Sachbericht Kinder- und Jugendtelefon - Deutscher ...

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Sachbericht Kinder- und Jugendtelefon - Deutscher ...

1.2 Konzeptionelle Grundlagen, Prämissen u. Ziele und Inhalte

Das Kinder- und Jugendtelefon ist für alle Sorgen und Nöte der AnruferInnen offen.

Prinzipiell können alle Themen angesprochen werden. Zielgruppe sind alle

Minderjährigen, für die durch die Anonymität und Kostenfreiheit ein äußerst

niedrigeschwelliges Angebot existiert. Mit ihren Handys können sie auch ohne Guthaben

von unterwegs aus anrufen, ohne dass Eltern oder andere Leute davon erfahren. Die

Arbeit in Schulen zeigt auch immer wieder, dass den meisten Jugendlichen das Angebot

bekannt ist, viele kennen auch die Nummer auswendig.

Das Sorgentelefon baut auf dem ehrenamtlichen Engagement der BeraterInnen auf.

Deren Freiwilligkeit und damit oft auch vermutete „psychologische Laienhaftigkeit“ baut

Berührungsängste ab und birgt einige weitere Vorteile für die AnruferInnen. Unabhängig

davon, dass Hauptamtliche wahrscheinlich schnell ausgebrannt wären und eine Routine

entwickelten, welche der Beratungsqualität zuwiderliefe, zeigt die Forschung Faktoren,

welche zum Beratungserfolg beitragen und bei nichtprofessionellen Helfern

ausgeprägter sind. Dazu gehören, neben stärkerem Enthusiasmus und Motivation, auch

Geduld und „mitmenschliche Wärme“ (Wieners, 1995, S. 45). Selbstverständlich ist eine

professionelle Begleitung der Ehrenamtlichen durch Hauptamtliche im Rahmen von Ausund

Fortbildung und begleitender Supervision unabdingbar. Unter anderem durch die

große Anzahl alternativer Kontaktversuche (z.B. Test- und Scherzanrufe) müssen viele

Ehrenamtliche immer wieder motiviert werden, damit sie den Blick für die

hilfsbedürftigen AnruferInnen und die bereichernden Beratungsgespräche nicht

verlieren.

Einen barrierefreien Zugang bietet das zusätzliche Angebot der Em@il-Beratung,

welches es auch in Landau seit vielen Jahren gibt. Die Kinder und Jugendlichen können

sich über die Homepage www.nummergegenkummer.de einloggen und wiederholt der

gleichen Beraterin schreiben. Die Em@il-Beraterinnen sind erfahrene

TelefonberaterInnen mit zusätzlicher Qualifizierung durch Nummer gegen Kummer e.V.

Am Standort Landau konnten in den letzten Jahren stets viele Studierende aus

sozialwissenschaftlichen Fächern für das Engagement am Kinder- und Jugendtelefon

gewonnen werden. Sie erhalten damit eine gute Gelegenheit, praktische Kenntnisse zu

erwerben und Beratungsfähigkeit zu üben. Gleichzeitig sind sie flexibel im Einsatz, was

für die Dienstplangestaltung wertvoll ist. Für die AnruferInnen bietet sich, ähnlich wie

beim Projekt „Jugendliche beraten Jugendliche“, die Chance, mit jungen Leuten zu

sprechen, die noch nahe an den Problematiken der Pubertät sind und sich gut einfühlen

können. Allerdings geht damit für den Träger die Problematik einher, dass die jungen

Menschen oft nur wenige Jahre in der Gegend bleiben und damit regelmäßig neue

BeraterInnen in extra Gruppen ausgebildet werden müssen.

1.3 Statistik

Die Telefonberatung

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