März 2008 - st-michael-rendsburg.de

st.michael.rendsburg.de

März 2008 - st-michael-rendsburg.de

Wie Maria, die als mittellose junge Frau ihr Lied davon singt, wie sie sich von Gott angeschaut und mit Würde beschenkt erfährt, so singen und tanzen oft die Armen zur Begrüßung, wenn ich sie in ihren abgelegenen Dörfern besuche. In der Partnerschaft mit MISEREOR haben auch sie erfahren dürfen, was es heißt, in Würde angeschaut und als Menschen mit einer reichen Kultur und mit vielerlei Talenten ernst genommen zu werden. ● Wir von PARUDA, einer lokalen MISEREOR-Partnerorganisation, stimmen gerne mit ein in diesen Jubel über Gott, der sich ganz klein gemacht hat, um uns Menschen nah zu sein und uns zu ermutigen, die Augen zu öffnen. Lucy Pifua aus dem Dorf Olaru im Nebbi- Distrikt hat ihre Erfahrung einmal sehr eindrücklich in Worte gefasst: „Keiner scherte sich um uns, nicht um unsere Nöte – auch die Regierung nicht. Erst die Leute von PARUDA haben uns gezeigt, dass auch wir Menschen sind und kommen her, um mit uns zu leben und zu arbeiten." ● Maria setzt im Magnifikat fort: „Denn der Mächtige hat Großes an mir getan und SEI N Name ist heilig.“ Ja, Großes erfährt Maria, so Großes, dass es menschlich kaum zu fassen ist: Durch Maria kommt Gott auf die Welt in Jesus von Nazaret. So schenkt Maria nicht nur einem Kind das Leben, sondern der ganzen Welt. Darin kann sie uns Vorbild sein: Wo und wann immer wir uns dafür einsetzen, dass Mütter und ihre Kinder eine ausreichende Ernährung erhalten, sauberes Trinkwasser zur Verfügung steht, Männer Frauen und Kinder nicht in Knechtschaft ihr täglich Brot verdienen müssen, Kranke menschenwürdig versorgt werden können oder Menschen nicht mehr aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Rasse oder ihrer Religion diskriminiert, verfolgt oder eingesperrt werden, schenken wir der Welt das Leben, heiligen wir Gottes Namen. MISEREOR will die Türen Ihrer Kirche weit öffnen. Wir hier in Afrika möchten die Türen Ihrer Kirche weit öffnen – nicht um der Verwirklichung eines Traumes anzuhängen, der bis ans Ende aller Zeiten aufgeschoben sein soll, sondern für die Verwirklichung des Lebens heute und hier. ● Maria singt weiter: „Gott erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die IHN fürchten.“ In unserer Arbeit zur Verbesserung der Lebenssituation der Armen, entdecken wir immer wieder die Zeichen des Erbarmens unseres Gottes, das überall dort zum Leben kommt, wo Menschen einander als Ebenbilder Gottes sehen lernen und die Würde auch der Armen, der Ausgeschlossenen, der Vergessenen geachtet wird. „Gott vollbringt mit SEI NEM Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; ER stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt ER mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen“, heißt es im Magnifikat weiter. Ja, die Reichen sind mächtig, sie haben ihre Herrschaftsbereiche und üben ihre Macht all zu oft ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse der Armen aus. Ganz anders der Gott der Bibel, der sich in all SEINER Macht auf die Seite der Armen gestellt hat und u n s in d i e s e r Spur in die Nachfolge ruft. Menschen, die sich in Deutschland und weltweit mit MISEREOR für die Sache derer einsetzen, die in den Teufelskreisen von Armut und Ausbeutung gefangen sind, gehen einen solchen Weg der Nachfolge. Mit Zorn und Zärtlichkeit, mit Parteilichkeit und Sensibilität zerstreuen sie die dunklen Mächte mit vielen kleinen Lichtern der Hoffnung. ● Licht für die Armen, das heißt hier ganz konkret: Gemeinsam die eigenen Sorgen und Nöte anschauen und die richtigen Fragen stellen: Warum haben wir immer wieder nicht genug zu essen, keine Ernährungssicherheit Warum ist es bei uns so schlecht um Hygiene und Abwasserbeseitigung bestellt und welche Folgen hat das für unsere Gesundheit Warum leben wir in so ärmlichen Behausungen Warum herrschen unter uns oft Unruhen und Konflikte Warum sind unsere Frauen unterdrückt – Was können wir tun Zu wissen, bei der Beantwortung dieser Fragen nicht allein gelassen zu sein und sich begleitet wissen zu dürfen von PARUDA und MISEREOR, schenkt Zuversicht – und eine Hoffnung, die handeln lässt. Und plötzlich beginnen auch die Ärmsten wieder zu träumen und positive Zukunftsvorstellungen zu entwickeln – voller Dankbarkeit Gott und den Menschen gegenüber, die sich mit ihnen auf den Weg gemacht haben. ● Maria beendet ihr Loblied mit den Worten: „Gott denkt an SEIN Erbarmen, das Er unseren Müttern und Vätern verheißen hat: Sara, Abraham und ihren Nachkommen auf ewig.“ Wie viel Zuversicht steckt in diesem Satz! Ja, auf ewig mögen Gottes Verheißungen unter den Menschen Bestand haben und immer wieder von Neuem wahr werden. In Ihren Kirchen in Deutschland verkündet seit nunmehr fünfzig Jahren MISEREOR eine Praxis dieser Frohen Botschaft: damit Gottes Leidenschaft für das Leben untereinander und für andere spürbar wird. Denn wo Liebe ist, da ist Hoffnung. Und wo Hoffnung ist, da entsteht Frieden, da konkurrieren Menschen nicht mehr um die notwendigen Dinge zum Leben, sondern sie beginnen, sie zu teilen. Und nur das kann schließlich die – oft ungerechte – Kluft zwischen Arm und Reich, Stark und Schwach, Gesund und Krank, Gebildet und Ungebildet verringern helfen. So ist es vielleicht gar kein Wunder, dass die Menschen, die an unserem Entwicklungsprogramm teilnehmen, tatsächlich immer wieder die „Liebe“ als wichtigste Grundlage für die positiven Veränderungen ihrer Lebensumstände benennen. Nicht das Saatgut, nicht die verbesserten Anbaumethoden, nicht das gesteigerte Wissen über Ernährung, Gesundheit oder Hygiene sind als wichtigste Merkmale des Erfolges zu benennen, sondern die Tatsache, dass „PARUDA die Liebe in unsere Familien und unsere Dörfer gebracht“ hat, so Angelo Kawarwinyo, Sprecher der PARUDA-Gruppe in Alangi. ● Wenn Sie sich nun in diesem Jahr aufmachen, in der MISEREOR-Fastenaktion die Liebe zu entdecken und sich Zorn und Zärtlichkeit an der Seite der Armen zuzutrauen, dann erlauben Sie mir, dass ich mich im Namen der Armen Afrikas ganz herzlich für Ihren Mut, Ihre Solidarität, Ihren Einsatz, für all Ihre Gaben bedanke. Alles in allem ist es der Dank dafür, dass Sie bereit sind, sich zu Werkzeugen Gottes für diese Welt machen zu lassen. Der afrikanische Kontinent ist in vielerlei Hinsicht weit von Deutschland entfernt. Viele von Ihnen werden vielleicht nie einen einzigen Schritt auf unserem Boden gehen, um eine Opfergabe selbst zu den Armen zu bringen. Doch MISEREOR ist unsere Brücke, auf der jedwede Hilfe den Menschen erreicht, der ihrer am nötigsten bedarf. Ja: „Der Allmächtige hat Großes an uns getan; heilig ist SEIN Name!“ Amen

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine