Zahlen, Daten, Fakten - Schau Verlag Hamburg

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Zahlen, Daten, Fakten - Schau Verlag Hamburg

stil

D A S M A G A Z I N D E R S A L Z G I T T E R A G

Nr. 3/2010 · www.salzgitter-ag.de

Energie der Zukunft

Das neue

Kraftwerk …

… und andere gute Ideen

stil 1


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klappen

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FOtO: DPA

Das Stadion in Durban bedeutete nicht nur Anfang und Ende für die WM-Titelträume der deutschen Elf – es besteht zum Teil auch aus Salzgitter-Stahl (S. 30)

Bernd Gersdorff,

Leitung Konzernkommunikation

Herzlich willkommen!

Ressourcenschonung, Energieeffizienz,

Nachhaltigkeit – diese drei Begriffe werden

in Politik und Wirtschaft derzeit stark

strapaziert und sind in aller Munde. Ein

Großteil der Ziele werden aufgrund von

theoretischen Überlegungen fixiert.

Der Salzgitter Konzern war aktiv. Im Zuge

des Investitionsprogramms „Salzgitter Stahl

2012“ wurden das Kraftwerk erneuert und

die Effizienz gesteigert. In Peine hat der Bau

der Bandgießanlage begonnen, mit der

Stahlgüten produziert werden können, die

leichtere Automobilkarossen ermöglichen

und damit zukünftig Ressourcen schonen.

Ohne Stahlprodukte können ehrgeizige

Klimaziele nachhaltig nicht erreicht wer-

den – dies bestätigt die Studie von Boston

Consulting. Kein anderer Werkstoff ist so

vielseitig einsetzbar und umweltfreundlich

wie Stahl. Stahl ist vollständig recycelbar,

ressourcenschonend, energieeffizient und

damit nachhaltig.

Viel Freude beim Lesen!

stil Energie – die Herausforderung von heute

REPORtAGE Das neue Kraftwerk am Standort Salzgitter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4–9

INtERVIEW Stahlvorstand Johannes Nonn über Energie & Stahl . . . . . . . . . . . . . . . . . .10/11

REPORtAGE Solarstrom-Gewinnung mit Röhren aus Helmond. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12–15

BERICHt Erfolge des „EnergieEffizienz-Programms“ der SZFG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .17

stil des Hauses – Neues aus dem Konzern

PROFIt Porträt: Anke Fischer – Verantwortung in spannenden Zeiten . . . . . . . . . . 20/21

PRODuKtE Breitere Dualphasenstähle besonders im Automobilbau gefragt 22/23

PERSONAL GO 2025: Interview mit Personalvorstand Schneider . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24/25

PARtNER „Niedersachsen Allianz für Nachhaltigkeit“ in Brüssel. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26/27

PROZESSE Neubau in Frankfurt – Europäische Zentralbank baut auf Blech . . 28/29

stil extra

NEWS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18

REPORtAGE WM-Stadion Durban: Bogen der träume aus Salzgitter-Stahl . .30–33

PREISRätSEL/ANKÜNDIGuNG/IMPRESSuM . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .34/35

Titelfoto: Udo Bojahr

stil 3


Energie …

… umweltschonend zu produzieren und möglichst effizient zu nutzen – das ist

eine der zentralen Herausforderungen dieses Jahrhunderts. Der Salzgitter

Konzern geht mit gutem Beispiel voran – in der eigenen Produktion und mit

Produkten, die bei der Gewinnung neuer Energien helfen. Sechs Beispiele

Von der neuen Netzkommandostelle

wird das Stromnetz der

Salzgitter Flachstahl seit rund

BOJAHR

einem Jahr überwacht und

uDO

gesteuert FOtO:

4 stil stil 5


Das Kraftwerk: alter Kamin

neben neuer Blockanlage

FOtOS: uDO BOJAHR

Die Brennstoffversorgung für die Dampferzeuger

Standort Salzgitter

200.000 Tonnen weniger CO2 im Jahr durch neues Kraftwerk

Investitionen verbessern Wirkungs grad von 30 auf 40 % und verringern Abhängigkeit von externen Energieunternehmen

Bevor ein unternehmen wie die

Salzgitter AG eine dreistellige

Millionensumme in die Hand

nimmt, werden Alternativen

gründlichst durchgerechnet und debattiert.

Bei der umfassenden Erneuerung

des Kraftwerks am Standort Salzgitter

war man sich aber schnell einig: Es lohnt

sich. und so entstanden ab 2006 als wichtigste

Großaggregate zwei neue Kraftwerksblöcke

mit je 110 MW elektrischer

Leistung, nachdem vorher bereits ein

alter turbogenerator durch einen neuen

ersetzt worden war. Parallel dazu wurde

das Stromversorgungsnetz der SZFG

grundlegend erneuert.

Alfons Eschle, Leiter der Energiebetriebe:

„Aufgrund des verbesserten

Wirkungsgrades erzeugen wir künftig

350.000 MWh im Jahr zusätzlich – Strom,

den wir nicht mehr extern hinzukaufen

müssen.“ Dadurch rechnet sich das Projekt

für das unternehmen nicht nur – an

diesem Punkt wird es auch für die umwelt

interessant. „Da der Strom bei der

SZFG praktisch vollständig aus bei der

Stahlherstellung erzeugten Kuppelgasen

aus Kokerei, Hochofen und Stahlwerk

gewonnen wird, sparen wir mit der Verminderung

des Fremdstrombezugs im

erheblichen umfang CO2 ein: Gerechnet

gegen den bundesdeutschen Energiemix

sind dies rund 200.000 tonnen CO2 je

Jahr“, sagt Dr. Jens traupe, Leiter umweltschutz

und Energiepolitik des Konzerns.

Rundgang durch das Kraftwerk, das

1940 ans Netz ging und seitdem mit seinen

fünf Kaminen ein Wahrzeichen Salzgitters

und längst denkmalgeschützt ist.

Außer Alfons Eschle, der am 30. September

in Ruhestand geht, sind sein Nachfolger

Michael Bock, der bisher Chef des

Kraftwerks war, und Henning Schmidt

dabei, der wiederum Bocks Position übernimmt.

In 70 Jahren ist das Werk ständig modernisiert

worden. Nirgendwo wird die

Symbiose zwischen Alt und Neu deutlicher

als in der Netzkommandostelle: Bis

zur völligen Inbetriebnahme der futuristischen

neuen Zentrale, die in diesen

tagen erfolgt, war nebenan noch die 70

Jahre alte Leitstelle in Betrieb, die mit

ihren Instrumenten und Anzeigen eher

an Filme wie „Metropolis“ denn an eine

Kommandozentrale des 21. Jahrhunderts

erinnert. Aber sie funktionierte tadellos

bis zum Schluss.

Das Kraftwerk ist der Motor des Standortes

Salzgitter. Die gesamte in Salzgitter

produzierte Strommenge wird 2010 rund

1,2 Mio. MWh betragen – damit könnte

man eine Großstadt wie Braunschweig mit

seinen 250.000 Einwohnern versorgen. Fast

noch wichtiger als die Stromerzeugung

ist die Produktion von Prozessdampf für

die Antriebe der Hochofen-Windgebläse,

die Vakuumanlagen im Stahlwerk und

die Gassauger in der Kokerei – insgesamt

rund 1,5 Mio. tonnen Dampf pro Jahr.

Das Kraftwerk versorgt außerdem die

Stadt Salzgitter mit Fernwärme. Im Rahmen

der Investitionen wurde das 70 Jahre

alte Stromversorgungsnetz der Salzgitter

Flachstahl GmbH grundlegend erneuert

Beispiel 1

und auf 110 kV umgestellt. Michael

Bock: „Die Vorteile sind u. a. geringere

Stromumwandlungsverluste durch

moderne transformatoren sowie eine

größere Stabilität des Netzes.“

Ein rundum positives Fazit der Investitionen

zieht ulrich Grethe, Vorsitzender

der Geschäftsführung der SZFG: „Durch

die Erneuerung von Schlüsselaggregaten

und des Stromverteilnetzes wurde ein

zukunftsweisender Weg eingeschlagen,

der die Abhängigkeit von externen Energieversorgungsunternehmen

verringert

und wirtschaftliche Ziele ermöglicht, die

sonst undenkbar gewesen wären.“

Die drei vom Kraftwerk (v. l.): Henning Schmidt, Alfons Eschle und Michael Bock

stil 7


Alfons Eschle vor den neuen Transformatoren 220/110 kV der Schaltanlage – „der größten in Europa“ Die aktuelle Luftaufnahme zeigt das Kraftwerk der SZFG, wie es heute aussieht

Sommer 2008: Ein Kondensator schwebt in der Luft. Er wurde über den Stichkanal nach Salzgitter geliefert War bis vor ein paar Tagen voll funktionsfähig: die alte Netzkommandostelle

8 stil stil 9

FOtOS: uDO BOJAHR / LENKE


Interview mit Johannes Nonn, Stahlvorstand der Salzgitter AG

„Stahl ist die optimale Lösung“

Aktuelle Energiepolitik sei industriefeindlich und sorge für Verwerfungen im Wettbewerb

Die Stahlindustrie ist eine energieintensive

Branche. StIL

sprach mit Johannes Nonn,

Stahlvorstand der Salzgitter

AG, über die umfangreichen internen

Investitionen in die Energieerzeugung

sowie über die energiepolitischen Rahmenbedingungen.

stil Der Salzgitter Konzern hat in die

eigene Energieerzeugung investiert und

das Kraftwerk in Salzgitter komplett

modernisiert. Was waren die Ziele dieser

bedeutenden Investition? Warum wurde

der Bau nicht durch eines der führenden

Energieunternehmen realisiert?

johannes nonn Die beiden Hauptziele

der Salzgitter AG bei der Investition in

die bestehende eigene Energieerzeugung

waren zum einen die Erhöhung des Wirkungsgrades

von durchschnittlich 30 %

auf 40 %, welches eine Reduzierung des

Fremdstrombezugs ermöglicht. Zum

anderen können dadurch erhebliche

Reparaturaufwendungen bzw. Ersatzmaßnahmen

vermieden werden. Darüber

hinaus dient das Kraftwerk der Salzgitter

Flachstahl (SZFG) nicht nur der

Stromerzeugung, sondern auch

der Versorgung der Hüttenbetriebe

mit Prozessdampf. Diese

beiden Ziele können divergent

sein. Da aber immer die betrieblichen

Belange im Vordergrund

stehen, wäre der Bau eines führenden

Energieunternehmens

für die Ziele der SZAG nicht

sinnvoll gewesen.

stil Wie ordnet sich die Investition

in das übergeordnete strategische

Ziel „Eigenständigkeit

durch Profitabilität und Wachstum“

ein?

nonn Die Investition ins Kraftwerk

ist ein hervorragendes Beispiel

für unsere Strategie: Die

SZFG ist dadurch in der Lage,

100 % des Strombedarfs im

eigenen Kraftwerk zu produzieren.

Hinzu kommt noch der gesamte

benötigte Prozessdampf,

welcher hier erzeugt wird. Wie

soeben schon erwähnt, sind wir

somit unabhängig von externen

Kraftwerksbetreibern, deren

Priorität die Gewinnerzielung

durch Stromerzeugung sein

muss. Der Bau des Kraftwerks

hat natürlich eher den Charakter einer

Infrastrukturmaßnahme, die Rücklaufzeiten

sind vergleichsweise schlecht, aber

dafür umso nachhaltiger. Mit dieser

Investition wird der Standort Salzgitter

und damit unsere Eigenständigkeit sehr

nachhaltig gestärkt.

stil Warum erzeugt die Salzgitter AG ihre

Energie selbst und bezieht sie nicht „am

Markt“?

nonn Wir haben die einmalige Chance,

aus den im Stahlherstellungsprozess anfallenden

Kuppelprodukten Strom zu

produzieren. Dies führt nicht nur zu Kostenvorteilen,

sondern wir produzieren

auf diesem Weg eine Art Ökostrom. Statt

diese brennbaren Kuppelprodukte abzufackeln,

werden sie so ökologisch sinnvoll

genutzt.

stil In Deutschland und der EU sind die

Umweltstandards sehr hoch. Welche Auswirkungen

hat dies auf die Wettbewerbsfähigkeit

der Stahlindustrie?

nonn Im Grunde genommen gibt es eine

Zusage der Politik, die stromintensiven

Industrien – somit auch die Stahlindus-

Stahlvorstand Johannes Nonn

trie – von Belastungen aus CO2-Zertifikaten

freizustellen. Eine Vielzahl der

Politiker steht zu dieser Zusage; in den

relevanten europäischen umweltministerien

ist dies leider nicht immer so.

Gerade gibt es eine Initiative einzelner

europäischer umweltminister – unter

anderem in Deutschland –, die Selbstverpflichtung

von minus 20 % für die

dritte Handelsperiode von 2013 bis 2020

„Mit dem neuen Kraftwerk

produzieren wir Ökostrom“

auf minus 30 % zu erhöhen. Bedauer-

lich ist nur, dass die Eu und Deutschland

allein mit dieser Position stehen. In

Kopenhagen konnte selbst für die minus

20 % keine Einigung erzielt werden, die

uSA streben minus 4 % und China lediglich

die Begrenzung des Wachstums auf

westeuropäisches Niveau an.

unabhängig von den Vorleistungen,

die insbesondere Deutschland bereits

gebracht hat, ist diese Politik eindeutig

industriefeindlich und wird mittel- bis

langfristig zu kostenseitigen

Verwerfungen im globalen

Wettbewerbsumfeld führen. Darüber

hinaus gibt es eine Vielzahl

weiterer themen, die uns

belasten. Wesentlich ist hierbei

das thema Strompreiskompensation.

Dies ist insbesondere für

unsere Elektrostahlproduktion

von enormer Bedeutung. Leider

gibt es in Europa immer noch

unterschiedliche Industriestrom

preise. Das deutsche Niveau

liegt im oberen Segment,

insbesondere weit über den

indus triestarken Nationen wie

Frankreich und Italien. Auch

hier ist die Politik gefragt, vergleichbare

Voraussetzungen für

alle Hersteller zu schaffen. Salzgitter

fordert nicht mehr und

nicht weniger als ein Levelled

Playing Field, diesem Wettbewerb

wollen wir uns gern stellen.

stil Ohne Stahl und Stahlprodukte

lassen sich die CO ² -Minderungspläne

in Deutschland nicht

realisieren. Dies belegt die Studie

von Boston Consulting. Wo sehen

Sie die Haupteinsatzfelder von

Stahl in diesem Zusammenhang?

nonn Ohne Stahl ist das Leben in einer

hoch entwickelten Gesellschaft wohl

heute nicht mehr vorstellbar. Dass es

auch überaus sinnvoll ist, Industrieaktivitäten

und damit Stahl verarbeitende und

erzeugende unternehmen in Deutschland

zu halten und auszubauen, hat die Krise

2009 mehr als eindrucksvoll bewiesen.

Darüber hinaus greift die Fokussierung

auf die Emissionen im Zusammenhang

mit der Stahlproduktion zu kurz. Bei

ganzheitlicher Betrachtung muss neben

den verursachten Emissionen auch der

Beitrag von Stahlinnovationen zu Emissionseinsparungen

in anderen Sektoren

berücksichtigt werden.

Die Boston-Consulting-Studie hat mit

acht Fallbeispielen eindrucksvoll belegt,

dass allein bis 2020 mit Stahlinnovationen

sechsmal so viel CO2 einge spart werden

kann, wie die gesamte deutsche Stahlproduktion

verursacht. Hierbei möchte ich

drei wesentliche Einsatzfelder hervorheben:

Dies ist erstens die Effizienzsteigerung

fossiler Kraftwerke mittels hochtemperatur-

und druckbeständiger Legierungen.

Zweitens der Ausbau der Windkraftkapazität

durch Repowering bestehender

Onshore-Anlagen sowie die Erweiterung

von Offshore-Anlagen. und drittens ist

es die Gewichtsreduktion bei Pkws mittels

neuer Karosseriekonzepte, die durch

höher- und höchstfeste Stahlsorten ermöglicht

werden. Bestes Beispiel sind

die neuartigen HSD-Stähle, die wir mit

unserer BCt-Anlage in Peine ab Ende

2012 produzieren werden. (s. Seite 16)

stil Welche Vorteile hat Stahl gegenüber

anderen industriellen Werkstoffen?

nonn Hauptwettbewerber von Stahl sind

Aluminium und Kunststoffe. Wenn wir

Werkstoffe vergleichen, betrachten wir

insbesondere die technischen und wirtschaftlichen

Eigenschaften sowie die umweltaspekte.

Stahl ist dabei in zwei Bereichen weit vorn.

Kein Werkstoff ist so umweltfreundlich

wie Stahl, angefangen von der Ressourcenschonung

über die Energieeffizienz

bis hin zur Recycelbarkeit, bei der Stahl

unschlagbar ist. Auch bei den wirtschaftlichen

Eigenschaften hat Stahl die Nase

vorn. Stahl ist nach wie vor im Materialpreis,

in der Reparaturfähigkeit und der

Verarbeitbarkeit die optimale Lösung.

Vor diesem Hintergrund schauen wir mit

viel Zuversicht in die Zukunft.

Mit vollem Einsatz für Energie: die Salzgitter Werkstatt

Leuchtturmprojekte

Voneinander lernen

Salzgitter Werkstatt recherchiert Energiesparmaßnahmen

Energie – das war auch das thema

der Salzgitter Werkstatt

2009/10: Elf Führungskräfte

erarbeiteten „Energiesparmaßnahmen

im Konzern“ – und für diese

Aufgabe brauchten sie jede Menge von

derselben. Grund: Die Werkstatt ist neben

der inhaltlichen Fragestellung auch ein

anspruchsvolles Personalentwicklungsprogramm

für teilnehmer aus allen fünf

unternehmensbereichen des Konzerns.

Projektleiter war Ralph Schaper von

der Energiewirtschaft, als seine Stellvertreterin

fungierte Dr. tatjana Mirkovic

vom Hochofenbetrieb der Salzgitter

Flachstahl. Auftraggeber war Stahlvorstand

Johannes Nonn.

Es wurde Basisarbeit geleistet: Zunächst

erarbeitete die Gruppe einen detaillierten

Fragebogen, der an alle Salzgitter-

Gesellschaften verschickt wurde. Erstmals

konnten damit explizit die Energiekosten

im Konzern ermittelt werden – Stromkosten,

Erdgas oder Öl. Der Rücklauf

betrug 100 Prozent.

„Ein wichtiges Ergebnis der umfrage

besteht darin, dass nun erstmals ganz

transparent ist, wo und in welchen Bereichen

Energie eingesetzt wird“, sagt

Ralph Schaper. Allein das habe schon

zu einer Sensibilisierung mit dem Ener-

gieumgang geführt und Denkanstöße

gegeben.

Innerhalb der siebenmonatigen Arbeit

hat die Gruppe sogenannte Leuchtturmprojekte

einzelner Gesellschaften definiert,

die für andere als Beispiel dienen können.

So hat die Salzgitter Mannesmann Forschung

ausgerechnet, dass bei rund 6.000

PCs und 1.500 Notebooks im Konzern,

wenn diese konsequent abgeschaltet werden,

2.600 MWh je Jahr eingespart werden

können. Dies entspricht 1.500 tonnen

CO2 je Jahr.

Eine weitere Erkenntnis, die für andere

Gesellschaften interessant ist: Bei der

Peiner träger GmbH wird bei Anlagenstillständen

geprüft, welche nachgeschalteten

Aggregate weiterlaufen und welche

abgeschaltet werden könnten. Mit diesen

differenzierten Messungen lässt sich viel

Energie sparen.

Die Salzgitter Werkstatt hat in ihrer

Abschlusspräsentation vorgeschlagen,

eine Wissensplattform zu schaffen, um

Projekte bekannter zu machen und

neue Ideen zu generieren. Denn auch

im Bereich Energie gilt, da sind sich die

Projektleiter und das Werkstatt-team

einig: „Man muss das Rad nicht überall

neu erfinden, sondern kann voneinander

lernen.“

10 stil stil 11

FOtO: LENKE / SZAG

Beispiel 2


Super-Solarfelder in Spanien

Sonnen-Strom für 500.000 Menschen

12 stil stil 13

FOtO: PAuL LANGROCK AGENtuR ZENIt


Beispiel 3

Bis zu 25 Meter lang

Holländische „Spaghetti“ für spanische Wär metauscher

Salzgitter Mannesmann Seamless Tubes liefert für größten Solarkraftwerk-Komplex der Welt

Alles dreht sich um die Sonne.

Nicht nur in unserem Planetensystem.

Auch bei der Frage

nach der Energienutzung der

Zukunft spielt das rund 150 Millionen

Kilometer von der Erde entfernte Zentralgestirn

eine bedeutende Rolle. Die Sonne

als Energiequelle zu nutzen treibt die

Menschheit schon lange um. Im Gegensatz

zu fossilen Brennstoffen wie Öl oder

Gas ist die Sonneneinstrahlung weder

endlich, noch ihre Nutzung klimaschädigend.

Auch wenn die Solartechnik,

verglichen mit anderen konventionellen

Methoden der Energieerzeugung, gewissermaßen

noch in den Kinderschuhen

steckt, ihre Entwicklung macht rasante

Fortschritte. Hausdächer mit Sonnenkollektoren

zur Warmwassererzeugung

gehören ebenso zum heutigen Alltagsbild

wie Photovoltaikmodule zur Stromerzeugung.

Sie alle nutzen nur einen verschwindend

geringen teil der über eine Milliarde

terawattstunden Energie, die die Sonne

jährlich auf die Erde schickt – das 60.000fache

des Weltstrombedarfs. Dass dies

auch in größerem umfang funktioniert,

zeigen zahlreiche inzwischen entstandene

solarthermische Kraftwerke. Eine technologie,

die im sonnenreichen Spanien

ideale Bedingungen findet. Vor allem im

heißen Süden des Landes ist eine ganze

Reihe solcher Anlagen zur großtechni-

schen umwandlung von Sonneneinstrahlung

in Wärmeenergie zu finden bzw. im

Bau oder geplant. Ein Projekt unter ihnen

macht besonders auf sich aufmerksam:

Andasol in Andalusien. Über Fotos der

riesigen, von dem Erlanger unternehmen

Solar Millennium entwickelten Solarfelder

in der Hochebene von Guadix in

der Provinz Granada haben schon viele

Zeitungsleser gestaunt. Zwei von insgesamt

drei Sonnengroßkraftwerken sind

hier bereits am Netz. An Andasol 3 wird

derzeit gebaut, es soll ab 2011 den ersten

Strom liefern.

Insgesamt soll dieser größte Solarkraftwerkskomplex

der Welt mit einer Leistung

von rund 50 Megawatt pro Anlage

eine halbe Million Menschen mit klimafreundlichem

Solarstrom versorgen. Pro

300 Kollektorreihen mit

210.000 Parabolspiegeln

Jahr können dadurch etwa 450.000 tonnen

Kohlendioxid eingespart werden.

Jedes der drei Kraftwerke bedeckt mit

zwei Quadratkilometern eine Fläche, auf

der das Fürstentum Monaco Platz hätte.

Die drei nahezu baugleichen Anlagen

arbeiten mit der sogenannten Parabolrinnen-technologie.

In den über 300 Kollektorreihen

mit rund 210.000 Parabolspiegeln

wird dabei die Sonnenstrahlung

auf spezielle Absorberrohre fokussiert

und in thermische Energie umgewandelt.

Dies geschieht, indem eine in den Rohren

zirkulierende Wärmeträgerflüssigkeit auf

400 Grad erhitzt wird, die wiederum mittels

Wärmetauschern Dampf erzeugt, der

wie bei konventionellen Kraftwerken eine

mit einem Stromgenerator verbundene

turbine antreibt.

Der besondere Clou der Andasol-Kraftwerke:

Selbst bei Nacht oder bedecktem

Himmel braucht die Stromerzeugung

nicht unterbrochen zu werden. Ein teil

der im Solarfeld erzeugten Wärme wird

nämlich in großen tanks mit flüssigem

Salz bei 390 Grad gespeichert und kann

bei Bedarf zur Dampferzeugung abgerufen

werden, sodass ein Kraftwerksbetrieb

nahezu rund um die uhr möglich ist.

Kein Kraftwerk ohne Stahlrohre, und

auch die spanischen Andasol-Parabolrinnen-Kraftwerke

kommen nicht zuletzt

wegen des Wärmetauscherprinzips nicht

ohne sie aus. In diesen Wärmetauschern

liegen die wärmeträgerführenden Stahlrohre

eng beieinander und müssen

höchs ten Qualitätsansprüchen genügen.

Eine gute Adresse ist in dieser Hinsicht

die Salzgitter Mannesmann Seamless

tubes B. V. (MSE) im holländischen Helmond

vor den toren Eindhovens. Das

quirlige Präzisionsstahlrohrunternehmen

aus der Salzgitter Röhren-Division genießt

als Anbieter von Wärmetauscherrohren

in der einschlägigen Kundschaft

Vor dicken Kisten mit schlanken Rohren: MSE-Chef Heinrich Cloeren (g. l.), MSE-Verkaufsleiter José Javier Rickert (g. r.) und Lointek-

Mitarbeiter Gaizka Apraiz. Foto rechts: Lointek-Einkaufschef Felipe Ruiz vor einem typischen Produkt des Hauses

FOtOS: FISCHER

einen guten Ruf als Qualitätsproduzent. Eine

besondere Nische kann es dadurch besetzen,

dass es bis zu 25 m lange Rohre im Durchmesserbereich

von 10 bis 56 mm im Angebot hat.

Mit diesen „Spaghetti“ haben MSE-Geschäftsführer

Heinrich Clören und sein team auch

den spanischen Druckanlagenspezialisten Lointek

überzeugt. Vor den toren der baskischen

Metropole Bilbao entwickelt und fertigt das

erst 1995 gegründete und bereits zum spanischen

Marktführer aufgestiegene unternehmen

mit großem Erfolg Kraftwerkskomponenten

aller Art. Eben auch für den weltweit größten

Solarkraftwerk-Komplex in Andalusien. Über

den umweg Siegen, wo die holländischen Salzgitter-Produkte

beim Rohrverformungsspezialisten

Karl theis GmbH für den Wärmetauschereinsatz

passend gebogen wurden, schickte

MSE über 12.000 Präzisionsstahlrohre, verpackt

in überdimensionalen Kisten, per tagelangen

Lkw-Sondertransporten nach Spanien.

Dort ist man mit den Erzeugnissen sehr zufrieden.

„unser neues Design für den Reheater

in Andasol 3 verlangt Rohre mit besonders

großem Radius. und die finden wir in der

gewünschten Qualität bei MSE“, so Lointek-

Einkaufschef Felipe Ruiz. Norbert Fischer

In Röhren steckt

viel Energie

„Für Energie tun wir alles“ könnte der

Slogan der Gesellschaften im unternehmensbereich

Röhren lauten. So gingen

im vergangenen Jahr rund 73 % des umsatzes

der Röhren-Division auf Geschäfte

mit der Energiebranche zurück. Ob

zum sicheren transport von Öl und Gas

oder zur Strom- und Wärmegewinnung

in Kraftwerken, Stahlrohre sind für die

Energiewirtschaft schier unerlässlich.

und das gilt ausnahmslos für alle Geschäftsfelder

des unternehmensbereichs

Röhren: für Großrohre von EuROPIPE

oder Salzgitter Mannesmann Großrohr,

für HFI-geschweißte Rohre von Salzgitter

Mannesmann Line Pipe, für kaltgefertigte

Rohre von Salzgitter Mannesmann

Precision oder Salzgitter Mannesmann

Seamless tubes sowie für nahtlose Edelstahlrohre

von Salzgitter Mannesmann

Stainless tubes.

Ein 120 Meter langer

„Schwimmer“ unter

Wasser sorgt für die

Stabilität der Anlage

Beispiel 4

Hywind

Die erste schwimmende

Windenergieanlage

Prototyp mit Ilsenburger Blechen in Norwegen errichtet

Anders als auf dem Land gibt

es auf hoher See noch viele

unerschlossene Flächen

für Windparks. Die größten

Windanlagenbauer setzen daher vor

allem auf Offshore-Anlagen. Doch wegen

der hohen Kosten für am Meeresboden

installierte Pfeiler-Konstruktionen

ist der Bau bisher auf Wassertiefen

bis 100 Meter begrenzt.

Siemens Wind Power und der norwegische

Energieerzeuger Statoil-

Hydro gehen jetzt jedoch neue Wege.

Gemeinsam entwickelten sie das Hywind-Konzept

und errichteten rund

zwölf Kilometer vor der norwegischen

Küste, wo das Meer 200 Meter tief ist,

in einem Pilotprojekt die weltweit erste

schwimmende Windenergieanlage der

Multi-Megawatt-Klasse.

Ihre Konstruktion orientiert sich

an der Bauweise von schwimmenden

Bohrinseln und kann unabhängig von

geografischen Gegebenheiten in Wassertiefen

zwischen 120 und 700 Meter

installiert werden. Das Fundament der

Anlage besteht aus einer schwimmenden

Stahl- und Betonkonstruktion mit

Ballasttanks. Ein 120 Meter langes

Stahlrohr, der sogenannte Schwimmer,

zieht die gesamte Konstruktion dann

so tief ins Wasser, bis der Schwerpunkt,

der sich mithilfe der Ballasttanks exakt

einstellen lässt, weit unter der Ober-

14 stil stil 15


Vor der norwegischen Küste produziert „Hywind“ Strom für das norwegische Netz

fläche liegt. So wird vermieden, dass

das Windrad bei Wellengang stark

hin und her schwankt. Drei am Meeresboden

vertäute flexible Stahltrossen

verhindern darüber hinaus

ein Abtreiben der schwimmenden

Anlage.

Ein Windturm mit einer Nabenhöhe

von 65 Metern, für den die

Ilsenburger Grobblech GmbH rund

140 tonnen Blech in den Güten

S355J2+N, S355J2+NL und

S355K2+N lieferte, und eine 2,3

Megawatt starke turbine mit einem

Rotordurchmesser von 82 Metern

bilden den überseeischen teil des

Prototyps.

Im Herbst 2009 wurde Hywind

an das norwegische Stromnetz

angeschlossen. „Sollte die zweijährige

testphase erfolgreich verlaufen,

eröffnen sich uns ganz

neue Möglichkeiten zur Erschließung

der Windenergie auf dem

Meer“, so Henrik Stiesdal, technologischer

Leiter von Siemens Wind

Power. Insbesondere energiearme

Regionen mit wenig verfügbarer

Fläche auf dem Festland, aber guten

Windbedingungen auf See, wie

zum Beispiel Japan, könnten zukünftig

vom Hywind-Konzept profitieren.

Bis zum Einsatz im großen

Stil werden allerdings noch einige

Jahre vergehen. Karin Tigges

Salzgitter Flachstahl GmbH

Revolutionäres Gießkonzept ermöglicht neue Stahlgüten und schont Ressourcen

Salzgitter Flachstahl GmbH beauftragt SMS Siemag AG mit dem Bau der gemeinsam entwickelten Belt Casting Technology®

Die Salzgitter Flachstahl GmbH,

die größte Stahltochter im

Salzgitter Konzern, hat der

SMS Siemag AG den Auftrag

zum Bau einer Pilot-Bandgießanlage in

Peine erteilt. Damit wird ein grundlegend

geändertes und weltweit einzigartiges

Gießkonzept erstmalig im Industriemaßstab

realisiert und das Gießen von neuen

hochfesten Stählen ermöglicht.

Die Vorteile der Bandgießtechnologie –

BCt®-Belt Casting technology – sind

erhebliche Energie- und CO2-Einsparungen

zur konventionellen Stahlherstellung.

Außerdem wird die industrielle Produktion

von HSD®-Stählen (High Strength

and Ductility) ermöglicht. ulrich Grethe,

Vorsitzender der Geschäftsführung der

Salzgitter Flachstahl GmbH: „HSD®-

Stähle verfügen neben einer außergewöhnlichen

Verformbarkeit über eine

hohe Festigkeit und sind damit prä-

destiniert für den Einsatz in Automobilen.

Hier trägt der Einsatz von HSD®-

Stahlblechen zur Ressourcenschonung

bei: Es können leichtere, Kraftstoff sparende

Fahrzeuge konstruiert werden, weil

Anlage mit unglaublich hohem

Energiesparpotenzial

diese Leichtbaustähle eine höhere Gewichtsreduzierung

ermöglichen als konventionelle

Stähle. Sie besitzen gegenüber

konventionellen Stählen eine etwa 5 %

niedrigere Dichte. Weiterhin eröffnet die

Belt Casting technology® über die

HSD®-Stähle hinaus ein vollkommen

neues Werkstoffspektrum.“

Der Auftrag zur weltweit erstmaligen

Realisierung dieser Anlagentechnologie

im Industriemaßstab umfasst das Basis-

und Detailengineering, die Lieferung

der kompletten Mechanik sowie der

gesamten Elektrik und Automatisierung

aller Nebeneinrichtungen, die Montage

und die Kalt-Inbetriebnahme am Standort

Peine sowie die Modifikation eines

vorhandenen Walzgerüstes zur Weiterverarbeitung

der Vorbänder am Standort

Salzgitter.

Dazu Christian Geerkens, Leiter des

Geschäftsbereichs Stahlwerke und

Stranggießtechnologie SMS: „Damit

EnergieEffizienz-Programm der SZFG meldet erste Erfolge

Heizenergie für zusätzlich 2.300 Häuser

Ursache sind Anpassungen der Mess- und Regeltechnik sowie der Prozessüberwachung

Roheisen wird in den Konverter eingefüllt

realisiert unser Kunde Salzgitter eine

Anlage mit einem unglaublich hohen

Energieeinsparpotenzial. Dieses Anlagenkonzept

erfüllt alle Kriterien an Wirtschaftlichkeit

und Ökoeffizienz. Wir sind

sehr stolz, dies gemeinsam mit Salzgitter

realisieren zu können.“

Das Vorhaben, welches unter ande-

rem zusammen mit der tu Clausthal

ent wickelt wurde, wird aufgrund der

erzielbaren umwelteffekte mit einem

Investitionszuschuss von rund 19 Millionen

Euro im Rahmen des umweltinnovationsprogramms

des Bundesministeri-

Beispiel 5

Im Rahmen des „EnergieEffizienz-

Programms“ der Salzgitter Flachstahl

gibt es erste beachtliche Er-

folge zu verzeichnen. So konnte

zum Beispiel durch die Optimierung der

Konvertergasgewinnung im Stahlwerk

im 1. Quartal 2010 der jährliche Heizenergiebedarf

von 2.300 Einfamilienhäusern

zusätzlich gewonnen werden.

Konvertergas entsteht als Nebenprodukt

bei der Erzeugung von Rohstahl aus

Roheisen und Schrott.

Bei diesem Herstellungsprozess werden

in einem Konverter das Roheisen und

der Stahlschrott intensiv mit Sauerstoff

behandelt, um den im Roheisen befindlichen

Kohlenstoff zu entfernen. Während

dieses Blasprozesses entsteht brennfähiges

Konvertergas, welches als Prozessabgas

mit entsprechender Anlagentechnik

gespeichert und im Kraftwerk zur Erzeugung

von Prozessdampf und Strom eingesetzt

wird.

Durch Anpassungen der Mess- und

Regelungstechnik sowie der Prozessüberwachung

kann nun ein erhöhter Anteil

dieses energiereichen Gases für den Einsatz

im Kraftwerk gewonnen werden.

Beispiel 6

ums für umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

unterstützt.

Die Demonstrationsanlage wird zunächst

ausgelegt für eine jährliche Produktion

von 25.000 tonnen Stahl pro

Jahr. Die Inbetriebnahme der Bandgießanlage

ist für Ende 2012 vorgesehen.

Die BCT-Anlage als Grafik

16 stil stil 17

FOtO: LENKE


FOtO: SZAG

News

IOM 3 -Präsident Lye (2. v. r.) mit Dr. Knoop, Sandrine Bremer, Dr. Flaxa (von links)

Charles Hatchett Award für Salzgitter

Hohe Auszeichnung für Publikation über nioblegierten Rohrstahl

Internationale Auszeichnung für drei

Salzgitter-Mitarbeiter in London:

Sandrine Bremer, Dr. Volker Flaxa

(beide Salzgitter Mannesmann Forschung)

und Dr. Franz Martin Knoop

(Salzgitter Mannesmann Großrohr) erhielten

den Charles Hatchett Award für

die Publikation „A Novel Alloying Concept

for thermo-Mechanical Hot-Rolled

Strip for Large Diameter HtS (Helical

two Step) Line Pipe“.

Der Vortrag erläutert anhand der Herstellungs-

und Verarbeitungsbedingungen

sowie Fertigungseigenschaften die unterschiede

eines kohlenstoffarmen, nioblegierten

Rohrstahls verglichen mit einem

konventionellen API-X70-Rohrmaterial.

Durch diesen neu konzipierten Werkstoff

lässt sich die Prozessroute in den Bereichen

Stahlwerk, Warmbandstraße und

Rohrwerk optimieren. Die Serientauglichkeit

des neuen Rohrstahls wurde

ebenfalls nachgewiesen. Auf die anwenderfreundlichenVerarbeitungseigenschaften

des neuen Werkstoffs weisen

zum Beispiel geringe Festigkeitsverluste

zwischen dem Vormaterial und dem

Endprodukt Spiralrohr hin.

Die Auszeichnung wird seit 1979 jährlich

dem Autor der besten wissenschaftlichen

Veröffentlichung über Niob oder

dessen Legierungen verliehen. Vergeben

wird der Preis durch das Institute for

Materials, Minerals and Mining (IOM 3 )

gemeinsam mit der brasilianischen Firma

Companhia Brasileira de Metalurgia e

Mineração (CBMM). Den Gewinnern

wurde im Rahmen einer Festveranstaltung

eine speziell geprägte Medaille aus

reinem Niob überreicht.

Ein Ladegerät für alle Handys

Schon zu Beginn des neuen Jahres soll die Harmonisierung gelten

Was sich wie ein schöner traum

anhört, soll schon zu Beginn

des neuen Jahres Wirklichkeit

werden: Wie ein Eu-Sprecher mitteilte,

werden „mindestens 50 Prozent“ aller

neuen Handy-Ladegeräte zu Beginn des

Jahres 2011 markenübergreifend nutzbar

sein. Ob Nokia, LG, Motorola, Sony

Ericsson oder Samsung: Alle führenden

Handy-Hersteller haben sich verpflichtet,

bei der Harmonisierung mitzumachen.

Durch den universalauflader sollen jährlich

bis zu 50.000 tonnen Elektromüll

vermieden werden.

Exporte weiter auf

Wachstumskurs

Pkw-Absatz im Inland schwach

Das internationale Pkw-Geschäft

ist weiterhin auf Wachstumskurs.

Wie der Verband der Automobilindustrie

(VDA) jetzt mitteilte,

haben die Exporte deutscher Hersteller

im Juli um 6 % zugelegt. Seit Jahresbeginn

wurden insgesamt rund 2,5

Millionen Pkw (+39 % gegenüber 2009)

aus geführt. Der Inlandsmarkt zeigte

sich hingegen weiter verhalten. Im Juli

wurde ein Zulassungsminus von 30 %

auf 237.500 Fahrzeuge verzeichnet, seit

Jahresbeginn sackte der Absatz um 29 %

auf 1,7 Mil lionen.

Sonderpreis für

Landmarke

Deutscher Stahlbaupreis 2010

Die Landmarke Lausitzer Seenland

Bei der diesjährigen Vergabe des

Deutschen Stahlbaupreises erhielt

die „Landmarke Lausitzer Seenland“

einen von sieben Sonderpreisen.

Der Aussichtsturm im Gebiet des ehemaligen

Braunkohletagebaus beeindruckte

die Jury u. a. „als eine kraftvolle Skulptur

in einer geschändeten Landschaft, die sich

allmählich zu einer idyllischen Seenplatte

wandelt“.

FOtO: BAuFORuM StAHL

stil

des Hauses

Die Europäische Zentralbank baut in Frankfurt eine neue Zentrale – mit Stahl aus dem Salzgitter Konzern. Hier eine Animation

Porträt Anke Fischer: Verantwortung

in spannenden Zeiten für die

Leiterin des Konzerncontrollings

S. 20/21

SZFG: Dualphasenstähle mit

größerer Breite besonders im

Automobilbau gefragt S. 22/23

Projekt GO 2025: Resümee und

Interview mit Personalvorstand

Peter-Jürgen Schneider S. 24/25

„Niedersachsen Allianz für Nachhaltigkeit“:

eine Koalition von Verbänden,

Politik, unternehmen S. 26/27

Neubau in Frankfurt: Europäische

Zentralbank baut auf Blech. Nach

der Grundsteinlegung S. 28/29

18 stil stil 19

FOtO: EZB


Porträt

Verantwortung in spannenden Zeiten

Anke Fischer: auf der Suche nach der Geschichte hinter den Zahlen

Freude an Zahlen: Anke Fischer, Leiterin Konzerncontrolling

Auch bei sorgfältiger Planung

des Berufswegs hilft ab und an

der Zufall: Dass Anke Fischer

nach dem Studium in Münster

bei den Mannesmannröhren-Werken

und damit später im Salzgitter Konzern

„gelandet“ ist, ist nicht nur ihrem Fleiß

und den guten Noten geschuldet. Sie

hatte auch zur richtigen Zeit den richtigen

Nebenjob.

„Ich habe während meines Studiums

der Betriebswirtschaftslehre nebenher

häufig gearbeitet“, erklärt Anke Fischer,

die heute das Konzerncontrolling der

Salzgitter AG leitet. Von einer Zeitarbeitsfirma

wurde sie bei den Mannesmannröhren-Werken

(MRW) eingesetzt, der

Chef stellte einen Kontakt zur Perso-

nalabteilung her – und schon vor dem

Examen hatte Anke Fischer den Arbeits-

vertrag als Sachbearbeiterin im Beteiligungscontrolling

in der tasche.

Anfang der 90er-Jahre: Der MRW-

Mutterkonzern hatte den Mobilfunk

als Wachstumsmarkt entdeckt, und der

industrielle Kern von Mannesmann –

das Röhrengeschäft – rückte mehr und

mehr in den Hintergrund. Dass zusätzlich

der Weltmarkt schwächelte, machte die

Situation nicht besser, und so wurde Anke

Fischer schon gefragt: „Was machst du

denn bei den Röhren?“

„Es war eine sehr bewegte Zeit“, erinnert

sich Anke Fischer. „Ich war zu einer

spannenden Phase an einer spannenden

Stelle und konnte mehr Verantwortung

übernehmen.“ Denn es wurden Partnerschaften

und Beteiligungen für Röhrentöchter

gesucht. Anke Fischer immer mittendrin

im Prozess, bei dem unterneh-

menszahlen zusammengetragen wurden,

um daraus letztlich eine Entscheidungsgrundlage

für die Vorstände zu formen.

Ab 2002 leitete Anke Fischer das Beteiligungscontrolling

von MRW und erhielt

Prokura. 2008 kam dann der Wechsel

nach Salzgitter in die Holding.

„Es ist noch einmal eine Herausforderung,

den gesamten Konzern mit seinen

fünf unternehmensbereichen im Blickfeld

zu haben, weil er mir einen intensiven

Einblick in die tätigkeiten aller Konzerngesellschaften

erlaubt.“

Was reizt Anke Fischer noch an dieser

Aufgabe? „unsere Arbeit im Controlling

ist wesentlich vom Spannungsfeld bestimmt,

das durch dezentrale Interessen

der Einzelgesellschaften und dem zentralen

Konzerninteresse entsteht. Hier zu vermitteln,

macht mir Spaß.“ Letztlich gelte

es, zusammenzuführen und einen Ausgleich

herzustellen. In diesem Zusammenhang

sieht sie die Kommunikation als eine

ihrer Hauptaufgaben, „denn die nack ten

Zahlen sind die eine Seite, die Geschichte,

die dahintersteht, die interessiert mich“.

Die Diskussion um festgeschriebene

Quoten von Frauen in Führungsgremien

von unternehmen verfolgt Anke Fischer

distanziert. „Entscheidend muss die Qualifikation

für eine Aufgabe sein und nicht

das Geschlecht.“ Gleichwohl sieht sie

noch Spielraum in den unternehmen,

Frauen und Männern das Miteinander

von Beruf und Familie zu ermöglichen.

„Denn letztlich“, da ist sich Anke

Fischer sicher, „können es sich unternehmen

gar nicht mehr leisten, qualifizierte

Nachwuchskräfte zu verlieren.“

Hauptversammlung in Braunschweig

Große Mehrheiten

Anwesend waren rund 1.000 Aktionäre und Aktionärsvertreter

Zur ordentlichen Hauptversammlung

des Salzgitter Konzerns

am 8. Juni 2010 in der Stadthalle

Braunschweig waren nahezu 1.000 Aktionäre

und Aktionärsvertreter erschienen.

Sie vertraten exakt 33.064.820 Stückaktien;

dies entspricht einem Kapital

von 88.920.723 Euro und 55,02 Prozent

der Aktien-Gesamtzahl.

Alle tagesordnungspunkte wurden

mit großer Mehrheit verabschiedet. Das

gilt auch für den Dividendenvorschlag

von Vorstand und Aufsichtsrat, der bei

0,25 Euro lag.

Deutsche Börse

Salzgitter AG im MDAX

Prof. Leese: „Diesen Vorgang nehmen wir gelassen“

Salzgitter Service und technik GmbH

Bewerbungen bitte online einreichen

Die Deutsche Börse AG prüft

viermal im Jahr, ob ihre Leitindizes

DAX, MDAX, SDAX

und tecDAX die Wirklichkeit zu jenen

Zeitpunkten darstellen. untersucht

wird unter anderem, ob im DAX die 30

so hohen Börsenumsatz aufweist, dass sie

in den DAX aufgenommen werden sollte.

Da der DAX nur 30 Aktien umfasst, muss

im Gegenzug das zu diesem Zeitpunkt

nach Marktkapitalisierung auf Platz 30

im DAX rangierende unternehmen in

Die Bewerbungsfrist für eine Ausbildung ab 2011 endet am 31. Oktober

größten börsennotierten Gesellschaften

zusammengefasst sind. Dabei werden

den MDAX wechseln. Hierbei handelte

es sich um die Salzgitter AG. Auf Nach-

Bewerbungen um Ausbildungsplätze

sind bei der SZSt Salzgitter Service

und technik GmbH ab sofort

den unternehmensbereich Stahl und weitere

Gesellschaften am Standort Salzgitter.

Das Bewerbungsverfahren ist unter

gangsdaten per E-Mail an die Bewerber

verschickt. Danach ist es möglich, sich in

den Personalfragebogen einzuloggen.

die unternehmen anhand der Kriterien

Marktkapitalisierung und Aktienumsatz

analysiert.

Bei der untersuchung Anfang Juni hat

frage erklärte Prof. Dr. Wolfgang Leese,

Vorstandsvorsitzender der Salzgitter AG,

hierzu auf der Hauptversammlung in

Braunschweig: „Für unsere tägliche Arbeit

online möglich und erwünscht.

www.szst.de/azubibewerbungen im In- Die Bewerbungsfrist für eine Ausbil-

die Deutsche Börse festgestellt, dass die macht das keinen unterschied, sodass wir

SZSt ist der zentrale Ausbildungsternet zu erreichen und selbsterklärend. dung im kommenden Jahr endet übrigens

HeidelbergCement AG aktuell eine so diesen Vorgang gelassen zur Kenntnis

dienstleister im Salzgitter Konzern für Nach der Registrierung werden die Zu- am 31. Oktober 2010.

hohe Marktkapitalisierung und einen nehmen.“

20 stil stil 21

FOtOS: LENKE

Vorstandschef Prof. Leese berichtet den Aktionären

1. Halbjahr 2010

Zahlen, Daten,

Fakten

Der positive Ergebnistrend des

Salzgitter Konzerns setzte sich im

zweiten Quartal des Geschäftsjahres

2010 mit einem Vorsteuergewinn

fort. Dazu trugen die zufriedenstellende

Beschäftigungssituation der

meisten Produktbereiche und die

kräftig anziehenden Verkaufserlöse

im Stahlhandel bei. Insbesondere

im Vergleich zum krisengeprägten

Vorjahreszeitraum hat sich die

Geschäftslage des Konzerns somit

eindeutig stabilisiert. Die Mehrzahl

der vorlaufenden Indikatoren gibt

zudem Anlass zu einer zuversichtlicheren

Einschätzung der Geschäftsaussichten

für das zweite Halbjahr.

Der konsolidierte Außenumsatz

des Konzerns blieb vornehmlich erlösbedingt

mit 4.034,2 Mio. € noch

knapp unter Vorjahresniveau (1.

Halbjahr 2009: 4.125,7 Mio. €). Im

zweiten Quartal 2010 erzielte der

Salzgitter Konzern 18,6 Mio. € operativen

Vorsteuergewinn (2. Quartal

2009: -96,9 Mio. €) und schloss damit

das erste Halbjahr 2010 mit einem

operativen Gewinn vor Steuern

von 21,2 Mio. € ab (1. Halbjahr 2009:

-158,6 Mio. €). Dieses operative

Halb jahresresultat beinhaltet bereits

13,2 Mio. € Drohverlust-Rückstellungen

für fest gebuchte Projektaufträge,

die infolge der exzessiven Rohstoffpreisentwicklung

voraussichtlich

nicht kostendeckend produziert werden

können. In dem für das Halbjahr

ausgewiesenen -5,1 Mio. € Vorsteuerresultat

(1. Halbjahr 2009: -195,2 Mio. €)

sind zusätzlich 26,3 Mio. € Rückstellungen

für strukturverbessernde

Maßnahmen berücksichtigt.

Die aktuelle Auftragseingangs-

und Auslastungssituation stimmt

vergleichsweise zuversichtlich für das

zweite Halbjahr. Die kurzfristigen

Preisschwankungen der Rohstoffe

minimieren weiterhin jegliche Planungssicherheit.

Deshalb ist eine

präzise Prognose für umsatz und

Ergebnis gegenwärtig nicht möglich.

unter Abwägung aller erkennbaren

Risiken und Potenziale hält die Salzgitter

AG im laufenden Geschäftsjahr

ein Vorsteuerergebnis oberhalb des

Breakeven für erreichbar.


Die Dualphasenstähle durchlaufen bei ihrer Fertigung auch die Feuerverzinkung 2

Besondere Herausforderungen im Anlagenbau gemeistert

Feuerverzinkte Dualphasenstähle bis

2,5 mm Dicke jetzt in größeren Breiten

Hohe Festigkeit bei gleichzeitig sehr guter Umformbarkeit besonders im Automobilbau gefragt

Die feuerverzinkten Dualphasenstähle

gehören zu den

Highlights des Lieferprogramms

der Salzgitter Flachstahl

GmbH. Das Besondere an diesem

Werkstoff ist die hohe Festigkeit bei

gleichzeitig sehr guter umformbarkeit.

Damit sind komplexe Geometrien zum

Beispiel von Verstärkungsbauteilen möglich.

Daraus hergestellte Karosserieteile

zeichnen sich im Crashfall durch eine

hohe Energieaufnahme aus und gewährleisten

einen besseren Insassenschutz.

Diese Produktmerkmale können darüber

hinaus genutzt werden, die Materialdicke

zu verringern und so ein optimales

Bauteilgewicht zu erzielen.

Die guten Eigenschaften erhält der

Dualphasenstahl durch seine beiden

Gefügebestandteile Ferrit und Martensit,

die durch eine gezielte Aufheiz- und

Abkühlgeschwindigkeit im Glühofen der

vertikalen Feuerverzinkung 2 eingestellt

werden.

Nur wenige europäische Stahlhersteller

sind in der Lage, bei der Stahlsorte

HCt600XD Dicken über 2,00 mm und

Breiten über 1.610 mm herzustellen.

Bei Salzgitter Flachstahl war diese Abmessung

bislang für die horizontale

Feuerverzinkung 1 zu breit und für die

vertikale Feuerverzinkung 2 zu dick.

Chemische Zusammensetzung

musste geändert werden

Der gewünschte größere Querschnitt

verringert die Prozessgeschwindigkeit

bei gleicher maximaler Glühleistung des

Ofens. Folglich wird die erforderliche

Abkühlgeschwindigkeit nicht mehr erreicht.

Deshalb musste die chemische

Zusammensetzung des Stahls an die

möglichen Glühbedingungen optimiert

angepasst werden.

Aus anlagentechnischer Sicht waren für

die Herstellung der angefragten Abmessung

besondere Herausforderungen zu

bewältigen. Erweiterungen der Einstellungen

am Richtaggregat sowie an der

Schweißmaschine wurden im Vorfeld

getestet und umgesetzt.

Die Antriebe und Getriebe am Dressiergerüst

wurden verstärkt, um einen

stabilen Bandlauf zu erreichen. Besondere

Aufmerksamkeit galt den Scheren im

Auslauf der Anlage, da diese ursprünglich

für Banddicken bis 2,00 mm ausgelegt

wurden.

Das Abmessungsspektrum der Salzgitter

Flachstahl wurde damit auf Dicken

bis 2,50 mm in Breiten größer als 1.610

mm erweitert und steht den Kunden nun

zur Verfügung.

Die Feuerverzinkung 2 der SZFG ist im

August 2001 in Betrieb gegangen. In ihr

wird kaltgewalzter Stahl im Niedrig- und

im Hochtemperaturbereich behandelt

und durchläuft ein Zinkband. Hauptabnehmer

für feuerverzinkte Bleche der

Salzgitter Flachstahl ist die Automobil-

FOtOS: LENKE

Auftrag aus der ukraine

Neuer Containerterminal in Odessa

Peiner Träger GmbH produziert die Stahlspundwände für den Ausbau

Das Schwarze Meer wurde in

den vergangenen Jahren stärker

in den weltweiten Containerverkehr

eingebunden. Das

führt auch in Odessa, dem zweitgrößten

Hafen der ukraine, zu steil anwachsenden

Containermengen. In den kommenden

drei Jahren plant das ukrainische transportministerium

deshalb einen neuen

Containerterminal mit einer anfänglichen

zusätzlichen Aufnahmekapazität von 0,6

Mio. Containern. Nach dem Bau wird das

neue Objekt in einer Größe von ca. 19,3

Hektar an den bereits existierenden terminal

angegliedert. Die Peiner träger

GmbH liefert für diesen Ausbau 14.500

tonnen Stahlspundwände.

Zurzeit laufen die Grundvertiefungsarbeiten,

außerdem wird die Baugrube

für die Kaianlagen errichtet. Im nächsten

Schritt sollen die Kaianlagen in einer

Zurzeit stauen sich die Schiffe

im Schwarzen Meer

Gesamtlänge von 650 Metern gebaut

werden, um das Anlegen von größeren

Containerschiffen zu ermöglichen. Der

längere Kai wird gleichzeitig dazu führen,

dass mehr Schiffe abgefertigt werden

können und sich vor dem Hafen nicht

mehr so viele Staus aufbauen.

Ein wichtiger Lieferant ist die thyssenKrupp

Gft Bautechnik. Sie schickt

Logistiker Christoph Kulm (l.) beim Verladen in Peine

14.500 tonnen kombinierte Stahlspundwand

der Peiner träger GmbH in die

ukraine. Die Salzgitter-tochter konnte

sich den Auftrag deshalb sichern, weil sie

als einziger Hersteller in der Lage ist, die

geforderten 45.600 mm langen tragbohlen

als Monolänge zu walzen. Die seitens

des Endkunden weiterhin geforderten

Anarbeitungsleistungen für die Fertigung

von Doppelbohlen inklusive Verschweißung

sowie den transport via Bahn zum

industrie. Ganz schön lang: Drei Bahnwagen werden zum Transport der Stahlspundwände benötigt

nächstgelegenen Hafen Brake stellten

die nächsten Herausforderungen dar, die

nur die Peiner lösen können. Insgesamt

müssen 362 Doppelbohlen für diesen

Auftrag ausgeliefert werden, 95 % der

Doppelbohlen sind 45,6 Meter lang und

weisen ein Stückgewicht von 38 tonnen

auf. Die ersten 50 tragbohlen wurden

bereits ausgeliefert. Der Gesamtwert des

Projektes „Hafenausbau Odessa“ beträgt

rund 500 Millionen Euro.

22 stil stil 23


Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Konzerns

„GO“– Die Generationen-Offensive 2025

Kollektiver Lern- und Entwicklungsprozess mit sechs Handlungsfeldern

Birgit May lässt sich im konzerneigenen Fitness-Center in Salzgitter von Angelika Kellert am Fahrrad unterweisen

Durch die demografischen Veränderungen

werden die Anforderungen

in der Arbeitswelt

zunehmend von insgesamt

weniger und im Durchschnitt deutlich

älteren Erwerbspersonen bewältigt.

Die Erhöhung des Renteneintrittsalters

auf 67 Jahre, das Auslaufen der geförderten

Altersteilzeit (2009) und die Rentenkürzungen

bei vorzeitigem Ausscheiden

beschleunigen diesen Prozess.

Jüngere müssen sich auf ein

längeres Arbeiten einstellen

Mit dem seit März 2005 laufenden Projekt:

„GO – Die Generationen-Offen sive

2025“ stellt sich der Salzgitter Konzern

der Herausforderung, rechtzeitig Maßnahmen

zu implementieren, um auch

zukünftig, mit vermehrt älteren Beschäftigten,

innovativ und wettbewerbsfähig

zu sein, aber auch im wachsenden Konkurrenzkampf

um junge talente ein

attraktiver Arbeitgeber zu bleiben.

Im Fokus steht die Gesamtbelegschaft,

denn gerade die Jüngeren müssen auf ein

längeres Erwerbsleben vorbereitet werden.

GO steht auf einem festen „Datenfundament“.

Zu Beginn stand eine Altersstrukturanalyse

der Salzgitter-Gesellschaften

auf dem Programm, die nun

wiederholt wurde. Außerdem fließen in

GO die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung

„IMPuLS“ ein, die nach 2007 in

2011 ebenfalls neu aufgelegt wird.

Das Projekt GO ist als ein kollektiver

Lern- und Entwicklungsprozess angelegt.

Mitarbeiter aus allen Konzernbereichen

haben Werkzeuge

in sechs Handlungsfeldernentwickelt

(siehe Grafik).

Die Handlungsfelder

sind: unternehmenskultur

und

Führung, Personalmarketing

und

-recruiting, Personalentwicklung

und

-qualifizierung,

Arbeitsorganisation,

-zeit und Entgelt,

Gesundheit/Fitness

und Ergonomie sowieIntegrations-

unternehmenskultur

und Führung

Integrations-

management

management. Derzeit gibt es rund 60 unterschiedliche

Maßnahmen, für die auch

ein It-gestütztes Controlling existiert.

Ein teil der notwendigen Veränderungen

wird nicht allein in den Händen

der unternehmen liegen, sondern muss

auch von Politik und tarifpartnern initiiert

werden. Hierzu leistet die Salzgitter

AG mit dem Projekt GO einen Beitrag,

der in die allgemeine Diskussion eingebracht

wird.

Personalmarketing

und- recruiting

Gesundheit/Fitness

und Ergonomie

Personalentwicklung

und -qualifizierung

Arbeitsorganisation,

-zeit und Entgelt

FOtOS: LENKE

„GO bleibt

unsere Grundlage“

Interview mit Peter-Jürgen

Schneider, Personalvorstand der

Salzgitter AG

24 stil stil 25

stil Das

Projekt GO –

Die Generationen-

Offensive

2025 – läuft

seit fünf

Jahren. Wie

fällt Ihre

Zwischenbilanz

aus?

peter-jürgen

Peter-Jürgen Schneider schneider:

Man darf

mit Präventionsmaßnahmen

nicht erst anfangen,

wenn es bereits zu spät ist. Heute

ist die Erkenntnis, dass wir uns auf eine

schrumpfende und im Schnitt immer

älter werdende Bevölkerung einzurichten

haben, Allgemeingut. Das war vor fünf

Jahren noch nicht der Fall. Mit GO haben

wir rechtzeitig die Grundlage für die Personalarbeit

gelegt und die meisten Personalinitiativen

im Konzern gebündelt und

systematisiert.

stil GO ist sehr umfassend angelegt. Welche

Idee steht hinter diesem Ansatz?

schneider Der demografische Wandel

verändert alle gesellschaftlichen Strukturen.

Die Zahl der Schüler und später der

potenziellen Auszubildenden und Studierenden

geht zurück – mit entsprechenden

Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt.

Deshalb beschäftigen wir uns nicht nur

mit den älteren Mitarbeitern, sondern

haben zugleich die Form der Nachwuchsgewinnung

verändert.

stil Also ist GO auch ein Beitrag zur

Zukunftssicherung des Salzgitter Konzerns?

schneider Wir wollen mit GO den Mitarbeitern

ein erfülltes und wertschöpfendes

Arbeiten bis zum Rentenalter ermöglichen.

Zugleich wollen wir damit die

Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit

des Konzerns auch unter den veränderten

demografischen Bedingungen sicherstellen.

stil Was waren für Sie die herausragenden

Teilprojekte?

schneider Mit der Neuordnung der

Werksrenten haben wir einen Beitrag zur

Ermöglichung vorzeitigen Ruhestands

geleistet, unternehmensinterne Fitness-

Center und Kooperationen mit exter-

nen Partnern bieten Möglichkeiten der

Prävention. Mit einem umfassenden

System der Personalentwicklung – PEQO

genannt – wird bei Salzgitter Flachstahl

die Qualifizierung auch im tarifbereich

deutlich vorangebracht. Mit BONA SZ

haben wir gemeinsam mit Partnern ein

Programm aufgelegt, um bei Schülern

das Interesse an naturwissenschaftlichtechnischen

Ausbildungsgängen zu

wecken und zu stärken. Die Liste die-

ser Beispiele ließe sich noch erheblich

erweitern.

stil Wie geht es mit GO weiter? Was

werden neue Arbeitsschwerpunkte sein?

schneider Die umsetzung von GO –

Die Generationen-Offensive 2025 – der

Salzgitter AG wird auch weiterhin die

Basis unserer Personalarbeit bleiben.

Ich sehe künftig drei Schwerpunkte:

Der demografische Wandel wird es unumgänglich

machen, in viel stärkerem

Maße die Fähigkeiten und Begabungen

von Frauen in technischen Berufen zu

nutzen. Hier müssen wir an dem thema

der Vereinbarkeit von Familie und Beruf

arbeiten und Arbeitszeitsysteme flexibler

gestalten. Auch für junge Männer scheint

die sogenannte „Work-Life-Balance“

wichtiger zu werden.

Ein dritter Punkt ist die verstärkte Integration

junger Migranten und Menschen

mit Migrationshintergrund in den Arbeitsmarkt

und damit in die Gesellschaft.

Hier liegen Bildungsreserven brach,

und es geht auch um potenzielle Nachwuchskräfte.

Fit und Fun im Konzern

Prof. Dr. Fuhrmann bestellt

Der Aufsichtsrat der Salzgitter AG hat

in einer außerordentlichen Sitzung

Prof. Dr. Heinz Jörg Fuhrmann einstimmig

für den Zeitraum vom

1. Juli 2011 bis 30. Juni 2016 zum Vorsitzenden

des Vorstandes der Salzgitter

AG bestellt. Prof. Dr. Fuhrmann

wird die Nachfolge von Prof.

Dr. Wolfgang Leese antreten, der im

Juni 2011 ausscheiden wird. Prof. Dr.

Fuhrmann (53) verantwortet zurzeit

im Salzgitter-Vorstand das Finanzressort

und den unternehmensbereich

technologie. Er ist seit Dezember

2007 stellv. Vorstandsvorsitzender.

Neuer Geschäftsführer I

Seit dem 1. August 2010 ist Götz

Richter weiterer Geschäftsführer der

universal Eisen und Stahl GmbH.

Hans-Jürgen Wessler ist aus der

Geschäftsführung ausgeschieden.

Neuer Geschäftsführer II

Dipl.-Ing. Günter König ist zum 31.

Juli 2010 in den Ruhestand eingetreten.

Dipl.-Kfm. Ewald Kratz ist neben

seinen Geschäftsführer-ämtern

bei der telcat und der SIt GmbH

seit dem 1. 8. 2010 zum Geschäftsführer

der GESIS bestellt worden.

Chief Information Officer

Dipl.-Kfm. Karl Spanke, Leiter der

Konzernrevision, ist seit 1. 8. 2010

Chief Information Officer (CIO).

BONA SZ

Berufsorientierung

Rund 180 Schüler erlebten bei den

aktuellen techniktagen im Rahmen

von BONA SZ wissenschaftliche Phänomene

und spannende Arbeitsabläufe

bei tochtergesellschaften der

Salzgitter AG. Das Gemeinschaftsprojekt

BONA SALZGIttER verfolgt

das Ziel, Kinder und Jugendliche umfassend

bei ihrer Berufsorientierung

zu unterstützen und sie zur Wahl

gewerblich-technischer sowie naturwissenschaftlicher

Ausbildungsberufe

und Studiengänge zu motivieren.


unter dem Motto „Nachhaltigkeit

in Niedersachsen“

präsentierte sich die „Niedersachsen

Allianz für Nachhaltigkeit“

gemeinsam mit den unternehmen

Volkswagen AG und Salzgitter AG in

der Landesvertretung Niedersachsens in

Brüssel. Dass das thema Nachhaltigkeit

auch und gerade für große Konzerne ein

Studie der Boston Consulting

wichtiges thema ist, wurde in den Vorträgen

der beiden unternehmen deutlich,

die von Anfang an die Idee dieser Allianz

unterstützt haben und mit zu den ersten

unternehmen gehören, die der Allianz

beigetreten sind. Die Stahlindustrie hat

eine Schlüsselrolle bei der Klimavorsorge,

weil sich mithilfe von innovativen Stahlprodukten

und deren Anwendungen

rund ein Drittel der für Deutschland bis

2020 geplanten CO2-Reduktion verwirklichen

lässt. Dies ergab eine Studie der

Boston Consulting Group, die in Brüssel

Kooperation von Industrie, Politik und Verbänden

„Niedersachsen Allianz für

Nachhaltigkeit“ in Brüssel

Stahlindustrie kommt Schlüsselrolle bei der Klimavorsorge zu

präsentiert wurde. Die wesentlichen

Ergebnisse der Veranstaltung wurden

abschließend von Michael Kieckbusch,

Mitglied des Vorstandes der Salzgitter

Stahl GmbH, zusammengefasst.

Die „Niedersachsen Allianz für Nachhaltigkeit“

ist eine Kooperation zwischen

Politik, Verwaltung, unternehmen, Verbänden

und Gewerkschaften. „Sie soll

den Grundstein für ein niedersachsenweites

Netzwerk legen und unterneh-

Group wurde vorgestellt men und Institutionen einladen, zusam-

Dr. Volker Müller

men an der nachhaltigen Entwicklung

unseres Wirtschaftsstandortes Niedersachsen

mitzuwirken“, erklärt Dr. Volker

Müller, Hauptgeschäftsführer der niedersächsischen

unternehmerverbände,

die Partner der Allianz sind. Bei der

Ausarbeitung der Rahmenvereinbarung

sei es den beteiligten Akteuren wichtig

gewesen, nicht nur die ökologischen

Aspekte der Nachhaltigkeit anzusprechen,

sondern auch ökonomische und

soziale Aspekte wie beispielsweise die

bessere Vereinbarkeit von Beruf und

Familie.

Ganz unterschiedlicheunternehmen

sind

mittlerweile Mitglied

der Allianz:

neben großen

Konzernen auch

kleinere Handwerksbetriebe,

die bereits seit

Jahren sehr innovative

und

nachhaltige Produkte

entwickeln.

Ziel ist es, unternehmen verschiedener

Branchen und Größen zusammenzubringen,

um einen Austausch von Ideen und

Erfahrungen zu fördern. Die unternehmen

spielen die wichtigste Rolle.

Mit der unterzeichnung der Rahmenvereinbarung

haben die beteiligten Institutionen

– Verbände, Kammern, Ministerien

und Gewerkschaften – den Grundstein

für die Allianz gelegt; zur künftigen

Ausgestaltung benötigen sie aber die Impulse

der verschiedenen unternehmen.

Der Ford Fiesta mit den hochfesten Stahlwerkstoffen wurde bereits auf der Hannover Messe gezeigt

Euroblech und IZB

Für alle, die mit Blech zu tun haben

Salzgitter im Kundendialog

Vom 26. bis zum 30. Oktober

2010 ist die Euroblech in

Hannover wieder treffpunkt

für alle, die Blech herstellen,

schaften wie Standardzink Einsparpotenziale

im Korrosionsschutz. Ein Beispiel

für innovative Werkstoffe sind die hochfesten

Stahlwerkstoffe SZBS 600/800,

Aus der Salzgitter Mannesmann Handel

Gruppe stellen sich auf der Euroblech

schwerpunktmäßig die Gesellschaften

universal Eisen und Stahl als lagerhalten-

bearbeiten oder damit handeln.

die u. a. im Fahrwerk des Ford Fiesta der Grobblechspezialist und Hövelmann

Die Gesellschaften aus dem Salzgitter eingesetzt werden.

& Lueg als Stahl-Service-Center mit viel-

Konzern sind in Halle 16, Stand F54, zu Begleitet wird der Messeauftritt von fältigen Möglichkeiten dar.

350er Bramme im Fokus

finden. Dies sind: Salzgitter Flachstahl, einem Vortragsprogramm zu den the- Salzgitter Hydroforming (SZHF) ist

ILG-Stahlbausymposium im Kloster

Viele Vorträge, fachliche Diskussionen

Salzgitter Mannesmann Forschung, Salzgitter

Europlatinen, Salzgitter Automotive

Engineering, Salzgitter Mannesmann

Handel und Salzgitter Hydroforming.

Rund 1.400 Aussteller aus 40 Ländern

men Kundenservice, Werkstoffentwicklung

und Oberflächentechnik.

Salzgitter Europlatinen zeigt maßgeschneiderte

Stahllösungen aus der Serie

zur Reduktion von CO2-Emissionen. Die

technologiespezialist für Innenhochdruckumformung

inklusive aller Fertigungsprozesse.

Hauptanwendungsgebiete der

technologie im automobilen Bereich finden

sich bei Bauteilen für Abgassysteme,

zeigen auf der weltweit größten Fach- tailored Blanks (Seitenwände und Längs- Fahrwerk und Karosserie. SZHF stellt für

Informationen aus erster Hand für

techniker und Ingenieure aus dem

Bereich Stahlbau: Die Ilsenburger

Grobblech GmbH hatte zu einem

Vorträgen berichteten sie u. a. über Zähigkeitsbewertungen

im Stahlbau (Prof.

Dr.-Ing. Peter Hübner, Hochschule Mittweida),

über die Erhöhung der Ermü-

Symposiums-teilnehmern und Mitarbeitern

der ILG.

messe für Blechbearbeitung clevere Lösungen

und wegweisende technologien.

„Zeit für Innovationen“ – unter diesem

Motto legt die Euroblech dieses Jahr den

Fokus auf Forschung und Entwicklung.

träger aus höchstfestem Material) und

Patchwork-Platinen (Schlossverstärkung)

sind Beispiele aus aktuellen Fahrzeugen.

Bei diesen Halbzeugen ist die Blechdicke

individuell reduziert und die Festigkeit

jeden dieser Bereiche je ein Bauteil aus.

6. Intern. Zuliefererbörse

Vom 6. bis 8. Oktober 2010 findet in

„technischen Symposium“ ins Kloster dungsfestigkeit von Schweißverbindun-

Die Messe ist in den Hallen 11 bis 17 auf den spezifischen Verwendungszweck Wolfsburg die 6. Internationale Zuliefe-

Drübeck eingeladen.

gen mithilfe des Hifit-Verfahrens (Prof.

sowie 27 zu sehen und ist in 15 Produkt- angepasst.

rerbörse (IZB) statt. Erwartet werden auf

Der Fokus lag in diesem Jahr natürlich Dr.-Ing. thomas ummenhofer, Karlsruhe

kategorien aufgeteilt.

Die Salzgitter Mannesmann Handel dieser Messe 650 Aussteller aus insgesamt

auf der Erweiterung des Lieferprogramms

durch die Verarbeitung der 350er Bramme.

„Dies bringt uns im Vergleich zum

Institute of technology), über Nachhaltigkeit

von Baustählen (Walter Suttrop,

>>bauforumstahl e.V.) sowie über Bauen

Themen und Exponate

GmbH ist mit ihren Gesellschaften und

Niederlassungen im unternehmensbereich

Handel der Salzgitter AG für das

22 Ländern. Partnerländer sind uSA und

Kanada. Hier befindet sich der Salzgitter

Stand mit Nummer 100 in Halle 1. Das

Wettbewerb einen Riesenschritt nach mit Profil(en) (Mike Jens Schrader, Peiner

Ein Messethema der Salzgitter Flach- lagerhaltende Stahlhandelsgeschäft in Salzgitter-Ausstellungskonzept gleicht

vorn“, so Andreas Rost, Leiter des Qua- träger GmbH).

stahl ist in Zusammenarbeit mit der Deutschland und Europa sowie für das dem des Salzgitter-Auftritts auf der Eurolitätsmanagements

bei der Ilsenburger In entspannter Atmosphäre ergaben

Salzgitter Mannesmann Forschung internationale Streckengeschäft verantblech. Zusätzlich stellt Salzgitter Mannes-

Grobblech GmbH.

sich in den Vortragspausen schnell

„Stroncoat“ – ein neuartiger Zink-Magwortlich und damit zugleich der exklusive mann Precision mit dem Schwerpunkt

Eingeladen waren aber auch Experten zahlreiche interessante Gespräche und

nesium-Schmelz tauschüberzug. Er er- Vertriebspartner der produzierenden Rohranwendungen in der Getriebetech-

aus Forschung und Wirtschaft. In vielen fach liche Diskussionen zwischen den Kloster Drübeck

öffnet bei gleichen Verarbeitungseigen- Werke des Salzgitter Konzerns.

nik aus.

26 stil stil 27

FOtO: LENKE


So soll die neue Zentralbank

einmal aussehen – eine Animation

tutionen, die besagt, dass die Nutzung eigener

Gebäude auf lange Sicht wirtschaftlicher

ist. Das neue Heim des Euro ist aber

nicht nur ein wirtschaftlicher Gewinn,

sondern soll auch als neues Symbol der

Europäischen Zentralbank dienen. Das Gebäude

besteht aus drei Elementen: einem

Doppel-Büroturm in hochmodernem

Design aus Stahl und Glas, der geschichtsträchtigen

Großmarkthalle – „Gemieskirch“

im Volksmund (hochdeutsch: Gemüsekirche)

– und schließlich einem Eingangsbauwerk,

das die beiden anderen Elemente

auch visuell miteinander verbindet.

Regenwasser für Toilettenspülung

und Bewässerung

Jeder sollte mitmachen

Frühwarnsystem für den

eigenen Körper

Gesundheitscheck für Mitarbeiter

Neben dem auffälligen Design und dem

Standort hat der EZB-Rat schon bei der

Planung besonders viel Wert auf Nachhaltigkeit

und Energieeffizienz gelegt. Diese

Pläne werden jetzt umgesetzt: Das Regenwasser,

das sich auf der 20.000 Quadratmeter

großen Dachfläche sammelt, wird

für die toilettenspülungen genutzt und

in den heißen Sommermonaten auch zur

Wässerung der Gärten. Die Abwärme aus

dem Rechenzentrum dient zum Heizen

Sabine Kristof von der Arbeitsmedizin pikst Kerstin Osbitsch ins Ohr

der Büros und für die Fußbodenheizung

in der Großmarkthalle. Ein effizienter

Sonnen- und Blendschutz soll schließlich

verhindern, dass sich die Büros zu sehr

aufheizen.

Es hat ja gar nicht wehgetan! So

jedenfalls fiel das Fazit beim

Eigenversuch aus – und außerdem

gab es wichtige Erkennt-

zum dringlichen Rat, sich eingehender

untersuchen zu lassen. „Natürlich ist

beim Gesundheitscheck die Diskretion

gewahrt“, versichert Kreye, „denn wir

Das neue Gebäude für die Europäische nisse: Die Arbeitsmedizin bietet jetzt unterliegen der Schweigepflicht.“

Ein neues Heim für den Euro

Europäische Zentralbank baut auf Blech

Das nachhaltige Gebäude am Main-Ufer soll 2014 fertiggestellt sein

Zentralbank ist also modern, geschichtsträchtig

und nachhaltig – ganz nach dem

Vorbild ihrer Heimat Europa.

vielen Salzgitter-Konzernmitarbeitern

einen Gesundheitscheck an, bei dem

der aktuelle Gesundheitszustand geprüft

wird und Hinweise auf Risikofaktoren

gegeben werden.

Ein ausführliches Gespräch, das obli-

und Dr. Bernhard Koch, Leiter der

Arbeitsmedizin der SZSt Salzgitter Service

und technik GmbH, sagt: „Ab Mitte

40 nehmen Herz-Kreislauf-Erkrankungen

wie Schlaganfall, Herzinfarkt oder Arterienverschlüsse

deutlich zu: Für jeden kann

gatorische Blutdruckmessen, ein kurzer der Check ein Frühwarnsystem sein.“ Dies

Die Europäische Zentralbank

(EZB) bekommt ein neues

Heim. Am 19. Mai wurde in

Frankfurt am Main der

Piks ins Ohr zur Blutentnahme, um

Blutzucker- und Cholesterinwerte zu

bestimmen – hiermit kann Internist

und Arbeitsmediziner Dr. Jens-Olaf Kreye

schon eine Menge anfangen.

sieht auch Kerstin Osbitsch, Assistentin

der SZSt-Geschäftsführung, so: „Ich finde

es wichtig, von Zeit zu Zeit seine Werte

überprüfen zu lassen. Der Check ist kurz

und schmerzlos und hilft, die gesundheit-

Grundstein gelegt. Direkt am Flussufer,

Sehr übersichtlich und gut verständliche Situation besser einzuschätzen.“

unweit der Innenstadt, soll bis 2014 ein

lich ist der individuelle Gesundheitspass „Für uns ist der Check ein teil unseres

modernes und vor allem nachhaltiges

Animation eines Tagungssaals

gestaltet, in den die Werte eingetragen Gesundheitsmanagements, mit dem wir

Gebäude entstehen. Für den Bau liefert

werden. Die erreichten Punkte zeigen an, helfen, die Wettbewerbsfähigkeit der Salz-

die Salzgitter-tochter Ilsenburger Grob-

wie hoch das persönliche Risiko ist. Diegitter AG zu sichern“, so Koch. „Auch aufblech

GmbH 3300 tonnen Blech in Güten

sen Gesundheitspass nehmen die Mitargrund des demografischen Wandels mit

S355J2+N, S235JR+N und S235J2+N in

beiter mit nach Hause und bringen ihn dem älterwerden der Belegschaften ist

Dicken bis 100 mm.

bei einer späteren untersuchung wieder es wichtig, dass ein Konzern sich um die

Noch arbeiten die Mitarbeiter der Eu-

mit. Denn die Gesundheitschecks sind Gesundheit seiner Mitarbeiter kümmert.“

ropäischen Zentralbank in drei verschie-

langfristig angelegt.

Der Gesundheitscheck ist bereits in

denen Bürokomplexen über die Stadt

„Wir wollen den Mitarbeitern aber zwölf Konzerngesellschaften angelaufen.

verteilt, die zudem nur angemietet sind.

nicht nur zeigen, wo ihr Risiko liegt und Er ist aktuell bei allen Salzgitter-unter-

Mit dem Bau eines eigenen Gebäudes

wie hoch es ist, wir geben auch Ratschlänehmen möglich, die am Bonuspro-

folgt die Europäische Zentralbank einer

ge, was der Einzelne zur Gesundheitsvorgramm der BKK Salzgitter teilnehmen.

Empfehlung des Europäischen Rech-

Bei der Grundsteinlegung kamen auch sorge tun kann“, so Kreye. Dies reicht Damit können theoretisch 11.000 Mit-

Jean-Claude Trichet, Präsident der Europäischen Zentralbank, bei der Grundsteinlegung nungshofes an alle europäischen Insti-

Zeitungen in die Zeitkapsel

von Raucherentwöhnungskursen bis hin arbeiter erreicht werden.

28 stil stil 29

FOtOS: EZB / LENKE


WM-Rückblick

Bogen der Träume aus Salzgitter-Stahl

Auch nach der Weltmeisterschaft bleibt das elegante Bauwerk eine Attraktion – für Touristen

Im Moses-Mabhida-Stadion in Durban

begann das Sommermärchen

für die deutsche Nationalmannschaft

– und dort endete der traum

vom vierten WM-titel auch: Dem 4:0

gegen Australien folgte drei Wochen später

das 0:1 gegen Spanien im Halbfinale.

Mit seinem geschwungenen Bogen, der

sich nach Süden öffnet, war das Moses-

Mabhida-Stadion eines der markantes-

ten Spielstätten in Südafrika. Entworfen

wurde es von den Hamburger Architekten

Gerkan, Marg und Partner.

30 stil

Die doppelläufige Bogenkonstruktion

ist 106 Meter hoch. Die Eiffel Deutschland

Stahltechnologie GmbH (ehemals

Krupp-Stahlbau) verarbeitete dafür 1.125

tonnen Stahl der Güte 355 von der Ilsenburger

Grobblech GmbH. Abgewickelt

hat das Geschäft der Salzgitter Mannesmann

Stahlhandel in Hannover (StIL

berichtete).

Der Bogen ist aber mehr als nur Stahl:

Er nimmt Anleihen an die Regenbogen-

Flagge Südafrikas auf und soll die Einheit

des Landes symbolisieren.

Nahe des Indischen Ozeans liegt das Stadion von Durban, das bei Nacht attraktiv beleuchtet wird

Die deutsche Elf gewann 3:2 gegen

Uruguay – WM-Platz drei

Die einzelnen Elemente für den Stadionbogen aus

Salzgitter-Stahl wurden in Hannover vorgefertigt

Auch nach der WM ist das Moses-

Mabhida-Stadion eine touristen-Attraktion:

Der Bogen ist mit einer Seilbahn

erreichbar, außerdem ist in luftiger Höhe

ein Skywalk entstanden, der den Besuchern

nicht nur einen Blick auf die Drei-

Millionen-Metropole Durban, sondern

auch eine einzigartige Aussicht auf den

nahen Indischen Ozean bietet.

Moses Mabhida war Arbeiterführer

und später Widerstandskämpfer zu Zeiten

der Apartheid. Er starb 1986 im Exil in

Mosambik.

FOtOS: LENKE / DPA / CORBIS

stil 31


FOtOS: DPA

Tröten, Tore, Tintenfisch

32 stil

stil 33


1.000 METER

IN DIE TIEFE …

Seit Anfang Juli ist eine der spektakulärsten

Aussichtsplattformen

in Deutschland in Betrieb: das

AlpspiX oberhalb von Garmisch-

Partenkirchen. Hubschrauber

transportierten fast drei Monate

lang 60 tonnen Stahl auf den

Osterfelderkopf. Es entstanden

zwei 24 Meter lange Arme, die

sich überkreuzen und jeweils 13

Meter über den Abgrund ragen.

Der Blick geht rund 1.000 Meter

senkrecht in die tiefe …

AUFLÖSUNG

Dieses Mal verlost STIL fünf

Grillbestecke mit dem Konzern-

Logo. Für den Rest der Saison –

und den Sommer 2011!

Die neue Preisfrage: Wie viele Tonnen

CO 2 spart das neue Kraftwerk

in Salzgitter jährlich ein?

Die Antwort schicken Sie bis

zum 30. September 2010 an:

Schau Verlag GmbH, Lange Reihe 29,

20099 Hamburg oder per E-Mail an:

info.stil@schauverlag.de


Mit wie vielen themenwelten

begeistert der Zoo Hannover seit

Pfings ten 2010 die Besucher? So

lautete die Preisfrage in der vergangenen

Ausgabe – die richtige Antwort:

sieben. Die Gewinner der fünf

Familienkarten für den Zoo Hannover

wurden benachrichtigt und

haben ihren Gewinn bereits erhalten.

GEWINNSPIEL

FOtOS: DPA / CORBIS

Himmel-Pfad

IN DER

NÄCHSTEN

AUSGABE (1. 12. 2010)

Stahl schützt

Kein Airbag funktioniert ohne Stahlrohre,

unfallfolgen werden durch

höherfeste Stähle im Karosseriebau gemildert.

Aber nicht nur in Autos rettet

der Werkstoff Leben: Stahl schützt

auch in vielen anderen Bereichen …

stil

Herausgeber:

Salzgitter AG, Eisenhüttenstr. 99,

38239 Salzgitter

Telefon: 0 53 41 / 21 - 01

www.salzgitter-ag.de

Verantwortlich:

Bernd Gersdorff

(Direktor Konzernkommuni kation)

Koordination:

Olaf Reinecke (Salzgitter AG),

Norbert Fischer

(Unternehmensbereich Röhren)

Leserservice, Heftbestellung:

Michaela Kruffke, Tel. 0 53 41 / 21 - 57 01

E-Mail: stil@salzgitter-ag.de

Realisation:

Schau Verlag GmbH,

Lange Reihe 29, 20099 Hamburg

Telefon: 0 40 / 32 87 27 - 0

info.stil@schauverlag.de

Druck: Ruth Printmedien GmbH,

38114 Braunschweig

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w w w . s a l z g i t t e r - a g . d e

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Was auch immer Sie vorhaben.

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