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Protokoll Projektanbahnung - Berufsorientierung

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KL:IBO<br />

Kompetenzlernen durch Individualisierung und <strong>Berufsorientierung</strong><br />

<strong>Projektanbahnung</strong><br />

St.Virgil/Salzburg vom 25.2.08 – 27.2.08<br />

Lehrer/innen bzw. Lehrer/innenteams und Schulleiterinnen aus zehn österreichischen Hauptschulen fanden<br />

sich am 25. Februar 2008 zum gemeinsamen Start des Projektes KL:IBO „Kompetenzlernen durch Individualisierung<br />

und <strong>Berufsorientierung</strong>“ im Bildungshaus St. Virgil in Salzburg ein.<br />

Seminarthemen<br />

• Eröffnung und Projektgeschichte<br />

• Vorstellungsrunde<br />

• <strong>Projektanbahnung</strong>, Einladung und Auftrag<br />

• Projektskizze<br />

• Visionen<br />

• Begriffe, Definitionen<br />

• Unterrichtsgefäße<br />

• Model Schweiz<br />

• Unterrichtsformen<br />

• Portfolio<br />

• Umsetzungsmöglichkeiten<br />

• Zeitschiene<br />

• Materialien<br />

• Teamwebsite<br />

Eröffnung<br />

Die Teilnehmer/innen werden von der Projektleiterin Sabine Fritz begrüßt. Sie stellt ihr Projektteam vor<br />

und gibt einen kurzen Überblick über die Geschichte des Projektes KL:IBO , das in der österreichweiten<br />

Koordinationsgruppe für <strong>Berufsorientierung</strong>, die sich seit vielen Jahren um die Weiterentwicklung des <strong>Berufsorientierung</strong>sunterrichts<br />

in Hauptschulen bzw. Mittelstufenschulen bemüht, seinen Ursprung hat.<br />

Ein engeres Team aus den Reihen der Koordinationsgruppenmitglieder zeichnet nun für das Projekt<br />

KL:IBO verantwortlich:<br />

Projektleiterin: Sabine Fritz<br />

Teammitglieder: Gaby Bogdan, Anita Marksteiner, Johann Rothböck, Hildegund Kanape, Eva Theissl<br />

Projektbegleitung: Mag. Peter H. Ebner MAS<br />

Die Projektidee stammt von MR Mag. Richard Stockhammer, Leiter der Hauptschulabteilung I/5 am<br />

BMUKK, der selbst in seiner aktiven Lehrerzeit die <strong>Berufsorientierung</strong> an der PTS und an der Hauptschule<br />

stark forcierte. In seiner leitenden Funktion am Bundesministerium verfolgt er die <strong>Berufsorientierung</strong> seit<br />

jeher als ein wichtiges Anliegen.<br />

Wesentliche Ziele des <strong>Projektanbahnung</strong>sworkshops in St. Virgil waren die Vorstellung der Kernelemente<br />

des Projekts sowie die Diskussion von Umsetzungsmöglichkeiten am eigenen Schulstandort.<br />

Team KL:IBO: Sabine Fritz, Peter H. Ebner, Gaby Bogdan, Anita Marksteiner, Johann Rothböck, Hildegund Kanape, Eva Theissl<br />

Ein Projekt im Rahmen des Innovationsnetzes net‐I am BMUKK 2008<br />

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KL:IBO<br />

Kompetenzlernen durch Individualisierung und <strong>Berufsorientierung</strong><br />

Einladung und Auftrag<br />

Der Auftraggeber MR Mag. Richard Stockhammer vom<br />

BMUKK, Hauptschulabteilung I/5, spricht eine persönliche Einladung<br />

an die anwesenden Schulteams zur Mitarbeit am Projekt<br />

KL:IBO aus:<br />

„Für das Projekt braucht es Schulen, mit denen das Team gemeinsam<br />

entwickelt.“<br />

Er skizziert die erweiterten Herausforderungen im Projekt und<br />

weist auf den Stellenwert der <strong>Berufsorientierung</strong> im Projekt<br />

hin<br />

Kompetenzlernen durch Individualisierung und <strong>Berufsorientierung</strong><br />

geht weit über Portfolioarbeit hinaus:<br />

„Kompetenz definiert sich durch die Anwendungsverfügbarkeit<br />

in der Praxis.“<br />

Er bietet Einblick in die Absichten von innovativen Projekten,<br />

den Gesamtzusammenhang der innovativen Projekte des<br />

BMUKK und in das Lernen von Systemen und Subjekten.<br />

Unter dem Motto „Wege entstehen im Gehen“ strahlt der Auftraggeber sehr viel Zuversicht und Begeisterung<br />

für die kommenden Entwicklungen im Projekt aus.<br />

„Die Neuerungen werden von den Schulen eingebracht. In Verbindung wollen wir gemeinsam in die Entwicklung<br />

gehen.“<br />

Als besonders wichtig erachtet Mag. Stockhammer den Aspekt des Lernens aus der Sicht der Lernenden im<br />

Projekt den wertschätzenden Umgang der Lehrer/innen mit den Schülern und Schülerinnen, und die Wertschätzung<br />

von Leistung, die alle Beteiligten erbringen, die Zusammenarbeit im Projekt. Auch die Rolle der<br />

Eltern als wesentlich Beteiligte an der Berufswahl ihrer Kinder hebt er stark hervor.<br />

Er bietet sein Unterstützung für beteiligte Schulen auf einer Grundsatzebene an. Diese Unterstützung soll<br />

jedoch nicht zu Abhängigkeiten führen. Es soll vielmehr ein Forum entstehen, in dem es zu einem Austausch<br />

von innovativen Ideen innerhalb des Netzwerkes der eingebundenen Schulen kommt. Auch Partnerschaften<br />

auf internationaler Ebene seien mit Unterstützung des Ministeriums denkbar!<br />

Die vielen „ungerichteten Energien“, die es in jeder Schule gebe, können so entsprechend genützt werden.<br />

Mag. Stockhammer ermutigt alle ‐ im Sinne des Spruches „Wege entstehen im Gehen“ sich am Projekt zu<br />

beteiligen. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Ausführungen bezieht sich auf die 4 Seiten der Innovation im<br />

Projekt (s. http://bo‐hsgemeinsamlernen.bmukk.gv.at/projekt/meetings/Dokumente%20Meetings/bmukk_anbahnung.pdf).<br />

Diskussion<br />

Anschließend werden die Ausführungen von Mag. Stockhammer in Kleingruppen diskutiert und Fragen oder<br />

Anmerkungen im Plenum zur Sprache gebracht.<br />

Team KL:IBO: Sabine Fritz, Peter H. Ebner, Gaby Bogdan, Anita Marksteiner, Johann Rothböck, Hildegund Kanape, Eva Theissl<br />

Ein Projekt im Rahmen des Innovationsnetzes net‐I am BMUKK 2008<br />

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KL:IBO<br />

Kompetenzlernen durch Individualisierung und <strong>Berufsorientierung</strong><br />

Projektskizze I<br />

Sabine Fritz stellt die Projektskizze, die die Eckpfeiler des Projektablaufs enthält, vor.<br />

(Grafik s. http://bo‐hs‐gemeinsamlernen.bmukk.gv.at/projekt/zeit)<br />

Im Verlauf der siebten Schulstufe werden alle Schüler/innen dazu<br />

ermutigt, schulische und außerschulische Arbeitsergebnisse, die<br />

ihre fachlichen sowie überfachlichen Kompetenzen, ihre Bereitschaften<br />

und Ambitionen dokumentieren, in einem Stärkenportfolio<br />

zu sammeln.<br />

Am Ende der 7. Schulstufe werden diese Potentiale in einem individuellen<br />

Stärkenprofil verdichtet.<br />

Dieses Stärkenprofil ist die Basis für ein ausführliches Orientierungsgespräch<br />

mit der/m Schüler/in und ihren/seinen Eltern.<br />

Im Orientierungsgespräch werden Potenziale und konkrete nächste<br />

Schritte für das Lernen so abgeklärt, dass daraus ein individueller Entwicklungsplan für die achte Schulstufe<br />

gefasst wird.<br />

Im individuellen Entwicklungsplan werden die persönlichen Zielsetzungen der Schüler/innen für die achte<br />

Schulstufe schriftlich festgehalten.<br />

Im Verlauf der achten Schulstufe arbeitet jede/r Schüler/in möglichst eigenständig an ihrem/seinem individuellen<br />

Entwicklungsplan.<br />

Dazu werden ausreichend offene und alternative Lernmöglichkeiten auf der achten Schulstufe angeboten,<br />

um es den Schüler/innen zu ermöglichen, ihr Wissen selbstständig und eigenverantwortlich zu vertiefen, zu<br />

verdichten.<br />

Dies stellt eine besondere Herausforderung an die Unterrichtsplanung bzw. Stundenplanung der achten<br />

Schulstufe dar.<br />

Am Ende des 1. Semesters auf der 8. Schst. findet ein Evaluationsgespräch statt. Die Schüler/innen reflektieren<br />

gemeinsam mit der Lehrperson, inwieweit sie persönlich gesetzte Ziele erreichen konnten, wo eventuell<br />

eine „Kursänderung“ notwendig ist. Am Ende des 2. Semesters entwickelt jeder Schüler/jede Schülerin<br />

ein Bewerbungsportfolio aus den Inhalten der 2jährigen Arbeit.<br />

Dynamische Erfolgskriterien im Projekt:<br />

Die Schüler/innen erleben ihr Lernen, ihre Potenziale, ihre Lern(zwischen)stände von ihnen selbst gestaltbar.<br />

Die Lehrer/innen gestalten das Schulleben bezogen auf die deklarierten Bedürfnisse und Ziele ihrer Schüler/innen.<br />

Die Eltern sind einbezogen.<br />

Das berufliche Umfeld wird als Lern‐ und Orientierungschance wahrgenommen.<br />

Teamwebsite<br />

Klara Fraccaro vom BMUKK stellt den Teilnehmer/innen die Website des Individualisierungsnetzwerkes<br />

http://net‐1‐gemeinsamlernen.bmukk.gv.at/ vor und lädt dazu ein, diese als Plattform zu nutzen.<br />

Team KL:IBO: Sabine Fritz, Peter H. Ebner, Gaby Bogdan, Anita Marksteiner, Johann Rothböck, Hildegund Kanape, Eva Theissl<br />

Ein Projekt im Rahmen des Innovationsnetzes net‐I am BMUKK 2008<br />

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KL:IBO<br />

Kompetenzlernen durch Individualisierung und <strong>Berufsorientierung</strong><br />

26.2.2008<br />

Projektskizze II<br />

Mag. Peter H. Ebner ergänzt den vorgestellten Projektablauf und skizziert eine zweite Möglichkeit der Umsetzung.<br />

Bei dieser Variante soll es bereits ab der 7. Schulstufe ein differenziertes Angebot entsprechend<br />

der individuellen Begabungen der einzelnen Schüler/innen geben, um eine berufliche bzw. schulische Orientierung<br />

bis zum Halbjahr der 8. Schulstufe gezielter vorbereiten zu können. (Grafik s. http://bo‐hsgemeinsamlernen.bmukk.gv.at/projekt/zeit)<br />

In der anschließenden Diskussion werden von den Teilnehmer/innen einige wesentliche Voraussetzungen<br />

für das Gelingen des Projekts zur Sprache gebracht:<br />

1) Die Mitarbeit der Schulleiter/innen stellt eine wichtige Grundlage der weiteren Entwicklung an der Schule<br />

dar.<br />

2) Es soll unbedingt auf Transparenz bei der Umsetzung geachtet werden. Die Information über das Projekt<br />

sollte allen Lehrer/innen am Schulstandort zugänglich sein!<br />

Sabine Fritz bietet ihre Unterstützung bei der einführenden Konferenz an der Schule an.<br />

Visonen<br />

In Vierergruppen wird folgende Aufgabe bearbeitet und deren Ergebnis im Plenum präsentiert:<br />

Einige Ergebnisse sollen hier genannt werden:<br />

Eine Delegation besucht eure Schule in<br />

einigen Jahren.<br />

Besonders häufig erwähnen die Lehrer/innen den<br />

„wertschätzenden Umgang“ der Schüler/innen und<br />

a) Was fällt den Besuchern auf, wenn sie das<br />

der Lehrpersonen miteinander, aber auch untereinander.<br />

Schulhaus betreten<br />

b) Die Besucher kommen ins Gespräch mit<br />

Es ist ein „Wohlfühlklima“ spürbar, das sich auch am<br />

einem Schüler oder einer Schülerin der 8.<br />

Schulstufe, und einer Lehrperson oder einem<br />

Ambiente der Schule bemerkbar macht (z.B. durch<br />

Schulleiter/einer Schulleiterin über das Besondere<br />

an eurer Schule…<br />

der Schule, Entspannungsoasen, Raum für unter‐<br />

eine ansprechende Gestaltung des Eingangsbereiches<br />

schiedliche Aktivitäten...).<br />

Die Selbsttätigkeit der Schüler/innen steht im Zentrum<br />

des Interesses. Sie erscheinen als „gestärkte“ Persönlichkeiten.<br />

Es steht ihnen ein frei wählbares fächerübergreifendes Angebot an Lerninhalten zur Verfügung.<br />

Sie unterstützen einander in wechselnden Arbeitsgruppen.<br />

Die Arbeitssituation der Lehrer/innen ist geprägt von Wärme, Optimismus und Offenheit. Sie werden in der<br />

Teamfindung und Teamarbeit professionell unterstützt. Durch die weitgehende Selbsttätigkeit der Schüler/innen<br />

können sie beratende und betreuende Aufgaben übernehmen.<br />

Die Schule ist nach außen geöffnet. Firmen sind in der Schule präsent und arbeiten mit ihr zusammen (Realbegegnungen!).<br />

Schüler/innen sind stolz Teil ihrer Schule zu sein.<br />

(Bilder siehe http://bo‐hs‐gemeinsamlernen.bmukk.gv.at/projekt/meetings)<br />

Team KL:IBO: Sabine Fritz, Peter H. Ebner, Gaby Bogdan, Anita Marksteiner, Johann Rothböck, Hildegund Kanape, Eva Theissl<br />

Ein Projekt im Rahmen des Innovationsnetzes net‐I am BMUKK 2008<br />

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KL:IBO<br />

Kompetenzlernen durch Individualisierung und <strong>Berufsorientierung</strong><br />

Aus diesen Visionen lassen sich die Ziele, die sich Lehrer/innen setzen müssen, ableiten!<br />

Im Verlauf des Nachmittags werden einzelne zentrale Elemente von den Mitgliedern des Projektteams erläutert.<br />

Portfolioarbeit<br />

Ein wesentliches Element des KL:IBO ­Projekts ist die Dokumentation der Stärken, der fachlichen und<br />

überfachlichen Kompetenzen und der Lernfortschritte jedes einzelnen Schülers und jeder einzelnen Schülerin.<br />

Das Stärkenportfolio ist dafür ein sehr geeignetes Instrument. Im Projekt hat jeder Schüler/jede Schülerin<br />

in jedem Unterrichtsgegenstand die Möglichkeit, seine/ihre Stärken durch Beiträge im persönlichen<br />

Portfolio sichtbar zu machen. Es wird am Ende der 7. Schulstufe auch als Grundlage für ein Orientierungsgespräch<br />

genutzt.<br />

Wie Portfolioarbeit gut funktionieren kann, erklärt Eva Theissl in ihrem Einführungsreferat zum Thema.<br />

Gut, dass sie einige unterschiedliche Portfolios aus ihrer eigenen Unterrichtsarbeit als Anschauungsmaterial<br />

mitgebracht hatte. Es waren z.B. Themenportfolios aus dem Physikunterricht und Bewerbungsportfolios<br />

darunter. So bekamen alle Teilnehmer/innen einen interessanten Einblick in die erfolgreiche Arbeit mit<br />

Portfolios. Die Rückmeldungen der Schüler/innen in den Mappen waren berührend und sehr ehrlich. Dadurch<br />

wurden ihr Interesse, aber auch die Schwierigkeiten, die sie mit ihrer Arbeit hatten, wirklich nachvollziehbar.<br />

Eine gute Anregung zum Einstieg in die Portfolioarbeit findet sich auch in unseren BO – Materialien. Im<br />

Bereich „Persönlichkeitsbildung“ bietet sich das Anlegen eines Ich – Portfolios an. (siehe http://bo‐hsgemeinsamlernen.bmukk.gv.at/projekt/dokumente).<br />

Im Laufe der 8. Schulstufe stellen die Schüler/innen<br />

aus ihrem Stärkenportfolio ein Bewerbungsportfolio zusammen. Sicher ein guter Einstieg in ein Bewerbungsgespräch!<br />

Schweizer Modell<br />

Sabine Fritz stellt ein Modell vor, das in der Schweiz zurzeit auf der 8. und 9. Schulstufe erprobt wird. Es<br />

hat sich zum Ziel gesetzt, das 8. und 9. Schuljahr flexibler zu gestalten und die Jugendlichen durch ein differenzierteres<br />

Lernangebot möglichst gut auf den Übergang ins Berufsleben vorzubereiten. Die Grundkompe<br />

Team KL:IBO: Sabine Fritz, Peter H. Ebner, Gaby Bogdan, Anita Marksteiner, Johann Rothböck, Hildegund Kanape, Eva Theissl<br />

Ein Projekt im Rahmen des Innovationsnetzes net‐I am BMUKK 2008<br />

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KL:IBO<br />

Kompetenzlernen durch Individualisierung und <strong>Berufsorientierung</strong><br />

tenzen werden weiter ausgebaut, es findet eine individuellere und gezieltere Förderung statt und die Jugendlichen<br />

übernehmen mehr Verantwortung für ihr Lernen.<br />

Eines der Kernstücke dieses Vorhabens ist das Lernatelier (Lernateliers sind offene Unterrichtsformen, in<br />

denen die Schüler/innen individuell gezielt und selbstständig an ihren Stärken und Schwächen in den Fächern<br />

D, M, F, E, Natur und Technik arbeiten können). Die Lernateliers bedingen eine durchdachte und<br />

straffe Organisation.<br />

Begriffe, Definitionen<br />

Ein weiterer Schwerpunkt in unserem Projekt ist das so genannte „Orientierungsgespräch“ (in Schweizer<br />

Projekt wird es Standortgespräch genannt). Das Orientierungsgespräch bildet einen „Angelpunkt“ für die<br />

weitere Entwicklung des Schülers/der Schülerin im 8. Schuljahr. Dies ist ein vorbereitetes strukturiertes<br />

Gespräch, an dem Schüler/innen, Eltern und eine Lehrperson teilnehmen. Im Gespräch orientieren sich die<br />

Anwesenden an den Stärken und „Förderbarem“ der Schüler/innen. Die Grundlage für das Gespräch ist das<br />

„ Stärkenprofil“. Dieses „Stärkenprofil“ soll die Interessen und Fähigkeiten des Schülers/der Schülerin sichtbar<br />

machen.<br />

Das Stärkenprofil beinhaltet unter anderem Ergebnisse aus dem <strong>Berufsorientierung</strong>sunterricht, ein Interessensprofil,<br />

Selbst‐ und Fremdeinschätzungsbögen zu fachlichen und überfachlichen Kompetenzen, ausgewählte<br />

Arbeitsergebnisse , die momentane Schul‐ bzw. Berufswahlsituation, die persönlichen Zielsetzungen<br />

für die 8. Schulstufe, die Ergebnisse aus diversen Kompetenzfeststellungsverfahren. Im Gespräch erhalten<br />

die Schüler/innen eine Plattform um ihre Wünsche, Vorstellungen, Perspektiven darzustellen, treffen<br />

Zielvereinbarungen für die 8. Schst., klären Verantwortlichkeiten (individueller Entwicklungsplan).<br />

Was dieses Orientierungsgespräch zu etwas Besonderem macht, ist das Hervorheben von Stärken des<br />

Schülers/der Schülerin und nicht eine „Rückschau auf verpasste Chancen.“<br />

Die Ergebnisse des Orientierungsgespräches haben Konsequenzen auf das Angebot und die Unterrichtsgestaltung<br />

auf der 8. Schst.<br />

Möglichkeiten des individualisierten Unterrichts auf der 8. Schulstufe werden kurz diskutiert.<br />

Gaby Bogdan stellt das Wahlfächersystem als Angebot im Bereich der offenen Lernformen an ihrem Standort<br />

vor.<br />

Ein besonderer Schwerpunkt wird auch der Entwicklung von überfachlichen Kompetenzen eingeräumt.<br />

Grundlegende Lern – und Arbeitstechniken<br />

werden von Johann Rothböck präsentiert. Denn natürlich erfordert ein teilweise individualisierter Unterricht<br />

(Workshops, Projektunterricht, Wahlfächer, Freiarbeit, Lernateliers, ...) auch eine Veränderung der<br />

eingesetzten Methoden. Johann Rothböck ist ein begeisterter Verfechter der Methoden nach Dr. Heinz<br />

Klippert. Er sieht sie als eine gut einsetzbare Möglichkeit, den lehrerzentrierten Unterricht in einen schülerzentrierten<br />

zu verwandeln.<br />

Zur Einführung dieser Methoden werden von ihm „Trainingstage“ zu den einzelnen Techniken vorgeschlagen.<br />

Mit seinem Enthusiasmus auf diesem Gebiet hat er vermutlich einige von den anwesenden Kollegen<br />

und Kolleginnen angesteckt. Sie zeigen großes Interesse und einige planen bereits die Durchführung solcher<br />

„Trainingstage“ für den Start ins neue Schuljahr.<br />

Ein Slogan, den er nicht müde wird zu zitieren, lautet: „Groß denken, klein handeln.“ Er erscheint im Schulalltag<br />

gut umsetzbar!<br />

Team KL:IBO: Sabine Fritz, Peter H. Ebner, Gaby Bogdan, Anita Marksteiner, Johann Rothböck, Hildegund Kanape, Eva Theissl<br />

Ein Projekt im Rahmen des Innovationsnetzes net‐I am BMUKK 2008<br />

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KL:IBO<br />

Kompetenzlernen durch Individualisierung und <strong>Berufsorientierung</strong><br />

27. Februar 2008<br />

Umsetzungsmöglichkeiten<br />

Der Inhalt dieses Vormittages war den konkreten Umsetzungspläne an den einzelnen Schulstandorten gewidmet.<br />

Die Teilnehmer/innen werden dazu aufgefordert, in einem Brainstorming Ideen zu entwickeln.<br />

Grundlage war die Beantwortung der folgenden Frage:<br />

Der Schüler/die Schülerin muss die<br />

Möglichkeit haben, seine/ihre Stärken<br />

aus jedem Gegenstand sowie seine<br />

überfachlichen Kompetenzen im Portfolio<br />

zu dokumentieren.<br />

Wie kann das garantiert werden<br />

Die Vorschläge der Teilnehmer/innen werden auf Kärtchen fest gehalten und an einer Pinwand „geclustert“<br />

(s. http://bo‐hs‐gemeinsamlernen.bmukk.gv.at/projekt/meetings)<br />

In einem zweiten Schritt finden sich die Kollegen und Kolleginnen eines Schulstandortes in einer Arbeitsgruppe<br />

zusammen. Auf Grund der Fragestellungen<br />

Welche Art der Umsetzung ist an eurer Schule<br />

vorstellbar<br />

Welche ersten Schritte sind notwendig<br />

werden konkrete Schritte überlegt und<br />

schließlich im Plenum auf Plakaten präsentiert.<br />

Projektablauf<br />

Zum Abschluss der Veranstaltung geht es um die Termine, die in den einzelnen Projektphasen einzuhalten<br />

sind.<br />

Es werden auch die Möglichkeiten der Vernetzung über die Internetseite www.gemeinsamlernen.at bzw.<br />

die Projektwebsite http://bo‐hs‐gemeinsamlernen.bmukk.gv.at angesprochen.<br />

Abschluss<br />

Die Rückmeldungen der Teilnehmer und Teilnehmerinnen sind<br />

durchwegs positiv. Sie sehen sich als „Botschafter“, deren Aufgabe<br />

es ist, ihren Kolleginnen und Kollegen an ihren Schulstandorten<br />

eine möglichst umfassende Erklärung dieses Projekts zu bieten, ein<br />

Team zu finden und mit der konkreten Arbeit zu beginnen …<br />

Wir sind überzeugt, dass es gelingen wird!<br />

Gaby Bogdan/Sabine Fritz/Peter H. Ebner<br />

Team KL:IBO: Sabine Fritz, Peter H. Ebner, Gaby Bogdan, Anita Marksteiner, Johann Rothböck, Hildegund Kanape, Eva Theissl<br />

Ein Projekt im Rahmen des Innovationsnetzes net‐I am BMUKK 2008<br />

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