

15 000 bis 20 000 Euro zu bekommen, so sind für gute Exemplare mittlerweile

40 000 Euro oder mehr zu bezahlen.

Günstiger sind da noch Allerweltsmobile wie der Ford Sierra XR 4i,

ein Opel Rekord 2.0 E Berlina oder ein VW Golf GTI aus den frühen

Achtzigern. Damals allesamt Autos ohne besonderes Charisma,

haben sie es – gerade in zeitgenössischer Farbwahl – mittlerweile

zu Kultstatus gebracht. Genauso wie auf dem normalen Neu- und Gebrauchtwagenmarkt

sind Fahrzeuge aus deutscher Produktion und teuren

Fahrzeugsegmenten sehr begehrt. Sie gelten als alltagstauglich,

als – von wenigen Ausnahmen abgesehen – wenig anfällig für Reparaturen,

und sie kosten wenig im Unterhalt.

Marken wie BMW, Porsche und Mercedes sind bei Youngtimer-Fans

besonders beliebt. Doch auch angejahrte Ford, Opel, Volkswagen oder

Audi sind in den Gebrauchtwagenbörsen mittlerweile gut durchforstet.

Die Autohersteller haben diese Nostalgie erkannt. Volkswagen

beispielsweise legte seinen Scirocco wieder auf und zelebriert einen

kuriosen GTI-Kult. Marken wie Opel oder Ford denken über Neuauflagen

der volumenstarken Altstars Manta und Capri nach. Die Youngtimer-Rallye

Creme21 ist aus dem automobilen Jahreskalender kaum

mehr wegzudenken.

„Die älteren Benz-Fahrzeuge sind inzwischen einfach cool“, fi ndet Alexander

Mankowsky, Trendforscher bei Daimler. Wenn er beispielsweise

eine Mercedes E-Klasse der Baureihe W 124 mit Surfbrett-Gepäckträger

im Berliner Szenebezirk Friedrichshain entdeckt, sieht er sich in dieser

These bestätigt. „Früher war vielleicht die Zahnarztgattin mit dem Wagen

unterwegs, heute hat eine neue Kundschaft das Auto für Freizeit-

und Alltagsbereiche entdeckt und stört sich nicht daran, wenn der Wagen

auch mal einen Kratzer kriegt“, sagt Mankowsky.

Dass die jungen Klassiker eine ganz andere Klientel anziehen als Neuwagen,

ist aus Sicht der Marketingmacher gleich in mehrfacher Hinsicht

interessant. „Mit den Young Classics können wir Leute an die Marke binden,

die sich Mercedes-Benz eigentlich gar nicht leisten können oder

über Mercedes gar nicht nachdenken würden“, erklärt Michael Bock,

Leiter der Mercedes-Benz Classic-Sparte. Auf diesen Trend ist auch das

Fernsehen aufgesprungen. In immer mehr Produktionen präsentieren

sich die Darsteller in automobilen Stars von gestern wie Opel Admiral,

BMW 6er Coupé oder einem lässigen Mercedes SL. Wie sich die Zeiten

ändern können. Stefan Grundhoff

14 FOCUS 40/2011

Foto: Jaguar


MANN KÖRPERPFLEGE

Verbreitet Glätte

Im Lauf der Evolution musste der Mensch viele Haare lassen. Auf Neudeutsch: Grooming.

Der Begriff aus der Tierpfl ege steht für Komfortverhalten – und will dem Mann an den Pelz

Die Rollen bei „Planet

der Affen“ sind

vergeben – weg mit

dem Pelz. Am besten

durch Laser oder

Waxing – Abrasieren

bringt nur Stoppeln

Dichte, Wuchs und

Form entscheiden, was

ästhetisch ist.

Einzelhärchen zupfen

oder mit Nassrasierer

stutzen. Sonst

hilft ein Dermatologe

Wer sportbedingt

auf einen besseren

cw-Wert nicht verzichten

kann und

häufi g im Windkanal

trainiert, lässt Arme

und Beine waxen.

Das hält zwei

bis vier Wochen,

kostet ca. 60 Euro.

Frauensache bleibt

es, die Extremitäten

aus ästhetischen

Gründen zu rasieren

16

Zehenhaare? Ein Einzelschicksal. Am besten mit

einem Trimmer angreifen und darüber schweigen

Erlaubt ist, was gut aussieht: Fusselbart eher abrasieren,

Dreitagebart mit Trimmer in Form halten. Vollbärte und Schnauzer

sind selten lässig und pfl egeaufwendig. Ziegenbärtchen

stehen nur Nussknackern. Bei Nasen- und Ohrenhaaren helfen

Rundtrimmer oder türkische Barbiere

Je weniger Haare,

desto besser wirkt

das Deo in der

Achselhöhle.

Wenn bei angelegtem

Arm ein Busch

hervorquillt, sollte

gestutzt werden

Sobald die Frau bei

Sex was von Zahnseide

murmelt, muss

ein Kompromiss her.

Ein Kurzhaarschnitt

im Intimbereich sieht

männlich und trotzdem

aufgeräumt aus.

Er ist mittels Barttrimmer

einfach

zu pfl egen. Die

Verletzungsgefahr

ist weitaus geringer

als bei Komplettrasur

mit Klinge

Noch vor 100 Jahren brauchten Herren

zum Rasieren sechs Dinge: Dachshaarpinsel,

Wasser, Schaum, Klinge,

Pitralon und zumindest einen Fusselbart. Inzwischen

gibt es Epilierer, Laser und Waxing.

Und meistens geht es nicht um den Bart. „Viele

Männer lassen sich Rücken-, Brust- oder

Intimhaare entfernen“, sagt Natalia Dorozala

von Wax in the City. Rund 15 Prozent männliche

Kunden verzeichnet der Enthaarungs-

Filialist in Deutschland. Eine Studie von TNS

Infratest benennt eine mögliche Ursache: 64

Prozent der Frauen wollen ihren Mann untenrum

blank. Wo immer was wächst, soll gemäht

werden. Dabei gilt das „Restfell“ an Kopf und

Körper als Merkmal für Virilität.

Welche Haare wegmüssen, entscheidet

ein Mann am besten selbst. Grooming, zu

Deutsch: Fellpfl ege steht schließlich für Komfortverhalten.

Trotzdem gaben 89 Prozent der

Befragten bei einer Studie der Beiersdorf AG

den Wettbewerb am Arbeitsplatz als Hauptmotivation

für Körperpfl ege an. Kahle Achseln

sieht im Büro keiner. Wer aber eine Parfümwolke

nachzieht oder gar Make-up benutzt, ist bei

den Kollegen unten durch. Auch die Beauty-

Industrie hat sich vom „metrosexuellen“

Mann verabschiedet. Die Megaseller der Branche

pfl egen vor allem die Haut – mit Rasierschaum,

Cremes oder sanften Aftershaves.

Außerdem gefragt: Anti-Aging-Produkte. Rund

ein Fünftel der 18- bis 34-jährigen Männer benutzt

sie laut TNS Infratest regelmäßig.

MATTHIAS KOTH-MARKGRAF

FOCUS 40/2011

Illustration: Julia Krusch/FOCUS-Magazin Fotos: Andreas Achmann/FOCUS-Magazin (4)


Was tun, wenn’s

brennt? Vier

schnelle Helfer:

FOCUS 40/2011

Feuerlöscher.

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Haut und

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MANN GENUSS

Boris Leite-Poço 28, und Rodrigo Poço, 23, kochen

im „Sauvage“ Biolebensmittel wie vor Jahrtausenden

Vegan, ovo-lacto-vegetarisch, glutenfrei,

makrobiotisch – die Trends bei

den Ernährungsprinzipien wechseln

so schnell wie die Haartracht von Lady Gaga.

Wer jedoch bei einem Dinner allen anderen

Gästen mit einer extravaganten Speisephilosophie

die Schau stellen will, sollte sich als

Anhänger des Paläo-Prinzips zu erkennen geben

– offene Münder garantiert.

Paläo steht für Paläolithikum, also für die

Steinzeit. Nach dieser Ess-Ideologie soll sich

der Homo iPodiensis ernähren.

Wer wissen will, wie unsere Vorfahren bis

vor rund 10 000 Jahren aßen, muss nicht

durch heimische Wälder streifen. In Berlin

bietet seit diesem Sommer ein Restaurant

mit dem Namen „Sauvage“, also „wild“, Paläo-Küche

an. „Wir verwenden keine Lebensmittel,

die es nicht schon in der Steinzeit

gab“, erklärt Restaurantinhaber Boris Leite-

Poço. Dazu zählen: Fleisch, Fisch, Eier, Ge-

müse, Nüsse, Pilze und Honig. Neuere Errungenschaften

wie Getreide, Milch, Butter,

Zucker sowie Lebensmittelchemie sind tabu.

Produkte aus Ackerbau und konventioneller

Viehzucht gilt es nach der Steinzeit-Ideologie

zu vermeiden, da diese Zivilisationskrankheiten

verursachen. Unser Stoffwechsel habe die

Anpassung an die neuzeitliche Nahrung noch

nicht vollzogen, argumentieren die Adepten

dieser Lebensweise.

Die Caveman-Cuisine des „Sauvage“ kommt

an. In den ersten Wochen, berichtet Leite-

Poço, der eigentlich gelernter Fotograf ist,

bildeten sich Schlangen vor dem kleinen

Restaurant in Neukölln, das er gemeinsam

mit dem Brasilianer Rodrigo Poço, seinem

Lebenspartner, führt.

Die beiden Paläo-Pioniere, die zumindest

deutschlandweit das einzige Restaurant à la

Familie Feuerstein betreiben, offerieren eine

verfeinerte Variante aus Biozutaten, die auf

»Ich Jäger,

du Sammler«

Die Betreiber des Berliner Restaurants

„Sauvage“ servieren paläolithische Küche –

Essen wie in der Steinzeit

»Unser Stoffwechsel hat die

Anpassung an neuzeitliche Nahrung

noch nicht vollzogen«

Boris Leite-Poço

den ersten Blick doch eher unspektakulär

daherkommt, etwa als „Rumpsteakstreifen

vom grasgefütterten Rind an karamellisierten

Zwiebel-Karotten mit geröstetem Sesam“.

Zum Nachtisch reichen die beiden Wahlberliner

„zartschmelzenden Schokokuchen

mit Heidelbeeren“.

Schokolade? Die stand wohl kaum auf dem

Speiseplan des Höhlenmenschen. So, wie er

sie mache, schon, versichert Leite-Poço. Er

verwende Kakaorohmasse, die Süße stamme

nur von Früchten und Honig. Attraktiv wird

die Ernährung, die wenig Kohlenhydrate und

dafür Proteine und Fette vorsieht, auch durch

ihren gewichtsreduzierenden Effekt.

Die unter Ernährungswissenschaftlern nicht

unumstrittene Methode wurde erstmals in den

USA in den 70er-Jahren propagiert. Neu ist

hingegen der passende Sport: Evolutionäre

Fitness – schwere Gewichte, kurze Sprints.

ELKE HARTMANN-WOLFF

18 FOCUS 40/2011

Fotos: Goetz Schleser/FOCUS-Magazin


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Fotos: Hartmut Nägele, Frank Theisejans »Sie

MANN LEIDENSCHAFT

ist behäbig,

faltig und laut«

Der Kölner Unternehmer Dieter Morszeck, Chef des

Kofferherstellers Rimowa, schreibt über die Lust am Fliegen,

panische Passagiere und die Romantik der „Tante Ju“

Die pure Art des Fliegens erleben Sie

am besten in einer „Tante Ju“: Sie

ist behäbig, hat Falten und ist vor

allem laut. Stellen Sie sich vor, Sie sitzen am

Steuerhorn dieser „alten Dame“ aus gerilltem

Aluminium, hören das Grollen der drei

großen 9-Zylinder-Motoren und brauchen Muskelkraft,

um die Ruder zu bewegen. Sie spüren

das Flugzeug in Ihrer Hand, fühlen sich

in die 30er-Jahre zurückversetzt – und haben

einen Riesenspaß.

Ich besitze seit 30 Jahren einen Privatpilotenschein,

lange bevor ich mit meiner Kofferfi

rma Rimowa eine Ju 52 mit unserem Markenlogo

gebrandet habe, die heute in ganz

Europa Rundfl üge anbietet.

FOCUS 40/2011

Fliegen ist mein gelebter Traum. Ursprünglich

wollte ich ja mal Flugkapitän werden. Dann

kam die Sache mit den Koffern dazwischen.

Mein Großvater Paul gründete 1898 die

Koffermanufaktur Paul Morszeck. Damals

reiste man noch mit Dampfschiffen oder der

Bahn. Nachdem mein Vater 1937 weltweit

den ersten Tropenkoffer aus Aluminium entwickelt

hatte, veränderten sich auch die Reisebedingungen

rasant: Die Super Constellation

fl og Anfang der 50er erstmals über den

Atlantik, das Reisen mit dem Flugzeug wurde

gesellschaftsfähig. Hugo Junkers entwickelte

die Ju 52 aus Flugzeugaluminium – aus dem

gleichen Material konzipierte mein Vater 1950

den ersten Rillenkoffer.

Leben aus dem Koffer: Gepäckunternehmer

Morszeck jettet als Privatpilot um die Welt

und engagiert sich für die Ju 52,

die seit 1932 Luftfahrtgeschichte schrieb

Der Hang zum Technischen wurde mir wohl

in die Wiege gelegt. Als Kind habe ich mit

meinem Vater oft das Deutsche Museum in

München besichtigt, außerdem besuchten wir

häufi g den Flughafen Köln/Bonn. Dort sah ich

zum ersten Mal einen Jet – die französische

Caravelle, eines der ersten strahlgetriebenen

Mittelstreckenfl ugzeuge der Welt. Erste Flüge,

wie nachts mit einer Super Constellation von

Frankfurt nach Köln, blieben mir unvergesslich.

1982 machte ich den Pilotenschein.

Heute verbringe ich bis zu 150 Flugstunden

jährlich in der Luft, steuere fast jede Woche

unser Firmenfl ugzeug, eine sechssitzige

500 Stundenkilometer schnelle Turboprop.

Wir fl iegen grundsätzlich zu zweit als Piloten.

Meine Mitarbeiter und Geschäftspartner

fl iegen gern mit mir, da gab es noch nie eine

Beschwerde.

Ich habe in den letzten Wochen Irland, Griechenland,

Italien, Portugal und andere Länder

angefl ogen. Bin in Rio am Zuckerhut vorbei

und in Grönland über den türkisfarbenen

Fjorden und blendend weißen Eisschollen geschwebt.

Aber schon allein jeder Flug über die

Alpen ist ein Traum.

Meine jüngste Leidenschaft gilt der Wiederbelebung

einer alten Junkers F 13 – Urmutter

aller Verkehrsfl ugzeuge und Vorläufer

der Ju 52. Bleche und den Junkers-L5-Motor

haben wir bereits. Drei Jahre wird unsere

Mission wohl dauern.

Bis dahin genügt es mir schon, wenn ich

mit meiner Fliegerromantik andere Leute

begeistern kann. So wie neulich, als die panische

Freundin eines Geschäftspartners partout

nicht in unsere Ju 52 einsteigen wollte,

ich sie doch überredete und sie hinterher sagte:

„Jetzt ist meine Flugangst völlig weg.“

27


MANN MODE

Ein Fall

für zwei

Shopping, fl anieren, dinieren: Wie Er und Sie beim

Ausfl ug in die City chic auftreten – die aktuellen Herbsttrends

zwischen Sixties-Mode und Norweger-Style

28 FOCUS 40/2011


Sie: Seidenkleid, Strenesse,

549 Euro. Lederstiefel,

Strenesse, 579 Euro.

Er: Military-Wollmantel mit

Kunstfell, Burberry London,

1795 Euro. Kaschmirpulli,

Strenesse, 499 Euro.

Jerseyhose, Prada, 520 Euro

Linke Seite: Outdoorjacke,

Wolle, Hugo, 349 Euro. Raw

Denim Jeans, Brax, 100 Euro.

Basic-Hemd, Strenesse, 129 Euro.

Ledergürtel, Camel Active,

40 Euro. Baumwollmix-Schal,

COS, 39 Euro. Auberginefarbene

Lederschuhe, Prada, 395 Euro

29


30

Sie: Herrenhemd, Baumwolle,

Ralph Lauren, 79 Euro. Jeansmini,

Denim & Supply Ralph Lauren,

99 Euro. Plüschtasche,

Miu Miu, 720 Euro. Ankleboots,

Navyboot, 398 Euro.

Er: Jacke, Schurwolle, Hugo Boss,

299 Euro. Karohemd aus Baumwolle,

Burberry, 179 Euro. Baumwoll-

Chino, COS, 79 Euro. Pullover

aus Schurwolle, Digel, 80 Euro.

Rahmengenähte Lederschuhe,

Mephisto, 250 Euro. Chronograph

Seamaster Planet Ocean,

Omega, 6100 Euro. Flanellhut,

Altea, 60 Euro


FOCUS 40/2011

Er: Flanell-Daunenjacke,

Woolrich, 1049 Euro. Cordjeans,

Tommy Hilfi ger, 100 Euro.

Wollmix-Pullover, Burberry,

349 Euro. Nylontasche, Prada,

590 Euro. Wollmütze, Denim &

Supply Ralph Lauren, 50 Euro.

Kopfhörer, Urbanears, 60 Euro.

Lederhandschuhe, Versace,

450 Euro. Leder-Outdoorschuh,

Mephisto, 120 Euro.

Sie: Wollkrepp-Kleid, Miu Miu,

1365 Euro. Abendsandalen,

Navyboot, 369 Euro. Constellation,

Rotgold-Uhr, Omega, 19 000 Euro.

Henkeltasche aus Saffi ano-Leder,

Prada, 1070 Euro

31


Er: Anzug aus Wolle,

Digel, 330 Euro. Baumwollhemd,

Digel, 60 Euro. Wollschal, Faliero

Sarti, 219 Euro. Ledertasche,

Burberry, 850 Euro. Brille, Apollo-

Optik, 30 Euro. Lederschuhe,

Joop, 230 Euro. Chronograph

Seamaster Planet Ocean,

Omega, 6100 Euro.

Sie: Mantelkleid aus Wolle,

Prada, 2070 Euro. Lurexpumps

mit Python, Prada, 590 Euro.

Brille, Apollo-Optik, 100 Euro

32 FOCUS 40/2011


Er: Vintage-Lederjacke,

Marco O’Polo, 500 Euro. Baumwollhemd,

Camel Active, 70 Euro.

Slim Jeans, Denim & Supply Ralph

Lauren, 149 Euro. Ledergürtel,

Marco O’Polo, 60 Euro. Fellkrempelboots,

Camel Active, 180 Euro.

Wollschal, Marc O’Polo, 90 Euro.

Sonnenbrille, Apollo-Optik, 40 Euro.

Sie: Jeansrock, Denim & Supply

Ralph Lauren, 89 Euro.

Seidenbluse, Eterna, 130 Euro.

Jeansjacke mit Fellkragen,

Denim & Supply Ralph Lauren,

199 Euro. Constellation, Rotgold-Uhr

mit Diamanten, Omega, 19 000 Euro.

Fellbooties, Navyboot, 449 Euro

33


FOCUS 40/2011


Sie: Cocktailkleid mit

Pythondetails, Versace, 2400 Euro.

Lackleder-Clutch,

Burberry London, 850 Euro.

Er: Anzug, Schurwolle, Strellson,

349 Euro. Baumwollhemd,

Polo Ralph Lauren, 89 Euro.

Kalbslederbrogues, Navyboot,

298 Euro. Seidenkrawatte, Eterna,

40 Euro

Linke Seite: Er: Wollpulli, Prada,

630 Euro. Wollhose, Prada, 470 Euro.

Uhr, Speedmaster Co-Axial Chronograph

mit schwarzem Krokoarmband,

Omega, 6100 Euro. Sonnenbrille,

Apollo-Optik, 30 Euro.

Sie: Baumwollkleid,

Burberry Brit, 395 Euro.

Python-Clutch, Prada, 1190 Euro.

Constellation, Rotgold-Uhr mit

Diamanten, Omega, 19 000 Euro

Fotos: Dirk Spath/FOCUS-Magazin;

Styling: Mischa Oexle;

Assistenz: Daniela Schroll;

gesehen bei: Hirmer, Off & Co. München

35


MANN STILIKONE

Was haben Sie

denn an?

Mit seiner Herrenbekleidungsmarke hat es

Jeremy Hackett von der Arbeiterschicht in die britische

Oberschicht geschafft. Hier erklärt „Mr. Classic“,

woran man einen wahren Gentleman erkennt

36

Jeremey Hackett verkörpert

den traditionellen englischen

Look. Der 57-Jährige schreibt

Bücher und Kolumnen


Fotos: Ulrich Lindenthal, Hackett

Mr. Hackett, Sie gelten als der englische Gentleman

schlechthin. Was macht einen Gentleman aus?

Niemand in England würde so etwas fragen. Ein Gentleman spricht

nicht darüber, was ihn ausmacht. Aber Sie sind ja aus Deutschland –

also gut: Es geht nicht um Kleidung oder um einen bestimmten Stil.

Ein Gentleman hat gute Manieren, zeigt Haltung und ist aufmerksam

anderen gegenüber. Gutes Benehmen ist dabei viel wichtiger

als der Anzug. Ein Gentleman ist charmant und geistreich. Wenn er

noch gut aussieht – perfekt.

In Deutschland hat Ihre Marke in diesem Jahr den dritten Shop

eröffnet. Warum sind Sie mit Ihrer klassischen,

fast schon altmodischen britischen Mode so erfolgreich?

Die Deutschen mögen die englische Ästhetik. Sie passt in unsere

Zeit, in der sich alle nach Tradition sehnen, aber nicht altmodisch

sein wollen. Es geht nicht um Mode. Sondern um Stil. Das ist ein

großer Unterschied.

Warum sehnen wir uns nach Tradition?

Das ist wohl ein Gegentrend zur Globalisierung. Alle reden darüber,

wie wertvoll unser Kulturerbe ist. Vintage ist in der Modeszene ein

wichtiger Begriff geworden. Offensichtlich haben die Leute Vergnügen

daran, sich mit Dingen aus der guten alten Zeit zu umgeben. Für

uns Briten ist das ja kein Modetrend, das ist unser Leben.

Sie haben in der sehr klassenbewussten britischen

Gesellschaft eine erstaunliche Karriere gemacht. Ihre Mutter

hat sie als Baby in ein Heim gegeben, mit sechs Jahren

wurden sie adoptiert. Heute kauft die britische Königsfamilie

bei Ihnen ein.

Ja, meine Adoptiveltern waren Arbeiter in Clifton. Vor Kurzem habe

ich herausgefunden, wer mein leiblicher Vater war. Es ist faszinierend.

Er ist Autorennen gefahren – und ich interessiere mich für Motorsport.

Sein Großvater war Uhrmacher – und ich arbeite in der Modebranche.

In diesem Sinne fühle ich mich meiner Herkunftsfamilie

sehr verbunden. Seit ich weiß, wer meine richtigen Eltern sind, glaube

ich an die Macht der Gene. Leider habe ich meinen Vater nicht

kennen gelernt, er starb vor ein paar Jahren.

Sehen Sie sich als Designer oder als Schneider?

Keines von beiden. Ich bin ganz einfach Herrenausstatter. Ich habe

immer vorn im Laden gearbeitet, ich weiß, was die Kunden wollen.

Diese Wünsche gebe ich an unsere Schneider weiter. Schneider

sind oftmals sehr gute Handwerker, aber sie sind nicht immer

gut im Stylen oder bei der Auswahl von Material. Ein handwerklich

gut gemachter Anzug kann scheußlich aussehen, weil das falsche

Material verwendet wurde.

Was halten Sie – rein optisch – von Ihrem Premier

David Cameron?

Ein Mann kann nichts falsch machen mit einem blauen Anzug, einem

weißen Hemd und einer blauen Krawatte. Aber eine Stilikone

wird Mr. Cameron nicht mehr. Früher hatten wir tatsächlich Politiker

von anderem Format. Optisch und inhaltlich. Dann kam Tony Blair

mit seinem Cool-Britannia-Müll. Entschuldigen Sie mein Vokabular.

Aber seitdem geht’s bergab mit der britischen Politik bis hin zum

Murdoch-Skandal.

Der Ruf der britischen Monarchie war auch schwer

angeschlagen . . .

Wirklich?

. . . bis zur Hochzeit von William und Kate.

Ja, die beiden sind ein Gewinn. Ich habe William beim Polo getroffen,

er ist ein feiner junger Mann. Im Grunde sind die Royals PR-Leute.

William weiß, was er zu tun hat.

Auch die Queen und Prinz Philip arbeiten ja beharrlich daran,

das Vertrauen der Briten in die Monarchie wieder herzustellen.

FOCUS 40/2011

Sie sind bewundernswert. Prinz Philip ist wahrscheinlich das stylischste

Mitglied der Königsfamilie. So wie er möchte ich auch aussehen,

wenn ich 90 bin. Sehr klassisch. Er versucht nicht, etwas

darzustellen, was er nicht ist.

Hat eine Stilikone wie Sie selbst ein Stilvorbild?

Charlie Watts von den Rolling Stones zieht sich großartig an. Ich

sehe ihn manchmal im Westend, immer in fein ausgesuchten Anzügen

und handgemachten Schuhen. Und ich mag David Hockneys

Stil. Er ist exzentrisch, ein bisschen chaotisch, aber er zieht seine

Kleidung nicht nur an, er füllt sie auch aus.

Welches ist Ihr Lieblingskleidungsstück?

Ich mag Schuhe. Ich trage nur handgenähte. Diese zum Beispiel haben

eine ganz interessante Geschichte. Das Leder stammt von einem

Schiff, das 1786 vor der Küste Englands gesunken ist. Das

Salzwasser hat das Leder 200 Jahre lang konserviert, es hat ein

ganz außergewöhnliches Aroma.

Besuchen Sie Fashion Events in Mailand, New York oder Berlin?

Nein, Trends sind für mich nicht wichtig. Mir geht es um Authentizität.

Ich fi nde es verwirrend, wenn mal dieses, mal jenes bunte Kostüm

beklatscht wird. Man verliert seine Haltung.

Was halten Sie von Karl Lagerfeld?

Was er für Chanel gemacht hat, ist fantastisch. Und er macht großartige

Fotos. Aber wenn ich ihn anschaue . . . Entschuldigen Sie, aber

er sieht Furcht erregend aus.

Seit 2010 schreiben Sie einen Fashion-Blog. Wie wichtig ist

das Internet für Sie?

Meine PR-Abteilung hat mich gebeten, diesen Blog zu schreiben. Dabei

halte ich nicht viel von Facebook, Smartphones und all diesen

Errungenschaften, die uns unsere Zeit rauben. Ich mag Papier, ich

blättere gern in Zeitungen und Zeitschriften.

Nennen Sie uns einen großen Stilfehler?

Ich hasse es, wenn die Anzugärmel bis zu den Fingerknöcheln reichen.

Das sieht aus, als hätte man den Anzug ausgeliehen. Ähnlich

schlimm ist es, wenn im Sitzen die Haut zwischen Hosenende

und Sockenanfang herausschaut. Zu dicke Krawattenknoten mag

ich auch nicht.

Wann machen Sie Ihre erste Damenkollektion?

Ladies einzukleiden ist eine ganz andere Disziplin. Selbst wenn diese

klassische Kleidung mögen, würden sie alle paar Wochen in meinen

Shops fragen: Was gibt es Neues? Bei mir gibt es aber nichts

Neues. Männer kommen mit einem Hemd, das sie im vorigen Jahr

gekauft haben und wollen genau das gleiche noch einmal.

INTERVIEW: BARBARA JUNG

Oben angekommen

Herrenausstatter Hackett

zieht klassische Männermode

den kurzlebigen Trends

vor. 1979 eröffnete Jeremy

Hackett sein erstes Atelier

in London, heute verkauft

er seine Anzüge und

Freizeitkleidung weltweit

37


MANN STILBERATUNG

Das perfekte Hemd

Prinz Charles und David Beckham tragen Eton-Shirts. Jan Borghardt, Kreativdirektor des schwedischen

Hemdenherstellers, erklärt hier, auf welche Details beim Einkauf zu achten ist

Kragen

Ein klassischer, spitzer Kentkragen wie auf dem

Foto (bevorzugt Barack Obama) oder ein

breiterer Haifi schkragen passen am besten zur

Krawatte. Der Kragen sollte nicht zu weit sein.

Ist er zu weich, drohen Eselsohren

Nähte Je schmaler und dichter,

desto perfekter.

Das Durchschnittshemd

weist sechs Stiche pro

Zentimeter auf, Premiumhemden

haben bis zu zehn Stiche

Knöpfe Sollten dick und aus hartem

Perlmutt sein. Allzu dick

kommt allerdings nicht gut – zu vulgär

Manschetten Gute Hemden

bestechen mit einer doppelten

„französischen“ Manschette

und einem Extraknopf oberhalb

der Manschette, der das

Aufrollen erleichtert. Besonders

feine Nähte in den Knopflöchern

sind ein Statussymbol

Hemdenlänge

Einfache Regel: Wenn man die Schuhe zubindet,

sollte das Hemd nicht aus der Hose rutschen

38

Stoff Die feine Pima-

Baumwolle aus Peru gilt

als Luxusfaser, hat

einen natürlichen Glanz

und fühlt sich weich

auf der Haut an.

Alternativ: ägyptische,

italienische Baumwolle

oder leicht schimmernder

Herringbone-Twill

Ärmellänge

Wenn das Sakko bis

zur Handwurzel reicht,

sollte der Hemdsärmel

maximal zwei

Zentimeter länger sein

Hemdenform Das moderne Hemd

ist leicht tailliert („contemporary fi t“) und

hat nicht zu breite Schultern. Unter den Achseln

darf ein wenig Spielraum bleiben

FOCUS 40/2011

Foto: Eton


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MANN RATGEBER

»Der Weg ins Herz einer Frau

führt über ihre Schuhe«

Die britische Unternehmerin Tamara Mellon hat die Luxus-Schuhmarke Jimmy Choo mitgegründet.

Sie weiß, was Männer an den Füßen tragen müssen – und wie sie damit verführen

Seit Juni bietet Jimmy Choo auch Herrenschuhe feil

Die 44 -Jährige zählt

zu Großbritanniens

erfolgreichsten Unternehmerinnen.

Ihr Label

Jimmy Choo hat sie unlängst

für ca. 570 Millionen

Euro an die deutsche

Luxusholding

Labelux verkauft. Mellon

bleibt Marken-Gesicht

und -Kreativdirektorin

»Der Charakter eines Mannes

zeigt sich am Schuh.«

Es geht bei beiden ums Detail. Zum Beispiel

um die Frage: Passen Gürtel und Fußbekleidung

zusammen? Daran erkenne ich, ob ein

Kerl auch in anderen Lebensfragen einen

guten Geschmack besitzt.

»Sie können sich nur zwei

Paar gute Schuhe leisten?

Investieren Sie in schwarze

Glanzlederschuhe und braune

Wildlederboots.«

Mit Ersteren sind Sie im gut geschnittenen

Maßanzug bei jedem Geschäftstermin perfekt

angezogen. Mit den zweiten – kombi-

40 FOCUS 40/2011


niert mit Jeans, Kaschmirpulli oder

Vintage-Lederjacke – machen Sie bei jedem

entspannten Event eine gute Figur.

»Sandalen mit Socken sind

noch immer die beste Waffe,

um eine Frau abzuschrecken.«

Jeden Sommer wieder sieht man Touristen

mit dieser Fußbekleidung. Ich versichere

Ihnen: Sexy geht anders.

»Die alte Regel ‚No brown after

six‘ ist heute überholt.«

Abendschuhe müssen nicht mehr schwarz

sein. Ein feiner beigefarbener Loafer

zu Jeans sieht auch nach 18 Uhr gut aus.

»Turnschuhe bei formellen Terminen

und Business-Meetings

sind für mich ein Fauxpas.«

In unserer Kollektion gibt es trotzdem eine

große Auswahl an Sneakers – ob aus Wildleder,

Flanell oder Reptilienleder für den modernen

Dandy. Großartig – am Wochenende.

»Meine Schuhe designe ich für

Männer, die Selbstvertrauen

und Stil besitzen.«

Es sind zum Beispiel junge Schauspieler

wie Ed Westwick, der seinen britischen Look

auch in New York lässig trägt. Oder wie der

deutschstämmige Michael Fassbender, der

in Jeans wie im Anzug gleich gut aussieht.

»Männer sollten nie Absätze

tragen, selbst wenn es sich um

kleine italienische oder französische

Politiker handelt.«

Das Tragen von Absätzen bleibt als Macht

verleihende Lust ausschließlich uns

Frauen vorbehalten – was für ein Glück!

»In meinem eigenen Schrank

stehen ungefähr 500 Paar

Schuhe.«

Obwohl – ich gebe in jeder Saison meine

letzte Schuhkollektion ins Archiv. Wahrscheinlich

habe ich da beim Zählen die Übersicht

verloren. Es sind wohl einige hundert

Paar Schuhe mehr.

»Männer sollten die Schuhgröße

ihrer Liebsten kennen.«

Der Weg ins Herz einer Frau führt über

ihre Schuhe.

»Natürlich gucke ich Männern

bei der ersten Begegnung

zuerst auf die Schuhe.«

In die Augen schaue ich ihnen danach.

FOCUS 40/2011

Fotos: Venetia Dearden/VII Network , Steven Meisel

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MANN HOTSPOT

Sehnsuchtsort: Fernab von Ibizas berühmter Partymeile liegt der Strand Cala Jondal.

Die spanische Balearen-Insel zieht jeden Sommer den internationalen Jetset an

Mein absoluter

Lieblingsstrand

Strände, Surfen, Szeneclubs: Formel-1-Rennfahrer

Nico Rosberg beschreibt sein Ferien-Inselglück auf Ibiza

Meine ersten motorsportlichen Gehversuche

habe ich auf Ibiza unternommen

– und zwar in einem Kart.

Nicht nur deshalb liebe ich diese Balearen-

Insel, mit der ich einen großen Teil meiner Kindheitserinnerungen

verbinde. Meine Eltern besaßen

dort bis vor wenigen Jahren ein Haus,

und ich habe dort immer noch viele Freunde.

Hier fi nde ich die idealen Voraussetzungen, um

mit Freunden supercool zu chillen, gut zu kochen

und tagsüber in entspannter Atmosphäre

eine lässige Zeit am Strand zu verbringen.

Nirgendwo geht das für mich auf Ibiza besser

als an meinem absoluten Lieblingsstrand

42

Cala Jondal, ein von Pinien umsäumter und

von hohen Klippen umgebener Kies- und Steinstrand

im Süden der Insel. Die Badebucht ist

sehr ruhig, geradezu urig. Sogar alte Fischerhütten

fi nden sich hier. An der Cala Jondal

spürt man noch das alte Ibiza – jenes Ibiza,

das mir am besten gefällt.

Damit das mit der Ruhe dann doch nicht zu

viel wird, geht es nach dem Strand zum Szenetreff

„Blue Marlin“ – hier lasse ich gern mit

Freunden entspannt den Tag ausklingen. Wobei

es natürlich sehr gut passieren kann, dass

man nahtlos in einen der angesagten Clubabende

oder in Strandpartys hineinrutscht.

»Ich bin auch im Urlaub

der aktive Typ, der den

Wettbewerbsgedanken

nicht aus dem Kopf kriegt«

Nico Rosberg, 26

Glauben Sie aber bloß nicht, dass ich die

Ferien über nur einen auf „dolce far niente“

mache: Der Strand ist ideal für sportliche Aktivitäten.

Dieses Jahr habe ich mir mal von meinem

Kumpel Mathias Lauda, Sohn von Niki,

ein Stand-up-Paddle-Board ausgeliehen: ein

Surfbrett, auf dem man steht und sich mit einem

langen Paddel fortbewegt. So etwas gefällt

mir, ich bin auch im Urlaub der eher aktive

Typ, der den Wettbewerbsgedanken nicht

ganz aus dem Kopf kriegt. Selbst wenn „meine“

Cala Jondal ideal ist, mal für drei Wochen

Differenzialabstimmungen und Reifenmischungen

zu vergessen.

FOCUS 40/2011

Fotos: Prisma/Carles Soler, THOMAS SABO


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man muss nicht immer wissen, wo es langgeht.

mein leben passt mir

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