Mauritius

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Mauritius

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Was macht das Besondere dieser Insel aus,

die in Deutschland für den anspruchsvollen

Urlauber immer populärer wird?

Puchtler: Mauritius hat sich im Topsegment,

aber auch ganz allgemein durchgesetzt, weil

es einen Service bietet, der in puncto Freundlichkeit

und Aufmerksamkeit schwer zu überbieten

ist. Hier sind über Jahrhunderte Menschen

aus den verschiedensten Ländern zusammengekommen

und haben eine fried liche

Koexistenz gefunden, die ziemlich einzigartig

ist. Gerade das Multikulturelle hat besonders

interessante Leute hervorgebracht. Den größten

Bevölkerungsanteil stellen Inder – und

die haben sich, zumindest auf Mauritius, mit

großer Selbstverständlichkeit dem Service in

verschiedensten Ausprägungen verschrieben.

Was ich immer wieder von unseren Gästen

höre: Es ist keine aufgesetzte, sondern eine

natürliche, eine ehrliche Freundlichkeit, die

so sehr besticht. Sie sind dankbar für den Job

und haben Spaß am Bedienen.

82 4.2010

Mauritius

Seit 13 Jahren ist Gerd Puchtler, 45, Mauritianer. Geboren in Darmstadt, entdeckte er das Paradies im

Indischen Ozean für sich, verliebte sich zuerst in die Trauminsel und bald darauf in Stefanie, so schön

und charmant wie ihre Heimat Mauritius, heiratete sie und hat inzwischen mit ihr zwei reizende Töchter.

Ganz nebenbei arbeitete er in dieser Zeit in leitender Position in verschiedenen Hotels. Seit fast drei

Jahren ist er Direktor des Belle Mare Plage Resorts, des Flaggschiffs der Constance Hotel-Gruppe.

Wenn also einer Mauritius aus touristischer Sicht kennt, dann ist es Gerd Puchtler. Wir sprachen

mit ihm über eine der schönsten und erfolgreichsten Golf-Destinationen dieser Erde.

Wie hat sich Mauritius in den vergangenen

Jahren entwickelt?

Puchtler: Schon fast beängstigend gut. Die

Gründe liegen auf der Hand. Für europäische

Besucher gibt nur zwei Stunden Zeitverschiebung.

Man benötigt keinerlei Impfungen, es

gibt kein einziges gefährliches Tier, die Kriminalität

ist minimal. Der Sicherheitsaspekt

spielt eine große Rolle, auch was das Leben

am Strand angeht. Bis auf einen kleinen Abschnitt

im Süden, wo auch die Surfer ihre

Hotspots finden, ist die gesamte Insel von

einem Saumriff umgeben. Innerhalb dessen

lassen sich so ziemlich alle Arten von Wassersport

relativ gefahrlos ausüben: vom Segeln

über Schnorcheln und Tauchen bis zum Wasserskifahren

und dem immer populärer werdenden

Kitesurfen. Tolle Hotels gibt es überall

auf der Welt, doch so liebenswertes, aufmerksames

Personal wie bei uns muss man

andernorts schon suchen. Und dann natürlich

die Küche! Auch hier sorgt Multikulti für

eine unübertreffliche Vielfalt. Im Belle Mare

Plage beispielsweise haben wir sieben Restaurants,

in denen wir die verschiedensten

Einflüsse pflegen: Von der klassischen französischen

Haute Cuisine über die indische,

die ganz spezielle kreolische bis zur chinesischen

Küche gibt eigentlich nichts, was es

nicht gibt. Und das alles mit frischen Zutaten,

die die Insel und das Meer drum herum auf

den Tisch bringen.

Der Fünf-Sterne-Bereich dominiert auf dem

Hotelsektor. Es fällt auf, dass die Anlagen

kaum herausstechen, sondern sich meist

den natürlichen Gegebenheiten der Küste

anpassen.

Puchtler: Unsere Regierung hat immer schon

penibel darauf geachtet, die Strände nicht

zu verschandeln. Die strikten Vorgaben für

Bauhöhen und die Verwendung natürlicher

Materialien müssen eingehalten werden. Ansonsten

unterstützt die Regierung natürlich


Fotos: Constance Hotels

den Fremdenverkehr, nachdem das Zuckerrohr,

früher die Haupteinnahmequelle von

Mauritius, stark an Bedeutung verloren hat

und auch die Billigproduktion für Modelabel

nicht mehr so lukrativ ist. Beinahe alle großen

Hotelketten weltweit haben inzwischen den

hohen touristischen Wert von Mauritius erkannt

und sind mit mehr oder weniger gelungenen

Anlagen vertreten. Belle Mare Plage

hat den Vorteil, Pionierarbeit betrieben zu

haben, vor allem auch in puncto Golf.

Womit wir beim Thema wären: Auf den

Nachtflügen von Air Mauritius, der staatlich

dominierten Fluglinie, scheinen zu den Hochzeiten

im europäischen Winter die Golfer

unter sich zu sein. Dieser Sport hat sicherlich

enorm zum Mauritius-Boom beigetragen.

Puchtler: Die Vision des Adolph Valet, einer

der Chairman von Constance, ist voll aufgegangen.

Vor 20 Jahren hat er auf einem ehemaligen

Jagdrevier unmittelbar hinter der

Eine atemberaubende Landschaft,

traumhafte Golfplätze und Fünf-

Sterne-Hotellerie prägen das Bild

von Mauritius – wie hier im Belle

Mare Plage Resort

Küste mit The Legend den ersten Golfplatz

gebaut. Heute in der Tat eine Golflegende.

Der zweite Platz, The Links, ließ das Belle

Mare Plage endgültig zu einem Golfdorado

werden, zumal das Bespielen der beiden

Meisterschaftskurse den Hotelgästen kostenfrei

angeboten wird. Heute sind über die

Hälfte unserer Gäste Golfspieler, vor allem in

der Zeit von Oktober bis März. Das Gros davon

wiederum kommt aus Deutschland. Das

mag auch mit der deutschsprachigen Hotelführung

zusammenhängen. Zur Steigerung

des internationalen Bekanntheitsgrades hat

auch die Austragung der Mauritius Open beigetragen.

Seit 17 Jahren treffen sich im

Dezember die PGA-Tour-Spieler auf The

Legend und The Links. Vor zwei Jahren haben

wir erstmals ein Turnier der PGA Seniors Tour

ausgerichtet, das sich auf Anhieb allergrößter

Beliebtheit unter den besten über 50-jährigen

Golfern erfreute. Insgesamt hat Mauri -

tius sieben 18-Loch-Kurse anzubieten und

Informationen:

Air Mauritius

Poststr. 2–4, 60329 Frankfurt

Tel.: 069-24001999

www.airmauritius.de

Mauritius

Tourism Office

Tel. : +230-210-1545

www.tourism-mauritius.mu

Constance

Belle Mare Plage

Hotels Constance,

Poste de Flacq, Mauritius

Tel.: 00230-402-2600

resa@bellemareplagehotel.com

www.constancehotels.com

zwei Neun-Loch-Plätze. Die Mehrzahl davon

liegt auf der Ostseite der Insel, so auch unsere

beiden, der neue Four Seasons Golf Club

Anahita, Le Touessrok Golf Course und die

neun Löcher von Saint Geran. Das bringt

Golfspielern klimatische Vorteile. Es weht

durchweg eine kühlende Brise, die gerade

im feucht-heißen mauritischen Sommer, dem

europäischen Winter, als höchst angenehm

empfunden wird.

Welche Zeit ist für Sie die schönste auf Mauri -

tius?

Puchtler: Von Ende September bis Anfang

November und von April bis Mai. Wenn man

bei uns überhaupt von Jahreszeiten sprechen

will, so ist dies der Frühling beziehungsweise

der Herbst. Diese Monate sind

regensicher, es ist warm, aber nicht heiß.

Doch wie bereits erwähnt, ist Mauritius eine

Ganzjahresdestination, die immer ihre Reize

hat. INTERVIEW: LUDWIG REMBOLD

4.2010 83

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