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tiergartenfreunde.de

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Zoo aktuell 3 / 2007

Zoo aktuell 2007

17.Jahrgang, Heft Nr. 58 (ISSN 1615-2387)

17.Jahrgang, Heft Nr. 58 (ISSN 1615-2387)

Editorial

Editorial

Zeitschrift rund um den Tiergarten Heidelberg

Zeitschrift rund um den Tiergarten Heidelberg

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Liebe Leserinnen und Leser,

Editorial 1

Liebe Leserinnen und Leser,

Editorial Inhaltsverzeichnis 1

während ich diese Zeilen schreibe gehen die Herbststürme

Inhaltsverzeichnis Termine 1

bereits ich durch diese Zeilen unser schreibe Land, auf gehen dem die Feldberg Herbststür-

liegt Termine Liebe Zoofreunde 21

me bereits bereits Schnee durch und unser auch Land, auf dem auf Heidelberger dem Feldberg König-

liegt Liebe Sommerfest Zoofreunde = Elefantenfest 23

bereits stuhl ging Schnee bereits und der auch erste auf Schneeregen dem Heidelberger herunter. König-

Damit Sommerfest Zooreise in das = Elefantenfest Pantanal –

3

während

stuhl kündigt ging sich bereits die besinnliche der erste Schneeregen Jahreszeit an. herunter. Damit Zooreise „die Serengeti in das Südamerikas“ Pantanal –

5

kündigt sich die besinnliche Jahreszeit an.

„die Kindersegen Serengeti in Südamerikas“ der Hamsterhütte 56

Nach vielen Jahren Pause

gibt vielen es für Jahren das Pau-

Jahr Poitou-Esel Tagesfahrt nach im Tiergarten Basel Heidelberg 10 8

Kindersegen Poitou-Esel im in Tiergarten der Hamsterhütte Heidelberg 86

Nach

se 2008 gibt wieder es für einen das Zookalender

wieder aus einen dem Zoo-

Tier-

Jahr

Tagesfahrt Beitrittserklärung nach Basel 10 11

2008

Beitrittserklärung Unsere spannenden Angebote für Schulklassen 12 11

kalender garten Heidelberg. aus dem Tiergarten

Kalender Heidelberg. ist erhältlich Der im

Der

Unsere Fotowettbewerb spannenden „365 Angebote Tage im Zoo für Schulklassen Heidelberg“ 12 14

Fotowettbewerb Ein weißer Elefant „365 als Tage Friedenssymbol im Zoo Heidelberg“ 14 15

Kalender Zooshop ist und erhältlich ist sicherlich

gerade und zu ist sicher-

Weih-

im

Ein weißer Elefant als Friedenssymbol Zooshop

lmpressum 15

lich gerade zu Weihnachtestehenden

und Jahreswech-

dem bevor-

lmpressum 15

nachten und dem bevor-

Veränderungen im Tierbestand 2007 16

Veränderungen Lageplan Tiergarten im Tierbestand Heidelberg 2007 16 21

stehenden sel ein ausgezeichnetes

Jahreswechsel

Lageplan Tiergarten Heidelberg 21

Geschenk. ein ausgezeichnetes

Geschenk.

Termine 2008

Neben vielen interessanten Berichten rund um den Zoo Termine 2008

Neben finden Sie vielen in interessanten diesem Heft die Berichten Fortsetzung rund um der den Tierbestandsveränderungen

Sie in diesem aus Heft Heft die Fortsetzung 55 – nun für der den Tierbe-

Zeit-

Bei ten Redaktionsschluss Heidelberg gGmbH standen und der die Initiative Termine der Zooerlebnis Tiergar-

Zoo Bei Redaktionsschluss standen die Termine der Tiergar-

finden

standsveränderungen raum November 2006 bis aus Oktober Heft 552007. – nun Damit für knüpft den Zeitraum

Zoo aktuell November auch 2006 an die bis 1998 Oktober entstandene 2007. Damit Lücke knüpft an, die als e.V. noch nicht fest.

die ten e.V. Heidelberg noch nicht fest. gGmbH und der Initiative Zooerlebnis

Zoo letztmals aktuell eine auch Zoo-Chronik an die 1998 erschienen entstandene ist. Lücke Unser an, Dank als Glühweinstand im Zoo 06.01.2008

letztmals geht an Frau eine Reichler-Danielowski Zoo-Chronik erschienen für die ist. Unser interessante Dank Glühweinstand Mitgliederversammlung im Zoo 06.01.2008

30.04.2008

geht Zusammenstellung an Frau Reichler-Danielowski und unsere Zoofotografin für die interessante Rose von Mitgliederversammlung Direktorenführung 07.06.2008

30.04.2008

Zusammenstellung Selasinsky für die begleitenden und unsere Bilder. Zoofotografin Rose von

Direktorenführung 07.06.2008

Selasinsky für die begleitenden Bilder.

Nachfolgend wiesen wir auf zwei voraussichtliche Termine

in Planung wiesen hin: wir auf zwei voraussichtliche Termi-

Ich wünsche Ihnen eine besinnliche Adventszeit und Viel

Nachfolgend

Ich Spaß wünsche beim Lesen Ihnen der eine neuen besinnliche Ausgabe Adventszeit 58. und Viel

ne in Planung hin:

Spaß beim Lesen der neuen Ausgabe 58.

Mehrtagesfahrt 13.-16.05.2008

Herzlichst

Mehrtagesfahrt Tagesfahrt 13.-16.05.2008

20.09.2008

Herzlichst

Tagesfahrt 20.09.2008

Ihr Lothar Teichmann

Alle Termine auch im Internet unter www.tiergartenfreunde.de.

Ihr Lothar Teichmann

Alle Termine auch im Internet unter www.tiergartenfreunde.de.

Zoo aktuell 3 / 2007 1

Zoo aktuell 3 / 2007


Zeitschrift rund um den Tiergarten Heidelberg

Liebe Zoofreunde,

Manchmal merken wir, dass wir im Zoo

arbeiten nur daran, dass bei einem

Termin im Rathaus jemand sagt: „Ihr

habt´s doch gut da draußen im Zoo bei

den Tieren.“ Die letzten Monate waren

und sind angefüllt mit Parkraumbewirtschaftung,

Metropolregion, Besetzung

einer Marketingstelle im Zoo, Wirtschaftsplan,

Verwaltungsentwicklung,... Natürlich gehört

all das dazu, damit der Zug „Tiergarten“ in die richtige

Richtung rollt. Ärgerlich wird es, wenn unsere Wahrnehmung

in der Öffentlichkeit auf eine aktive Freizeiteinrichtung

reduziert wird - tolle Pressearbeit ist das häufigste

Lob, dass wir hören.

Im Zoo geht es um Tiere, Menschen und den Schutz der

Natur. Um so wunderbare Tiere wie Gorillas, Elefanten,

Hyazintharas oder Feldhamster halten zu können

braucht es Wissen. „Wissen schützt Tiere“ ist einer der

Kernsätze des modernen Tierschutzes! Nur wer sich

über seine Tiere Wissen beschafft und angeeignet hat,

kann sie optimal pflegen und die Haltung weiterentwickeln.

Deshalb ist es wichtig, dass Zoos wissenschaftlich

geleitet werden – damit wir uns weiterentwickeln. Blicken

wir nur 10 Jahre zurück: In dieser Zeit haben sich grundlegende

neue Erkenntnisse zur Haltung von Elefanten,

zur Aufzucht von Menschenaffen, in der Zucht vieler

Reptilienarten, in der Diagnostik und Behandlung von

Infektionskrankheiten etc. durchgesetzt - teilweise mit

unserer Hilfe. Wissen ist nicht nur bei den Tieren gefragt:

Auch die Besucher sollten direkt davon profitieren, dass

wir wissen, was wir tun. In Zoos wird zuwenig gemessen,

wie Besucher die Angebote wahrnehmen, ob Botschaften

wirklich verstanden werden. Wir benehmen uns wie

jemand, der immer wieder in den Wald herein ruft und

kein Mikrophon dabei hat um die Antworten aufzunehmen.

Eines der gefährlichsten Worte in der täglichen

Arbeitsrealität ist „nebenher“, hat mir kürzlich ein kluger

Mann gesagt. Wenn wir einer Aufgabe den Stellenwert

„nebenher“ geben, sollten wir sicher sein, dass es eigentlich

auch nichts macht, wenn sie gar nicht erledigt wird.

Wir haben in der Vergangenheit vieles „nebenher“ erledigt.

Ein gutes Beispiel ist der Bereich Marketing. Weil

wir dabei ein schlechtes Gewissen hatten, haben wir uns

mit Herrn Genske professionelle Hilfe geholt. In den letzten

Jahren sind so viele wirklich gute Dinge gelaufen –

aber alle „nebenher“.

Dabei ist viel Potential ungenutzt geblieben. Wenn die

Zoo aktuell erscheint, werden wir diese Zeit hoffentlich

für immer hinter uns gelassen haben. Wir haben eine

Marketingstelle geschaffen. Damit unsere Partner und

unsere Sponsoren jemanden haben, der sich mit ganzer

Kraft um die gemeinsamen Aktionen und Projekte kümmert.

Damit die wissenschaftlichen Zoomitarbeiter – allen

voran Frau Reichler – wieder mehr ihren eigentlichen

Beruf, man könnte auch sagen ihre Berufung, erfüllen

können. Wir haben vor fast 10 Jahren in unsere Zielplanung

geschrieben: “Der längste Haitunnel, die größte

Elefantenherde, der einzige große Panda, die aufwendigste

Tropenhalle etc. werden wahrscheinlich nie in

Heidelberg stehen. Für den Tiergarten Heidelberg wollen

wir das Erlebnis der Tierbegegnung in den Vordergrund

stellen getreu unserem Themenschwerpunkt „Tier-

Mensch-Beziehung“: Unter dem Leitsatz „Leben live

erleben“ wollen wir Erlebnisse bieten, Staunen nicht über

die Dimension sondern über die Idee erreichen.“ Diese

Gedanken sind noch heute gültig. Ideen entstehen aus

Wissen, aus dem Austausch mit Fachkollegen, mit anderen

Fachrichtungen, aus Eindrücken bei vielen Gelegenheiten.

Neue Ideen müssen nicht nur gedacht sondern

auch geschliffen, umgesetzt und evaluiert werden. Wir

haben in vielen Dingen großes Glück: Viele unserer Mitarbeiter

sind offen für neue Ideen und nehmen Weiterbildungsangebote

gerne an. Es gibt in Heidelberg sehr

viele Menschen, die ihr Wissen gerne mit uns teilen, aus

den unterschiedlichsten Berufen, mit den unterschiedlichsten

Hintergründen.

2 Zoo aktuell 3 / 2007


und den Verein der Tiergartenfreunde Heidelberg e.V.

Helfen Sie uns, dass der Zoo mehr als wissenschaftliche

Institution bekannt wird. Wissenschaft darf – ja sie muss

Spaß machen, wenn wir die Menschen erreichen wollen.

Ihr Klaus Wünnemann

Wir Freunde des Heidelberger Tiergartens haben es

aber gespürt: Es war ein besonderer Tag! Als Losverkäufer

hatte ich meinen Posten auch am Eingang und konnte

den Eintritt der Kinder mit ihren Eltern (sehr oft auch

Zauberer Magic Gerard

den Großeltern!) erleben:

Ich kann keine vollständige Reportage liefern, aber mit

einigen Stichworten möchte ich einen Eindruck von der

Die erwartungsvollen Mienen, die laut gerufenen Wünsche

Vielfalt vermitteln. Das Hauptthema - natürlich der Ele-

nach den ersten Zielen: Erst dahin, nein: dorthin! fant - wurde in mehreren symbolischen Darstellungen

Und es war vieles vorbereitet, um Kleine und Große an-

abgewandelt:

Zoo aktuell 3 / 2007 3

zuziehen, zu informieren, auch: zu unterhalten. Im Zusammenwirken

vieler Helfer (Initiative Zooerlebnis, Mitarbeiter

des Zoos selbst, Tiergartenfreunde mit besonderen

Aktivisten) wurden die in vorbereitenden Sitzungen

geschmiedeten Pläne (heute heißt das: „brain storming“)

umgesetzt.

Sommerfest = Elefantenfest

Liebe Tiergartenfreunde !

Das Bild zeigt den Zoobesucher am Gehege. Der skeptische

Kommentar lautet: Wer betrachtet wen mit dem

größeren Interesse: Der Mensch den Affen, oder der Affe

den Menschen

Als erfahrene Besucher des Tiergartens haben wir ja oft

den Eindruck: Wir sind für die Tiere Teil ihrer gewohnten

Umgebung; wir verursachen keine besondere Aufregung,

wenn wir in ihren Gesichtskreis treten. (Eindrucksvolle

Ausnahme: Die Begegnung von Direktor und Oberaffe!).

Was hat diese Einleitung mit dem Sommerfest zu tun

Ich versuche, mir vorzustellen, ob die Bewohner unseres

Tiergartens am 22.Juli 2007 den großen Andrang der

Besucher und die besondere, festliche Atmosphäre gespürt

haben. Wahrscheinlich muss man unterscheiden:

Die Sensibilität verschiedener Arten – und auch Individuen

– ist sicher unterschiedlich!


Zeitschrift rund um den Tiergarten Heidelberg

So geschickt, wie – fressen, wie – spritzen, wie – so

groß, wie – fühlen, wie – so schwer, wie – so stark, wie .

Ein Stand mit Souvenirs, ein Infostand, eine Ralley, ein

Quiz und schließlich die „Dickhäuter“ selber, deren Waschen

und Füttern beobachtet werden konnten.

Die Tombola aus den Beständen des Zooshops war

dieses Mal reicher ausgestattet und fand guten Zuspruch.

Danke an Frau Winter und an die vielen Besucher,

die den Kaufpreis für die Lose großzügig aufrundeten!

Ich hoffe in diesem Zusammenhang, dass die immer

vorhandenen kritischen Besucher von uns überzeugt

werden konnten, dass die Tiere im allgemeinen gut untergebracht

sind und artgerecht behandelt werden. Ich

sage „im allgemeinen“, weil immer Verbesserungen angemahnt

werden können. Und wir werden dann den Anspruch

eines Zoologischen Gartens überzeugend vertreten

können, wenn wir solche Mängel zugestehen.

Der Musikverein 1893 Dossenheim e.V.

Nicht nur durch eine solche Geste, auch in manchen

Gesprächen konnten wir erfahren: Der Tiergarten genießt

viele Sympathien! In erster Linie die Tiere selbst.

Besuch in den Baumwipfeln mit der Baumschule

Und gestehen müssen wir auch: Es hat nicht alles geklappt!

Das Besondere bei dieser Feststellung: Die Kritik

kam vor allem aus den eigenen Reihen!

4 Zoo aktuell 3 / 2007


und den Verein der Tiergartenfreunde Heidelberg e.V.

Ich möchte aber nicht mit Kritik schließen, sondern mit

Dank. Den Anspruch auf Vollständigkeit gebe ich ja von

vorneherein auf.

Folgende Mitwirkende möchte ich jedoch ausdrücklich

nennen: Das „Baumklettern“ ermöglichte die Firma Hans-

Georg Bender (Baumpflege und Gartengestaltung, Goethestr.

18, 69221 Dossenheim), einen besonderen Anziehungspunkt

stellte Gerhard Steiger als der Zauberer

„Magic Gerard“ dar, der Musikverein 1893 Dossenheim

e. V. (Herr Hamerkers) trug wesentlich zur festlichen

Stimmung bei und unsere Freunde und Helfer (nein:

nicht von der Polizei; die brauchten wir nicht zu bemühen)

waren wieder einmal die Jugendlichen der Feuerwehr,

die die Übungen „Spritzen“ und „Hochsteigen“

geduldig und sicher bewerkstelligten. Besonderer Dank

an Herrn Hensel! In aller Bescheidenheit seien schließlich

die traditionellen Waffelbäcker unserer Tiergartenfreunde

erwähnt!

Riesenotter, beobachten die herrlichen Hyazintharas,

Jabiru-Riesenstörche und Kolibris, sehen tausende von

Krokodilen. Die Landschaften des Pantanals und der

Chapada dos Guimaraes sind überwältigend. In Nobres

schnorcheln wir in kristallklarem Wasser zwischen tropischen

Fischen und das Pantanal erkunden wir mit Auto,

Boot, zu Fuß und wer will auch von Pferderücken aus.

Habe ich jemanden vergessen Sicher! Er/Sie mögen es

mir nachsehen. Das nächste Mal wird es – wieder passieren.

Ich grüße Sie mit dem Motto des „Zolli“ Basel, den wir

auf unserer Tagesfahrt besuchten: „Erleben, was es zu

bewahren gilt!“

Ihr

Dietrich Lorenz

Mit dem bekannten Naturreisebüro travel-to-nature haben

wir eine abwechlungsreiche Reise zu den schönsten

Gegenden des an Naturwundern überreichen Gebietes

ausgearbeitet. Die Reisezeit im Juli sorgt für angenehmes

Klima und beste Tier-Beobachtungsmöglichkeiten.

In die Serengeti Südamerikas!

Die nächste Reise in die Natur findet vom 10. – 23. Juli

2008 statt. Das Reiseziel ist das Pantanal, die Serengeti

Südamerikas. Wie die Serengeti zu Zeiten der Migration

die tierreichste Region Afrikas ist, ist das Pantanal das

tierreichste Gebiet Südamerikas. Im Süden Brasiliens

treffen wir Wasserschweine, Nasenbären, Brüllaffen und

Mit einem Preis von ca. 2990 Euro hat travel-to-nature

eine sehr günstige Reise angeboten. Im Preis sind alle

Flüge, alle Unterkünfte, Vollpension im Pantanal und der

Chapada dos Guimaraes, Eintrittsgebühren, Führung,

Reiseleitung durch Dr. Wünnemann, Vor- und Nachtreffen,

Naturschutzbeitrag und Klimaschutz-Ausgleich durech

atmosfair enthalten. Bei Interesse melden sich sich

bitte kurzfristig unter info@zoo-heidelberg oder 06221

635510.

Zoo aktuell 3 / 2007 5


Zeitschrift rund um den Tiergarten Heidelberg

Kindersegen in der Hamsterhütte

Dieses Jahr hat sich viel getan in der Hamsterhütte am

entfernten Ende des Zoos. Die Hamsterzuchtstation, die

sich im Inneren der Hamsterhütte befindet, gehört zum

Mannheimer Artenhilfsprogramm für den Feldhamster,

der im Freiland, wo er früher häufig anzutreffen war,

heute fast ausgestorben ist.

Leider überlebten, wie zu erwarten, nicht alle der ausgewilderten

Tiere. Wie sich im Nachhinein herausstellte,

war eine Füchsin, die in der Nähe einen Wurf Jungtiere

großzog, daran nicht ganz unbeteiligt.

Die in der Hamsterhütte im Heidelberger Zoo verbliebenen

Tiere sorgten im Laufe der folgenden Monate ebenfalls

reichlich für Nachwuchs.

Nachdem Anfang des Jahres siebzig neue Tiere aus

Straßburg ankamen war die Hütte bereits Mitte Februar

voll besetzt. Die Hamster bezogen die neuen Käfige, die

statt der bis dahin verwendeten Terrarien angeschafft

worden waren.

Hamster beim gegenseitigen Beschnuppern (Foto: Daniel Augusti)

Hamster mit Aussicht auf’s Freiland (Foto: Ulrich Weinhold)

Schon im Mai wurden 30 der neuen Tiere bei Straßenheim

ausgewildert. In Transportboxen erreichten sie ihre

neue Heimat und bezogen noch am gleichen Tag vorgebohrte

Löcher auf einem Getreidefeld. Die unmittelbare

Nähe der Tiere zueinander sorgte im Freiland bereits

nach kurzer Zeit für Nachwuchs, der bei den regelmäßigen

Kontrollen der Tiere schon bald gesichtet wurde.

Empfängnisbereite Weibchen wurden in die großen

Zuchtterrarien gesetzt und erhielten über Nacht männliche

Gesellschaft. Nach einer Tragzeit von 17 Tagen

wurden bereits Ende Mai die ersten Hamsterkinder geboren.

Während der Paarungszeit von Mitte Mai bis Mitte

August erblickten insgesamt 144 Hamsterkinder das

Licht der Welt. Die Würfe bestanden durchschnittlich aus

sechs kleinen Hamstern, aber eine Hamstermutter hatte

sogar 10 Jungtiere in ihrem Wurf.

Hamster werden nackt geboren aber bereits nach einigen

Tagen kann man die typische Fellzeichnung erkennen.

Sobald sie mit 10-12 Tagen die Augen öffnen krabbeln

sie auch schon mal aus dem Nest um das täglich

6 Zoo aktuell 3 / 2007


und den Verein der Tiergartenfreunde Heidelberg e.V.

frische Obst und Gemüse anzunagen. Meist trägt die

Mutter allerdings das Futter ins Nest, wo die Kleinen

wohlbehütet fressen können. Nach etwa drei Wochen

sind die kleinen Hamster bereits entwöhnt und trinken

nur noch gelegentlich Milch. Daher wurde nach etwa vier

Wochen die Mutter von ihren Jungen getrennt, um sich

zu erholen. Die Geschwister-Kinder wurden aber noch

eine Weile zusammen gelassen und erst nach weiteren

vier Wochen getrennt. Jedes Jungtier bekam dann seinen

eigenen Käfig mit viel Einstreu, Heu und Kletterröhre.

In der Hamsterhütte war es indessen mehr als voll geworden

und wir sind dem Wormser Zoo sehr dankbar,

dass er uns Mitte Oktober 28 Tiere abnahm um sie über

Winter zu versorgen.

Bereits Anfang Oktober hatten die Hamster in der Hamsterhütte

große Vorräte an Futter angelegt, die sie in der

Natur benötigen würden um über den Winter zu kommen.

Um Energie zu sparen schlafen Hamster während

der Wintermonate. Sie schlafen mehrfach und bis zu 14

Tage am Stück, wobei sie ihren Stoffwechsel bis auf

wenige Grad herunterfahren.

Ca. 10 Tage alt (Foto: Ulrich Weinhold) Ca. 5 Wochen alt

(Foto: Rose von Selasinsky)

Um den Jungtieren, die ja zum größten Teil ausgewildert

werden sollen, eine besonders gute Starthilfe zu geben,

werden sie die Wintermonate noch in der Hamsterhütte

verbringen und dann im Frühjahr zu Beginn der Zuchtsaison

ausgewildert.

Im späten Sommer wurden dann noch 16 weitere Tiere

bei Straßenheim ausgewildert. Gerade noch rechtzeitig,

um noch ausreichend Zeit zu haben um sich auf den

Winter vorzubereiten und genug Vorrat zu sammeln,

wobei sie natürlich eine gute Starthilfe in Form von Körnerfutter

bekamen. Allerdings waren sie in den ersten

Momenten ihrer Freiheit wohl eher mit einer erneuten

Nachwuchsplanung beschäftigt.

Hamster im Nest (Foto: Arndt Löwenberg)

Auch dieses Jahr war wieder ein Hamster im Schaugehege.

Anfangs bewohnte er noch den vorgefertigten Bau,

und die Besucher konnten so das nachtaktive Tier auch

tagsüber gut beobachten. Allerdings baute er sich später

mehrere eigene Löcher, die leider nicht für den Besucher

einsichtig waren. Bereits Anfang Oktober ließ er sein

Futter für mehrere Tage unangetastet, was darauf

schließen lässt, dass er eventuell bereits eine kurze Winterruhe

gehalten hat. Als er einige Tage später wieder

unterwegs war, wurde er über die Wintermonate wieder

in die Hamsterhütte geholt. (hei)

Zoo aktuell 3 / 2007 7


Zeitschrift rund um den Tiergarten Heidelberg

Poitou-Esel – Zottelige Riesen

im Tiergarten Heidelberg

beide reinrassig und im Zuchtbuch geführt, mit ihren

Töchtern Madeleine und Desiree an den Neckar.

Zu Publikumslieblingen sind sie schnell geworden. Mit

ihrem zotteligen Fell, den langen Ohren und der weißen

Zeichnung im Gesicht sehen sie außergewöhnlich

hübsch aus. Aber vor allem ihr ruhiger, zutraulicher und

für Esel gar nicht so störrischer Charakter überzeugt den

letzten Zweifler – Poitou-Esel sind einfach unwiderstehlich

und für viele die schönsten Esel der Welt.

Die aus dem Westen Frankreichs stammende Eselrasse

gibt es bereits seit dem frühen Mittelalter. Gezüchtet

wurden die hübschen Esel als Arbeitstiere, aber auch um

sie mit Pferden zu verpaaren und die so entstehenden

kräftigen Maultiere in der Landwirtschaft zu nutzen. Einige

Quellen berichten, dass Poitou-Esel eingesetzt wurden,

um Feuerlöschzüge zu ziehen. Ihr langes Fell wurde

nass gemacht, dadurch konnten die Tiere bis sehr

nah an das Feuer herangeführt werden. Seit Mitte des

letzten Jahrhunderts wurden die kräftigen Esel jedoch

immer häufiger durch Maschinen ersetzt und mittlerweile

ist die Eselrasse sehr selten geworden. Um ihr Überleben

zu sichern, wurde ein Zuchtbuch gegründet, das alle

reinrassigen Poitou-Esel registriert und versucht bei der

Vermittlung von fremdblütigen Zuchttieren zu helfen.

Poitou-Esel sind übrigens die schwersten Esel der Welt,

der Katalanische Riesenesel übertrifft den Poitou noch

an Höhe, aber schwerer wird kein Esel. Bis zu 450 kg

wiegt ein Poitou-Hengst, die Stuten sind etwas leichter.

Die Schulterhöhe liegt bei bis zu stattlichen 1,50 m, viele

Besucher sind erstaunt, dass es so große Esel gibt.

Die ersten Poitou-Esel kamen im Dezember 1999 in den

Tiergarten Heidelberg. Der Zoo Duisburg musste seine

kleine Zuchtgruppe schweren Herzens abgeben und hat

nach einem guten neuen Zuhause für die zotteligen Riesenesel

gesucht. So zogen Dodu und Corine du Bourg,

Umgänglich und leinenführig wie sie waren, wurden sie

schon bald und bis heute im direkten Besucherkontakt

eingesetzt. Kindergruppen, betreut von der Zooschule,

dürfen die riesigen, zotteligen Esel striegeln. Bei der

Tierpflegersprechstunde lassen sich die französischen

Riesen geduldig streicheln, die kleinsten Besucher können

sogar mal auf dem Esel reiten. Und zu Ostern bekommen

die Heidelberger Poitou-Esel Körbe mit Eiern

umgebunden, die an die Besucher verteilt werden.

8 Zoo aktuell 3 / 2007


und den Verein der Tiergartenfreunde Heidelberg e.V.

Im Jahr 2001 gab es dann auch den ersten Nachwuchs

bei den Poitous, doch Corine brachte Zwillinge zur Welt,

die leider nicht überlebten. Mehrlingsgeburten sind bei

Eseln sehr selten und meistens haben die Jungtiere keine

Überlebenschance, weil sie unterentwickelt zur Welt

kommen oder es Probleme bei der Geburt gibt. Ein Jahr

später jedoch wurde Corine’s zweites Fohlen geboren,

das problemlos und erfolgreich aufgewachsen ist. Resi

lebt immer noch in Heidelberg und ist mittlerweile schon

selbst zweimal Mutter geworden.

Um Inzucht zu vermeiden wurde der Hengst Dodu du

Bourg im Jahre 2002 mit einem anderen Hengst aus

dem Tierpark Kleve an der holländischen Grenze getauscht.

Der neue Zuchthengst Brigard brauchte ein wenig

Zeit, um sich in Heidelberg einzuleben und sich bei

der eingeschworenen Gemeinschaft der Stuten durchzusetzen.

Zuerst schaffte er es bei Desiree, die 2003 ihr

erstes Jungtier zur Welt brachte. Leider überlebte es

nicht, Desiree hatte nicht genug Milch und verweigerte

dem Fohlen den Zugang zur Milchquelle. Die Handaufzucht

durch die Tierpfleger klappte leider auch nicht, weil

das Jungtier schon zu schwach war. Ein Jahr später

brachte Corine erneut Zwillinge zur Welt, die die Geburt

nicht überlebten. Tragischerweise war diese Schwerstgeburt

auch für Corine zuviel, sie starb wenige Tage

später. Die vielen Todesfälle bei den jungen Poitou-

Eseln und der Tod von der allen ans Herz gewachsenen

Stute Corine schlug dem Zooteam stark aufs Gemüt. Mit

der Zucht der schönen Riesenesel wollte es einfach nicht

so richtig klappen.

Desiree brachte ihr zweites Fohlen zur Welt und wollte

es wieder nicht annehmen. Diesmal jedoch war die

Handaufzucht von Coco erfolgreich und im selben Jahr

brachte auch Madeleine ihr erstes Fohlen Filou zur Welt.

Das Blatt wendete sich, plötzlich konnte man sich regelmäßig

über die hübschen, lockigen Poitou-Fohlen freuen,

die nur aus Beinen und Ohren zu bestehen scheinen.

Im Jahre 2005 sprangen Jolie und Zidane über die Anlage,

ein Jahr später der kleine Mioche, und in diesem

Jahr gab es sogar dreimal Nachwuchs: Gregoire, Kimberley

und die kleine Belle.

Der einzige Problemfall blieb weiterhin Desiree, deren

Fohlen alle mit der Flasche großgezogen werden mussten.

Obwohl sie Medikamente zur Steigerung des Milchflusses

bekam und die Pfleger bereits wochenlang vor

der Geburt mit ihr trainierten, dass bald etwas an ihren

Zitzen saugen würde. Sobald das Fohlen da war, hatte

sie alles vergessen und trat nach dem Jungtier, sobald

es trinken wollte. Stunden, Tage, Nächte verbrachten die

Tierpfleger bei Mutter und Kind, ließen das Fohlen immer

wieder trinken, während sie Desiree festhielten und versuchten

doch noch, die Mutter vom richtigen Umgang mit

ihrem Fohlen zu überzeugen. Doch alle Versuche schlugen

fehl. Glücklicherweise ist die Handaufzucht eines

Poitou-Esels nicht ganz so problematisch wie bei vielen

anderen Tieren. Außerdem akzeptierte Desiree das

Jungtier durchaus in ihrer Nähe, solange es nicht trinken

wollte. Daher war die Prägung der jungen Fohlen auf den

Tierpfleger nicht ganz so stark, denn es konnte fast während

der gesamten Aufzuchtzeit in der Eselgruppe bleiben.

Trotzdem ist eine Flaschenaufzucht niemals die

ideale Form des Aufwachsens, daher entschlossen wir

uns, mit Desiree nicht mehr zu züchten und sie abzugeben.

Sie lebt jetzt, gemeinsam mit anderen Eseln

und weiteren Tieren seit Oktober 2007 auf einem Bauernhof

nahe Kaiserslautern wo sie u.a. für die pädagogische

Arbeit mit Kindern eingesetzt wird.

Die Poitou-Esel gehören mittlerweile zu den beliebtesten

Tierarten im Zoo Heidelberg, was sich auch in den Tierpatenschaften

widerspiegelt. Jedes Tier der Gruppe hat

bereits mindestens einen Paten gefunden. Und wer einmal

den riesigen, schweren Kopf eines Poitou-Esels

getätschelt oder das flauschige Fell eines Fohlens berührt

hat, ist den Rieseneseln verfallen und wird zustimmen,

dass die Poitous die hübschesten Esel der Welt

sind! (rei)

Zoo aktuell 3 / 2007 9


Zeitschrift rund um den Tiergarten Heidelberg

Tagesfahrt nach Basel

Mit einem fast voll besetzten Bus machten sich die Tiergartenfreunde

am Samstag den 22.September auf den

Weg nach Süden. An Karlsruhe, Offenburg und Freiburg

vorbei hieß das Ziel der Fahrt Zoo Basel.

Die fachliche Führung in zwei Gruppen mit den Herren

Baumeyer und Schlepfer brachte den Tiergartenfreunden

einige Sahnehäubchen des Zoo Basel näher. Dabei kamen

unterschiedliche Themenbereiche zu tragen, führen

aber beide zum gleichen Ziel: Gamgoas - dort "Wo die

Löwen wohnen". Während die Gruppe um Herrn Baumeyer

den Weg vom Haupteingang an der Ostseite des

Zoos entlang wählte und auch einen Abstecher in das

Affenhaus und das Etoschahaus machte, ging die Gruppe

um Herrn Schlepfer den westlichen Weg über die

Afrikasavanne und die Elefantenanlage und machte zuvor

noch einen Abstecher zum Königspinguinnachwuchs

im Vivarium. Viel zu schnell war die sehr kurzweilige

60minütige Führung zu Ende. Beiden Herren sei an dieser

Stelle noch einmal Danke gesagt.

In Basel angekommen wurde rasch der Zooeingang passiert.

Bis zum Beginn der Führung um 13:30 Uhr war

noch gut zwei Stunden Zeit um beispielsweise das Vivarium

und/oder Vogelhaus zu besuchen und etwas zu

essen.

Die beiden Gruppen der Tiergartenfreunde während der Führung durch

den Zoo Basel. (Fotos: Dr. U.Lorenz)

Das neun Millionen Franken teuere Gamgoashaus versteht

sich als zweiter Bauabschnitt der Etoscha-Anlage.

Herzstück ist die ein Hektar große Anlage für Namibia-

Löwen. Im Inneren des Hauses befindet sich auch eine

Anlage für die Nilkrokodile und eine weitere Anlage mit

Termiten. Auch der Lebensraum Gamgoas mit dem Verständnis

für Mensch und Natur kommt hier nicht zu kurz.

Den Rückweg durch den Zoo gestaltete jeder Teilnehmer

anders - die meisten dürften jedoch auch die Okapis,

Panzernashörner und die neue "Australis"-Anlage besichtigt

haben. Schon etwas müde traten wir dann um

16.30 Uhr den Heimweg an. (lt)

10 Zoo aktuell 3 / 2007


und den Verein der Tiergartenfreunde Heidelberg e.V.

Beitrittserklärung

Hiermit erkläre(n) ich/wir meinen/unseren Beitritt in den

Verein der Tiergartenfreunde Heidelberg e.V. und die

Bereitschaft zur Leistung der Beiträge gemäß der rechts

gewählten Beitrittsklasse. Der Beitritt ist zu jedem Kalendermonat

möglich, für das laufende Geschäftsjahr wird je

Monat 1/12 des Jahresbeitrages fällig.

Adresse

____________________________________________

____________________________________________

____________________________________________

Telefon, Fax, Email

____________________________________________

____________________________________________

Datum und Unterschrift

____________________________________________

Zeitgemäß, vorteilhaft und bequem ist die Bezahlung der Mitgliedsbeiträge

durch Abbuchung. Sie helfen mit einer freiwilligen Einzugsermächtigung

Ihnen uns und Kosten zu sparen. Selbstverständlich können

Sie diese Ermächtigung jederzeit widerrufen.

Girokonto

____________________________________________

Bankinstitut

____________________________________________

Bankleitzahl

____________________________________________

Kontoinhaber

____________________________________________

Datum & Unterschrift

____________________________________________

Beitrittsklasse

( ) Mitgliedschaft A zu 55,- Euro

(Einzelmitgliedschaft mit Zugangsrecht in den Zoo)

__________________ Geburtstag ____________

( ) Mitgliedschaft B zu 85,- Euro

(Familienmitgliedschaft für Paare und deren minderjährige

Kinder mit Zugangsrecht in den Zoo)

Name und Geburtstag aller Familienmitglieder :

__________________ Geburtstag ____________

__________________ Geburtstag ____________

__________________ Geburtstag ____________

__________________ Geburtstag ____________

( ) Mitgliedschaft C zu 24,- Euro

(Jugendmitgliedschaft mit Zugangsrecht in den Zoo)

Hiermit bestätige ich, dass mein Sohn/meine Tochter

__________________ Geburtstag ____________

Mitglied im Verein der Tiergartenfreunde Heidelberg e.V.

werden darf. Die entsprechende Mitgliedsrechung soll an

mich erfolgen. Eltern haften für Ihre Kinder.

Datum und Unterschrift des Erziehungsberechtigten :

______________________________________

( ) Mitgliedschaft F zu 35,- Euro

(Fördermitgliedschaft ohne Zugangsrecht zum Zoo)

Bitte einsenden an :

Verein der Tiergartenfreunde Heidelberg e.V,

Postfach 11 03 52, 69072 Heidelberg

oder per Telefax (06202) 69 23 41. Vielen Dank

Zoo aktuell 3 / 2007 11


Zeitschrift rund um den Tiergarten Heidelberg

Unsere spannenden Angebote

für Schulklassen

Die Initiative Zooerlebnis e.V., kurz Zooschule genannt,

besteht seit 2004 in ihrer neuen Form. Ihr umfangreiches

Aktions-Angebot bietet für jeden etwas. Einen Hauptteil

unserer Führungen machen Schulklassen aller Altersstufen

aus. Die Zooschule bietet diesen, neben dem erlebnisreichen

Rundgang, eine Besonderheit: Zoo-Schul-

Programme. Diese themengebundene Führungen behandeln

bestimmte Aspekte dann auch besonders intensiv.

Für 90 Minuten werden die Schüler ganz in eine

andere Welt eintauchen.

„ Den Zoo mit allen Sinnen erfahren “

Wir geben nicht zu viel preis, wenn wir sagen, dass die

Kinder alle ihre Sinne näher kennen lernen und auch

benutzen dürfen. Da wird ein Tier erraten, das unsere

Zooschullehrer mitbringen. Ja, man darf dann auch hinfassen

– wer sich traut! Dieses Tier ist kein „gewöhnliches“

Zootier, sondern eines, das normalerweise für die

Besucher nicht zu sehen ist. Spielerisch geht es weiter.

Das Tier wird nachgeahmt.

Zur Zeit stehen drei erprobte Themen für einen ersten

Besuch bei uns zur Auswahl. Sie bieten einen guten

Überblick über den Zoo, die Tiere, sowie deren Gefährdung

und Schutz.

1. Für die Klassen 1 und 2:

„Den Zoo mit allen Sinnen erfahren“

2. Die Klassen 3 bis 6 können bei dem Thema

„Raubtiere“ allerhand Spannendes über diese

Tiergruppe erfahren.

3. Für alle Schulklassen ab der 3. bieten wir das

Thema „Affen“ an.

Schön ist, dass die Schüler im Klassenverband bleiben

und dadurch alle gemeinsam dieselben Erlebnisse mit

nach Hause nehmen. Durch die themenbezogene Führung

ist es in jedem Fall sinnvoll, den Kindern und Jugendlichen

vor oder nach der Zooschule die Möglichkeit

zu geben, auch den Teil des Zoos und seiner Tiere kennen

zu lernen, den man während der Führung nicht erlebt

und gesehen hat. Was erwartet die Schüler bei den

einzelnen Programmen Natürlich dürfen wir an dieser

Stelle nicht alles verraten, aber wir können doch einen

kurzen Einblick in unsere Aktionen geben.

Mit allen Sinnen dabei.

Anschließend erschließen sich die Kinder ein Gehege

nur über das Hören und Riechen. Die gewonnenen Erfahrungen

werden erst danach durch Anschauen überprüft

und ergänzt.

Es folgt eine Station bei den Keas, wo die Kinder selbst

mit Federn experimentieren, viel darüber erfahren und

weitere Vögel anhand ihrer Federn erraten können. Ein

Besuch bei den Kamelen rundet das Programm ab. Dort

wird das Geheimnis der Kamelhöcker endgültig gelüftet.

Unbekannte Fußabdrücke von Tieren aus dem Zoo war-

12 Zoo aktuell 3 / 2007


und den Verein der Tiergartenfreunde Heidelberg e.V.

ten dort auf ihre Entdeckung, und schließlich gibt es bei

einem kleinen Quiz etwas zu gewinnen.

„Raubtiere“

Was so einfach erscheint, ist gar nicht so leicht zuzuordnen.

Was ist denn eigentlich ein Raubtier Jedes

Kind bekommt das Bild eines Tieres aus dem Heidelberger

Zoo und schlüpft in dessen Rolle. Ziel ist es, dass

sich die Kinder zum Schluss einteilen können in Raubtiere

und Nicht-Raubtiere.

Kindern in das Raubtierhaus gehen. So groß und so nah

die Löwen und Tiger zu sehen, ist stets ein wichtiger

Moment. Und wer wäre nicht immer wieder von neuem

beeindruckt von ihrer Eleganz und Schönheit, ihrer Größe

und Ausstrahlung.

Und was machen eigentlich die „süßen“ Erdmännchen

im Raubtierhaus Ein kleiner Hinweis: Sie gehören genauso

hierher wie Löwe, Tiger und Luchs. Draußen vor

dem großen Freigehege der Tiger stellen die Kinder

nach einer kleinen Mal-„Stunde“ erstaunt fest, dass sich

der König des Dschungels auch tarnen muss, wenn auch

aus anderen Gründen wie seine Beute.

Blind durch das Küstenpanorama.

Auf unserem Weg durch den Zoo lernen wir ausschließlich

Raubtiere kennen und natürlich auch alle Merkmale,

die sie ausmachen. Da kann man das Gebiss eines Löwen

oder Tigers hautnah erleben. Jeder darf ausprobieren,

wie hervorragend Raubtiere zum Erfassen, Töten

und Zerkleinern ihrer Beute ausgerüstet sind. Wir gehen

der Frage nach, welche Sinne und Fähigkeiten ein Raubtier

benötigt, um seinem Namen alle Ehre zu machen.

Viele Naturmaterialien wie Krallen, Zähne, Fell, Vibrissen

(Schnurrhaare) und Ähnliches zum Veranschaulichen

und Begreifen des Themas sind dabei. Besonders spannend

ist immer wieder der Augenblick, wenn wir mit den

Abschließend findet die Einteilung der Kinder in Raubtiere

und Nicht-Raubtiere statt, und es gibt einen kleinen

Preis für alle, die genau hingehört haben.

„Affen“

Das Affen-Programm erfreut sich größter Beliebtheit in

allen Altersstufen. Nach einem kurzen Kennenlernen der

Hulmans im kleinen Affenhaus führt unser Weg zielstrebig

ins Menschenaffenhaus, wo die Gruppen den größten

Teil der Zeit verbringen. Natürlich sollte das Affenhaus

niemals ohne einen Hinweis auf die Tafel mit den

Geboten und Verboten betreten werden. Speziell der

Hinweis auf Ruhe wird leider all zu oft nicht beachtet.

Auch der letzte Satz („Vorsicht, Affen werfen mit

Schmutz“) kann sich als beachtenswert herausstellen.

Wenn dann alle Schüler auf Zehenspitzen und höchstens

flüsternd das Haus betreten, steigt die Spannung. Alle

wollen ihre nächsten Verwandten näher kennen lernen.

Nach einer kleinen Einführung in die Charaktere der

Menschenaffen erwartet die Schüler etwas ganz Besonderes:

Sie dürfen selbst einmal in die Fußstapfen der

großen Verhaltensforscher treten und eigene Beobachtungen

an einem Menschenaffen ihrer Wahl machen.

Fast zu schnell vergeht die Zeit der Beobachtung im

Zoo aktuell 3 / 2007 13


Zeitschrift rund um den Tiergarten Heidelberg

Affenhaus, und die Schüler sind voller neuer Eindrücke.

Wenn sich alle wieder sammeln und die einzelnen Arten

(Orang-Utan, Schimpanse und Gorilla) näher besprochen

werden, haben die Schüler Gelegenheit, von ihren

eigenen Beobachtungen zu berichten. Da ist die Rede

von ruhigen Tüftlern im orangenen Fell, von großer Aufregung,

vielleicht sogar wilden Trommlern, die einen

erschrecken, wenn sie an die Scheibe springen, und vom

ruhigen Familienleben bei den sanften Riesen. Tief betroffen

sind die Kinder und Jugendlichen, wenn sie über

die Gefährdung aller Menschenaffen und deren Ausmaß

etwas erfahren. Hocherfreut sind sie, wenn wir ihnen von

Maßnahmen des Naturschutzes erzählen, auf die jeder

von uns achten kann, z.B. kein Tropenholz zu kaufen.

Liebe

Tiergartenfreunde Heidelberg!

Wir feiern Geburtstag, aus diesem Grunde veranstalten

wir einen Fotowettbewerb unter dem Motto:

„365 TAGE IM ZOO HEIDELBERG“

Gefragt sind Bilder, die im Laufe des Jahres im Zoo gemacht

wurden.

Die Besten werden im Rahmen einer Ausstellung veröffentlicht.

Den zehn Besten in jeder Kategorie winken

schöne Preise. Die Bewertung erfolgt in zwei Kategorien,

die Fotografien von Kindern unter zwölf Jahren werden

gesondert bewertet.

Jeder darf mit maximal drei Fotos teilnehmen. Die Bilder

sollten das Format 13x18cm bis 20x30cm haben. Es

können auch schwarz-weiß Bilder sein. Bitte keine Dias

oder Dateien. Auf der Fotorückseite sollten Name und

Anschrift stehen, und der Einsender sollte der Urheber

der Bilder sein.

Gespannt lauschen die Schüler beim Thema „Gefährdung und Schutz

der Menschenaffen“.

Sollten die Lehrerinnen und Lehrer sich dazu entscheiden,

noch einmal mit Ihrer Klasse in den Zoo zu kommen,

halten wir weitere Programme für sie bereit. Insbesondere

für die Winterzeit eignen sich die Themen „The

small five - Die Welt der Wirbellosen“ sowie „Hautnah

erlebt: Die Klassen der Wirbeltiere“. Sie finden in den

Räumen der Zooschule statt und erlauben einen genüsslichen

Zoobesuch trotz Schnee und Kälte. Zum Schluss

können wir noch ein letztes Geheimnis lüften. Wir arbeiten

bereits an weiteren spannenden Themen... (trö)

Die Rückgabe der Bilder erfolgt nur mit beigelegtem,

adressiertem und ausreichend frankiertem Rückumschlag.

Ansonsten verzichten die Einsender auf ihren

Rückgabeanspruch. Die Einsender erklären sich einverstanden,

dass die Bilder mit Nennung des Namens veröffentlich

werden dürfen.

Einsendeschluss ist der 30.05.2008

Einsendungen werden erbeten an:

Verein der Tiergartenfreunde Heidelberg

Stichwort: Fotowettbewerb

Tiergartenstr. 3

69120 Heidelberg

14 Zoo aktuell 3 / 2007


und den Verein der Tiergartenfreunde Heidelberg e.V.

In der Jury sitzen drei erfahrene Naturfotografen: Frau

von Selasinsky fotografiert selbst erfolgreich im Zoo.

Herr Pföhler bereist seit vielen Jahren das südliche Afrika

und bringt immer wieder schöne Bilder mit. Frau Grüber

unternahm viele Fotoreisen in verschiedene Länder.

Ihre Spezialitäten sind Vogelaufnahmen.

Und jetzt ran an die Kamera und immer gut Licht !

Gerhard Bartelmus und Elke Grüber

Ein weißer Elefant

als Friedenssymbol

Im Jahr 802 schickte Karl der Große eine Gesandtschaft

von Aachen ins Land von 1001 Nacht zu Harun al Raschid,

dem berühmten Kalifen von Bagdad. Die Gruppe

setzte sich aus Christen, Juden und Muslimen zusammen.

Damals war das möglich.- Es wurden wertvolle

Geschenke zwischen den Mächtigen ausgetauscht. Karl

der Große wurde mit einem weißen Elefanten beglückt.

Dieses Tier ist ein Symbol der Stärke, Intelligenz und in

weißer Ausgabe Gott ähnlich gewertet worden. Auch im

Buddhismus spielt der weiße Elefant eine große Rolle.

Das Tier absolvierte einen weiten Weg über Nordafrika

nach Tunis und von dort mit dem Schiff über das Mittelmeer.

Es erreichte sein Ziel im kalten Germanien. Dort

lebte es von seinen Elefantenpflegern wohl versorgt

noch acht Jahre!

Ach, gäbe es doch auch heute noch derartig großartige

und symbolträchtige Geschenke zwischen den Mächtigen

dieser Welt!

Einstweilen jedoch freuen wir uns über die Fortschritte

bei der Realisierung unseres Heidelberger Elefantenhauses.

Ursula Lorenz

Impressum

Vereinszeitung der Tiergartenfreunde Heidelberg e.V. in

Kooperation mit der Tiergarten Heidelberg gGmbH.

ISSN 1615-2387, Auflage 3.000 Stück je Ausgabe.

Herausgeber:

Tiergartenfreunde Heidelberg e.V.

Postfach 11 03 52, 69072 Heidelberg

Email/Verein: info@tiergartenfreunde.de

Internet/Verein: www.tiergartenfreunde.de

Zoo Heidelberg :

Email/Zoo: info@zoo-heidelberg.de

Internet/Zoo: www.zoo-heidelberg.de

Redaktion Zoo aktuell:

Leonie Kunz und Lothar Teichmann (ViSdP).

Email/Red. : zoo-aktuell@tiergartenfreunde.de

Autoren:

Gerhard Bartelmus (gb), Elke Grüber (eg)

Lisa Heimann (hei), Dr. Dietrich Lorenz (dl)

Dr. Ursula Lorenz (ul)

Sandra Reichler-Danielowski (rei)

Lothar Teichmann (lt), Pamela Tröster (trö)

Dr. Klaus Wünnemann (wün)

Druck:

SCHÜSSLER Printagentur & Verlag

Bankverbindung:

Sparkasse Heidelberg Konto 16128

Bankleitzahl 672 500 20

Die Tiergartenfreunde Heidelberg e.V. sind gemeinnützig

anerkannt. Für geleistete Zuwendungen erfolgt eine Zuwendungsbescheinigung,

sofern auf dem Einzahlungsschein/Überweisung

die Adresse angegeben wird.

Zoo aktuell 3 / 2007 15


Zeitschrift rund um den Tiergarten Heidelberg

Veränderungen

im Tierbestand 2007

Im folgenden sind die wichtigsten Veränderungen im

Tierbestand des Tiergarten Heidelberg von November

2006 bis Oktober 2007 aufgeführt.

Wichtige Geburten in 2007

0,0,12 Rote Sichler (Eudocimus ruber)

0,0,15 Waldrappen (Geronticus eremita)

0,0,4 Braune Sichler (Plegadis falcinellus)

0,0,3 Rote Flamingos (Phoenicopterus ruber)

0,0,25 Mandarinenten (Aix galericulata)

0,0,1 Brautente (Aix sponsa)

0,0,9 Gelbschnabelenten (Anas undulata)

0,0,6 Rotschulterente (Callonetta leucophrys)

0,0,13 Kolbenente (Netta rufina)

0,0,5 Mexikanischer Stelzenläufer

(Himantopus himantopus mexicanus)

0,0,10 Säbelschnäbler (Recurvirostra avosetta)

0,0,2 Inkaseeschwalben (Larosterna inca)

0,0,4 Nymphensittiche

(Nymphicus hollandicus)

0,0, Wellensittiche (Melopsittacus undulates)

1,0 Schwarzschnabelturako

(Tauraco schuettii emini)

0,0,1 Baumhopf (Phoeniculus purpureus)

0,0,3 Purpurglanzstare

(Lamprotornis purpureus)

0,0,1 Rotes Riesenkänguru (Macropus rufus)

1,0 Roloway-Meerkatze

(Cercopithecus diana roloway)

0,0,1 Hulman (Semnopithecus entellus)

1,1 Flachland-Gorilla (Gorilla gorilla gorilla)

1,0,1 Kugelgürteltier (Tolypeutes matacus)

1,2 Goldagutis (Dasyprocta leporina aguti)

0,0,144 Feldhamster (Cricetus cricetus)

0,4 Korsakfüchse (Vulpes corsac)

0,2 Waschbären (Procyon lotor)

1,1 Sumatra-Tiger (Pantera tigris sumatrae)

0,1 Mähnenrobbe (Otaria baronia)

1,2 Poitou-Esel (Equus asinus asinus)

0,1 Shetland-Ponies (Equus caballus)

1,0 Zebra (Equus burchellii antiquorum)

1,0 Großer Kudu (Tragelaphus strepsiceros)

10,10 Zwergziegen (Capra hircus)

4,1 Pandaschafe (Ovis aries)

5,6 Skudden (Ovis aries)

Im Vogelbereich sind vor allem die erfolgreichen Nachzuchten

bei den Waldrappen und Sichlern zu erwähnen,

die Jungvögel vor allem bei den Roten Sichlern sind in

anderen Zoos sehr begehrt. Die Flamingokolonie hat

sich mit drei Jungvögeln erfreulicherweise etwas vergrößert,

ebenfalls die Watvogelkolonie im Küstenpanorama

mit Stelzenläufern, Säbelschnäblern und Inkaseeschwalben.

Erstmals konnten wir in diesem Jahr einen Baumhopf

züchten.

Unter den Säugetieren haben sicher die beiden Geburten

bei den Gorillas die meiste Aufregung verursacht.

Während der im Dezember geborene Banjoko nach kleinen

Anfangsschwierigkeiten nun erfolgreich von seiner

Mutter in der Gorillagruppe großgezogen wird, musste

das im April geborene Jungtier Kiki nach einer Woche

16 Zoo aktuell 3 / 2007


und den Verein der Tiergartenfreunde Heidelberg e.V.

der Mutter weggenommen werden, da diese nicht genügend

Milch hatte (siehe auch Artikel in der letzten Zoo

Aktuell). Kiki geht es gut, sie wird gerade in einem Käfig

an die Gorillagruppe gewöhnt und kann hoffentlich bald

wieder vollständig integriert werden.

Die bei uns mittlerweile regelmäßig vorkommenden Geburten

bei den Roloway-Meerkatzen und den Kugelgürteltieren

sind europaweit gesehen immer noch selten und

etwas ganz Besonderes, auf das wir sehr stolz sind.

Auch die im Juli geborenen zwei Sumatra-Tiger bringen

Pflegern wie Besuchern wieder viel Freude und auch das

Zuchtbuch (EEP) ist über weiteren Nachwuchs des genetisch

so wertvollen Tigerkaters Sabu dankbar.

0,1 Satyr Tragopan (Tragopan satyra)

0,1 Wiedehopf (Upupa epops)

1,0 Grünarassari (Pteroglossus viridis)

0,1 Schwarzschwanzlärmvogel

(Crinifer piscator)

0,0,1 Baumhopf (Phoeniculus purpureus)

1,0 Goldgelbes Löwenäffchen

(Leontopithecus rosalia)

6,0 Totenkopfaffen

(Saimiri boliviensis boliviensis)

0,1 Hulman (Presbytis entellus)

1,0 Orang-Utan (Pongo pygmaeus abelii)

Leider nicht so erfolgreich waren die diesjährigen Geburten

bei den Mähnenrobben. Nach einer Totgeburt von

Weibchen Maike, starb leider auch das zweite Jungtier

nach einer Woche an einer Infektion.

Die Feldhamsterzuchtstation platzt mittlerweile aus allen

Nähten, in diesem Jahr gab es 144 Jungtiere zu vermelden.

Nachdem wir Anfang des Jahres 70 neue Zuchttiere

aus einer Zuchtstation in Strasbourg übernommen hatten,

kam neuer Schwung in das Projekt. Mittlerweile

mussten wir sogar einige Tiere zum Überwintern an den

Tiergarten Worms abgeben, weil unser Platz für all die

Jungtiere nicht ausreicht. Erwähnenswert ist in diesem

Jahr sicher auch die Geburt einer Kuduantilope. Erstmals

hat Mutter Claudia ihr Jungtier erfolgreich und problemlos

aufgezogen, die kleine dreiköpfige Familie springt

mittlerweile über die Afrikaanlage.

0,1 Asiatische Goldkatze

(Catopuma temminckii)

1,1 Mähnenrobben (Otaria baronia)

1,0 Schopfhirsch

(Elaphodus cephalophus michianus)

0,1 Blessbock

(Damaliscus pygargus phillipsi)

Wichtige Todesfälle

1,0 Tigerpython (Python molurus)

0,2 Rote Flamingos (Phoenicopterus ruber)

1,0 Höckerglanzgans (Sarkidiornis melanotos

melanotos)

In diesem Jahr gab es in unserem Tierbestand einige

Todesfälle, die das Zooteam sehr mitgenommen haben.

Unser alter Orang-Utan Nogger ist am 14. Februar 2007

plötzlich umgefallen und war sofort tot. Auch wenn wir

uns aufgrund seines sehr hohen Alters bereits auf seinen

baldigen Tod eingestellt hatten, traf der Verlust alle sehr.

Zoo aktuell 3 / 2007 17


Zeitschrift rund um den Tiergarten Heidelberg

Tröstlich war die Tatsache, dass er schnell und schmerzfrei

gestorben ist. Eine längere Qual wollten wir auch

unserem betagten Mähnenrobbenbullen Leonardo ersparen

und entschlossen uns daher, ihn einzuschläfern als

er an einer bakteriellen Infektion litt. Die Behandlung

wäre für ihn sehr stressvoll gewesen, ein Erfolg fraglich.

Seine Position als Chef in der Mähnenrobbengruppe

wurde schnell von Henry übernommen, der 1999 in Heidelberg

geboren wurde.

Im Vogelbereich gibt es sicher weniger Tierindividuen, zu

denen die Pfleger ein enges Verhältnis haben. Eines war

jedoch der weibliche Schwarzschwanzlärmvogel, genannt

Prinzessin. Bei der Zusammenführung mit einem

neuen Männchen kam es leider zu Aggressionen zwischen

den Vögeln und das Weibchen verstarb an den

Folgen der Verletzungen. Da diese Vogelart selten

gehalten wird, ist dieser Verlust nur sehr schwer zu ersetzen.

0,2 Brandenten (Tadorna tadorna)

vom Tierpark Chemnitz

0,1 Satyr Tragopan (Tragopan satyra)

vom Vogelpark Herborn

1,0 Kea (Nestor notabilis)

vom Tiergarten Straubing

0,1 Kurzohrrüsselspringer (Macroscelides proboscideus)

vom Zoo Leipzig

1,2 Weißbauchigel (Atelerix albiventris) von Privat

1,0 Weißgesichtsseidenäffchen

(Callithrix geoffroyi) vom Zoo Besancon

0,1 Zweizehen-Faultier (Choloepus didactylus)

von der Wilhelma Stuttgart

Hart getroffen hat uns auch der Tod der weiblichen

Goldkatze Sian, die ebenfalls von ihrem Artgenossen bei

seinem heftigen Liebesspiel verletzt wurde und an den

Folgen gestorben ist. Durch den Größenunterschied

zwischen den Geschlechtern, kommt es bei Goldkatzen

leider häufiger dazu, dass der Kater die Katze „unabsichtlich“

im Paarungsrausch tötet.

Leider haben wir auch unsere gesamte Gruppe Totenkopfäffchen

innerhalb weniger Wochen verloren. Grund

war eine parasitäre Erkrankung, die Toxoplasmose, die

für diese Affenart innerhalb kürzester Zeit tödlich und

nicht behandelbar ist.

Wichtige Zugänge in 2007

1,0 Tigerpython (Python molurus)

vom TP Aschersleben

2,0 Eiderenten (Somateria mollissima)

vom Zoo Rotterdam

3,4 Präriehunde (Cynomys ludovicianus)

von Stichting AAP

30,40 Feldhamster (Cricetus cricetus)

von Zuchtstation Strasbourg

1,0 Asiatische Goldkatze (Catopuma temminckii)

vom Zoo Singapore

0,1 Asiatische Goldkatze (Catopuma temminckii)

vom Zoo Wuppertal

0,3 Mähnenrobben (Otaria baronia)

vom Zoo Le Pal

0,1 Schopfhirsch (Elaphodus cephalophus michianus)

vom Zoo Rotterdam

18 Zoo aktuell 3 / 2007


und den Verein der Tiergartenfreunde Heidelberg e.V.

1,0 Blessbock (Damaliscus pygargus phillipsi)

vom Zoo Beauval

Da unser Kea Paar nicht sonderlich aneinander interessiert

schien, haben wir in diesem Jahr das Männchen mit

einem anderen Hahn aus dem Tiergarten Straubing ausgetauscht.

Unsere Kurzohrrüsselspringer und unsere

Schopfhirsche haben endlich eine Partnerin bekommen

und die Weibchengruppe bei den Weißgesichtsseidenäffchen

endlich ein Männchen.

Ein besonders wertvoller Zugang ist der Goldkatzen-

Kater aus dem Zoo Singapore. Er ist mit den europäischen

Tieren unverwandt und soll damit für Blutauffrischung

sorgen.

7,9 Rote Sichler (Eudocimus ruber)

an Zoo Montpellier

2,4 Höckerglanzgänse

(Sarkidiornis melanotos melanotos)

an Zoo Montpellier

1,1 Kronenkraniche (Balearica regulorum)

an Vogelpark Herborn

6,1 Rotschenkel (Tringa tetanus)

an Zoo Ohrada

1,0 Kea (Nestor notabilis)

an Tiergarten Straubing

1,1 Livingstone’s Turakos

(Tauraco corythaix livingstonii)

an Zoo Bussolengo

Aus dem Zoo in Le Pal, Frankreich, haben wir drei weibliche

Mähnenrobben übernommen, die bereits ausgebildet

sind und neuen Schwung in die Robben- Dressur

bringen.

Die ehemalige Fennekanlage wurde dank der Unterstützung

durch die Tiergartenfreunde für Präriehunde umgebaut.

Eine Gruppe bestehend aus vier Männchen und

vier Weibchen konnte im Frühsommer ihr neues Domizil

beziehen und haben sich bereits zu Publikumslieblingen

gemausert.

Auch bei den Rolowaymeerkatzen im Kleinen Affenhaus

ist mit den Weißbauchigeln eine neue Tierart als Untermieter

eingezogen. Die neue Südamerikavoliere, durch

die der Besucher hindurchgehen kann, hat in diesem

Jahr ebenfalls einen neuen Bewohner bekommen: das

Faultier Wilma ist im Juli 2007 von der Wilhelma Stuttgart

nach Heidelberg umgezogen.

Wichtige Abgaben in 2007

4,6 Waldrapp (Geronticus eremita)

an Zoo Jurques

1,0 Weißohrkatzenvogel (Ailuroedus buccoides)

an Zoo Krefeld

4,0,1 Purpurglanzstare

(Lamprotornis purpureus)

an Zoo La Fleche

1,0 Rotes Riesenkänguru (Macropus rufus)

an Zoo Dresden

Zoo aktuell 3 / 2007 19


Zeitschrift rund um den Tiergarten Heidelberg

1,0 Weißgesichtsseidenaffe

(Callithrix geoffroyi) an Zoo Santillana

1,0 Weißgesichtsseidenaffe (Callithrix

geoffroyi) an Tierpark Belz

3,0 Gürtelvaris

(Varecia variegata subcincta)

an Zoo Paris

0,1 Gürtelvaris

(Varecia variegata subcincta)

an Zoo Leeuwarden

0,0,30 Feldhamster (Cricetus cricetus)

ausgewildert

9,19 Feldhamster (Cricetus cricetus) an

Tiergarten Worms

0,1 Kugelgürteltier (Tolypeutes matacus)

an Zoo Wien

0,4 Korsakfuchs (Vulpes corsac)

an TP Kleve

1,0 Korsakfuchs (Vulpes corsac)

an Zoo Halle

0,2 Rohrkatzen (Felis chaus)

an Tierpark Aschersleben

1,1 Bengalkatzen

(Prionailurus bengalensis)

an Zoo Nesles

0,2 Sumatra-Tiger

(Panthera tigris sumatrae)

an Zoo de Doue la Fontaine

0,1 Sumatra-Tiger (Panthera tigris sumatrae)

an Zoo Jihlava

1,0 Mähnenrobbe (Otaria baronia)

an Zoo Mundomar

1,0 Schabrackentapir (Tapirus indicus) an

Zoo Twycross

2,0 Poitou-Esel (Equus asinus asinus)

an Zoo Wroclaw

0,2 Poitou-Esel (Equus asinus asinus)

an Privat

Zahlreiche Nachzuchttiere konnten in diesem Jahr an

andere Zoos abgegeben werden, so geschehen bei den

Sichlern, Waldrappen, Rotschenkeln, Glanzstaren, Kängurus,

Varis, Gürteltieren, Korsakfüchsen, Tigern, Robben

und Poitou-Eseln. Schweren Herzens haben wir

unseren männlichen Katzenvogel an den Zoo Krefeld

vorübergehend zur Zucht abgegeben. Unser Paar hat

jahrelang nicht gezüchtet, während in Krefeld ein Weibchen

lebte, dass immer wieder verzweifelt Eier gelegt

hatte, aber kein Männchen war zur Stelle um diese zu

befruchten. Erfreulicherweise hat sich diese Entscheidung

als richtig herausgestellt, denn unser Katzenvogel

ist in Krefeld bereits Vater geworden. Diese Beispiel

zeigt, dass man viele Tierarten nur erhalten kann, wenn

man eng mit anderen Zoos kooperiert und die eigenen

Wünsche auch mal zurückstellt.

Von den aus Strasbourg übernommenen Feldhamster

konnten in diesem Jahr die ersten 30 Tiere auf den Feldern

nahe Mannheim ausgewildert werden, ein erster

großer Erfolg im Hamsterschutzprojekt.

Die Bestände unserer Bengal- und Rohrkatzen haben wir

durch Abgabe einzelner Tiere etwas reduziert. Die Individuen

in den größeren Gruppen vertrugen sich zwar,

Beobachtungen durch Studenten haben jedoch gezeigt,

dass sich die Tiere aus dem Weg gehen und sich das

Gehege untereinander in mehrere kleine Reviere aufgeteilt

haben. Kleinere Gruppengrößen geben den Katzen

nun mehr Lebensqualität.

Mit der Abgabe unseres letzten Schabrackentapirs Colin

nach Twycross haben wir die nicht sehr erfolgreiche

Haltung dieser Art aufgegeben. Colin hat sein neues

Weibchen in Twycross bereits gedeckt, so dass wir sicher

sind, dass diese Entscheidung richtig war. (rei)

Die Fotos zu diesem Beitrag stammen überwiegend von

unserer Zoofotografin Rose von Selasinsky. (red)

20 Zoo aktuell 3 / 2007


und den Verein der Tiergartenfreunde Heidelberg e.V.

1,0 Blessbock (Damaliscus pygargus phillipsi)

vom Zoo Beauval

Da unser Kea Paar nicht sonderlich aneinander interessiert

schien, haben wir in diesem Jahr das Männchen mit

einem anderen Hahn aus dem Tiergarten Straubing ausgetauscht.

Unsere Kurzohrrüsselspringer und unsere

Schopfhirsche haben endlich eine Partnerin bekommen

und die Weibchengruppe bei den Weißgesichtsseidenäffchen

endlich ein Männchen.

Ein besonders wertvoller Zugang ist der Goldkatzen-

Kater aus dem Zoo Singapore. Er ist mit den europäischen

Tieren unverwandt und soll damit für Blutauffrischung

sorgen.

7,9 Rote Sichler (Eudocimus ruber)

an Zoo Montpellier

2,4 Höckerglanzgänse

(Sarkidiornis melanotos melanotos)

an Zoo Montpellier

1,1 Kronenkraniche (Balearica regulorum)

an Vogelpark Herborn

6,1 Rotschenkel (Tringa tetanus)

an Zoo Ohrada

1,0 Kea (Nestor notabilis)

an Tiergarten Straubing

1,1 Livingstone’s Turakos

(Tauraco corythaix livingstonii)

an Zoo Bussolengo

Aus dem Zoo in Le Pal, Frankreich, haben wir drei weibliche

Mähnenrobben übernommen, die bereits ausgebildet

sind und neuen Schwung in die Robben- Dressur

bringen.

Die ehemalige Fennekanlage wurde dank der Unterstützung

durch die Tiergartenfreunde für Präriehunde umgebaut.

Eine Gruppe bestehend aus vier Männchen und

vier Weibchen konnte im Frühsommer ihr neues Domizil

beziehen und haben sich bereits zu Publikumslieblingen

gemausert.

Auch bei den Rolowaymeerkatzen im Kleinen Affenhaus

ist mit den Weißbauchigeln eine neue Tierart als Untermieter

eingezogen. Die neue Südamerikavoliere, durch

die der Besucher hindurchgehen kann, hat in diesem

Jahr ebenfalls einen neuen Bewohner bekommen: das

Faultier Wilma ist im Juli 2007 von der Wilhelma Stuttgart

nach Heidelberg umgezogen.

Wichtige Abgaben in 2007

4,6 Waldrapp (Geronticus eremita)

an Zoo Jurques

1,0 Weißohrkatzenvogel (Ailuroedus buccoides)

an Zoo Krefeld

4,0,1 Purpurglanzstare

(Lamprotornis purpureus)

an Zoo La Fleche

1,0 Rotes Riesenkänguru (Macropus rufus)

an Zoo Dresden

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