Offene Türen für Kinder – - bei Hoffnung für eine neue Generation eV

hoffnung.samariteanul.org

Offene Türen für Kinder – - bei Hoffnung für eine neue Generation eV

www.hoffnung.org

Ein Magazin über die Arbeit des Hilfswerks „Hoffnung für eine neue Generation“ e.V.

13. Ausgabe

August 2009

Offene Türen für Kinder

Komm herein, wir laden dich ein!


Editorial

Liebe Missionsfreunde von

HOFFNUNG,

kurz nachdem wir im Jahr 1991 den

ersten christlichen Kindergarten

in der Stadt Cluj eröffnet hatten,

wurde ich von einem christlichen

Geschäftsmann aus Rumänien gefragt:

„Werner, was ist dein Dienst,

mit was beschäftigst du dich“

Voller Begeisterung sagte ich ihm:

„Gott hat mich für die ganz Kleinen,

die Kindergartenkinder berufen.“

Einige Jahre später - er war zum

großen Geschäftsmann aufgestiegen

und hatte sich ein kleines Imperium

aufgebaut - stellte er mir wieder

diese Frage. Meine Antwort war

gleich lautend: „Ich bin immer noch

bei den Kleinen, den Kindergartenkindern,

zu denen mich Gott berufen

hat“.

Kurz nach diesem Treffen erhielt ich

die Nachricht, dass er wegen unlauterer

Geschäfte alles verloren hat

und im Gefängnis gelandet ist.

Mittlerweile sind es 19 Jahre her,

seitdem wir das Kindergartenprojekt

gegründet haben und ich bin

immer noch bei den kleinen Kindern

geblieben.

Paulus sagt in 1. Korinther 4,2;

„Nun fordert man nicht mehr von

den Haushaltern, als dass sie für

treu befunden werden.“

In einem Buch las ich folgende Aussage

über Treue und Erfolg:

„Wenn du dort bist wo Gott dich

haben will, indem du deine Verantwortlichkeiten

erfüllst die ER dir

anvertraut hat, hast du Erfolg.

Erfolg bedeutet dem Prozess treu zu

bleiben, den Gott für dich bestimmt

hat. Jeder Tag der Treue, dort wo

du dich befindest, mit dem was du

hast, ist ein von Erfolg gekrönter

Tag.“

Neben dem gewaltigen Segen den

Gott über diese Kindergartenarbeit

gelegt hat, sind es die vielen treuen

Mitarbeiter und Spender, die

schon viele Jahre unermüdlich ihren

Beitrag leisten. Da denke ich an die

vielen Pateneltern, die mit ihrem

monatlichen Beitrag die Kindergärten

am Leben erhalten haben. Da

sind die vielen treuen Erzieherinnen

und Helferinnen, die voller Hingabe

die Liebe Gottes unermüdlich Tag

für Tag in die Kinderherzen gelegt

haben, obwohl sie selbst oftmals

durch schwierige Situationen durchgegangen

sind. Sie alle sind beseelt

von dem Wunsch den Samen, das

Wort Gottes, in die Herzen der Kinder

zu legen.

Das vor Ihnen liegende Infomagazin

zeigt Ihnen viele schöne Erlebnisberichte

über die verändernde Kraft

der Hoffnungsbotschaft von Jesus.

Es ist genau diese Kraft die wir aus

Gottes Wort schöpfen, um unermüdlich

viele Kinder in Rumänien zu

erreichen.

In den vergangenen 19 Jahren

sind über 10.000 Kinder durch die

von uns gegründeten Kindergärten

gegangen. Etwa die Hälfte von

ihnen hatte zuvor noch nie Gottes

Wort gehört. Besondere Aufmerksamkeit

widmeten wir Kindern aus

sozial schwachen Familien, die das

kostenlose Essen sehr zu schätzen

wussten.

Nun liebe Missionsfreunde lade

ich Sie ein: „Kommen sie mit“ auf

die Reise durch die vielen offenen

Türen, die Gott uns für die Kinder in

Rumänien geöffnet hat. Ich wünsche,

dass beim Lesen dieser Lektüre

ein Funke in Ihr Herz überspringt,

der Sie für die treue Unterstützung

dieser Arbeit belohnt. Und wenn Sie

neu auf unser Hilfswerk aufmerksam

wurden, ermutige ich Sie, in

diese wertvolle Arbeit mit einzusteigen:

Kommen Sie herein, wir laden

Sie ein!

Herzlichst

Hans-Werner Kast

Inhalt

Editorial/Inhalt Seite 2

Impressionen Visionen Situationen Seite 3

Unsere Projekte im Überblick Seite 4

Facetten eines Kindergartens Seite 8

In die Herzen der Erzieherinnnen geblickt Seite 9

Kinder, kommt herein, wir laden euch ein Seite 10

Elternberichte Seite 12

Dank an Pateneltern Seite 14

Es ist Hoffnung da Seite 15

Offene Türen zur Oase der Liebe Seite 16

Ein Mitarbeiter stellt sich vor Seite 18

Neue Ausrichtung in Hoffnung/Impressum Seite 19

So ist

es nicht der

Wille

eures Vaters

im Himmel,

dass auch nur

eines dieser

Kleinen

verloren gehe.

Matthäus 18,14


Alles was

Kinderherzen

wünschen…

Zwei komplette Sattelzüge mit

insgesamt über 41.000 kg Joghurt

und Pudding spendete die Firma

Campina für unser Kindergartenprojekt.

Ein herzliches Dankeschön an

Campina, von den vielen glücklichen

und dankbaren Kindern.

Strahlende Kinderaugen

Das Hilfswerk Hoffnung sorgte für strahlende

Kinderaugen bei bulgarischen Kindern aus der

Region um Pervomaj. 500 Weihnachtspakete

wurden an Pastor Dancho Ivanov übergeben,

der sich einen Transporter anmietete, um sie in

unserem Missionslager bei Arad abzuholen.

Aus Kindermund:

Erzieherin: „Wie war das Rotkäppchen

gekleidet“

Alin (4 Jahre): „Mit Adidas,

damit sie vor dem Wolf wegrennen

kann“.

Nehme nie eine Abkürzung

Evangelium verändert

ganze Familie

Beim Besuch eines Gottesdienstes in Paulis kam ein Mann

auf mich zu und fragte, ob ich etwas mit dem christlichen

Kindergarten in der Stadt Cluj zu tun hätte Natürlich,

denn es war unser erster Kindergarten den wir eröffnet

hatten. Durch den Kindergartenbesuch seines Sohnes

hat seine ganze Familie zum lebendigen Glauben gefunden.

Heute reist dieser Mann in Gemeinden, um zur Ehre

Gottes mit seinem Akkordeon Loblieder zu spielen.

Freude über

eine eigene Bibel

159 russische Studienbibeln

und viele andere christliche

Literatur konnten wir

für einen Hilfstransport nach

Kasachstan im April dieses

Jahres an das Missionswerk

Hoffnung und Hilfe“ übergeben.

31 Hilfstransporte im

Jahr 2008

Auch im letzten Jahr konnten wir

den gewohnten Umfang an Hilfslieferungen

nach Rumänien senden.

Insgesamt wurden 373.752 kg

wertvolle Güter zu den Bedürftigen

gebracht. Jeder einzelne Transport

ist ein Wunder für sich. Unser Lager

war nie leer. Dazu kamen die Transportkosten

von etwa 2.000 € pro

Lkw. Wir können nur voller Staunen

„Danke Herr“ sagen!

Impressionen Visionen Situationen

Als wir auf einer Reise mit unserem Zeitplan in Verzögerung kamen, nahmen wir eine Abkürzung bei der wir

ca. 50 km Umweg sparen würden. Aber oh Schreck! Nach kurzer Zeit schlingerten wir mit 30 km/h von einem

Schlagloch zum anderen, bis die Fahrbahn schließlich in einem Fuhrweg endete. Aber an Umdrehen war nicht

mehr zu denken, da der Tank unseres Fahrzeuges inzwischen unter rot war, weit und breit weder Tankstelle noch

ein Auto zu sehen war und der Handyempfang gleich null.

In einer kleinen Siedlung ohne Ortsschild, verkaufte uns ein Tante-Emma-Laden-Besitzer 5 Liter Diesel. Angespannt

erreichten wir dann doch wohlbehalten mit dem letzten Tropfen Sprit, aber mit viel Zeitverlust unser Ziel.

3


Unsere

Pr jekte

im

Überblick

4

Hoffnung für eine neue

Generation

Kindergartenprojekt

Hintergrund

War es zu Beginn des Kindergartenprojektes

der kommunistisch

- atheistische

Geist, der das ganze Land

gefesselt hielt, so ist seit Öffnung

der Grenzen erschwerend eine Flut

von destruktiven Einflüssen durch

die Medien hinzugekommen. Der

Materialismus hielt Einzug und

Werte, die über Jahrzehnte eine

beziehungsorientierte, warmherzige

Kultur zusammen gehalten haben,

wurden über Nacht auf den Kopf

gestellt. Auf der Suche nach Arbeit

und Perspektive wanderten viele

Eltern ins Ausland und überließen

ihre Kinder der Verwandtschaft oder

Nachbarschaft. Noch nie gab es eine

so große Orientierungslosigkeit und

so viele verhaltensauffällige Kinder

wie heute.

Die Familien sind diesen neuen

Herausforderungen nicht gewachsen

und brauchen dringend Hilfe.

Unsere Antwort auf diese Nöte

Wir sehen es als unsere Aufgabe,

die uns anvertrauten Kinder stark zu

machen und ihnen ein tragfähiges

Fundament mitzugeben, damit sie

den Herausforderungen des Lebens

gewachsen sind. Dies geschieht

durch die Vermittlung christlicher

Werte und einer gesunden Persönlichkeitsentwicklung,

in einer Atmosphäre

des Vertrauens, wo sich die

Kinder angenommen und einzigartig

von Gott erschaffen wissen.

Wir bereiten die Kinder intensiv auf

die Schule vor und stellen ihnen

ausreichend Spiel– und Verbrauchsmaterial

zur Verfügung. Viele

Kinder kommen aus bedürftigen

Familien mit geringem Einkommen

und erfahren, nicht zuletzt durch

das tägliche Essen, eine finanzielle

Entlastung. Außerdem hilft eine

intensive Elternarbeit den pädagogischen

Auftrag des Elternhauses zu

unterstützen.

Seit 1991 wurde in Rumänien der

Grundstock für 24 christliche Kindergärten

gelegt, die in Zusammenarbeit

mit den örtlichen Kirchengemeinden

funktionieren. Mehr als

10.000 Kinder haben seither diese

Kindergärten durchlaufen. Derzeit

betreut das Hilfswerk kontinuierlich

noch 11 Kindergärten und wirkt

unterstützend in den anderen Einrichtungen.

Aufgenommen werden

Kinder aus allen Konfessionen und

Bevölkerungsschichten.


Der Weg in eine

bessere Zukunft

Hausaufgabenbetreuung

Hintergrund

Viele Kinder aus sozial

schwachen und kinderreichen Familien

sind benachteiligt, weil sie

ausgeprägte Lernschwierigkeiten

in der Schule haben. Zu Hause

kann und will ihnen niemand bei

den Hausaufgaben helfen und

manchmal hapert es sogar an

einfachsten Voraussetzungen,

wenn Tisch oder Stuhl fehlen.

Sie verlieren immer mehr den

Anschluss an die Klasse, weil sie

das Lernpensum nicht bewältigen

können und es kaum Fördermaßnahmen

gibt. Diskriminierung

und Verspottung ist an der

Tagesordnung und die Chance

auf eine Berufsausbildung und

damit auf eine Perspektive für

die Zukunft wird immer geringer.

Unsere Antwort auf diese Nöte

Das hat uns dazu veranlasst eine

Hausaufgabenbetreuung einzurichten.

So kommen diese Kinder

direkt nach der Schule in den

Kindergarten. Und da man mit

hungrigem Magen nicht Lernen

kann, gibt es erst einmal zu

Essen. Betreut durch liebevolle

Mitarbeiterinnen wird ihnen nach

einer Spielpause Nachhilfeunterricht

erteilt.

Welche Freude ist es dann, wenn

die Kinder am Ende des Schuljahres

in die nächste Klasse

versetzt werden. Schaffen sie auf

diese Weise den Schulabschluss,

ist für sie der Weg in eine bessere

Zukunft offen.

Diese Hausaufgabenbetreuung

wird bisher in den Kindergärten

Sambateni und Buteni für die

Klassen 1-4 angeboten, wo täglich

je 12 Kinder daran teilnehmen.

Sag es allen weiter

Missionarische

Kinderarbeit

Hintergrund

Es gibt mehr als 1 Million wiedergeborener

Christen in Rumänien. Um

ihren Zustand zu beschreiben sagte

ein Missionar: „Die rumänischen

Gemeinden sind wie ein geistlicher

Riese der noch schläft und

der geweckt werden muss.“ Dieser

Riese ist gebunden in Traditionen,

Religiosität, Passivität und der vom

Kommunismus geprägten Haltung

„die Hände aufzuhalten anstatt zu

geben.“ Es fehlt an der Umsetzung

praktischer Jüngerschaft.

Die Sonntagschularbeit steckt in den

Kinderschuhen und in den Ballungsgebieten

der Städte oder auf den

Dörfern gibt es tausende unerreichte

Kinder, die gelangweilt herumstehen

und nur darauf warten,

dass sich jemand um sie kümmert.

Hier ist das Feld reif zur Ernte. Eine

große Anzahl von Jugendlichen ist

bereit, sich in einen geistlichen

Dienst zu investieren. Aber sie müssen

noch geschult werden, um sich

der Aufgabe gewachsen zu fühlen.

Unsere Antwort auf diese Nöte

Kinderwochen

Freizeiten für Kinder! Der „Renner“

in Rumänien bei den langen Sommerferien

von drei Monaten! Aber

für Kinder aus sozial schwache Familien

einfach nicht finanzierbar. Als

Alternative wollen wir Kinderwochen

mit einem abwechslungsreichen,

evangelistischen Tagesprogramm

anbieten und die Kinder am Abend

wieder nach Hause entlassen. So

manche Erzieherin hat bereits die

ersten Kinderwochen durchgeführt.

Im Jahr 2010 ist ein erster Einsatz

mit einem deutschen Team geplant.

Kinderstunden

Im Sommer treffen sie sich im

Schatten der Bäume am Rande der

Ortschaft und in der kalten Jahreszeit

quetschen sich die Kinder in

einem kleinen Wohnzimmer einer

Privatwohnung zusammen. Manchmal

kommen mehr Kinder als Platz

vorhanden ist. Dann weichen sie

einfach auf die überdachte Terrasse

vor dem Haus aus. Eingehüllt in dicke

Jacken, warm gesungen mit lebhaften

Bewegungsliedern hören sie

selbst bei Minusgraden begeistert

die biblischen Geschichten oder machen

fröhliche Spiele: Kinderstunde

in Pechea, einem abgelegenen Dorf

in Rumänien, wo sich Viorel und

Aura Manolache jede Woche um

Kinder zwischen 4 und 12 Jahren

kümmern.

Ortswechsel nach Sambateni: Jeden

Samstag werden die Kinder unseres

Zigeunerprojektes aus der 18 km

entfernten Stadt Arad abgeholt.

In den Räumen des Kindergartens

erhalten sie eine warme Mahlzeit,

haben Gelegenheit zum Duschen

und es wird ihnen bei Spiel, Spaß

und Spannung ein abwechslungsreiches

Programm geboten, das sie

für einige Stunden ihre Not vergessen

lässt.

Auch in Buteni sind die Erzieherinnen

nicht untätig geblieben,

sondern haben diesen Gedanken

aufgegriffen und eine Kinderstunde

gestartet.

Schulungen

Die jährlichen Schulungen die wir

sehr erfolgreich mit dem Kindergartenpersonal

durchführen, wollen

wir auf die Gemeinden ausweiten.

Ein Schlüssel zum Erfolg liegt darin,

Multiplikatoren heranzuziehen. So

werden wir in Zukunft verstärkt

Gemeinden besuchen, Seminare

abhalten und Mitarbeiter für die

Kinderarbeit zurüsten.


Werte für die Ewigkeit

Kinderliteratur

Hintergrund

Da, wo in Deutschland ein übersättigter

Markt vorhanden ist, klafft in

Rumänien ein tiefes Loch. Nur wenige

christliche Organisationen bieten

genügend Material für Kinderstundenmitarbeiter

an, aber die Nachfrage

ist riesengroß und die Auswahl

gering. Dieser Mangel an guten

Arbeitshilfen für christliche Kindergärten

und Sonntagschulen hat

uns schon lange bewegt. Wie ein

Schwamm werden neue Ideen und

Anregungen aufgesaugt und Hilfsmittel

für die christliche Erziehung

förmlich aus der Hand gerissen.

Unsere Antwort auf diese Nöte

Seit Bestehen des Kindergartenprojektes

ist in Zusammenarbeit

mit rumänischen Mitarbeitern eine

enorme Fülle von Material entstanden.

Das Fundament bildet der

christliche Lehrplan, der auf die

Charaktereigenschaften Gottes aufbaut.

Praktische Ideenimpulse und

umfangreiche Materialien für drei

Jahre Kindergarten- bzw. Sonntagschularbeit

für 3-7 jährige Kinder

ergänzen den theoretischen Teil.

Dazu gehören Geschichten, Lieder,

Spiele, Bastelanregungen, Vorlagen

für Bibelverse usw. Zurzeit werden

die Materialien überarbeitet und

druckfertig gemacht.

Dieses Material soll nun auch den

Gemeinden für die Sonntagschularbeit

zur Verfügung gestellt werden.

Viele offene Türen ermutigen uns,

die notwendigen Schritte zum Druck

und Vertrieb in die Wege zu leiten.

Zeitgleich kam das Missionswerk

Aseba aus Süddeutschland mit der

Bitte auf uns zu, DVD’s mit christlichem

Inhalt zu vertreiben, die

sie auch in rumänischer Sprache

herstellen. Der Grundstein für eine

Zusammenarbeit war gelegt. Die

erste DVD über Noah, nebst umfangreichen

Zusatzmaterialien, steht

kurz vor der Fertigstellung und ist

von äußerst hochwertiger Qualität.

Für den Druck muss erst einmal ein

finanzieller Grundstock gelegt werden,

denn wir wollen an der Verbreitung

des Materials nicht verdienen,

sondern es zum Selbstkostenpreis

abgeben. Wir vertrauen dem Herrn,

dass er Menschenherzen bewegt,

die in Ewigkeitswerte und somit in

die 4 Millionen Kinder Rumäniens

investieren wollen.

Geben statt Nehmen

Aktion Weihnachtsfreude

Hintergrund

Z

u Recht kann sich jeder fragen, ob es noch nötig ist den Menschen

in Rumänien zu helfen, seitdem sie in der EU sind Rumänien

gehört zu den armen Ländern Europas. Momentan leidet

das Land besonders stark unter der weltweiten Wirtschaftskrise.

Ein sehr großes Problem ist die schwache soziale Absicherung für die

Alten, die Kranken und Behinderten sowie für die Großfamilien mit bis

zu 18 Kindern.

Unsere Antwort auf diese Nöte

Vor 15 Jahren wurde die Idee geboren, diesen bedürftigen Menschen an

Weihnachten eine Freude zu bereiten. Selbst wenn es so scheint, dass

unsere Weihnachtspakete nicht mehr als ein Tropfen auf dem heißen

Stein sind, ist unsere Hilfe doch tiefgreifender. In Zusammenarbeit mit

den örtlichen Mitarbeitern werden diese Pakete weitgestreut verteilt.

Oftmals erweist sich dieser Besuch durch die aufmunternde Worte und

die Gebete genauso hilfreich wie das Geschenkpaket selbst.

Auch in Deutschland nahm die Teilnahme an der Aktion Weihnachtsfreude

zu und weitete sich auf Schulen, Kindergärten und Kirchengemeinden

aus, die sich regelmäßig und mit großer Begeisterung daran

beteiligen. Sie brauchen nicht nur anonyme Geldspender zu sein, sondern

können sich aktiv am Einkauf und Verpacken eines Päckchens mit

Lebensmitteln, Spielsachen und Hygieneartikeln integrieren.

Die Sammelaktion findet jedes Jahr im November statt. Die gespendeten

Päckchen werden im Zentrallager des Hilfswerkes gesammelt und

mit großen 40-Tonnern nach Rumänien transportiert.

6


Das tägliche Brot für Menschen in Not

Brotpatenschaftsprojekt

Hintergrund

25% der Bevölkerung in Rumänien lebt unter der Armutsgrenze. Seit letztem

Jahr ist die Arbeitslosenzahl um 700.000 gestiegen. Die staatlichen

Hilfen reichen nicht zum Überleben und Arztbesuche kosten Geld, das

niemand hat. Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit machen sich in vielen

Familien, bei alleinerziehenden Müttern und Rentnern breit. Privatpersonen

bekommen von den Banken keine Darlehen mehr und stehen mittellos da.

Unsere Antwort auf diese Nöte

Seit Mai 2002 konnten wir durch das Brotpatenschaftsprojekt Jahr für Jahr

18.000 Brote an besonders bedürftige Menschen kostenlos verteilen.

Liebe geht durch den Magen. Und bevor die Menschen mit dem Evangelium

erreicht werden können, müssen ihre momentanen Bedürfnisse gestillt

werden, müssen sie Liebe und Anteilnahme erfahren und Vertrauen gewinnen.

Und das tun unsere Mitarbeiter ganz praktisch, indem sie dreimal

wöchentlich Brote, das Grundnahrungsmittel Rumäniens, übergeben.

Und plötzlich fangen verhärmte Gesichter an zu leuchten und ein kleiner,

schwacher Hoffnungsfunke erreicht die Herzen.

Um eine noch effizientere Betreuung dieser bedürftigen Menschen zu gewährleisten,

wird das Brotprojekt jetzt neu strukturiert und auf mehrere

Gemeinden verteilt, damit ein Mitarbeiter nicht mehr als sechs Familien zu

versorgen hat.

Wertvoll in Gottes Augen

Zigeunerprojekt

Hintergrund

er Müllberg am Stadtrand von Arad hat es in sich. Dort werden nicht

D

nur die Abfälle einer Großstadt entsorgt, sondern dort wohnen auch

Menschen, die in dem Müll einer Wegwerfgesellschaft immer noch

„wertvolle“ Gegenstände entdecken, die man gegen Geld eintauschen

kann. Sie wohnen in armseligen Hütten aus Brettern und Wellblech

und doch ist man maßlos über die relative Ordnung und Sauberkeit dieser

Zigeunersippe erstaunt, die unter diesen Umständen eine wahre Meisterleistung

ist.

Als wir ihnen eine mitgebrachte Kinderbibel überreichen, freuen sich die

Kinder über die bunten Bilder. Aber lesen kann sie wohl niemand. Und

sonntags gehen alle Romafamilien in den Gottesdienst.

Das sind sie also, „unsere“ Müllbergzigeuner, die vor vielen Jahren auf der

Suche nach Arbeit aus dem Norden des Landes nach Arad umgesiedelt

sind. Aber die Hoffnung blieb vergeblich.

Trotz dem Negativruf, der allgemein den Zigeunern anhaftet, sind diese

„Müllbergzigeuner“ liebenswerte und aufrichtige Menschen denen es sich

lohnt zu helfen und die auch in Gottes Augen wertvolle Menschen sind.

Unsere Antwort auf diese Nöte

Regelmäßig unterstützen wir seit einigen Jahren die Zigeunersippe mit Lebensmittelpaketen

oder Kleidern und verschaffen den Männern gelegentlich

Aushilfsarbeiten.

Da die Stadt Arad am Müllberg vorbei eine Autobahn plant, sollen die

Zigeuner demnächst umgesiedelt werden. Bereits vor zwei Jahren hat der

Bürgermeister unserer rumänischen Partnermission ein Gelände mit 5000

qm Fläche versprochen. Das Hilfswerk Hoffnung will sich dann mit Gottes

Hilfe stark machen um ihnen einfache Wohnungen zu bauen und evtl. eine

Analphabetenschule zu gründen.

7


Die Facetten

eines Kindergartens

am Beispiel von Sambateni

Der Kindergarten Samariteanul in

Sambateni öffnete seine Tore zum

ersten Mal im Jahre 1993. Die Initiative

zur Eröffnung eines Kindergartens

im Dorf ging von Teofil Babutia,

dem Pastor der dortigen Pfingstgemeinde

aus. Er hatte davon gehört,

dass Hans-Werner und Friedel Kast

in Rumänien christliche Kindergärten

eröffneten. Aus diesen Anfängen

entwickelte sich eine stabile kontinuierliche

Zusammenarbeit.

Gott benutzt diesen Kindergarten

um den Bewohnern dieses

Dorfes auf unterschiedliche Art

und Weise seine Liebe zu bezeugen:

Die Kinder freuen sich über die

warmherzige Aufnahme durch das

Kindergartenpersonal.

Die Kinder aus armen und sozial

schwachen Familien des Dorfes sind

hier willkommen. Sie fühlen sich

angenommen und erhalten eine

Mahlzeit im Kindergarten.

Die Kinder haben die Möglichkeit

Gott zu erfahren und kennen

zu lernen. Dies geschieht durch

biblische Geschichten, Bibelverse

auswendig lernen, beten, Lieder

singen und praktische Aktivitäten

(Besuch kranker Kinder, Besuch der

alten Leute des Dorfes usw.).

Die Feste im Kindergarten sind eine

Freude für das ganze Dorf: Eltern,

große und kleine Geschwister, Großeltern,

Verwandte der Kinder und

Nachbarn beteiligen sich mit großem

Interesse an diesen Ereignissen.

Durch die Zusammenarbeit mit

„HOFFNUNG für eine neue

Generation“ kommen alte Menschen,

arme Familien und allein

stehende Personen in den Genuss

der Weihnachtspakete, die jedes

Jahr verteilt werden.

Durch den Kindergarten erfahren

wir über die Nöte einzelner Familien

aus dem Dorf. Diesen wird mit

Kleider- und Lebensmittelspenden

geholfen.

Im Jahr 2005 wurde im Kindergarten

das Projekt: „Eine ausgestreckte

Hand für Schüler“ gestartet,

nachdem wir von den Schulschwierigkeiten

von Kindern aus

sozial schwachen Familien erfahren

hatten. Für die Kinder, die den

Kindergarten verlassen und zur

Schule gehen wurde eine Hausaufgabenhilfe

(durch die Erzieherinnen

und Helferinnen) für die

Klasse 1-4 eingerichtet. Diese wird

von der Grundschule in Sambateni

sehr begrüßt, da die Kinder sowohl

in ihren schulischen Leistungen als

auch in ihrem Verhalten Fortschritte

machen.

Einmal monatlich beteiligt sich

jede Kindergartengruppe am Gottesdienst

mit Liedern, Bibelversen

und Gedichten. Zu diesem Anlass

kommen auch die Eltern der Kinder,

die nicht zur Gemeinde gehören

und haben somit die Gelegenheit

Gottes Wort zu hören.

Viorica Olar,

Projektleiterin in Rumänien


Es fiel uns nicht leicht aus der

Vielzahl von ergreifenden

Berichten,

die uns unsere

Mitarbeiterinnen

aus Rumänien

geschickt

haben eine

Auswahl zu

treffen, die

Ihnen einen

Einblick in

die Herzen

unserer Erzieherinnen

gibt und dabei

den Rahmen

dieses Heftes

nicht sprengt. Der

Bericht von Mirela

Pirjol aus Otelu Rosu,

den wir ausgewählt

haben, fasst sehr gut die

Aussagen der verschiedenen

Berichte zusammen.

Ein geöffnetes Herz

In

dieser Phase

Ich heiße Mirela Pirjol und arbeite

wurden

viele Kinder

seit 1997 als Erzieherin im Kindergarten

von Oţelu Roşu. Die

mit Verhal-

tensstörungen

im Kindergarten eingeschrieben,

deren Eltern zum Arbeiten

Arbeit mit kleinen Kindern schien

mir anfangs sehr leicht. Im Missionswerk

habe ich besondere Men-

ins Ausland gegangen waren. Sie

hatten ihre Kinder der Obhut anderer

Menschen überlassen. Das war

schen kennen gelernt, Menschen,

die großen Glauben haben und die

eine große Herausforderung für uns.

unsere Kinder lieben. Auf ihren

Jedes der Kinder kam mit seiner

Schulungen habe ich viele Dinge

eigenen Frustration und schon beim

gelernt, die eine Erzieherin benötigt.

Ein großer Segen für mich war

kleinsten Konflikt explodierten sie.

Sie waren aggressiv,

ungeduldig und

die Fülle an Arbeitsmaterial und die

gute Ausstattung des Kindergartens.

desinteressiert. Es

Meine Liebe zu den Kindern führte

kostete mich große

dazu, dass ich mich sehr stark in

Mühe Zugang zu

allen Bereichen des Kindergartens

ihren Herzen zu

engagierte: Arbeit mit den Kindern,

finden.

Beziehungen zu den Familien, Mitarbeit

in der Lokalgemeinde, Bezie-

D

iese Umstände

hungen zu den verschiedenen Institutionen

aus dem Bildungswesen

und die langen

Arbeitszeiten

usw.

führten dazu, dass

Doch nach einigen Jahren begann

ich mich immer

dieser schöne Traum zu verblassen

müder fühlte,

als schwerere Zeiten für unseren

meine Familie vernachlässigte

und

Kindergarten anbrachen.

Die Bildungsreform in Rumänien

ich mir die Frage

führte zu sehr großen Veränderungen

in der Arbeit der Erziehe-

stellte, ob dies der

richtige Platz für mich sei.

rinnen. Dies stiftete viel Verwirrung

Ich muss gestehen, dass es Situationen

gab, in denen ich sehr ent-

und brachte erheblichen zusätzlichen

Arbeitsaufwand für die Erstellung

von Dokumentationen für den

mutigt war. Zu einem Zeitpunkt,

als ich meiner Arbeit nichts Gutes

Staat. All das zu Lasten der Zeit, die

mehr abgewinnen konnte, kam

ich eigentlich den Kindern widmen

eine Mutter und erzählte mir unter

sollte.

Tränen welch positiven Einfluss der

Auch hatten die wirtschaftlichen

Kindergarten auf ihr Kind habe und

Probleme in Rumänien und Deutschland

finanziellen Auswirkungen auf

wie dankbar sie sei, dass es uns

Erzieherinnen gibt. Solche Aussagen

den Kindergarten. Doch Gott sorgte

haben mir immer geholfen weiter zu

Monat um Monat dafür, dass wir

machen.

9

trotzdem unsere Gehälter bekamen.

In die Herzen

der Erzieherinnen

geblickt

Gerade als es am Schwersten

war hatten wir als Familie niemals

Mangel an Nahrung oder Kleidern,

selbst dann, als kein Geld

da war, weil Gott uns auch im Privaten

genau das gab, was wir als

Familie benötigten. In der finanziellen

Krise des Kindergartens bekamen

wir neue Möbel, Geld für die

Renovierung und für Bürogeräte

geschenkt. Zusammen mit vielen

anderen Anliegen hatten wir auch

diese Bedürfnisse kurze Zeit vorher

in unsere „Gebetstraube” gesteckt.

Allerdings hatten wir keine Ahnung,

woher das viele Geld für all das, was

wir aufgeschrieben hatten, kommen

sollte. Ein Gebetsanliegen nach dem

anderen wurde beantwortet und

das was bei Menschen unmöglich

ist, erwies sich als möglich bei Gott.

Unsere Anliegen werden immer

kühner und wir glauben, dass Gott

uns antworten wird.

Ich habe mein Herz den Lesern

dieser Zeilen, den Pateneltern und

meinen Kolleginnen in den Samariteanul

Kindergärten geöffnet. Euch

allen, die ihr schon jahrelang mit

der gleichen Liebe und Treue mitgearbeitet

oder unterstützt habt

möchte ich sagen, haltet durch.

Nicht nur die Kinder sind Nutznießer

unserer Arbeit, sondern auch

deren Familien. Viele werden durch

die Probleme des Lebens entmutigt,

aber sie bekommen Hoffnung, dass

Gott auch in Schwierigkeiten an

ihrer Seite ist.


A

B

C

Kinder, kommt

herein,

wir laden

euch ein !

3x3=

Jahr für Jahr folgen Kinder dieser Einladung und schreiten über die Schwelle der Missionskindergärten, um sich

an der Liebe des Kindergartenpersonals zu freuen, um die neue Welt die sie umgibt zu erforschen, um die Geheimnisse

der Zahlen und Buchstaben zu entziffern, um neue Kinder in ihrem Alter kennen zu lernen und auch

um gemeinsam zu spielen und von Gott zu hören.

Platz gibt es für alle im Kindergarten. Egal ob arm oder reich, klein oder groß, schmutzig oder sauber, liebenswürdig

oder abgelehnt. Jedes einzelne Kind ist willkommen und keines wird abgewiesen.

Die erste Generation von Kindern, die unsere Kindergärten absolviert haben, ist inzwischen herangewachsen. Bei

vielen haben wir gesehen, wie die christliche Erziehung in der schwierigen Phase der Pubertät stand gehalten hat.

Wir sehen diese Jugendlichen zu starken Männern und Frauen Gottes heranwachsen, auf dem Wege dazu, positiven

Einfluss auf die Gesellschaft ihres Landes zu nehmen.

Die kleine Mutter

XYZ

Ich bin 19 Jahren alt und komme aus einer Familie mit 8 Kindern. Als ich klein war wurde bei uns im Städtchen

der christliche Kindergarten Samariteanul eröffnet. Dort habe ich biblische Geschichten gehört. Abends, wenn uns

meine Mutter aus der Bibel vorlas war ich glücklich, weil ich ja bereits die Personen daraus kannte. Zu Hause wurde

ich „die kleine Mutter“ genannt, denn ich habe meinen kleineren Geschwistern so gerne die Geschichten weiter

erzählt und mit ihnen zusammen gebetet.

Ich bin so dankbar, dass das Wort Gottes im Kindergarten in mein Herz gesät wurde. Jetzt habe ich mich entschlossen

Sozialhelferin zu lernen und danach auf eine Missionsschule zu gehen. Ich denke noch gerne an den

Kindergarten zurück und wenn ich Zeit habe besuche ich ihn, um die Erzieherinnen zu treffen.

Naomi Voiculescu, Sebis

Aus Kindermund

1+2=3

Vater: „Morgen ist Weihnachten”.

Calin, 4 Jahre: „Wieviel Uhr”

(Kindergarten Tirgu Jiu)

Erzieherin: „Wo hört man

den Ton „K” im Wort Kartoffeln

Am Anfang, in der

Mitte oder am Ende”

Beni: „Auf dem Markt”.

(Kindergarten Tirgu Jiu)

10


Gott und das Telefon

Als im vergangenen Jahr der vierjährige

Junge T. in meine Gruppe

kam, war er voll verbaler Aggressionen,

Gewalt und Zerstörungswut.

Jetzt, am Ende des Kindergartenjahres

hat eine radikale Veränderung

bei ihm stattgefunden. Täglich

fragt er seine Eltern: „Wer hat denn

überhaupt die Ferien erfunden“ Nur

mit viel Gebet und großer Geduld

begannen die Veränderungen bei

ihm sichtbar zu werden. Wenn mich

dieses Kind am Anfang noch geschlagen

hat, überwältigt es mich

jetzt mit seinen Umarmungen und

seiner Anteilnahme.

Eines Tages hatte er „verstanden“,

dass wir mit Gott reden können.

Er kam zu mir und fragte: „Warum

rufst du Gott nicht an und gibst ihn

mir ans Telefon“ „Weil er in diesem

Telefon nicht spricht. Hier reden nur

die Menschen miteinander“, antwortete

ich. Der Junge erwiderte:

„Weist du was Erzieherin, wenn Gott

dich von seinem Telefon anruft,

dann gib ihn mir auch. Ich möchte

ihm sagen, er soll mir einen großen

Traktor kaufen, damit ich mit den

Kindern im Park spazieren fahren

kann. Versprichst du es mir Sagst

du es Ihm auch ganz bestimmt,

Frau Erzieherin

Nina, Kindergarten Petrosani

Keines zu klein

Helfer zu sein

Durch die christliche Erziehung hat

das Wort Gottes einen großen Einfluss

auf die Kinder. Sie lernen dabei

offen für die Nöte anderer Menschen

zu sein. Das hatte eines Tages

ganz praktische Auswirkungen.

Magda, ein sehr zartes Mädchen,

überreichte ihr mühevoll gespartes

Taschengeld einem Kind aus ärmlichen

Verhältnissen. Kurze Zeit

später wurde sie mit einem weitaus

höheren Betrag beschenkt, als sie

selber weiter gegeben hat. Magda

hat gelernt was es bedeutet freigiebig

zu sein.

Kindergarten Petrosani

Fundament fürs Leben

Cosmina besuchte vor fünf Jahren

den Kindergarten in Bocsa. Sie erzählte

begeistert, wie der Kindergarten

das Fundament für die Formung

ihres Charakters gelegt hat und wie

sie eine Fülle von Wissen vermittelt

bekam. Im Kindergarten hatte sie

zum ersten Mal von Gott gehört.

Obwohl sie aus einer orthodoxen

Familie stammt, kommt sie immer

noch zur Gemeinde und ist im Kinderchor

integriert. Besonders gerne

erinnert sie sich an die Liebe der

Erzieherinnen.

Kindergarten Bocsa

„Der Schlaf kommt, wenn

er merkt dass jemand nur

rumsteht.“

(Kindergarten Petrosani)

Als wir das Thema Haustiere hatten,

sollten die Kinder Tiere zeichnen.

Ein Mädchen sagte: „Ich kann keine

Tiere zeichnen. Meine Tiere sind im

Stall und man kann sie nicht sehen.“

(Kindergarten Sebis)

Während der Freispielzeit sagte Filip zu den anderen

Kindern: „Ich bin der Stärkste. Stärker noch als die

Tiere.“ Er machte eine Pause und fuhr dann fort „Aber

Gott ist noch stärker, danach komme ich“.

(Kindergarten Bocsa)

11

Foto: Pixelio.de


Eine aufgestoßene Türe zu den Eltern

Hallo, liebe Erzieherin!

Eine Oase der Sicherheit

Für uns bedeutet der Kindergarten

Samariteanul „Eine Oase der Sicherheit“.

Er ist ein Ort an dem unser

Junge Bogdan, der lebhaft und sehr

mamabezogen ist, Schritt für Schritt

verstanden hat, was das Leben

in Gemeinschaft bedeutet. Er hat

gelernt sich festen Regeln zu unterstellen

und Dinge mit seinen Spielkameraden

zu teilen. Er hat gelernt

zu beten und Gott in sein Leben einzubeziehen.

Es war sehr schwierig für ihn sich zu

integrieren. Der einzige unzertrennliche

Freund den Bogdan damals

hatte, war sein Kissen. Es gab eine

Zeit, in der wir seine Verzweiflung

nicht einordnen konnten, denn es

war für ihn das Schlimmste in den

Kindergarten zu gehen. Aber die

Gnade Gottes, die Liebe, die Geduld

und Freundlichkeit der Erzieherinnen

haben aus Bogdan ein sehr zugängliches

Kind gemacht, kommunikativ,

an Dingen interessiert und sogar

fleißig.

Entlastung durch Essen

Wir haben uns als Familie von

ganzem Herzen gewünscht, dass

Rafael in diesen Kindergarten

kommen kann. Im Laufe der Jahre

haben wir gesehen wie die Kinder

aus der Nachbarschaft in diesem

Kindergarten erzogen wurden.

Gleichermaßen danken wir für die

humanitäre Hilfe die sie leisten,

denn wir sind eine Familie mit geringem

Einkommen und jede Art von

Hilfe bedeutet sehr viel für uns. Eine

weitere Hilfe ist das Essen, das die

Kinder regelmäßig bekommen. Das

entlastet uns jeden Morgen vom

Richten eines Essenspaketes.

Mutter von Rafael,

Kindergarten Sambateni

Anerkennungsschreiben

des Bürgermeisters

Als ich noch ein einfacher Bürger

war habe ich es sehr geschätzt,

Ich bin die Mutter von Sara. Es sind

das 1999 Menschen in unsere Ortschaft

nur noch einige Wochen bis wir

kamen um das zu realisie-

diesem Kindergarten „Auf Wiedersehen“

ren, was viele Eltern schon viele

sagen müssen und Sara ein-

Jahre geträumt hatten: „Die Grünren,

geschult wird. Mein Herz ist voller

dung eines Kindergartens. Er wurde

Dankbarkeit, wenn ich auf die hinter

in einer Krisenzeit eröffnet, als es

uns liegenden Jahre blicke.

kaum Vorschuleinrichtungen in

Warum kann ich so dankbar sein

unserem Lande gab.

Ich habe dafür triftige Gründe:

Während der Zeit meines Mandates

„Erstens habe ich in diesem Kindergarten

ist der gute Ruf des Kindergartens

Personen gefunden, die in

immer mehr gewachsen, so dass ein

einer gesunden Art und Weise den Unterwegs erlebt

Familie Stoia,

großer Teil der Eltern den Kindergarten

Samariteanul für ihre Kinder

Samen „begießen“ den ich bei Sara Kindergarten Timisoara

schon

Los

von

ging

klein

die

auf

Reise

gesät

am

habe;

frühen Morgen von Brasov mit Ziel Braila. Wir hatten

auswählten.

eine Strecke

Ich

von

habe

ca.

eine

400 km

Tochter

vor

denn

uns.

für mich

Auf der

ist es

Landkarte

sehr wichtig,

entdeckten wir eine Abkürzung über eine Landstraße,

in dieser

die uns

Einrichtung

80 km Weg

und

sparen

möchte

wem

würde.

ich meine

Tatsächlich

Tochter anvertraue.

war die Straße einigermaßen passierbar, wenn man die

auch

Schlaglöcher

unser zweites

gekonnt

Kind

umfuhr.

dort einschreiben.

Es

Und

war nicht

zweitens

das

konnte

Problem

ich

kein

den

Loch

Eifer

zu treffen, sondern wenigstens nur die kleinen. Nach zwei Stunden Fahrt standen

des

wir plötzlich

Personals

vor

erkennen,

einer Barriere.

mit dem

Die

sie

Straße war wegen eines Erdrutsches voll gesperrt.

Im Besonderen

Der dort

schätze

postierte

ich

Polizist

die

die

teilte

Herzen

uns mit,

der

dass

Menschen

in einer

erreichten,

der Ortschaften, die wir passiert hatten, ein Hinweisschild

vielfältigen

mit

Aktivitäten

einer Umleitung

dieses

stände.

Kindergartens

die

Da wir

Gott

aber

noch

einen

nicht

anderen

kannten.

Weg

Auch

gewählt hatten, war uns das Hinweisschild entgangen. Auf

und

unsere

die Teilnahme

Frage nach

an

bei

einer

den

Querverbindung

Festveranstaltungen

wurden

des

wir nur auf unpassierbare Fuhrwerkswege hingewiesen.

öffentlichen

Wir

Veranstaltungen.

mussten zurückfahren

Der

Kindergartens

bis nach Brasov

wurde

und dann

das Evangelium

eine Nationalstraße wählen. Statt Zeit zu sparen brauchten

hohe Grad

wir

an

3 Stunden

Motivation

länger.

dieser

Wieder

einmal

verkündigt.

mussten wir

Das

uns

hat

in

mich

Geduld

motiviert,

üben und feststellen, das ist Rumänien, wie

Erzieherinnen

es leibt und lebt

und


die

und

daraus

wie wir

resultierenden

überdurchschnittlichen

es

lieben!

es in meinem Bekanntenkreis

genauso

Die Nächte

umzusetzen.

in der Gegend um Braila sind äußerst abwechslungsreich und spannend.

Ergebnissen

Wie nirgendwo

der Kinder

sonst

in der

in dieser

Intensität gibt es hier massenweise streunende Straßenhunde, die nachts bellend,

Schule

jaulend

sprechen

und wie

für sich.

Wölfe heulend

Mutter

durch die

von

Straßen

Sara,

ziehen. Hmh, mit Ohropax könnte man hier sicherlich haufenweise Geld verdienen. Man sagte

Kindergarten

uns, dass inzwischen

Timisoara

alle Hunde sterilisiert wären. Aber

12

bis diese ausgestorben

Bürgermeister

sind gehen noch

von

einige

Buteni

Jahre ins

Land.


KU

NT

ER

B U

NT

E

S

Jedes Jahr erhalten unsere Schulanfänger

einen gefüllten Schulranzen. Bevor diese

bei den kleinen Schülern ankommen, werden

sie im Missionslager in Sambateni mit

Schulbedarfsmaterial gefüllt. Da wir die

Kinder kennen, „vergessen“ wir auch nicht,

ein kleines Spielzeug einzupacken.

Ein fester Bestandteil

in der Betreuung

der Erzieherinnen

sind die Besuche von

Friedel und Werner

Kast in den Kindergärten.

Die jährliche

Schulung stellt den

Höhepunkt des Jahres

dar.

Die Familie Corlan stammt

aus Amerika und lebt jetzt

in Turnu Severin. Die älteste

Tochter besucht dort unseren

Kindergarten. Aus lauter Begeisterung

erteilt die Mutter den

Kindergartenkindern kostenlos

Englischunterricht.

Seit Beginn dieses Jahres wurden die gekennzeichneten Kindergärten verwaltungsmäßig

an das Christliche Gymnasium in Resita übertragen und

bekommen somit ihre Gehälter vom Staat. Hoffnung übernimmt weiterhin

die pädagogische Betreuung und sorgt für die Kinder.

Kindergarten Eröffnung Anzahl

der Gruppen

Bocsa Montana 1992 2

Bocsa Romana 1997 2

Buteni 1999 2

Otelu Rosu 1992 2

Petrosani 1996 3

Resita 1994 2

Sambateni 1993 3

Sebis 1992 2

Timisoara 1996 3

Tirgu Jiu 1993 2

Turnu Severin 1999 2

Der Bürgermeister in Tirgu

Jiu schätzt die Arbeit des

Kindergartens so sehr, dass

er angeboten hat, den Nutzungsvertrag

des Kinderspielplatzes

kostenlos zu verlängern

und eine größere Fläche

zur Verfügung zu stellen. Die

Stadt ist berühmt für seinen

Bildhauer Brancus: „Tisch des

Schweigens“.

Einige Kindergartenkinder

aus Sambateni beteiligten

sich bei einem nationalen

Wettbewerb und belegten die

ersten drei Plätze.

Alle Kindergartenanfänger

erhalten eine Kinderbibel

als Geschenk.

13


Stellvertretend für die vielen Dankesbriefe an die Unterstützer der

Kindergartenarbeit lassen wir hier die Kindergartenleiterin aus Buteni, die

sich direkt an die Pateneltern richtet, zu Wort kommen:

Liebe Sponsoren,

Am Ende dieses Kindergartenjahres danken wir Gott und Ihnen:

Gott für seinen Schutz an jedem Tag. Wir können bezeugen, dass der Arm Gottes auch in diesem Kindergartenjahr

nicht zu kurz war, um zu helfen und er jedes Mal eingegriffen hat, wenn wir seine Hilfe benötigten.

Ihnen liebe Pateneltern, dass Sie trotz Wirtschaftskrise keinen Rückzieher in der Unterstützung der Arbeit gemacht

haben, sondern uns treu zur Seite gestanden sind.

Dass wir mit Gottes Wort sogar in die staatlichen Kindergärten vordringen konnten.

So wollten wir an Weihnachten ein Licht in unserer Umgebung sein und die Menschen bewegen, über den wahren

Sinn dieses Festes nachzudenken. Dazu haben wir sowohl christliche (Samariteanul) als auch staatliche Kindergärten

in unsere Kirche eingeladen, um gemeinsam ein Konzert mit Weihnachtsliedern zu veranstalten. Diese Kooperation

hatte den Zweck, die Beziehungen zu den staatlichen Erzieherinnen zu intensivieren und unser Gebet

dabei war, dass wir den HERRN groß machen, durch alles was wir tun.

Eine Pädagogin sagte mir, dass ihr das Arbeitsklima, die Einheit und das Verständnis untereinander, sowie die

Fülle an Arbeitsmaterial in unserem Kindergarten sehr gut gefallen.

Ich konnte ihr sagen, dass alles was wir tun mit Gottes Hilfe geschieht und mit Hilfe einiger Menschen mit großem

Herzen, die uns Monat für Monat zur Seite stehen und mit Hingabe für diesen Kindergarten spenden. Wir

freuen uns, Sie, liebe Sponsoren als Partner in dieser Arbeit zu haben. Auch wenn Sie so weit weg sind, wollen

wie Ihnen mitteilen, dass das was Sie tun, ein Licht vor den anderen Menschen verbreitet.

Dass das Schulinspektorat begeistert mit uns zusammengearbeitet hat und unsere Arbeit auf Grund der vielen

Inspektionen geschätzt wurde.

Dass wir sehen dürfen, dass unsere Arbeit nicht vergebens ist. Der HERR berührt die Kinder, die Eltern und auch

uns Erzieherinnen.

Dass die ehemaligen Kindergartenkinder samstags zu unseren Treffen kommen. Seit Weihnachten haben wir auch

begonnen nach Berinda zu gehen. Dort wurde die Kirche vor Jahren geschlossen. Am ersten Sonntag kamen 6

Kinder. Ich hatte ihnen gesagt, dass sie ihre Freunde mitbringen sollten. Allerdings waren meine Erwartungen

nicht sehr groß. Und so hatte ich 12 Ausmalbilder vorbereitet. Wie erstaunt war ich, als 21 Kinder erschienen. Ich

fühlte mich überwältigt von dem, was Gott tun kann und gleichzeitig beschämt über meinen kleinen Glauben. Seit

damals treffen wir uns jeden Sonntag mit diesen Kindern.

Ohne Sie, liebe Sponsoren, hätten wir unsere Aufgabe „Eine neue Generation heranzuziehen“ nicht erfüllen

können. Wir wissen, dass dieses das Werk Gottes ist, aber wir wissen auch, dass wir seine Hände, seine Füße sein

können. Wir danken ihnen, dass Sie die Hände Gottes für diesen Kindergarten sind. Deswegen danken wir Ihnen

von Herzen und wünschen Ihnen die Segnungen des HERRN.

Im Namen des Kindergartens Buteni, Liz Rauca

14


Es ist Hoffnung da für

eine neue Generation

Im April dieses Jahres trafen wir

Manuel Pela im Gottesdienst der

Baptistengemeinde in Resita. 1994

wurde er im Alter von 4 Jahren in

den Kindergarten eingeschrieben.

Voller Begeisterung erzählte er uns:

„Ich gehöre zur ersten Generation

dieses Kindergartens. Ich kann mich

noch an alle Bibelverse erinnern, die

mir meine Erzieherin beigebracht

hat”. Jetzt wollten wir natürlich

mehr von ihm wissen....

Erinnerst du dich tatsächlich

noch an Bibelverse, die du im

Kindergarten gelernt hast

Sicher. Für mich war es sehr hilfreich,

dass ich unter anderem

Jesaja Kapitel 53 auswendig gelernt

habe. Danach durfte ich es in den

verschiedensten Kirchen Rumäniens

vortragen. Auch jetzt noch kann ich

dieses Kapitel auswendig.

Hast du in deinem Leben Erfahrungen

gemacht, wo dir die

christliche Erziehung des Kindergartens

eine Hilfe war

Im Kindergarten habe ich schreiben

und lesen gelernt und mein

Gedächtnis trainiert, indem ich viel

auswendig gelernt habe. Aber allein

schon der regelmäßige Besuch hat

mir geholfen, mein Leben mit christlichen

Prinzipien zu füllen und später

Entscheidungen zu treffen, die

mich von den Anderen unterschieden

haben. Heute weiß ich, dass mir

die Bibelverse am Meisten geholfen

haben. Mir hilft es sehr in meiner

persönlichen Beziehung zu Jesus.

Weil ich im Kindergarten Jesaja

53 aufsagen konnte, hat es mich

motiviert im Alter von 15 Jahren das

Buch Hiob auswendig zu lernen.

Glaubst du, dass christliche Kindergärten

eine Existenzberechtigung

haben

Ich bin jetzt 19 Jahre alt und habe

immer wieder den Ausdruck gehört:

„Der Verstand eines Kindes ist

wie ein Schwamm“. Je früher die

christliche Erziehung beginnt, desto

hilfreicher ist es für unser Land, das

so verdorben ist.

Was möchtest Du persönlich zur

Veränderung der Gesellschaft

beitragen, der du ein Teil von

dieser „Hoffnung für eine neue

Generation“ in Rumänien“ bist

Wenn ich einen Studienplatz in Temesvar

bekomme, möchte ich eine

„Vereinigung der christlichen Studenten“

gründen, damit wir einen

Ort für Gemeinschaft, Bibelstudium

und Unterhaltung haben. Praktisch,

um die Beziehungen untereinander

und mit Gott zu festigen.

Vielen Dank Manuel. Möge Gott

dich weiterhin befähigen, ein

Hoffnungsträger für dein Land

zu sein.

Das Interview führten Werner und

Friedel Kast

Mit dem Evangelium bis

ans Ende der Welt

Ulli Härer, hier im Dreiländereck zwischen Kirgisien,

Usbekistan und Kasachstan, war bereits das 3.Mal

als Fahrer mit dem Hilfswerk „Hoffnung und Hilfe“

unterwegs. Wir unterstützten den Hilfstransport mit

christlicher Literatur (Studienbibeln, Andachtskalender

usw.) und über 2.000 Kleiderpaketen. Bis zum

Empfänger legten sie 8.500 km zurück.

Musik öffnet die Tür zum Herzen

Alina, eine ehemalige Erzieherin, heiratete letztes Jahr. Sie bekommt

immer wieder Inspiration, um Lieder zu dichten und zu komponieren. Zusammen

mit ihrem Mann Sami wollen sie mit ihren exzellenten Stimmen

Gott dienen und in abgelegene Dörfer reisen, singen, Zeugnis geben und

eine evangelistische Kinderarbeit aufbauen.

Doch dazu benötigen sie noch einen Kombi, um die Gerätschaften zu

transportieren. Auch für die Vervielfältigung einer Musik CD, die in einem

Studio aufgenommen wurde, sind finanzielle Mittel nötig. Wer möchte

helfen

15


Offene Türen zur

Suppenküche für Romakinder

Vor einem Jahr wurden wir von

der Freien Christengemeinde

in Ravensburg gebeten sie bei

einem Projekt für eine Suppenküche

zu unterstützen. Im April

besuchten meine Frau und ich

nun zum zweiten Mal die Suppenküche

von Baia Mare um die

Arbeit und die Mitarbeiter noch

besser kennen zu lernen.

Am Sonntag wurden wir gebeten,

jeweils morgens und abends

in der Romagemeinde den Gottesdienst

durch Predigt und Zeugnisse

mit zu gestalten. Mit dem anschließenden

Gebet für die Kranken

verbrachten wir an diesem Sonntag

8 Stunden in der Gemeinde. Gottes

Gegenwart und sein Wirken unter

den Kranken war so gewaltig,

wie ich es in diesem Maße noch

nie erlebt hatte. Am Abend waren

wir dann auch völlig erschöpft. Ja,

unser Gott ist ein lebendiger und

treuer Gott, der große Wunder tut.

Es ist einfach fantastisch was zurzeit

in Baia Mare geschieht.

Das Umfeld der Roma

In dem Stadtteil, in dem sich die

Suppenküche befindet, leben ca.

100 Romafamilien auf dem Gelände

einer ehemaligen Bleifabrik, einem

Ghetto, das an Armut und Schmutz

seinesgleichen in Rumänien sucht.

Sie hausen in selbst gebauten

Hütten, die sie aus Holzlatten und

Plastikstücken zusammengebastelt

haben. Diese Hütten bestehen

meistens aus einem einzigen Raum.

Für Badezimmer oder Toilette gibt

es keinen Platz. Der Boden ist oft

nur festgestampfte Erde. Wer einen

Betonboden oder gar einen alten

Teppich hat, der gilt als privilegiert.

Keine der Familien hat fließendes

Wasser und bis auf wenige Ausnahmen

haben sie auch keinen

Strom. Im Winter ist es sehr kalt

– manchmal unter -20°C. In einem

Metallbehälter machen sie sich ein

offenes Feuer um den Raum zu

heizen. Holzvorräte können sie sich

nicht anschaffen, da es

gestohlen wird. Viele

von ihnen haben kaum

Kleidung oder Schuhe

für ihre Kinder. Spielzeug

ist ein Fremdwort.

Die meisten Kinder

gehen nicht zur Schule

und sind Analphabeten,

die nicht einmal eine

Geburtsurkunde besitzen.

Der Alltag dieser Menschen

bestand bisher

aus Arbeitslosigkeit,

äußerste Armut, Hunger,

Krankheit, Gewalt,

Prostitution, Leid, Angst Schlägereien,

Diebstahl, Bosheit, Alkohol

oder Schnüffeln.

Die Nachbarn mussten viel ertragen.

Sie hörten Tag und Nacht laute

Disco- und Partymusik und dazu

tanzten die Roma auf der Straße auf

anstößige Weise.

Die Roma sind ein verstoßenes

Volk. Keiner mag sie, niemand will

etwas mit ihnen zu tun haben, sie

sind verhasst und in den Augen der

Bevölkerung nichts wert.

16

Offene Türen zur „Oase der Liebe“

Viele Kinder aus diesem Milieu kommen

von Montag bis Freitag zum

Mittagessen in die Suppenküche.

Viele nennen diesen Ort eine „Oase

der Liebe“ wo die Kinder Geborgenheit,

Anerkennung, Liebe, Wärme

und Trost

erfahren. Es

ist nicht nur

das Essen

wichtig,

obwohl es für

die meisten

die einzige

Mahlzeit am

Tage ist.

Diese Kinder

werden mit

dem Evangelium

bekannt

gemacht

und erleben

dabei auch

die Liebe

und Fürsorge, die Gott ihnen durch

die Mitarbeiter schenkt. Die meisten

dieser Kinder haben ihr Leben

Jesus übergeben. Sie können beten

und singen begeistert die gelernten

Lieder. Sie lernen auch den Umgang

miteinander und dass man mit gekämmten

Haaren und gewaschenen

Händen zum Essen kommen soll.

Janci Tarta, der Leiter der Suppenküche

erzählte, dass täglich etwa

40 Kinder zur Speisung kommen.

Selbst wenn manchmal mehr Kinder

erscheinen, wird keines weggeschickt.


„Oase der Liebe“

Das Schicksal von

Maikäferle

Für unseren Besuch kauften wir

mit zweckgebundenen Spendengeldern

Kartoffeln, Öl und Wurst

und besuchten die Familien in der

Zigeunersiedlung.

Unvergesslich blieb uns die Begegnung

mit der Mutter vom Maikäferle,

die gerade vom Einkaufen

kam. In der Hand hielt sie eine Tüte

mit der Tagesration Essen für ihre

sieben-köpfige Familie: vier große

Kartoffeln.

Zurück in Deutschland ereigneten

sich dramatische Vorfälle in Rumänien.

Der Vater von Maikäferle

wurde von einem anderen Roma mit

Messerstichen im Rücken

schwer verletzt. Da er von

den Heilungen in den Gottesdiensten

gehört hatte,

schleppte er sich unter

großen Schmerzen dorthin.

Nach dem Gebet wirkte

Gott ein Wunder an seinem

Körper und voller Freude

übergaben er und seine

Frau Jesus ihr Leben. Sie

beschlossen, sich gleich am

kommenden Sonntag taufen

zu lassen und künftig in

die Gemeinde zu gehen.

Zwei Tagen später passierte

ein großes Unglück.

Am Dienstag, den 21. April

2009 wurde die 6-jährige

Maikäferle mit Mutter und Geschwistern

Tochter dieses Ehepaars mit dem

Kosenamen „Maikäferle“ auf dem

Zebrastreifen von einem Auto überfahren,

als sie auf dem Heimweg

von der Suppenküche war. Sie war

sofort tot. Sehr schnell versammelten

sich viele Leute am Unfallort.

Sie waren so wütend, dass sie den

Fahrer zusammen mit allen Autoinsassen

umbringen wollten. Die

Polizei konnte nur unter Mühen die

Insassen des Autos in Sicherheit

bringen. Die ganze Siedlung verfiel

in eine große Trauer. Jetzt war keine

Disco-Musik mehr zu hören, keiner

tanzte mehr. Die Menschen weinten

und trauerten. Am Freitag war dann

die Beerdigung.

Erweckung in der Romagemeinde

N ach der Beerdigung kamen 20

Männer auf Pastor Janci zu und

sagten ihm, dass sie zur Gemeinde

kommen wollten. Unter diesen Männern

stellte sich einer als der Chef

der Taschendiebe vor, der sich kurz

darauf bekehrte.

Die Heilung von Maikäferchens Vater

sprach sich herum wie ein Lauffeuer.

Zwei Tage später war der Sonntagsgottesdienst

so voll, dass etwa die

Hälfte der Menschen im Hof Platz

nehmen mussten. Viele übergaben

ihr Leben Jesus, über 20 Kinder

wurden zur Segnung in die Gemeinde

gebracht.

Sichtbare Veränderungen

Dorina, ein Gemeindemitglied, die

auch in der Romasiedlung wohnt,

berichtete, dass es jetzt keine

Discomusik mehr gibt. Stattdessen

hören die Roma nun Lobpreismusik,

die sie von der Gemeinde bekommen

haben. Als sie am Montagmorgen

aus dem Fenster schaute wollte

sie ihren Augen nicht trauen. Die

Roma fingen an, den Müll von der

Straße und um ihre Häuser herum

wegzuräumen. Bei unserer Reise

hatten wir den Leuten den Anstoß

gegeben, ihr Umfeld sauber zu

halten. Seitdem kann Dorina sogar

bei offenem Fenster schlafen, weil

sie keine Angst mehr haben muss,

dass jemand einsteigt um sie zu

bestehlen.

Werner Kast


Ein Mitarbeiter

stellt sich vor

Interview mit Ingolf Kuhn -

Kassenwart im Hilfswerk Hoffnung

Wie lange bist du schon in der

Rumänienarbeit tätig

Meine erste Reise war im Mai 1991.

Dort haben wir eine Evangelisationstour

mit der Gastmann Familie

gemacht und dabei habe ich Günter

Gabriel, Hans-Werner und Friedel

Kast kennengelernt. Wir sind dann

noch 1992 und 1993 auf Tour gegangen.

Nach der Geburt unserer

Tochter haben wir eine Reisepause

eingelegt, aber hier im Land Hilfsgüter

eingesammelt.

Hast du einen Überblick wie

viele Missionsreisen du gemacht

hast Welche Aufgaben waren

damit verbunden

Es müssten zwischen 15 und 20

Reisen sein. In den ersten drei

Jahren war ich als Tontechniker

der Gastmann Familie dabei. Seit

dem Jahr 2000 gehe ich jedes Jahr

mit auf die „Dezemberreise“ um

die Weihnachtspakete zu verteilen.

In den ersten Jahren als Fahrer

und Verteiler, später wurde mir die

Tourplanung und die Organisation

anvertraut.

Gelegentlich sind wir auch als Familie

in Rumänien. Entweder werden

Spielgeräte aufgebaut oder wir helfen

bei einer Gemeindeevangelisation

und verteilen dabei Hilfsgüter an

Bedürftige. Im nächsten Jahr beteiligen

wir uns bei einer Kinderwoche.

Eine dieser Missionsreisen hat

Dein ganzes Leben verändert,

weil sie zu einer Liebesgeschichte

wurde. Kannst du darüber

erzählen

Schon bei der erste Reise lernte ich

die Schwester von Günter Gabriel

kennen. Dabei bin ich oft im sogenannten

“Frauenfahrzeug“ mitgefahren,

welches meistens von

Sabine gelenkt wurde. Wir haben

uns sehr gut unterhalten und ich

wurde mit Schweizer Schokolade

und meiner Lieblingssüßigkeit verwöhnt.

Nach dieser 14tägigen Reise

trennten sich unsere Wege wieder.

Beim Abschied lud mich Sabine in

die Schweiz ein, da ich vorher noch

nie dort war. Sie arbeitete zu dieser

Zeit in einem Schweizer Krankenhaus.

Irgendwie ist aus dem Besuch

mehr geworden; denn ich habe sie

nach Deutschland zurück geholt,

wo wir im August 1992 geheiratet

haben.

Was hat dich bewogen immer

wieder nach Rumänien zu reisen

Das Land und die Leute faszinieren

mich jedes Mal neu, wenn ich sehe,

mit welcher Ruhe sie an ihre Aufgaben

herangehen. Das kann allerdings

für einen Organisator wie ich

es bin, sehr nervig sein, wenn vor

lauter Diskutieren nichts geht. Da

darf ich immer wieder lernen, dass

nicht alles bis aufs Kleinste geplant

sein muss. Weiterhin finde ich die

Entwicklung des Landes interessant

und vor allem die Kindergärten

von Hoffnung, wo ich selber bei

praktischen Aufgaben mit anfassen

kann. Was mich aber richtig

begeistert sind die leuchtenden

Kinderaugen, wenn sie sich über

Kleinigkeiten freuen, die für unsere

Kinder absolut selbstverständlich

18

sind und die Dankbarkeit der Menschen.

Seit knapp zwei Jahren bist du

als Kassenwart im Vorstand

tätig. Wie kommt es, dass du

ausgerechnet für Zahlen eine

Vorliebe hast

So schwer es mir fällt Namen zu

behalten, umso leichter fällt es mir

mit Zahlen umzugehen. Die Vorliebe

dazu wurde mir wahrscheinlich

schon in die Wiege gelegt. Meine

Mutter war in ihrem Berufsleben

Finanzbuchhalterin und hat mir den

Umgang mit Zahlen von klein auf

beigebracht.

Du bist nicht nur im Missionswerk

HOFFNUNG ehrenamtlich

engagiert, sondern auch

ein Vollblut-Tontechniker. Wie

kannst du dies alles neben deinem

Beruf als Polizist bewältigen

und wie steht deine Familie

dazu

Ja, es ist manchmal nicht so einfach

alles unter einen Hut zu bekommen.

Der Beruf gibt mir die Zeiten vor, die

durch die ständige Änderungen der

Einsatzpläne oft schlecht zu planen

sind. Bei der Tontechnik hat die Familie

schon des Öfteren geschmollt

und deshalb habe ich diesen Bereich

weit zurück gefahren. Am Leichtesten

gelingt es die Familie mit der

Rumänienarbeit zu koordinieren,

da meine Frau aus verständlichen

Gründen ein Brennen für Rumänien

hat.


Neue Ausrichtung

im Hilfswerk

HOFFNUNG für eine

neue Generation e.V.

Es ist bereits 20 Jahre her, dass der Kommunismus in Rumänien

gestürzt wurde. Eine Zeit der Freiheit brach an. Für die Verbreitung

des Evangeliums tat Gott gewaltige Türen auf, christliche

Kindergärten, Grundschulen und Gymnasien konnten sich ausbreiten.

Auch unser Kindergartenprojekt füllte eine solche Lücke aus.

Eine Tür, die bald wieder geschlossen wird

Mit der Zeit hat sich die Situation verändert. Die Neueröffnung christlicher

Gymnasien wurde inzwischen verboten. Die anfänglichen Freiheiten

im Kindergartenprojekt gehören ebenfalls der Vergangenheit an

und wir müssen uns die staatlichen Kontrollen gefallen lassen.

Um die noch zur Verfügung stehende Zeit für die Verbreitung des Evangeliums

zu nutzen wollen wir vom Hilfswerk HOFFNUNG neue Wege gehen.

Folgende konkrete Schritte wurden bereits unternommen:

1. Aufgabe der beiden GmbHs des ACC Samariteanul im Dezember 2008

2. Reduzierung der Sammelaktivitäten/Reduzierung der Lagerkapazität

3. Hilfe für Arme bedarfsgerechter und gezielter

4. Erstellung von Lehrmaterial intensiviert

5. Engere Zusammenarbeit mit anderen christlichen Hilfswerken

Die geistliche Not in Rumänien ist überwältigend. Vier Millionen unerreichte

Kinder brauchen unsere Hilfe. Das großartige am Kindergartenprojekt

von HOFFNUNG ist, dass Sie durch Ihre Investition in die

Kinder aktiv am Reich Gottes mitarbeiten können. Diese „neue Generation

von Kindern kann mit Gottes Hilfe Rumänien verändern – jedes

einzelne Kind. Daher unsere Bitte an Sie: Werden Sie Pate eines Kindes.

Den Patenschaftsantrag finden Sie auf unsere Homepage oder auf Anfrage

in unserm Büro.

Wir wollen die Hände und Füße Jesu sein

Sagen auch Sie: „Ja, ich will“.

Was können wir tun Die drei ‚G‘ der Mitarbeit.

Gebetspartner sein durch Fürbitte.

Speziell für das Kindergartenprojekt haben wir einen Gebetskalender

zusammengestellt, den wir an Interessierte gerne per email verschicken.

Gebende sein durch Geldspenden.

Auf ihrer Überweisung bitte den Projektnamen eintragen oder „da wo

Hilfe nötig ist“.

Übernahme einer Kindergartenpatenschaft oder Brotpatenschaft.

Für Kinderstunden, die Spenden für Rumänien sammeln wollen, gibt es

eine spezielle Landkarte, die angefordert werden kann.

Gehende sein durch Aktivitäten.

Impressum:

Hilfswerk Hoffnung für eine neue

Generation e.V.

Büro Rudersberg

Ansprechpartner:

Hans-Werner & Friedhilde Kast

Bahnhofsplatz 31

73635 Rudersberg-Schlechtbach

fon (07183) 9319-80

fax (07183) 9319-99

eMail info@hoffnung.org

web www.hoffnung.org

Bankverbindung:

Kreissparkasse Waiblingen

BLZ 602 500 10

Konto 600 76 67

Für Österreich:

Raiffeisenbank Vorderbregenzerwald (A)

BLZ 37435

Konto 2 421 881

Wir sind wegen Förderung der Bildung und Erziehung

und der Förderung mildtätiger Zwecke nach dem

letzten uns zugegangenen Freistellungsbescheid des

Finanzamtes Schorndorf STNr: 82005/19922 SG: VI /

61 vom 28.04.2009 anerkannt.

Redaktion: Günter Gabriel,

Hans-Werner und Friedhilde Kast

Layout: Simone Hirsch

Hinweis:

Dem Hilfswerk sind durch die Herausgabe

dieses Heftes keine Kosten entstanden.

Der Druck wurde gespendet.

Mit freundlicher Unterstützung von:

Ihre kompetenten Ansprechpartner von

Beteiligung an der Weihnachtspaketaktion,

Bekanntmachung der Projekte,

Termine für Missionsvorträge organisieren,

Sammlung von Schulmaterial.

19


Lehre dein Kind,

den richtigen Weg zu wählen,

und wenn es älter ist,

wird es auf diesem Weg

bleiben.

Sprüche 22,6

Wenn ein kleines Kind seine Hand vertrauensvoll in deine

legt, dann mag diese Hand schmutzig oder ungepflegt

sein, aber das Wichtigste an dieser Hand ist, dass sie

eines Tages eine Bibel oder einen Revolver halten kann, dass sie

zur Ehre des Herrn ein Instrument spielen oder sich im Spielkasino

betätigen kann. Diese Hand kann einmal im Missionsdienst

viele Aufgaben erfüllen oder durch Alkoholgenuss furchtbare Dinge

anrichten.

Gerade jetzt gehört diese Hand dir. Sie braucht Hilfe und Führung.

Sie verkörpert eine kleine Persönlichkeit, die geachtet werden

will und für deren geistliches Wachstum du verantwortlich bist.

Haven of Rest

Foto: Pixelio.de

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