WINAPO - RZH Rechenzentrum für Heilberufe GmbH

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WINAPO - RZH Rechenzentrum für Heilberufe GmbH

primo

Die Kundenzeitschrift der ARZ Haan AG

Prof. Dr. Wille

beim Managementkongress

Mallorca

Aktionsbegleitung

mit WINAPO ®

Das schöne Ende

der Welt:

Neuseeland

Juanito Martinez

Sinne der Erde

art collection

3. Ausgabe 2007


Landstraße 39–41, 42781 Haan

Tel. (0 21 29) 55 63­0, Fax (0 21 29) 55 63­153

ZentraleHaan@arz.de, www.arz.de

Dienstleistungs- und Kompetenzzentrum im Gesundheitswesen

Rezeptabrechnung für Apotheken

ARZ Service GmbH

Landstraße 39–41, 42781 Haan

Tel. (0 21 29) 55 63­0, Fax (0 21 29) 55 63­270

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Software-Lösungen für die Integrierte Versorgung

CoM.MeD GmbH

Hauert 1, 44227 Dortmund

Tel. (02 31) 95 00 93­0, Fax (02 31) 95 00 93­22

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Apotheken-EDV

LAUER­FISCHER GmbH

Dr.­Mack­Straße 95, 90762 Fürth

Tel. (09 11) 74 32­0, Fax (09 11) 74 32­100

info@lauer­fischer.de, www.lauer­fischer.de

Rezeptabrechnung für Sonstige Leistungserbringer

RZH Rechenzentrum für Heilberufe GmbH

Am Schornacker 32, 46485 Wesel

Tel. (02 81) 98 85­0, Fax (02 81) 98 85­114

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Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser !

Seit April beschäftigen die durch das

GKV­Wettbewerbsstärkungsgesetz

(GKV­WSG) eingeführten Rabattvereinbarungen

zwischen den gesetzlichen

Krankenkassen und einigen pharmazeutischen

Herstellern die Fachpresse,

die Sozialgerichte, das Bundeskartellamt

und vor allem das Apothekenpersonal.

In den Apotheken sorgten Lieferprobleme

der zum großen Teil vorher kaum

in Erscheinung getretenen Kassen­Partner

dem Kunden gegenüber für viel Ärger

und einen erhöhten Erklärungsbedarf.

Fraglich ist, ob sich bei der derzeitigen

Lage der in Teilen widersprüchlichen

Gerichtsentscheidungen an diesem

Mehraufwand im neuen Jahr etwas ändern

wird.

Die ARZ Haan AG mit ihren Tochterunternehmen

begegnet diesen politisch motivierten

Herausforderungen mit einem

breiten Angebot innovativer Lösungen

und Dienstleistungen, um die Apothe­

impressum

Herausgeber:

ARZ Haan AG

Landstr. 39-41, 42781 Haan

Verlag:

PACs GmbH

Gewerbestr. 9, 79219 Staufen

Tel. (0 76 33) 98 20 07

Fax (0 76 33) 98 20 60

Sitz der Redaktion:

LAUER-FISCHER GmbH

Dr.-Mack-Str. 95, 90762 Fürth

Redaktion:

Reinhold Galgon

Tel. (09 11) 74 32-168

Fax (09 11) 74 32-220

GalgonR@lauer-fischer.de

ken in ihrer täglichen Arbeit optimal zu

unterstützen. So hatte LAUER­FISCHER

die komplizierten Rabattvertragsregelungen

rechtzeitig und vorbildlich in

WINAPO ® SQL abgebildet.

Das bestätigten auch die Teilnehmer

beim diesjährigen Managementkongress

auf Mallorca. Hier war das Thema

Rabattverträge in aller Munde. In

der Abschlussdiskussion konnten weder

Herr Professor Dr. Eberhard Wille,

Vorsitzender des Sachverständigenrates

für das Gesundheitswesen, noch

Herr Heinz­Günter Wolf, Präsident der

ABDA, dem GKV­WSG einen positiven

Aspekt abgewinnen.

Ausschließlich positiv bewerteten die

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der

LAUER­FISCHER­Zentrale den Umzug in

den Fürther Technologiepark Uferstadt.

In dem neuen, modernen Firmengebäude

finden die 275 Mitarbeiter attraktive

Arbeitsbedingungen auf höchstem

Technologie­ und Sicherheitsstandard

zum Nutzen und zur Unterstützung aller

Kunden vor.

Mit positivem Blick in die Zukunft wünsche

ich Ihnen im Namen aller Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter der Unternehmensgruppe

ARZ Haan AG ein frohes

und besinnliches Weihnachtsfest,

ein paar ruhige Tage sowie Gesundheit,

Glück und Erfolg für das kommende

Jahr.

Siegfried Pahl

Vorstand der ARZ Haan AG

Layout/Satz:

PACs GmbH,

Kristiana Fritz, Ulf Eberhard

Druck:

Kehler Druck GmbH

Namentlich gekennzeichnete Beiträge

geben nicht unbedingt die

Meinung der Redaktion wieder.

editorial

editorial 3

arz aktuell

ExPoPHARM-Gewinnspiel der

ARZ Service GmbH 4

Erfolgreicher Ausbildungsabschluss

bei LAUER-FISCHER 4

ApoWare mit Mailing-Aktion und

auf der ExPoPHARM erfolgreich 6

LAUER-FISCHER bezieht neuen

modernen Firmensitz 7

apotheke innovativ

Managementkongress Mallorca –

Fitnesskurs für die neuen Herausforderungen

8

Managementkongress Mallorca –

Niemand mag das GKV-WSG 13

Systemwechsel zur

Zukunftssicherung 16

Mehr Erfolg durch Aktionsbegleitung

mit WINAPO ® 18

hard- und software

Highlights des WINAPO ® SQL

Updates 20

DATEV-Schnittstelle für den

elektronischen Belegaustausch

nutzen 22

Tipps und Tricks WINAPO ® 23

freizeit und kultur

art collection – Juanito Martinez –

Sinne der Erde

Neuseeland – Das schöne

25

Ende der Welt 28

Karlsbad – Stadt der Quellen 34

Rätsel 38

Titelbild: „Suave“ von Juanito Martinez


arz aktuell

Expopharm-Gewinnspiel der ARZ Service GmbH

Andreas Strähnz sichert sich den

Hauptpreis

Dr. Karsten Eppert (re.), Vertriebsleiter der

ARZ Service GmbH, überreichte Apothe-

ker Andreas Strähnz den ersten Preis.

Auch in diesem Jahr veranstaltete die ARZ Service GmbH im

Rahmen der EXPOPHARM wieder ein Gewinnspiel. Bereits

im Vorfeld waren die Gewinnkarten per Post an Apothekerinnen

und Apotheker versandt worden. Auf dem Messestand

gab der „Gewinnautomat“ sofort Auskunft darüber, wem das

Glück hold war. Ob mit einem der attraktiven Preise oder nur

mit einem Trostpflaster – ohne Geschenk musste niemand

den Stand verlassen.

Den Hauptgewinn ­ ein Navigationssystem TomTom Go 510 – sicherte

sich Andreas Strähnz, Inhaber der Rosen­Apotheke und der Apotheke

im EOC, beide in Kleve am Niederrhein. Apotheker Strähnz ist seit

Jahren zufriedener Kunde der ARZ Service GmbH, insbesondere deren

Kundendienst lobt er immer wieder. Herzlichen Glückwunsch!

Wieder erfolgreicher Ausbildungsabschluss

bei LAUER-FISCHER

Stefan Kormann und Katrin Adler freuen sich

gemeinsam mit Albrecht Kern (li.), Ausbildungsleiter

kaufmännische Berufe, und Geschäftsführer

Wolf-Dieter Srocke (re.) über die bestandene

Abschlussprüfung.

Auch in diesem Jahr haben zwei Auszubildende der LAUER-

FISCHER GmbH in Fürth mit der Prüfung vor der Industrie-

und Handelskammer Nürnberg ihre Ausbildung erfolgreich

abgeschlossen. Katrin Adler absolvierte die Ausbildung zur

Kauffrau für Bürokommunikation; Stefan Kormann durchlief

die Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung.

Schwerpunkte der Fachrichtung Kauffrau für Bürokommunikation

innerhalb der dreijährigen Lehrzeit bildeten die Abteilungen Einkauf,

Lager/Materialwirtschaft, Verkauf, Versand, Kundenbetreuung, Marketing

und Buchhaltung, während Schwerpunkte in der Ausbildung

zum Fachinformatiker die Bereiche Hardware, Systementwicklung,

Anwendungsprogrammierung, Softwareentwicklung und Qualitätssicherung

waren. Am Abschluss der Ausbildung stand hier als eigenständige

Projektarbeit die Entwicklung einer Softwarelösung

mit Planung, Programmierung, Test/Implementierung und Dokumentation,

in der die praktische Anwendung der Ausbildungsinhalte

gefordert war.

Nicht als Selbstverständlichkeit zu bewerten ist die Tatsache, dass die

beiden jungen Leute ihren weiteren Berufsweg mit LAUER­FISCHER

gehen werden. Nach Abschluss der Ausbildung ist Katrin Adler nun in

der Abteilung Technische Dienste tätig, während Stefan Kormann als

Programmierer die Abteilung Anwendungsentwicklung verstärkt.


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Ein Unternehmen der

www.lauer-fischer.de

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Umsatz

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www.lauer-fischer.de/WINAPO M.I.S

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Rohgewinn

Waren Kunden

Ihre Erfolgsdaten

Steuern Sie Ihren Erfolg mit dem

Data Warehouse M·I·S!

Apothekenübergreifende, betriebswirtschaftliche Kennzahlen sind ein wesentliches Instrument

zur erfolgreichen Steuerung von Filial- und Kooperationsapotheken oder ERFA-Gruppen.

bietet Ihnen dies unabhängig vom System der Partner-Apotheken durch:

Zusammenführung von Basisdaten der Einzelapotheken im Data Warehouse

Individuelle Definition der Kennzahlen für den Apothekenverbund

apothekenübergreifend

systemunabhängig

Individuelle Vergleiche der Einzelapotheke mit den Verbundkennzahlen

Tagesaktuelle Auswertungen von Aktionsergebnissen für Einzelapotheke und Verbund

Flexible Anpassung an die Anforderungen durch Eigenprogrammierung

Praxiserprobt durch erfolgreichen Einsatz z. B. bei der Apothekenkooperation a.novum

Nutzen Sie die Datenkompetenz des unabhängigen Marktführers!


arz aktuell

ApoWare mit Mailing-Aktion und auf

der EXPOPHARM erfolgreich

Die Belieferung von Alten- und Pflegeheimen mit Arzneimitteln ist schon immer ein Bestandteil der Apo-

thekendienstleistungen gewesen. Der Trend zur patientenindividuellen Verblisterung der Einzelmedika-

mente ermöglicht der Apotheke die Erschließung neuer Umsatz- und Ertragspotenziale.

Reinhold Kielmann aus der Fürther LAUER-

FISCHER-Niederlassung gratulierte Apothekerin

Yvonne Popp zum Gewinn des

Mega-Gutscheins.

zM�nzz�hl_primo10cm_druck 29.11.2007 1:53 Uhr Seite 1

Im Geschäftsbereich ApoWare bietet LAUER­FISCHER der Apotheke

seit Jahren die Möglichkeit, in diesem Wachstumsmarkt dabei zu sein

und liefert qualitativ hochwertige Materialien für die Verblisterung und

die ausgefeilte und im Markt als vorbildlich anerkannte Softwarelösung

WINAPO ® DosiCare. Darüber wurden im Vorfeld der EXPOPHARM alle

Apotheken mit einem aufwändigen Mailing informiert.

In einer Fragebogenaktion wurde eine aktuelle Bestandsanalyse der

Heimversorgung abgefragt. Mehrere Hundert Apotheken beteiligten

sich am darin enthaltenen Megatrend­Gewinnspiel. Als lukrative Gewinne

lockten eine Version der WINAPO ® DosiCare Software und

komplette Startersets für die Verblisterung.

Glückliche Gesichter strahlten in der Ratibor Apotheke im mittelfränkischen

Roth, wo Apothekerin Yvonne Popp den Hauptgewinn

entgegennehmen konnte.

Auch während der EXPOPHARM präsentierte sich ApoWare mit seinem

Qualitätszubehör und stieß bei den zahlreichen Messebesuchern

mit seinem umfassenden Sortiment auf großes Interesse. Vor

allem die nützliche Münzzähl­ und Sortiermaschine erregte Aufsehen,

da viele Besucher mit der Schätzung einer gewissen Menge an

Münzen doch weit neben dem tatsächlichen Wert lagen. Hier freuten

sich am Ende drei Apotheken über den Gewinn dieses nützlichen

Helfers, der in diesen Apotheken zukünftig für einen früheren Feierabend

sorgen wird.

C M Y CM MY CY CMY K


LAUER-FISCHER bezieht neuen

modernen Firmensitz

Der Umzug des Anbieters für

Apotheken-EDV LAUER-FISCHER

in das Fürther Technologiezentrum

Uferstadt verlief reibungslos

und wurde innerhalb des vorgesehenen

Zeitraums erfolgreich

abgeschlossen. Trotz des kompletten

Neuaufbaus des erweiterten

Rechenzentrums merkten

die angeschlossenen Kunden keine

Einschränkungen.

Eine technische und logistische Herausforderung

ist geschafft: 275 Mitarbeiter

mit 800 EDV­Arbeitsplätzen

sowie eine Vielzahl von Servern und

Netzwerkkomponenten sind wohlbehalten

im neuen, hochmodernen Firmensitz

angekommen. „Dabei nutzten

wir auch die Gelegenheit, um unser

Rechenzentrum mit einem siebenstelligen

Investitionsbetrag für das Apothekenpanel

mit mehr als 1.500 teilnehmenden

Apotheken und für die Vernetzung

von mehr als 1.000 Apotheken über

WINAPO ® Connect oder WINAPO ® M�I�S

auf den neuesten Technologie­ und Datensicherheitsstand

zu bringen“, erläutert

Geschäftsführer Wolf­Dieter Srocke.

„Wir erwarten uns vom zukunftsorientierten

Umfeld des Technologieparks

Uferstadt Fürth mit Fraunhofer Institut,

Universität Nürnberg­Erlangen und weiteren

Hightech­Unternehmen Inspiration

und Erfahrungsaustausch zum Nutzen

unserer Kunden.“

Vor allem der aufwändige Transport der

hochsensiblen Server­ und Netzwerktechnologie

wurde erfolgreich gemeistert.

Innerhalb nur weniger Stunden

hatten Spezial­LKWs die kurze Strecke

ohne Zwischenfälle zurückgelegt

und das System in der neuen Umgebung

installiert. Die LAUER­FISCHER­

Anwender bemerkten davon kaum etwas

– der Zugriff auf das Netzwerk war

nur während einer Nacht außerhalb der

normalen Öffnungszeiten der Kunden

kurz unterbrochen.

„Erfolgsgaranten für den reibungslosen

Ablauf waren die hervorragende, detaillierte

Organisation und langfristige

Planung unserer extra

dafür initiierten task

force“, bestätigt LAUER­

FISCHER Geschäftsführer

Gordian Schöllhorn.

„Darüber hinaus

war bei allen beteiligten

Mitarbeitern eine große

Vorfreude auf die neue

attraktive Arbeitsumgebung

zu spüren, was

letztendlich auch zum

Gelingen des Umzugs

beitrug. Wir freuen uns

alle auf das neue repräsentative

Umfeld.“

arz aktuell

Modern und repräsentativ: die neue LAUER-FISCHER-Zentrale in der Uferstadt Fürth.

Dank optimaler Vorbereitung klappte der Umzug wie am Schnürchen.

Die neue Adresse wurde Anfang Dezember

unter großer Anteilnahme der

regionalen und überregionalen Fach­

und Wirtschaftspresse durch den Fürther

Oberbürgermeister Dr. Thomas

Jung und den Wirtschaftsreferenten

der Stadt Fürth, Horst Müller, feierlich

eingeweiht. Ein Tag der offenen Tür

wird folgen, sobald auch die Niederlassung

Fürth ihr neues Zuhause in der

Dr.­Mack­Straße 95 gefunden und sich

eingerichtet hat.

Hell und großzügig wird der Gast bei LAUER-FISCHER

im Foyer empfangen.


apotheke innovativ

Managementkongress Mallorca

Fitnesskurs für die neuen Herausforderungen

Die zweite Auflage des Managementkongresses

von Pharmazeutischer

Zeitung und LAUER-

FISCHER auf Mallorca übertraf

alle Erwartungen. Hochkarätige

Referenten, aktuelle Themen,

ein komfortables Tagungshotel

und optimales Wetter sorgten für

eine hervorragende Beurteilung

des Kongresses durch die über 80

Teilnehmer und Referenten.

Das breite Themenspektrum beschäftigte

sich in diesem Jahr mit Apothekenkooperationen,

Filialisierung, Steuer­

und Arbeitsrecht und der EDV­Unterstützung

in diesen Bereichen. Daneben

nahm die pharmazeutische und ökonomische

Bedeutung der Phytopharmaka

breiten Raum ein.

Europas Apothekenvielfalt

Mit der vielfältigen Apothekenlandschaft

in Europa von Norwegen bis Italien beschäftigte

sich Patrick Hollstein vom

Berliner Informationsdienst El Pato. Die

verschiedenen Rahmenbedingungen in

den knapp 30 Ländern haben eine Ver­

Der Blick schweift über die Bucht von Camp de Mar.

sorgungslandschaft mit ca. 150.000

Apotheken entstehen lassen, die heterogener

kaum sein könnte.

Für die Arzneimittelversorgung der europäischen

Bevölkerung sind alle Spielarten

wie Individual­ oder Kettenapotheke,

Rezeptsammelbox oder Praxisapotheke,

OTC­Outlet oder kommunale

Abgabestelle zum Teil auch parallel existent.

Hollstein zeigte die unterschiedlichen

Systeme in den einzelnen Ländern

auf und machte deutlich, dass

Das Dorint Royal Golfresort & Spa Camp de Mar überzeugte als angenehmes

Tagungshotel bei traumhaften Temperaturen.

sich die Hoffnungen an eine Liberalisierung

der Apothekenmärkte, wie sie

z.B. in Skandinavien praktiziert wird,

nicht erfüllt haben. Es konnte weder

gespart noch die Versorgung spürbar

verbessert werden.

Filialisierung als

Unternehmensstrategie

Apotheken können erfolgreich filialisieren

und die aktuellen Marktgegebenheiten

positiv für sich nutzen. Apotheker

Jens Wiegland präsentierte sein Konzept

der wohnortnahen Filialisierung am Beispiel

der aktuell fünf Ulmen Apotheken

im Rheinhessischen Weingebiet. Zusammen

mit seiner Gattin Stefanie Wiegland

baute er innerhalb von nur vier Jahren

eine erfolgreiche Filialkonstruktion auf

und setzte dabei vor allem auf eigene

ganz neue Akzente.

„Wir konzentrieren uns in unseren Apotheken

auf das Wesentliche und in erster

Linie auf die sichere Arzneimittelversorgung

unseres ländlich geprägten

Raumes“, beschreibt Wiegland seine

strategische Ausrichtung. Dabei setzt

der Absolvent der Bayreuther WDA auf

eine konsequente Differenzierung von

Wettbewerbern durch eine moderne,


Apotheker Jens Wiegland präsentierte

das Filialkonzept der Ulmen Apotheken.

pfiffige Einrichtung, wenig Warenpräsentation,

durchgängige Markenbildung

der Ulmen­Apotheken und einen hohen

Technisierungsgrad. Alle Apotheken

sind mit WINAPO ® SQL ausgestattet

und über WINAPO ® Connect miteinander

vernetzt. In jeder Apotheke ist ein

Kommissionierautomat installiert.

Für Wiegland ist die Entscheidung für

oder gegen Filialen das Ergebnis einer

detaillierten Unternehmensstrategie.

Darauf baut dann eine taktische und

operative Maßnahmenplanung auf, die

den Unternehmenszielen auch durch

ungewöhnliche Umsetzungen dient.

„Durch Arbeitsteilung zwischen unseren

Apotheken und Nutzung von Synergien

im Einkauf und der EDV schaffen

wir Freiräume für umfassende Beratung.

Gleichzeitig gelingt es uns aber

auch, eine Vorstadtapotheke in einer

nicht optimalen Lauflage mit minimalem

Personalstand ertragssteigernd

zu führen.“

Eignungs­Check für

Apotheken­Kooperationen

Apotheken­Kooperationen wurden lange

zu Recht oder Unrecht argwöhnisch

beäugt. Heute sind die meisten aus der

Schmuddelecke raus. Dennoch muss

nicht jeder Apotheker dort unbedingt

sein Glück finden. Das meinte jedenfalls

Klaus Hölzel, Geschäftsführer des

Apotheken­Management­Instituts in

Oestrich­Winkel beim Managementkongress

von PZ und LAUER­FISCHER.

Trotz Bilderbuchwetter zeigten die Teilnehmer

eine hohe Tagungsdisziplin.

„Eine wichtige Motivation für den Eintritt

in eine Kooperation ist die Zukunftsangst“,

so Hölzel in seinem fundierten

Überblick. Kooperationen befriedigen

die „stille Sehnsucht nach einer fachlichen,

wirtschaftlichen und emotionalen

Heimat“. Es gibt aber auch handfestere

Gründe sich in einer Gemeinschaft zu

organisieren: Einkaufsvorteile und für

manche auch das Streben nach einer

tragenden Position in den Gremien.

Viele Kooperationen scheiterten daran,

dass sich ihre Mitglieder vorher nicht die

notwendige Fragen gestellt haben: Stimmen

die eigenen Ziele und Wertvorstellungen

mit denen der Kooperation überein?

Wie schnell fallen Entscheidungen?

Wer entscheidet, ein „Wasserkopf“ oder

die Mitglieder? Welche Leistung wird zu

welchen Kosten erbracht?

Bei der Kostenbetrachtung sollte auch

nicht nur die Aufnahmegebühr berücksichtigt

werden. Die laufenden Kosten

seien langfristig die höheren. Ein weiteres

Kriterium sind die Freiheitsgrade

in der Kooperation. So gebe es bei Avie

oder DocMorris einen direkten Zugriff

von der Zentrale auf die eigenen Mitglieder,

bei anderen Zusammenschlüssen

bleibe dagegen die Selbstständigkeit

vollständig gewahrt. Wichtig ist, ob

die Kooperation an einen Großhandel

gebunden ist. Das trifft auf 74 Prozent

der Apotheken zu.

Mit einem persönlichen Rat überließ

Hölzel den Apothekern ihre Kooperati­

apotheke innovativ

Klaus Hölzel referierte über

Apotheken-Kooperationen.

onsentscheidung: „Suchen Sie sich eine

Kooperation, in der die Geschäftsführung

sich nicht kaufen lässt, ihre Versprechen

hält, ehrlich ist und nicht nur

eigene Vorteile kennt.“

Erfolg in einer privaten

Apothekenkooperation

Mit über 60 aktiven Mitgliedern ist

a.novum in der Metropolenregion Berlin­Brandenburg

eine der größten großhandelsunabhängigen

Kooperationen.

„Wir sind ein Zusammenschluss rechtlich

und wirtschaftlich selbstständig

bleibender Handelsbetriebe zum Zweck

der zwischenbetrieblichen Kooperation

und agieren auch so“, erläuterte Apotheker

Stefan Rudolph, einer der Gründungsmitglieder.


apotheke innovativ

Apotheker Stefan Rudolph:

Gründungsmitgied von a.novum.

Kettenvorteile nutzen, ohne selbst eine

Kette zu sein oder zu werden, ist das

Credo von a.novum. Nach diesem Motto

wird gemeinsam eingekauft, und nicht

nur Arzneimittel, sondern auch Energie,

Rezeptabrechnung, Werbemittel, Feuerlöscherwartung

und ähnliches. „Die

Dichte und die Einkaufsmacht unserer

Apotheken eröffnet uns tatsächlich Vorteile,

an die wir vorher gar nicht zu denken

wagten.“ Aber auch im Marketing

wird kooperiert und jedes Mitglied kann

in den vier aktuellen Regionalgruppen

seine Ideen einbringen.

Rudolph sieht a.novum jetzt schon als

Gewinner im regionalen Verteilungskampf

und führt dies auch auf die basisdemokratische

Gruppenführung zurück,

welche „ohne einen großen Wasserkopf

auskommt“. Nur zwei aus den

10

Interessiert und aufmerksam folgten die Kongressteilnehmer den

wechselnden Referenten.

Apothekenmitgliedern gewählte Geschäftsführer

und eine Halbtagskraft

organisieren und koordinieren die Aktivitäten

der Verbundgruppe.

Die EDV­technischen Anforderungen einer

solchen Kooperation, in der es auch

mehrere Filialsysteme einzelner Apotheken

gibt, zeigte Rudolph am Beispiel

von WINAPO ® Connect und WINAPO ®

M�I�S auf. 40 Prozent der Apotheken

arbeiten derzeit mit WINAPO ® SQL

und sind untereinander vernetzt. Die

Hauptvorteile liegen dabei in der Erzielung

höherer Einkaufsmengen und

in der Möglichkeit, Artikel in Mitgliedsapotheken

zu reservieren. „Da wir am

Ende unserer Großhandelstour liegen,

können wir so den Liefervorteil nutzen

und uns Ladenhüter anderer Apotheken

sichern.“

Kaffeepausen im Freien waren die ideale Gelegenheit für den Gedankenaustausch.

Für die Steuerung der erfolgreichen Kooperation

wurde eine engere Zusammenarbeit

mit LAUER­FISCHER vereinbart.

Im nächsten Schritt wird a.novum

für das interne Controlling das Data

Warehouse WINAPO ® M·I·S zum Einsatz

bringen und darin die Daten aus

den beteiligten Apotheken vergleichen

und auswerten.

Apotheker als Arbeitgeber und

Steuerzahler

Steuerberaterin Silke Voigt von der AD­

VISION Steuerberatungsgesellschaft

in Berlin brachte den Kongressteilnehmern

die wichtigsten Steueränderungen

für Apotheken mit oder ohne Filialen

nahe.

Dabei ging sie auf die Neuerungen im

Bereich der Abschreibungen ein, wo zum

Beispiel die Methode der degressiven

Abschreibung auf die Einrichtung zum 1.

Januar 2008 abgeschafft wird. Der neu

geschaffene Investitionsabzugsbetrag

wird durch die so genannte Ansparabschreibung

abgelöst, was Apotheken

einen verminderten Gewinn einbringen

kann. Und auch die Änderungen bei der

Gewerbesteuer bringen Apotheken nicht

von vornherein nur Vorteile, so dass eine

kompetente und fallspezifische Beratung

durch einen auf Apotheken spezialisierten

Steuerberater als sinnvoll erachtet

werden kann.

Mit viel Schwung und lebensnahen Beispielen

informierte Dr. Uwe Schlegel von


Dr. Uwe Schlegel informierte über

Irrtümer und Tücken des Arbeitsrechts.

der Kölner Eisenbeis Rechtsanwaltsgesellschaft

über gängige Irrtümer und

Tücken des Arbeitsrechts.

Vor allem die Größe des Unternehmens

entscheidet über die Anwendung der

richtigen Regelungen des Kündigungsschutzgesetzes.

Dr. Schlegel ging in

seinem lebhaften Beitrag auch auf die

Themen Betriebsübergang, Personal in

Fililalapotheken, Abfindung und befristetes

Arbeitsverhältnis ein.

Praxisbeispiele für

Präventionsprojekte in der

Apotheke

Den Offizinapotheker als aktiven Betreuer

seiner Kunden im Rahmen eines

Präventivprogramms sieht Apotheker

Dr. Chalid Ashry. In seinem Vortrag erläuterte

er das in Zusammenarbeit mit

OMRON Medizintechnik entwickelte

Kundenbindungsprogramm „BALAN­

CE­bewegter Genuss“ für Diabetes­

Patienten, das auf Bewegung, Ernährungsumstellung

und Coaching durch

den Apotheker und die Kooperation mit

Ärzten und Fitness­Studios setzt.

Seit Juli 2007 werden die Kosten für

das über eine Laufzeit von einem Jahr

angelegte Programm für Versicherte

der Mitgliedskassen des BKK Landesverbandes

Hessen zu 90 Prozent

(in Härtefällen sogar zu 100 Prozent)

übernommen. Weitere Verhandlungen

laufen derzeit mit mehreren bundesweit

aktiven Krankenkassen.

Dr. Christian Gernighaus sieht den

Apotheker als Public Health Consultant.

Ein ähnliches Projekt namens FitFactory

stellte Apotheker Dr. Christian

Gernighaus vor, der den Apotheker

als Public Health Consultant etablieren

möchte. Dabei geht er allerdings

direkt in die Unternehmen, um dort

Präventionsmaßnahmen anzubieten

und die Unternehmen zu animieren, in

betriebliche Gesundheitsleistungen zu

investieren.

Beim Präventionsnetzwerk FitFactory

gehen Apotheker in die Betriebe und

messen zweimal jährlich Glucose, Blutdruck,

Cholesterin und Gewicht. Die Ergebnisse

werden für jeden Probanden

protokolliert und für das Unternehmen

anonymisiert aufbereitet.

Beide Konzepte belegen eindrucksvoll,

dass sich die Apotheke als Gesundheitsberater

in der Öffentlichkeit etablieren

muss und dass damit auch Erfolge erzielt

werden können.

Erfolg der Phytopharmaka am

Beispiel Bionorica

Der dritte Kongresstag stand voll und

ganz im Zeichen der pflanzlichen Arzneimittel.

Prof. Dr. Michael A. Popp präsentierte

sein Unternehmen Bionorica AG

und machte den Unterschied zwischen

Phytopharmaka aus der Apotheke und

dem Supermarkt deutlich.

Das von seinem Unternehmen entwickelte

Phytoneering stehe für die

Entschlüsselung der Wirkmechanismen

apotheke innovativ

Dr. Chalid Ashry erläuterte sein Kundenbindungsprogramm

für Diabetespatienten.

Prof. Dr. Michael A. Popp präsentierte

sein Phytoneering-Erfolgskonzept.

von Pflanzen unter dem Einsatz von

Wissenschaft und innovativen Technologien

mit dem Ziel einer besseren

Lebensqualität und Gesundheit aller

Menschen.

Bestätigt fühlt sich Prof. Popp auch

durch den erhöhten Endverbraucherzuspruch,

denn immer mehr Menschen

vertrauten pflanzlichen Arzneimitteln,

die im Gegensatz zu synthetischen Medikamenten

nebenwirkungsarm seien.

Den unternehmerischen Erfolg von Bionorica

konnte trotz einer temporären

Delle auch das Gesundheitsmodernisierungsgesetz

(GMG) von 2004 nicht

aufhalten. Der Marktführer für pflanzliche

Arzneimittel wächst beständig und

konnte in 2006 einen Umsatz in Höhe

von 99,4 Millionen Euro erzielen.

11


apotheke innovativ

LAUER-FISCHER Geschäftsführer Gordian Schöllhorn

und Kongressleiter Prof. Dr. Hartmut Morck begrüßten

rund 100 Teilnehmer und Referenten auf Mallorca.

Große Wachstumschancen sieht Popp

im osteuropäischen Markt. Allein in Russland

sei der Umsatz von Bionorica im

Jahr 2006 um 38,6 Prozent gegenüber

dem Vorjahr gestiegen, was u.a. auch

auf das Sponsoring der russischen Skispringer

zurückzuführen ist.

Das Thema Marktpotenzial der Phytopharmaka

beleuchtete Apothekerin

Tanja Wittwer­Bömoser in ihrer Eigenschaft

als nationale Key Account Managerin.

Sie präsentierte aktuelle Marktzahlen

und machte unter anderem die

Bedeutung des grünen Rezeptes für die

„empfehlende Verordnung“ von pflanzlichen

Arzneimitteln deutlich.

Den pharmazeutischen Sinn und Zweck

des Einsatzes von Phytopharmaka stellte

Prof. Dr. Hartmut Morck in den Fokus

seines Kongressbeitrages. Obwohl der

12

Exkursionsteilnehmer bei der Besichtigung der Bionorica-Produktionsanlagen

in Consell.

Phytopharmaka­Markt alles andere als

übersichtlich sei, genießen diese Arzneimittel

bei der Bevölkerung ein hohes Ansehen.

Sie sind aber keine besonderen

Arzneimittel, sondern müssten wie andere

auch nach den drei Kriterien Pharmazeutische

Qualität, Wirksamkeit und

Unbedenklichkeit bewertet werden.

Der Kongressleiter zeigte seriöse und

unseriöse Beispiele auf und empfahl den

Apothekern, nur solche Phytopharmaka

abzugeben, die mit einer klaren Indikationsangabe

der Apothekenpflicht und

damit dem Beratungsauftrag unterliegen

und entsprechend zugelassen sind.

Exkursion zu Produktion

und Feldern

Das am Vormittag vermittelte Fachwissen

zu den pflanzlichen Arzneimitteln

konnte dann am Freitagnachmittag bei

der Exkursion in die Herstellungspraxis

vertieft werden. Die Teilnehmer besichtigten

die Produktionsanlagen von Bionorica

in Consell und die weiten Arzneipflanzenfelder

in der Nähe von Albi.

Dort werden mit Rosmarin, Echinacea,

Thymian, Mönchspfeffer und Artischocke

die Grundlagen für die spätere Verwendung

gelegt.

Dass auch Wein gesund sein kann, bewies

Prof. Popp mit der Einladung der

Kongressteilnehmer auf sein privates

Weingut Castell Miquel. Bei einer Führung

durch die Räume der Bodega unter

fachkundiger und launiger Führung

durch den bekannten Sommelier Martin

Geiger und einem abschließenden Galaessen

war nicht viel Überzeugungsarbeit

nötig.

Exkursion zu Arzneipflanzenfeldern in der Nähe von Albi mit Rosmarin, Thymian, Mönchspfeffer, Artischocke und Echinacea.


Managementkongress Mallorca

Niemand mag das GKV-WSG

Das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz

(GKV-WSG) bleibt ein ungeliebtes

Gesetz. Sechs Monate

nach dem Inkrafttreten ziehen Experten

eine vernichtende Bilanz.

Eigentlich liegt es in der Natur der Sache,

dass die Marktpartner im Gesundheitswesen

Reformen unterschiedlich bewerten.

Zu stark differieren die Interessen

der einzelnen Berufsgruppen. Deshalb

gab es bei vergangenen Reformen zumeist

Verlierer und Gewinner. Das ist

nun anders: Das GKV­Wettbewerbsstärkungsgesetz

kennt nur Verlierer. Beim

Managementkongress von Pharmazeutischer

Zeitung und LAUER­FISCHER in

Camp de Mar (Mallorca) wollte keiner

der Referenten das Gesetz loben. Den

meisten fiel kein einziger positiver Aspekt

ein.

Selbst die Berater der Politik sind mit

dem Gesetz nicht zufrieden. „Die Gesundheitsreform

löst keines der drängenden

Finanzierungsprobleme“, konstatierte

der Vorsitzende des Sachverständigenrats

im Gesundheitswesen,

Prof. Dr. Eberhard Wille. Die große Koalition

sei mit den Zielen angetreten, die

Lohnnebenkosten zu senken und die

sozialen Sicherungssysteme von den

Erwerbseinkommen abzukoppeln. Dies

sei bislang in weiten Teilen gescheitert,

sagte der Mannheimer Ökonom. Auch

deshalb, weil die Regierung die Gesetzliche

Krankenversicherung bislang kaum

von versicherungsfremden Leistungen

befreit habe. Diese müssten eigentlich

über Steuern finanziert werden.

Mit den Reformen sei es auch nicht gelungen,

den Arzneimittelmarkt von einem

Teil der staatlichen Regulierungen zu befreien.

Es brauche nicht die rund 30 Instrumente,

die heute den ökonomischen

Rahmen für die Arzneimittelversorgung

vorgeben. Neun seien ausreichend.

Von den bisherigen Steuerungsinstrumenten

möchte Wille lediglich die GKV­

Negativliste, die Nutzenbewertung und

die Arzneimittelrichtlinien erhalten. Diese

sollten durch sechs neue Elemente,

unter anderem Arzneimittelvergleichsgruppen,

apothekenindividuelle Handelsspanne

und kassenindividuelle Positivlisten

ergänzt werden. Zudem fordert

Wille flexible Erstattungsregeln für

Arzneimittelinnovationen. Danach sollte

der Preis eines neuen Medikaments von

dessen Zusatznutzen abhängen. Das

könnte bedeuten, dass Medikamente

mit mehreren Indikationen abhängig von

ihrem Einsatzgebiet auch unterschiedliche

Preise haben könnten.

Die Apotheker treffen beim GKV­WSG

vor allem der höhere Zwangsrabatt an

apotheke innovativ

Hartmut Retzlaff, Heinz-Günter Wolf, Daniel Rücker diskutierten vor allem die

Rabattverträge und waren sich …

die Krankenkassen und die chaotische

Konsequenzen einiger Rabattverträge.

ABDA­Präsident Heinz­Günter Wolf bekräftigte

beim Managementkongress die

grundsätzliche Zustimmung der Apotheker

zu Verträgen nach § 130a SGB V, er

machte aber ebenso deutlich, dass die

aktuelle Umsetzung der Regelung für

die Apotheker kaum akzeptabel sei.

Wolf erneuerte auch die Forderung der

Apotheker, die Krankenkassen sollten

den erheblichen Mehraufwand für die

Apotheker vergüten.

Diese Forderung unterstützte Ursula

Hasan­Boehme, Geschäftsführerin der

Treuhand Hannover. Wegen der Rabattverträge

hätten die Apotheker einen

… mit Prof. Dr. Herbert Rebscher, Ursula Hasan-Boehme und Prof. Dr. Eberhard Wille

einig, dass es an dem GKV-WSG nichts zu loben gibt.

1


apotheke innovativ

Prof. Dr. Eberhard Wille,

Vorsitzender des Sachverständigenrates

im Gesundheitswesen

deutlich höheren Personalaufwand, da

die Patienten intensiver beraten werden

müssten. Zudem sei die Recherche

nach lieferfähigen Großhändlern

aufwendig. Exakt quantifizieren lasse

sich der Mehraufwand jedoch nicht. Er

sei jedoch für manche Apotheker ein

echtes Problem, da der höhere Zwangsrabatt

an die Kassen sowie die Tariferhöhung

und die höhere Mehrwertsteuer

die Ertragslage der Apotheken bereits

verschlechtert habe. So werde das Betriebsergebnis

einer westdeutschen

Apotheke um durchschnittlich 2,9 Prozent

im Vergleich zum Vorjahr zurückgehen.

In Ostdeutschland werden es

sogar 9,2 Prozent sein.

1

Zielpreise statt Rabatte

ABDA­Präsident Wolf machte deutlich,

dass die Apotheker Zielpreisvereinbarungen

den Rabattverträgen vorziehen.

In einer Zielpreisvereinbarung würden

Apotheker mit Krankenkassen Durchschnittspreise

für einzelne Arzneimittelgruppen

festlegen. Diese müssten unter

dem Durchschnittspreis der Gruppe liegen.

Der Apotheker erhält dann in diesen

Gruppen, unabhängig vom tatsächlich

abgegebenen Medikament, den vereinbarten

Zielpreis. Das Konzept hat gegenüber

den Rabattverträgen Vorteile für die

meisten Beteiligten. Die Einsparungen

der Krankenkasse resultieren aus der

Differenz zwischen dem Durchschnittspreis

und dem Zielpreis. Die Apotheker

können ihren Einkauf wieder besser

ABDA-Präsident Heinz-Günter Wolf

steuern und können ihre Patienten individueller

versorgen. Patienten, die dies

wünschen, bekommen wieder langfristig

dasselbe Medikament.

Bei der Industrie stoßen Zielpreisvereinbarungen

allerdings nur auf begrenzte

Zustimmung. Der Vorstandsvorsitzende

von Stada, Hartmut Retzlaff, hält davon

noch weniger als von den auch nicht

beliebten Rabattvereinbarungen. Allerdings

basiert seine Kritik vor allem auf

der Befürchtung, die Apotheker würden

dann nur noch das billigste verfügbare

Medikament abgegeben, da dann ihre

Spanne am höchsten sei. Dies hätte

eine dramatische Sogwirkung auf die

Arzneimittelpreise. Zudem hält er es

aus Sicht der Apotheker für strategisch

falsch, sich wieder in die ökonomische

Verantwortung zu begeben, nachdem

die Politik ihre Vergütung weitgehend

von den Arzneimittelpreisen abgekoppelt

habe.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen

Angestellten­Krankenkasse

(DAK), Prof. Dr. Herbert Rebscher, zeigte

sich beim Managementkongress ebenfalls

nicht als Freund von Zielpreisvereinbarungen.

Wie die meisten anderen

Krankenkassen setzt die DAK eher auf

die Rabattverträge.

Die Zustimmung zu Zielpreisvereinbarungen

liegt aber weder bei Rebscher

noch bei Retzlaff in allzu weiter Ferne.

Ein Vorschlag von Wolf, den möglichen

Hartmut Retzlaff, Vorstandsvorsitzender

der STADA AG

zusätzlichen Gewinn der Apotheker pro

Packung zu begrenzen, ließ einen guten

Teil der Bedenken verschwinden.

Retzlaffs Kritik an Zielpreisvereinbarungen

kam für viele Zuhörer ohnehin

überraschend, denn zuvor hatte er

kein gutes Haar am GKV­WSG und den

Rabattverträgen gelassen. Sie hätten

den Generikamarkt, schneller als alle

Marktbeteiligten vermuteten, durcheinandergewirbelt.

Bislang unbekannte

Unternehmen seien in die Top­Ten der

Generikabranche aufgestiegen. Das

gelte auch im eigenen Unternehmen.

Im zweiten Quartal 2007 lag die Stada­

Tochter Aliud vor der Stadapharm.

Retzlaff kritisierte, die Versorgungsqualität

im Arzneimittelmarkt habe seit

dem Start der Rabattverträge keine Bedeutung

mehr. Die Hersteller würden

darauf reduziert, möglichst preiswert

Arzneimittel zu beschaffen. Vor allem

für den ärztlichen Außendienst der Generikahersteller

hatte dies bereits erhebliche

Konsequenzen. Stada habe

bereits seine Außendienstmitarbeiter

abgebaut, Heumann auch, andere würden

folgen.

DAK­Vorstandsvorsitzender Rebscher

steht den Rabattverträgen erwartungsgemäß

deutlich positiver gegenüber.

Wie andere Ersatzkassen setzt auch

die DAK bislang auf Sortimentsverträge

mit einzelnen Herstellern. Dennoch ist

Rebscher davon überzeugt, dass sich


Vorstandsvorsitzender der Deutschen

Angestellten-Krankenkasse (DAK),

Prof. Dr. Herbert Rebscher

die Verträge für einzelne Substanzen,

also das AOK­Modell, am Ende durchsetzen

werden. Diese Sicht teilt auch

Stada­Chef Retzlaff.

Im Grundsatz lehnt Rebscher die beiden

letzten Gesundheitsreformen komplett

ab. Das liegt vor allem an der Einführung

eines gemeinsamen Spitzenverbands

und eines einheitlichen Beitragssatzes,

den Kassen, die mit diesem Geld nicht

auskommen, mit einer Zusatzprämie ergänzen

dürfen. Rebscher ist sich sicher,

dass diese Konstruktion den Wettbewerb

der Krankenkassen um die Kosten

dramatisch verschärfen wird. Es werde

eine Schlacht um gesunde Versicherte

geben. Die Kassen wollten Zusatzprämien

in jedem Fall vermeiden.

Nur der Preis zählt

Ein Wettbewerb um Qualität sei unter

diesen Bedingungen nicht möglich.

Da rund 80 Prozent der Versicherten

keine Leistungen bezögen, sei für sie

der Preis das einzige Kriterium. Wer

kaum Leistungen benötige, sei auch

nicht durch besonders gute Angebote

zu ködern.

Im Gegenteil. Rebscher: „Kassen, die

eine gute Versorgung anbieten, begehen

Selbstmord.“ Von solchen Angeboten

würden nur Kranke angesprochen.

Die seien für die Kasse jedoch teurer.

Daran werde auch der geplante morbiditätsbezogeneRisikostrukturausgleich

(Morbi­RSA) nichts ändern. Mit

dem Morbi­RSA soll die Umverteilung

unter den Kassen neu geregelt werden.

Ab 2009 sollen die Krankenkassen für

Versicherte mit bestimmten Krankheiten

mehr Geld aus dem Strukturausgleich

bekommen. Nach der reinen Lehre soll

dies die Kosten für die Versorgung der

Kranken ausgleichen. Rebscher bezweifelt

dies.

Solange aber die Kassen aus ökonomischen

Kalkül nur um Gesunde werben

können, seien auch Angebote der

Apotheker, etwa zur Prävention, Früherkennung

oder umfassenden Arzneimittelversorgung

für die Kassen uninteressant.

Auch auf diesem Weg ließen sich

nur Versicherte gewinnen, die bereits

krank seien.

Das unbestrittene Wahrzeichen von Palma de Mallorca: Die Catedral La Seu.

apotheke innovativ

In der anschließenden Diskussion standen

wiederum die Rabattverträge im

Mittelpunkt. Einige Kongressteilnehmer

artikulierten ihren Ärger über den erheblichen

Mehraufwand, der mit diesen

Vereinbarungen verbunden ist. Zudem

forderten sie, die Krankenkassen

sollten ihre Einsparungen offenlegen.

Es mangele an Transparenz. Es wurde

auch in Zweifel gezogen, dass Rabattverträge

überhaupt Kosten senken, da

sie mit einigem Verwaltungsaufwand

verbunden sind. Zudem müssten die

Patienten weniger zuzahlen, und einige

Kassen belohnen auch die Ärzte.

Die Diskutanten konnten den Apothekern

jedoch kaum Hoffnung auf Besserung

machen. Rebscher und Retzlaff

gehen davon aus, dass vor allem die Verträge

zu einzelnen Substanzen Zukunft

haben. Auch die aktuellen juristischen

Auseinandersetzungen würden daran

nichts ändern.

Der Sachverständige Wille hält Rabattverhandlungen

zudem für ein sinnvolles

Instrument. Rabatte gebe es in jeder

Branche, es sei schwer nachzuvollziehen,

warum dies nicht auch für Arzneimittel

gelten soll.

Von Daniel Rücker, Camp de Mar

Wir danken der Pharmazeutischen

Zeitung für die freundliche Genehmigung

dieses Beitrags aus der PZ 46.

Fotos zu Mallorca: Apotheker Walter Langer,

Ulf Kotzan, Daniel Rücker, Reinhold Galgon

15


apotheke innovativ

Systemwechsel zur Zukunftssicherung

Sichere Apothekenvernetzung,

übersichtliche Managementinfor-

mationssysteme, komfortable Ab-

wickung der Rabattverträge und

die Umsetzung der elektronischen

Gesundheitskarte sind derzeit die

großen anstehenden IT-Projekte

in der Apotheke. Alle Software-

häuser sind hier gleichermaßen

gefordert. Den Apothekern allein

bleibt die Entscheidung darüber,

wem Sie es zutrauen, auch in Zu-

kunft noch innvoative Lösungen

zu bieten.

LAUER­FISCHER ist für die Zukunft gewappnet,

das meinen auch in zunehmendem

Maße Apotheker, die bisher

mit einem anderen System gearbeitet

haben. Im Folgenden wollen wir Ihnen

zwei Beispiele für Umsteiger mit unterschiedlicher

Motivation präsentieren.

Apotheker Bernd Rutten

1

In der Rutten Apotheke wird mit WINAPO ® SQL an 5 Kassen mit Anbindung eines

Kommissionierautomaten gearbeitet.

Perfekte Beratungsunterstützung

in der Rutten Apotheke,

Wuppertal

Die Rutten Apotheke in Wuppertal steht

mitten im Leben. Zentral in einer belebten

Einkaufsstraße im Ortsteil Barmen

versorgt Apotheker Bernd Rutten

seit 1985 neben der Laufkundschaft

einen hohen Anteil an Stammkunden

mit den benötigten Arzneimitteln und

Dienstleistungen.

„Wir machen aber viel mehr als nur die

Medikamente über den HV­Tisch reichen“,

schildert Bernd Rutten sein Angebot,

„vor allem im Bereich der Pharmazeutischen

Betreuung und Einzelberatung

profilieren wir uns, so dass

unsere Kunden immer wieder zu uns

kommen.“

Für diese intensive Kundenberatung

scheint bei vollem Betrieb an fünf Kassenplätzen

auf den ersten Blick gar

nicht so viel Zeit zu bleiben. Aber der

passionierte Jäger erklärt, dass „wir vor

allem von der optimalen Integration der

Beratungsmodule der WINAPO ® Kasse

in den normalen Abverkaufsvorgang

profitieren. Und das war vorher leider

nicht immer so.“

Vorher, damit ist die Zeit vor September

2006 gemeint. Zu dieser Zeit war in

der Rutten Apotheke noch ein anderes

EDV­System installiert. „Durch die Installation

des ROWA­Kommissionierautomaten

wurden die Anforderungen an

die Abwicklung des Kassenvorgangs erhöht,

damit konnte das alte System nicht

mehr mithalten. Es lief nicht mehr stabil

und störende Kassenabstürze während

des Abverkaufsvorgangs waren keine

Seltenheit. Zunächst war ich ja noch

geduldig und wollte auch auf die groß

angekündigte, neue Softwarelösung

warten. Aber es kam nichts und dann

dauerte es mir zu lange, da vor allem die

Kommissionieranbindung immer weiter

nach hinten verschoben wurde. Im Frühjahr

2006 suchte ich nach Alternativen

und im September wurde schließlich

WINAPO ® SQL installiert.“

Sicher spielte dabei auch die räumliche

Nähe der Wuppertaler Niederlassung

von LAUER­FISCHER eine Rolle, aber das

allein war es nach Aussage von Herrn

Rutten nicht. „Zum einen wollte ich einen

Anbieter unabhängig von Großhandel

oder irgendwelchen Kooperationen.

Zum anderen gefiel mir insbesondere

die Verknüpfung der Programme rund

um die Beratung und den Abverkauf. Ich


war ja überrascht, dass man dazu nicht

immer zwischen verschiedenen Modulen

springen muss, sondern dass man

den Programmwechsel im Vorgang gar

nicht merkt.“

Auch die mehr als 20 Mitarbeiter kamen

vom ersten Tag mit der durchgängigen

Windows­Oberfläche und den apothekengerechten

Prozessen in WINAPO ®

klar und konnten nach der dreitägigen

Einarbeitung während des normalen

Apothekenbetriebs selbstständig arbeiten.

Tauchen Fragen auf, wendet

man sich einfach an die Niederlassung

oder an die Hotline, „die bei LAUER­

FISCHER auch besser aufgestellt ist als

beim Vorgänger“.

Rutten Apotheke

Apotheker Bernd Rutten

Werth 99, 42275 Wuppertal­Barmen

Tel. (02 02) 55 88 99

Fax (02 02) 55 88 98

www.rutten­apotheke.de

Arnika Apotheke, Wegscheid,

freut sich auf die WINAPO ® Kasse

Etwas beschaulicher, aber dennoch

nicht verschlafen, geht es in der Arnika

Apotheke im niederbayerischen

Die Arnika Apotheke im niederbayrischen

Wegscheid.

Wegscheid, ganz nah an der Grenze zu

Österreich und zur Tschechischen Republik

zu. Hier hat Apotheker Gunter

Zimmerhackl erst vor kurzem die Neuinstallation

einer WINAPO ® SQL­Anlage

erfolgreich hinter sich gebracht.

Auch bei ihm waren es fehlende Zukunftsperspektiven

des vorherigen Systems,

die ihn zum Wechsel animierten.

„Ich hatte in den letzten zehn Jahren

mehrere Systeme in der Apotheke und

war eigentlich ganz zufrieden. Bis die

Anforderung der Rabattverträge kam!

Damit kam mein bisheriges Softwarehaus

überhaupt nicht zurecht. Die Umsetzung

kam nicht rechtzeitig, war umständlich

und vor allem wurde der Abverkauf

dadurch unnötig verzögert. Das

konnte ich aber erst richtig beurteilen,

als ich bei meiner Suche nach einem

anderen Anbieter die WINAPO ® ­Lösung

gesehen hatte“, schildert der agile Apotheker

seine Wechselmotivation.

„Das alte System wurde immer langsamer,

die Module waren nicht aufeinander

abgestimmt und mit der Rechnungserstellung

klappte es auch nicht so, wie

wir es gerne wollten. Zudem verschlechterte

sich dadurch das Preis­Leistungs­

Verhältnis immer mehr. Das Schlimmste

war aber für mich, dass

meine Mitarbeiterinnen am

Ende nicht mehr mit der

Kasse arbeiten wollten, weil

die Vorgänge einfach zu lange

dauerten. Damit war der

Punkt erreicht, sich endgültig

umzuschauen.“

Bei der Suche nach einem

neuen Anbieter kamen für

Gunter Zimmerhackl nur

Windows­Systeme in Frage,

„die auch in zehn Jahren

noch auf dem Markt

sein werden! Da blieben gar

nicht mehr so viele Alternativen

übrig. Den Ausschlag

für WINAPO ® SQL

gab dann das Gesamtkonzept

und der Besuch einer

Referenzapotheke. Eine

Software zeigt nämlich

erst im Echtbetrieb, was sie

wirklich kann.“

apotheke innovativ

Apotheker Gunter Zimmerhackl

Während sich das Team der Arnika

Apotheke vor allem auf die neue Kassenoberfläche

und die verbesserten

Abläufe an der Kasse freut, sieht der

Apothekenleiter Vorteile auch „in den

einfacheren und umfassenderen Auswertungsmöglichkeiten.

Jetzt kann ich

meine betriebswirtschaftlichen Kennzahlen

auf Knopfdruck einsehen und

mir eigene Statistiken erstellen. Das

war vorher nur mit großem Aufwand

möglich.“

Die ersten Wochen nach Installation von

WINAPO ® SQL in der Arnika Apotheke

Wegscheid sind vorüber und das Fazit

eindeutig: „Wir haben uns schnell an

WINAPO ® gewöhnt und genießen vor

allem den komfortablen Abverkauf mit

den vielen Beratungshinweisen. Insgesamt

fühlen wir uns bei LAUER­FISCHER

vom Erstkontakt über die Verkaufsgespräche

bis hin zur reibungslosen

Installation sehr gut aufgehoben und

freuen uns auf eine lange gemeinsame

EDV­Karriere.“

Arnika Apotheke

Apotheker Gunter Zimmerhackl

Marktstraße 15

94110 Wegscheid

Tel. (0 85 92) 86 72

Fax (0 85 92) 86 74

www.arnikaapo.de

1


apotheke innovativ

Mehr Erfolg durch Aktionsbegleitung

mit WINAPO ®

Nicht erst seit AVWG und GKV-WSG hat sich die wirtschaftliche

Lage der Apotheke geändert. Rezeptumsätze

decken gerade noch oder auch nicht mehr die

Kosten. Der Beitrag der Selbstmedikation bleibt

hinter den Erwartungen zurück und andere Sortiments-

und Dienstleistungsbereiche bringen noch

nicht den erhofften Umsatz- und vor allem Rohertragszuwachs.

Fragen Sie in Ihrer LAUER-FISCHER-Niederlassung nach dem

neuen Dienstleistungspaket „Aktionsbegleitung“.

1

Seitdem die Großhandlungen in ihren Kooperationen mehr

auf das aktive Apothekenmarketing setzen, mehren sich

Marketingaktionen in Apotheken, um Stammkunden zu

binden und Neukunden in die Apotheke zu locken. So ist

es kein Wunder, dass es kaum noch eine Fachzeitschrift

gibt, in der nicht ein ausführlicher Aktionsplan enthalten

ist, an dem sich die Apotheken entlang hangeln können.

Auch in der Apotheken­EDV wird das Thema Aktionsunterstützung

immer wichtiger, da die EDV­Systeme sich in

den generellen Grundfunktionen kaum unterscheiden.

Doch wie kann die EDV Marketingaktionen in Apotheken

unterstützen und begleiten?

In WINAPO ® stehen dazu in den Modulen Kasse, Lauer­Taxe

und Auswertungen zahlreiche Funktionen und Hilfestellungen

zur Verfügung, welche in der Summe die Durchführung

von Marketingaktionen in der Apotheke fördern und zu mehr

Umsatz und Ertrag führen. Im Folgenden zeigen wir dazu

mehrere realisierte Beispiele aus der Praxis auf.

Komplette Vivesco­Aktion

abgebildet

Um den Beweis zu erbringen, dass sich bei konsequenter

EDV­Unterstützung von Marketingaktionen auch nachweisbare

Erfolge einstellen, haben wir anhand einer vivescocategory­Aktion

zusammen mit vivesco Anfang 2007 ein

Pilotprojekt umgesetzt.

vivesco­Beiratsmitglied Apotheker Eckard Kübler führte

dazu unter aktiver Begleitung der LAUER­FISCHER Niederlassung

Hannover in seinen beiden Hannoveraner Apotheken

von Anfang Januar bis Anfang März die category­Aktion

Erkältung durch. In beiden Apotheken begann die Aktion

mit umfangreichen Vorarbeiten vor allem im Artikelsortiment

und in der Darstellung der Lauer­Taxe und Kasse für

den Abverkauf und die Beratung.

Dabei wurden die von vivesco gelieferten category­Artikel

in der Software markiert, um diese auch entsprechend

auswerten zu können. Die in den Handzetteln beworbenen

Artikel wurden separat erfasst und gekennzeichnet.

In WINAPO ® ist es möglich, dass für die Kundenberatung

indikations­ oder produktbezogen die Titelblätter der aktuellen

Kundenzeitschriften mit Seitenhinweis auf interessante

Artikel angezeigt werden. Diese Funktion wurde

genutzt, um das Gesundheitsmagazin vive bei den entsprechenden

Artikeln als Beratungshinweis in der Software

anzulegen.


Gezielte Hinweise auf Zusatzverkäufe

Für ein aktives Cross­Selling während der Aktion wurden

die category­Artikel mit passenden Zusatzempfehlungen

verknüpft, um so die Kunden beim Abverkauf noch auf

andere Produkte ansprechen zu können. Dabei wurde

auch ein Zähler aufgebaut, um zu dokumentieren, ob angebotene

Zusatzverkäufe von category­Artikeln erfolgreich

waren.

Darüber hinaus wurden vivesco­Beratungstexte als Beratungshinweise

hinterlegt, Kundendisplays, Kassenbons

und Rechnungen mit Aktionshinweisen versehen und vor

Die Anzeige der Kundenzeitschrift erinnert unauffällig an interessante Beiträge.

Mehr Umsatz und mehr Ertrag durch gezielten Einsatz von Zusatzempfehlungen.

apotheke innovativ

allem das komplette Personal auf die Durchführung der

Aktion geschult.

Der außergewöhnliche Erfolg dieser Maßnahmen hat Apotheker

Eckard Kübler positiv überrascht. „Insbesondere

durch die Verknüpfung der category­Artikel mit verordnungsstarken

Warengruppen und die permanente Erinnerung

an Zusatzverkäufe durch WINAPO ® wurde eine deutliche

Umsatz­ und Rohgewinnsteigerung bei vivesco­category­Artikeln

im OTC­ und Freiwahlbereich erreicht.“

Als Folge dieser erfolgreichen Aktion wurden für die nächste

vivesco­Erkältungs­Aktion Anfang 2008 bereits weitere

Apotheken definiert, in denen diese

neue LAUER­FISCHER­Dienstleistung

umgesetzt wird.

Aktionsbegleitung als LAUER­

FISCHER­Dienstleistung

Auch in anderen Großhandels­Kooperationen

und Apotheken findet

das LAUER­FISCHER­Konzept Gehör,

so dass bereits weitere Projekte

durchgeführt werden konnten.

Mit E­Plus der Pharma­Privat­Gruppe

erstreckte sich die EDV­Unterstützung

in den beteiligten Apotheken

vor allem auf die Regaloptimierung

und die Auswertung von

Lagerorten.

In Baden­Württemberg begleitete

die Stuttgarter LAUER­FISCHER­

Niederlassung drei Apotheken

bei Aktionen mit dem pharmazeutischen

Großhandel Kapferer.

Dabei wurden die im Vorfeld aus

WINAPO ® selektierten Zielgruppen

der einzelnen Apotheken mit einem

Mailing angeschrieben, dessen Abwicklung

durch LAUER­FISCHER im

Rahmen von APOWIN Direktmailing

erfolgte.

Alle Beispiele zeigen, dass sich Marketingaktionen

in Apotheken lohnen

und mit einer strukturierten EDV­

Unterstützung noch erfolgreicher

werden können. Bei Interesse wenden

sich Apotheken direkt an ihre

zuständige LAUER­FISCHER­Niederlassung.

1


hard- und software

Highlights des WINAPO ® SQL Updates

Bereits im November wurden die zur EXPOPHARM Düsseldorf präsentierten

Highlights und Neuerungen an die WINAPO ® SQL-Kunden

ausgeliefert.

Neben einigen außerordentlich hilfreichen Einzelheiten, die den

Alltag erleichtern, wurden umfangreiche Funktionen wie die Vorablieferung

oder die Chargenverwaltung komplett neu erstellt oder im

Funktionsumfang erweitert.

Abb. 1: Auswahldialog zur Verfügbarkeitsabfrage einzelner oder mehrerer Artikel.

Abb. 2 : Anzeige der Verfügbarkeit bei verschiedenen Anbietern mit direkter

Bestellmöglichkeit.

20

Verfügbarkeitsübersicht

Bei der Vielzahl der Importartikel ist die

gleichzeitige Abfrage der Lieferbarkeit aller

Importalternativen eines Präparates

oder aller Rabattvertragsartikel Zeit sparend.

Eine elegante Möglichkeit bietet

jetzt der Auswahldialog, in dem gezielt nur

ein einziger oder aber eine komplette Liste

mehrerer Artikel abgefragt werden kann

(Abb. 1). In einer übersichtlichen Tabelle

bekommen Sie sofort zu jedem Präparat

die Auskunft der Verfügbarkeit bei einzelnen

Anbietern. Selbstverständlich kann

der lieferbare Artikel direkt aus dieser

Übersicht bestellt werden (Abb. 2).

Vorablieferung

Komplexe Fälle bei der Belieferung von

Sprechstundenbedarf oder von Auslieferungen,

bei denen zunächst unklar ist, ob

später ein GKV­Rezept, ein Privatrezept

oder eine Rechnung entstehen soll, sind

ab sofort im Bereich Vorablieferung noch

einfacher zu handeln.

So ist es jetzt komfortabel möglich, Artikel

zu einer bestehenden Vorablieferung

hinzuzufügen, zu substituieren oder

auch einzelne Artikel aus der Vorablieferung

zu löschen, ohne den Bestand zu

verändern.

Die Substitution erlaubt die Zusammenfassung

beliebiger gelieferter Artikel zu

einer druckbaren Rezeptzeile (geliefert

wurden z.B. zwei Zehnerpackungen eines

Impfstoffs, auf dem Rezept sollen diese

zu einer Zwanzigerpackung zusammengefasst

werden).

Kassenbon mit Ausdruck der

Einkaufsvorteile

Durch eine einfache Einstellung in der

Konfiguration des Bondrucks wird jetzt

die Summe aller Einkaufsvorteile, die Ihre

Kunden erzielt haben, auf dem Kassenbon

in einer gesonderten, hervorgehobenen

Zeile ausgedruckt. Das betrifft nicht nur


Abb. 3: Anzeige der Ersparnis für den

Kunden: Der Text kann vom Anwender

einfach geändert werden.

hinterlegte Rabatte beim Kunden oder

beim Artikel. Auch jede Ersparnis, die

durch von Ihnen kalkulierte Preise, z.B.

im Freiwahlbereich, gegenüber den Taxepreisen

erzielt wurde, wird nun als

Ersparnisbetrag in Euro ausgewiesen

(Abb. 3).

Selbstverständlich wird diese Zeile komplett

unterdrückt, wenn kein Einkaufsvorteil

entstanden ist.

Offene Rechnungen in

der Kasse tilgen

Kundenrechnungen, die Ihnen zur Zahlung

in der Offizin vorgelegt werden,

können jetzt ohne Programmwechsel

in die Faktura direkt in der Kasse getilgt

werden. Der Button „Offene Zahlungen“

enthält auch alle offenen Faktura­Vorgänge.

Mit wenigen Tastendrucken ist

die Tilgung sowohl einzelner als auch

aller Rechnungen eines Kunden erledigt

(Abb. 4).

Rezeptnachlieferung

Zusätzlich zu den noch zu bedruckenden

Rezepten merkt sich die WINAPO ® Kasse

auf Knopfdruck jetzt auch Rezepte, die

vom Kunden noch nachgereicht werden

müssen. Dazu gibt es im Druckdialog der

hard- und software

Abb. 4: Direkte und schnelle Tilgung von Kundenrechnungen in der Kasse.

Abb. 5: WINAPO ® merkt sich nachzureichende Rezepte auf Knopfdruck

Kasse einen Button „Rezeptnachlieferung“,

mit dem das nachzuliefernde Rezept

gespeichert wird (Abb. 5).

In der Nachbearbeitung der Kasse ist entsprechend

ein neuer Filter vorhanden, mit

dem die nachzuliefernden Rezepte angezeigt

werden können. Das Bedrucken des

nachgereichten Rezepts reicht aus, um

das Kennzeichen „Rezeptnachlieferung“

für diesen Beleg zu löschen.

21


hard- und software

DATEV-Schnittstelle für den elektronischen

Belegaustausch nutzen

Schon seit einigen Jahren ist

LAUER-FISCHER exklusiv im Apothekenbereich

„DATEV-Partner

für Software“ und unterstützt

die bekannten Schnittstellen für

die Übermittlung buchungsrelevanter

Daten aus WINAPO ® an

den Steuerberater der Apotheke.

Dass darüber hinaus noch

weitere Synergien möglich sind,

zeigt unser Praxisbeispiel aus der

Heimeran-Apotheke in München.

Wer kennt das nicht? Formulare über

Formulare, komplexe Abrechnungen,

schwierige Belegarchivierung und die

doppelte Kassenführung für die Buchhaltung

des Steuerberaters. LAUER­

FISCHER und Ihr Steuerberater können

Ihnen durch den Einsatz des digitalen

Belegbuchens und die Nutzung neuer

Programmschnittstellen viele dieser

Arbeiten abnehmen.

Steuerberater verstehen sich heute

nicht nur als Fachmänner für die Steuererklärung,

sondern vor allem als Berater

in allen organisatorischen und

betriebswirtschaftlichen Fragen. Die

Münchner Steuerkanzlei Alexander Hill

nutzt die Schnittstellen der DATEV für

eine verbesserte Form der Zusammenarbeit

zwischen Apotheke und Steuerberater

in zweierlei Hinsicht.

22

1. Übertragen buchungsrelevanter

Daten aus WINAPO ®

an DATEV Rechnungswesen

Kennen Sie das? Obwohl Ihr Betrieb ein

Kassensystem nutzt, müssen Sie für Ihre

Buchhaltung eine weitere Excel­ oder

Office­Kasse führen, weil das Steuerbüro

das zum Buchen benötigt.

Wir haben die Lösung: Dank der DA­

TEV­Schnittstelle entfällt diese Art der

doppelten Kassenführung jetzt ersatzlos.

Im WINAPO ® System der Heimeran

Apotheke werden die Daten der Abverkäufe

und der Wareneingangsrechnungen

als Dateien im DATEV­Format

gespeichert, die beim Steuerberater

direkt in das Buchhaltungsprogramm

eingespielt werden. Damit spart die

Apotheke den Aufwand der doppelten

Kassenführung – nach eigenen Schätzungen

ca. 6 Stunden Zeit – und der

Steuerberater spart Zeit für die Belegerfassung.

2. Digitale Belegbuchung mit

DATEV­Unternehmen online

Lästig ist für jeden Steuerpflichtigen

das Sammeln und Archivieren der für

die ordnungsgemäße Buchführung notwendigen

Belege. Hier bietet die DA­

TEV ein lückenloses, klar strukturiertes

Buchführungs­, Dispositions­ und

Controllingsystem auf der Basis papierloser

Belegverarbeitung

Das System verzichtet komplett auf

Papierbelege. Diese werden elektronisch

abgelegt und digital verbucht.

Apotheken faxen die Belege einfach

an eine feste Nummer und in wenigen

Minuten steht das Dokument dem

Steuerbüro digital zur Verfügung und

wird archiviert. Der Originalbeleg bleibt

in der Apotheke.

In einem weiteren Schritt kann die Apotheke

über das Internet auf ihr eigenes

elektronisches Belegarchiv zugreifen,

die Belege bearbeiten, Kassenbücher

führen, Rechnungen bezahlen oder

Lastschriften einziehen. Auch die monatlichen

Auswertungen, die bisher

vom Steuerberater per Email oder in

Papierform versandt wurden, sind hier

abgelegt und dauerhaft archiviert.

Auf dieser Basis erhält die Apotheke

von der Kanzlei immer zeitnah alle Daten

und Auswertungen, die für die erfolgreiche

und kostengünstige Steuerung

des Betriebs notwendig sind. Der

Aufwand der Apotheken wird drastisch

reduziert und Rückfragen zu Belegen

erübrigen sich. Außerdem sind alle

Auswertungen jederzeit und von jedem

PC mit Internetanschluss, Smartcard­

Leser und DATEV­Sicherheitssoftware

rund um die Uhr verfügbar.

Bei Interesse wenden Sie sich an

LAUER­FISCHER oder direkt an die

Steuerkanzlei Hill.

Hill Steuerberater

Halserspitzstr. 38

81673 München

info@hillsteuerberater.de

www.hillsteuerberater.de


#

Tipps und Tricks

Das GKV­Wettbewerbsstärkungsgesetz

(GKV­WSG) hat viele Neuregelungen

mit sich gebracht. Allein die

Beachtung der Substitutionspflicht

und der Substitutionsmöglichkeiten

stellt für die Apotheke einen erheblichen

Mehraufwand dar. Zur Bewältigung

der großen zusätzlichen Datenmengen

hat LAUER­FISCHER rechtzeitig

die Integration der Daten und

leicht zu bedienende WINAPO ® Programmfunktionen

bereitgestellt.

So berücksichtigt WINAPO ® bei Zuordnung

der Krankenkasse des Patienten

zum Abverkauf eines Arzneimittels

automatisch alle vorliegenden

Daten, die für die Rabattverträge der

jeweiligen Krankenkasse gelten. Die

apothekengerechte Umsetzung in

WINAPO ® berücksichtigt, farblich

unterschiedlich gekennzeichnet, alle

möglichen Substitutionsfälle, die

sich aus den vorhandenen Daten ergeben

– sowohl zur Kennzeichnung

in der Lauer­Taxe als auch bei der

automatischen Anzeige des Substitutionsstatus

eines Artikels beim

Abverkauf in der Kasse.

Die aut­idem­Vergleichslisten berücksichtigen automatisch

alle Voraussetzungen zur Austauschbarkeit

von Arzneimitteln, insbesondere auch die Übereinstimmung

der zugelassenen Indikationsbereiche.

Artikelzeilen mit vollständiger Übereinstimmung

aller Indikationsbereiche werden im Normaldruck

angezeigt. Artikel, die einzelne Indikationsbereiche

des verordneten Fertigarzneimittels nicht abdecken,

sind in den Vergleichslisten in hellerer, grauer

Schrift dargestellt, da sie ohne Kenntnis der Diagnose

nicht als Substitut in Frage kommen (Abb. 1).

Zur Klärung kann eine detaillierte Prüfung der Indikationsbereiche

abgerufen werden.

Bei Substitution außerhalb der offiziellen aut­idem­

Daten obliegt es in jedem Fall dem Anwender, die

Übereinstimmung von Wirkstoff, Wirkstärke und Packungsgröße

zu prüfen und die Vergleichbarkeit der

Darreichungsform sowie die Übereinstimmung des

zugelassenen Indikationsbereichs zu beurteilen.

hard- und software

Zugelassene Indikationen von Arzneimitteln vergleichen

Wussten Sie schon, dass…

... Sie die Indikationsdaten, die zum Vergleich substituierbarer Arzneimittel von WINAPO ®

automatisch geprüft werden, sehr komfortabel nachvollziehen können?

Abb. 1

2


hard- und software

Um die Indikationen nur für das ursprünglich

verordnete Arzneimittel anzuzeigen

• markieren Sie die Artikelzeile und rufen

Sie die Artikelinformation/Basis-

Info der Lauer­Taxe auf.

• Wählen Sie dann die Dreipunkt­Schaltfläche

in der Zeile Indikation. Die

Indikationsbereiche des verordneten

Artikels werden aufgelistet (Abb. 2).

Zur komfortablen vergleichenden Darstellung

der Indikationen zu einem gewählten

Substitut

• markieren Sie an Stelle des Ursprungsartikels

eine alternative Artikelzeile

der Vergleichsliste (Abb. 2b) und rufen

Sie dazu die Artikelinformation/

Basis-Info der Lauer-Taxe auf.

• Wählen Sie dann die Dreipunkt­Schaltfläche

in der Zeile Indikation. Die

Indikationsbereiche des verordneten

Artikels werden den Indikationen des

gewählten Alternativartikels gegenüber

gestellt.

Der Indikationsvergleich zwischen dem

Ursprungsartikel und einem in grauer

Schriftfarbe gelisteten Artikel der autidem­Liste

(Beispiel Abbildung 3) zeigt

in der Gegenüberstellung übersichtlich

an, dass der aktuell ausgewählte Artikel

zwar drei Indikationen mehr als der

Urspungsartikel aufweist, ein Indikationsbereich

„Schwere Refluxösophagitis

bei Kindern über 2 Jahren“ aber nicht

abgedeckt ist. Daher erscheint diese

Artikelzeile in der aut­idem­Vergleichsliste

gegenüber dem ursprünglich verordneten

Artikel in einer helleren, grauen

Schriftfarbe.

Albrecht Kern

2

Abb. 2

Abb. 2b

Abb. 3

#


art collection

freizeit und kultur

Juanito Martinez

Sinne der Erde

„Man darf das Leben nicht so

schwarz bzw. nur rot sehen. Ich

sehe nur Farben, Farben, Farben.

Denn das Leben ist für mich bunt

und verrückt. Bunt wie mein Herz,

bunt wie meine Seele, bunt wie

mein Geist und verrückt bunt wie

mein Pinsel, der meinen Namen

trägt.“

Das ist die Lebens­ und Kunstanschauung

von Juanito Martinez, unserem diesjährigen

Gestalter der art­collection­CD.

Martinez, abstrakter freischaffender

Maler, Fotograf und Experimenteur ist

gebürtiger Münchner, der seine Kunst in

die Welt verstreut. Für ihn ist naturverbundene

Kunst wesentlicher Bestandteil

seines Lebens, „um sich dabei immer

nah an Mutter Erde zu fühlen.“ Was auf

Anhieb harmlos begann, entwickelte sich

rasch zu einer abstrakten Lebenseinstellung.

Er lebt seit vielen Jahren von

seiner Kunst und zieht mit seinen abstrakten

wunderschönen Farbkompositionen

viele Kunstliebhaber an.

Das Leben ist ein Gefühlschaos, das in

Farben geordnet werden muss, auch

wenn man sich darin verliert. Der Einklang

seiner Gefühlsfarben macht aus

Juanito Martinez einen außergewöhnlich

interessanten Künstler unserer

Zeit. Er versteht es, Farben so zum Ausdruck

zu bringen, dass sie im Einzelnen

ein eigenes Element widerspiegeln.

Die Verbundenheit zur Erde begann

nicht nur durch sein Leben in Bayern,

sondern durch die Offenheit der

Welt gegenüber. Doch die tiefe Wurzel

bzw. Geburt seines jetzigen Werdegangs

liegt in Spanien. Als Reisender

25


2

freizeit und kultur

durch Spanien verlor er sich in den

Naturfarben, die Mutter Erde ihm dort

schenkte.

Er experimentierte mit Erde, Steinen,

Sand und allem, was die Natur mit sich

brachte und erschuf dadurch immer

wieder verschiedene Töne. Das Ergebnis

faszinierte ihn so sehr, dass er es auf

ein Blatt Papier bringen musste.

Was klein anfing, entwickelte sich irgendwann

zu riesigen metergroßen

Kunstobjekten. Die bunte Auswahl,

mit der er seine geliebte Mutter Erde

und seine Gedankenwelt beschrieb,

wurde durch einen langen Aufenthalt

in Bali verstärkt.

Farbspiel der Elemente

Die Elemente Erde, Wasser, Wind und

Feuer kombiniert er in einer derart farbprächtigen

Farbkombination, dass sein

Lebensgefühl sich darin widerspiegelt.

Seine introvertierte Lebensfreude stellt

er positiv in allen denkbaren und undenkbaren

Farbkombinationen dar. Schrill,

grell, warm und verträumt zugleich.

Über allen Dingen stehen die Erdfarben,

die man immer wieder verstärkt

in vielen seiner Bilder beobachtet. Sie

bringen ihn mit beiden Füßen zurück

zur Erde. Die hellen Töne des Windes

lassen ihn treiben und sich in den Farben

verlieren. Er löst sich auf und findet

sich in den Bildern wieder.

Die Feuerfarben, welche so stark in seiner

Seele brennen, treiben ihn durch

die Rotkombinationen zur absoluten

Abstraktheit. Das Blaue, das Wasser,

gibt ihm die Transparenz und die Reinheit,

die Farbschönheit verstärkt zum

Ausdruck zu bringen.

Planeten, Quadrate, Striche, Dreiecke,

Zylinder, Kreise und Steine sind ständige

Begleiter seiner Bilder und bewussten

Erdverbundenheit, die er tagtäglich

mit offenen Augen beobachtet. Steine,

Sand und Erde werden mit Acrylemulsionen

zu echten Farben zusammen gerührt

und in Bildern verarbeitet, woraus

Perspektiven entstehen, als wären es

Fotografien von Planeten, Wegen, Räumen

oder kosmischen Bahnen.

Juanito Martinez verarbeitet Steine, Sand und Erde

Autodidakt und Lebenskünstler

Aber den Kontrast zu den einfachen,

farbprächtigen Bildern entwickelte er

durch die Einfachheit des Lebens. Dadurch

dass Juanito Martinez nie eine

Kunstschule oder eine Akademie besuchte,

konnte er unbeeinflusst von anderen

Stilen oder Lehren seine Kunst

und Visionen so klar zum Ausdruck


mit Acrylemulsionen zu einzigartigen Farben.

bringen und damit seiner einzigartigen

Kunst freien Lauf geben.

Sein früheres berufliches Leben war dagegen

ganz anders. Er war gestresster

Firmeninhaber eines großen erfolgreichen

Unternehmens. Diese berufliche

und gesellschaftliche Verschlossenheit

und Enge entluden sich letztendlich in

Kreativität, um in eine Abstraktheit zu

entfliehen, die er plötzlich im Leben

erkannte.

Der gute Verkauf der Bilder zu Beginn

in Amberg brachte sehr schnell neugierige

Menschen dazu, ihn nach Mallorca

einzuladen. Nach einigen Ausstellungen

entschloss er sich, auf der Baleareninsel

zu leben und zu arbeiten. Das war

die Geburtsstunde der absoluten Entfaltung

seiner Kreativität.

Heute lebt er zusammen mit seiner

Frau Giseli in einer schönen Finca mit

eigener Galerie und pendelt häufig

zwischen Deutschland und Mallorca.

Hier begann er, wie ein Wahnsinniger

zu malen, mit allen Farben, die seine

Seele zuließen. Es fließt und sprießt

aus ihm heraus, so dass seine Bildersammlung

mittlerweile einige Hunderte

von Kunstwerken umfasst.

Er experimentiert mit verschiedenen

Künstlern aus Holland, Belgien, Spanien

etc. und arbeitet mit Größen zusammen,

u.a. mit dem niederländischen Ma­

ler Puntki oder dem mallorquinischen

Allroundtalent Jordi. Gelegentlich trifft

er sich mit dem Schriftsteller und Poeten

Federiko Multhaup Etxeberria aus

dem Baskenland und lässt sich von seinen

Poesien und Erzählungen zu neuen

Bildern inspirieren.

Kontakt:

Juanito Martinez

Cami de Son Niu 5

07450 Sta. Margalida, Mallorca

E­Mail: martinez@www­234.net

Tel.: 0034 971 523 247

Tel.: 0049 170 30 30 003

Internetadressen:

www.juanito­martinez.com

www.mundodelarte.com

www.picasaweb.google.de/wimaxshop

freizeit und kultur

Das Bild „Suave“ von Juanito Martinez ziert die neue art collection-CD 2007.

Die Bilder von Juanito Martinez strahlen

im tristen Leben eine besondere

Freude durch kräftige, fröhliche und

realistische Farben aus. Jedes Zimmer

oder jede Galerie gewinnt durch

die positiven Energien deutlich an Lebensenergie.

Ausstellungen:

mojoom creaciones

Costa de en Brossa 4b

07001 Palma de Mallorca

Tel.: 0034 971 42 56 85

E­Mail: info@mojoom.com

Restaurante Sa Plaça

Plaça Constitucio 1

07400 Alcudia, Mallorca

Tel.: 0034 971 546 278

Möbelhaus Gürtler GmbH & Co. KG

Schlachthausstr. 10 • 92224 Amberg

Tel.: 09621 47 110

2


2

freizeit und kultur

NEUSEELAND

Das schöne Ende der Welt

Thomas Lauterbach strahlt:

„Traumhaft dieses Land, einfach

wunderschön hier!“ Der Maler aus

Nürnberg steht auf der Terrasse

seines Hauses am Berghang über

der Bay of Islands. Eine weit geschwungene

Bucht erstreckt sich

zu seinen Füßen, bilderbuchblau

das Meer, drum herum grüne Hügel,

die mit Palmen und Baumfarnen

bewachsen sind. Ein leichter

Wind streicht durch die Bananenstauden

neben Lauterbachs

Haus, irgendwo singen die Zikaden:

„Ich will hier nie mehr weg“,

sagt der Franke, „könnt Ihr das

verstehen?“

Thomas Lauterbach ist vor mehr als 25

Jahren nach Neuseeland gekommen, zu

Hause war’s ihm zu eng geworden, in vielerlei

Hinsicht. Er hat sich den deutschen

Traum vom Neuanfang am anderen Ende

der Welt wahr gemacht. Seitdem lebt der

Künstler im Hinterland von Russell auf

der Nordinsel Neuseelands, dort also,

wo dieses Land an die Südsee grenzt.

Der nächste Nachbar wohnt weit weg

im dichten Regenwald, der europäische

Stress ist noch weiter entfernt. Lauterbach

malt Bilder mit Motiven der Maori,

der Ureinwohner Neuseelands. „Aotearoa“

nennen die ihre Heimat – „Land der

großen weißen Wolke“. So eine schwebt

gerade über der Bay of Islands, einem

Foto: Lutz Bäucker

der beliebtesten Ziele für Einheimische

und Touristen. Die Anreise dauert für

unsereins unendlich lang, 25 Stunden

sitzt man im Flugzeug, dann kurvt man

weitere zwei bis drei Stunden übers

grüne Land, um dann endlich die Bay

zu erreichen.

Friedensreich Hundertwasser, der berühmte

österreichische Maler und Aktivist,

er hat auch hier gelebt und konnte

sich in der bevölkerungsarmen Weite

Neuseelands, in seiner unaufgeregten

Gelassenheit und seiner wunderbaren

Natur vom Alltag in Mitteleuropa bestens

erholen. 2000 ist Hundertwasser gestorben

– vorher hat er sich noch ein Denk­


mal gesetzt, auf seine typisch skurrile

Art: Im Dörfchen Kawakawa, eine halbe

Stunde von Russell entfernt, steht sein

letztes Werk, die öffentliche Toilette!

Immer mehr Besucher pilgern dorthin

– nicht nur aus praktischen Gründen.

Weißbier statt Heimweh

Foto: DirkR

Die schönen Strände der Cathedral Cove,

einer Bucht an der Coromandel Peninsula,

laden zum Baden und Paddeln ein.

Lauterbach war mit Hundertwasser befreundet:

„Er fehlt uns hier allen sehr“,

sagt der Nürnberger, nun muss er eben

öfter mal seine Schafkopf­Runde zusammentrommeln,

Landsleute, die im Umkreis

von 100 Kilometern leben, keine

Entfernung für einen, der in Neuseeland

lebt. Dann holt der Franke sein selbstgebrautes

Weißbier aus dem Keller. „A

weng Heimatfeeling muss scho aa sei!“,

lacht Thomas. Im verwilderten Garten

steht ein Schild. „Nürnberg“ steht drauf

– der Pfeil weist auf die andere Seite

der Erde.

Die Maori sind auf einem Walfisch nach

Aotearoa gekommen – die Legende wurde

im Kinofilm „Whale Rider“ aufgenommen.

Andere sagen, sieben riesengroße

Kriegskanus landeten aus den Weiten

des Südpazifiks an der Ostküste der

Nordinsel. Rund 15 Prozent der Bevölkerung

sind Maori. Sie siedeln vor allem

auf der Nordinsel, dort sieht man überall

ihre „Mareas“, die Versammlungshäuser,

wo sich die Menschen mit ihren typischen

Tattoos auf Gesicht und Armen

treffen, um wichtige Stammesangelegenheiten

zu regeln. Eine Maori­Show

sollte man auf jeden Fall besuchen,

trotz des touristischen Anstrichs. Der

berühmte Haka­Kriegstanz, vom neuseeländischen

Rugby­Team weltweit

bekannt gemacht, gehört ebenso dazu

wie das Kochen im „Hangi“, dem Maori­Ofen

in einem Erdloch.

Die Maori­Kultur sorgt dafür, dass Neuseeland

nicht nur eine europäische Kolonie

mit pittoresker Kulisse ist, sondern

etwas ganz Eigenes. In den letzten zehn

Jahren hat sich das Land zu einer multikulturellen

Nation gewandelt. Asiaten,

Polynesier und Europäer, „Pakeha“ in der

Maori­Sprache, bauen gerade an einem

interessanten Modell für die Zukunft. Ob

dabei alle gleichberechtigt sein werden,

das muss sich erst noch herausstellen.

Die Maori versuchen, ihre Kultur zu erhalten,

sie ehren die heiligen Plätze wie

zum Beispiel Cape Reinga. Das ist der

nördlichste Felsen Neuseelands, an dem

Pazifik und Tasman­See stürmisch aufeinander

treffen. Hier gehen die Toten in

die Unterwelt ein, um sich auf den Weg

zurück nach Polynesien zu machen, sagen

die Maoris.

Mekka für Adrenalin­Junkies

Für die weißen Touristen ist Cape Reinga

nur ein tolles Foto­Motiv. Sie kommen

meist mit dem Bus hierher nach einer

beeindruckend langen Fahrt über den

Sandstrand des „Ninety Mile Beach“.

Mit dem Mietwagen ist das verboten

– zu oft schon sind Touristen von der

Flut abgeschnitten worden und mussten

ihr versinkendes Auto im Sand zurück

lassen. Als wir entlangfahren, stehen

Hunderte von Anglern im seichten

Wasser: Wettangeln ist eine Leidenschaft

der sportbegeisterten „Kiwis“(so

nennen sich die Neuseeländer selbst).

Eine andere ist „Sand Tobogganing“:

Am Nordende des Strandboulevards

haben sich riesengroße Dünen aufge­

Fotos: Lutz Bäucker (2), James Heremaia

freizeit und kultur

häuft. Auf dem Surfbrett rutschen wir

in rasender Fahrt die Sandpiste hinunter

zum Meer – ein Riesenspaß! Die Kombination

„Natur plus Action“ ist immer

wieder zu finden: beim Schwimmen mit

neugierigen Delphinen in der Bay of Islands

etwa, beim Jetboot­Fahren auf

wild schäumenden Flüssen oder beim

Bungee­Springen in engen Schluchten,

von Fernsehtürmen und hoch über den

Dächern von Queenstown. Das ist die

Outdoor­Kapitale der Welt, das Mekka

für Adrenalin­Junkies auf der Suche nach

dem immer neuen Kick. Queenstown

war einst eine Goldgräberstadt mitten

in den neuseeländischen Alpen auf der

Südinsel. Heute fliegen erlebnissüchtige

Australier für ein Wochenende ein, machen

sich deutsche Skistars wie Ronny

Ackermann und Felix Neureuther fit für

die Saison und versuchen Besucher wie

wir, der Faszination Neuseelands auf die

Spur zu kommen.

Viele kleine Inseln in einer Bucht –

die Bay of Islands

Die Maori, die Ureinwohner Neusee-

lands, schmücken ihre Gesichter mit

Tätowierungen.

Mit der Toilette in Kawakawa hat sich

Friedensreich Hundertwasser selbst ein

Denkmal gesetzt.

2


freizeit und kultur

Adrenalin-Mekka Queenstown:

Bungee-Jumping vor toller Kulisse

Wir schweben mit der Seilbahn von

Queenstown hinauf auf den Bob’s Peak.

Zu unseren Füßen liegt der Lake Wakapitu,

in Augenhöhe die Bergkette der

Remarkabels und am Hang die Bungee­

Jump­Station. Die 19­jährige Lee steht

auf dem Sprung, sie stößt sich ab und

stürzt mit einem spitzen Schrei hinab in

die Tiefe. Es sieht aus, als ob ihr Kopf

gleich in den See eintaucht, doch das

Gummiseil reißt die junge Amerikanerin

wieder nach oben. AJ Hackett hat das

blutdrucksteigernde Springen vor etwa

25 Jahren erfunden – natürlich ist

der Mann ein echter „Kiwi“, der seinen

Nervenkitzel in der grandiosen Natur

suchte und heutzutage einen Haufen

Dollars damit verdient. Neuseeländer

brauchen diese Adrenalin­Kicks offensichtlich,

sie lassen sich auf schmalen

Brettern reißende Flüsse hinunter treiben,

springen vom Himmel oder reiten

in dicken Autoreifen in totaler Finsternis

auf unterirdischen Strömen. „Blackwater

Rafting“ heißt das am anderen Ende

der Welt. Das bekannte „Whitewater

Rafting“ ist den Neuseeländern zu langweilig,

zu zahm.

Uns reicht das bloße Zuschauen. Wir

schippern lieber gemütlich mit der „TSS

Earnslaw“ über den See und genießen

einen Tag auf der „Walter Peak Farm“.

Frühes Siedlerleben zum Anfassen und

0

Bei Punakaiki stapeln sich die Felsen wie Pfannkuchen übereinander.

Anschauen, Schafscheren, Hundedressur

stehen – Tea time inklusive – auf

dem Programm. Man bekommt einen

guten Eindruck vom schwierigen Alltag

der ersten Europäer und versteht, warum

ihre Nachkommen auch heute noch

so stolz auf diese Pioniere sind. Immer

noch gibt es weite Landstriche vor allem

auf der Südinsel, wo man kilometerweit

keinen Menschen trifft. Wer zwischen

Invercargill und Nelson unterwegs ist,

sollte rechtzeitig tanken.

Hohe Wellen im Wilden Westen

Die Westküste ist der „Wilde Westen“

Neuseelands. Eine atemberaubende Aneinanderreihung

pittoresker Felsen, langer

Strände voller Treibholz, die tasmanische

See wirft riesengroße Wellen ans

Land. Zum Baden ist sie viel zu wild und

zu kalt, nur ab und zu wagt sich ein tollkühner

Surfer in die Fluten. Bei Punakaiki

stapeln sich die Felsen wie Pfannkuchen

übereinander, unser Hotel steht direkt

am Strand. Das Meer rauscht geheimnisvoll,

überaus freundliches Personal

serviert zum kitschig­schönen Sonnenuntergang

exzellentes Essen und fruchtigen

Wein: Europa ist mal wieder ganz

weit weg! Nachts zieht dann ein Komet

über den südlichen Sternenhimmel, und

wir wünschen uns, noch lang diesen

Zauber genießen zu dürfen.

Fotos: Lutz Bäucker

Tags drauf laufen wir am Porarari River

entlang, mitten durch große Baumfarne.

Wie im Urwald fühlt man sich dort. Die

Westküste gehört zu den regenreichsten

Gebieten der Erde, weiter südlich

reichen die beiden Gletscher Fox und

Franz Josef bis fast ans Meer – einmalig

auf der Welt. Leider weichen die

Eiszungen immer weiter zurück. Man

muss das gesehen haben, auch wenn

man sich über die frechen Kea­Bergpapageien

ärgert, die mit ihren kräftigen

scharfen Schnäbeln Gummidichtungen

und Scheibenwischer vom Mietwagen

abreißen.

Die Siedlungen haben den Charme von

Goldgräbersiedlungen, der Highway No.

6 schlängelt sich immer am Meer entlang

und bietet an jeder Biegung neue

faszinierende Ausblicke und „Picture

Points“. Der zur europäischen Winterzeit

grellrot blühende Southern Rata­

Baum leuchtet zwischen saftigem Grün,

knallgelbe Schilder warnen vor Kiwi­

Vögeln und Pinguinen auf der Straße.

Doch die Kiwis sind dermaßen scheu,

dass wir die Kiwi­Aufzuchtstation von

Rotorua besuchen müssen, um mal einen

lebend zu sehen. Ganz anders als

die Pinguine, die man an bestimmten

Stränden ohne Probleme findet. Wir

sind auf der Otago­Halbinsel bei Dunedin

zum Harington Point gefahren


und haben in der Dämmerung auf sie

gewartet, bis sie aus dem Meer kamen.

50 bis 60 „Blue Penguins“, eine seltene

Art, höchstens 30 Zentimeter groß mit

blauem Gefieder. Wir müssen lange warten,

das letzte Licht des Tages ist schon

verloschen, als der erste Kundschafter

aus den Wellen an den Strand hüpft, die

Lage sondiert und dann schnurstracks

an den begeisterten Pinguin­Fans vorbei

den Hang hinauf in seine Nesthöhle

watschelt. Danach springen die anderen

– nur eine Armlänge entfernt

– an Land, eines der faszinierendsten

Naturschauspiele, das wir je erlebt haben!

Zu übertreffen höchstens von den

drei jungen Seelöwen, die uns bei der

Wanderung am „Allans Beach“ überraschen:

keine Menschenseele ist dort,

nur die Natur, das Meer und – hinter

einem Felsen – plötzlich die Drei beim

Spielen! Wir fühlen uns wie Entdecker

und können uns von diesem Anblick nur

schwer losreißen.

Neuseeland ist ein hoch zivilisiertes

Land, die Infrastruktur ist gut, alles

funktioniert, oft besser als in Deutschland.

Die Menschen sind viel entspannter

als hierzulande, anfangs etwas reserviert,

dann aber sehr freundlich,

herzlich und hilfsbereit. Ihr unverständliches

Englisch ist gewöhnungsbedürftig.

Das noch vor zehn Jahren englischungenießbare

Essen hat deutlich an

Qualität und Abwechslung gewonnen:

„Pacific Rim“ heißt nun das Motto. Die

Anwohner des Pazifiks geben ihre Zutaten

dazu, südamerikanische, asiatische

und polynesische Komponenten

werden mit britischen Grundlagen gemischt.

Einmal werden wir von Gwytha

und Nick im hübschen Städtchen Nelson

bekocht. Gwytha hat ihre Wurzeln

in Wales, aber wie selbstverständlich

kocht sie Kumara, die Süßkartoffel

der Maori. Dazu gibt’s Lamm mit Pfefferminzsoße

und Feijoa­Gemüse aus

Südamerika. Zum Dessert bringt die

freizeit und kultur

Großmutter eine selbstgemachte „Pawlowa“­Torte

vorbei, eine echte Baiser­

Bombe aus den Zeiten des Empire.

Neuseeland bietet England pur in der

Universitäts­Stadt Christchurch, mit

gepflegten Parkanlagen, netten Pubs

und einem interessanten Antarktis­

Museum. Die Studenten hocken trotz

abendlicher Kühle in Shorts und Minikleidchen

im Freien – „Kiwis“ frieren

grundsätzlich nie! Dunedin sieht

ziemlich schottisch aus, ganz in der

Nähe steht das einzige Schloss des

Inselstaates: In „Larnach Castle“ sind

urige Übernachtungsmöglichkeiten im

umgebauten Pferdestall und Toast mit

bitterer Orangenmarmelade zum Frühstück

inklusive.

Wandern durch Mordor

Die Hauptstadt Wellington macht in Kultur.

Te papa heißt das sehenswerte Na­

Natur und Großstadtfeeling – Neuseeland bietet beides, Bild unten links Aucklands Skyline, rechts Wellington

Fotos oben: Lutz Bäucker, unten: Flying-Tiger/ Ian Trafford

1


freizeit und kultur

tionalmuseum, daneben gibt es Theater

und Oper. Und Auckland, die selbsternannte

Segel­Hauptstadt zwischen Südsee

und Tasman­See, ist der vibrierende

Schmelztiegel der Nation – mit amerikanisch

anmutender Skyline. Trotzdem

bleibt auch hier die Natur immer spürbar.

Die „Kiwis“ lassen sich das Baden, Surfen,

Segeln oder Angeln nicht nehmen.

Und das Wandern erst recht nicht: Neuseeland

ist ein Paradies für Wanderer

und Trekker. Manche Wege gelten als

Klassiker für Bergfreunde aus aller Welt.

Den besten Klang hat die neunstündige

Tages­Tour mitten durchs vulkanische

Herz der Nordinsel: „Tongariro Crossing“

– dieser Name lässt auch in den Alpen

die Augen leuchten. Es geht über vulkanisches

Geröll an aktiven Vulkanen wie

den Ruapehu vorbei zu den Tama Lakes.

Das Panorama umfasst 360­Grad­Neuseeland

im Breitwandformat. Die Tour

2

ist anstrengend, man sollte trittsicher

sein und genug Proviant mitnehmen.

Übrigens: In dieser grandiosen Einöde

hat Herr­der­Ringe­Regisseur Peter Jackson

die mythisch­unheimlichen Filmszenen

von „Mordor“ gedreht, mit tief

hängenden dunklen Wolken, archaischer

Landschaft und gewaltiger Naturkulisse

– typisch Neuseeland eben.

Ähnlich unverfälscht ist das Land in den

„Fjordlands“ der Südinsel. Auf einer

Bootsfahrt durch den Doubtful Sound

erleben wir wolkenkratzerhohe Wasserfälle,

die aus dichten Regenwäldern ins

Meer stürzen, sehen Seehunde und Seelöwen

auf grauen, sturmgepeitschten

Felsen mitten im Wasser und werden

uns bewusst, was im gezähmten Mitteleuropa

fehlt: der direkte Zugang zur

Natur, den man in Neuseeland immer

wieder erleben kann.

Pohutu-Geysir bei Rotorua, etwa drei Autostunden südlich von Auckland Foto: DirkR

Besonders natürlich rund um Rotorua

mitten auf der Nordinsel: Da brodelt

und blubbert die Erde, die Luft riecht

nach Schwefel, Geysire schleudern kochendes

Wasser in die Höhe, Schlammlöcher

und Giftseen müssen umgangen

werden. Der Thermalgürtel Neuseelands

lockt Hunderttausende von Labsal­Suchenden

aus aller Welt an. Es gibt

herrliche Thermen und faszinierende

Pools. Im Hidden Valley geht’s per Boot

zu Sinterterrassen und Schwefelquellen,

in Wairotapu lassen „Teufelsbad“

und giftgrüne Teiche wohliges Schauern

entstehen, Wakarewarea bietet dampfende

Heißwasserfontänen direkt am

Stadtrand von Rotorua, dem meistbesuchten

Touristenort des Landes, mit

unzähligen Geschäften, wo man den typischen

Schmuck aus grüner Jade oder

weißen Knochen kaufen kann.

Doch schnell hat man wieder genug

vom Stadtleben. Wir müssen noch einmal

hinaus in die Natur Neuseelands.

Wir gehen Wandern und Bootfahren im

Abdel Tasman Nationalpark – vielleicht

einem der schönsten Flecken der Erde.

Ockerfarbene Sandstrände leuchten

aus grün bewachsenen Hügeln, Kajakfahrer

paddeln in sanft geschwungene

Buchten, man übernachtet in einfachen

Hütten weitab der Zivilisation und läuft

tagelang auf bestens markierten und

gepflegten Pfaden durch den Park.

Wir werden immer ruhiger und gelassener

– und haben nur ein Problem:

die „Sandflies“. Es gibt in Neuseeland

keine Gifttiere, keine Raubtiere, keine

Malaria, nur diese Sandfliegen: winzig

klein und gemein. Hauptsächlich an

der Westküste fallen sie gnadenlos

über jeden Menschen her, der nur ein

bisschen nackte Haut zeigt und beißen

ihn unbarmherzig. Ohne Mückenschutz

geht da gar nichts!

Thomas Lauterbach hat solche Probleme

nicht: An der Bay of Islands

fühlen sich die Sandfliegen offenbar

nicht wohl. Er kann sein Weißbier ungestört

im Freien trinken und uns in der

hereinbrechenden Dämmerung noch

mal fragen: „Versteht Ihr, dass ich hier

nicht mehr weg will?“ Klar, uns geht’s

schließlich genauso.

Lutz Bäucker


Tölpel-Kolonie am Cape Kidnappers bei Napier Foto: Lutz Bäucker

Informationen

Anreise

Flug mit vielen renommierten Gesellschaften

über Dubai, Los Angeles, Südkorea,

Singapur oder Hongkong nach

Auckland oder Christchurch. Reine Flugzeit

ca. 25 Stunden.

Einreise

Reisepass, keine Impfungen vorgeschrieben,

Einfuhr tierischer und pflanzlicher

Produkte streng verboten (Spürhunde am

Flughafen), benutzte und verschmutzte

Sport­ und Wanderschuhe sind zu melden

und werden untersucht (soll das Einschleppen

von Parasiten u. Ä. verhindern

und wird streng kontrolliert)

Klima/Reisezeit

Ausgeglichenes Klima, im Sommer

(Dezember bis März) auf der Nordinsel

ca. 25­27–Grad, im Süden kühler,

der Winter(Juli/August) ist in den neuseeländischen

Alpen ideal zum Skifahren.

Beste Reisezeit: Mitte Januar bis

Ende März. Baden nur im Norden (Bay

of Islands, Bay of Plenty, Coromandel)

wirklich angenehm, ansonsten ist das

Meer zu frisch.

Literatur:

„Neuseeland“, Michael Müller Verlag

(Nov. 2006), 26,90 Euro

Merian Magazin Neuseeland, (Okt.

2004), 7,50 Euro

„Touring Atlas New Zealand„ von Hema

Maps (im Spezialbuchhandel, sehr

gut für Reisen mit dem Mietwagen),

ca. 25 Euro

Sprache

Englisch mit oft ausgeprägtem, schwer

verständlichem Dialekt, dazu Maori

Geld

NZL­Dollar(1 Euro knapp 2 Dollar)

Zeitunterschied

MEZ plus 11 Stunden

Gesundheit

Mückenschutz, Sonnenschutz (Ozonloch

am Südpol!), kein Wasser aus Flüssen

und Seen trinken, Thrombose­ Prophylaxe

beim langen Flug wichtig

Reisen im Land

Völlig problemlos. Überall Unterkünfte,

in ländlichen Gegenden eher einfacher,

Linksverkehr, oft kurvige, aber

gut ausgebaute Straßen, kein schnelles

Vorankommen möglich, im Schnitt 70

km pro Stunde. Im Süden schöne Strecken

für Motorradfahrer, für Radfahrer

anstrengend (Gegenwind, Berge, kaum

Radwege über Land). Die Südinsel ist

verkehrsarm, Nordinsel deutlich mehr

Verkehr, auch viele Lastwagen, Etappen

deshalb eher kürzer einplanen, Tankstellennetz

ist dünn.

Weitere Informationen

Neuseeländisches Fremdenverkehrsamt

www.newzealand.com/Deutschland

freizeit und kultur

Tipps vom Autor

Das Rocks Hotel and Resort in Punakaiki

hat ein sehr schönes Restaurant

mit Meerblick.

Restaurant „Thirsty Whale“ am alten

Hafen von Napier

„Mission Estate Winery“ auf dem ältesten

Weingut des Landes, liegt auf einem

Hügel bei Napier, exzellente Weine

Te Mahia Bay Ressort in den Marlborough

Sounds: schöne Zimmer oberhalb

einer abgeschiedenen Bucht

„Larnach Castle“ auf der Halbinsel

Otago: Übernachten und Essen im britischen

Ambiente

Restaurant­Cafe „Eggsentric“ in Ferry

landing/Coromandel: witziges Restaurant

mit Pacific Rim­Speiseangebot

„Cafe de Paris” in Hokitika, in dem

Städtchen an der Westküste gibt’s

auch die schönsten Schmuckstücke

aus Jade.

Tölpel­Kolonie am Cape Kidnappers

bei Napier: die großen eleganten Vögel

Bekommen dort zwischen November

und März ihre Jungen. Man kann per

Traktor hinfahren und die Tölpel aus

nächster Nähe beobachten. Wunderbar!

Gilt auch für die Albatros­Kolonie

auf der Halbinsel Otago!

Kiwi­Aufzuchtstation in Rotorua lohnt

sich, denn sonst sieht man nie einen

Kiwi­ Vogel.

Glühwürmchen­Höhlen zum Beispiel

bei Waitomo und Te Anau

Pinguine beobachten, zum Beispiel auf

der Halbinsel Otago beim „Penguin

Point“ oder in den Catlins.

Mit Delphinen schwimmen in der Bay

of Islands (ab Pahia) oder auf der Akaroa­Halbinsel

(mit den seltenen Hector­

Delphinen)

Ein Rugby­Spiel besuchen, auch wenn

Top­Favorit Neuseeland („All Blacks“

genannt) bei der letzten WM 2007

schon im Viertelfinale ausgeschieden

ist. Rugby ist Nationalsport und auch

für uns verständlich – im Gegensatz

zu Cricket!


freizeit und kultur

Mit der Gleichmäßigkeit eines

Pulsschlags spuckt die Erde das

Wasser aus. Zischend und gurgelnd

schießt die Fontäne wieder

und wieder bis zu 12 Meter in die

Höhe. Ihr heißer Atem erwärmt

den gläsernen Raum, in dem Einheimische

neben Kurgästen und

Touristen auf steinernen Bänken

sitzen. Die Luft ist salzgeschwängert

wie die eines Küstenortes.

Andächtige Stille herrscht angesichts

der eruptiven Urkraft, mit

der die Mineralquelle an die Erdoberfläche

dringt. Karlsbads Herz

ist der Sprudel, tschechisch Vídlo,

die ausgiebigste, heißeste und bekannteste

der 15 Quellen, die für

den Kurbedarf genutzt werden.

Sie entspringt in einer Tiefe von

2.000 bis 3.000 Metern und ist 73

Grad Celsius heiß.

Karlsbad Stadt der

Karlsbads Herz ist der Sprudel, tschechisch Vřídlo, die ausgiebigste, heißeste und

bekannteste der 15 Quellen.

Karlsbads Geschichte, Architektur

und wirtschaftliche Entwicklung sind

untrennbar mit den heilbringenden

Thermalquellen verwoben. Allein ihre

Entstehung verdankt die Stadt im

westböhmischen Bäderdreieck – der

Sage nach – dem Sprudel: So soll der

böhmische König und römisch­deutsche

Kaiser Karl IV. die Karlsbader

Heilquelle um das Jahr 1350 bei der

Jagd entdeckt haben. Verbrieft dagegen

ist, dass der Kaiser am 14. August

1370 dem nach ihm benannten Karlovy

Vary die Stadtrechte verlieh.

Lange Liste der Heilanzeigen

Das Wasser der alkalisch­salinischen

Heilquellen vulkanischen Ursprungs

kommt insbesondere bei Verdauungs­


Quellen

Wasserspiele machen auch

Kindern Spaß.

Fotos: CzechTourism

beschwerden, Stoffwechselstörungen

und Störungen des Bewegungsapparates

zum Einsatz. Die Hauptindikationen

sind Erkrankungen des Magens

und des Zwölffingerdarms, Erkrankungen

der Galle und der Gallenwege,

Lebererkrankungen, Erkrankungen

der Bauchspeicheldrüse, Darmerkrankungen,

Diabetes mellitus, Übergewicht,

Gicht und chronische Beschwer­

Die Kolonnaden wurden gebaut, um die Kurgäste

vor den Unbilden des Wetters zu schützen.

den der Gelenke sowie der Wirbelsäule.

Die Karlsbader Kur hat eine lange Entwicklung

durchlaufen. Im Mittelalter bis

zum Anfang des 16. Jahrhunderts haben

die Kurgäste auf Anordnung der Ärzte

übermäßig viel – bis zu 12 Stunden – im

Thermalwasser gebadet. In der Barockzeit

setzten sich strapaziöse Trinkkuren

durch, die dem Patienten bis zu 80 Sprudelbecher

täglich zumuteten. Erst dem

„Hippokrates von Karlsbad“ genannten

Arzt Dr. med. David Becher (1725–1792)

gelang es, fortschrittliche Behandlungsmethoden

einzuführen, die sich bis heute

bewährt haben. Er verringerte die Tagesdosis

bei der Trinkkur auf 15 bis 20

Becher und propagierte das Trinken des

Wassers direkt an den Quellen.

Kolonnaden prägen das Stadtbild

Die letztgenannte Empfehlung führte

zum Bau von Kolonnaden, die noch heute

das Stadtbild Karlsbads prägen. Die

Mühlbrunn­ oder Zítek­Kolonnade – nur

eine von vielen – ist die größte der Kurstadt.

Gebaut wurde sie 1871 bis 1881

nach den Plänen des tschechischen Architekten

Josef Zítek, der auch für den

Bau des Prager Nationaltheaters verantwortlich

zeichnet. Sie ist 130 Meter lang

freizeit und kultur

und 13 Meter breit und beherbergt fünf

Quellen: die Mühlbrunn­, Felsen­, Libusa­,

Füst­Wenzel­ und Rusalka­Quelle.

Diese Säulengänge, die im Unterschied

zu den Arkaden ein gerades Gebälk aufweisen,

ermöglichen den Kurgästen seit

jeher, auch bei ungünstigem Wetter

an den Quellen zu verweilen. Trauben

von Menschen, die sich um die Quellen

scharen, um das heilbringende Wasser

mehr oder weniger genüsslich aus dem

Schnabel eines verzierten Porzellan­

Kännchens zu saugen, sind auch heute

ein alltäglicher Anblick.

Dr. Bechers Empfehlung, sich während

der Kur so viel wie möglich zu bewegen,

gab einen weiteren Anstoß, nämlich den

für die Anlage eines dichten Netzes von

Spazierwegen in den hügeligen Wäldern

um Karlsbad. Über 130 Kilometer Promenadewege

stehen Spaziergängern,

Wanderern und Anhängern des Nordic

Walking gleichermaßen zur Verfügung.

Um auch ein jüngeres Publikum anzusprechen,

setzt man in Karlsbad verstärkt

auf ein breites Sportangebot. Es

gibt zahlreiche Fußball­, Tennis­ und

Golfplätze, Schwimmbäder, Reitmöglichkeiten

sowie Mountainbike­ und

Motocross­Trails. Auch ist das nah gelegene

Erzgebirge ein beliebtes Wintersportgebiet.

Eine besondere Attraktion

5


freizeit und kultur

Menschen, die sich um die Quellen scharen, um das heilbringende Wasser in reich verzierte Porzellan-Kännchen abzufüllen,

sind ein alltäglicher Anblick.

Fotos: Kerstin Wolters

sind die Heißluftballons, die direkt vor

dem imposanten Bau des Grandhotel

Pupp aufsteigen und in geringer Höhe

über die Stadt fahren.

Wiener Architektur

prägt das Stadtbild

Das heutige Antlitz Karlsbads bestimmen

die nach der Wende 1989 renovierten

und nun im neuen Glanz erstrahlenden

Fassaden der Bauten, die

während der regen Bautätigkeit in der

zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im

Stil des Historismus und des Jugendstils

entstanden. Hervorgetan haben

sich damals insbesondere die beiden

Baumeister Ferdinand Fellner und Hel­

mut Helmer. Sie schufen mehr als 20

bedeutende Bauten, die einen starken

künstlerischen Einfluss der österreichischen

Kaiserstadt Wien verraten.

So bekunden unter anderem das 1855

geschaffene Militärbadehaus, das Kurhaus

(1866), das Theater (1886), die jüdische

Synagoge (1877) und der prunkvolle

Bau des Kaiserbades (1895) die

Prosperität und Bedeutung Karlsbads

als berühmtesten Kurort Europas. Die

umfangreiche Bautätigkeit fand vor dem

Ersten Weltkrieg mit dem Bau des internationalen

Grandhotels Imperial (1912)

ihren Abschluss.

Die moderne Architektur Karlsbads repräsentieren

der weithin sichtbare Be­

tonbau des Kursanatoriums Thermal, der

1977 entstand, und die Glas­Stahl­Beton­Konstruktion

der Sprudelkolonnade

(1975). Über den architektonischen Wert

dieser Gebäude streiten sich die Geister.

Darüber, dass der in der Sprudelkolonnade

pulsierende Geysir des Sprudels

jedoch ein faszinierendes Naturphänomen

darstellt, ist man sich einig.

Weitere Informationen:

Kerstin Wolters

Tschechische Zentrale für Tourismus

Friedrichstraße 206, 10969 Berlin

Tel./Fax (0 30) 2 04 47 70

info1­de@czechtourism.com

www.czechtourism.com

Fotos: Premium Hotels


„Immer dem Duft nach“, sagt Martina,

die uns in den Keller der Likörfabrik

sechs Meter unter der Straße hinabführt.

Hier reift in den ovalen, handgefertigten

Eichenfässern der berühmte

Kräuterlikör, dessen Original-Rezeptur

der Karlsbader Apotheker Josef

Becher 1805 schrieb. Über unseren

Köpfen verläuft die sogenannte „Becher-Pipeline“,

eine fast neun Kilometer

lange Edelstahlleitung, über die der

Becherovka aus den Fässern in die

Abfüllanlage transportiert wird.

1807 begann Apotheker Josef Becher, den

Magen­Likör in seiner Apotheke herzustellen

und als Magentropfen unter dem Namen

Carlsbader English Bitter zu verkaufen.

Sein immer erfolgreicheres Geschäft

führte Josef Becher bis 1841. Erst kurz vor

seinem Tod vertraute er die geheime Rezeptur

für die Herstellung des Getränks allein

seinem Sohn und Erben Johann an. Johann Becher bestätigte sich

bald nicht nur als treuer Verwahrer der Rezeptur, sondern auch als

hervorragender Geschäftsmann. Er ließ eine neue Fabrik bauen,

die er mit modernen Geräten ausstattete, und 1876 betraute er

seinen Schwager Karel Laub aus Karlsbad mit dem Entwurf einer

flachen Flasche mit eigenen Vignetten. Diese typischen Flaschen

werden bis heute verwendet.

Rudolf Becher, ein Nachfolger auf dem Thron des Familienimperiums,

machte sich am meisten um den Ruhm des Becherovkas jenseits

freizeit und kultur

der Grenzen des österreichisch­ungarischen Kaiserreichs verdient.

Im Jahre 1907 feierte Becherovka sein 100­jähriges Bestehen. Zu

diesem Anlass brachte das Unternehmen neue Flaschen auf den

Markt, die die gleiche Form hatten, aber grün waren. Diese Farbe

garantiert, dass der Likör seine gelbe Farbe behält. In dieser Zeit

festigte sich auch der einheitliche Name Becher Bitter, der zum

ersten Mal auf dem bekannten gelb­blauen Etikett erschien.

Der Erste Weltkrieg verstärkte die Popularität dank Lieferungen für

die Armee in speziellen Militärrationen weiter. Nach dem Zerfall der

österreichisch­ungarischen Monarchie entstand die selbstständige

Tschechoslowakei und mit ihr im Jahre 1918 der „Becherovka“.

Im Jahre 1945 wurde das Familienunternehmen verstaatlicht und

blieb auch bis 1997 in den Händen des Staates. Heute gehören

das Unternehmen Jan Becher und sein Flagschiff Becherovka zu

Pernod Ricard, dem weltweit drittgrößten Hersteller von Destillaten

und Weinen.

Nur zwei Angestellte, der Produktionsdirektor und der technische

Direktor, kennen heute das jahrhundertealte Rezept.

Diese beiden Auserwählten sind auch die einzigen, die

die „Drogikamr“ („Drogenkammer“) betreten dürfen,

in der einmal pro Woche die Mischung der vielen

Kräuter und Gewürze zubereitet wird. Etwa drei

Viertel der Kräuter und Gewürze stammen aus

dem Ausland, ausgewählte Arten wachsen in der

Umgebung von Karlsbad.

Das Jan­Becher­Museum mit Werkverkauf befindet

sich in der T. G. Masaryka 57 im Stadtzentrum von

Karlsbad und ist täglich von 9 ­ 17 Uhr geöffnet.

Muzeum@Jan­Becher.com, www.becherovka.cz

Willkommen im Hotel Jean de Carro in Karlsbad!

Als erstes Wellness-Hotel Karlsbad

wurde das 4-Sterne-Hotel Jean de

Carro im Jahr 2001 eröffnet. Es

trägt den Namen des berühmten

und beliebten Badearztes Dr. Jean

de Carro (1770 – 1857), der sich

1826 in Karlsbad niederließ.

Freuen Sie sich auf die wohl schönste

Aussicht von Karlovy Vary im Wellnesshotel

Jean de Carro. In den 32 liebevoll

ausgestatteten Zimmern und Suiten

(ein Zimmer ist komplett behindertengerecht

ausgestattet) erwartet Sie

jeglicher Komfort, verbunden mit allen

Annehmlichkeiten, die Sie von zu Hause

kennen. Alle Zimmer sind geschmackvoll

dekoriert und mit Bad oder Dusche,

WC, Telefon und Satellitenfernsehen

Zu Besuch im Becherovka-Museum

ausgestattet. Die Suiten verfügen über

Flur, Garderobe, Wohnzimmer, Badezimmer,

Minibar, Satellitenfernsehen

und Telefon. Von allen Zimmern aus

können Sie den einmaligen Blick auf

die Kurpromenade Karlsbads und die

Barock­Reminiszenz Marien­Magdalenen­Kirche

genießen.

Ein perfekt gedeckter Tisch, ein breites

Angebot an Gerichten und Weinsorten

aus ganz Europa machen Ihren Besuch

im Gourmet Restaurant zu einem unvergesslichen

Erlebnis. Lassen Sie sich von

der Küche verzaubern und wählen Sie

aus dem großen Angebot von internationalen

und regionalen Spezialitäten.


freizeit und kultur

Im Wellness Hotel Jean de Carro werden

Sie sehr freundlich in der Salzkammer,

in der Thermarium­Wellness­Bar

oder in der Lobby­Bar bedient. An sonnigen

Tagen können Sie den einzigartigen

Panoramablick auf Karlsbad von

der Sommerterrasse aus bewundern,

wo man Ihnen gern Köstlichkeiten à la

carte serviert. Alle Hotel­Angestellten

sprechen deutsch.

Im Thermarium befinden sich Whirlpool,

Sauna, Infrarotkabine, Kräuterdampfbadkabine

und eine Salzkammer. Damit

im Beruf und Alltag die Leistung stimmt,

ist es wichtig, dem Körper und Seele die

Gelegenheit zu geben, sich zu regenerieren

und neue Kraft zu schöpfen. Die

modernen Wellness­Angebote wie die

Schokoladen­, Honig­, die Hot­Stones­,

die Aroma­, die Fußreflexzonen­, die

sedative oder die klassische Massage

helfen Ihnen mittels Entspannung,

Geborgenheit und Reinigung, Energie

Der Gewinn

Ein Wochenend­Gutschein für zwei

Personen im vorgestellten Hotel

Jean de Carro in Karlsbad.

Rätselfrage: Wann lebte Dr. Jean de Carro?

(Bitte nennen Sie das Geburts­ und das Todesjahr.)

Herzlichen Glückwunsch!

Den Turmfallken als Vogel des Jahres 2007

richtig als Lösung aus PRIMO 2/2007 erkannt

hat Apothekerin Anne Dittmann aus der Rathaus

Apotheke in Nordwalde. Regionalleiter

Thomas Maas überbrachte den Wochenend­

Gutschein für zwei Personen im Goslarer Hotel

DER ACHTERMANN.

Bitte senden Sie die Lösung an: LAUER­FISCHER GmbH, Marketing­Abteilung, 90744 Fürth oder faxen Sie diese Seite an:

(09 11) 74 32-220. Einsendeschluss ist der 31.01.2008. Als Gewinn winkt ein Wochenend­Gutschein für zwei Personen im

vorgestellten Hotel Jean de Carro in Karlsbad, den wir unter allen richtigen Einsendungen verlosen. Der Rechtsweg und die

Teilnahme von Mitarbeitern der Unternehmensgruppe ARZ Haan AG sind ausgeschlossen.

Apotheke

Vorname

Name

Straße

PLZ/Ort

zurückzugewinnen. Auch bietet man

im Hotel Jean de Carro die Schröpfkopftherapie,

eine aus der östlichen Medizin

übernommene Methode, die von

einem speziell geschulten Mitarbeiter

vorgenommen wird, an. Die Physiotherapeuten

im Thermarium bilden sich

ständig in Deutschland weiter.

Zu den Erlebnissen der besonderen Art,

die Ihnen das Hotel bietet, gehören Kulturveranstaltungen

und sportliche Aktivitäten

wie die Golf Relax Tour, die Ihnen

Gelegenheit gibt, vier der schönsten

Golfplätze in und um Karlsbad kennenzulernen.

Dazu gehört auch die Anlage

des Royal Golf Clubs Marienbad, einer

der ältesten Golfplätze Europas, dem

die Königin von England Elizabeth II. im

Februar 2003 den Titel „Royal“ verlieh.

Für Anhänger des Nordic Walking steht

im Hotel ein speziell ausgebildeter Trainer

zur Verfügung.

Foto: Czech Tourism

JEAN DE CAR RO

W E L L N E S S & C O N F E R E N C E S

Apothekenstempel

Das Hotel Jean de Carro liegt im Zentrum

Karlsbads gegenüber der berühmten

Sprudelkolonnade. Der internationale

Flughafen ist vom Hotel nur in zehn Minuten

Autofahrt entfernt. Den Prager

Flughafen erreichen Sie in anderthalb

Stunden. Auch zum Bahnhof ist es nicht

weit. Karlsbad liegt an der Bahnlinie

Prag ­ Cheb im Nordwesten der Tschechischen

Republik nur 50 Kilometer von

der Grenze zu Deutschland entfernt.

WELLNESS HOTEL JEAN DE CARRO****

Stezka Jeana de Carro 4–6

Karlovy Vary, Tschechische Republik

Tel. +420 353 505 111

Fax +420 353 505 151

info@premium­hotels.com

www.premium­hotels.com


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