Das Logo und die Kraft der Zeichen - Hagia Chora Journal

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Das Logo und die Kraft der Zeichen - Hagia Chora Journal

Eine geomantische Optimierung

von Zeichen und Formen, wie in

den vor angegangenen Artikeln beschrieben,

lässt sich üblicherweise recht

systematisch durchführen. Hingegen ist

die Neuentwicklung bzw. substanzielle

Überarbeitung eines Logos mit dem Anspruch

einer tiefen und mehrdimensionalen

Stimmigkeit so lebendig, komplex

und individuell, dass sie nur in Teilbereichen

systematisierbar ist.

Als wir 1992 begannen, geomantische

Prinzipien auch für die Logo-Gestaltung

umzusetzen, wurde schnell deutlich, dass

neue Vorgehensweisen erforderlich waren,

die sich in vielen Kundenbegegnungen bis

heute stark weiterentwickelt haben. Auch

wenn diese im Verlauf des Weges immer

wieder neu angepasst werden, versuche

ich hier, den von uns erarbeiteten Prozess

der geomantischen Logo-Entwicklung

strukturiert darzustellen.

Hans-Jörg Müller

Das Logo und die

Kraft der Zeichen

Teil 5: Der kreative Prozess

In vier Beiträgen hat Hans-Jörg Müller Methoden des ener getischen

Logo-Designs vorgestellt. Im abschließenden Beitrag

der Artikelreihe fasst er anhand von Beispielen aus der Praxis

den Prozess der geomantischen Logo-Gestaltung zusammen.

Die Gestaltungsphasen

Bei der Entwicklung eines Corporate Designs,

aus dem sich alle folgenden Gestaltungen

wie die der Geschäftsausstattung

oder der Prospekte, das Produkt-Design

oder Web-Design ableiten, steht das Logo

im Mittelpunkt und beinhaltet damit meist

alle Tiefenaussagen seines neu entstehenden

Umfelds. Dementsprechend nehmen

wir uns bei solchen Aufgaben am Anfang

möglichst immer den erforderlichen

Raum, um alle systemischen Wirkungen

des Logos von vornherein optimal auszugestalten.

Jeder Gestaltungsprozess ist individuell.

Manche Kunden bringen gleich ihre

gefundenen, ausgedachten oder auch erträumten

Bildideen mit, andere beschreiben

ihre unternehmerische Situation als

primären Ausgangspunkt. Heute empfehlen

wir nicht mehr, vor einem ersten Termin

auf entsprechende Zeichensuche zu

gehen, sondern starten immer da, wo der

Kunde gerade steht. Allerdings haben sich

wesentliche Prämissen als zielführend erwiesen,

die schon zu Beginn eingebracht

werden sollten:

! Keine zu frühe Festlegung

Gefundene Zeichen sofort grafisch zu perfektionieren,

raubt dem Zeichen die Möglichkeit,

sich zu entfalten. Gerade vom

Kunden selbst gefundene Bildideen erzeugen

einen hohen Grad an anfänglicher

Identifikation, sind aber oft nicht ausreichend

kommunikativ, sondern wollen

erst einmal grundsätzlich in eine multidimensional

stimmige Form weiterentwickelt

werden. Hier braucht es im Entwicklungsprozess

einen Vertrauensrahmen, der

deutlich macht, dass die persönliche Verbindung

erhalten bleibt, auch wenn das

Zeichen selbst sich wandelt.

! Der Kraft folgen

Die Dynamiken des Zeichenträgers, des

Unternehmens sowie des Prozesses selbst

fließen spielerisch in die Zeichengestaltung

ein. Dieser scheinbar unbewusste

Verlauf führt immer zum Ziel – mit unerwartet

stimmigen, oft überraschenden Lösungen.

! Logozentrierte Moderation

Wenn während der Gestaltungssitzung

das Zeichen im Mittelpunkt der Argumentation

steht, entsteht ein multidimensionaler

Wahrnehmungs- und Gesprächsrahmen,

der durch die universelle Sprache

der Form Ebenen der Symbolik, der Unternehmensdynamik

oder der Marktkommunikation

direkt verbindet.

! Erst die Identiät, dann die Erfolgsfaktoren

Ein häufiger Fehler bei der Zeichenentwicklung

mit Geomantie, Feng Shui oder

auch Radiästhesie ist die vorschnelle Umsetzung

von Wissen über Zeichenoptimierung.

Das Zeichen muss seine Identität

voll entfaltet haben, bevor es diesem

Prozess unterzogen wird, sonst bleibt es –

unabhängig von Kraft oder Ästhetik – oft

auf einer rudimentären Ebene stehen.

! Das Gesamtfeld eröffnen

Nach der Festlegung des Bedeutungsschwerpunkts

und der Kommunikations­

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p r a x i s

ausrichtung (z. B. Individualität des Zeichens

für Einzelpersönlichkeiten versus

Universalität und Marktorientiertheit) gilt

es abzuschätzen, welcher Gesamtkontext

vor dem eigentlichen Prozess transparent

gemacht werden muss. Oft sind es unbequeme

oder verdrängte Aspekte, die gerne

an den Schluss gestellt werden, dann aber

den laufenden Prozess blockieren oder gar

in Frage stellen.

! Offenheit für Sonderwege

Wichtig ist, die Intentionen des Kunden

auch in energetischer Hinsicht zu verstehen.

Für die jeweilige Anforderung kann

es sinnvoll sein, Sondermethoden wie

Kraftbilder“, „Zufallsspiel“, „Zeichenentwicklung

aus Unterschriften“ zum richtigen

Zeitpunkt heranzuziehen.

! Stilfreiheit

Im Lauf der Zeit legt sich jeder Gestalter

– oft unmerklich – ein Repertoire an Gestaltungsmitteln

oder Grafik-Programmen

zu, das einen bestimmten Stil ausdrückt.

Um jedes Zeichen aber aus seinem Feld,

aus dem Innenraum seines Trägers oder

dem geistigen Impuls des Unternehmens

entwickeln zu können, ist die Arbeit mit

Handzeichnungen, an denen sich auch der

Kunde frei beteiligen kann, sehr empfehlenswert.

Lebendige Prozesse

Wenn Kunden den Prozess, in dem das

Zeichen sich bildet, miterleben können,

entsteht eine hohe Identifikation mit dem

Zeichen.

So kann der Kunde den Gestalter beständig

inspirieren und direkt auf die

Vorschläge reagieren. In der Präsenz des

Kunden kann der Gestalter wesentlich inspirierter

arbeiten, weil er durch dessen

„Feld“ Kontakt zu den unformulierten Intentionen

halten kann.

Sicherlich gibt es auch schwierige Kundensituationen.

Neben dem allgemein

üblichen Zeitdruck gehört beispielsweise

zu den Herausforderungen, dass sich

ein Kunde im laufenden Prozess plötzlich

nicht mehr verstanden fühlt. Obwohl

er sich Zeiteffizienz wünscht, kann

es sein, dass ihm ein Prozess zu schnell

voranschreitet, dass die Seele nicht nachkommt.

Hier gilt es dann anzuhalten, das

Erreichte zu formulieren, zu hinterfragen

oder Zeit zum Verdauen zu geben, damit

sich der Konflikt des Kunden zwischen Effizienz

und Tiefe nicht auf das Zeichen

überträgt.

Man sollte in der geomantischen Arbeit

an Zeichen auch nicht in die Falle

tappen, seine Auftraggeber in unangemessene

Tiefenprozesse zu führen. Das

geschieht zuweilen, weil entsprechende

Hintergründe vom Berater gesehen und

ohne Reflexion wohlmeinend vermittelt

werden. Jede Neugestaltung löst persönliche

innere Prozesse aus, denn sie formt

oder manifestiert eine neue Identität. Diese

Dynamik wird nicht selten vom Kunden

oder vom Berater unterschätzt. Der

Prozess wird dann vom Kunden als zu

umfassend und unüberschaubar empfunden.

Um einer Überforderung von vornherein

zu begegnen, gilt es zunächst immer

– auch intuitiv – zu prüfen, welche

Intensität wirklich gefragt und erforderlich

ist. Und dann gilt es natürlich insbesondere,

den Prozess nachvollziehbar zu

kommuni zieren.

In lebendigen Entwicklungsprozessen,

die jeweils ihre eigene Dynamik entfalten,

ist es entscheidend, einen Fahrplan

im Hintergrund zu besitzen. Um jederzeit

Klarheit über die Aufgabenstellung und

die jeweils angemessene Methode zu erhalten,

haben wir verschiedene Grundprozesse

charakterisiert und ihnen einen

Namen gegeben. Nachfolgend eine kurze

Beschreibung einiger dieser Prozesse

mit entsprechenden Fallbeispielen aus der

Praxis:

Wenn Zeichen neu gefunden werden

wollen – Die Symbol-Evaluierung

Von den ersten Vorstellungen oder inneren

Bildern eines Kunden bis zum angemessen

reduzierten, aber komplexen

und stimmigen Zeichen ist es oft ein langer

Weg, selbst wenn er nur einen kurzen

Zeitraum beansprucht. Der bedeutendste

Schritt ist immer der Findungsprozess,

der aus den unterschiedlichsten Quellen

schöpfen kann. Wir unterscheiden hier die

direkte und die indirekte Findung. Bei der

direkten Findung geht es um eine tendenziell

logische Ableitung. Man verbildlicht

das Produkt oder die Leistung, indem man

einen Kreis passender Symbole zusammenstellt

und nach einem Auswahlverfahren

weiterentwickelt. Oder man findet

eine Symbolisierung der Firmenphilosophie,

des Alleinstellungsmerkmals oder

des Claims und setzt sie in Zeichensprache

um.

Ein weiterer Weg ist, die ersten Bildideen

als Ausgangspunkt zu wählen: Erste

Überlegungen werden zunächst abstrahiert

und dann weiterentwickelt.

Zu den direkten Findungswegen gehört

auch die Methode der Intentionsverbildlichung:

Während der Kunde seine Vorstellungen

und Ideen vorträgt, zeichnet man

permanent mit, um die Inhalte unmittelbar

in eine Bildsprache umzusetzen.

Die sogenannte offene Findung bezieht

sich tendenziell auf geistige Quellen.

Dies geschieht beispielsweise bei der

Zufallsauswahl: Dem Kunden werden

eine Vielzahl von (vorher sortierten) Zeichen

präsentiert, so dass er eine Anregung

zur Verdichtung der Auswahl erhält. Oder

während einer assoziativen Entwicklung:

Klar benannte Inhalte werden von allen

Beteiligten assoziativ bebildert und danach

einem Auswahlverfahren unterzogen.

Zuweilen bringt der Kunde wichtige

Inspirationen ein: Träume oder inspirierende

innere Bilder, die direkt umgesetzt

werden können. Inspiration kann auch

bewusst gesucht werden, indem nach der

komplexen Aufführung aller gewünschter

Aspekte (individuell) eine überbewusste

innere Symbolfindung stattfindet.

Alle Wege führen zum Ziel. Die Methode

wird nach jeweiliger Aufgabenstellung

(z. B. Individualzeichen versus Universalzeichen),

persönlicher Stimmigkeit oder

dem Prozessverlauf gewählt.

Wenn Zeichen echte Sprünge machen

– Die Logo-Revolutionierung

Bei der Arbeit mit einem bestehenden Zeichen

stellt sich zunächst die Frage, ob eine

leichte Evolution angesagt ist, oder ob es

um eine deutliche Revolution geht. Letztere

ist mit großen Chancen verbunden,

aber auch mit ähnlich großen Gefahren.

Die Gefahr ist selbstverständlich der Verlust

der Wiedererkennbarkeit für den bisherigen

Markt, die Chance die Neufindung

einer relevanten Zielgruppe. Dies kann

dann erforderlich sein, wenn die bisherige

Zielgruppe nicht den langfristigen Vorstellungen

des Unternehmens entspricht

oder wenn das Unternehmens-Image eine

deutliche Neuorientierung erfordert. Auch

wenn ein Zeichen über Jahrzehnte nicht

gepflegt wurde, kann der klare Schritt der

Revolutionierung erforderlich sein. Doch

erst, wenn ein Unternehmen in Misskredit

geraten ist oder ein bisheriger Markt komplett

zusammengebrochen ist, ist es sinnvoll,

dem Unternehmen eine Neukreation,

die nichts mit dem Alten zu tun hat, zuzumuten.

Deshalb versuchen wir immer, zumindest

noch erkennbare Zitate des Bisherigen

einzubeziehen.

Wenn sich Zeichen wandeln wollen –

Die Motivmetamorphose

Dieser Weg folgt formal dem Prinzip des

lebendigen, organischen Wachstums und

steht damit dem Gedanken der evolutionären

Reihe nahe. Durch Methoden wie

Umstülpung, Leerraum-Integration, Dynamik-Manifestation,

Dynamik-Fortsetzung,

geometrische Vereinfachung und

Erweiterung, morphologische Formenkreisbildung

oder Organismus-Komplet­

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Das Logo der „Kaiserin“ wurde geometrisch aus

drei Punkten entwickelt. Durch einen Metamorphoseprozess

(links oben) wurde das Umfeld für

weitere Gestaltungen erkundet. Für die Wandmalereien

wurde die Figur der Kaiserin selbst aus

dem Logo entwickelt (Mitte oben).

tierung kann das Erstzeichen sich nun frei

aus sich selbst heraus entfalten. Dieser

Prozess kann auf ein für sich stehendes,

einzelnes Zeichen zielen oder auf einen

Formenkreis, der in Variationen an verschiedenen

Stellen des Corporate Designs

ein Leitmotiv bildet. In diesen Entwicklungsprozess

können recht einfach Intentionen

des Kunden, geistige Leitbilder

oder marktorientierte Kommunikationsinhalte

abstrakt integriert werden. Wichtig

ist, sich nicht an Zwischenergebnissen

festzuhalten, sondern den beständigen,

ununterbrochenen Fluss der Entwicklung

bzw. der Metamorphose so weit zu unterstützen,

bis das finale Zeichen selbst steht.

Nicht selten gewinnen alle Beteiligten

den Eindruck, dass ab einem bestimmten

Punkt das Zeichen versucht, sich selbst in

ganzer Fülle zum Ausdruck zu bringen.

In diesem Zusammenhang taucht immer

wieder der auch in der Kunst berühmte

Punkt auf, wo „es“ einfach fertig ist, wo

das Zeichen quasi „unberührbar“ wird.

Eines unserer frühen Projekte war 1995

die Gestaltung einer Corporate Identity für

das Unterhaltungsgastronomie-Unternehmen

„Die Kaiserin“. Das Logo entstand im

Zug des Gesamtprojekts, das primär mit

der geomantischen Konzipierung der damals

größten Diskothek Deutschlands mit

dazugehörigen gastronomischen Event-

Räumen befasst war. Die „Kaiserin“ erhielt

ihren Namen – und ihre entsprechende

Bedeutung – durch die bekannte Tarot-

Karte. Wir standen vor der Aufgabe, ein

Zeichen zu entwickeln, das einen hohen

erzählerischen Wert besitzt und sich auch

plakativ weiterentwickeln lässt zu einem

Bildkonzept, mit dem sich auch Innenräume

gestalten lassen, ohne in beliebigen

Fantasy-Kitsch abzugleiten. Das Zeichen

sollte also einerseits als abstraktes Logo

zu verwenden sein, andererseits aber auch

die Kaiserin selbst als Archetyp darstellen

und ihr ein aktuelles Gesicht geben.

Das Grundkonzept des Zeichens entstand

durch eine Konstruktion, welche die

Dreiheit bildlich und geometrisch widerspiegelt.

Drei Kreise bilden die Hauptkonstruktion:

der erste, der die Unterwelt, den

körper- und trieborientierten Aspekt der

Örtlichkeit verbildlicht, der zweite, obere,

der zwei sich vor der Kaiserin verneigende

weibliche Figuren andeutet und den sichtbaren

Raum der Kaiserin markiert, und

der dritte im Schnittpunkt beider Welten,

der damit ein wahrnehmendes Auge, sozusagen

die Bewusstheit der Kaiserin

selbst sublim zum Ausdruck bringt. Getragen

wird das Zeichen vom farblichen

Spiel zwischen Gelbocker und Tiefblau,

die sich leicht versetzt komplementär verhalten.

An der Spitze steht der Genius, der

abstrakte „Kopf“ der Kaiserin als hochgesättigter

roter Punkt, der die Höhe und Erhabenheit

des Zeichens betont.

Auf den Wandbildern wurde nun die

Kaiserin selbst als thronende, sitzende

oder tanzende Figur in das Zeichen gelegt,

so dass sie lebendig in den Räumen

an Präsenz gewinnen konnte. In den einzelnen

Wandgemälden – umgesetzt und

ausgeführt von dem Künstler Falk Nordmann

– begann sie als „lebendig gewordenes

Logo“ ihr Eigenleben zu führen.

Wenn Zeichen ihre Potenziale gebären

– Die Immanenz-Manifestation

Viele Zeichen tragen seit ihrer Entstehung

Potenziale in sich, die auf die Zeit ihrer

Hebung warten. Ein Beispiel ist das neue

ZDF-Logo, das nun die „2“ zeigt, die auch

wie ein Z gelesen werden kann.

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Wenn alte Zeichen neue Wege gehen –

Die Symbol-Aktualisierung

Nicht selten werden, beispielsweise im

Wellnessbereich, Symbole aus einem religiösen

oder kulturspezifischen Kontext

verwendet. Das Problem dabei ist, dass

die Zeichen ursprünglich oft sehr spezip

r a x i s

Die Clemens Dengler Wohn- und Gewerbebau

GmbH hatte 2002 beschlossen,

sich strukturell weiterzuentwickeln.

In diesem Zusammenhang sollte der Personenname

in einen Phantasienamen

umgewandelt werden, damit das Unternehmen

unabhängiger vom Gründer operieren

könne. In einem kreativen und namensrechtlichen

Auswahlverfahren wurde

der lateinische Name Decus (Schönheit,

Zierde, Fantasie, Dekoration) gewählt. In

dem folgenden Entwicklungsprozess entstanden

Piktogramme, die dem Leitthema

Raum und Schönheit folgten. Beide

Prinzipien lehnten sich einerseits an das

bisherige Zeichen an, schufen aber auch

durch die Verwendung von Rundung und

Gerader eine lebendige Spannung. Irgendwann

tauchten dann Versionen auf,

welche die beiden Initialien des Unternehmensleiters

verbildlichten. Dieses Potenzial

wohnte schon dem alten Zeichen inne,

ohne aber erkannt und klar herausgestellt

zu werden. Im Zug der Umbenen nung war

ein Logo entstanden, dem die Persönlichkeit

deutlich innewohnt. Seine Porportionen

balancieren die Aspekte Unternehmen

und Person, um in der dynamischen Entwicklungsphase

der Firma Harmonie und

Stabilität zu schaffen.

fische Wirkungen beinhalten, die nicht

überdacht wurden und sich erst im Lauf

der Unternehmensgeschichte als wirksam

erweisen. Hier ist Vorsicht geboten, doch

wenn man einem solchen Zeichen auf den

Grund geht, kann man es nicht nur formal

modernisieren, sondern auch inhaltlich

seinen neuen Aufgaben anpassen. Ein

Umgang mit einem solchen Zeichen kann

z. B. sein, dass man nur Teil aspekte seiner

umfassenden Bedeutung herausgreift und

andere Potenziale seiner Wirksamkeit bewusst

ruhen lässt. Es gilt, auf Basis der Uraussage

des Zeichens neue Schwerpunkte

zu setzen oder individuelle Ausformungen

zu erreichen, um damit Stimmigkeit und

Einzigartigkeit zu unterstützen.

Für die Yoga-Akademie Berlin haben

wir z. B. ein Zeichen erarbeitet, das

auf einem klassischen Sri-Yantra beruht,

einem komplexen Symbol, über das bereits

viele Abhandlungen geschrieben wurden.

Jeder Winkel beinhaltet eine Philosophie,

jedes seiner Dreiecke manifestiert eine

Gottheit. Wir haben dieses Zeichen vollständig

neu konstruiert und dabei kleine

Abwandlungen an einer Stelle vorgenommen,

wo sich das Zeichen dem europäischen

Symbolkontext anzupassen hatte,

um hier erfolgreich sein zu können.

Gleichzeitig wurde darauf geachtet, dass

die Würde und Tiefe des alten Vorbilds

gewahrt blieb.

Wenn sich Zeichen tief verändern wollen

– Die Motiv-Transformation

Durch die Transformation eines Logos

wird es gewissermaßen auf eine neue Ebe­

Aus dem ursprünglichen Unternehmens-Logo

entstand für die Wohn- und Gewerbebaufirma

Decus ein Zeichen mit den Themen Raum (Gerade)

und Schönheit bzw. Zierde (Rundung). Die

Entwürfe wurden unterschiedlich proportioniert

und erhielten so differenzierte Wirkungen und

Anmutungen.

ne gehoben. Auch das dazugehörige Unternehmen

erlebt damit eine Hebung in

einen neuen Aufgabenbereich. Voraussetzung

dafür ist ein – zumindest zwischenzeitliches

– Loslassen der bisherigen Form.

Dieser Prozess ist meist nicht logisch und

linear. Er erfordert einen neuen, grundlegenden

Impuls, der manchmal in den Tiefen

des Zeichens schon angelegt ist, oft

aber eine Inspiration sucht, der mitten in

der Zeichenentwicklung durch eine Kreativmethode

erst seinen Raum erhält.

Ist sich der Kunde dieser Notwendigkeit

anfänglich nicht bewusst, kann es

geschehen, dass die Zeichenentwicklung

– scheinbar – an einen Endpunkt gerät,

ohne ganz befriedigend zu sein. Das Zeichen

selbst zwingt nun zur Konsequenz.

Nicht selten ist es uns passiert, dass in der

dann entstehenden Pause dem Kunden

noch ein ganz anderes Zeichen oder eine

Idee einfiel, die ohne jede Logik und Integ

rierbarkeit erschien. Geht man den Weg

in solchen Fällen vertrauensvoll gemeinsam

weiter, kann es passieren, dass sich

ein neuer Kontext öffnet, der sehr wohl

an die ursprünglichen Vorstellungen anknüpft.

Lehrinhalt dieser Übung: Vertrauen

in die Intelligenz des Überbewussten

und die „innere Logik“ eines Symbols.

Das ursprüngliche Unternehmenslogo

des Architekturbüros Lang bestand

aus einem Rechteck, zusammengesetzt

aus den Buchstaben des Namens des Unternehmensleiters.

Das Zeichen symbolisierte

damit abstrakt Baukörper, Raum

und Festig keit. Mittlerweile hatte sich das

Büro jedoch von reinen Ingenieursleistun­

Hagia Chora 30 | 2008 41


Die Modifikationen des Ursprungszeichens (links

oben) wurden durch eine Logo-Transformation

(links unten und Mitte oben) zum finalen Logo

geführt.

gen in Richtung einer kreativen und gestalterischen

Ausrichtung verändert. So

lag es nahe, dass das bisherige Logo als

beengend, undynamisch und wenig kommunikativ

empfunden wurde.

In einem ersten Schritt wurde das Zeichen

an einer Stelle geöffnet, zudem in

Proportion und Farbigkeit variiert. Dann

wurde eine gestalterische Linie verfolgt,

in welcher die linke und untere Linie des

Rechtecks die Initiale „L“ des Unternehmensleiters

vertrat. Zugleich wurden so

die beiden verbliebenen Linien frei für

unterschiedliche Bewegungen, die den

neuen, kreativen Aspekt verdeutlichten.

An dieser Stelle kam das Zeichen dann

schnell zu einem Endpunkt, da es den architektonischen

Kontext nicht mehr vermitteln

konnte, wenn es auch der neuen

inhaltlichen Ausrichtung mehr entsprach.

In diesem Moment brachte der Kunde

nun ein Leitbild ein, das er seit geraumer

Zeit mit sich trug, ohne aber bisher einen

umsetzbaren Zusammenhang mit seinem

neuen Logo herstellen zu können. Es war

das Bild einer kronenförmigen Schale. So

wurde dieses Bild erst einmal hinsichtlich

seines Symbolgehalts und seiner Aussa­

gekraft für das Unternehmen untersucht:

In seiner Dreiheit entsprach es den drei

Unternehmensteilen. In seiner Axialität

repräsentiert es Qualitäten wie Kreativität

und Inspiration. Damit das Zeichen nun

das ganze Unternehmen darstellen konnte,

haben wir es zu einem Kreis verbunden,

der im Folgeschritt zur Kugel wurde

und damit auch wieder den Raum als

übergeordnetes Unternehmensthema verbildlichte.

In der nächsten Phase wurde

dieser – zunächst leere – Raum dann zu

einer gefüllten Sphäre, so dass über deren

Farbigkeit die Qualitäten der einzelnen

Unternehmensteile bestens vermittelt

werden konnten.

Der Clou an der Sache: Der abstrakte

Kelch wurde im Negativ auf dem neuen

Zeichen durch zwei Kreisausschnitte auf

der Kugeloberfläche konstruiert. Dadurch,

dass der rechte Kreisausschnitt kleiner als

der linke wurde, entstand nicht nur eine

deutlich nach rechts oben aufsteigende

Dynamik, sondern es formte sich aus dem

ehemals konkreten Kelch jetzt ein abstraktes

„L“. Wenn auch für die meisten

Kunden nicht zwingend erkennbar, so war

jetzt das gewünschte Element des Unternehmensleiters

integriert, und dies auch

nicht mehr auf eine gewollte, „erzwungene“

Art. Das Zeichen hatte in lebendiger

Weise seine innewohnende Intelligenz gezeigt.

Die nachfolgenden Schritte wie Proportionierung,

Farboptimierung, Schaffung

von energetisch gefüllten Sphären,

Setzung von impulsgebenden Lichtreflexen,

Stabilisierung durch Spiegelung im

Bodenbereich etc. waren dann wieder rein

handwerkliche Aufgabenstellungen, die

nach der Findung des Zeichens entspannt

umgesetzt werden konnten.

Wenn ein Zeichen Kraft gewinnt –

Das Logo-Empowerment

Ein erfolgreiches Zeichen benötigt ein

dem Unternehmen angemessenes Energieniveau.

Wir arbeiten hier nach dem Prinzip

der raumenergetischen Energieniveaubestimmung,

wo entsprechende Levels

bestimmten Raumgrößen, emotionalen

Zuständen und vor allem auch unternehmerischen

Tätigkeitsbereichen zugeordnet

werden können. So lässt sich generell die

Angemessenheit eines Zeichens überprüfen

wie auch bei der Neugestaltung immer

der Stand der „Kräftigkeit“ kontrollieren.

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