NFV_04_2008 - Rot Weiss Damme

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16_17Behinderte 21.03.2008 20:41 Uhr Seite 16

Portrait

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Charmant und natürlich gab sich Steffi Jones beim Pressegespräch in der Havanna-Lounge über dem GOP Varieté-Theater in Hannover. Dort fand anschließend

die Ehrung für Marlies Pille als niedersächsische Behindertensportlerin des Jahres statt. Foto: Arp

Von MANFRED FINGER

Küsschen links, Küsschen rechts. Der

Geburtstag von Ansgar Nieberg

wurde gekrönt durch die „Kaiserin“.

Spontan und herzlich gratulierte Steffi Jones

dem Leiter des NFV-Präsidentenbüros,

als am Ende des Pressegesprächs der

Hinweis auf seinen Ehrentag fiel.

Gegenüber der Oper von Hannover

hatte Niebergs Chef, DFB-Vizepräsident

Karl Rothmund, einen Termin für ausgewählte

Medienvertreter organisiert. In der

noblen Havanna-Lounge an der feinen

Georgstraße stellte sich die „Ikone des

Frauenfußballs“ (Hessischer Rundfunk)

den Fragen der Journalisten. Charmant,

natürlich und wie immer „gut drauf“

unterstrich Steffi Jones eindrucksvoll, warum

die Wahl zur Präsidentin des Organisationskomitees

(OK) für die Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft

2011 in Deutschland

nur auf sie fallen konnte.

„Ich bin ja jetzt die Kaiserin“, wird

Jones Stunden später auf der Bühne des

April 2008

Die Kaiserin der Herzen

GOP-Varieté Theaters sagen. Dieses liegt

im Erdgeschoss des Gebäudes mit der

Havanna-Lounge und ist an diesem

Abend Schauplatz der Ehrung zum

niedersächsischen „Behindertensportler

des Jahres“. Als Laudatorin ist das

„Frankfurter Mädchen“ (Jones) in Begleitung

von OK-Pressesprecher Jens Grittner

aus ihrer Heimatstadt angereist. Der von

den Medien gleich nach ihrer Berufung

zur OK-Chefin 2011 gezogene Vergleich

mit Franz Beckenbauer liegt auf der

Hand. Ähnlich wie der „Kaiser“ wurde

Steffi Jones in einem Arbeiterviertel (Bonames)

groß, machte als Libero Karriere,

spielte in den USA (Washington Freedom)

und darf nun wie er eine Weltmeisterschaft

im eigenen Land organisieren.

Wer die 35-Jährige während ihres

Aufenthaltes in der niedersächsischen Landeshauptstadt

über Stunden begleitet, erlebt

eine Frau, die vor allem eines auszeichnet:

viel, viel Herz. Besonders deutlich

wurde dies in den Minuten nach der Bekanntgabe

des neuen „Behindertensport-

ler des Jahres“. Als erste Frau, erste Vertreterin

des Fußballs sowie erste geistigbehinderte

Sportlerin hatte Marlies Pille

aus Vechta soeben die vom Behinderten-

Sportverband Niedersachsen (BSN) veranstaltete

Wahl gewonnen und sah sich auf

der Bühne von zahlreichen Gratulanten

umgeben. Trotz oder gerade wegen der

vielen Menschen wirkte sie aber einsam

und verloren. Das Blitzlichtgewitter der Kameras,

die Wünsche der Fotografen, der

ganze Trubel – all dies musste sie erst einmal

sacken lassen. Bei der Verarbeitung

half Steffi Jones, legte fast schützend den

Arm um sie, flachste mit ihr und lotste sie

sicher durch das Geschehen.

Die Schulter, die Steffi Jones ihr bot,

ist für Marlies Pille keine unbekannte. Beide

schätzen sich aus der Vorbereitungsphase

für die Special Olympics 2007 in

Shanghai. „Steffi hat uns ganz viele und

tolle Tricks gezeigt, die uns geholfen haben“,

berichtete Marlies Pille, die mit dem

deutschen Team in China den vierten Platz

belegte, bei der Kandidatenvorstellung. ➤

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