Miteinander - Kindergarten und Schule in Südtirol

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Miteinander - Kindergarten und Schule in Südtirol

Gemeinsam

auf dem Weg

18 Juni 2011

Miteinander

Das Südtiroler Team beim Ausfüllen des Fragebogens über Umweltpolitik (Bundesfinale)


Politik für junge Leute

Ergebnis Gesamttiroler Wettbewerb und Bundesfinale

Der Gesamttiroler Wettbewerb Politische Bildung ging am

13. April 2011 in Innsbruck über die Bühne. Vom 27. bis

29. April 2011 fand das österreichische Bundesfinale in Feldkirch

statt. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler aus

Südtirols Schulen konnten sich gut behaupten.

In vier Phasen lief der Schülerwettbewerb „Politische Bildung 2011“

ab. Im Dezember und Januar fanden die schulinternen Ausscheidungen

statt, am 2. März der Südtiroler Landeswettbewerb, bei

dem in diesem Jahr über 100 Südtiroler Schülerinnen und Schüler

angetreten waren. Die drei Besten der Kategorien qualifizierten

sich für Phase drei, den Gesamttiroler Teamwettbewerb in

Innsbruck (siehe Bericht darüber in der April-Ausgabe des INFO).

Grenzüberschreitende Teams

In grenzüberschreitenden Teams, in denen je drei Südtiroler

Schülerinnen und Schüler mit drei Tiroler Schülerinnen und

Schülern zusammengespannt wurden, traten die Kandidaten gegeneinander

an, um zu ermitteln, wer über die besten Kenntnisse

in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft

verfügt. Der Austragungsort – das Einkaufszentrum Sill-Park in

Innsbruck – sowie die gekonnte Moderation durch einen ORF-

Journalisten trugen dazu bei, dass der Wettbewerb von einem

interessierten Publikum verfolgt wurde.

Mehrere Quizfragen waren dem Thema Ladiner gewidmet. Wie

das Tiroler Organisatorenteam um Erich Wörister hervorhob,

ging es auch darum, diese im Bundesland Tirol wenig bekannte

sprachliche Minderheit stärker bekannt zu machen. Ein weiteres

Ziel des Wettbewerbs, Lehrpersonen und Schülerinnen sowie

Bewertungsblatt Argumentationsrunde

Bundesland:

Anzahl Punkte: 1 2 3 4 5 Bemerkungen

Gliederung

wirkungsvoller, spannender Einstieg

Argumentation

präzise Erfassung der Aufgabe

klarer, nachvollziehbarer Gedankengang

Selbständigkeit im Urteilen und Werten

zielstrebige und flexible Gedankenführung

anschauliche Beispiele und Belege

Verständlichkeit

kurze, prägnante Sätze

effirgebdnurG rehcsifizepshcaf nehcsrreheB

differenzierter Wortschatz

Wirkung der Rede

Fachkompetenz

abwechslungsreiche Sprechweise (Pausen, Lautstärke, Betonung)

gleichmäßige Aufteilung auf mindestens 3 RednerInnen

Punktezahl

Gesamt:

Kriterienkatalog für die Jury des Bundesfinales in Feldkirch

Schüler aus Nord- und Südtirol an einen Tisch zu bringen und

zusammen etwas zu erreichen, wurde durch die gemeinsame

Erarbeitung der Quizfragen im Vorfeld des Wettbewerbs und

durch die Bildung der gemischten Teams erreicht.

Den Teamwettbewerb und damit eine Reise nach Rom gewann

das „Team Orange“, dem die Südtiroler Lukas Pfeifer, Alexander

Pöder und Aaron Senoner angehörten sowie die Nordtiroler

Christopher Hutter, Eva Lechleitner und Rene Schellhorn.

Mit ihnen freute sich Landesrätin Sabina Kasslatter Mur, die den

Jugendlichen zu ihrem Erfolg gratulierte. Die Zweit-, Dritt- und

Viertplazierten konnten Gutscheine und Buchpreise mit nach

Hause bringen.

Österreichisches Bundesfinale

Alle Erstplatzierten des Südtiroler Landeswettbewerbs nahmen an

Phase vier des Schülerwettbewerbs Politische Bildung, dem Bundesfinale

in Vorarlberg vom 27. bis 29. April 2011 teil – und zwar

als Südtiroler Team. Neun Quizrunden galt es zu bewältigen: mit

Multiple-Choice-Tests, einer Stadtrallye, Dalli-Klick-Puzzles und

einer Argumentationsrunde. Für die Südtiroler war die Teilnahme

eine besondere Herausforderung, bezogen sich viele Fragen

doch auf österreichische Themen. Weitere Themenschwerpunkte

waren Europa nach 1945, Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und

Integration in unserer globalisierten Welt, Kunst, Kultur und Sport,

in Politik und Gesellschaft, aktuelles Weltgeschehen, Ressourcen,

nachhaltige Entwicklung und Konsumverhalten sowie internationale

Friedenssicherung.

Durchsetzen konnte sich die Steiermark vor Kärnten und Wien.

Das Südtiroler Team konnte anfangs noch in den Spitzenpositionen

mitmischen, rutschte dann aber ins Mittelfeld ab und belegte

zum Schluss Rang acht. Dennoch zeigten sich die Schülerinnen und

Schüler und deren Begleitlehrpersonen Hanno Barth und Paolo

Debertol zufrieden mit dem Ergebnis. Das Südtiroler Team setzte

sich aus folgenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern zusammen:

Für die Oberschulen (Triennium) Daniel Kofler und Nils Hartungen

von der Handelsoberschule (HOB) Bozen sowie im Biennium Sebastian

Urthaler, ebenfalls von der HOB Bozen, mit Aron Senoner

vom Realgymnasium Brixen. In der Kategorie der Berufsschulen

nahm Julia Burger von der Fachschule „Salern“ in Vahrn, für die

Mittelschulen Michael Pircher von der Mittelschule Schlanders teil.

Walter Pichler

Bereich Innovation und Beratung, Walter.Pichler@schule.suedtirol.it

Juni 2011 19


La littérature en direct

Sonia Ristić liest an Südtirols Oberschulen

In der ersten Maiwoche besuchte Sonia Ristić, französische

Autorin mit serbischen Wurzeln, auf Einladung des Deutschen

Schulamtes und der „Kerngruppe Französisch“ ausgewählte

Südtiroler Oberschulen, die Französisch führen. Sie las

aus ihrem preisgekrönten Roman „Orages“.

Die Begegnung mit der Schriftstellerin war für die Schülerinnen

und Schüler der vierten und fünften Klassen, die den Roman

schon vorab im Unterricht erarbeitet hatten, ein ganz besonderes

Ereignis. Im Anschluss an die Lesungen hatten sie die Gelegenheit,

mit der Autorin ins Gespräch zu kommen. Dabei kam es

zu angeregten Diskussionen, die um die autobiografischen Züge

im Roman, die Thematik des Exils, das Leben als Schriftstellerin

und das Schreiben an sich kreisten und einen interessanten Einblick

in die Welt einer Schriftstellerin boten.

Sonia Ristić, die in Belgrad geboren wurde, zwischen Ex-Jugoslawien

und Afrika aufwuchs, lebt mittlerweile seit zwanzig Jahren

in Paris, wo sie Romane, Kurzgeschichten und Theaterstücke

schreibt und inszeniert. Für ihren 2008 erschienenen Roman

„Orages“ wurde ihr im Rahmen der Leipziger Buchmesse 2010

der „Prix des lycéens allemands“ verliehen. Das Besondere an

diesem Preis ist, dass Schülerinnen und Schüler der Oberstufe

über die Vergabe entscheiden.

Orages

„Orages“ ist die fiktive Geschichte einer Rückkehr: Tamara, eine

junge Serbin, reist nach Jahren im französischen Exil nach Belgrad.

In einer nicht wiederzuerkennenden Stadt trifft sie auf Schatten

der Vergangenheit und eine Jugendliebe, deren Charme sie sich

nicht entziehen kann.

Was für ein Genuss für unser Ohr!

Auch die frankophilen Südtiroler Schülerinnen und Schüler haben

die Lektüre des Romans und die Begegnung mit der charmanten

und offenen Autorin als große Bereicherung empfunden.

Lorenz Benaccio, Miriam Dibiasi und Valentina Patscheider aus

der Klasse 4C des Humanistischen Gymnasiums „Beda Weber“

Meran haben dies in einem poetischen Bericht zu Papier gebracht:

Es war Montag, der 2. Mai

und die 4. und 5. Klassen kamen in der Aula Magna vorbei.

20 Juni 2011

Die Autorin Sonia Ristić kam heran.

Sie kam schon am Tag zuvor von Paris nach Meran.

Sie stellte ihren Roman „Orages“ vor:

Was für ein Genuss für unser Ohr!

Nach dem Vortrag stellten wir viele Fragen,

dazu hatte sie viel zu sagen!

Die Schüchternheit zu überwinden war anfangs gar schwer,

trotzdem fragten wir danach mit Neugier immer mehr und mehr.

Sie war mit viel Herz dabei,

und von ihrem Leben erzählte sie allerlei.

Zum Schluss gab es naturellement für jeden noch eine signature

auf der ersten Seite der gelungenen lecture!

Eva Tessadri, Lehrerin für Französisch am Humanistischen Gymnasium

„Beda Weber“ in Meran, eva.tessadri@rolmail.net

L’écrivain

Née le 3 août 1972 à Belgrade, Sonia Ristić a grandi en Afrique,

au Congo (ex Zaïre) et en Guinée. La moitié de sa scolarité

s’est de ce fait, déroulée dans des établissements français. Elevée

dans un esprit francophile, ses premières lectures et les premiers

mots qu’elle a écrits ont été en langue française. C’est donc tout

naturellement qu’elle est venue s’installer à Paris en 1991, afin

de poursuivre des études de Lettres et de Théâtre. Elle travaille

comme comédienne, intervenante en ateliers (en ZEP, mais aussi

dans l’humanitaire). Depuis quelques années, elle se consacre

surtout à l’écriture et à la mise en scène, publie des nouvelles dans

des revues, crée la compagnie „Seulement pour les Fous“ en 2004

et monte ses pièces „Le temps qu’il fera demain“ et „Quatorze

minutes de danse“. En octobre 2008, „Orages“, son premier

roman pour adolescents, est publié chez Actes Sud Junior.


Science on Stage Festival

Südtirol bei Wissenschaftsfestival in Kopenhagen

Das europäische Science-on-Stage-Festival in Dänemarks Hauptstadt

Kopenhagen ging vom 16. bis 19. April 2011 über die Bühne.

Aus 27 europäischen Ländern trafen sich rund 350 Teilnehmerinnen

und Teilnehmer aus verschiedenen Bildungsbereichen,

wobei erstmals auch Südtirol mit einem Projekt vertreten war.

An vier Tagen präsentierten Pädagoginnen und Pädagogen innovative

Konzepte für den naturwissenschaftlichen Unterricht

in Form von Experimenten, Workshops sowie Wissenschaftsvorführungen

und tauschten sich mit den europäischen Kolleginnen

und Kollegen aus.

Das Konzept Science on Stage

Science on Stage ist eine Plattform für den europaweiten Austausch

von Ideen und Konzepten für den Unterricht und ein

Netzwerk von Lehrkräften und für Lehrkräfte aller Schularten

und pädagogische Fachkräfte des Kindergartens, die Naturwissenschaften

und Technik unterrichten. Die Teilnahme am Festival

bietet den Lehrkräften, den Pädagoginnen und Pädagogen

einen Blick über den nationalen Tellerrand und die Möglichkeit,

sich von „Good-practice-Unterrichtsbeispielen“ europäischer

Kolleginnen und Kollegen inspirieren zu lassen. Entsprechend

dem Leitmotiv „Von Lehrkräften für Lehrkräfte“ sind diese auch

die Hauptakteurinnen und -akteure beim europäischen Festival.

Teilnahme am Wissenschaftsfestival

Die jeweiligen nationalen Organisationskomitees organisieren

alle zwei Jahre nationale Veranstaltungen und Wettbewerbe für

Lehrpersonen und pädagogische Fachkräfte. Alle interessierten

Lehrpersonen und pädagogische Fachkräfte aus Südtirol mit innovativen

Ideen und Unterrichtskonzepten für die Naturwissenschaften

sind eingeladen, am italienischen nationalen Auswahlverfahren

im Schuljahr 2012/2013 teilzunehmen und sich damit

für das europäische Science-on-Stage-Festival zu bewerben.

Ergebnisse Science on Stage

Dieses Jahr war zum ersten Mal auch Südtirol auf dem europäischen

Wissenschaftsfestival vertreten mit dem Projekt „Fachkiste

Naturwissenschaften: Kraft, Bewegung, Energie“. Das Projekt ist

in Kooperation zwischen dem Bereich Innovation und Beratung

des Deutschen Bildungsressorts und dem Kindergartensprengel

Neumarkt entstanden. Der innovative Ansatz und das Konzept

der Verknüpfung von Naturwissenschaften mit Sprache haben

die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und zahlreichen Besucherinnen

und Besucher des Festivals begeistert. Besonders die von

Kindergartenkindern selbstgebaute Rakete, die mit einfachsten

Mitteln eine Flughöhe von bis zu zehn Metern erreichen kann,

stand im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Deutschland hat das

Südtiroler Projektteam nach Berlin zu einer zukünftigen Zusammenarbeit

im Bereich der Sprachförderung für Kindergarten und

Grundschule eingeladen.

Insgesamt konnte beobachtet werden, dass in Südtirol der naturwissenschaftliche

Unterricht und die Bildungsarbeit im Kindergarten

im europäischen Vergleich qualitativ hochwertig sind

und sich mit den Besten aus ganz Europa messen können.

Monica Zanella, Deutsches Bildungsressort, Bereich Innovation

und Beratung, Monica.Zanella@schule.suedtirol.it

Sybille Hasler und Monica Zanella in Kopenhagen

Informationen

Informationen unter www.science-on-stage.it/ oder

www.science-on-stage.eu/?p=3 – Kontaktperson im Deutschen

Bildungsressort, Bereich Innovation und Beratung: Monica Zanella,

Monica.Zanella@provinz.bz.it

Weitere Informationen über das Wissenschaftsfestival und zur

Fachkiste „Naturwissenschaften: Kraft, Bewegung, Energie“

gibt es auf

www.schule.suedtirol.it/pi/faecher/naturwissenschaft/projekte/

fachkiste/fachkiste_index.htm

Juni 2011

21


Kreativ mit Künstlern

30 Projekte an Kindergärten und Schulen umgesetzt

Die Aktion „Kreativitätsförderung in Schule und Kindergarten

wurde vom Bereich Innovation und Beratung in

Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Künstlerbund im

Schuljahr 2010/2011 angeboten und von der Landesabteilung

Deutsche Kultur finanziert. 18 Künstlerinnen und

Künstler arbeiteten mit Kindern aus Kindergartengruppen

und Schulkassen aller Schulstufen an insgesamt 30 kreativen

Projekten.

„Kreativität ist ein fächerübergreifendes Bildungsziel. Bei der

Aktion zur Kreativitätsförderung ging es weniger darum, Kinder

dazu zu bringen, schöne Bilder oder perfekte Arbeiten

zu gestalten. Vielmehr sollten Gelegenheiten für eigenes Erkunden

und Erproben geschaffen und kreative Denkprozesse

angeregt werden“, so die Landesrätin für Bildung und deutsche

Kultur, Sabina Kasslatter Mur. Ziel war es also, das kreative

Potenzial der Kinder und Jugendlichen zu fördern und

Einblicke in das Schaffen von Künstlerinnen und Künstlern zu

ermöglichen.

Astrid Gamper, Grundschule Lengstein/Ritten: Freude

22 Juni 2011

Doppelte Buchführung als Brettspiel

An der Handelsoberschule „Franz Kafka“ in Meran hat sich die

Klasse 4B zusammen mit der Lehrerin für Betriebswirtschaft,

Birgit Stimpfl, und dem Künstler Hannes Egger daran gemacht,

das System der doppelten Buchhaltung in einem Brettspiel darzustellen.

Ziel des kreativen Prozesses war es, ein Spiel zu entwickeln,

das sowohl Spaß macht als auch eine Sicherung der

Buchhaltungskenntnisse gewährleistet. Das Spiel ist grafisch so

aufbereitet, dass es beliebig vervielfältigt werden kann. Das Spiel

soll in naher Zukunft auch zum Verkauf angeboten werden. Mit

dem Projekt wurde ein kreativer Zugang zur doppelten Buchhaltung

geschaffen, der Teamgeist in der Klasse in hohem Maße

gefördert und ein materiell verfügbares und funktionales Spiel

entwickelt. Gearbeitet wurde vor allem in Kleingruppen mit

Brainstorming und Diskussionstechniken, wobei dem Durchlaufen

und Austesten der einzelnen Spielentwicklungsphasen und

Prototypen weiter Raum eingeräumt wurde.

„Ich muss sagen, anfangs war ich sehr skeptisch, was dieses Projekt

betraf. Schon nach zwei Stunden bemerkte ich, wie kompli-


ziert es war, eine Kombination aus lehrreichem und unterhaltsamem

Spiel zu entwickeln. Es war faszinierend zu beobachten, wie

hartnäckig unsere Professorin und alle Schülerinnen und Schüler

am Spielverlauf arbeiteten. Es war aufregend, bei diesem Projekt

von Anfang an dabei zu sein, da die Entwicklung eines Spiels etwas

ist, das man im Leben nicht so schnell vergessen wird. Vor

allem hat diese gemeinsame Arbeit unsere Klasse zusammengeschweißt

und auch während der Arbeitsstunden ein schönes

Klassenklima erzeugt“, berichtet Schüler Ignaz Anton Pinzger.

Stimmungen und Gefühle zeichnen

Die Künstlerin Astrid Gamper aus Klausen schreibt über ihre Erfahrungen

mit dem Projekt: „Wie könnte man das Gefühl von

Badeschaum zeichnen?“ oder „Stellt euch vor, ihr schaut auf den

dunklen Nachthimmel und seht ein starkes Gewitter mit vielen

Blitzen. Was fühlt ihr, wie könnte man das zeichnen?“ Mit diesen

Fragen animierten wir Kinder zum Zeichnen. Es war mir wichtig,

dass sie die Stimmungen und Gefühle der Aufgabenstellungen

zuerst spüren und verinnerlichen und dann versuchen zu zeich-

nen. Die Linien und Flächen des Badeschaums unterschieden

sich von den Linien der Blitze. Die Striche, Flächen und Farben

sowie die Intensität des Farbauftrages bei dem abstrakten Thema

Freude ist komplett anders beim Stichwort Wut. Beim Tier,

das man streicheln möchte, und beim Tier, vor dem man Angst

hat, steht nicht die Darstellung und Erkennbarkeit der Tiere im

Vordergrund, sondern die Stimmung, die transportiert wird. Bei

dem Thema Blume im Wind sollten die Kinder etwas zeichnen,

das den Wind versinnbildlicht, den man nur spürt und nicht sieht.

Bei manchen stürmte ein Orkan über das Blatt, bei einigen wehte

nur ein Lufthauch über die Blume. Immer aber spürte man

den Wind in den Bildern ganz deutlich. Am Ende stand nicht

das perfekte fertige Bild im Vordergrund, sondern eine Vielzahl

verschiedener Ansätze. Es war ein Experimentieren, ein Suchen,

Ausprobieren, Erfinden von Linien, Flächen, Formen und Farben,

um einen Gegenstand darzustellen oder eine Situation, ein

Gefühl abstrakt zu beschreiben und zeichnerisch umzusetzen.

Ingrid Harder, Projektbegleiterin, Pädagogisches Beratungszentrum Brixen

Ingrid.Harder@schule.suedtirol.it

Astrid Gamper, Grundschule Lengstein/Ritten: Wut

Juni 2011

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Denken um des Denkens willen?

Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert;

es kommt darauf an, sie zu verändern. Karl Marx

Dieser Mann traut sich was! Der Mensch, der alle Menschen

vor ihm des Irrtums bezichtigt, der halb getanen Arbeit, des

Versäumnisses der wirklich bedeutsamen Dinge, der muss eine

ziemlich hohe Meinung von sich selbst haben. Marx, der Besserwisser.

Marx, der Arrogante. Aber auch: Marx, der Denker.

Es ist in der Philosophie wie in anderen geisteswissenschaftlichen

Sparten manchmal vonnöten, sich eine Meinung zu bilden, die

gegen die althergebrachten Auffassungen geht, diese Meinung

zu halten und auch unter starkem Beschuss zu verteidigen. Es

ist das radikal Neue, das Kompromisslose, das die Zuhörer anzieht,

nicht das Zweifeln, nicht der Satz: „Es war alles gut bisher,

ich hätte nur einen kleinen Einwand vorzu brin gen …“. Vor

allem in einer Zeit sozialer Probleme und sich ausbreitender

Armut – wie es das 18. Jahrhundert für breite Arbeiterschichten

zweifellos war – wollen die Menschen tatkräftige Aussagen

hören. Marx hatte also durchaus einen Grund, die bisherigen

Philosophen der Untätigkeit zu bezichtigen: Er wollte Veränderung.

Um Veränderung zu erzielen, brauchte er die Unterstützung

der Massen. Und um sich diese zu sichern, brauchte

er radikale Versprechungen und eine mehr als selbstbewusste

Geisteshaltung.

Vom politischen Standpunkt her ist Marx als Person mitsamt

seinen Aussagen also durchaus nachvollziehbar. Ist seine These

aber auch philosophisch begründet?

Der Philosoph als Wissenschaftler

Die reine Philosophie gibt es nicht. Sie ist keine Wissenschaft

mit klar umrissenen Grenzen, außerhalb derer nichts mehr in

ihren Zuständigkeitsbereich fällt, im Gegenteil – sie umfasst

beinahe alles, und was sie nicht umfasst, das ist doch aus ihr

hervorgegangen. Alle Wissenschaften haben ihren Ursprung

im Denken des Menschen, und mit dem ersten Gedanken des

Menschen, der sich nicht auf die Deckung der Grundbedürfnisse

und den Fortpflanzungstrieb beschränkte, begann auch die Philosophie.

Immer wenn diese Urlehre im Laufe der Evolution in

einem Gebiet besonders erfolgreich war, sei es bei der Sprachentwicklung,

sei es in der Biologie, so spaltete sich ein neuer

Wissenschaftszweig von ihr ab, der nur noch diesem Bereich

nachging. Aber die Philosophie als Mutter allen Wissens blieb

bestehen, und sie macht sich auch heute noch die Erkenntnisse

ihrer Abkömmlinge zunutze, ohne sich ihnen anzugleichen.

24 Juni 2011

Der Philosoph als ihr Liebhaber und ihr Vertreter nach außen

kennt im Idealfall die Einsichten aller Wissenschaftsbereiche und

führt sie in der Philosophie zusammen, um sie miteinander zu

vergleichen, zu kombinieren und über sie hinauszudenken. In

diesem Tun gleicht er einem beliebigen Wissenschaftler, der

Daten sammelt, bewertet und miteinander in Bezug setzt, immer

auf der Suche nach einer verbindenden Gesetzmäßigkeit.

Und wie es für einen Wissenschaftler ein Ziel sein sollte, seine

Erkenntnisse irgendwann zum Nutzen der Menschheit verwenden

zu können, so soll auch der Philosoph mit all seinem

Denken nicht bloß darauf abzielen, sein Verständnis der Welt

zu erweitern, sondern ebendieses Verständnis dazu nutzen,

um die Welt nach seinen Vorstellungen zu verändern – so zumindest

sieht es Marx.

Wenn wir nun in diese Richtung weiterdenken, so kommen

wir zu einer Kernfrage der Philosophie: Der Frage nach dem

Zweck. Denken um des Denkens willen? Oder Denken mit einem

Ziel vor Augen?

Um dies beantworten zu können, müssen wir uns zuerst die

zwei Komponenten genauer ansehen, die den Menschen am

meisten prägen und auf die Marx in seinem Zitat anspielt: Den

Geist und die Tat.

Der Geist

Der Mensch denkt. Unentwegt. Pausenlos. Er kann nicht anders,

es ist wie Atmen. Einatmen, ein Gedanke saust durch

den Kopf. Ausatmen, der Geist gibt sich selbst Antwort. Einatmen,

ich denke ans Mittagessen. Ausatmen, vielleicht gibt es

Spaghetti? Einatmen …

Wie halten wir das aus? Wir sind es gewohnt. Und meistens

mögen wir unseren Geist mitsamt seinen Gedanken, und seien

sie noch so banal – denn er macht einen großen Teil unserer

Persönlichkeit aus. Aber wenn wir ihn einmal näher zu betrachten

versuchen, dann macht er es uns nicht leicht, dieses kleine,

gestaltlose, immaterielle, unvorstellbare Ding! Was ich über ihn

weiß, ist wenig. Ich kenne weder seinen Ursprung noch seine

Arbeitsweise, nur einer Sache bin ich mir vollkommen sicher:

Er existiert. Immer schon haben die Menschen, genauso wie

ich, ihn in sich gespürt, über ihn gerätselt und versucht, ihn systematisch

zu erklären. Mit begrenztem Erfolg.

Die Philosophie ist eine Geisteswissenschaft, eine Lehre des


Geistes. Nicht, weil sie uns so vieles über die Beschaffenheit

oder die Eigenarten des Geistes lehrt, nein, diesen Bereich

hat sie vor gar nicht allzu langer Zeit an die Psychologie abgegeben.

Was jedoch viel essenzieller ist: Sie lehrt uns, unseren

Geist zu benutzen. Die Gedanken, die er beharrlich aussendet,

nicht nur planlos durch unser Bewusstsein fließen zu lassen,

sondern sie einzuordnen und miteinander in Verbindung

zu setzen. Ein Gedankensystem zu erschaffen, bestehend aus

Thesen, Belegen, Interpretationen und Schlussfolgerungen. Philosophisch

tätig zu sein.

Ab welchem Zeitpunkt philosophiert der menschliche Geist?

Ist schon der banalste Gedanke dieser Bezeichnung wert, oder

muss ein höheres geistiges Level erreicht werden? Eine Frage, die

nicht einfach zu beantworten ist. Da die Deckung der Grundbedürfnisse

laut obiger Definition nicht zum Bereich der Philosophie

gehört, ist der Gedanke ans Mittagessen folglich kein

philosophischer. Denke ich aber an Nahrung allgemein, daran,

was sie für mich bedeutet und wie sie sich auf mich auswirkt,

so nähere ich mich dem Wissenschaftlichen und damit der Philosophie.

Mein Geist bewegt sich nun auf einer individuellen

Ebene, die ich nicht mit allen Menschen teile und die mich als

Person ausmacht. Er ist, als sich ständig weiterentwickelnde

Kraft, der Ursprung meines sich ebenso stetig verändernden

Ichs. Außerdem ist er Teil eines Dualismus, der die Beziehung

zwischen mir und meiner Umwelt determiniert. Der Geist bestimmt,

wie ich die Welt sehe. Aber wie die Welt mich sieht,

wird von einer anderen Kraft bestimmt: der Tat.

Die Tat

Stellen Sie sich einen Menschen vor, körperlos. Nicht taub, nicht

blind, er nimmt durch die Sinnesorgane seines Geistes die Welt

auf wie jeder andere durch seine Körpersinne. Aber er besteht

eben nur aus diesem Geist. Unfähig zur Tat muss er alles miterleben,

was um ihn herum geschieht, ohne etwas ändern zu

können. Ist er überhaupt ein Mensch?

Die menschliche Persönlichkeit ergibt sich aus zwei Faktoren, die

ohne einander nicht existieren können, ohne dass das Individuum

grundlegender menschlicher Eigenschaften beraubt wird. Der Einfachheit

halber habe ich oben von einem Dualismus gesprochen,

auch wenn dieser Begriff in diesem Zusammenhang wohl nicht

absolut korrekt ist. Geist und Tat bedingen sich zwar gegenseitig,

der Geist nimmt in dieser Wechselwirkung streng wissenschaftlich

gesehen allerdings den höheren Stellenwert ein (gemeint ist

hier nicht unbedingt der philosophische Geist, sondern auch das

banale Denken, das bereits vor der Geburt einsetzt). Vor jeder

Tat steht eine geistige Regung, und sei es nur ein Zucken, das

durch die Nervenzellen geht. Man könnte jetzt genauer auf die

Erkenntnisse der Neurowissenschaft eingehen, da diese sich allerdings

bereits sehr weit von der Philosophie entfernt hat und

außerdem auch keine letztgültigen Sicherheiten bietet, werde

ich darauf verzichten. Fakt sei: Der Geist bedingt die erste Tat.

Von da an gleicht die Beziehung Geist – Tat einer chemischen

Gleichgewichtsreaktion: Der Geist wird beeinflusst von der Tat

und reagiert auf sie wiederum mit Taten. Als weitere Faktoren

kommen noch die Sinneswahrnehmung und die Umwelt ins Spiel

und machen die Reaktion um einiges komplizierter. Ein Gleichgewicht

ist in diesem Fall sehr schwer zu erzielen und ist seiner

Natur gemäß immer instabil.

Der grundlegende Unterschied der Tat zum bereits erörterten

Geist ist ihre direkte Auswirkung auf die Umwelt und damit auf

fremde Individuen. Die Folgen einer Tat exakt einzuschätzen

wäre nur möglich, wenn wir alle sie beeinflussenden Faktoren

kennen würden, also alles wissen würden. Das ist nicht realistisch

– folglich bleibt die Tat immer ein Risiko. Ein Risiko aber, das

wir eingehen müssen, wenn wir nicht für immer auf derselben

rein geistigen Ebene verharren, sondern unser Leben konkret

weiterbringen wollen. Ohne Taten gibt es keine gesellschaftliche

Entfaltung, kein soziales Weiterkommen, aber bedingt durch die

gegenseitige Abhängigkeit auch keine Entwicklung des Geistes.

Juni 2011

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Die durchdachte Tat ist die Anwendung unserer in geistiger Arbeit

gewonnenen Erkenntnisse und damit im eigentlichen Sinne

ein Fortschritt.

Die Philosophie als Verbindung von

Geist und Tat

Aus dieser Schlussfolgerung heraus erscheint Karl Marx’ Ausspruch

in einem etwas anderen Licht: Er fordert nicht die politische

Aktion in kompromissloser Ablehnung aller bestehender

Gedankensysteme der Vergangenheit und Gegenwart, sondern

die Tat als eine Folge genau dieser Gedanken und Interpretationen.

Den Philosophen, beharrlich denkenden und ideenreichen

Wissenschaftlern, wirft er keineswegs eine falsche Weltsicht vor,

wohl aber das Fehlen jeglicher Reaktion darauf in Form einer Tat.

„Denken um des Denkens willen?“ Dem setzt Marx ein klares

Nein entgegen. Seine Auffassung ist strikt teleologisch, alles, selbst

das Denken, muss streng ein Ziel verfolgen. Die Philosophie als

rein geistige Wissenschaft lehnt er ab, nur in Kombination mit

der Tat hat sie einen konkreten Wert für den Kosmos. Der Geist

muss die Beschaffenheit der Welt aufnehmen, sie untersuchen,

analysieren und interpretieren, um dann das gewonnene Wissen

über Gut und Böse, über Nützlich und Unnütz, in Taten umzusetzen.

Erst dann entsteht wirkliche Philosophie.

Natürlich kam ihm Feuerbach da ganz gelegen als Beispiel, wie

man es nicht machen sollte: Feuerbach, der sein Leben lang an

einer Analyse des Menschen arbeitete, Feuerbach, der eine detaillierte

Interpretation der Welt lieferte, der aber nicht ein einziges

Mal auf eine Veränderungsmöglichkeit hinwies. Für Feuerbach

hatten sowohl Mensch als auch Welt bestimmte statische

Eigenschaften, mit denen man sich abfinden musste – was Marx

natürlich absolut ablehnte.

Einen entscheidenden Faktor allerdings hatte Marx in seine These

nicht miteinbezogen: Die Art der Veränderung. Das Ziel des

Umbruchs war klar, die klassenlose Gesellschaft. Aber die Mittel

der Veränderung, die Regeln also, denen die Taten folgen sollten,

die blieben verschwommen.

Marx hatte Unrecht – oder:

Worauf es wirklich ankommt

Karl Marx wäre nicht glücklich darüber – trotzdem ist es meiner

Auffassung nach durchaus legitim, sich dem philosophischen

Denken hinzugeben, ohne ein Ziel vor Augen zu haben. In allen

26 Juni 2011

wissenschaftlichen Feldern entstehen zuweilen brillante Erkenntnisse

dadurch, dass jemand über das eigentlich Geforderte hinaus

denkt und im ziellosen geistigen Schweifen Dinge durchschaut,

mit denen er sich andernfalls niemals befasst hätte – ganz einfach

weil sie keinen Nutzen versprachen. Genauso ist es mit der

Philosophie. Im geistigen Versuch kann ich gefahrlos viele Interpretationen

durchprobieren, verschiedene Weltansichten auf

ihre Wahrheit überprüfen und mit allen Facetten ebenso des

Irrealen wie des Realen experimentieren. Durch diese Gedankenspiele

entwickle ich selbst mich weiter, ohne meine Umgebung

direkt zu beeinflussen. Wenn ich meine Erkenntnisse in die

Welt in mündlicher oder schriftlicher Form entlasse, dann können

auch meine Mitmenschen diese auf ihre für sie individuell

gültige Wahrheit prüfen und gegebenenfalls an ihnen wachsen

– wenn sie das wollen.

Lasse ich aber, wie es dem philosophischen Wesen entspricht,

meinen Überlegungen Taten folgen, dann beeinflusse ich damit

meine Umwelt, auch gegen ihren Willen.

Obwohl ich die Folgen einer Tat, wie bereits oben erklärt, niemals

in ihrer Gesamtheit abschätzen kann, so habe ich doch die

ethische Pflicht, genau über die Art meiner Handlung nachzudenken

und Vor- und Nachteile abzuwägen, bevor ich sie ausführe.

Tatendrang muss gelenkt werden. Wichtiger als die simple Umgestaltung

der Welt aus dem bloßen Wunsch der Veränderung

heraus ist die Überlegung, in welche Richtung und mit welchen

Mitteln eine Veränderung zu erfolgen hat und ob sie zum Besseren

führt.

Um es zu formulieren wie er:

Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert,

Karl Marx wollte die Welt nur verändern, es kommt aber darauf

an, wie sie verändert wird.

Sandra Tietscher, Humanistisches Gymnasium „Nikolaus Cusanus“ Bruneck

hg.bruneck@schule.suedtirol.it

Sandra Tietscher vom Humanistischen Gymnasium „Nikolaus

Cusanus“ in Bruneck beteiligte sich am Landeswettbewerb der

Philosophie-Olympiade 2011 und kam mit ihrem Essay zu dem

Marx-Zitat über die Notwendigkeit, die Welt zu verändern, nicht

zu interpretieren, auf Platz eins. Bei der regionalen Ausscheidung

in Trient erreichte sie in der Kategorie der deutschsprachigen

Schulen ebenfalls den ersten Platz und erhielt damit den Startplatz

für die nationale Runde in Rom.


Erfolgreiche junge Chemiker

Projekt „Faszination Chemie“ abgeschlossen

„Faszination Chemie“ ist ein Partnerschaftsprojekt zwischen

Oberschulen und Grundschulen. Die Schülerinnen und Schüler

der Grundschulen besuchen die Oberschulen in deren naturwissenschaftlichem

Labor und führen gemeinsam mit den

„Großen“ einfache Experimente aus der Chemie durch. Für

das Schuljahr 2010/2011 wurde das Vorhaben erfolgreich abgeschlossen.

Die Schülerinnen und Schüler der Grundschule erfahren bei

diesem Projekt, wie vielseitig und spannend Chemie sein kann.

Die Oberschülerinnen und -schüler schlüpfen in die Rolle einer

Lehrperson: Um die Versuche angemessen erklären zu können,

müssen sie selbst die chemischen Hintergründe der Experimente

erarbeiten und verstehen. Es werden dabei durchwegs nur

Haushaltsmaterialien verwendet, die vom Verein der Chemielehrer

Österreichs (VCÖ) zusammengestellt und vom Deutschen

Bildungsressort zur Verfügung gestellt wurden.

Eindrücke aus Ober- und Grundschulen

Wir haben Brillen und Handschuhe angehabt. Wir haben mit

Rüben geforscht und mit Windeln und mit Farben. Am besten

hat mir das bunte Feuer gefallen.

Felix, Grundschule Latzfons

Am Donnerstag, den 14. April, stellte die Klasse 4B einige interessante

Experimente für eine vierte Grundschulklasse aus Riffian

vor. Die Versuchsreihe beinhaltete 15 Stationen. Die Kinder waren

begeistert von der Vielseitigkeit der Chemie. Das Projekt

wurde von Frau Professor Piscitelli betreut.

Petra, Realgymnasium Meran

Am Donnerstag, 24. Februar, haben wir mit den Oberschülern

geforscht. Wir haben tolle Versuche gemacht. Am besten hat

mir das Experiment mit den Kreiden gefallen. Es war sehr, sehr

toll mit ihnen zu forschen. Wir haben eine Brille und Handschuhe

bekommen. Das war ein schöner Tag.

Sonja, Grundschule Latzfons

Am 18. März waren die Schüler der Volksschule Sand in Taufers

bei uns in der HOB Bruneck zu Besuch. Die Kinder waren bei

uns zu Gast, um einen kleinen Einblick in die Chemie zu erhalten.

Jedem Oberschüler wurden zwei Grundschüler zugeteilt. Die

Oberschüler hatten die Aufgabe, den Grundschülern die einfa-

chen chemischen Vorgänge möglichst verständlich zu erklären.

Gemeinsam und mit Hilfe der Kinder wurden die Vorbereitungen

für die (meistens) erfolgreichen Experimente getroffen. Die

Kinder beobachteten mit Erstaunen die Geschehnisse. Sie hatten

vorher noch keinen Kontakt zur Chemie und waren deshalb

auch von den doch sehr einfachen Versuchen begeistert. Für alle

war es ein abwechslungsreicher Vormittag.

Alexandra und Sophie, Handelsoberschule Bruneck

Das Coolste am Forschen war das mit der Windel. Wir haben

die Windel fest geschüttelt, dann haben wir die Windel aufgeschnitten

und das Pulver aus der Windel herausgetan. Die Windel

saugt das Wasser auf. Das war toll.

Andreas, Grundschule Latzfons

Und so geht es weiter

Da die Nachfrage vor allem der Grundschulen beim diesjährigen

Projekt so groß war, wird das Projekt nicht erst im übernächsten,

sondern bereits im nächsten Schuljahr 2011/2012 wiederholt.

Sind Lehrpersonen der Oberschule an einer Teilnahme interessiert,

so wenden sie sich an Alexandra Teutsch.

Nach dieser ersten Interessenbekundung erfolgt die eigentliche

Anmeldung im September 2011. Die interessierten Lehrpersonen

der Oberschule und die Lehrpersonen der Grundschule auf der

Warteliste erhalten eine schriftliche Einladung zur Teilnahme und

die Ausschreibung zum Projekt „Faszination Chemie 2011/2012“.

Alexandra Teutsch, Koordinatorin des Projektes „Faszination Chemie“,

Bereich Innovation und Beratung, Alexandra.Teutsch@schule.suedtirol.it

Zu Besuch im Chemielabor an der Handelsoberschule Bruneck

Juni 2011

27


Schule im Krankenhaus

1978 in Bozen erste Krankenhausschule Italiens eröffnet

Seit genau 33 Jahren gibt es die Krankenhausschulen in

Südtirol. Der Unterricht im Krankenhaus trägt dazu bei,

dass der Lernweg des Kindes nicht unterbrochen wird und

es weiterhin einen Bezug zum Alltag und zu seiner Schule

behält.

Es war das Jahr 1978, als in Bozen eine Pionierleistung vollbracht

wurde: Die erste Krankenhausschule Italiens wurde

eröffnet. Es folgten die Spitäler in Meran, Sterzing, Brixen,

Schlanders und Bruneck. Die größte Krankenhausschule ist

jene in Bozen mit 15 Lehrpersonen.

Die Krankenhausschulen sind kleine Einrichtungen, die vor

allem in den Abteilungen der Pädiatrie und Kinderchirurgie

untergebracht sind. Ihre Aufgabe ist es, langzeitkranke Kinder

im Unterricht zu fördern sowie die kognitiven Lücken jener

Kinder zu füllen, die nur für kurze Zeit eingeliefert sind.

Individuelle Betreuung jedes Kindes

Erziehung und Unterricht sind für kranke Schülerinnen und

Schüler besonders wichtig. Sie lernen, mit der Krankheit besser

umzugehen, und entwickeln einen stärkeren Willen zur

Genesung. Die Ziele, Inhalte und die Lernorganisation richten

sich nach den Bedürfnissen jedes einzelnen Kindes. Daraus

ergibt sich ein individuelles Lernprogramm für die Zeit des

Aufenthaltes im Krankenhaus. Um ein möglichst vollständiges

Bild über ein Kind oder einen Jugendlichen zu bekommen, ist

der Kontakt mit der Herkunftsschule unverzichtbar.

Zusammenarbeit mit Eltern und

Gesundheitspersonal

Die Krankenhaus-Lehrpersonen sind Grundschullehrerinnen

und -lehrer, die sich in Fortbildungen im In- und Ausland auf

ihre besondere Tätigkeit vorbereiten. Sie unterrichten Kinder

verschiedener Schulstufen und mit unterschiedlichen Krankheitsbildern

gemeinsam in einem Raum. Wichtig für ihre pädagogische

Arbeit ist daher ein hohes Maß an Flexibilität und

28 Juni 2011

Einfühlungsvermögen. Wie in den Regelschulen pflegen sie

den Kontakt zu den Eltern.

Auch die enge Zusammenarbeit mit dem Sanitätspersonal ist

eine Voraussetzung dafür, dass der Unterricht gelingt. In gemeinsamen

Gesprächen mit dem Ärzte- und Krankenpflegepersonal

informieren die Lehrpersonen darüber, was sie mit

den Kindern erarbeitet haben, und geben Hilfestellungen für

die weitere Behandlung. Sehr oft nehmen sie an den Treffen

mit den Psychologinnen und Psychologen teil und bringen ihre

Beobachtungen ein.

Unterricht für schwer kranke Kinder

Der Unterricht im Krankenhaus ist für schwer kranke Kinder

eine äußerst wichtige Begleitmaßnahme. Schwere Krankheiten

wie Krebs, Autoimmun- und Stoffwechselerkrankungen

ziehen eine sehr lange Behandlung nach sich und bedeuten

deshalb eine Isolation vom sozialen Umfeld der Schule und

Erziehung und Unterricht sind für kranke Schülerinnen und

Schüler besonders wichtig.


vom Freundeskreis. Die Kontinuität der schulischen Betreuung

auch während der Therapie hat sich für den Gesamtverlauf

der Krankheitszeit als sehr günstig erwiesen. Das Selbstwertgefühl

der Kinder wird gestärkt, da sie merken, dass sie

selbst in dieser Extremsituation etwas leisten können. Oberstes

Ziel, auf das alle – Kind, Krankenhaus, Schule und Eltern –

hinarbeiten, ist die Rückkehr in den Klassenverband und die

soziale und schulische Teilhabe. Die Reintegration lässt sich

dadurch erleichtern, dass sich die Kinder und Jugendlichen

in der Schule mit dem Thema Krankheit auseinandersetzen.

Kinder, mit denen man über die Krankheit spricht, entwickeln

ein Verständnis für die besondere Situation. Sie entwickeln

Toleranz und bauen Vorurteile gegenüber Kranken ab. Nicht

zuletzt wird ihnen ihre eigene Gesundheit bewusst, die sie

so stärker zu schätzen beginnen.

Erika Pompermaier, Koordinatorin der Südtiroler Krankenhausschulen

erika.pompermaier@asbz.it

Die Kontinuität der schulischen Betreuung auch während

des Aufenthaltes im Krankenhaus gewährleisten

Informationen

• Inspektorat für Grund- und Sekundarschulen

Ulrike.Pircher-Wegleiter@schule.suedtirol.it

Tel. 0471 417620/21

• Krankenhausschule Bozen – Pädiatrie

Lydia Pescollderungg

Primarin des Departements Pädiatrie und Kinderchirurgie am

Krankenhaus Bozen

Tel./Fax 0471 908112

Juni 2011

29


In die Tasche gesteckt

Handelsoberschule Brixen hat zweitbesten Businessplan

Den ausgezeichneten zweiten Platz beim österreichweiten

Bundesfinale des Businessplan-Wettbewerbs „next generation

vol. 5“ haben Schülerinnen der Handelsoberschule Brixen

mit ihrer Gruppe „Restyle“ am 13. Mai 2011 in Innsbruck erreicht.

Sie überzeugten mit der Geschäftsidee, Handtaschen

aus recyceltem Nylon zu fertigen, und erstellten dazu einen

Businessplan von der Fertigung bis zum Vertrieb.

Eine gute Geschäftsidee ist die Grundlage für unternehmerischen

Erfolg. Unternehmen, die ein neues Produkt oder eine

neue Dienstleistung auf den Markt bringen wollen, müssen

dies gut planen. Ein wichtiges Hilfsmittel dazu ist der Businessplan.

Er ist ein Instrument zur Planung und Kontrolle aller

Umsetzungsschritte einer Geschäftsidee.

Eine gute Geschäftsidee hatten auch die Schülerinnen der

Handelsoberschule Brixen, die mit ihrem Unternehmen »Restyle«

voll punkten konnten: Nach dem ersten Platz beim Gesamttiroler

Finale in Imst wurden sie in der Kategorie „Bester

Businessplan“ bundesweit Zweite. Ihr Produkt: schicke

Handtaschen aus Nylonresten, die sich fürs Einkaufen ebenso

eignen wie fürs Ausgehen. In puncto Umweltbewusstsein

30 Juni 2011

und Nachhaltigkeit stand ihr Produkt damit an der Spitze

der Rankings. Der Sieg des Bundeswettbewerbs ging an eine

Wiener Handelsakademie (HAK) mit einem Projekt zur mediterranen

Gastronomie.

Unternehmensalltag simulieren

Der Businessplan-Wettbewerb wird alljährlich von der Handelsakademie

Imst im Rahmen des Ausbildungsschwerpunktes „Entrepreneurship“

veranstaltet. Daran können sich auch Schulen

aus Südtirol beteiligen. Die teilnehmenden Übungsfirmen, Juniorfirmen

oder Projektgruppen der Handelsakademien, Handelsoberschulen

sowie Handelsschulen aus Tirol und Südtirol müssen

dabei alles simulieren, was einen Unternehmensalltag ausmacht.

So muss der Businessplan für ein Produkt oder eine Dienstleistung

erstellt werden, wobei auf eine möglichst reale und lückenlose

Darstellung von der Ideenfindung bis hin zur Realisierung zu

achten ist. Eine Herausforderung, die die Schülerinnen der HOB

Brixen in diesem Jahr bravourös gemeistert haben.

Thomas Summerer, INFO-Redaktion, Thomas.Summerer@schule.suedtirol.it

Überzeugten mit ihrer „Restyle“-Idee in Innsbruck: Das erfolgreiche Team der Handelsoberschule Brixen

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