SiGe-Koordination aus der Sicht des betrieblichen - Sidi Blume

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SiGe-Koordination aus der Sicht des betrieblichen - Sidi Blume

6. Erfahrungsaustausch der Sicherheits- und

Gesundheitsschutzkoordinatoren

26. November 2003 in Magdeburg, Fraunhofer Institut Fabrikbetrieb

SiGe-Koordination

aus der Sicht des betrieblichen

Qualitätsmanagements

Stefan Sölzer

Stab Arbeitssicherheit/QM

Wayss & Freytag Schlüsselfertigbau AG

T.: 0911 / 47408 - 810 / E-Mail: stefan.soelzer@wf-sfbau.de

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Wayss & Freytag Schlüsselfertigbau AG

Organisation im Konzern der Royal BAM Group

Royal BAM Group

Royal BAM Group

HBG

Deutschland

GmbH

HBG Deutschland

Tochtergesellschaften

HBG Services

GmbH

HBG Bau

GmbH

Wayss & Freytag

Ingenieurbau AG

Wayss & Freytag AG

Projektentwicklung

Wayss & Freytag

Schlüsselfertigbau

AG

Müller-Altvatter

Bauunternehmung

GmbH & Co. KG

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Wayss & Freytag Schlüsselfertigbau AG

Konzern Royal BAM Group

Gesamtbauleistung 2002: 8,1 Mrd. €

Mitarbeiter: ca. 31.000 weltweit

Fünftgrößter Baukonzern Europas

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Wayss & Freytag Schlüsselfertigbau AG

Zahlen/Fakten 2002

Bauleistung in 2002: 365 Mio. €

Mitarbeiter: ca. 800

Standorte:

4 Hauptniederlassungen

11 Niederlassungen

Weitere Geschäftsstellen

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Wayss & Freytag Schlüsselfertigbau AG

Qualitätsmanagement

seit 1993 nach der DIN EN ISO 9001 zertifiziert.

Integration weiterer interner Prozesse in das

Managementsystem über die Forderungen der Norm hinaus:

Arbeitssicherheit, Buchhaltung, Controlling, ... Umweltschutz.

In 2002: Umstellung auf neue ISO 9001:2000 vollzogen

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Wayss & Freytag Schlüsselfertigbau AG

Überprüfung der Wirksamkeit des Managementsystems

• Jährliche externe Begutachtungen

• Regelmäßige interne

System- und Projektaudits

• Durchführung von Audits zum Sicherheitsbewußtsein

der Mitarbeiter (Safety Awareness Audits)

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Wayss & Freytag Schlüsselfertigbau AG

Sicherheitspolitik

4 Grundsätze:

Ethik

Für uns sind Unfälle nicht akzeptabel.

Effizienz

Wir gehen davon aus, dass eine gut organisierte Baustelle eine

sichere Baustelle ist.

Gesetze/Verträge

Überall dort wo bestehende Vorgaben unserer Ansicht nach nicht

ausreichend sind, legen wir höhere und damit sichere Maßstäbe an.

Image

Wir wollen, dass unser Name mit sicherem Bauen in Verbindung

gebracht wird.

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Wayss & Freytag Schlüsselfertigbau AG

Arbeitssicherheit

Um diesen Grundsätzen gerecht zu werden, haben wir eine

Vielzahl von Maßnahmen eingeleitet, zum Beispiel:

• Absolvieren alle Führungskräfte eine SCC-Schulung

• Für jede Baustelle wird ein spezieller Sicherheitsplan

angefertigt, der u.a. folgende

Punkte beinhaltet:

• Gefährdungsbeurteilung

• Baustellenordnung

• Notfallplan

• Liste der Ansprechpartner

• Gefahrstoffverzeichnis

• Schulungs- und Unterweisungsnachweise

• Liste der zustimmungspflichtigen Arbeiten

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Wayss & Freytag Schlüsselfertigbau AG

Arbeitssicherheit

• Für jedes Bauvorhaben muß mindestens ein Ansprechpartner

für Arbeitssicherheit benannt sein

• Von allen Managementebenen werden regelmäßig

Sicherheitsbegehungen durchgeführt

• Unterweisung der Verantwortlichen beauftragter Firmen durch

unsere Bauleitung vor Arbeitsaufnahme

• Alle Firmen müssen den Nachweis erbringen, dass die auf der

Baustelle tätigen Mitarbeiter wiederum von ihnen unterwiesen

wurden

• Alle unterwiesenen Nachunternehmer müssen einen Aufkleber

auf dem Helm tragen, auf dem der Name und das

Unterweisungsdatum eingetragen wird

Name

_________________________

SGU-Unterweisung

am _______________________

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Wayss & Freytag Schlüsselfertigbau AG

Entwicklung der Unfallrate IF (Anzahl Unfälle pro 100 Mitarbeiter und Jahr):

IF

8,0

7,0

6,0

5,0

4,0

3,0

2,0

1,0

0,0

7,5

4,3

2,6 2,4

0,6

1999 2000 2001 2002 2003

2003: Stand nach dem 3. Quartal

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Wayss & Freytag Schlüsselfertigbau AG

...ein typischer Generalunternehmer

Die Wayss & Freytag Schlüsselfertigbau AG realisiert als

Generalunternehmer schlüsselfertige Bauvorhaben

(Bürogebäude, Gewerbebau, Wohnungsbau, Kliniken, etc.)

Für alle diese Bauvorhaben treffen die

Forderungen der Baustellenverordnung zu

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Die zwei Varianten

Es gibt grundsätzlich 2 Varianten wie ein

Generalunternehmer mit der

Baustellenverordnung 'konfrontiert' wird:

1. Der GU wird vom Auftraggeber vertraglich

verpflichtet den SiGe-Koordinator zu stellen

2. Der Bauherr (oder der verantwortliche Dritte)

beauftragt den SiGeKo selbst

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Variante 1: GU stellt den SiGeKo

Auszug aus einem Generalunternehmervertrag:

• [...] Der AN übernimmt alle Verpflichtungen des

AG/Bauherrn aus der BaustellV.

• Er wird insbesondere die Vorankündigung an

die zuständige Behörde vornehmen, den evtl.

erforderlichen Sicherheits- und

Gesundheitsschutzplan erstellen, einen oder

mehrere geeignete Koordinatoren bestellen und

dessen Tätigkeit überwachen. [...]

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Variante 1: GU stellt den SiGeKo

Wird diese Leistung vom GU weitervergeben, können

damit folgende Schwierigkeiten verbunden sein:

• Definition der Leistung

• Kostenkalkulation der Leistung 'SiGe-Koordination'

• Beauftragung geeigneter Koordinatoren

• Erwartungshaltung der Baustelle

• 'Zwittersituation' des SiGe-Koordinators

• Beurteilung der Leistung des SiGe-Koordinators

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Variante 1: GU stellt den SiGeKo

Wird diese Leistung von einem oder mehreren

Mitarbeitern des GU selber erbracht, ergeben sich

primär folgende Schwierigkeiten:

• Interessenkonflikt

• Qualifikation der Mitarbeiter

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Variante 2: Bauherr stellt den SiGeKo

In diesem Fall kann ein GU u.a. folgende

Erfahrungen machen:

• Der SiGeKo reduziert seine Tätigkeit auf

Baustellenbegehungen (z.T. unangemeldet)

• Protokolle (z.T. mit Fotodokumentation) werden

direkt an den AG / Bauherrn weitergeleitet

• Keine Koordination und Prävention sondern

lediglich Kontrolle und Mangelfeststellung

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Variante 2: Bauherr stellt den SiGeKo

... weitere Beobachtungen:

• Es erfolgt keine Koordination der

Nachunternehmer des GU, da der SiGeKo

lediglich die direkt vom AG / Bauherrn

beauftragten Firmen koordiniert.

• Aus den SiGe-Plänen können keine konkreten

Informationen abgeleitet werden, da diese

meistens die gesamte Bauzeit in einer

Übersicht erfassen wollen; wesentliche Details

gehen sehr häufig verloren.

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Gemeinsamkeiten dieser Varianten

Gegenwärtig wird nur im absoluten

Ausnahmefall schon in der Planungsphase

die Baustellenverordnung umgesetzt:

• Es gibt im Regelfall keinen SiGe-Koordinator in

der Planungsphase

• Aus der Planungsphase liegt kein SiGe-Plan vor

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Was sollte angestrebt werden

Ziel der Baustellenverordnung

Vermeidung von Unfällen

Das bedeutet, daß (unabhängig von dem

Vertragspartner des SiGe-Koordinators)

eine konstruktive Zusammenarbeit mit allen

Projektbeteiligten angestrebt werden muß.

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Ein möglicher Ansatz

• regelmäßige Gespräche mit den Projektbeteiligten

(u.a. SiGe-Koordinator, Projektleiter, Bauleiter,

Polier, Sicherheitsfachkraft) und ggf. Vertretern

der Berufsgenossenschaft und Gewerbeaufsicht

• Besprechung der aktuellen Probleme; bei Bedarf

auch mit Beteiligung der ausführenden Firmen

(Nachunternehmer)

• Vereinbarung von Sanktionsmaßnahmen bei

Verstößen gegen die 'Spielregeln'

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Wichtige Ziele dieses Sicherheitsgespräches

• vorausschauendes Betrachten der anstehenden

Arbeiten

• Erkennen der damit verbundenen Gefahren und

gemeinsame Festlegung der erforderlichen

Vorbeugungsmaßnahmen

• verantwortliche Vertreter von neuen Firmen

sollten vor Arbeitsaufnahme an dieser

Besprechung teilnehmen, um die projektspezifischen

'Spielregeln' vermittelt zu bekommen.

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Fazit

Die Kontrolle der Umsetzung der Vorschriften zur

Arbeitssicherheit durch den SiGe-Koordinator ist

wichtig und gehört zu seinen Aufgaben

...aber

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Fazit

... jeder SiGe-Koordinator muß sich auch die

Frage gefallen lassen, ob diese Mängel nicht

schon im Vorfeld hätten vermieden werden

können... , z.B. durch

• vorausschauendes Erkennen von Gefahren

Koordination und rechtzeitiges Einweisen der

beteiligten Firmen

• konkrete Vorgaben für bestimmte

Arbeitsverfahren

• alternative Arbeitsverfahren

• etc.

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Vielen Dank für Ihre

Aufmerksamkeit!

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