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Feuersteine – für Sammler ein Augenschmaus, für Landwirte und ...

Feuersteine – für Sammler ein Augenschmaus, für Landwirte und ...

langen Zeiträumen

langen Zeiträumen damals überlebenswichtig. Fast überall auf der Welt, auch in Hohenlohe, lassen sich noch diese »Urwerkzeuge« im Boden finden, meist kleine Schaber, Messer und Pfeilspitzen. Nicht nur auf wissenschaftlichem Wege, sondern sogar auf humorvolle Weise wird diesem Material auch in der Neuzeit Interesse zuteil, wie die bekannte Comicfigur Fred Feuerstein zeigt. Der Nachname des tollpatschigen Zeichentrickhelden ist Programm in Kombination mit Pyrit ("Katzengold") und Zunderschwamm taugt der Feuerstein bis heute prima zum Feuer machen. Wenn im Märzen der Bauer den Boden pflügt, ist für Sammler das Feld bestellt Die meisten Zeitgenossen sehen zu, daß sie sich schnell »vom Acker machen«. Auf Feuersteinsammler trifft diese Redewendung nicht zu, im Gegenteil! Wenn im Herbst bzw. Frühjahr die Äcker umgebrochen, abgeregnet, noch nicht eingesät und halbwegs abgetrocknet sind, dann ist für die »Ackerjogger« die beste Zeit zum Sammeln. Dann verursacht man auch keinen Flurschaden auf den Höhen des »Hohenlohisch-FränkischenFeuersteinhalbmondes«. Dieser zieht sich von Langenburg nach Gerabronn, Blaufelden, Speckheim über Spielbach, Schainbach, Wallhausen bis nach Gröningen. Wurden die Feuersteine früher von den Landwirten mit ihren Ochsen- bzw. Pferdegespannen als »Eisenfresser« gefürchtet, so macht dies heute einem 200-PS- Traktor mit schweren Pflügen bzw. Edelstahl-Stachelwalzen nichts mehr aus es wird einfach alles klein geschlagen. Angesichts der zum Teil beachtlichen Größe von Feuersteinen ist das damalige Gejammer der Landwirte nachvollziehbar. »Ich habe bei Langenburg auch schon mal einen Feuerstein mit 30 cm Durchmesser gefunden«, bestätigt Prof. Dr. Theo Simon, der mit der Geologie im Hohenloher Raum ebenso bestens vertraut ist. Einen Vorteil haben die heutigen in der Landwirtschaft eingesetzten Großmaschinen dann doch durch die Zerschlagung geht der Blick ins Innere des Steines und zeigt sofort, ob er etwas taugt, schön bzw. bunt ist. Feuersteine sind immer für eine Überraschung gut Noch sind nicht alle Geheimnisse der Hohenloher Feuersteine gelöst, doch gerade unter dem Mikroskop tut sich eine wahre Wunderwelt auf. »Hier beginnt das große Staunen über die Schöpfung«, schwärmt Herbert Schüßler. »Hier erkennt man, daß Mikrokosmos und Makrokosmos aus der gleichen Hand kommen«, erklärt der Feuersteinexperte. Und dann gibt es hier ja auch noch Stücke von versteinertem Holz zu finden, die zirka 220 Mio. Jahre alt sind. Neueste Forschungen durch Arbeitskreismitglied Siegfried Nickel belegen bei vielen Exemplaren die versteinerte Dokumentation eines Pilzbefalls. Die Beschäftigung mit der Geologie des Hohenloher Raums verstehen Schüßler und seine Kollegen vom Geologisch-Archäologischen Arbeitskreis in Kirchberg/Jagst nicht nur als reinen Zeitvertreib, sondern auch als gesellschaftliches Engagement. »Die Erfahrung, daß Geld, Macht und Reichtum nicht alles sind, sondern es besser ist, sich an den schönen Dingen der Natur zu erfreuen, sie zu ergründen und das Wissen an andere weiterzugeben, das allein zählt«, so philosophiert Herbert Schüßler. Dem ist seitens des Autors nichts hinzuzufügen. Höchstens der folgende Halbsatz: Der Hohenloher Feuerstein der Stein mit verborgener Schönheit und voller Geheimnisse. Ein Stein der Weisen? Text Andreas Scholz Fotos Andreas Scholz & Geologisch- Archäologischer Arbeitskreis Kirchberg / Jagst Weitere Informationen Buchtipp: Entstehung, Schönheit und Rätsel der Hohenloher Feuersteine. Herbert Schüßler, Theo Simon, Manfred Wart. Eppe Verlag, Bergatreute (ISBN 3-89089-054-7) Buchtipp: Aus Holz wird Stein Kieselhölzer aus dem Keuper Frankens. Herbert Schüßler, Theo Simon. Eppe Verlag, Bergatreute (ISBN 978- 3-89089-091-3) Geologisch-Archäologischer Arbeitskreis Kirchberg/Jagst Arbeitskreisleitung (Dipl.-Agr.-Ing. Hartmut Heilmann) Birkenstr. 10 74592 Kirchberg/Jagst, Tel.: 07 95 4 - 21 6 Mail: hartmut.heilmann@t-online.de Web: www.kirchberg-jagst.de naturscheck winter 2011 35 Bewußtsein Editorial

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