März 2008 - st-michael-rendsburg.de

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Dabei müsse das gemeinsame Bekenntnis

zu Gott im Mittelpunkt stehen.

Die Unterschiede, die es leider

noch immer gebe, sollten nicht verschwiegen

werden, aber es sei auch

nicht sinnvoll, in konfessionelle

Profilneurose zu verfallen. „Das ist

nicht Ausdruck eines starken, sondern

eines schwachen, angstbesetzten

Glaubens.“

Ökumene ist Auftrag und heilige

Verpflichtung

Zum Abschluss seines Besuches beschrieb

der Kardinal bei einem

Pressegespräch die Situation der

Ökumene als durchaus positiv. In

seiner Kindheit hätte er es noch als

„Sünde“ angesehen, eine evangelische

Kirche zu betreten. Heute herrsche

nicht nur an der Basis, sondern

auch in Rom ein gutes Miteinander

und tiefe Freundschaften zwischen

den Konfessionen vor. „Begrenzer

der Ökumene gibt es überall“, so

Kasper. Doch die säßen nicht in erster

Linie in Rom. „Wenn alle an der

Basis das praktizierten, was offiziell

gewünscht und möglich ist, dann

wäre die Ökumene viel weiter“, ist

sich Kasper sicher. „Es gibt keine

Alternative zur Ökumene“, stellte

der Kardinal heraus. Die Einheit der

Christen sei der Auftrag Jesu und

die Trennung in Konfessionen ein

„Ausdruck der Sünde“.

Kasper zeigte Verständnis für die

Verärgerung, die die Erklärung der

Kongregation für die Glaubenslehre

„Dominus Iesus“ in Deutschland

hervorgerufen habe, in der es heißt,

dass die protestantischen Gemeinschaften

keine Kirchen im eigentlichen

Sinne seien. „Ich hätte mir

eine andere Formulierung gewünscht,

doch das ändert nichts an

der Tatsache, dass das katholische

und das evangelische Kirchenverständnis

verschieden sind“, erklärte

der Kardinal. Das Dokument

sei an der Basis nur schwer

verständlich gewesen, aber nicht antiökumenisch

gemeint. „Ich bin gegen

einen Schmusekurs“, so Kasper,

trotzdem forderte er die Christen

dazu auf, nicht zuerst das Trennende,

sondern vielmehr die viel größeren

Gemeinsamkeiten der Konfessionen

hervorzuheben.

In Bezug auf die Beziehungen zu

den Muslimen sprach sich Kasper

deutlich für den Bau von Moscheen

in Deutschland aus, dies schreibe

die Religionsfreiheit vor, auch wenn

diese etwa in Saudi Arabien für

Christen nicht gelte. Problematisch

sei für die Beziehung, dass im Islam

Religion und Kultur eine Einheit

bildeten. Der Koran werde als „diktiert“

verstanden, die Bibel dagegen

als „inspiriert“. Deshalb lasse der

Koran keine zeitgenössische Auslegung

zu.

Aus dem Archiv der Neue Kirchenzeitung

10 11

Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenz

Auf Kardinal Lehmann folgt Erzbischof Zollitsch

Bei der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen

Bischofskonferenz wählten die Bischöfe

den Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch

zum neuen Vorsitzenden. Stellvertetender Vorsitzender

bleibt der Aachener Bischof Heinrich

Mussinghoff.

Dr. Robert Zollitsch wurde am 9. August 1938 als

Volksdeutscher ("Donauschwabe") in Filipovo (Philippsdorf)

im ehemaligen Jugoslawien geboren.

Nach der Vertreibung und Flucht aus der Heimat

kam die Familie 1946

nach Oberschüpf im

Landkreis Tauberbischofsheim

und damit

in die Erzdiözese Freiburg. 1953 siedelte sie nach

Mannheim-Rheinau um.

Von 1960 bis 1964 studierte er als Priesteramtskandidat

Theologie an der Albert-Ludwigs-Universität

Freiburg und an der Ludwig-Maximilian-Universität

München. Nach der pastoralpraktischen

Ausbildung im Priesterseminar St.

Peter wurde er am 27. Mai 1965 im Münster in

Freiburg von Erzbischof Dr. Hermann Schäufele

zum Priester geweiht.

Weitere Wegstationen

27.05.1965 Priesterweihe in Freiburg

Kaplan in Mannheim und Buchen

1967 Repetitor im Collegium Borromäum

1972-1974 Dozent am Priesterseminar St. Peter

1974 Promotion zum Doktor der Theologie

1974-1983 Direktor des Collegium Borromaeum in Freiburg

1983-2003 Personalreferent der Erzdiözese Freiburg

06.06.2003 Wahl zum Erzbischof

16.06.2003 Ernennung zum Erzbischof durch päpstliches

Ernennungsschreiben

20.07.2003 Bischofsweihe durch Erzbischof em. Dr. Oskar Saier

seit 18.02.<strong>2008strong> Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz

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