Anlagespiegel 2013 - WMD Brokerchannel

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Anlagespiegel 2013 | BANKANLAGEN / ZERTIFIKATE

Niedrigzinsumfeld: Europas institutionelle Anleger

auf der Suche nach Ersatz für Staatsanleihen

AllianzGI RiskMonitor-Umfrage

Für institutionelle Anleger in Europa kommt

der Kauf von Staatsanleihen immer mehr

einem Solidarbeitrag zur Systemstabilisierung

denn einer Ertragsquelle für Pensionsvermögen

gleich. Angesichts der langfristigen Implikationen

der finanziellen Repression halten Investoren

Ausschau nach Substituten für Staatsanleihen.

Sie werden fündig bei traditionellen Spread-Produkten,

Schwellenländeranleihen sowie alternativen

Anlageklassen wie Immobilien und Infrastruktur.

Europas institutionelle Anleger zeigen

sich weitaus weniger besorgt um das Ausfallrisiko

von Staatsanleihen als noch vor sechs oder zwölf

Monaten. Dies ist eins der Hauptergebnisse der

jüngsten RiskMonitor-Umfrage von Allianz Global

Investors (AllianzGI). Sahen vor Jahresfrist noch 35

Prozent der Befragten das staatliche Ausfallrisiko in

Hinblick auf die Erreichung ihrer finanziellen Ziele

als ein sehr hohes Risiko an, so waren es zuletzt

nur noch 13 Prozent. Ähnlich stark ist die Bedeutung

des Risikofaktors Volatilität gesunken. In der

jüngsten Umfrage sahen nur knapp 9 Prozent der

155 Umfrageteilnehmer darin ein sehr hohes Risiko,

vor einem Jahr war der Prozentsatz noch dreimal

so hoch. Von Entspannung auf Seiten der Investoren

kann jedoch keine Rede sein: In den letzten

drei Befragungen hielt sich der Anteil derjenigen,

die die Risiken sogenannter Extremereignisse („Tail

Risks“) als sehr hoch einschätzen, recht stabil bei

15 Prozent.

Zinsniveau eine ernst zu nehmende Gefahr –

Deutsche besonders beunruhigt

Mehr und mehr Sorgen macht Investoren dagegen

die niedrige – teilweise sogar negative – Verzinsung

von Staatsanleihen höchster Bonität. Über 20 Prozent

der Befragten gaben an, das dies für die Erreichung

ihrer finanziellen Ziele ein sehr hohes darstellt.

Keine andere Risikokategorie erreichte einen ähnlich

Quelle: © Patryk Kosmider - Fotolia.com

hohen Wert. Nimmt man diejenigen hinzu, die einen

weiteren Zinsrückgang befürchten, sehen sogar ein

Drittel der Befragten in Europa im Niedrigzinsumfeld

eine ernst zu nehmende Gefahr. Darüber hinaus

scheint mehr und mehr Investoren die Sorge zu

plagen, dass das Niedrigzinsumfeld noch eine längere

Zeit Bestand haben könnte. Befragt nach dem

Makro-Thema, das ihnen nachts den Schlaf raubt,

antworteten 25 Prozent: die finanzielle Repression.

In Deutschland, den deutschsprachigen Ländern

sowie Frankreich und Italien war die Besorgnis über

das Niedrigzinsumfeld besonders stark ausgeprägt.

Hier lag der Anteil derer, die das aktuelle Zinsniveau

als sehr hohes Risiko betrachten deutlich über dem

europäischen Durchschnitt. Knapp 24 Prozent der

Befragten in Deutschland sehen dies als sehr hohes,

knapp 62 Prozent als hohes Risiko für das Erreichen

ihrer finanziellen Ziele sehen an. Auch hinsichtlich

der Risiken von Extremereignissen zeigten sich die

in Deutschland befragten Institutionellen besorgter

als andere Europäer: Fast jeder vierte sah hierin ein

sehr hohes Risiko. James Dilworth, CEO Allianz Global

Investors Europe, zufolge zeigen die Ergebnisse

der RiskMonitor-Umfrage, dass viele Anleger das

Vertrauen in die Märkte verloren haben.

„Ein Grund hierfür ist, dass die Kursentwicklung an

den Finanzmärkten zuletzt kaum noch durch normale

Angebots- und Nachfragefaktoren getrieben

wurde. Vielmehr hing sie zentral davon ab, was die

Zentralbanken gemacht haben bzw. ob mit Eingriffen

von Seiten der Zentralbanken gerechnet wurde.

Seit Ausbruch der Finanzkrise haben die US-Notenbank

sowie die Europäische Zentralbank immense

Geldsummen in das Finanzsystem gepumpt. Hier-

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