Die komplette Ausgabe des Plastics ... - BASF Plastics Portal

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Die komplette Ausgabe des Plastics ... - BASF Plastics Portal

Das Kunststoff-Magazin der BASF plastics 1/2007

Auf Kunststoffe kann man bauen

Vielseitige Polymere für die Baubranche

Auf in die Galaxis

Basotect ® in der Ariane

Aufstieg garantiert

Handläufe für Rolltreppen

www.plastics-magazin.de

BASF Plastics

key to your success


Titelthema

Inhaltsverzeichnis 2

Auf Kunststoffe kann man bauen 02

Interview mit Dr. Dirk Funhoff 08

Nachrichten

Kunstwerk aus Basotect UF 10

Internationaler Verpackungs- 10

salon in Paris

Ultramid: Drei-Marken-Strategie 11

Farbe für die Ohren 11

Basotect – Gut geschützt 12

in die Galaxis

„Graue Eminenz“ – plastics 14

im Gespräch mit Design-Star

Dieter Rams

Vitra-Design-Museum 17

Herz aus Kunststoff 18

Mit Kind und Kegel mobil 20

Über die Attraktivität von Hut- 22

ablagen und anderen grauen Mäusen

Im heißen Öl sitzt es sich gut 24

Das bisschen Haushalt 25

Wendig und schnell wie ein Delphin 26

Fast schon ein Kunstwerk 27

Liebe auf Russisch 28

Wo Ingenieure auf Autos schießen 30

Aufstieg garantiert 32

Familienzuwachs 34

Der Stolz der Straße 36

Cooler Neuzugang 38

Wichtige Termine 38

Faxantwort 39

Impressum 39

Auf

Kunststoffe

kann

man

bauen

„S

tein auf Stein“ hieß es früher am Bau. Kunststoff

und Stein kommt der Realität heute viel näher.

Zugegeben, beim Thema Bau denken viele an

Ziegel, Mörtel und Beton oder die Stahl- und Glaspaläste der

modernen Metropolen. Doch die Assoziation mit Kunststoffen

könnte sich durchsetzen: Größtenteils unsichtbar, spielen

sie in den Bauwerken der Zukunft eine tragende Rolle.

Insbesondere beim Thema Energieeffizienz sind die polymeren

Werkstoffe heute schon ganz vorn dabei und tragen

als Wärmedämmstoffe dazu bei, Kosten zu sparen – und die

Umwelt zu schonen.

„Tatsächlich kann man die Geschichte der Menschheit

durchaus auch als die Historie ihrer Baustoffe beschreiben“,

sagt Dirk Funhoff, Bau-Fachmann der BASF. „Denn ein Dach

über dem Kopf ist schließlich eines der wichtigsten Urbedürfnisse

des Menschen.“

Aber die Geschichte der Menschheit – an Baustoffen ablesen?

Klar! Von der frühen Holzhütte bis zu mehrstöckigen

Häusern im alten Rom: unbestritten jeweils High-tech ihrer

Zeit. Denn für den Schutz der Familie waren die neuesten

Werkstoffe gerade gut genug. Erst recht natürlich für das

Allerheiligste und Repräsentative: Akropolis und Kolosseum,

die Pyramiden von Gizeh – selbst von heutigen Ingenieuren

bestaunt. Schlösser, Burgen, Festungen: so stabil wie mög-


lich. Nicht selten stehen dabei Werkstoffe

Pate, ohne die der Architekt seine

Vision nicht hätte umsetzen können.

Beim Eiffelturm Stahl, bei Oscar Niemeyers

visionärem Brasilia Beton, bei

Ieoh Ming Peis Louvre-Pyramide Glas

– die Aufzählung ließe sich nahezu endlos

fortsetzen.

Aber Vorsicht. Fehlt da nicht etwas?

Tatsächlich darf man sich von den

strahlend schönen Fassaden der Vorzeigebauten

aus Architekturbildbänden

nicht täuschen lassen. Denn wer beim

Stichwort „Bau“ heutzutage nur an

Mörtel, Stein, Glas, Beton und vielleicht

diverse Metalle denkt, der könnte etwas

Wichtiges verpassen: Kunststoffe.

Baubranche

im Fokus

Die Baubranche ist eine der wichtigsten

Abnehmerbranchen für Chemieprodukte,

und die BASF hat der

Bauindustrie so einiges zu bieten.

Beispiele: Beton wird mit Hilfe von

BASF-Zusätzen fließfähig gemacht

(Sokolan ® , Tamol ® oder Glenium ® ).

Hochbelastete Böden von Industriehal-

plastics inside

Liebe Leserinnen und Leser

Die plastics noch besser zu machen

- dieses Ziel haben wir uns mit unserer

Umfrage gesetzt. Bitte beantworten Sie

unsere Fragen auf dem beiliegenden Formular

oder unter www.plastics-magazin.

de. Unter den ersten 200 Einsendern verlosen

wir 2 Spielekonsolen Nintendo Wii.

„Sei schlau, geh zum Bau“ – das gilt

zweifellos auch für Kunststoffe. Denn wer

Titel 4

len: ohne leistungsfähige Kunststoff-

Beschichtungen schon nach Monaten

angegriffen. Ein paar Nummern kleiner

– im Eigenheim – dasselbe: Dank der

Hilfe findiger Chemiker und Acrylatdispersionen

der BASF (Acronal ® ) halten

Fliesen zum Beispiel in Feuchträumen

deutlich besser. Fensterrahmen aus

Holz oder Aluminium? Längst von gestern.

Kunststoffe verziehen sich nicht

und leiten weniger Wärme ins Freie.

„Pressspanplatten“ könnte man ohne

Bindemittel noch so sehr pressen – sie

würden kaum zusammenhalten. Und

ohne Kunststoffe wäre die Benutzung

der Hauselektrik lebensgefährlich.

Vielversprechender

Markt

So viel Chemie am Bau: Kein Wunder,

dass die Branche auch zu den größten

Abnehmern der Kunststoffindustrie

gehört. 2003 betrug allein das europäische

Marktvolumen 42 Mrd. Euro.

Weltweit wächst die Bauwirtschaft

jährlich um rund fünf Prozent; für China

lauten einige Schätzungen gar auf

zwölf Prozent. Mit dem Kauf der

Degussa-Bauchemiesparte

im

Jahr

bei Häusern und Brücken nur an Mörtel,

Glas und Metall denkt, vergisst das

Wichtigste: Ohne die polymeren Werkstoffe

wären die modernen Meisterwerke

der Architektur schlichtweg nicht möglich.

Vielleicht steckt auch in Ihrem Haus so ein

Vielseiter?

Design und Kunststoff: ein Begriffspaar,

das heute ganz selbstverständlich er-

2006 hat die BASF ihre Kompetenz

im Baubereich deutlich verstärkt und

bietet nun erheblich mehr Endprodukte

für die Baubranche. Zur BASF gehören

jetzt Unternehmen wie der Spezialist

für Fliesenverlegewerkstoffe PCI Augsburg

oder auch der versierte Baufarben-Hersteller

Relius, Oldenburg.

Tatsache: Wer heute ein Dach über

dem Kopf hat, kann mit einiger Wahscheinlichkeit

davon ausgehen, dass

Säcke, Kartons, Eimer oder Kartuschen

auf der Baustelle zu sehen waren, in

denen BASF-Rohstoffe enthalten sind.

BASF vom Keller bis zum First: nicht

unwahrscheinlich.

Anti-aging

für Bauelemente

Innovationen spielen auch in der Baubranche

eine entscheidende Rolle. Ein

Beispiel: Mit PermaSkin ® hat die BASF

ein System auf Basis des Spezialkunststoffs

Luran ® S auf den Markt gebracht.

Die thermoplastischen Hochleistungsfolien

werden zur Veredlung von dreidimensionalen

Bauelementen verwendet

– so können einige Arbeitsschritte des

herkömmlichen Lackiervorgangs eingespart

werden. Und regelmäßige „Face-

Liftings“ wie Nachlackieren werden

scheint. Visionäre wie der Design-Guru

Dieter Rams trugen dazu bei, dass Kunststoffe

aus ihren Nischen ausbrachen und

die Design-Welt eroberten. plastics lud

den Altmeister zum Gespräch.

Viel Spaß beim Lesen

Ihre Redaktion


ebenfalls unnötig. Die Firma Leaderflush

Shapland aus Nottingham, Großbritannien,

nutzt das neue System bereits:

„Wir produzieren Türen für Schulen und

Krankenhäuser, wo sehr robuste Produkte

gebraucht werden. Das PermaSkin

haben wir bei unseren Kunden gründlich

getestet und dabei festgestellt, dass die

widerstandsfähige Tür-Beschichtung

selbst bei mutwilligem Missbrauch alle

unsere Anforderungen erfüllt. Zusammen

mit der einfachen Applikation, dem

geringen Platzbedarf und dem neuen

Geschäftsmodell der BASF war das

System die Lösung für unsere Produkte“,

sagt Todd Altman, Managing Director bei

Leaderflush Shapland. Die BASF setzt

beim System PermaSkin auf ein neues

Geschäftsmodell, das auch umfangreiche

Services beinhaltet: So erhält der Kunde

nicht nur die Folie, sondern ein ganzes

Paket, das die Maschinen, den Klebstoff

und die nötigen Lizenzen beinhaltet.

Energieeffizienz auf

dem Vormarsch

Kunststoffe sind nicht nur fürs Wohlbefinden

gut, sondern auch für die Umwelt.

5

Denn ein nicht unbeträchtlicher Teil der

Energie, die zum Heizen aufgewendet wird

– in der Europäischen Union sind dies über

40 Prozent des Endenergieverbrauchs –,

verpufft bislang durch Fenster, Wände und

Dächer, weil die Chancen moderner Dämmstoffe

nicht ausreichend genutzt werden.

Spätestens seit 2006 wird jedoch umgedacht:

Seither ist die Richtlinie 2002/91/EG

zur Steigerung der Gesamtenergieeffizienz

von Gebäuden in allen EU-Mitgliedsstaaten

gesetzlich verankert. Das Ziel ist ehrgeizig:

den Energieverbrauch unserer vier Wände

innerhalb von neun Jahren um neun Prozent

zu senken. Doch dazu müssen sowohl

im Neubau als auch bei der Modernisierung

erhebliche Energie-Einsparungspotenziale

genutzt werden.

Logisch, dass hier der Wärmedämmung

eine ganz besondere Rolle zukommt:

Eine Dämmstoff-Hülle hilft den Verbrauch

drastisch zu senken, hebt die Behaglichkeit

und steigert ganz nebenbei den Wert des

Gebäudes. Die BASF ist das Unternehmen,

das mit der Erfindung des Styropor vor

rund 55 Jahren gewissermaßen Dämm-Geschichte

geschrieben hat. In den vergangenen

Jahren hat sie ihr entsprechendes

Sortiment kontinuierlich ausgebaut und

technisch weiterentwickelt – und dem Energiespar-Klassiker

ein besonders vielversprechendes

Jungtalent an die Seite gestellt:

Neopor ® .

Titel

Neopor hält Wärme da, wo sie

hingehört: im Haus

Das Besondere an der silbergrauen

High-End-Alternative zum „gewöhnlichen“

aufgeschäumten Polystyrol

(Styropor) sind eingebaute Infrarotreflektoren,

die dem Werkstoff helfen,

nicht nur Wärmeleitung wirksam zu

blockieren, sondern auch Energieverluste

durch Wärmestrahlung zu minimieren.

„Neopor hat ganz sicher das

Zeug, zum Star unter den Dämmstoffen

zu avancieren“, sagt Dr. Jürgen Fischer,

zuständig für Neopor. „Neopor-Platten

leisten mehr bei gleicher Dicke. Oder

können bei gleicher Dämmleistung bis

zu 20 Prozent dünner sein als das weiße

Styropor.“ Ein glattes Fünftel mehr

Leistung: Nicht nur bei großen Bauprojekten

ein Grund, einmal zum Taschenrechner

zu greifen. In den nächsten

Jahren wird BASF die Kapazität für

Neopor stufenweise von derzeit 60.000

auf 190.000 Tonnen anheben. Als weltweit

zweiter Produktionsstandort wird

das Material im südkoreanischen Ulsan

produziert.

Flammschutz

mit Polyurethan

Auch wenn neben exzellenter Wärmedämmung

noch ein Plus in puncto

Flammschutz gefragt ist, lohnt sich ein

Blick in den Produktkatalog

der BASF: Dämmelemente

aus Elastopor

® H/Elastopir ®

erfüllen alle Kriterien

der bedeutendsten

Brandprüfungen,


einschließlich der Prüfung nach EN

13501-2 und dem LPC-Test nach LPS

1181. Deshalb eignen sie sich besonders

für den Gewerbe- und den Industriebau.

Zum Beispiel auf den Lagergebäuden

der bekannten Hamburger

Speicherstadt: Hier wurden diese

Polyurethan-Dämmelemente auf nicht

weniger als 3000 Quadratmetern Dachfläche

aufgebracht. Ergebnis: Wärmedämmung

perfekt – und die historische

Holzkonstruktion des Steildaches bleibt

für Besucher sichtbar.

Baubestand auf der Höhe der

Zeit dank BASF-Dämmstoffen

Dämm-Technologie auf der Höhe der

Zeit lohnt sich nicht nur bei Neubauten.

Im Gegenteil, einen schönen, aber energieverschlingendenAltbau

nicht abzureißen,

sondern energetisch

zu sanieren,

kann sich sogar in

klingender Münze

auszahlen. In

Hintergrund

Die Kompetenzen der BASF im Bereich

Bau zu bündeln: Diesen Anspruch hat

das Construction Network Team (CNT).

Schließlich hat das Chemieunternehmen

der Baubranche einiges zu bieten – vom

Rohgranulat bis zum Wärmedämmverbundsystem,

vom Additiv bis zur kompetenten

Energieeffizienzberatung und

-schulung. Die BASF erstellt entlang der

gesamten Wertschöpfungskette der Bauindustrie

Lösungen, die nachhaltig den

Wert von Bauprojekten steigern können.

„Als Marktführer in Europa bemerken wir

besonders früh, wenn sich die Anforderungen

des Marktes verändern“, so Dr.

Walter Seufert, Leiter der Region Europa

bei der BASF. Um dieses ehrgeizige

Titel 6

Das Construction Network Team der BASF

Deutschland fordert die sogenannte

Energieeinsparverordnung (EnEV) entsprechende

Maßnahmen auch für den

Baubestand, und der Staat lockt mit

Vergünstigungen bei Modernisierungsmaßnahmen,

die das Neubau-Niveau

der EnEV erfüllen.

Eine von vielen Erfolgsgeschichten: Die

Renovierung eines denkmalgeschützten

Fachwerkhauses in Babenhausen. Der

Clou: grünes Styrodur ® C, ein extrudierter

Polystyrol-Hartschaumstoff der

BASF, der besonders bei druckbeanspruchten

Anwendungen zum Einsatz

kommt. Mit Dämmplatten aus diesem

Material gelang es, das Gebäude aus

dem Jahr 1796 – damals war Energieeffizienz

natürlich noch ein Fremdwort

– auf Niedrigenergiehaus-Niveau zu

bringen. Das schmucke Haus verbraucht

nun 87 Prozent weniger

Energie als ein EnEVkonformer

Neubau.

Ziel zu erreichen, arbeiten Experten aus

Forschung, Entwicklung, Vertrieb und

Management verschiedener Unternehmensbereiche

zusammen: Chancen innovativer

Baumaterialien werden geprüft,

Produktentwicklungen vorangetrieben

und der Wissenstransfer zwischen den

Beteiligten sichergestellt.

Innerhalb des umfangreichen Portfolios

immer wieder die Interessen der Kunden,

Endanwender und Nutzer einzubringen,

Kontakte zu vermitteln und Synergien

aufzudecken, ist die anspruchsvolle Zielsetzung

des CNT. Das Team bündelt das

Marktwissen und Produkt-Know-how der

beteiligten Unternehmensbereiche: Neben

Spezialisten zu Styrol-Kunststoffen,

Und nicht nur das, es wurde auch

schicker. „Die Styrodur-Bodendämmplatten

sind druckfest und leicht zu

verlegen, so dass ich das Haus ganz

nach meinen Vorstellungen gestalten

und Wohnkomfort mit Denkmalschutz

verbinden kann“, sagt Bauherr und

Diplom-Ingenieur Carsten Herbert, der

das Haus nach eigenen Plänen renoviert.

Auch auf Flachdächern und in

Dachräumen, in der Außendämmung

von Kellerwänden und beim Frostschutz

von Gründungen macht Styrodur ® C

eine gute Figur.

Technischen Kunststoffen und Polyurethanen

sind unter anderen auch Vertreter

der Veredlungspolymere oder des neu in

die BASF eingegliederten Unternehmensbereichs

Bauchemie zu finden.

„Mit den Aktivitäten des CNT wollen wir

die Entscheider der Bauindustrie mit

unseren Produkten vertraut machen und

unser Geschäft ausweiten. Dabei sehen

wir, dass die Kunden gerade bei der

Vermarktung innovativer Produkte unsere

Unterstützung gern annehmen“, so

Seufert. Das CNT geht aber noch einen

Schritt weiter. So werden nicht nur die

Belange der direkten BASF-Kunden, der

Weiterverarbeiter also, berücksichtigt,

auch deren Kunden, wie zum Beispiel


Blick

nach China

Allerdings: Verbrauchsoptimiertes

Fachwerk-Idyll aus dem Heimatland der

BASF ist das eine. Aber auch anderswo

wird gar nicht so viel anders gebaut.

Beispiel China: Wo das imposanteste

Bauwerk der Welt steht – die mehr als

6.000 Kilometer lange chinesische Mauer

– schießen heute Millionenstädte aus

dem Boden. Die bevorstehenden Großereignisse,

die Olympiade in Peking

Architekten und Handwerker oder

Bauherren, werden bei den Projekten

miteinbezogen.

Ein Schwerpunktthema des CNT ist zur

Zeit: das energieeffiziente Bauen. Hier

kann die BASF helfen, Geld zu sparen

und Ressourcen zu schonen – ein

Know-how, dass das CNT den Entscheidern

der europäischen Bauindustrie

zur Verfügung stellt. „Häufig weisen

vordergründig günstigere Bauweisen

große Nachteile auf. Uns kommt es

darauf an, den Nutzen der Verwendung

von BASF-Materialien für den Erbauer

und den späteren Bewohner des

Gebäudes transparent zu machen“, so

Dirk Funhoff, Leiter des CNT.

7

2008 und die Weltausstellung in Shanghai

2010, wirken wie Katalysatoren

des Bau-Booms. Auch im Reich der

Mitte wollen die Verantwortlichen das

Wachstum nachhaltiger und umweltfreundlicher

gestalten. So setzt sich die

chinesische Regierung in ihrem elften

Fünfjahresprogramm (2006-2010) das

Ziel, die Energieintensität der Volkswirtschaft

bis 2010 um 20 Prozent zu

senken. Ein Schwerpunkt: der Bausektor.

Die BASF stellt ihr Know-how auch

hier zur Verfügung. Im Laufe des Jahres

2007 beteiligt sich das Un-

Gewinnspiel

Italien in den eigenen vier Wänden

Titel

ternehmen in Peking an der Errichtung

von Wohnhäusern, die auf dem Konzept

des 3-Liter-Hauses der BASF beruhen.

In ihnen werden auch die Wärmedämmstoffe

Elastopor ® H und Styrodur ® C sowie

der Schalldämmstoff Basotect ® zum

Einsatz kommen. Das Thema Energieeffizienz

bleibt also weiterhin hoch oben

auf der Agenda der BASF – weltweit.

Il dolce gusto d’Italia – wohl kein Getränk verkörpert

italienisches Flair so sehr wie der Espresso.

Egal, ob als Café mocha, Latte macchiato oder

Cappuccino – Espresso ist beliebt. Und lässt sich

wunderbar beim Lesen der plastics genießen. Die

Espresso-Maschine von AEG hat ein elegantes

Design und macht ein leckeres Getränk mit langanhaltender

Crema.

Damit Sie auch in Zukunft die plastics in vollen

Zügen genießen können, verlosen wir unter den

ersten 100 Einsendern unserer Faxantwort (Seite 39)

fünf AEG-Espressomaschinen. Einfach die beiliegende Fax-Antwort zurücksenden

oder online teilnehmen unter www.plastics-magazin.de

Viel Glück!

Mitarbeiter der BASF können nicht teilnehmen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.


Titel

„Chemie steigert Gebäudewerte, aber auch die Lebensqualität der Bewohner.“

Interview mit Dr. Dirk Funhoff

„plastics“ im Gespräch mit dem Leiter des Construction Network Teams

Die Baubranche: Ein äußerst heterogener Bereich mit

komplexen Anforderungen. Dr. Dirk Funhoff, Leiter

des Construction Network Teams der BASF, über

Wertschöpfungsketten und technische Meisterwerke.

Herr Dr. Funhoff, Chemie und Bau – welche Bedeutung hat

die eine Branche für die andere?

Die Chemieindustrie liefert eine Vielzahl von Produkten für die

Baubranche. Diese Produkte ermöglichen oft erst moderne Bauweisen

und technische Meisterwerke. Aber nur den wenigsten ist

bewusst, dass auch helle, lichtdurchflutete Räume in der modernen

Architektur nur dauerhaft funktionieren, wenn die passenden

Bauweisen und Materialien eingesetzt werden. Dazu gehören

Lacke und Farben, Dämm- und Dichtstoffe, Mittel für Brand- und

Korrosionsschutz und viele weitere Baustoffe. Chemie steigert

Gebäudewerte, aber auch die Lebensqualität der Bewohner.

Mit dem Construction Network Team versucht die BASF,

ihre Kompetenzen im Bereich Bau zu bündeln. Was hat der

Kunde davon?

BASF bietet Produkte und Lösungen für verschiedene Stufen der

8

Wertschöpfungskette in der Bauindustrie. Unser Netzwerk hilft,

rechtzeitig die Bedürfnisse der Kunden zu erkennen und mit vereinten

Kräften Lösungen zu entwickeln, die wir dann unseren

Kunden anbieten. Dazu gehören innovative Materialien wie

Neopor ® , welches unsere Kunden für die Herstellung besserer

Dämmstoffplatten nutzen. Oder der Fliesenkleber Nanolight ® unserer

Tochterfirma PCI, welcher den professionellen Handwerker in

seiner Arbeit unterstützt. Unser Angebot geht bis hin zur Initiative

E6-Sestaenergie, einem Trainingsprogramm in Italien zu energieeffizienten

Bauweisen.

Im Jahr 2006 hat die BASF die Bauchemiesparte der Degussa

übernommen – was hat sich dadurch verändert?

Der neue Unternehmensbereich „Construction Chemicals“

erweitert unser Produktportfolio und unsere Marktkompetenz im

Bereich der Bauindustrie. Wir haben uns im Bereich der Bauchemie

eine Marktstufe nach vorne integriert und liefern jetzt auch

viele einsatzfertige Produkte für den Handwerker. Damit kommen

wir als BASF jetzt direkt in den Kontakt mit Anwendern unserer

Produkte. Davon abgesehen, ist dieses Geschäft sehr profitabel

und bietet viele Wachstumschancen, die wir nutzen werden.


„Wir helfen unseren Kunden, erfolgreicher zu sein“ ist

eine der Leitlinien der BASF. Gibt es dafür im Baubereich

Beispiele?

Viele Produkte unserer Kunden werden gerade durch unsere

Rohstoffe zu den Leistungsträgern, die sie sind. Unsere Botschaft

„Unsichtbarer Beitrag – sichtbarer Erfolg“ fasst das

zusammen. Beispiel PermaSkin ® : Mit diesem System aus dem

PlasticsPlus-Sortiment der BASF können Bauelemente, zum Beispiel

Holztüren, mit einer witterungsbeständigen Hochleistungsfolie

überzogen werden – dabei bleibt die typische Holzmaserung

sichtbar, die Tür sieht aus wie lackiert und fühlt sich auch so an.

Der Vorteil: Einige Arbeitsschritte werden eingespart, was letztlich

Kosten senkt.

Können Sie ein weiteres Beispiel nennen?

In besonderen Fällen, zum Beispiel bei innovativen und erklärungsbedürftigen

Produkten, kann BASF ihre Kunden sowohl bei

der Entwicklung als auch bei der Vermarktung von Produkten

unterstützen. So wurde für die Firma Ilkazell ein Vermarktungskonzept

entwickelt. Ihr Produkt ist eine neuartige Kühldecke: ein

Sandwichelement mit Polyurethan-Hartschaum von Elastogran

sowie unseren SmartBoards, den Gipsbauplatten, die wärmespeichernde

Teilchen enthalten. Die Kühldecken-Elemente wurden

im Januar bei der BAU-Messe in München mit uns zusammen

vorgestellt und stießen auf große Resonanz.

Kunststoffe sind ein wichtiger Rohstoff für die Baubranche

– was hat die BASF hier zu bieten?

Neben den bekannten Wärme-Dämmstoffen wie Styrodur ® C und

9 Titel

„In Deutschland entwickelt sich die Modernisierung bestehender Gebäude zu einem Zugpferd der Industrie.“

Styropor ® sowie dessen Weiterentwicklung Neopor ® oder auch

dem Schall-Dämmstoff Basotect ® gibt es eine Vielzahl weiterer

Kunststoffe, die wichtige Funktionen übernehmen. Dazu zählt

zum Beispiel Ultramid ® , ein technischer Kunststoff, der unter

anderem für Dübel und Befestigungselemente am Bau und in

der Fassadentechnik eingesetzt wird. Auch Luran ® S aus dem

PlasticsPlus-Sortiment gehört hierher: Aus ihm werden beispielsweise

Dachziegel und Außenverkleidungen von Gebäuden hergestellt.

Weiterhin Polyurethane, aus denen Wärmedämmstoffe,

Klebstoffe für Bodenbeläge sowie Beschichtungen für extrem

belastete Industriefußböden oder „elastische“ Böden für Sportanlagen

produziert werden.

Bau – das klingt zumindest in Deutschland nach einer

krisengeschüttelten Branche. Ist in diesem Bereich ein

Wachstum in Sicht?

Die Bauindustrie ist ein lokal geprägter Markt, daher sind die

Wachstumsraten je nach Land sehr unterschiedlich. Die für Asien

prognostizierten Wachstumsraten sehen wir in Europa nicht,

dennoch wächst die Bauleistung kontinuierlich. In Deutschland

entwickelt sich die Modernisierung bestehender Gebäude zu

einem Zugpferd der Industrie: Hier liefern wir sowohl Rohstoffe,

als auch über den Bereich Construction Chemicals der BASF

einsatzfertige Endprodukte. Große Chancen ergeben sich im

Bereich der energetischen Modernisierung: Hier können wir alle

nicht nur etwas für die Umwelt tun, indem wir den Verbrauch an

fossilen Brennstoffen reduzieren, sondern auch für Handwerker

und kleine Betriebe, die traditionsgemäß im Bereich der Renovierung

stark beteiligt sind.


Basotect UF

Nachrichten

Kunstwerk aus Basotect UF

Die Künstlerin Sonja Vordermaier,

geehrt durch die Kunsthalle Mannheim

in gemeinsamer Trägerschaft mit der

H.W. & J. Hector-Stiftung mit dem

zweiten Preis für

dreidimensionale

Gestaltung, erschuf

diese Installation

aus Basotect ® .

Das Werk aus dem

flexiblen Melaminharzschaum

der

BASF konnte nun

in der Mannheimer

Kunsthalle

besichtigt werden.

Thema des neun

Meter langen und

3 Meter breiten

Aufbaus ist die

dreidimensionale

Visualisierung eines

Schattens.

Sonja Vordermaier

schloss 2002

das Studium der

Freien Kunst an

der Hochschule für

bildende Künste,

Hamburg, ab und

ist seitdem als

Künstlerin tätig. Bei

der Auswahl von

Basotect war neben der hohen Flexibilität

die geringe Dichte des Schaumstoffs

entscheidend, der das Werk eine

besondere Leichtigkeit verdankt.

Emballage 2006

10

Die Künstlerin

Sonja Vordermaier

vor ihrer

Installation.

Internationaler Verpackungssalon in Paris

Anlässlich des 37. internationalen Verpackungssalons in Paris-Nord Villepinte stellte die

BASF Innovationen im Verpackungssektor vor. Die Hauptthemen des BASF-Auftritts

waren: Differenzierung der Marke, Schutz vor Fälschungen,

einfache Anwendung der Verpackungstechnologien,

neue Produkte, passive und aktive

Verpackungen, Schutz- und Konservierungsqualität,

Langzeithaltbarkeit und Bioabbaubarkeit. Hauptanziehungspunkt

waren für viele Besucher die Kunststoffe

(Styrol-Kunststoffe, Polyamide, etc.). Unter

anderem waren die beiden Spezialitäten Ecoflex ®

und Ecovio ® aus dem PlasticsPlus-Sortiment der

BASF vertreten und zogen zahlreiche Vertreter der

Verpackungsindustrie an. Ecoflex ist ein biologisch

abbaubarer Kunststoff, Ecovio ein Kunststoff aus

nachwachsenden Rohstoffen.


Das schallabsorbierende Basotect ist erstmals in 50.000 Caparol-

Farbtönen erhältlich.

Ultramid/Miramid/Capron

Neues zur Dreimarkenstrategie bei Polyamid in Europa

Zwischen 1. April und 31. Dezember 2007 ordnet die BASF

ihr Polyamid-Sortiment in Europa neu. Dazu werden etwa 150

Polyamid-Typen der Marken Ultramid ® , Miramid ® und Capron ®

umbenannt und ihre Vertriebswege angepasst. Ziel der BASF

ist es, den Kunden ein noch breiteres Sortiment als bisher

direkt aus eigenem Hause anzubieten. Die meisten Capron-

Typen gehen, je nach Eigenschaftsprofil, in das Miramid- oder

das Ultramid-Sortiment über. Daher wurden alle Verträge mit

den bisherigen Capron-Handelspartnern gekündigt: Nach einer

Übergangszeit von etwa sechs Monaten sind die betroffenen

Capron-Marken über die BASF zu beziehen. Alle Polyamid-Typen

der BASF bleiben weiterhin verfügbar: Durch die Umbenennungen

ändern sich nur

Namen und Vertriebswege

der entsprechenden Produkte

– Eigenschaften

und Spezifikationen

bleiben unverändert.

11 Nachrichten

Farbe für die Ohren

Schallabsorbierender Schaumstoff jetzt in über 50.000

Farbtönen erhältlich

Wie sich Ambiente und Schallschutz verbinden lassen, zeigen

jetzt die Unternehmen Caparol und BASF. Das neue Akustik-System

„CapaCoustic Melapor“ basiert auf Formteilen

aus dem BASF-Melaminharzschaumstoff Basotect ® .

Diese werden zuerst mit der Innenfarbe CapaTrend, die in

50.000 Tönen erhältlich ist, im Spritzverfahren eingenebelt

und dann mit geringem Aufwand an Wand oder Decke

montiert. Damit sind Zuschnitte aus Basotect in beliebig

vielen Farben verfügbar, behalten aber ihre charakteristischen

Eigenschaften: hohe Schallabsorption, Brandfestigkeit

und Flexibilität. Das dekorative Akustik-System ist

besonders für den unkomplizierten und nachträglichen

Schallschutz von öffentlichen Räumen mit Brandschutzauflagen

geeignet, wo sich die schallabsorbierenden

Elemente unauffällig und platzsparend in die

Architektur einfügen sollen.

Mit dem gefärbten Basotect ergeben sich neue gestalterische

Möglichkeiten für den Schallschutz. Die Akustikelemente

können nach individuellem Farbwunsch von einem Maler im

Hochdruckverfahren mit einer Spritzpistole besprüht und damit

an die vorhandene Zimmerfarbe angepasst werden. Umfangreiche

akustische Tests und Brandprüfungen bestätigen: Die

aufgesprühte Farbe verklebt die feinen Poren des Melaminharz-

Schaumstoffs nicht – das sehr gute Schallabsorptionsvermögen

und die Schwerentflammbarkeit von Basotect bleiben erhalten.

Die Farbe haftet auf der feinporigen Oberfläche so gut,

dass auch eine digitale Bedruckung möglich ist. So kann man

gestochen scharfe Bilder mit samtglatter Oberfläche gestalten,

ohne dass sie als Schallschutz wahrnehmbar sind.

Gehört zum breiten Polyamid-Sortiment

der BASF: Miramid, aus dem sich

Skibindungen in brillanten Farben

herstellen lassen.


Anwendungen

12

Mit einem Knall ins

All: Innen trotzdem

vor Schalldruck

geschützt dank

Basotect.


Gut geschützt in die Galaxis

Basotect in der Nutzlastverkleidung der Trägerrakete Ariane 5

Weihnachten 1979. Pünktlich zu

Heiligabend startet die erste

Rakete eines neuen Typs: Ariane.

Seitdem sind Ariane-Raketen über

170-mal in den Weltraum aufgebrochen.

Typ 5 der „Satelliten-Taxis“ bekommt

nun Verstärkung – durch den Spezialschaumstoff

Basotect ® .

In der Trägerrakete Ariane 5, die im Auftrag

der Europäischen Raumfahrtagentur ESA

Satelliten in den Weltraum transportiert, wird

Basotect, ein Melaminharzschaumstoff der

BASF, eingesetzt. Das Schweizer Unternehmen

Contraves Space AG verwendet

den Werkstoff in der Nutzlastverkleidung an

der Raketenspitze, um die empfindlichen

Satelliten vor dem hohen Schalldruck zu

schützen, der während der Startphase

auf die Rakete wirkt. Was den Konstrukteuren

besonders wichtig war? Der leichte

Schaumstoff verfügt über ein hohes Schallabsorptionsvermögen,

ist auf Grund seiner

geringen Dichte sehr flexibel und lässt sich

einfach verarbeiten. Ein erster Ariane-Testflug

hat gezeigt, dass Basotect die Anforderungen

in der Raumfahrt besser erfüllt als

andere Schaumstoffe.

Spezifische

Netzstruktur

Auf Grund seiner offenzelligen Struktur aus

hauchdünnen Stegen trägt Basotect während

der ersten drei Minuten nach dem Start dazu

bei, die hohe Vibrationsfrequenz zu verringern

und damit den Schalldruck zu senken. Nach

Verlassen der Erdatmosphäre, wenn den

transportierten Satelliten kein Schalldruck

mehr beschädigen kann, wird die Nutzlastverkleidung

in rund 110 Kilometern Höhe von der

Rakete abgesprengt.

13

Eine Ariane-Rakete in Kourou kurz vor dem Start.

Die filigrane Netzstruktur von Basotect sorgt

für seine hohe Elastizität – so lassen sich die

folienbeschichteten Platten aus Basotect

konturgenau an der Nutzlastverkleidung

montieren. Diese Flexibilität behält der

Schaumstoff sowohl bei extrem hohen

(+ 200 Grad Celsius), als auch bei sehr

niedrigen Temperaturen (- 200 Grad Celsius),

ohne zu verspröden. Dazu kommen

weitere Vorteile, zum Beispiel chemische

Beständigkeit und sicheres Brandverhalten.

Umfangreiche

Materialtests

Die Entwicklungsphase von der Materialauswahl

bis zur Produktion hat rund ein

Jahr gedauert. „Der Rohstoff hat nicht

nur unsere umfangreichen Materialtests

und die laufenden Prüfungen während

der Produktion bestanden. Ein Besuch

Anwendungen

bei der BASF vor Ort hat uns davon

überzeugt, dass BASF den Rohstoff in

konstant hoher Qualität liefern kann, und

das zuverlässig und flexibel zugleich“,

sagt Joseph Moran, zuständig für Forschung

und Entwicklung bei Contraves

Space. Das Schweizer Unternehmen ist

der weltweit führende Entwickler und

Hersteller von Nutzlastverkleidungen für

Trägerraketen, die in Komposit-Technik

gebaut werden. Seine erste Verkleidung

hat Contraves 1979 für die erste europäische

Trägerrakete Ariane 1 hergestellt.

Seitdem sind rund 175 Ariane-Raketen

vom Weltraumzentrum Kourou in Französisch-Guayana

(an der nordöstlichen

Küste von Südamerika) mit Nutzlastverkleidungen

von Contraves Space ins All

gestartet.

Weitere Informationen:

www.basotect.de


Vermischtes

Reduziert auf

das Wesentliche:

Taschenrechner der

Firma Braun aus

dem Jahr 1978.

Graue Eminenz

Die Designikone Dieter Rams über die Chancen

für Kunststoffe im Industriedesign und den Nutzen der Designfabrik

Industriedesign – kaum ein Name

wird mit diesem Begriff so assoziiert

wie der von Dieter Rams. Von 1955

bis 1995 Produktdesigner bei Braun,

widmete ihm das New Yorker Museum

of Modern Art bereits 1959 eine eigene

Ausstellung. Den „Rat für Formgebung“

leitete er von 1987 bis 1997. Der Honorarprofessor,

ganz in der Praxis verhaftet,

schöpfte mit seinen Radios und

Plattenspielern als einer der Ersten die

Möglichkeiten von Kunststoff voll aus.

plastics bat den Altmeister um einen

kurzen Rückblick.

Herr Professor Rams, Kunststoffe sind

für Designer heute ein selbstverständlicher

Werkstoff, aber das war nicht

immer so. Welchen Einfluss haben

Kunststoffe auf die Entwicklung des

Industriedesigns gehabt?

Einen ganz enormen. Am Anfang war die

Farbentwicklung bei den Kunststoffen sehr

bescheiden. Es gab Standardfarben, das

waren Elfenbein, Weinrot, Schwarz; das

war’s dann aber auch schon an Standard.

Ich weiß, dass mich das in der Anwendung

häufig zur Verzweiflung brachte.

Braun hatte zu der Zeit Radiogeräte, Haus-

14

Innovativ: die Radio-Plattenspieler-

Kombination SK 4 „Schneewittchensarg“

aus den 50ern.

haltsgeräte, Rasierer. Die Einfärbung war

damals ein Riesenproblem. Da waren Geräte

auf dem Markt in Farben, die ich immer

Putzlumpengrau nannte. Das war halt so ein

kaltes Grau mit etwas Rotanteil. Putzlumpengrau

trifft es ganz gut. Ich wollte aber

etwas Wärmeres, was den Blauton und Rot

völlig raus hatte, dafür ein bisschen Grün:

ein helles Grau. Letzten Endes habe ich 14

Tage bei einer Druckerei zugebracht, die

auch Kunststoffe bedruckt hat, dort habe

ich den Farbton irgendwann hinbekommen.

Dann brauchten wir dieses Grau auch für

andere Kunststoffe und andere Geräte,

denn zwischen ihnen sollte ja so etwas wie

eine Familienähnlichkeit entstehen. Und

da bin ich bei der BASF sehr in Ungnade

gefallen, glaube ich, weil ich ständig neue

Wünsche äußerte: „Nein so nicht, da muss

noch eine Nuance mehr grün rein oder rot

raus“ etc. Und erst beim vierten, fünften

Anlauf, manchmal sogar später, habe ich

gesagt: ok, so kann es bleiben. Also, diese

Anfänge waren schon aufregend.

Wirtschaftlichkeit und Design – ein

Widerspruch?

Ich habe das schon angesprochen: Das

Besondere beim Design ist, dass häufig

Schon 1970 in ausgefallenem

Design: ein Rasierer

von Braun.

Mindermengen entstehen. Speziell wenn

es darum geht, außergewöhnliche Farbakzente

zu setzen.

Grau oder Schwarz sind normalerweise kein

Problem. Aber wir hatten ja auch schon eine

Kaffeemaschine in Gelb. Doch es war sehr

schwer, so etwas zu etablieren. Nicht weil

es den Kunden nicht gefallen hätte, sondern

weil der Handel nicht mitgespielt hat. Der

Handel müsste ja das ganze Farbangebot

bereithalten. Da waren bei weniger gängigen

Farben natürlich Ladenhüter vorprogrammiert.

Das waren wunderbare Studien für

einen Messeauftritt, aber eben noch keine

wirklich marktreifen Produkte.

Ich wollte für die Produkte auch mehr

Selbsterklärungsqualität. Zum Beispiel: Den

Einschaltknopf in Grün, den Ausschaltknopf

in Rot. Die Farbcodierung hat enorm viel

zum Verständnis von Produkten beigetragen.

Aber dabei entstehen wiederum Mindermengen,

weil außergewöhnliche Farben

verwendet werden. Es ist sehr wichtig, dass

es auch wirtschaftliche Produktionsmöglichkeiten

gibt für Bedienungselemente,

die nicht in Riesenstückzahlen hergestellt

werden. Diese Möglichkeit gab es damals

noch nicht, weder bei der BASF noch bei

Bayer oder anderen.


Glauben Sie, dass die BASF Industriedesignern

in der Designfabrik mit dem

Einfärbetechnikum und der ingenieurtechnischen

Beratungsleistung einen

Mehrwert bieten kann?

Absolut! Sie müssten es sogar noch

intensivieren und vor allen Dingen die

Hochschulen noch mehr ansprechen. Die

jungen Designer in der Ausbildung kriegen

das nicht mehr geboten. Sie kommen ja

oft direkt vom Abitur an die Hochschulen

und wissen oft nicht, wie eine Kunststoffform

aussieht und welchen Anforderungen

ein Entwurf oder eine Konstruktion genügen

muss. Das aber ist es, was Design

ja eigentlich ausmacht. Inzwischen ist

„Design“ ja ein Vorname für alles mögliche

geworden, da gibt es Designer-Klobrillen

und was weiß ich.

Neue Materialkombination, die Verbindung

zwischen Metall und Kunststoff: Die Industrie

ist äußerst leistungsfähig, sie müsste

mehr Möglichkeiten für Materialkombinationen

bieten. Es gibt Ersatz für Leder, bei

dem man mit dem Auge kaum noch den

Unterschied wahrnehmen kann zwischen

Naturprodukt und seiner synthetischen

Entsprechung, ob dies dann noch materialgerecht

ist. Besonders jungen Designern

15

„Inzwischen ist Design ein Vorname für alles mögliche geworden.“

sollte dies vermittelt werden. Sie haben

eben auch eine didaktische Aufgabe.

Gerade was junge Leute angeht. Und Sie

tragen auch eine Verantwortung für das,

was Sie herstellen. Und Sie müssen ein

offener und ehrlicher Ansprechpartner für

alle Materialfragen sein.

Es wird im Grunde genommen immer

unwichtiger, was man als Hersteller für ein

Endprodukt macht. Viel wichtiger ist: Was

ist die Philosophie, die hinter dem Ganzen

steckt? Und da kann herauskommen,

dass eben etwas ganz anderes viel bedeutender

ist als das Endprodukt, das man

herstellt.

Wie stark schätzen Sie den Einfluss

des Designers heute im Unternehmen

ein? Ein Dieter Rams als Generalbevollmächtigter

von Braun war wahrscheinlich

auch schon damals eine

Ausnahme?

Ja, eine Ausnahme. Aber wissen Sie,

ich habe das meinen Studenten immer

gesagt, in erster Linie braucht ihr Glück.

Meine Frau sagt das immer so schön,

ich hatte das Glück, zur richtigen Zeit die

Brüder Braun kennen zu lernen. Was ich

heute sehr vermisse, sind echte Unter-

Vermischtes

nehmerpersönlichkeiten. Die gibt es heute

leider nur noch selten. Ich erinnere mich,

dass 1955/ 56 Olivetti zum Beispiel zum

Beispiel vor allem durch Adriano Olivetti

geprägt wurde, es gab Knoll International,

es gab Carl Miele usw. Diese Unternehmerpersönlichkeiten,

die fehlen mir

heute. Wirkliche Persönlichkeiten.

Welche Rolle spielt Haptik im heutigen

Industriedesign?

Sie hat an Bedeutung nicht verloren,

obwohl heute die Oberflächen ja direkt

aus der Form kommen. Zum Beispiel:

Der Durchbruch der Trockenrasur lag

ja darin, dass man die Scherfolien nicht

mehr gestanzt hat, sondern dass man sie

in einem galvanischen Verfahren perforiert

hat – eine einmalige Verbesserung

bei Rasierleistung und Hautschonung!

Die verfeinerte Oberflächenstruktur der

Scherfolie hat man aber nur unter dem

Mikroskop gesehen. Nun standen wir

Designer vor der schwierigen Aufgabe,

diese Neuerung auch fassbar zu machen

– und das möglichst, ohne die Form des

Rasierergehäuses zu ändern. Wir hatten

damals nämlich gerade eine neue Form

gemacht mit einem hochglanzverchrom-


Vermischtes

Made by Braun, styled by Dieter

Rams: Haartrockner von ihrer

schönsten Seite.

HiFi-Anlage von Braun (1980).

16

„Sie tragen eine Verantwortung für das, was Sie herstellen.“

ten Scherkopf. Wie konnte man nun mit

der alten Form das Neue darstellen? Wir

kamen auf die Idee, Kunststoffe schwarz

einzufärben und dann die Oberfläche

nachträglich zu bearbeiten. Die dunkle

und leicht angeraute Oberfläche sollte das

neue Herstellungsverfahren symbolisieren.

Und das kam gut an!

Die Idee kam mir damals, weil ich oft in

Dänemark in Sachen Möbeldesign unterwegs

war, und dort gab es eine kleine Firma,

die machten Schalen aus Duroplast.

Und sie veredelten sie, also das hatte

gar nichts mehr mit dem „Ersatzmaterial

Kunststoff“ zu tun! Zu der Zeit war Kunststoff

nämlich noch nicht die erste Materialwahl.

Plötzlich bekam der Kunststoff

eine ganz andere Qualitätsanmutung. Der

hier wurde zwar nicht gebürstet wie bei

uns, aber sie haben ihn nochmal mechanisch

überdreht. Und natürlich gleich das

Doppelte dafür verlangt. Dieses Konzept,

die Oberfläche nachträglich zu bearbeiten,

zu übernehmen, war für Braun der Durchbruch

in der Trockenrasur. Und der kam

eben mit Hilfe des Designs.

Design ist heute alles, der Begriff hat

sich im allgemeinen Sprachgebrauch

durchgesetzt. Leidet das Design unter

seiner Banalisierung?

Ich sage, man muss bei der Politik anfangen.

Unsere föderative Struktur hat dazu

beigetragen, dass wir viel zu viele Ausbildungsplätze

haben. Eigentlich reichen vier

Standorte, an denen Design unterichtet

wird, Kompetenzzentren mit guten Lehrern.

So aber haben wir vier in jedem Bundesland,

viermal sechzehn, das ist zu viel, so

viele Designer können nicht unterkommen,

und so viele gute Lehrer gibt es auch

nicht. Hier liegt das Hauptproblem. Auf

Grund des Mangels an guten Lehrkräften

begnügt man sich in der Ausbildung oft

einfach damit, an der Oberfläche zu graben

und nicht in die Tiefe zu gehen. Eigentlich

müsste man den Begriff „Gestaltingenieur“

einführen, nur wenn ich das ins Englische

übersetze, lande ich wieder bei Design.

Schlimm ist, dass das Wort Design so

inflationär geworden ist.

Vielen Dank für das Gespräch.


Anti-aging für Kunststoff: Daran arbeiten auch die Spezialisten des Vitra-Design-Museums in Weil am Rhein.

Altes Plastik rostet nicht

Im Vitra-Design-Museum in Weil am Rhein werden alte

Sammlerstücke aus Kunststoff wiederaufgefrischt

Egal ob Holz, Metall, Leinwand oder

Kunststoff: Die Zeit hinterlässt ihre

Spuren an fast jedem Material. Während

sich die Restaurateure aber bei Ausstellungsobjekten

aus traditionellen Materialien

auf die Alterungsprozesse eingestellt

haben und wissen, wie man sie verlang-

samen kann, stehen sie bei der Konservierung

und Restauration von Kunststoff-

Designobjekten noch ganz am Anfang. Die

Alterungsprozesse von Kunststoffen sind

nicht leicht zu steuern. Und im Gegensatz

zu Holz, Metall oder Textilien ist Anti-aging

bei den sensiblen Werken aus Kunststoff

viel schwieriger. Denn die Alterungsprozesse

der synthetischen Polymere sind wie bei uns

Menschen meist nicht aufzuhalten.

Um dem Abhilfe zu leisten, arbeitet das

Vitra-Design-Museum mit der BASF zusammen.

Projektteams aus Restaurateuren,

Chemikern und Materialwissenschaftlern

versuchen herauszufinden, wie man die

Designerstücke möglichst lange junghalten

kann. Denn die Ursachen für den allmählichen

Verfall liegen in chemischen Vorgängen,

mit denen man sich in Museen bisher

kaum beschäftigt hat. Die BASF verfügt als

Polymerhersteller der ersten Stunde über

einen großen Erfahrungsschatz, der für den

Erhalt bedrohter Exponate genutzt werden

kann.

Lange Zeit galten Kunststoffe als billiger

Ersatz für teure Naturmaterialien wie Holz

oder Keramik. Dass die polymeren Werk-

17

„100 Years, 100 Chairs“ – Vitra-Gastausstellung

in Mexiko-City.

stoffe dieses Image ablegen konnten, ist

vor allem der Arbeit einer Gruppe visionärer

Künstler und Designer zu verdanken, wie

etwa Charles und Ray Eames oder Verner

Panton, die in den 50er und 60er Jahren

begannen, mit Kunststoffen Möbel mit

eigener Formensprache zu fertigen. Die

organischen, geschwungenen Formen eines

Eames Lounge Chair oder eines Panton

Chair wirken auch heute noch modern und

stammen aus einer Ära, in der Gegenstände

aus Kunststoff ein Sinnbild der Popkultur

waren. Die Pioniere der Kunststoff-Kunst

waren ihrer Zeit weit voraus, was die An-

Vermischtes

wendung und Verarbeitung betraf. Doch die

von ihnen verwendeten Werkstoffe hatten

noch längst nicht die Qualität des heutigen

Materials. Auch besaß man keine Erfahrungen

über Langzeitbeständigkeit und Lagerhaltung

von Polymeren. Hinzu kam, dass

die ersten Designobjekte meist nicht unter

optimalen Bedingungen gefertigt wurden.

Hier war „learning by doing“ die Devise.

Heute stehen renommierte Institute wie das

Vitra-Design-Museum vor der schwierigen

Aufgabe, das Altern von Kunststoff-Designobjekten

zu reduzieren. Jedoch zeichnen

sich bereits erste Erfolge ab. Mit neuartigen

Klebstoffen lassen sich Risse an der Oberfläche

ausbessern. Spezielle Lacke sorgen

für eine dauerhafte Erhaltung der Kunststoff-

Kunstwerke. Eine genaue Farbanpassung

ermöglichen die neuen Xfast ® -Pigmente der

BASF. Bei der BASF-Designfabrik kann man

sich hierfür individuell hergestellte Farbmuster

mit den verschiedensten Texturen

bereitstellen lassen – ein Service, der schon

von vielen Anwendern aus der Industrie

genutzt wird.

Durch die Zusammenarbeit zwischen dem

Vitra-Design-Museum und dem Ludwigshafener

Chemieunternehmen werden

nicht nur bedrohte Kulturgüter gerettet,

auch Anwender profitieren, denn die in der

Museumsarbeit gewonnenen Erkenntnisse

fließen auch in die Entwicklung moderner

Kunststoffe ein.

Weitere Informationen: www.design-museum.de


Anwendungen

Herz aus

Kunststoff

Brüheinheiten von

Espressomaschinen aus

Ultraform der BASF

18

Ob dunkler Espresso oder Cappuccino – mit einer Brüheinheit aus Ultraform

gelingt alles perfekt.

Er ist der Deutschen liebstes Getränk:

Dreieinhalb Tassen Kaffee trinken

sie im Durchschnitt pro Tag. Mit 144

Litern lag der deutsche Pro-Kopf-Verbrauch

im Jahr 2005 sogar deutlich vor Mineralwasser

und Bier. Auf der ganzen Welt ist das

Heißgetränk mittlerweile zu Hause –

auch einen offiziellen „Tag des Kaffees“ gibt

es, der im September begangen wird. Der

klassische Filterkaffee ist jedoch nicht mehr

angesagt. Im Trend liegen Spezialitäten aus

der Espressomaschine – sei es der kleine

Schwarze selbst oder eine seiner Varianten

wie Cappuccino, Latte Macchiato oder Caffè

Americano.

Man könnte meinen, Metall spiele die Hauptrolle

in den technisch aufwendigen Geräten.

Doch hier ist in Wirklichkeit Kunststoff das

Material der Wahl, denn mit der sogenannten

Brüheinheit befindet sich im Innern fast aller

Espressomaschinen ein Herz aus Ultraform ®

von BASF. Der Kunststoff begleitete die

Trendwende von den blubbernden Durchlaufbrühgeräten,

die übrigens nur noch 20

Prozent aller angebotenen Geräte aus-

machen, hin zu

vollautomatischen

Geräten. Letztere

markieren mit kon- stant

zweistelligen Wachstumsraten einen

langfristigen Wandel im Konsumverhalten.

Das hat BASF früh erkannt – und

bei der Entwicklung der ersten vollautomatischen

Espressomaschine vor 20 Jahren

von Marktführer Saeco mitgewirkt. BASF-

Kunststoffexperte Bruno Meier erklärt: „Es

hat von der Geburtsstunde dieser Automaten

an eine sehr partnerschaftliche Zusammenarbeit

zwischen der BASF und Saeco

gegeben. Heute haben wir solche

Entwicklungspartnerschaften mit

allen führenden Herstellern.“

Ultraform ist das

ideale Material

Ultraform, der Fachmann nennt es Polyacetal,

ist nach wie vor das perfekte Material.

Denn Kaffee ist nicht einfach Wasser mit

Geschmack, sondern ein komplexes


19 Anwendungen

Gemisch vieler Substanzen. Neben dem Koffein

stecken in jeder Bohne auch ätherische

Öle, Säuren, Harze, Fette, sogar Eiweiß und

über 700 verschiedene Aromastoffe. Wenn

dieser Mix bei etwa 93 Grad Celsius und

einem Druck von bis zu 15 bar aus dem

Kaffeepulver gepresst wird, bedeutet dies

für das Material der Brüheinheit eine hohe

mechanische, thermische und chemische

Belastung.

Ultraform hält dieser Herausforderung stand:

Weder Druck noch Heißwasser bringen es

aus der Form, und die Säuren und ätherischen

Bestandteile des Kaffee-

Extraktes nagen selbst nach mehr als

150.000 Zubereitungen weder an der

Oberfläche des Kunststoffs noch lösen sie

chemische Bestandteile aus dem Material

heraus. Auch Kalk, schädlich für jeden

Espressoauto- maten, lagert

sich ungern auf Ultraform

ab. Fettige Überreste von Kaffee, die ranzig

werden und den Geschmack des Espressos

beeinträchtigen könnten, lassen sich leicht

entfernen: Ultraform verträgt sich ausgezeichnet

mit Reinigungsmitteln. Auch die

Anpassung der Brüheinheiten an die neuen

Designs der Automaten ist dank der freien

Formbarkeit des Ultraforms ein Leichtes. Bei

Saeco gewährt man deshalb auch guten

Gewissens eine Fünf-Jahres-Garantie auf die

entnehmbaren Brühgruppen.

Während Kaffee in allen Variationen in Europa

längst zur Institution geworden ist, begeistern

sich auch die Menschen in China zunehmend

dafür – das Marktpotenzial in dieser

Region ist enorm. Und Ultraform wird wieder

mit dabei sein, wenn es um Kaffeegenuss

auf Knopfdruck geht.

Weitere Informationen:

www.basf.de/ultraform


Anwendungen

20

Mit Kind und Kegel mobil

Im neuen Triobike stellt Luran S

seine Robustheit unter Beweis

Kinderwagen und Kunststoffe –

zwei auf den ersten Blick gänzlich

unterschiedliche Dinge, die

heute kaum noch voneinander zu trennen

sind. Waren Kinderwagen in ihrer

Anfangszeit klapprige Vehikel, die heutigen

Sicherheitsansprüchen bestimmt

nicht genügt hätten, sind sie heute oft

regelrechte High-Tech-Fahrzeuge. Im

neuesten Gefährt aus Dänemark, dem

„TrioBike“, sorgt Luran ® S der BASF für

Stabilität und Sicherheit.

Für den Erfinder Charles Burton war es das

Geschäft seines Lebens: Keine Geringere

als die britische Königin Victoria begeisterte

sich für den neuen „Perambulator“, den er

1852 zum Patent angemeldet hatte. Offensichtlich

konnten schon damals berühmte

Trendsetter die Nachfrage kräftig ankurbeln,

denn prompt bestellten immer mehr

feine Damen das Gefährt – den ersten

Kinderwagen.

Mit den High-Tech-Gestellen von heute

hatte das historische Modell wenig gemeinsam:

Weder für Groß noch für Klein bequem,

bewegte es sich recht schwerfällig.

Mit der Zeit wurden Kinderwagen dank der

Entwicklung modernerer Materialien immer

handlicher, komfortabler und sicherer. Heute

müssen sie dem hektischen Alltag vieler

Eltern standhalten, die ständig schnell unterwegs

sein müssen – und zwar mit Kind

und Kegel. Robuste Spezialkunststoffe, wie

Luran S der BASF, helfen, diese Anforderungen

zu meistern. Warum also nicht mit

den richtigen Materialien ein schnelles,

stadttaugliches Fahrrad und einen Kinderwagen

zu einem neuen Gefährt kombinieren?

Das dachte sich der Däne Sammy

Eisinger und entwickelte eine sportliche

Transportalternative: das neue Triobike.

Es ist temporeiches Fahrrad, Caddy und

Kinderwagen in einem und könnte den

Alltag urbaner Familien immens erleichtern.

Fahrrad und Kinderwagen lassen sich mit

einem Handgriff zu einem Caddy zusammenfügen

– und innerhalb von Sekunden

wieder auseinandernehmen. Zwei Kinder

können in dem Kinderwagen sicher angeschnallt

Platz nehmen. Ist der Nachwuchs

im Kindergarten abgeliefert, kann der

Kinderwagen abgenommen und die Fahrt

zur Arbeit zügig fortgesetzt werden.

„Sicherheit, Funktionalität, Qualität und

Design sind Eltern gleich wichtig“, so

Eisinger. Gar nicht so einfach, bei diesen

Ansprüchen das richtige Material für die

Außenseiten des Kinderwagens zu finden,

müssen diese doch Wind, Wetter und

etwaigen Verkehrshindernissen trotzen.

Eisinger war klar: Der Werkstoff der Wahl

sollte leicht zu verarbeiten, extrem zäh, witterungs-

und UV-beständig sein. Mit genau

diesen Eigenschaften überzeugte ihn Luran

S (ein mit Acrylester-Kautschuk schlagzäh

modifiziertes Styrol-Acrylnitrilcopolymer).

Eisinger hatte zuvor verschiedene Materialien

auf Herz und Nieren geprüft – Luran

S zeigte sich als das mit Abstand stabilste

und UV-beständigste. Für maximale

Stabilität und minimales Gewicht sorgt die

Sandwichkonstruktion der Kinderwagenwand:

Eine fünfschichtige Struktur aus

zwei Luran S/ABS co-extrudierten Folien

und einer Polyurethan-Schaumfüllung

dazwischen. Der Kinderwagen aus Luran

S bestand die erste Anwendungsphase mit

Bravour: „Triobikes, die nach einem Jahr

zur Kontrolle wiederkamen, sahen aus wie

neu: Das Luran S-Gehäuse zeigte keinerlei

Anzeichen von Verwitterung“, so Eisinger.

Größtmögliche Sicherheit für Fahrer und

kleine Passagiere gewährleisten aufwendige

Tests, die Eisinger in Zusammenarbeit

mit der dänischen Verbraucherbehörde

durchführte. So verfügt der Kinderwagen

über einen Fünfpunktegurt und wurde auf

seine Brandsicherheit und die vorhandenen

Inhaltsstoffe geprüft. Und damit nicht

genug: Auch was die Optik betrifft, garantiert

das Triobike den Wow-Faktor. Kinder

können sich in dem stromlinienförmig gestalteten

Wagen wie Formel-1-Fahrer fühlen.

Zahlreiche Nominierungen und der SAS

Scanorama Award 2005 für das beste skandinavische

Design beweisen: Die Mischung

aus Funktionalität und Design ist bestens

gelungen.

Weitere Informationen:

www.luran-s.de,

www.triobike.dk


Aus drei mach eins: Fahrrad, Caddy und Kinderwagen vereint zu einem praktischen Gefährt.

21

Luran S sorgt im

dänischen Kinderwagen

„Triobike“ für

Stabilität.

Anwendungen


Anwendungen

Über die Attraktivität von Hutablagen

und anderen grauen Mäusen

Oder: Wie man mit unspektakulären Auto-Innenraumteilen trotzdem

einen Hit nach dem anderen landen kann

Hutablagen, Ladeböden, Reserveradabdeckungen

oder Schiebehimmel gehören weiß Gott nicht zu den

preisverdächtigen Design-Highlights im Automobilbau.

Aber – ohne sie geht es auch nicht. Und die Anforderungen

an die gepressten und oft gestressten Innenraumteile werden

immer anspruchsvoller: Keine Beulen, keine Dellen dürfen

sie haben, schlag- und stoßfest müssen sie sein und jedes

Übergewicht aushalten.

Bei Borgers in Bocholt, einem wahren Spezialisten für Innenraumteile,

sieht man Design-Preise ganz gelassen und konzentriert sich

dafür umso erfolgreicher auf Produktideen, Technologien und deren

Umsetzung und Vermarktung. Das Familienunternehmen besteht

seit 140 Jahren und beschäftigt heute knapp 5.000 Mitarbeiter

an 22 Standorten – weltweit. Schwerpunkt der Entwicklung und

Produktion sind akustisch wirksame Textil-Bauteile aus Natur- und

Kunstfasern, die im Automobilbau verwendet werden. Eingesetzt

werden hier auch recycelte Rohstoffe. Ein ganz besonderer Hit auf

der Borgers „Record-List“ ist die Entwicklung von Verbundteilen

aus Papierwaben und Polyurethan, die sogenannte Wabentechnologie.

Dabei handelt es sich um automobile Innenraumteile, die oft

extremen Beanspruchungen ausgesetzt sind. Das Spektrum reicht

von der Reserveradabdeckung bis zum Ladeboden oder der Abde-

22

ckung für das Schiebedach, dem sogenannten Schiebehimmel.

Aus der cleveren Wabenidee wird

erfolgreiche Wabentechnologie

Ein Sandwich: Innen eine Wabenstruktur aus Pappe, außen jeweils

eine Glasfasermatte, die dann mit dem PUR-System Elastoflex ® E

besprüht wird. Das gesamte Sandwich wird danach in ein heißes

Werkzeug eingelegt, so dass die chemische Reaktion, also die Vernetzung

der einzelnen Teile, erfolgen kann. Fertig ist ein Bauteil der

ganz besonderen Klasse. Stabil, langlebig und ideal für alle Ecken

im Auto, wo es auf Belastbarkeit und Gewichtsersparnis ankommt.

Und damit das alles später nicht im Entferntesten an graue Mäuse

erinnert, wird anschließend jedes Wabenteil ganz nach Wunsch und

dem jeweiligen Stil des Auto-Interieurs mit einem Oberflächenmaterial

kaschiert. Was selbst eine „bescheidene Hutablage“ zu einem

attraktiven Teil des ganzen Autos machen kann.

Weitere Informationen:

www.elastogran.de


23

Anwendungen

Fakten:

Wabentechnologie

Werkstoff:

Elastoflex ® E – Halbhartsysteme

Anwendung:

Verbundmaterial für Leichtbauteile im

Automobil

Eigenschaften:

Extrem leicht, stabil, schall- und vibrationsdämmend,

gute Verarbeitbarkeit,

gute Haftung zum Trägermaterial,

hervorragende Selbsttrennung zur

Formoberfläche


Anwendungen

Im heißen Öl sitzt es sich gut

Mechatronische Steuerung für Doppelkupplungsgetriebe aus Ultradur

Sie sitzt am Getriebe, direkt im heißen

Getriebeöl, und muss deshalb

einiges aushalten: die Getriebesteuerung.

Der Werkstoff für dieses anspruchsvolle,

kompakt gebaute mechatronische

Bauteil muss Eigenschaften mitbringen, die

nur ein leistungsfähiger technischer Kunststoff

hat: temperatur- und chemikalienbeständig,

dimensionsstabil und dabei frei

formbar. Zwei verschiedene Varianten des

BASF-Kunststoffs Ultradur ® B4300 (PBT)

bieten genau das und werden deshalb von

Conti Temic microelectronic, einem international

tätigen Automobilzulieferer für Fahrwerkelektronik,

für die integrierte Steuerung

seines neuen Doppelkupplungsgetriebes

verwendet: Ultradur B4300G6 und Ultradur

B4300K6. Im Jahr 2003 bei VW erstmals in

Serie, ist das innovative Automatikgetriebe

inzwischen beim Golf, Touran, Passat, Jetta

und beim neuen Eos im Einsatz.

Zwei Kupplungen –

eine Steuereinheit

Das Doppelkupplungsgetriebe besteht

aus zwei Teilgetrieben mit jeweils eigener

Kupplung, die sich die Schaltarbeit teilen.

Die integrierte elektronische Steuerung, die

Temic für dieses Getriebe entwickelt hat,

führt elf Sensoren und elf Aktoren (zum

Beispiel Ventile) in einem einzigen Bauteil

zusammen, dessen Hauptaufgabe darin besteht,

im richtigen Moment eine Kupplung

zu öffnen und die andere zu schließen. Der

Schaltvorgang erfolgt dadurch geschmeidig

und ohne Unterbrechung der Kraftübertragung.

Die Elektronik verarbeitet dabei

die Sensorsignale, misst Motordrehzahl,

Geschwindigkeit und Getriebelast, erkennt

die Positionen der mechanischen Komponenten

und bedient elektromagnetisch

die Ventile und Schieber der hydraulischen

Getriebemechanik.

Möglich sind solche hochintegrierten mechatronischen

Bauteile nur durch den Einsatz

leistungsfähiger technischer Kunststoffe:

Denn nur ein Werkstoff, der frei formbar

24

ist, erlaubt es, die Elektronik zu schützen

und gleichzeitig mit Aktorik und Sensorik

auf engstem Raum und in einem Bauteil zu

vereinen. Der Verdrahtungsaufwand, die

Zahl der Kabel und Stecker werden drastisch

reduziert, Schnittstellen fallen weg, das

Bauteil ist klein, leicht und zuverlässig.

Ein Kunststoff –

doppelt genutzt

Ultradur B4300 erfüllt in der Steuerung von

Temic verschiedene mechatronische Aufgaben.

Die Standard-Variante B4300G6, die

über 30 Prozent Glasfasern verfügt, bringt

alle nötigen mechanischen und chemischen

Eigenschaften mit, zum Beispiel Dimensionsstabilität,

um dem heißen Getriebeöl

widerstehen zu können: Vom Kunststoff

fixierte Halbleitersensoren dürfen auch unter

Temperatur- und Öl-Einwirkung ihre Position

nicht verändern. Demgegenüber wird

von der mit Glaskugeln verstärkten Type

B4300K6 zusätzlich besonders hohe Isotropie

verlangt, damit kein Öl in die Strukturen

eintritt. Für das Spritzgießen des Kunststoffs

ist Firma Swoboda in Wiggensbach/Allgäu

zuständig. Continental Temic ist Spezialist

auf den Gebieten Fahrwerkelektronik, Motormanagement

und Getriebesteuerungen,

elektrische Antriebe und Komfortelektronik.

Weitere Informationen: www.ultradur.de


Ein Gerät, das trocknet und

bügelt? Geht nicht gibt’s nicht.

Dachten sich die Ingenieure von

Fagor. Sie schufen endlich die Erlösung

für Hausmänner und –frauen.

Und griffen dabei auf den Spezialkunststoff

Luran ® S zurück.

„Am Golfschwung zu arbeiten ist wie ein

Hemd zu bügeln. Kaum ist man mit der

einen Seite fertig, ist die andere wieder

voller Knitter“, sagte einmal Profigolfer

Tom Watson. Um die Hausarbeit muss er

sich ab sofort weniger Sorgen machen.

Denn das spanische Unternehmen Fagor,

in Europa einer der führenden Hersteller

von Haushaltsgeräten, erfüllt mit dem neuen

„Driron“ endlich den Traum von einem

Gerät, das die Wäsche nicht nur trocknet,

sondern auch gleich bügelt. Auf Grund der

hohen mechanischen Belastungen, denen

die Kunststoffe an den Innenseiten des

Geräts ausgesetzt sind, haben sich die

25

Wäsche trocknen und bügeln kann nur einer: der Driron von Fagor.

Das bisschen Haushalt...

Der neue „Driron“ erledigt das Bügeln nebenbei

Fagor-Techniker für den Spezialkunststoff

Luran S entschieden, dem ASA (Acrylnitril-Styrol-Acrylester-Copolymer)

aus dem

PlasticsPlus-Sortiment der BASF.

Falten

werden eingedampft

Driron ist das Ergebnis einer dreijährigen

Forschungs- und Entwicklungsarbeit, die

auf einem einfachen Konzept beruht. Die

Kleidung wird in der Maschine auf den

eingebauten Kleiderbügeln aufgehängt und

mit Hilfe von großen Klammern beschwert.

Dampf trocknet und glättet die Falten.

Ausschlaggebender Grund für den Einsatz

von Luran S waren seine hohe Oberflächenqualität

und Farbstabilität. So sind

gerade bei Qualitäts-Haushaltsgeräten

Kunststoffe gefordert, die ihre Farbe auch

nach Jahren beibehalten und nicht vergilben

oder verkreiden. Luran S besitzt diese

Anwendungen

Eigenschaften auf Grund eines Bestandteils:

des speziellen Acrylatkautschuks.

Durch ihn behalten aus Luran S hergestellte

Bauteile ihre Farbe auch über mehrere

Jahre hinweg. „Im Vergleich zu Standardkunststoffen

wie Polypropylen verbindet

Luran S hohe Oberflächenqualität und

gute mechanische Eigenschaften“, erklärt

Beinat Otxoa, Entwicklungsingenieur

von Ibai, einem Unternehmen der Fagor-

Gruppe, das die Vermarktung des neuen

Gerätes verantwortet. Darüber hinaus

fanden die Fagor-Entwickler in Luran S ein

Material, das auch bei Temperaturen um

130 Grad Celsius seine Form beibehielt

und nichts an seiner Dimensionsstabilität

einbüßte. Fagor beabsichtigt, in den

kommenden drei Jahren 40.000 Geräte zu

verkaufen.

Weitere Informationen:

www.luran-s.de,

www.fagor.com


Märkte und Produkte

Wendig und schnell wie ein Delphin

Vier Firmen entwickeln neues Kunststoff-Verarbeitungsverfahren

für Autoinnenbauteile

Delphine gelten als verspielte,

intelligente Tiere, die sich optimal

an das Leben im Wasser

angepasst haben. Mit ihrem stromlinienförmigen

Körper erreichen sie

Schwimmgeschwindigkeiten von bis

zu 55 Kilometern pro Stunde. Und sie

haben seit Jahrhunderten Schriftsteller,

Fernsehmacher, Forscher inspiriert

– und jetzt auch vier Unternehmen, die

zusammen ein neues Verfahren zur

Kunststoffverarbeitung von Automobilinnenbauteilen

entwickelt haben.

Sein Name: Dolphin. Damit können Sandwichbauteile

– Instrumententafeln, Mittelkonsolen

oder Handschuhfächer – schnell

und kostengünstig hergestellt werden.

Während die neue Spritzgießmaschine

26

von der Firma Engel, Österreich, und das

neuartige Werkzeug von Georg Kaufmann

Formenbau, Schweiz, entwickelt wurden,

brachten die Kunststoffhersteller BASF und

P-Group eine Kombination aus zwei aufeinander

abgestimmten Polyestern (PBT) –

Ultradur ® und Pibiflex ® – in das Projekt ein.

Eine Maschine – zwei

Kunststoffe – ein Sandwich

Das Dolphin-Bauteil entsteht in zwei Schritten

an einer Multifunktions-Spritzgießmaschine.

Dabei wird der Träger des Bauteils

im klassischen Spritzguss aus PBT hergestellt

und dann mit einem chemisch verwandten

Spezialpolyester umschäumt. Im

Vergleich zur konventionellen Fertigung von

Die pfiffigen Meeres-Säuger standen als Namensgeber Pate für das neue Verarbeitungsverfahren

Dolphin.

mehrschichtigen Schaumteilen ist das neue

Verfahren deutlich schneller, ökonomischer,

einfacher, und es bringt logistische Vorteile.

Für Autos der gehobenen Klasse lassen

sich so Instrumententafeln gestalten, die

bisher aufwendig in drei Verfahrensschritten

und aus unterschiedlichen Kunststoffen

gefertigt wurden.

Werkzeug

und Maschine

Die neu entwickelte Anlage auf Basis der DUO-

Baureihe von Engel beinhaltet zwei gekoppelte

Spritzgießeinheiten. Nachdem der PBT-Träger

gespritzt ist, dreht sich das Mittelteil des

Wendeplatten-Werkzeugs, so dass der Träger

anschließend mit einem begasten Spezialpolyester

umschäumt werden kann. Insbesondere

für diesen zweiten Schritt hat das Dolphin-

Team ein spezielles Werkzeug entwickelt. Das

Besondere des Verfahrens: Die Schaumkomponente

bildet direkt an der Werkzeugoberfläche

eine geschlossene, porenfreie Haut. Damit

kann sie überall dort im Auto eingesetzt werden,

wo der Blick auf eine ästhetisch gestaltete

Ausstattung fallen soll.

Zwei Polyester im Verbund:

gespritzt und geschäumt

P-Group, italienischer Produzent von technischen

Kunststoff-Spezialitäten, trägt mit

seinem gut schäumbaren thermoplastischen

Polyester Pibiflex ® zum Konzept bei. Der

Werkstoff ist in Härte und Haptik individuell

einstellbar und deckt so ein breites Spektrum

von Anforderungen ab. Die BASF kann mit

Ultradur S4090 GXI High Speed einen glasfaserverstärkten

PBT/ASA-Blend beisteuern,

der für Instrumententafeln optimiert wurde

und außerordentlich gut an dem chemisch

eng verwandten Pibiflex haftet.

Weitere Informationen: www.ultradur.de


Fast schon ein Kunstwerk

Berstdruckfestes BASF-Polyamid für formschöne

Motorabdeckung von Mahle

Eine futuristisch anmutende Motorabdeckung

mit integriertem

Luftfilter ist den Entwicklern

bei MAHLE Filtersysteme in Öhringen

gelungen.

Mahle fertigt das große Bauteil mit dem

ansprechenden Design für die V8-Motoren

von DaimlerChrysler. Eingesetzt wird

Ultramid ® B3WG6 GP der BASF, ein mit 30

Prozent Glasfasern verstärktes Polyamid

6. Das Material weist eine Kombination

aus besonders hoher Berstdruckfestigkeit

und sehr guter Dimensionsstabilität auf. Es

ermöglicht durch seine Oberflächeneigen-

27 Anwendungen

schaften ästhetische Produkte und wurde

ursprünglich speziell für die Fertigung von

Ansaugmodulen entwickelt.

Für viele Kunden ist Ultramid B3WG6 GP

ein Universalprodukt. Sie verwenden den

Werkstoff nicht nur bei Saugrohr-Entwicklungen,

sondern auch für Luftfilter und Tank-

Innenfilter. Das BASF-Polyamid bietet eine

fast doppelt so hohe Berstdruckfestigkeit

wie herkömmliche PA-Typen und gestattet

darüber hinaus nicht nur ein glattes, sondern

auch ein strukturiertes Oberflächendesign.

Weitere Informationen: www.ultramid.de


Märkte und Produkte

Manche mögen’s heiß

Terluran ® HH im neuen Lada Kalina

Sonne und Regen, Hitze und Kälte,

Sturm und sanfte Brise – Gegensätze

ziehen sich bekanntlich an

und prallen manchmal direkt aufeinander.

Wohl kaum ein Gegenstand des täglichen

Lebens ist dabei den Launen der Natur so

ausgesetzt wie das Auto. Das temperaturbeständige

und formstabile Terluran ® HH

(„High Heat“) trägt dazu bei, dass es seinen

perfekten Look behält. Es steckt nämlich

in den Rückscheinwerfern des neuen Lada

Kalina und sorgt so dafür, dass er anderen

schöne Augen machen kann – egal bei

welchem Wetter.

Hohe Wärmeformbeständigkeit

und einfache Verarbeitung

Lada ist der Markenname des russischen

Fahrzeugherstellers AvtoVAZ. Gegründet

1966 aufgrund eines Beschlusses der

sowjetischen Regierung, nahm das Unternehmen

im Jahre 1971 in enger Kooperation

mit Fiat die Produktion von PKWs auf.

Ursprünglich hießen die Fahrzeuge Shiguli,

aber für den Export wurde der Name „Lada“

in einer internen Ausschreibung von einem

findigen Mitarbeiter gewählt – und setzte

sich aufgrund seiner einfachen Aussprache

durch.

Heute ist Lada der größte Autohersteller in

Russland und Osteuropa, dessen Hauptwerk

sich in Taglietti, am Mittellauf der Wolga,

befindet. Das Unternehmen exportiert in

die ganze Welt und verkauft nach eigenen

Angaben mehr als 750.000 PKWs jährlich.

Seit September 2006 ist der Kompaktwagen

Lada Kalina, jüngster Spross einer

28

mittlerweile gereiften Modell-Palette, auch

in Westeuropa erhältlich. „Der Neue soll’s

richten“ – ist die Devise der russischen Autobauer

und gleichzeitig Zielvorgabe für den

Kalina. Denn der soll in der heißumkämpften

Golf-Klasse mitmischen und wichtige

Marktanteile erobern – das

Gros seiner Automobile

setzt Lada

nämlich immer

noch im eigenen

Land ab. Um für

diese Herausforderung

gerüstet zu

sein, hat Lada

ein optisch

ansprechendes

Auto entworfen,

das

für wenig

Geld eine

umfangreiche

Ausstattung

bietet. Die

BASF ist dabei

am „Gesicht“ des

Autos beteiligt.

Denn das Gehäuse

des Rückscheinwerfers

besteht mit Terluran

HH aus einem hitzeresistenten

ABS des Ludwigshafener

Chemieunternehmens. Die Autobauer

ersetzen mit Terluran HH,

das aus dem Plastics Plus-

Sortiment der BASF stammt, das

bisher verwendete PC/ABS.

Durch das neue Material, werden gegenüber

PC/ABS die Vorbehandlung zur Metallisierung

und damit Kosten eingespart.


29 Märkte und Produkte

Lada Kalina: Das

Gehäuse des

Rückscheinwerfers

besteht aus

Terluran HH.

BASF-Sales-Manager Alexey Sidyakin, der

Lada bei der Umstellung auf Terluran HH

begleitet hat, diskutiert zur Zeit mit dem

russischen Automobilbauer auch andere

Einsatzmöglichkeiten des Materials, das den

Designern großen kreativen Spielraum lässt.

So ist geplant, auch Teile des Armaturenbretts

und des Handschuhfachs aus

dem Spezialkunststoff zu fertigen.

Die Kooperation zwischen der

BASF und dem russischen

Automobilbauer steht im

Zeichen der guten wirtschaftlichen

Beziehungen

zwischen beiden

Ländern; schließlich

ist Deutschland der

wichtigste Handelspartner

Russlands.

Und doch ist diese

deutsch-russische

Partnerschaft

außergewöhnlich.

Denn

normalerweise

sind rund 80

Prozent der aus

Deutschland ausgeführten

Güter sogenannte Fertigwaren, also

Maschinen, Fahrzeuge, elektrotechnische

Produkte etc. Terluran HH kommt jedoch als

Rohware beim russischen Zulieferer an und

wird dort in die richtige Form gegossen. Der

fertige Scheinwerfer wird dann bei Lada endmontiert

und vervollständigt die freundliche

Heckpartie des Autos.

Weitere Informationen:

www.terluran-hh.de


Vermischtes

Wo Ingenieure auf Autos schießen

– schneidend peitscht eine Kugel durch die

Luft und trifft eine Autotür. Ein paar Räume weiter

„Peng“

rummst es ebenfalls gewaltig – eine Bohrmaschine

ist aus zwei Metern Höhe auf den Boden gefallen.

Bauteile zerstören, damit sie am Ende umso sicherer und belastbarer

sind – das ist die Aufgabe von Dr. Werner Wilhelm Kraft, Leiter

der Bauteilprüfung und -entwicklung für die technischen Kunststoffe

der BASF.

Dort testen er und seine neun Mitarbeiter: Wie lange dauert es,

bis das Material unter bestimmten Bedingungen spröde wird?

Wie hoch kann der Druck sein, bis ein Kunststoffbauteil birst? Aus

welcher Höhe kann ein Gehäuse fallen, ohne dass es zerbricht – wie

30

In der Bauteilprüfung werden Kunststoffanwendungen auf Herz und Nieren getestet.

Die BASF-Bauteilprüfung begleitet Kunden

von der Konzeption bis zur Fertigung ihrer Produkte

eben die Bohrmaschine? Doch das Team prüft nicht nur und macht

Messungen: „Zum einen beraten wir unsere Kunden auch, wie sie ihre

Bauteile aus unseren Kunststoffen optimieren können. Der Kunde kann

uns zeigen, wo genau er Hilfe braucht“, erklärt der Maschinenbauingenieur

Kraft. „Und zum anderen begleiten wir mit den Kollegen von der

Anwendungsentwicklung den gesamten Entwicklungsprozess von der

Konzeption des Bauteils bis zur Fertigung.“

Mit einer Hochgeschwindigkeitskamera zum Beispiel können er und

seine Mitarbeiter verfolgen, an welcher Stelle genau das Bauteil bricht

oder wie es sich verbiegt. Anhand der Aufzeichnungen leiten sie Tipps

ab, was an der Form verbessert werden könnte. Diese Tests lieferten

beispielsweise einen wichtigen Beitrag für das Design des Lower


31

Bumper Stiffeners (LBS), der zusammen mit Opel hauptsächlich mit

rechnergestützten Methoden (CAE - computer aided engineering)

entwickelt wurde. Der LBS ist ein Kunststoff-Bauteil unter der vorderen

Stoßstange des Autos und kann bei einem Zusammenstoß mit einem

Fußgänger das Risiko schwerer Knieverletzungen reduzieren.

Großteil der Kunden

aus Automobilindustrie

Hauptsächlich testen Kraft und seine Mitarbeiter Bauteile für

die Automobilindustrie. Kotflügel, Kühlwasserrohre, Ölwan-

Vermischtes

So sieht es aus, wenn optische Tests zur Verformungs- und Schwingungsanalyse von Autobauteilen ablaufen.

nen, Sauganlagen oder Luftfilter: Die verschiedensten Formen

werden im Fallschacht, in der Schießanlage, im Shaker (einem

großen Vibrationstisch, mit dem Schwingungen simuliert werden),

im akustischen sowie im optischen Labor untersucht. Und

wenn für ein Teil ein geeigneter Test noch nicht vorhanden ist,

dann entwirft und baut sein Team – bestehend aus Ingenieuren

der Fachgebiete Maschinenbau, Verfahrens- und Nachrichtentechnik

sowie Schlossern, Technikern und Elektrikern – die

Prüfvorrichtung oder entwickelt auch die Software dafür. Kraft:

„Seit zehn Jahren arbeite ich nun schon in der Bauteilprüfung

– und es war noch keinen Tag langweilig!“ Und schießt auf die

nächste Autotür.


Dr. Keun, geschäftsführenderGesellschafter

von Comprisetec,

vor einem

der eingefärbten

Handläufe.

Anwendungen

32

Aufstieg garantiert

Handläufe für Rolltreppen aus TPU

Praktisch ist es, in Kaufhäusern,

Flughäfen und Bahnhöfen sowie

anderen öffentlichen Gebäuden

mal schnell auf die Rolltreppe zu

springen und in die nächste Etage zu

schweben. Gut ist es auch, wenn man

einen angenehmen Handlauf hat, an

dem man sich sicher festhalten kann.

Aber wer macht sich schon Gedanken,

aus welchem Material die Dinge sind,

die das tägliche Leben erleichtern?!

Bei Handläufen war es bisher zumeist ein

vulkanisierter Kautschuk in einem neutralen,

aber langweiligen Schwarz, doch

mit Polyurethan (PUR) geht es noch besser.

Gemeinsam mit dem Kunden CompriseTec,

Hamburg, und der TU Hamburg-Harburg

sowie in Kooperation mit ThyssenKrupp

Fahrtreppen GmbH haben die PUR-Spezialisten

bei Elastogran eine neue PUR-Rezeptur

entwickelt, die sich speziell für Rolltreppen-Handläufe

eignet. Mit Elastollan, dem

thermoplastischen Polyurethan-Elastomer,

lassen sich nun technisch ausgeklügelte

Handläufe in leuchtenden Farben fertigen.

Und vorbei sind die Zeiten des eintönigen

Schwarz oder Mausgrau.

Jetzt kommt

Farbe ins Spiel

Möglich macht es ein junges und extrem

dynamisches Unternehmen aus Hamburg:

Comprisetec. Und dahinter steckt vor allem

ein kluger Kopf: der geschäftsführende

Gesellschafter Dr. Dipl.-Ing. Christian-André

Keun. Die offizielle Firmengründung erfolgte

Anfang 2006, aber das Know-how hat sich

der clevere Geschäftsmann als Forschungsdirektor

bei der New York-Hamburger

Gummiwaaren Compagnie erarbeitet. Das

junge Unternehmen, eigentlich noch in der

Start-up-Phase, steckt nicht nur voller Ideen

und Ziele, sondern hat bereits die Produktion

kräftig angekurbelt. „Das ist eine höchst

spannende Phase, in der alles klappen

muss“, so Keun, der zwischen der Extrusion

der Handläufe bei ProPolytec in Nürnberg

und der Konfektionierung in Hamburg hin

und her pendelt und stets zur Stelle ist,

wenn gerade ein Problem auftaucht.

In Kooperation mit ThyssenKrupp Fahrtreppen,

Hamburg, werden die ersten bunten

Handläufe konfektioniert und ausgeliefert.

Der erste Handlauf in leuchtend kräftigem

Blau geht nach Toulouse, der zweite, in

Gold, geht nach Dubai. Das ist ein ganz


spezieller Auftrag, erklärt Keun: Die Handläufe

werden in die VIP-Gangway eines

Privatjets eingebaut und sollen in dem

goldglänzenden Farbton eine besonders

hochwertige Ausstrahlung haben“. Als

„shop in shop“ bei ThyssenKrupp, einem

der führenden Rolltreppen-Hersteller weltweit,

können die Expertise in der Handlaufkonstruktion

und die Erfahrungen mit polymeren

Werkstoffen ideal zusammenlaufen.

Zudem kann CompriseTec das bestehende

Servicenetzwerk von ThyssenKrupp effizient

nutzen. An zwei weiteren Standorten von

ThyssenKrupp, in China und Spanien, ist

jetzt der Aufbau weiterer Extrusionsanlagen

geplant.

Nur zwei

Komponenten

Das Produkt: Eigentlich ein Nebenprodukt

der Dissertation, aber wie so oft

ergeben sich auf diese Weise echte

Verkaufsschlager (man denke nur an

Teflonpfannen als Nebenprodukt der

Raumfahrttechnik). „Als die Idee aufkam“,

erzählt Keun, „habe ich bei vielen großen

Firmen angefragt. Die meisten haben

gelacht – Elastogran hat das Projekt

ernst genommen und sich konstruktiv

an der Entwicklung beteiligt. Und“, so

fügt er schmunzelnd hinzu, „Elastogran

hat ganz schön viel Geduld bewiesen“.

Heute gibt es ein marktreifes Produkt,

das viele Vorteile gegenüber den herkömmlichen

Kautschuk-Handläufen hat.

Der TPU-Handlauf besteht nur noch aus

zwei Komponenten: dem Griffstück aus

Elastollan, dem Polyurethan-Elastomer,

und einer mehrdimensionalen textilen

Verstärkung, die dem Bauteil Stabilität

und Steifigkeit verleiht. Der besondere

Vorteil entsteht durch die Verfahrenstechnik:

Durch Extrusion werden beide Komponenten

zu einem Faserverbundbauteil

33

verarbeitet, das in einer kontinuierlichen

Produktion hergestellt werden kann, die

wertvolle Zeit und Energie spart. Die

gesamte Herstellung ist einfacher als der

aufwendige Vulkanisierungsprozess für

Kautschuk mit einem komplexen mehrschichtigen

Aufbau und einem erhöhten

Zeit- und Materialaufwand.

Das thermoplastische Polyurethan erfüllt

alle physikalischen Anforderungen, die

für den Handlauf wichtig sind: Neben

der nötigen Festigkeit und Biegsamkeit,

damit das Profil gut über die Räder angetrieben

werden kann, aber auch leicht

und leise über die Balustrade gleitet,

muss das Material robust und langlebig

sein. Für Elastollan kein Problem, und es

ist zudem noch optisch attraktiv, da die

Oberfläche glatt und leicht glänzend ist.

Fluoreszierende

Schönheit

Der extrudierte Handlauf ist zudem beliebig

einfärbbar und – wenn gewünscht

– auch mit speziellen Farbeffekten zu

erhalten, fluoreszierend zum Beispiel

oder mit Perlmutteffekt. Die Oberfläche

ist besonders glatt und geschlossen,

daher unempfindlich gegen Verkratzungen

und Schmutz. „Das ist ganz wichtig bei

öffentlichen Gebäuden“, so Keun. „TPU

ist leicht zu reinigen und gut zu reparieren,

selbst wenn mal jemand versucht hat, den

Handlauf mit einem Messer zu beschädigen.“

Außerdem ist Elastollan beständig

gegen Ozon und UV-Belastung und somit

auch geeignet bei Außenanwendungen.

Auch für die Textilverstärkung wurde ein

spezielles Verfahren entwickelt, das seine

Ursprungsidee in der traditionellen Spitzenklöppelei

hat, seit einigen Jahren bei

technischen Textilien genutzt wird und vor

allem in der Luft- und Raumfahrttechnik

eingesetzt wird.

Anwendungen

Ganz nebenbei hat der Handlauf aus TPU

auch noch Vorteile für die Umwelt, denn

er ist 20 Prozent leichter und spart damit

Energiekosten. Und welche neuen Produkte

daraus gezaubert werden können,

wenn er einmal ausgetauscht werden

muss - dazu wird CompriseTec bestimmt

auch bald eine gute Idee haben. Denn

neben dem Produktionsaufbau für die

PUR-Handläufe hat der clevere Manager

auch eine Consulting-Sparte im Unternehmen,

die nicht nur klassische Unternehmensberatung

macht, sondern vor

allem spezialisiert ist auf Beratung bei

Polymerwerkstoffen, Werkstoffauswahl

und Produktdesign.

Und wie wird es mit dem vielversprechenden

Unternehmen weitergehen?

„Zunächst müssen wir die technischen

Details optimieren“, so Keun, „schließlich

haben wir eine komplexe Verfahrenstechnik

zu beherrschen. Aber das hat

auch Vorteile, denn so schnell macht uns

das keiner nach.“ Eine gute Produktidee

und die richtige Werkstoffauswahl, das

sind die Zutaten, aus denen man ein

erfolgreiches Geschäft machen kann.

Für den Jungunternehmer heißt das

aber auch ein gutes Marketingkonzept

zu entwickeln. „Wir haben ein kleines,

sehr attraktives Produkt“, erläutert Keun

seine Philosophie, „nun müssen wir nach

erfolgreichem Produktionsstart die Möglichkeiten

unseres maßgeschneiderten

Handlaufs an den richtigen Stellen bekannt

machen. Und dann können wir die

Vorteile des Herstellungsverfahrens für

andere Produkte nutzen.“ Für Produkte

mit TPU versteht sich. Man darf gespannt

sein, was CompriseTec in den nächsten

Jahren so alles entwickeln wird, mit den

pfiffigen Handläufen geht die Fahrt jedenfalls

eindeutig nach oben.

Weitere Informationen: www.comprisetec.de,

www.elastogran.de


Märkte und Produkte

Familienzuwachs

Zwei neue HD-Produkte ergänzen das Medizintechniksortiment der BASF

Medizintechnik – wohl in kaum

einem anderen Gebiet kommt

es so sehr auf eine zuverlässige

Beziehung zwischen Kunststoff- und

Produktherstellern an. Nun bekommt

die „HD-Familie“ im PlasticsPlus-Sortiment

der BASF Zuwachs – gleich zwei

neue Produkte unterstützen die Hersteller

der kleinen und großen Helfer in der

Heilkunst.

Beispiel Diabetes: Zwei bis drei Prozent

der Bevölkerung sind in China von dieser

weltweit verbreiteten Blutzucker-Krankheit

betroffen, in Indien und Deutschland je etwa

sechs, in einigen Ländern des Nahen Ostens

sogar über zwölf Prozent. Für ihre Behandlung

sind mobile Blutzuckermessgeräte

wichtig – schließlich muss der Erkrankte den

34

Stand des Blutzuckers ständig kontrollieren,

auch unterwegs. Klar, dass so ein Gerät

nicht zu schwer sein darf, zusätzlich muss

seine Hülle widerstandsfähig gegen Chemikalien

sein.

Hier könnten in Zukunft die beiden neuen

HD-Kunststoffe (HD steht für Health Care &

Diagnostics) der BASF ins Spiel kommen.

„Mit unseren neuen Produkten Terluran ®

HD-15 G3 und Terlux ® 2812 HD bietet die

BASF den Herstellern von Medizintechnik

zwei weitere hochwertige Spezialkunststoffe

in Verbindung mit Servicepaketen, die genau

auf ihre Bedürfnisse abgestimmt sind“, erklärt

Dr. Axel Gottschalk, bei der BASF verantwortlich

für das auf die medizinische Industrie

abgestimmte ABS unter dem Markennamen

Terluran HD.

Anspruchsvoller

Gesetzgeber

Den besonderen

Anforderungen der

Gesundheitsbranche

kommt die

BASF mit zwei

neuen HD-Produkten

nach.

Leicht, stabil, bruchsicher. Dazu hohe Designfreiheit.

Die Vorteile von Kunststoffen liegen auf

der Hand. Doch im Bereich Medizintechnik

fordert der Gesetzgeber mehr. So muss der

Hersteller des Endprodukts dessen Unbedenklichkeit

nachweisen – in Europa werden

die dafür notwendigen Prüfverfahren in der

Norm DIN EN ISO 10993-1 „Biologische

Bewertung von Medizinprodukten“ festgelegt.

Ist die Unbedenklichkeit einmal nachgewiesen,

darf die Zusammensetzung nicht mehr

verändert werden, sonst muss das Produkt

erneut teuer angemeldet werden. Zu den hohen

Kosten der Registrierung kommen die der


Produktentwicklung. „Die Hersteller sind auf

Zulieferer angewiesen, die über einen langen

Zeitraum hinweg gleichbleibende Qualität und

Liefersicherheit garantieren können – und das

Know-how für eine andauernde, gemeinsame

Entwicklungsarbeit mitbringen“, so Dr. Christian

Bonten, Produktverantwortlicher für Terlux,

das transparente ABS der BASF.

Sicherheit durch

Servicepacks

Die HD-Produkte im PlasticsPlus-Sortiment

der BASF verbinden für die Medizintechnik

notwendige Produkteigenschaften mit umfangreichen

Garantieleistungen. Zwei zusätzliche

HD-Produkte stehen nun für zukünftige

Anwendungen bereit. Einer der beiden Neuzugänge:

Terlux ® 2812 HD, ein transparentes

MABS mit einer sehr hohen Fließfähigkeit von

8 cm 3 /10 min. Dieser Kunststoff lässt sich in

Mehrfachwerkzeugen besonders leicht verarbeiten.

So lassen sich besonders komplexe

transparente Bauteile wirtschaftlich fertigen.

35 Märkte und Produkte

Auch feine Oberflächenstrukturen können mit

diesem Material hergestellt werden, darunter

„Lab-on-a-Chip“-Anwendungen, die die sofortige

Auswertung zum Beispiel von Blutproben

ermöglichen.

Das zweite Neumitglied der Familie heißt

Terluran ® HD-15 G3. Dieser mit 15 Prozent

glasfaserverstärkte ABS-Kunststoff ist

besonders robust und daher gut geeignet für

Gehäuseteile mit dünnen Wänden wie die von

Blutdruck-Messgeräten. Der Kunststoff kann

aber zum Beispiel auch in Stechhilfen eingesetzt

werden, mit denen Blut für Messungen

entnommen wird.

Damit ergänzen die beiden Produkte das

bestehende Sortiment aus den Kunststoffen

Terlux ® 2802 HD (siehe plastics 1/2004) und

Terluran ® HD-15 (siehe plastics 1/2006). Alle

HD-Produkte sind hochresistent gegen Chemikalien.

Für das ganze Sortiment stellt die

BASF die Konformität mit der Europäischen

Pharmakopöe sicher – dem europäischen

Arzneibuch, in dem die Vorschriften zur Qualität

von Arzneien enthalten sind. Dazu bekommen

die Hersteller ein sogenanntes Drug

Master File – und damit eine Erleichterung

der aufwendigen und teuren Genehmigungsverfahren.

Dieses wird von der Food and

Drug Agency (FDA) in den USA anerkannt.

BASF verpflichtet sich, die Rezeptur konstant

zu halten. Sollte es doch zu einer Änderung

kommen, zum Beispiel wenn sich Gesetze

ändern, so garantiert das Unternehmen, seine

Kunden mindestens 24 Monate im Voraus zu

informieren.

Wenn es um Gesundheit geht, sind die kleinen

und großen Helfer heute überall dabei. Vom

Inhalator bis zum Computertomographen:

Ohne Kunststoff geht nichts. Der Markt

wächst – in 2004 betrug der Weltmarkt für

Medizintechnik 184 Mrd. EUR, davon über

20 Mrd. EUR in Deutschland. „Derzeit ist der

Anteil der Medizin-Kunststoffe am gesamten

Kunststoffmarkt verschwindend gering“,

so Axel Gottschalk. „Jedoch gehen wir von

einem Marktvolumen von etwa 20.000 Tonnen

in Europa jährlich aus.“ Mit den HD-Kunststoffen

unterstützt die BASF ihre Kunden

auf diesem Wachstumsmarkt und gibt ihnen

Sicherheit für ihre Investitionen.


Anwendungen

Der Samstagmorgen gehört dem

Auto: Vorsichtig manövrieren unzählige

Autobesitzer ihr Gefährt

aus der Garage, parken es vor dem

Haus – und dann geht es los: das Einseifen,

Schrubben, Wienern und Polieren.

Glänzen soll der Stolz des Mannes,

egal, wie viele Kilometer der fahrbare

Untersatz schon hinter sich hat.

Doch kein noch so intensives Putzen

zaubert die makellose Oberfläche und

den Glanz herbei, den das Material nicht

sowieso schon hergibt. Das gilt auch für so

individuell gestaltete Autoteile wie Scheinwerferreflektoren.

Hier kommt es besonders

auf die Verarbeitung an.

Hoher

metallischer Glanz

Vor allem bei spritzgegossenen Scheinwerferreflektoren

aus dem BASF-Hochtemperatur-Kunststoff

Ultrason E (PESU) ist eine

exzellente Oberflächenqualität gefordert,

denn die Bauteile erhalten in der weiteren

Verarbeitung eine hauchdünne Metallschicht.

Dabei werden Oberflächenfehler

nicht kaschiert, sondern durch den hohen

36

Der Stolz der Straße

Hochleistungskunststoff für Scheinwerferreflektoren

kann jetzt noch einfacher verarbeitet werden

metallischen Glanz sogar deutlich verstärkt.

Wird der Kunststoff bei diesen extremen

Anforderungen im Vorfeld nicht ausreichend

getrocknet oder gerät während der Plastifizierung

Luft in die Kunststoffschmelze, kann

es mit gewöhnlichen Schnecken zu Schlierenbildung

und mehr Ausschuss kommen.

Ohne Luft

und Wasser

Doch die BASF-Experten fanden eine

Lösung: Sie haben das Maschinenkonzept

für das Spritzgießen überarbeitet und

gezeigt, dass der Kunde Ultrason nicht

mehr vortrocknen muss, um hochwertige

Produkte zu fertigen. Eine spezielle Entgasungsschnecke

dient dazu, während des

Spritzgießprozesses nicht nur Restfeuchtigkeit,

sondern auch eingeschlossene Luft

zu entfernen. Der gesamte Prozess wird

stabiler, denn Feuchtigkeit und eingezogene

Luft lassen sich so zuverlässig entfernen;

auch beim Wiederanfahren nach einem

Maschinenstillstand treten weniger Probleme

auf. Ohne Vortrocknung können

Ultrason-E-Kunden den Werkstoff deutlich

effizienter und kostengünstiger als bisher zu

anspruchsvollen, makellos glänzenden Bau-

teilen von sehr hoher Qualität verarbeiten.

So macht das Polieren am Samstagmorgen

jetzt noch mehr Spaß!

Weitere Informationen:

www.ultrason.de


Nachrichten/Termine

Cooler Neuzugang

Neues Polystyrol der BASF für Kühlschränke

Polystyrol ESCRimo – so heißt

eine neue Polystyrol-(PS)Type der

Geschäftseinheit Styrenic Polymers

Europe der BASF, die sich besonders für die

Herstellung von Kühlschrank-Innenverkleidungen

eignet. Das Produkt ist im Vergleich

zu seiner Vorgänger-Type PS 2710 wesentlich

widerstandsfähiger gegen Spannungsrissbildung.

Außerdem weist ESCRimo eine

um fast 50 Prozent erhöhte Kerbschlagzähigkeit

(Charpy) auf.

„Auch eine so reife Produktklasse wie Polystyrol

entwickeln wir kontinuierlich weiter“,

so Hans-Dieter Schwaben, Produktmanager

für Polystyrol Europa. Das PS-Sortiment

der BASF ist heute sehr schlank, jede einzelne

Type wird jedoch permanent an die

Kundenbedürfnisse angepasst, so dass

die Produkte stets ein optimales Kosten-

Nutzen-Verhältnis aufweisen. Durch seine

Beständigkeit gegen Fette und Öle eignet

sich ESCRimo auch für Lebensmittelverpackungen.

Die Vorgängervariante wird in

der Geschäftsregion Europa bis zum 30.

Juni 2007 aus dem Sortiment genommen.

Derzeit ist eine neue Broschüre zu Polystyrol

vom Verband Plastics Europe erhältlich.

Weitere Informationen: www.plasticseurope.org

Brasilplast

Vehicle Dynamics

Ligna

Chinaplas

Plastpol

Internationale

Automobilausstellung IAA

K 2007

Lineapelle

Interbuild

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Besonders widerstandsfähig: Kühlschränke aus dem neuen Polystyrol ESCRimo.

Wichtige Termine

Unter anderem auf folgenden Messen wird die BASF mit einem Stand vertreten sein:

7. – 11. Mai 2007

8. – 10. Mai 2007

14. – 18. Mai 2007

21. – 24. Mai 2007

29. Mai – 1. Juni 2007

13. – 23. September 2007

24. – 31. Oktober 2007

Oktober 2007

28. Oktober – 1. November 2007

Sao Paulo, Brasilien

Stuttgart, Deutschland

Hannover, Deutschland

Guangzhou, China

Kielce, Polen

Frankfurt, Deutschland

Düsseldorf, Deutschland

Bologna, Italien

Birmingham, Großbritannien


Kurzmeldungen

11.111.111 Quadratmeter …

… Palusol ® wurden von der BASF

in den letzten 40 Jahren produziert

– dies entspricht einer Fläche von

über 1.500 Fußballfeldern. Der nichtbrennbare

Baustoff, der vorwiegend

in Brandschutztüren zum Einsatz

kommt, wird in der Größe von 1,10

Metern Breite und 2,10 Metern Höhe

verkauft. Mit den neuen Palusol SW

Sandwichplatten, die aus hochdichten

Faserplatten (HDF) und Palusol-

Brandschutzplatten zusammengeklebt

werden (siehe plastics 2/2006),

steht nun auch eine Weiterentwicklung

des Produkts zur Verfügung.

Palusol besteht im Wesentlichen aus

Natriumsilikat, das sich schon ab

100 Grad Celsius aufbläht und zu

einem feinporigen, druckfesten und

nicht brennbaren Schaum wird.

Der füllt sich bei einem Brand in

die Fugen und Spalten rund um die

Sicherheitstür und verhindert so das

Durchdringen von Feuer und Rauch

– zumindest für eine vorgegebene

Zeit von 20 bis 120 Minuten, je nach

Verarbeitung.

39

Kurzmeldungen

Big Bertha spuckt 500 000ste

Tonne Ultradur aus

Die 500 000ste Tonne Ultradur ® (PBT)

lief vor kurzem in der Kompoundieranlage

in Schwarzheide vom Band.

Verwendet wird der technische

Kunststoff hauptsächlich im Automobil

für Elektronikbauteile. Die

Kompoundieranlage in Schwarzheide

startete ihren Betrieb im Jahr 1993.

Während mit einem Standardextruder

anfangs eine Tonne pro Stunde

produziert werden konnte, wird heute

ein Megaextruder eingesetzt. Mit „Big

Bertha“, so sein Spitzname, schaffen

die Mitarbeiter nun ein Vielfaches

der bisherigen Leistung. „Wir sind

Marktführer in Europa und liefern aus

Schwarzheide in die ganze Welt“,

so Betriebsleiter Steffen Grzesch.

Zu den größten Abnehmern von

Ultradur gehört die Firma Tyco, die

einer der weltweit führenden Hersteller

elektronischer Bauelemente

ist. Grund genug, diesem Kunden

die Jubiläumstonne feierlich vor dem

Gesellschaftshaus in Ludwigshafen

zu übergeben.

Fax-Antwort an die Redaktion

Ja, ich möchte gewinnen.

Ich wünsche weitere

Informationen zu

Basotect ®

Ultraform ®

Luran ® S

designfabrik

Ultradur ®

Ultramid ®

Terluran ® HH

Terlux ® HD/Terluran ® HD

Ultrason ®

Polystyrol ESCRimo

® = Reg. Marke der BASF Aktiengesellschaft

Elastoflex ® E

Elastollan ®

® = Reg. Marke der Elastogran GmbH

Name

Firma

Straße

PLZ/Ort

Land

Telefon

BASF Aktiengesellschaft

Redaktion „plastics“

KS/KC – E 100

Fax: +49 621 60-49497

Impressum

plastics

Andere:

Fax Redaktion:

David Baumgart, KS/KC,

(verantwortlich)

Dr. Ulla Biernat, KS/KC

Karen Kling, BASF Aktiengesellschaft

Tina Fries, BASF Aktiengesellschaft

Dr. Sylvia Kaufmann/Elastogran

Chris Wilson/BASF UK

Kathy Dennis, BASF North America

AiLin Tan, BASF South East Asia

Ian DeSouza, BASF South East Asia

Herausgeber:

BASF Aktiengesellschaft

KS/KC – E 100

67056 Ludwigshafen

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