made in heaven - AVC Deutschland

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made in heaven - AVC Deutschland

WEIL BETROFFENHEIT ZU WENIG UND LEERE WORTE ZU VIEL SIND

N r . 4 / 2 0 0 9

Irak • Wiederholt sich Geschichte

Afghanistan • Das verkannte Land

Russland • Haarscharf am Tod vorbei

Sri Lanka • Wehe den Besiegten

3 8 . J a h r g a n g


•report

i n h a l t

E d i t o r i a l

Inhalt 2

Weil es Sinn macht 3

Tansania Unter

verschärften Bedingungen 4

Bhutan

Zwischen Riesen 5

Thailand »Die müssen

auch was schaffen« 6

Irak Wiederholt

sich Geschichte 8

Burma

Das Auge des Sturms 9

Afghanistan

Das verkannte Land10

Russland

Haarscharf am Tod vorbei12

AVC

Porträt/Impressum 13

Events15

Sri Lanka

Wehe den Besiegten 16

Liebe Leser,

auch bei scheinbar erfolgreichen Entwicklungshilfeprojekten »made on earth«

kann das Ergebnis äußerst ernüchternd sein: »Mehr Einkommen > mehr Bier

> mehr Elend«, wie es einmal ein Entwicklungshelfer im peruanischen Urwald

zusammengefasst hat. Hilfsbemühungen, die Umstände und materielle

Verhältnisse, nicht jedoch die Menschen verändern, halten oft nicht, was sie

versprechen, und können unerwünschte Folgen haben.

Deshalb legt AVC Wert auf Hilfe im »Doppelpack«. Humanitäre Hilfe begleitet

vom Angebot »made in heaven«. Denn nachhaltige Hilfe umfasst beides: eine

Erneuerung innerer Werte und als Folge davon eine positive Veränderung der

äußeren Umstände.

»Made in heaven« – das einzigartige Angebot der guten Nachricht von Jesus.

Es ist die Einladung, in eine Beziehung mit Gott zu kommen, deren Kern Liebe

ist. Dieses Angebot »designed by Gott«, kann bedenkenlos angenommen

werden. Es hält jeder Prüfung stand, ist kulturunabhängig und frei von unliebsamen

Nebenwirkungen. Und – was in von Armut gezeichneten Ländern nicht

unwesentlich ist – es ist kostenlos.

Unsere Erfahrung ist, dass innere Veränderungen ein neues soziales Verhalten

mit sich bringen und dadurch ganze Familien, Dorfgemeinschaften und

Gesellschaftsschichten positiv und nachhaltig verändert werden.

Lassen Sie sich durch die Berichte in dieser Ausgabe des AVC-reports inspirieren

und begeistern.

»made in heaven«

Andreas Rossel


A V C – G E G E N W A R T U N D Z U K U N F T


Ein Urlaubsort in Österreich. Es ist mitten in der

Nacht, als er meint, Gott habe zu ihm gesprochen:

»Geh in den Wald und sing ein Lied von meiner Liebe.«

Ein sonderbares Ansinnen. War das wirklich Gott

Der Opernsänger wälzt sich unschlüssig

auf seinem Bett. Endlich

beschließt er, loszugehen. Er singt

das Lied – allein, mitten in der Nacht

auf einer Waldlichtung. Es mutet grotesk

an und scheint wenig Sinn zu

machen.

Ein Jahr später besucht er einen Gottesdienst

in demselben Ort. Dort hört

er den Bericht eines Mannes, der an

einen Punkt gekommen war, an dem

er keinen Ausweg mehr sah und sich

das Leben nehmen wollte. Er sei

in den Wald gegangen, habe einen

Strick um seinen Hals und einen kräftigen

Ast geknüpft ... Doch plötzlich,

genau in diesem Moment, habe er

einen Engel mit gewaltiger und wunderschöner

Stimme von der Liebe

Gottes singen hören. Überwältigt und

tränenüberströmt habe er den Strick

vom Hals gelöst und sein Leben Gott

anvertraut.

Unnötig zu sagen, dass der Sänger

inzwischen den Grund für seinen

ungewöhnlichen »Auftritt« begriffen

hat. Der nächtliche Impuls war seltsam

– aber hat Sinn gemacht.

Er kam nie an

Fatimas*Lebensgeschichte ist voller

Tragik. Ihr Schwager bekleidete eine

hochrangige Stellung in Irak. Als er

sich weigerte, mit einem Selbstmordattentat

seinen Vorgesetzten zu töten,

wurde er selbst erschossen. Auch

Fatimas Mann wurde bedroht. Er

fasste den Entschluss, aus dem Irak

zu fliehen und schickte seine Familie

voraus, weil er noch dringende Angelegenheiten

regeln wollte. Nach zwei

Tagen würde er nachkommen. Doch

er kam nie. Auch er wurde ermordet

– zusammen mit den Eltern.

Mittel- und hoffnungslos fristete Fatima

mit vier Kindern in Amman, Jordanien,

ihr Leben. Unser Partner vor

Ort unterstützte sie mit Lebensmitteln

und Kleidung, bezahlte die

Schulkosten für die Kinder, die

aus Geldmangel vier Jahre keine

Schule besuchen konnten, und

finanzierte Fatima eine Ausbildung.

Anschließend vermittelte er ihr einen

Arbeitsplatz.

Heute fällt diese Familie durch ihre

Fröhlichkeit, Aufgeschlossenheit und

Höflichkeit auf. Zwei der Kinder haben

inzwischen den christlichen Glauben

angenommen und sich taufen lassen.

Die praktisch erfahrene Liebe ihrer

Helfer hat überzeugt.

Gelebte Nächstenliebe – stärker kann

die gute Nachricht von Jesus kaum

vermittelt werden.

Was wäre, wenn ...

Die Medien überfluten uns mit Negativschlagzeilen:

Krieg, Katastrophen,

Leid, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit

Einzelner und ganzer Völker. Wir

sind gefährdet, uns daran zu gewöhnen

und abzustumpfen. Die beiden

kurzen Berichte wollen ein Bewusstsein

wecken: Jeder kann dazu beitragen,

Notleidenden Hoffnung zu bringen,

Jesus bekannt zu machen – und

damit Leben zu retten.

Was wäre, wenn sich der Sänger geweigert

hätte, dem höchst sonderbaren

nächtlichen Impuls nachzugehen

Was wäre, wenn unser Partner

in Amman seine Zeit und sein Geld

lieber in anderes investiert oder für

sich behalten hätte Der verzweifelte

Österreicher hätte sich erhängt. Und

die irakische Familie – falls nicht verhungert

– wäre noch immer im Sumpf

von Trost- und Hoffnungslosigkeit. Es

macht Sinn, Gottes Liebe, die wir in

der Bibel durch Jesus illustriert sehen,

weiterzugeben. Durch sie finden

Menschen Inhalt und Ziel für ihr

Leben. Aus diesem Grund wird AVC

auch weiterhin diese gute Nachricht

zu den Menschen bringen – in Wort

und Tat.

Pawel Sturz

*Name aus Sicherheitsgründen

geändert


•report t a n s a n i a

Noch 20 km bis zum Ziel.

Mit dem neuen

Geländewagen und

einem Anhänger voller

Lebensmittel und

Baumaterialien fahren

sie über ein Hochplateau

im Massailand. Bis hierher

ist alles gut gegangen.

Alle drei Monate müssen Lebensmittel

für das Team und die Schulkinder

eingekauft werden. Ausnahmsweise

sind wir diesmal als nahezu komplette

Familie unterwegs: Markus,

Christina und Mama Deborah (Regina),

die wir erfolgreich vom Büro loseisen

konnten.

Die Nacht ist plötzlich hereingebrochen,

und wir freuen uns über das

starke Licht des Geländewagens, das

solche Buschfahrten angenehmer

macht. Es liegen nur noch wenige

kritische Passagen vor uns. Die erste

macht einen unproblematischen

Eindruck. Also gibt Markus Gas

und – wir stecken fest, wenige Meter

von festem Boden entfernt. Optische

Täuschung: Die Sonne hat die Oberfläche

ausgetrocknet, der Schlamm

darunter ist jedoch noch weich.

»Befreiungsversuche«

So bleibt nichts anderes als: Hinein in

den Dreck, Anhänger abhängen und

versuchen, mit Allradantrieb rauszukommen.

Doch es geht nicht. Der

Wagen ist zu tief eingesunken, alle

Versuche scheitern. Also alles aus

dem Auto ausladen und einen neuen

Versuch starten. Es klappt. Wir finden

einen recht holperigen Weg um

die Problemstelle herum. Der Rest ist

Routine: Per Winde wird der Anhänger

rausgezogen, wieder angehängt,

das Auto beladen und weiter geht´s,

dem letzten schlechten Stück entgegen.

Schmutzig und müde erreichen

wir recht spät unser Ziel. Dennoch

sind wir Gott dankbar, denn es hätte

auch anders ausgehen können, vor

allem weil gerade viele Löwen unterwegs

sind, für die wir ein »gefundenes

Fressen« hätten werden können.

Todesurteil: Dürre

Am nächsten Tag gibt es vieles anzupacken.

Der Mais unserer letzten

Ernte ist nahezu aufgebraucht, viele

Menschen hungern. Eine Frau erzählt,

dass ihre Kinder den ganzen Tag in der

Hütte liegen und schlafen. Sie sind zu

schwach zum Aufstehen. Die Trockenheit,

die in manchen Gebieten nahezu

die ganze Ernte zerstörte, wird in diesem

Jahr wohl vielen Menschen das

Leben kosten. Auch die Ernte auf unseren

Feldern beginnt schon zu verdorren.

Es braucht dringend Regen,

aber die Zeit dafür ist schon vorbei.

Erst Versöhnung, dann Regen

»Dürre« macht sich auch innerhalb

unseres Teams bemerkbar. Die Stammes-

und Bildungsunterschiede sind

groß und verursachen Spannungen

In solchen Situationen tun sich unsere

Massai-Christen besonders hervor,

die zum Teil erst kurz auf dem

Weg mit Jesus sind, aber entschieden

Kurs halten. Im gemeinsamen Gespräch

sprechen sie offen an, was sie

nicht gut finden. Es kommt zur Aussprache

und Aussöhnung. Am nächsten

Tag fängt es an zu regnen!

Knapp an einer Katastrophe vorbei

Während Regina sich mit den Frauen

trifft und Christina sich in der Schule

einbringen kann, mache ich mich

mit Markus und unserem Pastor auf

den Weg, um weitere wichtige Dinge

zu besorgen. Wir fahren durch ein

Dorf. Plötzlich entsteht ein Geräusch,

als ob eine Rakete starten würde. Es

ist unser Anhänger. Die Aufhängung

ist abgebrochen, und mit hoher Geschwindigkeit

rast er knapp an einer

Gruppe Menschen vorbei auf eine

Hütte zu. Nur zwei Meter davon entfernt

bleibt er stecken.

Unter Kontrolle

Die Preise für Mais und Bohnen haben

sich nahezu verdreifacht, und der

größte Teil unseres Budgets muss für

Lebensmittel aufgewendet werden.

So bleibt wenig Geld für andere wichtige

Anliegen übrig.

Doch in allen Problemen und Anforderungen

erfahren wir immer wieder,

dass Gott hilft: In einer nahegelegenen

Handwerkerschule wird unser

Anhänger repariert. Ein Benefizkonzert

in Deutschland bringt 1200 Euro

ein, wovon die Schulbücher für die

5. Klasse bezahlt werden können.

Und eine große Firma spendet Gelder

für die Schule.

Wir freuen uns, den Ärmsten und den

Unbeachteten helfen zu können. Eine

Nebenwirkung unserer praktisch

gelebten Liebe ist, dass inzwischen

weitere neue christliche Gemeinden

entstanden sind.

Werner & Team


h u t a n


Z w i s c h e n

Sauber, kühl, gute Luft, menschenleer, keine

Ampeln, keine Staus – bezaubernd, traditionell.

Bhutan ist ein buddhistisches Königreich, eingeklemmt

zwischen den Hügeln des Himalaya und

den zwei asiatischen Riesen Indien und China.

Das Land ist klein, ungefähr so

groß wie die Schweiz, hat jedoch

nur 700 000 Einwohner. Neben den

75% Buddhisten und 25% Hinduisten

fallen die wenigen Christen

prozentual (noch) nicht ins Gewicht.

Auch sie stehen gewissermaßen

zwischen Riesen – zwei Weltreligionen.

Kirchengebäude gibt es keine,

die Christen treffen sich in Hausgemeinden.

Zwar hat der Regierungschef

hoch und heilig versichert, dass

in Bhutan Religionsfreiheit herrsche,

aber die Christen haben dies nur mit

großem Misstrauen zur Kenntnis

genommen – und bewegen sich weiterhin

im Untergrund.

Lehren und Lernen mit Spaß

Der Mitarbeiter von AVC genießt seinen

Einsatz in Bhutan. Nicht nur wegen

der erwähnten paradiesischen

Vorzüge, die im krassen Gegensatz

zu den benachbarten Ländern Nepal,

Indien, Bangladesh, Burma und

auch Thailand stehen, wo K. mit seiner

Familie wohnt. Es begeistert ihn,

von dort aus in den angrenzenden

Ländern Erwachsenenbildungskurse

für kirchliche Mitarbeiter durchzuführen.

Er ist ein exzellenter Lehrer, und

es bereitet ihm viel Freude, sich mit

seinen lernbegierigen Schülern auszutauschen.

So ist es auch diesmal

beim Workshop für zwanzig Teilnehmer;

die Hälfte von ihnen sind einheimische

Gemeindegründer, der Rest

Leiter von Hausgemeinden. Während

zweier Tage wird rege diskutiert, gelacht,

geübt, zugehört und mitgestaltet.

Die meisten Themen werden in

Kleingruppen erarbeitet, denn nur so

verwandelt sich der Zuhörer zum aktiven

Teilnehmer. Ein Schlüsselwort

des Workshops über die Gründung

von Hausgemeinden war »LIEBE«,

ein Begriff, der sowohl im Buddhismus

wie auch im Hinduismus schlicht

nicht vorkommt. Im Gegensatz zu den

zermürbend endlosen Ritualen und

Auflagen dieser beiden Religionen

wird der christliche Glaube in einer

Beziehung zu Gott gelebt, und Liebe

bildet den Kern. Das hat selbstverständlich

starke Auswirkungen auf

sämtliche zwischenmenschlichen Beziehungen.

Für alle viel zu schnell

ging der Workshop zu Ende.

Bevor K. sich auf den Weg zum einzigen

Flughafen des Landes macht,

um dort in eines der genau zwei

Flugzeuge der staatlichen Fluggesellschaft

Drukair zu steigen, erzählen

ihm die Christen noch von Man

Bahadur Ghally.

Geheilt von Geisteskrankheit

Man Bahadur Ghally lebt im Süden

von Bhutan. Er ist 39 Jahre alt und

arbeitete zehn Jahre im Gesundheitswesen.

Während dieser Zeit wurde er

psychisch krank. Er suchte Hilfe. Doch

führten weder die Vielfalt hinduistischer

Opfer, noch die Krankenhausaufenthalte

in Kalkutta und Velore

(Indien) zu einer Besserung. Er verlor

seine Arbeitsstelle und musste rund

um die Uhr von seinem Vater betreut

werden, denn er war suizidgefährdet.

Im Oktober 2008 kam eine Christin mit

Bahadurs Vater ins Gespräch. Dieser

erzählte ihr von der Krankheit seines

Sohnes und dass er alle Hoffnung auf

Heilung verloren habe. Darauf fastete

und betete die kleine christliche Gemeinde

zwei Monate regelmäßig um

Heilung. Das Unglaubliche geschah:

Nach zwei Monaten wurde Bahadur

völlig geheilt aus der Anstalt entlassen

und besuchte von da an regelmäßig

die Gemeinde.

Kleine Wunder Gottes im kleinen

Bhutan mit der noch kleineren Anzahl

von Christen, eingeklemmt zwischen

Riesen. Es gäbe noch mehr darüber

zu berichten, wie sich Gott besonders

auch in den Ländern dieser Region

durch liebevolle Handlungen zu erkennen

gibt.

K. jedenfalls hebt mit einem neuen

Motivationsschub ab, dem Himalaygebirge

entlang nach Nepal, wo weitere

Seminare anstehen. AH/AR


•report T h a i l a n d

Kinderheime, in denen die Sprösslinge mit Essen und Bildung gefüttert werden,

sind gut. Kinderheime, in denen sie auch noch lernen, die Ärmel hochzukrempeln,

um lebenstauglich zu werden, sind besser.

Fliegende

Empfangsdame

aus

Nusschalen

Auf Kreativität

wird Wert

gelegt

In Eigeninitiative hat R. Projekte für

Kinder in Thailand realisiert, die

heute von AVC unterstützt werden

und seine Philosophie handfest mitberücksichtigen:

»Die müssen auch

was schaffen!«

Auf der Tourismusroute in die Berge

im Norden Thailands stechen seltsam

vertraute Plakate ins Auge: »Boncafé

HOT COFFEE«. Was soll das Kilometer

später findet sich des Rätsels

Lösung in Form eines Gebäudes am

Straßenrand. Das Schild über der Tür

besagt: »HOT COFFEE − Food & Cold

Drinks, Bed & Breakfast«.

Kinder hausen mit ihren Eltern, dem

Onkel und der Tante in einer abgelegenen

Siedlung. Die Frau des Onkels

stirbt. Dieser verdächtigt seinen

Bruder, mit ihr ein Verhältnis gehabt

zu haben, und durchsiebt ihn und

dann sich selbst mit einer Schrotflinte.

Er selbst stirbt, der Vater der

Kinder überlebt schwerstbehindert.

Monatelang muss er von ihrer Mutter

im Krankenhaus gepflegt werden;

der Reisanbau bleibt auf der Strecke,

Hunger droht – und die Verwahrlosung

der Kinder. Deshalb sind die

Kinder im Internat und werden von

AVC unterstützt.

Verpflichtungen, am Webrahmen, im

Café und/oder in der angegliederten

Schmiede.

Ein Auskommen finden Weben lernen

Kinderheim mit Touristen-Resort

Das Kinderheim samt Café mit Unterkünften

und weiteren Angeboten

für Touristen ist idyllisch gelegen. Die

Kinder sind Waisen oder solche aus

dramatischen Familienverhältnissen.

Die meisten haben bereits eine leidvolle

Vergangenheit hinter sich.

Um ein Beispiel zu nennen: Zwei

Die Idee hinter dem Projekt ist, die

Kinder nicht nur mit Essen und Bildung

zu versorgen, sondern ihnen

christliche Werte mitzugeben und sie

lebenstauglich zu machen. Gelegenheit

zum Lernen und zwischendurch

auch zum praktischen Anpacken

(»Schaffen«) haben sie im großen

Gemüsegarten, bei den täglichen

Im Leben stehen ist lernbar

Handwerk Die eigene Zukunft schmieden

Aufgestellt,

fröhlich,

geborgen:

ein Teil der

Kinder des

Waisenhauses

Selbstversorgung Kollektive Gartenarbeit


i n i t i a t i v e n f ü r k i n d e r


Beitrag zur

Selbstversorgung

Bambusfactory

im Aufbau

Kinderheim mit Bambus-Factory

Nach buchstäblich erschütternd rauen

Straßen gelangt der Reisende auf

eine Hügelkuppe ins Dorf Mae Hae

des Karen-Stammes. Am Dorfrand

liegt ein Kinderheim, das dem Nachwuchs

des Karen-Stammes aus weit

zerstreuten Siedlungen den Schulbesuch

ermöglicht. Die Kinder erhalten

das ABC und christliche Werte sozusagen

im Multipack – das eine in der

Dorfschule, das andere im Kinderheim

– und damit eine echte Chance

zum Leben.

Hinter diesem Kinderheim steht ein

auf Langfristigkeit ausgerichtetes

Konzept: Durch die Prägung der Kinder

sollen zukünftige Generationen

geformt werden, die – von der Wurzel

her verändert – sich nach lebensfördernden

Werten

richten. Als Ausbildungs-

und Erwerbsmöglichkeit

und als Beitrag

zur Selbstversorgung ist eine »Bambus-Factory«

am Entstehen, in der

einfache Bambusprodukte für den

Wohnbereich hergestellt und vermarktet

werden.

Das Ziel ist noch nicht erreicht; noch

sind beide Projekte auf finanzielle

Unterstützung aus wohlhabenderen

Gegenden auf dem Globus angewiesen.

Die Kinder sind dankbar, wenn

auch Sie sich beteiligen.

Weitere Initiativen unter den

Seezigeunern im Süden Thailands

AVC unterstützt im Süden Thailands

weitere, von R. initiierte und betreute

Projekte: Kindergärten unter den

Seezigeunern. Für ihn steht auch hier

die langfristige Investition in die junge

Generation im Vordergrund: »Kinder

sind offen für die Prägung mit christlichen

Werten. Mit diesen und den

damit verbundenen Verhaltensänderungen

in moralischer und geistlicher

Hinsicht können sie später ihrerseits

ihr Volk erreichen. In der Bildung von

Verstand und Herz besteht für die

Seezigeuner die einzige Chance, den

Teufelskreis von Armut und Verwahrlosung

zu durchbrechen.«

Andreas Rossel

Die in der westlichen Welt weitverbreitete

Vorstellung der »glücklichen Wilden«

ist auch im Land des Lächelns

eine Illusion. Alkoholmissbrauch und

Unmoral mit all den zwangsläufigen

Folgen wie Vernachlässigung der Familien,

Aids etc. sind auch in den nördlichen

Stämmen Thailands zu einem

riesigen Problem geworden.

Nichts für Mädchen Baupläne faszinieren

Thai-ABC büffeln Heimkinder in Dorfschule

KURZPORTRÄT DES INITIANTEN R.

R. ist Weltenbummler aus Deutschland,

Techniker und Geschäftsmann, Ehemann

einer Thailänderin und Vater zweier Kinder,

wohnt im Norden Thailands und ist Mitarbeiter

von AVC Schweiz.

Vor 22 Jahren nach Thailand ausgewandert,

hat er eine Handelsfirma in Bangkok aufgebaut,

mit dem Ziel, Projekte zum Wohl von

Menschen in der Dritten Welt zu ermöglichen.

Neben den zwei Kinderheimen im

Norden Thailands und weiteren Projekten

für Kinder unter den Seezigeunern, hat R.

eine historische Erfindung von Montgolfier

aus dem 18. Jahrhundert speziell für den

Einsatz in Entwicklungsländern optimiert:

Pumpen, die ohne Fremdenergie Wasser

bis in Höhen von 200 Metern befördern

können.

Die Philosophie: So wie seine Pumpen ohne

Fremdenergie funktionieren, sollen auch

die Hilfsprojekte für Kinder am Rand der

Gesellschaft mit der Zeit möglichst selbsttragend

geführt werden können.


•report i r a k

wiederholt sich Geschichte

Trauer ins Gesicht geschrieben Ihr Ehemann wurde ermordet

»Die Geschichte lehrt,

dass der Mensch nichts

aus der Geschichte

lernt.« Die aktuelle

dramatische Situation

in der Stadt Mosul im

Irak erinnert an ihre

Vorgängerin vor über

2500 Jahren: Ninive.

Dankbar Lebensmittel, Kleider, Decken und Medikamente für bisher 1000 Familien

Der Wertezerfall in der Stadt der Antike

schrie zum Himmel. Und trotzdem:

Die Bibel berichtet, dass Jona

Umkehr predigte. Die Bevölkerung

ging darauf ein und wurde vor der sich

anbahnenden Katastrophe gerettet.

Heute steht dort die Stadt Mosul. Seit

Jahren hören wir von erschütternden

Grausamkeiten im Irak, besonders in

der Ninive-Ebene. Christen werden

gezielt verfolgt, vertrieben, ermordet.

Hunderte haben ihr Leben verloren,

Tausende sind geflohen, und die

Zurückgebliebenen trauen sich aus

Angst entweder gar nicht, oder dann

nur vermummt und bei Dunkelheit

auf die Straße.

Unglaubliche Veränderungen

Ist Rettung möglich Menschlich gesehen,

kaum. Doch wir empfinden,

dass Gott am Werk ist: So wurde unser

Antrag auf Nothilfe vom Auswärtigen

Amt in Berlin bewilligt. Die ersten

Aktionen von AVC haben Anfang

April begonnen. Trotz gefährlichster

Umstände ist bisher alles reibungslos

verlaufen. Mehr als 1000 Familien

haben schon dankbar Lebensmittel,

Kleider, Decken und Medikamente

entgegengenommen. Neue Hoffnung

breitet sich aus; das Netz tödlicher

Trauer scheint zerrissen zu sein. Doch

Gottes Hilfe greift tiefer – es geht um

Heilung von erlittenen Traumata. Es

ist berührend mitzuerleben, wie Opfer

des Terrors durch die Arbeit, den

Zuspruch, die Zuneigung und die

Ratschläge unserer Helfer neu belebt

werden. Witwen und Angehörige

ermordeter Christen berichten uns,

wie sich ihr Leben in nur einem Monat

verändert hat. Über Jahre hatten

sie schwarze Trauerkleidung getragen,

tagelang nur geschwiegen, sich

nachts die Augen fast ausgeweint –

und jetzt haben viele wieder Mut zum

Leben, können lachen und nehmen

an Feiern ihrer Freunde teil.

Die Schilderungen sind kaum zu

glauben, sind mir jedoch bei meinem

Besuch wiederholt bestätigt worden.

Tiefere Dimensionen

Unser Hilfsprogramm gewinnt zunehmend

eine neue Dimension. Die

praktische Versorgung mit Artikeln

des täglichen Lebens mündet in eine

seelische und geistliche Erneuerung.

Berufliche Trainingsprogramme für

eine nachhaltige Förderung von Vertriebenen

sind im Gespräch.

Ein auffälliger Kontrast wird sichtbar:

zwischen Menschen, die ohne geistliche

Basis andere vertreiben, erpressen,

kidnappen, morden, und solchen,

die von Gott berührt sind, ermutigen,

trösten, beschenken und Beiträge zur

Rettung leisten.

Wiederholung der Geschichte

Der König und die Bewohner von Ninive

kehrten um zu Gott – und wurden

gerettet. So weit sind viele in Mosul

noch nicht. Wir beten jedoch um eine

Wiederholung der Geschichte: um ein

Erkennen von Schuld, um Umkehr,

um Trost und neuen Mut zum Leben.

Dann wird sich Trauer breitflächig

und nachhaltig in Segen verwandeln.

Volker Baumann

Wieder Mut zum Leben und zur Farbe

nach Jahren in Schwarz


O IST GOTT

Das Auge des Sturms

»Wo ist Gott in dem allem« Die Frage liegt angesichts

der 140 000 Toten und des katastrophalen

Elends der überlebenden Opfer des Sturmes

Nargis auf der Hand. In den intakten vier Wänden

über diese Frage zu philosophieren, ist

müßig. Lassen wir Betroffene zu Wort kommen.

»In den letzten zehn Jahren haben wir insgesamt 300 Leute getauft, in den ersten

Monaten nach Nargis allein 90«, sagt M., ein Pastor. Er hat durch den Sturm

alles, außer seiner Familie, verloren. Die Kirche, mit Plastikplanen behelfsmäßig

zusammengeflickt, ist multifunktional geworden und dient heute wie viele

andere als Hilfszentrum. Leute kommen, sind beeindruckt von der Hilfsbereitschaft

der Christen und finden den Weg zu Gott. Könnte Gott hier sein

Die Katastrophe hat viel verändert: »Ich bete heute mehr als früher. Die Gemeindeglieder

sind Gott näher. Vorher ging es ihnen materiell relativ gut – jetzt

sind sie am Lernen, für alles Gott zu vertrauen.« Trotz eigenem Schicksal haben

der Pastor und seine Gemeindeglieder ein großes Herz für andere: »Mir

macht zu schaffen, dass wir in unserer Notunterkunft keinen Raum haben, um

Gäste aufzunehmen.« Ist Gott vielleicht hier

Hingabe und Humor

N. fällt auf durch Tatendrang und Humor. Selbst bei der Katastrophe um sein

Haus gebracht, wohnt er heute mit Frau und acht Pflegekindern eingepfercht

in einem jämmerlichen Wohnsilo. Sein Job: Freischaffender Koordinator von

Hilfsaktionen, Hilfsgüterschmuggler, Betreuer einiger Hauskirchen, um nur

einige Beispiele seiner Multifunktionalität zu nennen. »Schon drei Mal musste

ich einen amtlichen Fetzen Papier unterschreiben, auf dem zwei Jahre Gefängnis

angedroht werden, sollte ich Christen in einem Haus versammeln«,

berichtet er. Und trotz dieser Aussichten auf eine Art Vorhof der Hölle folgt

der nächste humorgewürzte Ausspruch – und das nächste Event. Könnte das

damit zu tun haben, dass Gott hier ist

Rückkehr ins Elend

S., der versierte burmesische Krankenpfleger, hatte sich in Thailand eingerichtet,

genoss die Freiheit und die Aussicht auf Studien in Übersee und seine

berufliche Zukunft bei der UNO. »Ich hatte jedoch zunehmend das Gefühl,

dass Gott mir anhand des Beispiels von Mose etwas sagen wollte: Dieser verließ

das sichere Zuhause am Hof des Pharao, um sein Volk zu befreien. Mir

wurde klar: Ich muss zurück nach Burma.« Und er ging. Seither bildet er auf

einfachem Niveau medizinisches Personal aus. Inzwischen sind auf seine Initiative

hin über ganz Burma zerstreut 52 Gesundheitszentren aufgebaut worden,

22 davon im Katastrophengebiet. Ist Gott da

Waisenhaus

Zwei Flugstunden weiter nördlich: Über 80 Kinder, elternlos und aus verwahrlostem

Hintergrund, strahlen schüchtern in die Kamera. Liebevoll betreut von

einer Familie des Kachin-Stamms und von einigen Mitarbeitern, erhalten sie

eine wertvolle Grundlage für eine hoffnungsvolle Zukunft. Das Waisenhaus

ist auf Initiative von Yun und seiner Frau entstanden, chinesische Christen, die

selbst infolge des Regierungsterrors gegen die Christen unglaublich viel gelitten

haben. Ist Gott hier – sozusagen das Auge im Sturm

Es ist für uns als AVC ein Privileg, mit Ihrer Hilfe Menschen unterstützen zu

dürfen, die zum Ausdruck bringen, dass Gott da ist – mitten im Sturm. Durch

die Finanzierung von Aufbauprojekten im Katastrophengebiet des Südens.

Und durch Kinderpatenschaften inmitten eines von Armut gezeichneten Umfelds

im Norden. N.O.

Chance fürs Leben

Ein Platz im Waisenhauses

b u r m a

Kirche nach dem Sturm Hilfebedürftiges Hilfszentrum

Mit Herz und Humor Pastor und Krisenmanager

Christsein live 52 Gesundheitszentren aufgebaut


10

•report A f g h a n i s t a n

Attentate, Terror der Taliban, militärisches US-Engagement,

extensiver Drogenanbau. Doch das Land am

Hindukusch lässt sich nicht durch die paar sattsam bekannten

Schlagworte charakterisieren. D.U. hat es besucht

und ganz andere Facetten von Afghanistan entdeckt.

Endlich – der Jet setzt auf afghanischem

Territorium auf. Viele haben

mir abgeraten, dieses unbekannte

und gefährliche Land zu besuchen.

Berichten die Medien doch ständig

von Terror, Bomben und Morden. Zugegeben

– ich betrete Afghanistan,

ein Land mit einer sagenhaften Geschichte,

bedrückenden Besetzungen

und vielem Leid, mit gemischten

Gefühlen. Unser Begleiter scheint

hier sehr gut bekannt zu sein. Der

Sicherheitschef am Flughafen führt

uns jedenfalls sogleich in sein Büro;

ein kleiner, düsterer Raum. Ein wenig

irritiert und unsicher folge ich. Jemand

bietet uns Tee an – eine Geste

mit beruhigender Wirkung auf mich.

Man diskutiert kurz die momentane

Situation in Afghanistan, und wenige

Minuten später stehen wir vor dem

Flughafengebäude.

Armut Abfallverwertung

Gute Gefühle …

Nach einigen Tagen erwacht in mir ein

Bewusstsein, dass Afghanistan ganz

anders ist, als ich mir bisher vorgestellt

habe. Mehr noch: Ich beginne,

mich sogar wohlzufühlen. Eigenartig!

Aber es scheint, man muss hier gewesen

sein, um wirklich einen Begriff

von diesem Land zu bekommen.

… solange man den Landweg

vermeidet

Wir verbringen einen Tag in der Hauptstadt

und fliegen dann in den Westen

Afghanistans. Auf dem Landweg ist

es unmöglich, dorthin zu gelangen.

Fahrzeuge werden aufgehalten, Reisende

ausgeraubt und Ausländer gekidnappt

oder gleich für ewig »kaltgestellt«.

Die Taliban beherrschen

diesen Landesteil und regieren skrupellos.

Es ist äußerst ratsam, ihnen

aus dem Weg zu gehen. Während wir

uns in manchen Städten frei bewegen

können – die Frauen allerdings verschleiert

oder unter der Burka – wären

Spaziergänge im bizarren Berggebiet

äußerst waghalsig.

Wasser- und Landwirtschaftsprojekte

Wir gelangen in die Stadt Q., westlich

von Kabul. Dort besichtigen wir einige

Wasser- (Brunnen) und Landwirtschaftsprojekte.

Es erstaunt, mit welcher

Freude wir dort aufgenommen

werden. Für die Bewohner ist das

Leben sehr trist. Sie fristen ihr eintöniges

Dasein in einfachen Lehmhäusern.

Das Trinkwasser ist für unsere

Begriffe ungenießbar, verursacht

Krankheiten. Ihre Freude ist groß,

wenn dann aus einem neu erbauten

Brunnen sauberes Wasser fließt. Wir

freuen uns mit. Die Investition lohnt

sich.


A f g h a n i s t a n

11

den, für das Überleben ihrer Mutter

Blut zu spenden, ließ ihr Mann ausrichten,

dass sie seine Frau sterben

lassen sollten. Sie brächte ohnehin

nur »Schande« über die Familie. Die

Frau überlebte. Und darüber hinaus

bekennen sich bereits drei ihrer Kinder

zum christlichen Glauben – und

selbst ihr Ehemann besucht schon

gelegentlich die Gottesdienste.

Wasserprojekt Teamwork

Hoffnung

Hier und dort bilden sich in diesem

großen, »unbekannten« Land zaghaft

weitere kleine Gruppen von Menschen,

die sich für Jesus entschieden

haben und das Land durch seine Hilfe

verändern werden. Diese »Gemeindepflänzchen«

sind noch klein, aber

letztlich die einzige Hoffnung angesichts

der politisch verfahrenen Situation

im Land, in dem nur Gott wirkliche

Erneuerung einleiten kann.

Landwirtschaftsprojekt Aus Braun wird Grün

Hinterhof-Gemeinde

Am Freitag – in Afghanistan der »Sonntag«

– besuchen wir eine Gemeinde.

Ohne Glockenturm oder große Portale;

nein, eine kleine Hausgemeinde,

verborgen vor der Öffentlichkeit. Es

sprüht uns jedoch eine Freude und

Dankbarkeit entgegen, die so manchen

Gemeinden im Westen abgeht.

Einige der Anwesenden führen zu

Hause ein erdrückendes Leben. Eine

der Frauen – das erfahren wir erst viel

später – wurde viele Jahre von ihrem

Mann und ihren Kindern drangsaliert.

Der Grund: Sie hat den christlichen

Glauben angenommen.

Der familiäre Terror brachte sie so

weit, dass sie sich das Leben nehmen

wollte. Sie bat Gott um Verzeihung

und stürzte sich in einen siebzehn

Meter tiefen Brunnenschacht (!). Sie

überlebte schwer verletzt und wurde

von Nachbarn ins Krankenhaus gebracht.

Als die Söhne gebeten wur-

Zehn Tage später verlasse ich das

Land wieder. Einerseits bin ich traurig,

wenn ich an die vielen irregeführten,

verzweifelten und resignierten Menschen

denke – und andererseits

Dorfidylle

dankbar, dass sich in diesem Land

etwas bewegt. Noch gibt es dort viele,

die noch nie etwas von dem Gott gehört

haben, der fähig ist, verworrene

Situationen zu verändern und Trostlosigkeit

in Hoffnung zu verwandeln.

Aber wie in vielen moslemischen

Ländern ist Gott auch hier am Werk.

D. U.

das verkannte Land

Wasser

aus einem neu

erbauten Brunnen


12

•report

R U S S L A N D

Haarscharf

Tod

am

vorbei

Er wurde auf die

Sterbestation verlegt,

denn keiner der Ärzte

hätte auf sein Überleben

auch nur einen Cent verwettet.

Seine Lebensgeschichte

stand im letzten

AVC-report – und beinahe

wäre es in dieser

Ausgabe zum Nachruf

gekommen.

Fieber und starke Schmerzen überfallen

Denis Malyutin während eines

Einsatzes in Israel. Als er erschöpft

zu Hause ankommt, hat er schon drei

Tage nichts gegessen. Am 2. Mai wird

er mit unerträglichen Schmerzen ins

Krankenhaus eingeliefert und sofort

operiert. Am 4. Mai leidet er erneut

unter brutalsten Schmerzen, kann

kaum noch atmen und wird nochmals

operiert. Diesmal erkennen die Ärzte

die Ursache: Ein geplatzter Abszess

aufgrund einer Diverticulitis, einer

eitrigen Darmerkrankung, sowie

eine Bauchfellentzündung haben den

gesamten Körper vergiftet. Die Verlegung

in ein anderes Krankenhaus

soll eine bessere Versorgung gewährleisten.

Doch es ist zu spät. Denis

kann nicht mehr selbst atmen, hat

permanent um die 40° Fieber. Nach

und nach versagen lebenswichtige

Organe. Eine Batterie von Maschinen

hält ihn noch am Leben. Seiner Frau

wird nahegelegt, sich auf den Tod

ihres Mannes einzustellen.

»Der Mann wird geheilt!«

Weltweit fasten und beten Christen

für das Leben von Denis, auch in Rumänien.

Noch bevor allerdings der

Pastor einer dortigen Gemeinde seine

Leute über Denis informieren und

sie zum Gebet auffordern kann, wird

ihm von einer Person, die von allem

nichts weiß, ein Stück Papier mit einer

Notiz zugesteckt. Sie enthält die Zusicherung

»bezüglich des Anliegens

außerhalb unserer Grenzen«, dass

Gott ein Wunder tun würde, wenn die

Christen beten.

40 Tage im Koma

Doch bevor eine Besserung eintritt,

vergehen lange 40 Tage im Koma, an

Maschinen angeschlossen, die lebenswichtige

Funktionen übernommen

haben. Die Familie geht durch

ein Wechselbad der Gefühle. Dann

kommt die erlösende Nachricht, dass

Denis aus dem Koma erwacht ist und

– was alles andere als selbstverständlich

ist – sein Erinnerungsvermögen

keinen Schaden gelitten hat. Der Arzt

erklärt der Frau von Denis, dass ähnliche

Fälle einmal in dreißig Jahren

vorkommen würden.

Wieder ganz unter den Lebenden

Inzwischen ist Denis aus dem Krankenhaus

entlassen. Bis er soweit wiederhergestellt

ist, und sich erneut in

seine Arbeit in den Gemeinden und

Drogenrehabilitationszentren, die er

aufgebaut hat, stürzen kann, wird

noch einige Zeit vergehen. Denis und

seine Familie werden jedoch auch in

dieser Zeit auf die Hilfe von Freunde

zählen können, die sie schon in den

vergangenen Wochen mit überwältigender

praktisch umgesetzter Liebe

begleitet haben. AH/AR


a v c 13

Lateinamerika

Brasilien

Costa Rica

Equador

Nicaragua

Peru

Europa

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Herzegowina

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Indonesien

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Pakistan

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Thailand

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Vietnam

aktiv in 62 staaten

Der Auftrag von AVC

• Verfolgten Christen beistehen

• Jesus bekanntmachen

• Notleidenden helfen

AVC-report

(vormals »Verfolgte

Christen/Nehemia Info«)

Herausgeber

AVC Deutschland,

Schweiz, Österreich

Verantwortllich für

Redaktion und Inhalt

Angelika Hoch

a.hoch@avc-de.org

Redaktion und Design

Andreas Rossel

a.rossel@avc-ch.org

Bildnachweis

AVC, istockphoto.com

Druck

Steinheil Direkt-Marketing

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Sollte für ein Projekt ein

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• Neutralität

• Professionalität

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(AVC, NEHEMIA

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Datum

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14

•report

NEU!

• Computer aufstarten

• Internetbrowser aufrufen

• Website-Adresse eingeben

www.avc-de.org

• und surfen.

AVC hat eine neue Website.

Notruf

Aus dem Massailand

Große Trockenheit. Viel mehr Menschen als sonst kommen zum Wasserholen zu uns. Doch

dann bricht die Welle, die Pumpe steht still, kein Wasser wird mehr zutage gefördert.

Bislang kam es vor, dass bei sehr starkem Wind die Sollbruchstelle brach. Das war

einfach zu reparieren. Doch diesmal ist das Problem größer. Wir teilen dies »Sassi«

Burckhard in Deutschland mit. Er reagiert großartig.

Sofort nimmt er Urlaub, setzt sich ins nächste Flugzeug und schaltet sich in die

Reparatur ein. Das gebrochene Teil, das wir in der Zwischenzeit in Arusha »kopiert«

haben, ist nicht das einzige Problem. Es bedarf noch einer Reise nach Dodoma, um

Originalteile zu besorgen. In letzter Sekunde klappt noch alles.

Die Massai sind sehr dankbar für diese Hilfe in der Not. Denn unser 200 000-Liter-Tank

wäre in einer Woche leer gewesen, selbst wenn wir nur eine Notration ausgegeben hätten.

Wir sind dankbar, echte Freunde zu haben.

Werner Drotleff

Weltweite

Hilfe für

Notleidende

weil Betroffenheit

zu wenig und leere Worte

zu viel sind

Zur Vorlage beim Finanzamt

Die »Stiftung HOFFNUNG« ist eine

»rechtsfähige Stiftung« des privaten

Rechts. Das Regierungspräsidium

Darmstadt hat die Stiftung

unter dem Zeichen II 21.1-25d

04/11-(10)-57 am 11.2.2003 anerkannt.

Sie wird beim Finanzamt

Gießen unter der Steuernummer

20 250 81922 0–K07 geführt. Freistellungsbescheid

des Finanzamtes

Gießen vom 30. 11. 2005.

Wir bestätigen, dass der uns zugewendete

Betrag ausschließlich für

Zwecke in Übereinstimmung mit

der Verfassung der »Stiftung HOFF-

NUNG« verwandt wird.


e v e n t s 15

AVC-REGIONALKONFERENZEN 2009 - »ZEICHEN DER ZEIT«

Zeit Ort Anschrift

5. September LÜNEBURG Universität Lüneburg

Treffpunkt Mensa, Scharnhorststr. 1, 21335 Lüneburg

3. Oktober NIDDA AVC Zentrum, Hassiaweg 3, 63667 Nidda-Wallernhausen

10. Oktober DRESDEN Evangelische Christengemeinde Elim

Bischofswerder Str. 1, 01099 Dresden

31. Oktober MÜNCHEN CZM (Charismatisches Zentrum München (Nähe Zoo)

Emil-Geis-Straße 39, 81379 München

7. November BOCHUM Christengemeinde »Gottes Wort«

Harpener Heide 9, 44805 Bochum

Ansprechpartner beim AVC: Hans Hesse, Tel. 06043/4580

Einsätze / Freizeiten 2009

Land / Leiter Zeit / Preis Info

Masuren / Polen

Pawel Sturz

Russland / Sibirien

Hans Ollesch

Georgien

Edwin Jung

Deutschland

K. + W. Sardaczuk

20. Juli – 17. August

vier Wocheneinheiten

27./28. Aug. – 07.Sept.

EUR 1300,-

21. – 31. August

EUR 1200,-

22. – 29. August

Vier Sterne Hotel,

7 ÜN / VP ab EUR 315,-

Gastredner:

Europa braucht Jesus

»Fang den Wind – Masuren 2009« Große Evangelisation mit Christen

aus Europa und Übersee.

www.europe-needs-jesus.eu

Gottesdienste mit den Gemeinden, Besuch der Kinderheime und Reha-

Zentren, Besichtigungen, Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn von

Kansk nach Angarsk, Ausflug zum Baikalsee, Besuch bei den Burjaten.

Evangelischer Einsatz im Westen des Landes. Besichtigungen und

Baden im Schwarzen Meer.

Bibeltage Hotel Lindenhof / Hubmersberg

Thema: Endzeit-Zeichen

Erweckung – Aufstehen – Hingehen oder Verführt – vereinigt – bestohlen

Horst Krüger: Bibellehrer, Israelkenner, Prediger, Autor

Peter Schneider: Missionar, Evangelist, Gebet für Kranke

Weitere Infos und Anmeldung direkt beim Hotel Lindenhof, Tel. 09154 270

gast@tagungsoase.de / Bitte angeben: Bibelfreizeit Sardaczuk

Schweiz 5. – 12. September Bibel- und Ferienwoche in Adelboden mit Bruno und Beatrice Wacker

Anmeldung und Informationen direkt beim Hotel Alpina.

Telefon +41 (0)33673 7575; E-Mail: info@alpina-adelboden.ch

Sambia

Werner Huber

26. Aug. – 10. Sept. Einweihung des Waisendorfes Kapiliomba, Besuch der Missionsarbeit in

Lusaka und in anderen Landesteilen, der Victoriafälle und des Wildparks.

Deutschland 12. – 18. Oktober AVC-Bibelwoche in Mitlechtern / Odenwald

Leitung: Theo Praatz

Gäste: Hans Ollesch, Hans Hesse u.a. Anmeldung direkt beim

Missionshaus Ebenezer, Im Eichwäldchen 23, D- 64668 Rimbach

Tel: 06253/6431

Übernachtung mit VP – EZ: EUR 23,-/Person; DZ: EUR 22,-/Person

Peru

Volker Baumann

Kambodscha,

Laos & Thailand

Sacha Ernst

Deutschland

Hans Hesse

23. Okt. – 07. November Missionsreise mit Besuchen unserer Missionare, Besichtigung von

EUR 2200,- bis 2400,- Cuzco und Machu Picchu (beides Weltkulturerbe).

11. – 25. Oktober

EUR 1950,-

Asien Kultur- & Missionsreise

30. Nov. – 6. Dezember Advents-Freizeit in Bad Salzhausen

EVENTSFORYOU!


s r i l a n k a

Der Kampf ist aus. Nach Jahrzehnten aufreibenden Kampfes im Norden Sri Lankas

haben sich die »Tiger« ergeben. Sie stehen am Abgrund. Von den Nebenwirkungen

der immensen menschlichen Katastrophe will kaum jemand Notiz nehmen.

Den grösstenteils im Süden der Insel wohnenden Christen und ihren Gemeinden ist es

nur wenig besser ergangen als der Gesamtbevölkerung. In den letzten beiden Jahren

sind über 300 Kirchen angegriffen und teilweise eingeäschert worden.

AVC hat sich kurzerhand entschlossen, den christlichen und hinduistischen Tamilen

zu helfen. Schon vor Wochen sind entsprechende Aktionen angelaufen. Eine lange

Liste mit dringend notwendiger Medizin und medizinischen Geräten ist den Behörden

zur Genehmigung eines zollfreien Imports übergeben worden. Eine halbe Million

verschiedene Tabletten, dazu Salben, Verbandsstoffe, ein tragbares EKG-Gerät sowie

zwei Hebammentaschen werden als Luftfracht eingeflogen.

Ich habe wider Erwarten die Erlaubnis erhalten, eines der Massencamps der besiegten

Tamilen zu betreten. Um die 400 000 Menschen sind unter freiem Himmel oder in Zelten

zusammengepfercht interniert – und das in der Monsunzeit bei schwüler Hitze und heftigen

Regenschauern. Jeder Erwachsene muss den Beweis erbringen, dass er nicht mit den

Tamilen gekämpft hat. Solidarität – auch nur während eines Tages in den vergangenen

Jahren – kann den Tod bedeuten oder ein abgehacktes Bein oder einen Arm.

Die Reise führt nicht ins Paradies; schon eher in die Hölle. Krasse Not ist überall. Und

doch wird unsere Lieferung nur einigen tausend Menschen für kurze Zeit helfen können.

Werden die Christen Verständnis dafür aufbringen, dass wir unsere Mittel aufteilen

wollen, obschon auch viele von ihnen nur ihr nacktes Leben haben retten können

Bei dieser Katastrophe können wir nicht mit der Unterstützung unserer Regierung

rechnen, wie bei vielen anderen in den vergangenen Jahren. Deshalb sind wir

ausschliesslich auf private Spenden und damit auf Ihre Hilfe angewiesen (Kennwort

»Sri Lanka«

Bei ähnlichen Tragödien wie den verheerenden Erdbeben im Iran und in Pakistan

oder nach dem Tsunami in Süd-Ost-Asien, sind wir von der Opferbereitschaft unserer

Freunde überwältigt worden. Viel Großartiges ist daraus entstanden! Für Tausende hat

das Überleben gesichert werden können, sie haben Gottes Liebe erfahren – in Form von

völlig fremden Helfern aus Europa. Kinder haben Aufnahme und liebevolle Betreuung in

einfachen Kinderheimen gefunden – samt Ausbildung und Nähe zu Gott.

Ähnliches erhoffen wir für die Besiegten und Verstümmelten, für die leidenden

Christen und Tamilen auf Sri Lanka. In ihrem Namen danken wir Ihnen herzlich für

Ihre Solidarität.

Volker Baumann

Rache der

Sieger

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