Mit nachhaltigen Spielwaren auf Erfolgskurs - Spielwarenmesse ...

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Mit nachhaltigen Spielwaren auf Erfolgskurs - Spielwarenmesse ...

Mit nachhaltigen

Spielwaren auf

Erfolgskurs


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Herausforderung und Chance zugleich 3

Auftragsstudie der Spielwarenmesse eG

Toys go green – Nachhaltigkeit bei Spielwaren 4

Ökologische Nachhaltigkeit im Fokus

der Spielwarenindustrie

Nachhaltiges Spielzeug muss mehr können 13

Toys go green in Industrie und Handel

Hat Nachhaltigkeit eine Zukunft 15

Ausstellerübersicht

Teilnehmer von Toys go green 19

Herausforderung und

Chance zugleich

Liebe Leserinnen und Leser!

Das Thema Nachhaltigkeit genießt aktuell große Aufmerksamkeit sowohl

bei Unternehmen und Konsumenten als auch in den Medien. Umwelt be wusstes

sowie wirtschaftlich und sozial verantwortliches Verhalten der Unter nehmen

gewinnt an Bedeutung.

Auch in der Spielwarenbranche wird dieser Trend zunehmend spürbar.

Die Produkteigenschaft „Nachhaltigkeit“ stellt einen Mehrwert für Spielwarenkäufer

dar und beeinflusst deren Einstellungen und Kaufverhalten. Dies

stellt Hersteller und Handel vor neue Herausforderungen, eröffnet ihnen aber

auch vielfältige Chancen. So wird Nachhaltigkeit von Händlern zunehmend

auch bei der Sortimentsgestaltung berücksichtigt.

Auf den folgenden Seiten möchten wir Ihnen die wichtigsten Ergebnisse der

Verbraucher­ und Handelsstudie zum Thema Nachhaltigkeit bei Spielwaren

präsentieren. Wir hoffen, dass Ihnen die Erkenntnisse einen interessanten Überblick

über dieses relevante Thema vermitteln.

Herzlichst,

Ihre Nicole Koschate

Univ.-Professorin Dr. Nicole

Koschate ist Inhaberin des

GfK­Lehrstuhls für Marketing

Intelligence an der Friedrich­

Alexander­Universität Erlangen­

Nürnberg. Sie ist Sprecherin

des Instituts für Marketing und

Koordinatorin des Studiengangs

Master in Marketing.

Darüber hinaus ist sie Mitglied

im Board der Academic Trustees

of AiMark und Vizepräsidentin

des GfK­Nürnberg e.V.

Vorwort Toys go green

3


Bestellen Sie Ihre komplette

Studie unter:

www.spielwarenmesse.de/

toysgogreen

Weitere Informationen zu

grünen Spielwaren unter:

www.toysgogreen.de

Toys go green –

Nachhaltigkeit bei Spielwaren

Hintergrund und Methodik

Im Auftrag der Spielwarenmesse eG führte der GfK­Lehrstuhl für Marketing

Intelligence der Friedrich­Alexander­Universität Erlangen­Nürnberg unter der Leitung

von Prof. Dr. Nicole Koschate eine empirische Studie zum Kaufverhalten bei

nachhaltigen Spielwaren durch.

Im November 2010 wurden dazu deutschlandweit 450 Konsumenten persönlich in

drei Großstädten und unterschiedlichen kleineren Ortschaften befragt. Darüber

hinaus wurden 150 Händler, die Spielwaren in ihrem Sortiment führen, telefonisch

interviewt.

Die Studie stellt das Verständnis für Nachhaltigkeit, die damit assoziierten Merkmale,

das Einkaufs­ und Informationsverhalten sowie Einschätzungen zur künftigen

Entwicklung dieses Segments aus Konsumentensicht dar. Zudem werden die Erfahrungswerte

und das Orderverhalten von Spielwarenhändlern analysiert und den

Ergebnissen der Konsumenten be fragung gegenübergestellt.

4 Toys go green Auftragsstudie der Spielwarenmesse eG

Auftragsstudie der Spielwarenmesse eG Toys go green

5


Nachhaltigkeit bei Spielwaren

In den letzten Jahren wurden beeindruckende Ansätze

verwirklicht und vielfältige Spielsachen entwickelt, alle

mit einem gemeinsamen Ziel: Das Spielen für unsere

Kinder nachhaltiger, natürlicher und grüner zu gestalten.

Nachhaltigkeit ist für Konsumenten bei Spielwaren

ein wichtigeres Kaufkriterium als beispielsweise beim

Autokauf. Nur bei Lebensmitteln wird noch stärker auf

grüne Aspekte geachtet.

Haltbarkeit

Gesundheit

Schadstofffrei

Noch kein ganzheitliches Verständnis

Genauso vielfältig wie die Produkte selbst, ist die

Vorstellung, was Spielzeug nachhaltig macht.

So verbinden 54 % der Käufer natürliche und nachwachsende

Rohstoffe sowie ökologische Herstellungsprozesse

mit Nachhaltigkeit. 44 % schreiben

den Produkten Langlebigkeit zu und 21 % heben

den pädago gischen Spielwert hervor.

Ökologische Herstellung

Sozial verantwortlich

Langlebigkeit

Natürliche Materialien Faire Arbeitsbedingungen

Lerneffekt Nachwachsende Rohstoffe

Pädagogischer Wert

Sicherheit

Qualität

Für Konsumenten sind besonders das verwendete

Material, die umweltbewusste Herstellung und

eine recyclingfähige Verpackung Aspekte eines nach ­

haltigen Produkts. Das Herstellungsland kommt

sowohl für Konsumenten als auch für Händler auf

dem letzten Platz. Mit zunehmendem Alter der

Befragten gewinnt die Förderung des Nachhaltigkeitsgedankens

beim Kind an Bedeutung. Männer und

Käufer mit einem höheren Bildungsabschluss hingegen

achten weniger stark auf dieses Kriterium.

Hinsichtlich der unterschiedlichen Materialien er gibt

sich ein klares Bild: Für 89 % der Interview teilnehmer

ist Holz das am stärksten mit Nachhaltigkeit verbundene

Material, mit großem Abstand gefolgt von

Stoff/Baumwolle (22 %). Immerhin 13 % verbinden

Spielwaren aus Papier/Pappe und aus recyclebaren

Kunststoffen mit Nachhaltigkeit.

Ein wichtiges Kaufkriterium

Beim Spielwarenkauf zählen vor allem die Qualität,

das Spielkonzept und nachhaltige Aspekte.

Für Spielwarenhändler ist zudem der Einkaufspreis

ein übergeordnetes Kriterium für die Orderbereitschaft.

Auffällig ist, dass der Fachhandel ein stärkeres Interesse

an einem nachhaltigen Sortiment hat (4,23), als

Warenhäusern (3,64) oder Internetshops (3,70).

Was verbinden Konsumenten mit

nachhaltigen Spielwaren?

Material des Spielzeugs

Umweltbewusste Herstellung

Recyclingfähige Verpackung

Faire Arbeitsverhältnisse

Zertifikate/Gütesiegel

Nachhaltigkeit als Spielkonzept

Ursprungsland/Herkunft

Was ist beim Kauf von Spielwaren wichtig?

6 Toys go green Auftragsstudie der Spielwarenmesse eG

Auftragsstudie der Spielwarenmesse eG Toys go green

7

Produktqualität

Spielkonzept

Nachhaltigkeit

Zertifikate/Gütesiegel

Preis

Marke

Konsumenten

Händler

1 2 3 4 5

1 – trifft überhaupt nicht zu

5 – trifft völlig zu

1 2 3 4 5

1 – völlig unwichtig

5 – sehr wichtig

4,50

4,26

4,02

3,98

3,87

3,80

3,58

4,60

4,72

4,51

4,11

4,04

4,03

3,76

3,83

3,50

4,20

2,36

3,47


Nachhaltigkeit ist Vertrauenssache

Beim Kauf von nachhaltigen Spielwaren vertrauen

Konsumenten, insbesondere weibliche (3,96) oder

jene mit einem mittleren Schul­ oder Hauptschulabschluss,

auf Gütesiegel und Zertifikate. An zweiter

Stelle rangieren Berichterstattungen über den Hersteller

in den Medien. Für Frauen spielen die Angaben

des Herstellers selbst eine weitaus wichtigere Rolle

(3,46) als für Männer (2,99).

Die Beratung im Verkaufslokal wird als wenig vertrauenswürdig

eingestuft. Grund hierfür ist vermutlich

die Komplexität des Themas und die teils auch für

Händler undurchsichtigen Aspekte, zum Beispiel in der

Zulieferkette. Auf die direkte Beratung verlassen

sich die Befragten ab 60 Jahre eher als die 20­ bis

39­jährigen Konsumenten.

Händler vertrauen weniger auf Medienberichterstattungen

zu Herstellern. Sie setzen vor allem auf

transparente Herstellerinformationen und Partner, mit

denen sie durch eine langfristige Geschäftsbeziehung

verbunden sind.

Welchen Informationen schenken Konsumenten Vertrauen?

Gütesiegel/Zertifikate

Berichterstattung über den Hersteller in den Medien

Angaben des Herstellers

Herstellungsland

Marke

Beratung des Verkäufers

Transparenz der Herstellerinformationen zu Nachhaltigkeit

Langfristige Geschäftsbeziehungen zum Hersteller

Zertifikate/Gütesiegel

Markenname

Verbrauchertest

Nachhaltigkeit betonende Werbung an Endkonsumenten

Medienberichterstattung über den Hersteller

3,90

3,49

3,33

3,14

3,11

2,92

1 2 3 4 5

Welchen Informationen schenken Händler Vertrauen?

4,21

4,11

3,91

3,63

3,62

3,34

3,32

1 2 3 4 5

1 – trifft überhaupt nicht zu 5 – trifft völlig zu

Mehr als die Hälfte der Käufe ist nachhaltig

Die befragten Konsumenten gaben an, im letzten

Jahr durchschnittlich 5,3 Mal Spielwaren gekauft zu

haben – davon 2,7 Mal nachhaltige Produkte. In

den letzten 12 Monaten haben über 80 % der Konsumenten

nachhaltige Spielwaren erworben und

beabsichtigen, dies auch zukünftig zu tun.

Der hohe Anteil mag auf den ersten Blick überraschen,

lässt sich aber mit dem heterogenen Verständnis

von Nachhaltigkeit erklären.

Wo wird gekauft?

61 % der Befragten kaufen nachhaltige Spiel waren

vorwiegend im Fachhandel. Begründung hierfür ist das

Vertrauen in die kompetente Beratung (49 %) sowie

die große Auswahl (46 %). Warenhäuser und der

(Internet­)Versandhandel spielen mit 17 und 15 % eine

eher geringe Rolle.

Kaufabsicht der Konsumenten in den

nächsten 12 Monaten

Spielwaren allgemein

Nachhaltige Spielwaren

1 2 3 4 5

1 – sehr unwahrscheinlich

5 – sehr wahrscheinlich

Wo werden nachhaltige Spielwaren gekauft?

Fachhandel

Warenhäuser

Internet/Versandhandel

Verbraucher­/Drogeriemarkt

Sonstiges

8 Toys go green Auftragsstudie der Spielwarenmesse eG

Auftragsstudie der Spielwarenmesse eG Toys go green

9

4,38

3,83

61 %

17 %

15 %

6 %

1 %


Setzen Sie auf Empfehlungsmarketing

Empfehlungen von Dritten, also beispielsweise von

Freunden und Bekannten, sind für Konsumenten die

wichtigste Informationsquelle für nachhaltige Spielwaren

(63 %). Dahinter folgen klassische Internetseiten

(44 %) und die kompetente Beratung im Geschäft

(43 %). Internetforen, Blogs und Communitys spielen

mit 22 % eine eher unwichtige Rolle, werden aber von

Männern (32 %) stärker genutzt als von Frauen (18 %).

Der direkte Kontakt zum Hersteller ist für den Handel

wichtig. Deshalb informieren sich fast 90 % der

Händler auf Messen und 75 % mittels Herstellerinformationen.

Nachhaltige Spielwaren als Umsatzbringer

98 % der Händler führen nachhaltige Spielwaren im

Sortiment – 60 % davon bereits seit über 5 Jahren.

Auffallend ist, dass Händler mit einem Spielwarenjahresumsatz

von über 250.000 Euro grüne Spielwaren

bereits deutlich länger im Sortiment führen, als Händler

mit einem Umsatz bis 50.000 Euro. Sie bewerben

diese Produktgruppe auch deutlich häufiger (75 %),

wohingegen es bei Händlern mit einem Umsatz bis

50.000 Euro nur 25 % sind.

Wo informieren sich Konsumenten? *

Empfehlung von Dritten

Internet: klassische Webseiten

Beratung im Geschäft

Berichterstattung in Medien

Produktverpackung

Werbung

Foren, Blogs, Communitys

Sonstiges

Gar nicht

Wo informieren sich Händler? *

Messen

Herstellerinformation

Internet

Fachzeitschriften

Kundenkontakte

Seminare/Tagungen

Verbände

Sonstiges

* Mehrfachnennung möglich

63 %

44 %

43 %

27 %

27 %

23 %

22 %

9 %

8 %

89 %

75 %

61 %

55 %

51 %

17 %

15 %

9 %

Unterschätzte Zahlungsbereitschaft

65 % der Konsumenten sind – unabhängig vom

Einkommen – bereit, mindestens 10 % mehr für nachhaltige

Spielwaren zu bezahlen. 28 % sind sogar bereit,

einen um 15 % bis 20 % höheren Preis zu akzeptieren.

Diese Bereitschaft wird von Händlern unterschätzt:

Lediglich etwa 35 % der Händler glauben, dass ihre

Kunden einen Aufpreis von mindestens 10 % in Kauf

nähmen. Und knapp ein Drittel der Händler ist der

Meinung, dass Kunden nur 5 % bis 10 % mehr zu

zahlen bereit sind.

Zusätzlicher Beratungsbedarf?

Verglichen zu herkömmlichen Spielwaren haben Konsumenten

einen nur unmerklich höheren Beratungsbedarf

bei nachhaltigem Spielzeug. Zu diesem Schluss

kommen auch Händler, für die nachhaltige Spielwaren

von großer Bedeutung sind. Einzig Händler, bei denen

grüne Produkte nur wenig zum Jahresumsatz beitragen,

überschätzen den Bedarf.

Erfahrungswerte

Mehr als 60 % der Konsumenten berichten von positiven

Erfahrungen mit nachhaltigen Spielwaren

und zeigen eine dementsprechend gesteigerte Kaufabsicht

für die nähere Zukunft. Zudem sind diese Spielwarenkäufer

auch bereit, einen höheren Preis für grüne

Produkte zu bezahlen.

Zusätzliche Zahlungsbereitschaft der Konsumenten

10 Toys go green Auftragsstudie der Spielwarenmesse eG

Auftragsstudie der Spielwarenmesse eG Toys go green

11

35 %

30 %

25 %

20 %

15 %

10%

5 %

0 %

der Befragten

6 % 6 %

0 % > 0 bis

5 %

24 %

19 %

Einschätzung der Händler über die

Preisbereitschaft der Kunden

35 %

30 %

25 %

20 %

15 %

10%

5 %

0 %

der Befragten

10 %

23 %

0 % > 0 bis

5 %

28 %

17 %

> 5 bis > 10 bis > 15 bis > 20 %

10 % 15 % 20 %

32 %

19 %

10 %

6 %

> 5 bis > 10 bis > 15 bis > 20 %

10 % 15 % 20 %


Trend oder langfristiges Thema?

In den letzten drei Jahren konnte ein Nachfrageanstieg

bei nachhaltigen Spielwaren verzeichnet werden. Das

zeigte sich insbesondere im Fachhandel.

Die Konsumenten allerdings sind geteilter Meinung, ob

sich Nachhaltigkeit bei Spielwaren langfristig durchsetzen

wird: 39 % sind davon überzeugt, 33 % sind

sich nicht sicher und 28 % glauben nicht daran. Frauen

sind eher der Meinung, dass sich nachhaltige Spielwaren

langfristig durchsetzen werden, als Männer.

Mehr als die Hälfte der Händler dagegen geht davon

aus, dass die Nachfrage nach nachhaltigen Spielwaren

in Zukunft stark ansteigen wird und nur weniger als

3 % erwarten einen Rückgang der Nachfrage.

Erwartungen an Hersteller

Künftig wünschen sich 25 % der befragten Händler

einen weiteren Ausbau des Themas bei Herstellern.

Dazu zählt zum einen ein größeres Angebot nachhaltiger

Produkte inklusive der nötigen Forschung und

Entwicklung, zum anderen aber auch eine umfassendere

Kommunikation und Schulungsangebote für den

Handel. Zudem werden Transparenz und Ehrlichkeit

(20 %) von den Herstellern erwartet, um so auch das

Vertrauen der Kunden zu stärken. An dritter Stelle

rangiert mit 15 % der Wunsch nach fairen und sozial

verantwortlichen Arbeitsbedingungen bei der

Herstellung.

Haben Sie/Ihre Kunden einen höheren

Beratungsbedarf bei nachhaltigen Spielwaren?

Konsumenten

Glauben Sie als Konsument, dass sich nachhaltiges

Spielzeug langfristig durchsetzen wird?

3,08

3,30

1 2 3 4 5

1 – trifft überhaupt nicht zu 5 – trifft völlig zu

5 – trifft völlig zu

4 – trifft zu

3 – teils/teils

2 – trifft nicht zu

1 – trifft überhaupt nicht zu

15 %

24 %

33 %

21 %

Die Nachfrage nach nachhaltigen Spielwaren wird

aus Händlersicht in den nächsten 3 Jahren …

stark ansteigen

ansteigen

gleichbleiben

zurückgehen

stark zurückgehen

Händler

7 %

13 %

39 %

45 %

1 %

2 %

Nachhaltiges Spielzeug

muss mehr können

Die Spielwarenindustrie ist eine Branche, die stark im Fokus der Öffentlichkeit

steht. Zahlreiche Rückrufaktionen, darunter etwa Spielzeuge mit bleihaltigen

Farben, haben in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass Verbraucher bei

der Auswahl von Spielzeug genauer hinschauen. Den Käufern ist bewusst,

dass schadstoff belastetes Spielzeug Gefahren für das eigene Kind bergen kann

und dass bereits bei der Produktion Umweltbelastungen auftreten. So soll

das Spielzeug Spaß machen, Kreativität fördern und weder Gesundheit noch

Sicherheit beein trächtigen. Doch nachhaltiges Spielzeug muss mehr können.

Ökologisches Produkt – Wie erkennen?

Obwohl sich das Thema Nachhaltigkeit noch in der Findungsphase befindet,

gibt es Aspekte, die ein Spielzeug bereits heute als ökologisch wertvoll kennzeichnen.

Neben der Nutzungsphase eines Spielzeuges spielt die umweltschonende

Herstellung und Entsorgung des Produktes, beispielsweise durch den Einsatz

energie effizienter, Wasser sparender Technologien oder aufgrund der Recyclingfähigkeit,

eine wichtige Rolle. Ob Bauklötze, Spielautos oder Puppen aus

Holz, Kunststoff oder Textilien bestehen, ist für den Verbraucher noch einfach

festzu stellen. Ob die eingesetzten Stoffe jedoch aus effizienter Produktion

oder ökologischem Anbau stammen, ist in der Regel schwer ersichtlich.

Derzeit gibt es zwar kein Label für ökologisches Spielzeug, trotzdem gibt es

Indizien, die dem Verbraucher beim Kauf helfen zu erkennen, welche Spielwaren

in ihrer ökologischen Nachhaltigkeit höher zu bewerten sind als andere.

Dr. Bahar Cat-Krause

arbeitet bei der TÜV Rheinland

Group als Expertin für Carbon

Footprint und Ökobilanzie ­

rung. Sie unterstützt Hersteller,

Handelsunternehmen und

Markeninhaber bei Ihrer

Kommunikations­ und Marketingstrategie

zum

Thema ökologische Nachhaltigkeit.

Die TÜV Rheinland

Group unterstützt Toys go

green als offizieller Partner.

12 Toys go green Auftragsstudie der Spielwarenmesse eG

Ökologische Nachhaltigkeit im Fokus der Spielwarenindustrie Toys go green

13


Das FSC­ oder PEFC­Label auf einem Holz­ oder Papierprodukt ist beispielsweise

ein Indikator dafür, dass das Produkt aus verantwortungsvoller und regionaler

Waldwirtschaft stammt. Bei der Textilherstellung zählen Schadstoffzertifikate wie

TOXPROOF und Öko­Tex Standard 100, die strenge Grenzen im Gebrauch

schädlicher Substanzen definieren, zu den bekanntesten.

Auch die Nutzungsphase trägt ihren Teil zu der Bewertung eines „ökologisch

nachhaltigen“ Spielzeugs bei. So kann ein langlebiges Spielzeug in seiner

Lebensweg betrachtung die Umweltperformance verbessern.

Ökologische Nachhaltigkeit messbar machen

Das gestiegene Bewusstsein für den nachhaltigen Umgang mit der Umwelt hat

das Interesse an der Entwicklung von Methoden erhöht, die zum besseren

Verständnis und zur Berücksichtigung der Umweltwirkungen eines Produktes

dienen. Eine dafür entwickelte Methode ist zum Beispiel die Ökobilanz, die die

Umweltperformance des eigenen Produktes messbar macht. Der „Lebens ­

weg­Ansatz“ ermöglicht zum einen die Bewertung und Optimierung von Produkten

und Prozessen. Sie bildet aber auch die Basis für gezielte Kommunikationsmaßnahmen,

um Einfluss auf das Verhalten von Kunden und Verbrauchern zu nehmen.

Denn neben dem unternehmerischen Bewusstsein wird auch die Einbindung

der Verbraucher von zentraler Bedeutung sein, um im Umwelt­ und Klimaschutz

entscheidende Fortschritte zu erreichen. Unternehmen erkennen die Chancen,

die ein aktiver Umweltschutz für ihren Erfolg bietet. Ein Ansatz hierfür ist die

Kenntnis über die eigenen Emissionen sowie den Rohstoff­ und Materialverbrauch

über den gesamten Lebenszyklus des eigenen Produkts von der „Wiege bis zur

Bahre“.

Das Verantwortungsbewusstsein der Käufer bezieht sich nicht mehr nur auf die

Sicherheit von Babys und Kleinkindern im Umgang mit Spielzeug, sondern schließt

bereits heute die Nachhaltigkeit eines Produktes ein.

Hat Nachhaltigkeit

eine Zukunft?

Nachhaltig produzierte Spielwaren stehen zur Zeit noch nicht im Mittelpunkt

des Interesses bei den Käufern. Generell ist zwar in den letzten Jahren das

Verbraucherverhalten durch Themen wie Bio, Öko, Umweltschutz, Sozialverträglichkeit

und Nachhaltigkeit beeinflusst worden. Aber ein signifikantes Geschäft

für den Spielwarenmarkt hat sich daraus bisher noch nicht entwickeln lassen.

Ein Blick auf eine andere Branche – die Lebensmittelindustrie – zeigt mögliche

Gründe dafür: Hier ist das Interesse der Verbraucher an Bioprodukten zwar

seit Jahren riesengroß (zeitweise über 80 %), aber ihr tatsächlicher Marktanteil

stagniert seit langem um die 3 %. Das höhere Preisniveau allein ist nicht dafür

verantwortlich, es ist die Frage nach dem Nutzen. Bleibt man durch Bio trotz

Biosiegel wirklich gesund, lebt man dadurch nachweislich länger? Mittlerweile

ist die Masse der Verbraucher davon nicht mehr so überzeugt, weil der Nutzen

nicht wirklich nachprüfbar ist.

Beim Thema Nachhaltigkeit sieht die Entwicklung in der Lebensmittelbranche

mittlerweile deutlich positiver aus. Es ist ein richtiger Trend auch umsatzmäßig zu

verzeichnen. Das gilt zum Beispiel bei Produkten (keine Bioprodukte), die aus

der Region kommen, daher nur kurze Transportwege haben und dadurch die

Umwelt weniger belasten. Dieser positive Effekt ist logisch und nachprüfbar, vor

allem aber kostet er die Verbraucher nicht mehr Geld. Und wenn eine große

Discountkette ihre Marktdächer zur solaren Energiegewinnung nutzt, ist das in

den Augen der Verbraucher sichtbar nachhaltiges und sparsames Verhalten, was

wiederum dem Image der Discountmarke nutzt.

Hans-Jürgen Resas

ist Gründer und geschäftsführender

Gesellschafter

von Resas Communication &

Design. Er betreut führende

Markenartikelunternehmen aus

den Bereichen Lebens mittel,

Konsumgüter und Handel.

Bekannt ist er zudem als internationaler

Trend­Scout.

14 Toys go green Ökologische Nachhaltigkeit im Fokus der Spielwarenindustrie

Toys go green in Industrie und Handel Toys go green

15


Was bedeutet das für den Spielwarenmarkt?

Einen großen Vorteil kann die Industrie ziehen. Zum einen bedeutet Nachhaltigkeit

in der Produktion und Logistik einen echten Kostenvorteil, da mit Ressourcen

wie Rohstoffen und Energie sparsamer und effizienter umgegangen wird und dies

bei erhöhtem Sicherheitsstandard, da zum Beispiel die Beschaffungsquellen in

meist näheren und damit besser zu überprüfenden Regionen liegen. Wichtig für

die Hersteller und den Markt ist, den Verbrauchern die positiven Auswirkungen auf

die Umwelt zu verdeutlichen und ihnen damit Gelegenheit zu geben, durch den

Kauf eines nachhaltig erzeugten Produkts einen aktiven Beitrag zu einer besseren

Welt zu leisten. Dieses Ver mitteln des „guten Gefühls“ ist marketingtechnisch für

die Marken extrem wertvoll, zeigt es doch auch die gesellschaftliche Verantwortung,

die in einer Marke stecken kann. Allerdings müssen diese Vorteile medial und

auf der Verpackung optimal heraus gestellt werden. Entscheidend aber ist für die

Zukunft, dass die Nachhaltigkeit für den Handel und Verbraucher objektiv nachprüfbar

ist und sich idealer Weise durch ein Siegel dokumentieren lässt.

Was bedeutet diese Entwicklung für den Handel?

Er muss die Spielwaren, die einen nachhaltigen Vorteil auf ihren Verpackungen

oder in der Werbung kommunizieren, attraktiver herausstellen. Dies schafft zwar

noch keine zusätzliche Nachfrage, gibt den Verbrauchern aber eine wichtige

Kaufbestätigung. Ideal wäre es, er könnte in seinen Geschäften regelrechte Nachhaltigkeitssortimente

zusammenstellen, unterteilt nach den Kriterien „mit nachhaltigen

Komponenten“ oder „ganzheitlich nachhaltig“. Die größte Chance bietet

sich aber den großen Einkaufsorganisationen des Spielwarenhandels. Sie könnten

Eigenmarken­Sortimente, die dann konsequent auf Nachhaltigkeit ausgerichtet

sind, entwickeln und produzieren lassen. Sie würden dem Fachhandel damit ein

echtes Alleinstellungsmerkmal und einen wertvollen Imagegewinn verschaffen.

Und Nachhaltigkeitskompetenz bindet nicht nur die bestehenden Kunden, sondern

holt auch eine neue Kategorie zahlungskräftiger und umweltbewusster Kunden

in die Fachgeschäfte, die sonst in das Internetgeschäft abwandern.

Doch bei allem Geschäft ist nicht zu vergessen: Alle Beteiligten im Spielwarenmarkt

können wirklich zu einer besseren Umwelt beitragen. Also, let toys go green.

16 Toys go green Toys go green in Industrie und Handel

Toys go green in Industrie und Handel Toys go green

17


Teilnehmer von Toys go green

A.R.N. H10.0/H­01

A.W. Faber­Castell Vertrieb GmbH H9/D­20

AKTO­La Financière de Saxe H5/A­33

Hersteller: 4M Industrial Developement

Limited; Vertrieb PT: BE­A­BA Lda.

18 Toys go green Ausstellerübersicht

Ausstellerübersicht Toys go green

19

H11.1/NEC19

Becks Plastilin H9/D­01

Bex Sports AB H7/F­20

BIOVIVA Editions H10.0/F­17

Bruder Spielwaren GmbH & Co. KG H4/E­10

Buki France H10.1/A­03

CALAFANT MS Importhandel und

Agentur Michael Strassberger

H3/F­03

Classic Interntional Co., Ltd H11.1/C­03

Collecta International Ltd. H5/A­50

Cornpack GmbH & Co. KG H4/F­39

cuboro AG H3/C­01

DANTOY A/S H7/A­21

Dickie Spielzeug GmbH & Co. KG H6/B­02, C­01

Disegno GmbH H3/C­26

DUSYMA Kindergartenbedarf GmbH H3/C­51

Ecowoods BO H3/B­29

Engino.Net Ltd. H4/B­02

fischertechnik GmbH H4/E­09, F­10

Franckh­Kosmos Verlags­GmbH & Co. KG H10.0/G­02

Gollnest & Kiesel KG H3/A­14

gommini – Jette Loeper + Jochen Gaukel H3/C­64a

Green Toys Inc H12.0/B­06­05

Habermaaß GmbH HABA H2/D­03, E­04

HaPe International (Ningbo) Ltd. H3/D­03, E­04

HAPPY BVBA H4/F­51

Hersteller: 4M Industrial Developement Limited;

Vertrieb DE, AT, CH: HCM Kinzel GmbH H10.0/I­09

Horizon Fuel Cell Technologies H11.1/C­34

Imaginell Ltd. H4/B­97

INTECON H3/B­67

intellego holzspiele H10.0/C­11

JAMARA e.K., Inh. Erich Natterer H7A/B­129

JANOD/Juratoys S.A.S H2/A­16

Kinderleicht Wissen Verlag GmbH & Co. KG H10.0/D­08

Kingdom Toys & Gifts Co., Ltd. H11.1/A­31

KK Produktions­ & Vertriebs GmbH H2/B­07, C­06

Lotes Toys GmbH H1/A­33

makedo H4/A­12

Merchant Ambassador (Holding) Ltd. H10.0/H­08

moses. Verlag GmbH H10.0/J­05

NICI GmbH H1/C­03

Plan Creations Co., Ltd. H3/A­24

Praunheimer Werkstätten gGmbH H3/A­13

Ryma Enterprises Pty Ltd. (Tin Lid Design) H3/C­42

Selecta Spielzeug AG H3/C­23

SHOK ID H2/D­12

Silverlit Toys Manufactory Ltd. H6/C­11, B­12

Simba Toys GmbH & Co. KG H6/B­02, C­01

Sol­Expert­Group H7/F­43

STABILO International GmbH H9/D­07

Tac Verlag H10.0/G­10

Tick Tock Trading Ltd. H11.1/NEC42

Totseat Ltd. H1/F­33

VARIS Toys SIA H3/B­51

Volker Senger Tierpuppen H1/F­03

Wissner GmbH H4/A­02

Wonderworld Products Co., Ltd. H3/C­13


Münchener Straße 330 · 90471 Nürnberg · Deutschland · www.spielwarenmesse.de

Gestaltung: Guppy Designerschwarm, Fotografie: Jan von Holleben

Druck und Produktion: LokayDRUCK, umwelttfreundlich gedruckt mit Druckfarben aus

nachwachsenden Rohstoffen und Papier aus vorbildlicher FSC­Forstwirtschaft

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