„FM-SPY“ - Media Engineering

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„FM-SPY“ - Media Engineering

Präsentation im Rahmen des Produkteforums während der 23. Tonmeistertagung vom 5.-8.11.2004 in Leipzig

nicht nur im Hochfrequenzbereich mit Hilfe des Rückkopplungsprinzips zu verstärken, sondern auch

noch nach dem Heruntermischen in die Zwischenfrequenzlage. Dadurch wurde die gesamte

Verstärkung erhöht und bedeutend schwächere Signale oder höhere Frequenzen konnten empfangen

werden. Auch hier ist anzumerken, dass bis heute etwa 98% aller Radioempfänger dieses

Zwischenfrequenz-Prinzip benutzen.

1933 arbeitete Armstrong als Professor an der Columbia University in New York, wo er das Prinzip der

Frequenzmodulation erfand. Seine Erfindung war das Resultat einer intensiven Suche nach einer

Abhilfemassnahme für atmosphärische Störungen, wie sie im Mittelwellenrundfunk mit

Amplitudenmodulation auftreten. Armstrong tat dabei genau das Gegenteil von dem was damals

angesehene Schaltungs-Theoretiker vorschlugen: er „verschmierte“ die Information über einen breiten

Frequenzbereich anstatt sie in einem schmalen Band zu konzentrieren.

GRUNDLAGEN DES UKW FM RUNDFUNK-PRINZIPS

Das FM System ist ein Übertragungssystem, bei dem ein besserer Geräuschspannungsabstand mit

Hochfrequenz-Bandbreite „erkauft“ wird. Je grösser die Bandbreite, um so besser ist die

Unterdrückung von Störungen. Zudem wird in jedem FM Empfänger das in die Zwischenfrequenzlage

heruntergemischte Signal mit einem Limiter geklippt, wodurch sämtliche Einflüsse der Übertragung

auf die Amplitude des Hochfrequenzsignals eliminiert werden.

Es ist eine äusserst erstaunliche Tatsache, dass sämtliche FM Systemparameter, die 1933 von

Armstrong gewählt wurden, bis heute dieselben geblieben sind. Übrigens: letzten Monat wurde das

FM System 71 Jahre alt!

Dies bedeutet, dass es 71 Jahre her sind, seit Armstrong den maximalen Momentanfrequenzhub auf

+/-75kHz und die maximale Audiofrequenz auf 15kHz festgelegt hat.

Das FM System hat sich seither nicht grundlegend verändert. Zusammen mit dem NTSC oder dem

PAL Farbfernsehsystem ist FM eines der ältesten und am meisten verbreiteten technischen Systeme

auf der Welt.

Mit den Jahren wurden einige Spezialitäten und Zusatzsignale hinzugefügt. Die meisten von diesen

sind auf dem Audio-Signal aufmodulierte so genannte Multiplexsignale.

1940 hat Armstrong selber die so genannte Vor-Betonung der Audiosignale eingeführt. Dies erlaubte

eine störungsfreiere Übertragung von höher frequenten Audiosignalen.

1949 wurde das Unterträger-System SCA eingeführt, um Nonstop-Musik für Gaststätten oder

Warenhäuser zu übertragen. Dies wurde in erster Linie getan, um die schmalen Einkünfte von FM

Stationen in den USA zu vergrössern. Das System heisst mit vollem Namen Subsidiary

Communications Authorization, allerdings redet man meist nur vom SCA System. Dieses System

gelangte übrigens in Europa nie zur Anwendung.

Den gleichen Signal-Multiplex-Trick wandte man 1960 an, als man stereophonische Übertragungen

einführte.

Howard Armstrong war zwar der Vater des FM Systems, aber er selber hat die zugehörige

Mathematik nie besonders stark bemüht. Er war der Typ des Erfinders, der einfach „fühlte“, wo etwas

nötig war um ein Problem zu lösen. Aber er hatte trotzdem einen sehr analytischen Verstand und

kannte sich auch in der Mathematik gut aus. Aber Armstrong hat nicht die Formeln des FM Systems

niedergeschrieben und ist danach ins Laboratorium gegangen, um nachzubauen, was er vorher

ausgerechnet hatte. Seine Geschichte funktionierte genau umgekehrt!

Autor: Markus Stocker Firma: MEDIA ENGINEERING Seite: 3 / 3

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