6. Jahrgang Juni 2011 - Spix eV

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6. Jahrgang Juni 2011 - Spix eV

Das Betreute Wohnen in Familien ist keine Alternative

zum Ambulant Betreuten Wohnen. Menschen mit einem

Handicap, die mit ambulanter Unterstützung in ihrer

eigenen Wohnung leben können, werden sich in der

Regel für die eigene Wohnung entscheiden. Betreutes

Wohnen in Familien ist eine Alternative zum Leben in

einem Heim. Dabei werden Personen, die wegen einer

Krankheit oder Behinderung einen hohen Hilfebedarf

haben, durch einen Fachdienst in eine passende Gastfamilie

vermittelt. Der Fachdienst betreut sie langfristig

weiter wie ein Fachdienst des Betreuten Wohnens.

Auch die Familie wird von diesem Dienst unterstützt

und zugleich kontrolliert.

Das Betreute Wohnen in Familien bietet Menschen mit

einem stärkeren Handicap ein Leben in einer normalen

Wohnung, eine Lebensgemeinschaft mit nichtbehinder-

Inhaltsverzeichnis

Betreutes Wohnen in Familien S. 1- 4

Abschied Barbara Telgen S. 5

Maßnahme zur beruflichen Eingliederung

/Psychisch Kranke bei Spix S. 6

Angebote/Gruppenangebote S. 7-8

Angehörigengruppe/

Welttag seelische Gesundheit S. 9

Kontaktdaten S. 10

Job-Coaching/

Selbsthilfegruppe Spielsucht S. 11

Erfahrungsbericht betriebsintegrierter

Arbeitsplatz S. 12

Reisebericht Wien/

Kleinanzeigenmarkt S. 13

Vorstellung BeWo-Kollegen S. 14

Erfahrung Dart-Stammtisch/

Selbsthilfegruppe Antistigma S. 15

Abschied Ehrenamtliche S. 16

6. Jahrgang Juni 2011

ten Menschen und mit einer Versorgungsintensität wie

in einem Wohnheim. Auf diese Weise können psychisch

kranke, geistig behinderte oder hilfebedürftige

alte Menschen außerhalb eines Heimes in Beziehungen

leben, die mit den Beziehungen zu professionellen

Helfern nicht vergleichbar sind. Familien bieten Alltag

und damit Normalität, Integration in Nachbarschaft und

weitere soziale Kontakte. Das Zusammenleben kann

sowohl eine dauerhafte Lebensform sein als auch eine

begrenzte Zeit der Rehabilitation und Verselbständigung,

bis ein Leben mit weniger Unterstützung möglich

ist.

Kostenlose Informationsschrift für Klient/innen und ihre Angehörigen, Mitarbeiter/innen und Freunde von Spix

einzusehen auch unter www.spix-ev.de


Der Fall Günter Kirschke

Günter Kirschke wird 1929 in Magdeburg geboren.

Seine Eltern sterben früh und er wächst bei Pflegeeltern

auf. Kriegsunruhen zerreißen die Kontakte zu ihnen

und seinen Geschwistern. Über verschiedene

Flüchtlingslager verschlägt es ihn schließlich nach

Xanten am Niederrhein. Dort arbeitet er zunächst viele

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Jahre gegen Unterkunft bei einem Bauern und später

gegen geringen Lohn als Botengänger und Müllaufsammler

des örtlichen Altersheimes. Dessen Mitarbeiter

sorgen dafür, dass er sich ausreichend ernährt und

kleidet.

In den 60er-Jahren wird Herr Kirschke psychisch

krank. Er fühlt sich verfolgt und bedroht, hört Stimmen,

die es nicht gibt, verzweifelt deswegen oft und versucht

wiederholt, sich durch Aufschneiden der Pulsadern

das Leben zu nehmen. Weitere Suizidversuche

durch Erhängen und Sprung aus dem Fenster führen

zu einer bleibenden Gesichtsdeformation und Gehbehinderung.

In diesen Jahren fehlt in Deutschland vielerorts eine

gemeindepsychiatrische Infrastruktur. Große psychiatrische

Anstalten sind für eine umfassende und überregionale

Versorgung psychisch kranker Menschen zuständig:

für die Behandlung und Pflege, für beschütztes

Wohnen und Arbeiten. Herr Kirschke kommt anfangs

einige Male nur zur Akutbehandlung in die Landesklinik

Bedburg-Hau. Ab 1973 wird er dort dauerhaft

untergebracht.

Als sogenannter Langzeitpatient lebt er auf einer geschlossenen

Krankenstation, isst mit 39 anderen

Kranken im Tagessraum, schläft in einem Schlafsaal

und verwahrt seine privaten Dinge in seinem Nachttisch

und einem kleinen Spind. Einen eigenen Briefkasten

gibt es ebenso wenig wie eine eigene Haarbürste

oder private Unterwäsche. Beruflich ist er

Hausarbeiter einer Akutstation, wo er sieben Tage die

Woche von früh bis spät als Mädchen für alles im Einsatz

ist. Mit seiner unermüdlichen Hausarbeit gelingt

es ihm, soziale Integration und Anerkennung zu erhalten,

die ihm so wichtig sind. Er will die Klinik daher

auch nicht mehr verlassen.

In den 90er-Jahren beginnt auch in Bedburg-Hau die

Enthospitalisierung, die Verlagerung chronisch kranker

Menschen aus den Kliniken in Heime – aus humanitären

Gründen, aber auch zur Einsparung von Kosten.

Wohnheime werden gebaut und die alte Betreuungsform

Betreutes Wohnen in Familien wiederbelebt,

zu der Zeit noch Familienpflege genannt.

Nur mit dem Versprechen, jederzeit zurückkehren zu

dürfen, lässt auch Günter Kirschke sich 1992 auf das

Wagnis Familienpflege ein. Mit gut 60 Jahren landet er

bei einem nur wenig älteren Ehepaar – dicken gemütlichen

Niederrheinern, die im Sommer einen Eisstand,

im übrigen Jahr eine Fischbude betreiben und in deren

Ehe ein sehnlicher Kinderwunsch unerfüllt geblieben

ist. Günter Kirschke , als ungeliebtes Pflegekind

aufgewachsen und sozial entwurzelt, findet bei dieser

Gastfamilie, was er sein Leben lang entbehrt hat: Teil

einer sozialen Gemeinschaft zu sein, in der er nicht

nur Anerkennung für Arbeitsleistung erhält, sondern

Liebe, die seiner Person gilt. »Hast du gut geschlafen,

Günter?« »Kommst du nachher mit zum Markt?«

»Möchtest du heute Abend wieder Frikadellchen auf´s


Brot, oder sollen wir lieber Reibekuchen machen?»

Günter lebt »wie die Made im Speck«, ist Partner und

Hätschelkind seiner Gasteltern und zeigt keinerlei psychiatrische

Symptome mehr – außer tiefsitzenden, nur

schwer zu zerstreuenden Ängsten bei Besuchen des

Familienpflege-Teams, dass man ihn da wieder wegholen

könnte. Als er 2008 stirbt, wird er im Familiengrab

beigesetzt, Verwandte und Nachbarn der Gastfamilie

sind dabei.

Entwicklung und Verbreitung

Betreutes Wohnen in Familien ist die älteste Form einer

organisierten Betreuung von psychisch kranken

und geistig behinderten Menschen. Sie entstand im

Mittelalter im belgischen Ort Gheel, wo nach einer Legende

die dort verehrte heilige Dymphna Heilung für

seelisch kranke Menschen versprach. Mitte des 19.

Jahrhunderts verbreitete sich die Unterbringung psychisch

kranker Menschen in Gastfamilien in verschiedenen

Ländern Europas, in Deutschland unter dem

Namen Familienpflege. In den 1930er-Jahren lebten in

Deutschland über 5.000 Familienpfleglinge. Sie wurden

im Rahmen der Euthanasiemorde der Nazizeit

zunächst in psychiatrische Anstalten zurückgeholt,

viele von ihnen anschließend in Tötungsanstalten verbracht

und dort mit verschiedenen grausamen Methoden

ermordet.

In Deutschland wurde das Betreute Wohnen in Familien

erst in den 1980er-Jahren wiederbelebt. Seit 1985

gibt es einen jährlichen deutschsprachigen Kongress

und seit 1997 einen bundesweit tätigen Fachausschuss,

der diese Kongresse vorbereitet, Qualitätsstandards

entwickelt, eine Website pflegt (www.bwfinfo.de)

und neue BWF-Teams unterstützt. Durch

Konsensbildung im Fachausschuss erfolgte 2005 die

Umbenennung der Familienpflege in Betreutes Wohnen

in Familien.

Zu allen Zeiten gab es Kritiker, die auf eine mögliche

Überforderung und unzureichende Versorgung durch

Laien hingewiesen haben, während Anhänger dieser

Betreuungsform die gemeindeintegrierenden Chancen

betonten, teilweise auch mit den Einsparmöglichkeiten

gegenüber stationären Hilfen argumentierten. Der Initiative

und Geduld der Verfechter des Betreuten Wohnens

in Familien ist es zu verdanken, dass sich diese

Form in Deutschland seit Jahren kontinuierlich ausbreitet.

Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und

Nordrhein-Westfalen haben bereits eine flächendeckende

Versorgung erreicht, in anderen Bundesländern

gibt es einzelne Standorte. Auch in England und

Italien wächst Betreutes Wohnen in Familien derzeit,

während es in der Schweiz und Österreich seit Jahrzehnten

stagniert und in den Niederlanden weitgehend

ausgestorben ist. Auch in den beiden Ländern

mit den traditionell höchsten Klientenzahlen im Verhältnis

zur Gesamtbevölkerung, Frankreich und Belgien,

gehen die Vermittlungen seit Jahren zurück.

Im Laufe der Jahrhunderte hat sich das Betreute Wohnen

in Familien grundlegend verändert: von früher

überwiegend betreuenden Mehrgenerationen-Familien

mit patriarchalischer Struktur und Kranken in der Rolle

eines Knechtes, dessen Arbeitskraft gebraucht wurde,

zu Formen des Zusammenlebens, die von Scheidung,

erneuter Partnerschaft, Berufstätigkeit beider Partner

und Zusammenleben von höchstens zwei Generationen

geprägt sind. Kranke nehmen heute oft eine klassische

Rolle als Familienmitglied ein – ersetzen beispielsweise

in Teilbereichen den verlorenen Partner,

leben als Oma im Haus oder werden von der Hausfrau,

deren Kinder das Haus verlassen haben, mit

ähnlicher Fürsorge behandelt. Die Erfahrung zeigt,

dass auch heutige Familien und alleinstehende Menschen

in der Lage sind, einen chronisch seelisch kranken

oder geistig behinderten Menschen in ihrem

Haushalt aufzunehmen und zu betreuen.

Chancen und Risiken

Bei den meisten Menschen mit einer seelischen oder

geistigen Behinderung betrifft das Handicap vor allem

den zwischenmenschlichen Bereich. Die Fähigkeit eine

Partnerschaft, eine Familie zu gründen oder enge

und stabile Beziehungen zu Freunden zu unterhalten

ist häufig stark eingeschränkt. Professionelle Betreuungsbeziehungen

ersetzen dann die sozialen Kontakte.

Durch die beruflichen Wechsel der Fachkräfte erleiden

daher Menschen mit einer stärkeren Behinderung

im Laufe ihres Lebens zahlreiche Beziehungsabbrüche.

Außerdem sind professionelle Betreuungsbeziehungen

asymmetrisch, das Handicap steht im Mit-

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telpunkt: der eine ist im Dienst, der andere empfängt

Hilfe.

Im Gegensatz dazu schafft das Betreute Wohnen in

Familien eine Beziehung mit umfassender Begleitung

eines behinderten Menschen, über Dienstzeiten und

erlerntes Berufsfeld hinaus. Die Hauptlast der

Betreuung tragen Bürger, die keine Fachkenntnisse

und entsprechend professionelle Haltung haben. Zwischen

Gastgeber und Gast entsteht eine Interessengemeinschaft

und partnerschaftliche Beziehung, mit

gegenseitigem Geben und Nehmen. Hier ist weniger

wichtig ob der Kranke Stimmen hört, sondern ob er

Kartoffeln schälen kann. In der Selbst- und Fremdwahrnehmung

erscheint die Vermittlung eher als Erweiterung

einer schon ansässigen Familie. Dieses

neue Mitglied wird in die bestehenden Freundschafts-,

Nachbarschafts- und Verwandtenkontakte

der Familie einbezogen.

Ein weiterer Unterschied zwischen dem Betreuten

Wohnen in Familien und anderen Betreuungsangeboten

liegt in der Stabilität der Betreuungsbeziehung

und der Einzigartigkeit der Betreuungskultur. Familiäre

Lebensgemeinschaften sind auf Dauer angelegt.

Jede Familie hat eine spürbar andere Wohnatmosphäre,

ihre eigenen Tagesabläufe, Umgangsformen

und Erwartungen an ihre Mitglieder. Darin liegt eine

Begrenzung – man kann nicht einfach ein freies Bett

belegen – aber vor allem eine besondere Chance. Je

besser ein Fachteam jene Kunst beherrscht, die auch

von guten Eheinstituten erwartet wird – eine zutreffende

Einschätzung von Persönlichkeit, Umgangsformen,

offenen und versteckten Erwartungen an die

geplante Beziehung –, desto eher lassen sich individuell

passende Lebensnischen für Menschen mit einem

Handicap finden.

Das Betreute Wohnen in Familien hat Vorteile gegenüber

anderen Hilfearten, aber auch spezifische Risiken

der Betreuungsqualität. Das BWF-Team hat daher

auch eine die Betreuungsqualität sichernde

Funktion.

Die Vorteile im Überblick:

• Heime werden von der Bevölkerung wie von

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den Bewohnern als Behinderteneinrichtung

wahrgenommen, Familien mit einem behinderten

Mitglied nicht. Dadurch tritt das Handicap in

den Hintergrund und ein weitgehend normales

Leben in der Gemeinde ist möglich: eine Inklusion,

die eine Institution nicht bieten kann.

• Der Anreiz zur Weiterentwicklung von Fähigkeiten

ist im Zusammenleben mit Gesunden oft

deutlich stärker als in einer Gemeinschaft mit

anderen kranken oder behinderten Menschen.

Deshalb sind die Rehabilitationschancen im

Betreuten Wohnen in Familien in der Regel größer

als in einem Wohnheim. Vor allem bei jüngeren

Menschen lässt sich diese Form daher

gut zur Verselbständigung und Vorbereitung

auf ein Leben in eigener Wohnung nutzen.

• Menschen, die gerne in einer Familie leben

möchten, aufgrund ihrer Behinderung aber keine

stabilen Beziehungen aufbauen können, finden

durch das Betreute Wohnen in Familien

soziale und emotionale Integration in eine bestehende

Lebensgemeinschaft. Anders als in

der eigenen Herkunftsfamilie, in der behinderte

Menschen fast immer in der Kind-Rolle bleiben,

ist dies auf partnerschaftliche Weise möglich.

• Bei sorgfältiger Vermittlung kann eine sehr individuelle,

den Wünschen und Rehabilitationserfordernissen

entsprechende Familienintegration

gelingen, ein ganz persönlicher Platz im Leben

geschaffen werden. Es gibt daher auch kaum

ungeeignete Bewohner oder Gastfamilien. Es

kommt darauf an, eine passende Beziehung zu

finden.

Viele behinderte Menschen sind in ihrem Durchsetzungsvermögen

gegenüber Nichtbehinderten unterlegen.

Im Betreuten Wohnen in Familien befinden sie

sich darüber hinaus in einem Abhängigkeitsverhältnis,

das der Situation von Kindern vergleichbar ist.

Deshalb ist es wichtig, dass die professionelle Begleitung

ihre Aufgabe auch darin sieht, eine Kontrollfunktion

auszuüben, um das bestehende Machtgefälle

auszugleichen. Es gilt vor allem folgende mögliche

Fehlentwicklungen im Auge zu behalten:


• Überversorgung oder Bevormundung, unzureichende

Förderung der Eigenständigkeit. Auch

die emotionale Bindung an die Gastfamilie kann

einer Verselbständigung im Weg stehen. Hier ist

der Fachdienst gefordert, Impulse zur Weiterentwicklung

zu geben bzw. die Familie dazu anzuleiten.

• Eine lieblose Beziehung mit wenig Respekt und

Familienintegration, eine Beherbergung vorwiegend

wegen des finanziellen Vorteils. Eine unzureichende

Versorgung oder Ausbeutung als Arbeitskraft

können dann hinzukommen.

• Eine – oft erst nach Jahren eintretende – Überforderung

der Gastfamilie mit der Betreuung.

Häufige oder ungerecht wirkende Beschwerden

oder ein barscher Umgangston können Frühwarnzeichen

sein.

Barbara Telgen hat

Spix zum 31.5. verlassen,

um bei einem befreundeten

Träger, den

Caritas Wohn- und

Werkstätten Niederrhein,

neue Aufgaben

zu übernehmen. Wir

verdanken ihr den Aufbau

eines auf Spix zugeschnittenenControlling

und des Betreuten

Wohnens in Familien.

Viel Glück zur neuen

Herausforderung, Barbara!

Aufgabe des BWF-Teams ist es, die Vorteile zu fördern

und Probleme frühzeitig anzusprechen. Bei Bedarf

müssen verbindliche schriftliche Absprachen getroffen

und auch kontrolliert werden.

Bei der Verbreitung von Betreutem Wohnen in Familien

sind die Konkurrenz zu Heimen und die Gewinnung

von Gastfamilien begrenzende Faktoren. Je mehr diese

Form zu einer anerkannten gesellschaftlichen Aufgabe

wird, desto leichter werden Vermittlungen gelingen.

Betreutes Wohnen in Familien kann dazu beitragen,

dass die Sorge für alte und behinderte Menschen

wieder mehr von Bürgern geleistet wird und in normalen

Lebensgemeinschaften stattfindet.

Für den Fachbereich

Verwaltung, Controlling

und Projektmanagement

wird eine betriebswirtschaftliche

Fachkraft gesucht.

Die Leitung des

Betreuten Wohnens in

Familien hat nun Achim

Gurke, der seinen Dienst

bei Spix am 1.5. begonnen

hat. Er ist Fachkrankenpfleger

für Psychiatrie

mit langjähriger Leitungserfahrung

und hat das

„Herz auf dem richtigen

Fleck.“ Herzlich willkommen,

Achim!

Jo Becker

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Maßnahme zur beruflichen Eingliederung

schwerbehinderter Menschen.

„Der Weg in Hartz IV ist kurz und kommt für viele

ALG I-Bezieher schneller als gedacht. Schon nach

einem Jahr droht der Übergang von der Versicherungsleistung

in das Fürsorgesystem. Das bedeutet

häufig: Sparguthaben aufbrauchen, preiswertere

Wohnung suchen, Abhängigkeit von Unterhaltsverpflichteten

und Annahme jeder zumutbaren Arbeit.

Ein harter Einschnitt für jeden der davon betroffen

ist, ein noch größerer Einschnitt für Menschen mit

Schwerbehinderung.“

In Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit als

Kostenträger, bietet Spix ab dem 01.05.2011eine

Maßnahme zur beruflichen Eingliederung schwerbehinderter

Menschen, die sich im ALG I – Bezug befinden,

an. Ziel der Maßnahme ist es, die TeilnehmerInnen,

begleitend und unterstützend, in eine sozialversicherungspflichtige

Beschäftigung zu vermitteln.

Maßnahmeziel: Die bei den TeilnehmerInnen vor-

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handenen Qualifikationen

sollen eingesetzt werden,

um einen passgenauen

Arbeitsplatz, der gerade

unter Berücksichtigung

der Schwerbehinderung

zu betrachten ist, zu akquirieren.

Die TeilnehmerInnen

werden gezielt

durch Fachkräfte von

Spix, im Rahmen von Präsenszeiten,

betreut, geschult

und gefördert.

Die Maßnahme endet zum 31.12.2012 und in dieser

Zeit werden 38 TeilnehmerInnen durch die Agentur

für Arbeit zugewiesen.

Die Maßnahme wird auf der Augustastraße 12, in

Räumen direkt neben dem Integrationsfachdienst,

durchgeführt.. Ab dem 01.05.2011 hat Marco Fußy

mit der Vermittlungstätigkeit begonnen

Ralf Hahn

Von allen psychisch Kranken ist die Lage der chronisch

Kranken am schwierigsten weil kaum eine

Aussicht auf Heilung besteht. Auf Grund dessen,

das sie Zeitrente, lebenslänglich Rente oder Grundsicherung

beziehen ist ihre Lage materiell schwierig.

Hinzu kommen Stigmatisierungs- und Marginalisierungserfahrungen.

Diese Erfahrungen sind die folgende: Da sie in Tagesstätten,

behinderten Werkstätten bei Spix arbeiten,

oder zu Hause arbeitslos herumsitzen sind sie

stigmatisiert. In ihrer Leistungsfähigkeit sind sie physisch

und psychisch eingeschränkt, und ein Vergleich

mit gesunden Menschen fällt negativ aus. Da

sie meistens am Existenzminimum leben, fällt auch

ein Vergleich mit Normalverdienern negativ aus. Bei

der Lebenspartnerwahl treten gravierende Probleme

aus, wer will schon einen kranken Partner haben.

So das sie meistens allein leben.

Bei all diesen Problemen hilft ihnen Spix mit Beratung

und Betreuung Durch die Unterstützung von

Spix kann die Lebensqualität verbessert werden.

Spix wurde dazu eingerichtet den psychisch Kranken

das Leben so erträglich und „normal“ wie möglich

zu gestalten.

Heinrich Scholten


SPZ - Sozialpsychiatrisches Zentrum

Kaiserring 16

46483 Wesel

Tel: 0281/1633316

(Teilnahme nach Vorgespräch)

Angehörigengruppe

Montags: 19:00 - 20:30 Uhr 1. Montag im Monat

Infos unter: 0151/51414073 Hr. Nobis (Sprecher der Angehörigengruppe)

Beratung unter : 0281/1633317 Martin van Staa

Gesprächsgruppe

Montags: 17:00 - 18:30 Uhr 1. und 3. Montag im Monat

die Gruppe ist für neue Teilnehmer offen!

Infos unter: 0281 / 1633316 Andrea Sanders

Sportgruppen in Wesel

Dienstags: 19:00 - 20:00 Uhr Frau Riehl

Selbsthilfegruppen in Wesel

(Kaiserring 16, 46483 Wesel)

Selbsthilfegruppe „Spieler“

Montags: 19:00 - 21:00 Uhr jeden 2. 3. und 4. Montag im Monat

Kontakt/Infos unter 0162/3497488 Andreas oder 0160/93757418 Bodo

Selbsthilfegruppe „Hoffnungsschimmer“ (psychosomatische Beschwerden)

Dienstags: 19:30 - 21:30 Uhr in Wesel

FÜR NEUEINSTEIGER JEDER 1. DIENSTAG IM MONAT

Infos unter: 02064/7744033 oder 0281/63805

Internet: www.selbsthilfegruppe-wesel.de

Selbsthilfegruppe „Seelenanker“ (Ängste / Depressionen)

Mittwochs: 19:30 - 21:30 Uhr in Wesel

Infos unter: 0281 / 6841152 Andrea

Internet: www.shg-seelenanker.de.tl

Selbsthilfegruppe „Das Ohr“ (Ängste / Depressionen)

Donnerstags: 19:00 - 21:00 Uhr in Wesel

Infos unter: 0281 / 2065833 Frau Czarkowski

Selbsthilfegruppe „Tinnitus“

Freitags: 19:00 - 21:00 jeder 3. Freitag im Monat

Infos unter: 0281 / 2065833 Frau Czarkowski

Selbsthilfegruppen in Xanten

(Marsstr. 70, 46509 Xanten, Tel: 02801/6611)

Selbsthilfegruppe „Adipositas“

Dienstags: 19:30 - 21:00 Uhr jeden 2. Dienstag im Monat

Infos unter: 02802/9469719 Frau Ritter o. 02837/7604 Frau Hemmers

Angehörigengruppe für Ehe–und Lebenspartner

Montags: 19:00 - 20:30 Uhr jeden 2. Montag im Monat

Infos unter: 02801/6611 o. 0281/1633316 Martin van Staa

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Seite 8

SPZ Wesel

Kaiserring 16

46483 Wesel

Tel: 0281/1633316

Dienstags, Mittwochs & Donnerstags

11.00 - 12.00 Uhr offene Sprechstunde

Montags, Dienstags & Donnerstags

15.00 - 19.00 Uhr Treff

Samstags & Sonntags

11.00 - 15.00 Uhr Treff

Samstags, Sonntags & Feiertage

10.00 - 12.00 Uhr Präsenzdienst

(BeWo Augustastraße 12, 0281/1549070)

SPZ Xanten

Marstraße 70

46509 Xanten

Tel: 02801/6611

Montags & Dienstags

11.00 - 12.00 Uhr Sprechstunde

11.00 - 15.00 Uhr Treff

Mittwochs

11.00 - 12.00 Sprechstunde

10.00 - 12.00 Treff

Freitags

14.00 - 18.00 Uhr Treff

SPZ Schermbeck

(ev. Gemeindezentrum)

Kempkes Stege 2

46514 Schermbeck

Tel: 0285´3/912353

Dienstags

10.00 - 13.00 Sprechstunde

Ansonsten Sprechzeiten

Nach Vereinbarung


Seit März 2011 trifft sich eine neue Angehörigengruppe

in Wesel, da die bestehende Gruppe am

Montag aus allen Nähten platzte.

Wenn ein Familienmitglied psychisch krank ist, dann

sind die Angehörigen, die Familien, oft ebenfalls

großen Belastungen ausgesetzt. Immer wieder stoßen

sie an ihre eigenen Grenzen. Hilflosigkeit, Trauer,

Zorn und Verzweiflung, das sind Emotionen,

über die Angehörige in den Selbsthilfegruppen häufig

berichten – und diese Emotionen stehen im Widerstreit

zu der Zuneigung zu dem kranken Familienmitglied,

der Liebe, dem Wunsch, zu helfen und

zu unterstützen.

Im Rahmen dieser Gruppe besteht die Möglichkeit,

sich über ihre Erfahrungen auszutauschen, Informationen

über psychische Erkrankungen, deren Aus-

Ab dem 10. Oktober 2011 findet weltweitweit der

diesjährige Tag der seelischen Gesundheit statt.

Er ist 1992 von der World Federation of Federal

Mental Health (= Weltvereinigung für seelische

Gesundheit) und der WHO

(Weltgesundheitsorganisation) ins Leben gerufen.

Das diesjährige, weltweite Motto lautet:

"The great push: Investing in Mental Health“, zu

deutsch ungefähr: „Der große Schub: Investieren

in seelische Gesundheit”

In Deutschland zeigt sich das Aktionsbündnis für

seelische Gesundheit (ABSG) für die Durchführung

Termine für Psychoseseminar

wirkungen und Verhaltensmöglichkeiten zu erhalten

und so auch Abstand zu gewinnen.

Die Gruppe kommt einmal im Monat, i.d.R. am vierten

Donnerstag im Monat, zusammen und wird von

Hr. van Staa begleitet.

Die Treffen dauern von 19.00 - 20.30 Uhr und finden

im Multifunktionsraum am Kaiserring statt.

Die weitern Termine für das Jahr 2011 sind:

28.07.2011

25.08.2011

22.09.2011

27.10.2011

24.11.2011

15.12.2011

27.06.11 Psychoseseminar 18.00 bis 20.00 Uhr, Sozialpsychiatrisches Zentrum Dinslaken

„Verbindung zwischen Erfahrungswelten“ – EX – IN (Experienced Involvement)

Erfahrungen und Teilhabe

Martin van Staa

dieses Tages und der anschliessenden bundesweiten

Woche der seelischen Gesundheit verantwortlich.

Es will unter Schirmherrschaft des Bundesminister

für Gesundheit durch Aktionstage, Infotage

und weiteren Veranstaltungen auf Themen

„Prävention und Behandlung“ sowie die Situation

der Betroffenen aufmerksam machen. Unter der Internetadresse

www.aktionswoche.seelischegesundheit.net kann

man die Aktivitäten in verschiedenen Regionen

nachlesen oder sich selbst beteiligen.

Martin van Staa

Das Psychoseseminar macht vom 25.07.11 bis 06.09.11 Sommerpause

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Spix e.V.

Kaiserring 16, 46483 Wesel

Zentrale/Verwaltung 0281/16333-0

Fax 0281/16333-29

Geschäftsführer:

Dr. Jo Becker 0281/16333-0

j.becker@spix-ev.de

Verwaltung:

Karin Weis (Sekretariat) 0281/16333-0

k.weis@spix-ev.de

Renee Löhr-Sanders (Personal) 0281/16333-40

r.loehr-sander@spix-ev.de

Irina Santroch (Buchhaltung) 0281/16333-41

i.santroch@spix-ev.de

Fachbereich Arbeit

Fachbereichsleiter:

Ralf Hahn

r.hahn@spix-ev.de

Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM)

Bocholter Str. 8, 46487 Wesel

Zentrale/Verwaltung: 0281/31928510

Werkstattleiter:

Ralf Hahn 0281/31928512

Leiterin Sozialer Dienst:

Gertraud Heyermann 0281/31928513

g.heyermann@spix-ev.de

Gleis 31 Fahrrad-Station & Bio-Snack-Station

Franz-Etzel-Platz 11, 46483 Wesel

Telefon 0281/47362670

gleis31@spix-ev.de

Integrationsfachdienst (IFD) Wesel

Augustastr. 12, 46483 Wesel

Ansprechpartner:

Ute van Suntum 0281/16468-0

ute.vansuntum@ifdwesel.de

Praxis für Ergotherapie

Viktoriastr. 10 46483 Wesel

Leitung:

Achim Rosen 0281/47367855

ergo@spix-ev.de

Institut für systemische Forschung

und Therapie

Marsstr. 70, 46509 Xanten

Geschäftsführerin:

Irmy Schwarzer

Sekretariat:

Sabine Diessenbacher 02804/219465

institut@spix-ev.de

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Gemeindepsychiatrische Dienste

Fachbereichsleiterin:

Michaela Jöhren-Bauer 0281/154907-79

m.joehren@spix-ev.de

Sozialpsychiatrisches Zentrum

Kaiserring 16, 46483 Wesel

Ansprechpartner:

Martin van Staa 0281/16333-17

m.vanstaa@spix-ev.de

Tagesstätte

Kaiserring 16, 46483 Wesel

Ansprechpartner:

Andrea Wagmann 0281/16333-13

a.wagmann@spix-ev.de

Betreutes Wohnen (BeWo)

Augustastr. 12, 46483 Wesel

Telefon 0281/154907-0

Betreutes Wohnen in Familien (BWF)

Ansprechpartner:

Achim Gurke 0281/16333-15

a.gurke@spix-ev.de

Wohnheime/BeWo plus und Reha-

Zentrum

Fachbereichsleiterin:

Brigitte Langwald 0281/82513

b.langwald@spix-ev.de

Wohnheim „Haus Vivaldi“

Friedenstr. 46, 46483 Wesel

Zentrale/Verwaltung: 0281/82513

Wohnheim „Haus Alia“

Salzwedeler Str. 23-25, 46485 Wesel

Leitung:

Franz Niederstrasser 0281/1633806

f.niederstrasser@spix-ev.de

Betreutes Wohnen plus (BeWo plus)

Leitung:

Franz Niederstrasser 0281/1633806

f.niederstrasser@spix-ev.de

Reha-Zentrum

Leitung:

Alexandra Hönnekes-Bathel 0281/9599188

a.hoennekes@spix-ev.de


Der schwerbehinderte Andreas Z. wird seit vielen

Jahren durch den Integrationsfachdienst

Wesel betreut. Herr Z. lebt in Mülheim a. d. Ruhr

und arbeitet im Dentallabor Halfmann in Kamp-

Lintfort als Helfer. Dort füllt er Gips nach, reinigt

Apparaturen und kümmert sich zu dem noch um

Haus und Hof.

Aufgrund seiner Behinderung hatte Herr Z. Schwierigkeiten

damit, seinen Arbeitsplatz eigenständig zu

erreichen. Jahrelang wurde Herr Z. durch den betriebsinternen

Fahrdienst abgeholt. In Zeiten der

Wirtschaftskrise war dieses dem Unternehmen nicht

mehr möglich und Herr Z. fürchtete um seinen Arbeitsplatz.

Seit dem 27.10.2008 dürfen wir eine neue Selbsthilfegruppe

in unseren Räumlichkeiten willkommen

heißen.

Die Selbsthilfegruppe für Spieler trifft sich jeden 2.

und 4. Montag im Monat in der Zeit von 19.00 bis

21.00 Uhr am Kaiserring 16 in Wesel. Eingeladen

sind alle Menschen mit Spielproblematik, aber auch

Partner und Angehörige.

Der Besuch der Gruppe ist ohne vorherige Anmeldung

möglich und selbstverständlich kostenlos. Wer

sich aber vorab informieren möchte, kann sich direkt

mit den Ansprechpartnern unter der Rufnummer

Die ergotherapeutische Praxis bei SPIX e.V. und

der Integrationsfachdienst Wesel konnten ihm mit

einem Job-Coaching helfen. Das Coaching ist ein

individuell auf den Arbeitsplatz abgestimmtes Angebot

für schwerbehinderte Menschen. Es werden arbeitsrelevante

Fertigkeiten vermittelt und damit die

Leistung im Betrieb gesteigert.

Für Herrn Z. wurde ein Fahrtraining mit öffentlichen

Verkehrsmitteln organisiert. Zwei mal pro Woche

begeleitete ihn ein Job-Coach auf dem Hin- und

Rückweg. Solange bis er imstande war, seinen Arbeitsweg

alleine zu meistern. Heute bewältigt Herr

Z. selbständig seinen Arbeitsweg und ist eine Sorge

los – nämlich die um seinen Arbeitsplatz.

Ute van Suntum

0162 3497488 oder den Mitarbeitern des Kontakt-

und Beratungszentrums in Verbindung setzen!

Andrea Sanders

Seite 11


Alles ist entstanden in einem Gespräch mit meinem

Gruppenleiter. Er hat mich gefragt, ob ich

mir vorstellen kann ein Praktikum in der Verpackungsbranche

zu machen. Mit mir machte noch

ein weiterer Mitarbeiter dort ein Praktikum.

Ich habe mich dann entschieden dort zu bleiben und

die Arbeit über einen längeren Zeitraum auszuprobieren.

Die Hauptaufgaben sind dort große Behälter

mit Verpackungsmaterialien zu kontrollieren und

gegebenenfalls zu leeren. In der Halle in der ich arbeite

sind mehrere Gänge, die ich kontrolliere. Dort

sorge ich dann auch für Ordnung, stelle Kartons ins

Regal oder entferne Folien. Zu meinen Tätigkeiten

gehören auch Saug- und Aufklebearbeiten usw. So

wurde aus der kurzen Praktikumszeit ein Arbeitsplatz,

den ich jetzt schon bald 1 Jahr habe.

Natürlich kommt es auch schon mal zu Ungereimtheiten,

die aber schnell aus der Welt geschafft werden.

Dabei hilft mir auch, dass ich einen Tag in der

Woche in der WfbM bin und dort, bei Bedarf, Rat

holen kann. Ich bin selber überrascht, wie gut sich

das alles eingespielt hat, auch mit den anderen Beschäftigten

bei Servoprax. Ich kann also sagen,

dass ich soweit zufrieden bin.

Dann hat sich mit der Zeit ergeben, dass ich meine

Stelle zur Hälfte im Lager und zur Hälfte auf dem

Hof beschäftigt bin. Auf dem Hof bin ich dann zu-

Seite 12

ständig für´s Blätter- oder Schneefegen. Auch kann

ich mich zwischendurch um die Pferde kümmern,

diese z.B. mit Heu versorgen. Sehr gut finde ich bei

der Arbeit, dass man mir hier etwas zutraut! Und

somit kann ich abschließend sagen, dass ich es gut

fände, wenn ich weiter bei Servoprax bleiben könnte.

Markus Polachowski

BiAP - Betriebsinterner Arbeitsplatz


Für 3 Tage flog ich im Juli 2009 mit meiner Tante

für ein Wochenende nach Wien. Donnerstagmorgen

brachte uns mein Onkel zum Flughafen

nach Düsseldorf, wo wir erstmal eincheckten. Im

Duty-free-Shop kauften wir uns noch Duschgel

und Parfum, was gar nicht mal so teuer war.

Gegen 10 Uhr flogen wir los und kamen bei gutem

Wetter um 11 Uhr in Wien an. Nachdem wir unsere

Sachen im Hotel verstaut hatten, starteten wir unsere

Besichtigungstour. Die führte uns als erstes in

den Burggarten der Hofburg, wo auch das Denkmal

von Kaiser Franz Joseph I. steht. Es befindet sich

auch noch eine Orangerie im Park, ein ehemaliges

Palmenhaus, was zu einem Restaurant umgewandelt

wurde. Danach begaben wir uns zur Hofburg,

wo wir als erstes die Augustinerkirche besichtigt haben.

In dieser Kirche hatten Franz Joseph und Elisabeth

auch geheiratet. Die Herzgruft (dort liegen

die Herzen aller Habsburger) hatte an diesem Tag

leider geschlossen, was aber nicht weiter schlimm

war. Die Kaiserappartements in der Hofburg und

speziell das neue Sissiappartement in dem ehemaligen

Zimmer der Kaiserin ließen meine Augen nur

so strahlen, weil ich diese Frau sehr bewundere, vor

allem wegen ihrer Frisur, und der Kleidung, die sie

trug.

Liebe Leserinnen und Leser, viele von Ihnen

werden es sicherlich kennen: Man hat Sachen

im Keller oder im Abstellraum stehen, für die

man keine Verwendung mehr hat. Andererseits

ist gerade etwas anderes kaputt gegangen, was

man dringend bräuchte.

Oder sie sind beispielsweise ein Meister im Tapezieren

und Anstreiche, haben dafür aber 28 Paar

Socken mit großen Löchern dort liegen, die sie nicht

stopfen können. Für genau solche und noch viele

Den Stephansdom besichtigten wir am nächsten

Tag, sowie die Kapuzinergruft am neuen Markt, wo

die Kaiserfamilie begraben liegt. Es wurde mir erlaubt,

Rosen niederzulegen, was ich auch getan

habe. Eine Fahrt mit der Kutsche für 25 min kostete

40 Euro, was wir nicht gemacht hatten, weil es zu

teuer war. Ein Aufenthalt im Prater war auch sehr

schön gewesen, vor allem die Fahrt mit dem alten

Riesenrad war ganz toll gewesen. Die Aussicht auf

Wien und den Wienerwald von oben war einfach

sagenhaft.

Spät abends kehrten wir in ein Weinlokal ein, was in

Österreich auch „Heurigen“ genannt wird, und aßen

dort Schnitzel mit Frankfurter Würstchen (Wiener

Würstchen heißen in Wien Frankfurter) und Kartoffelsalat.

Es wurde auch musiziert und gesungen,

was sehr angenehm war.

Samstag besuchten wir Schloss Schönbrunn, das in

Wirklichkeit wesentlich besser aussieht, als im Film.

Anschließend machten wir uns auf den Weg zum

sogenannten Naschmarkt, eine Mischung aus Trödelmarkt

und normalen Wochenmarkt, wo es allerlei

zu bestaunen gab, wie z.b. riesige Tintenfische,

jede Menge Gewürze usw. Sonntagmorgen sind

wir leider zurückgeflogen, wenn es nach mir gegangen

wäre, ich wäre gerne noch etwas länger in

Wien geblieben.

Ich kann nur Rückblickend sagen: Wien ist auf jeden

fall eine Reise wert! Verpflegung, Unterkunft

und Wetter waren sehr gut gewesen. Die Menschen

sind dort viel offener, herzlicher und haben

den sogenannten Wiener Schmäh. Mein letztes

Wort an dieser Stelle: Vergelt´s Gott, und Servus

alle miteinander, oder aber auch Pfüiat di!

Nadine Lexa

andere Fälle haben wir uns überlegt eine Seite mit

Kleinanzeigen in unsere Zeitschrift zu integrieren.

Ab sofort können Sie unser Redaktionsteam kontaktieren

wenn Sie beispielsweise auf der Suche nach

gebrauchtem Mobiliar, einem Partner für gemeinsame

Unternehmungen oder Dienstleistungen sind.

Ebenso besteht die Möglichkeit ungenutzte Gegenstände,

sein Können und Interesse anzubieten. Dieser

Service wird kostenfrei angeboten. Die ersten

Kleinanzeigen sind in den Räumlichkeiten des Be-

Wo an der Augustastr. 12 in Wesel einzureichen.

Kathrin Grimm

Seite 13


Hallo, mein Name ist

Miriam Schönborn

und komme gebürtig

aus Dinslaken. Ich bin

28 Jahre alt und examinierteKrankenschwester.

Direkt

nach meinen Examen

habe ich in der Psychiatrie

des St.-

Vinzenz-Hospitals in

Dinslaken angefangen

und auf der privaten

fakultativ geschlossenen

Station

15 gearbeitet.

Nachdem ich dann im Jahre 2005 meine Tochter

bekommen habe, bin ich ins Lühlerheim in Schermbeck

gewechselt und dort hauptsächlich nachts gearbeitet.

Seit dem 01.01.2011 bin ich jetzt im Betreuten

Wohnen mit einer Vollzeitstelle anzutreffen

und freue mich nun auf die neuen Herausforderungen,

die hier auf mich warten.

Mein Name ist Sandra

Vervoorst ich bin verheiratet

und habe eine

6-jährige Tochter. In

meiner Freizeit bin ich

gerne sportlich aktiv.

Seit dem 01.01.2011

arbeite ich als Betreuerin

bei Spix im Bereich

ambulant betreutes

Wohnen. Dort beträgt

mein Stundenumfang

20 Stunden

pro Woche.

Mein Ursprungsberuf ist

Kinderkrankenschwester. In diesem Beruf war ich

zwei Jahre lang tätig und anschließend habe ich als

Krankenschwester 18 Jahre in der Gelderlandklinik

gearbeitet. Dort war ich auf allen Stationen tätig. Ich

konnte zu vielen verschiedenen Krankheitsbildern

Erfahrungen sammeln und war außerdem 5 Jahre

Stationsleitung.

Von 1998 bis 2000 habe ich eine Zusatzausbildung

zur verhaltenstherapeutischen Co-Therapeutin in

Bad-Dürkheim gemacht. Diese Ausbildung konnte

ich in der Gelderlandklinik anwenden unter anderem

in der Arbeit mit Angstpatienten hinsichtlich Angstkonfrontation

und Angstbewältigung, wo ich auch

ein Behandlungskonzept mitentwickelt habe. Zudem

habe ich eine Nachsorgegruppe über 25 Behandlungsstunden

gemeinsam mit einem Psychologen

Seite 14

geleitet. Nach einer so langen Zeit in der Gelderlandklinik

freue ich mich auf die neue Herausforderung

beim betreuten Wohnen und darauf neue Erfahrungen

zu sammeln.

Mein Name ist Simone

Otto, ich bin 36 Jahre

alt und lebe seit ca. 8

Jahren mit meiner Familie

hier in Wesel.

Seit dem 1. Januar

2011 bin ich nun in

Teilzeit im betreuten

Wohnen tätig.

Seit jeher hat mich die

Arbeit mit seelisch erkrankten

Menschen interessiert,

sodaß ich

1991 beschloss meine

Ausbildung zur Krankenschwester

im LKH Bedburg – Hau zu absolvieren.

Im Anschluß daran arbeitete ich ein Jahr im

dortigen heilpädagogischen-Heim, und habe dann

ins St. Nikolaus Krankenhaus in Rheinberg gewechselt.

Dort habe ich 14 Jahre in verschiedenen Bereichen

gearbeitet.

Nachdem ich in der Zeitung die Annonce von Spix

gesehen hatte beschloss ich, dass es nun mehr Zeit

für etwas Neues sei.

Mein Name ist Ursel

Neu und ich bin seit

dem 1.11.2010 mit 11

Wochenstunden im

H a u s h a l t s n a h e m

Dienst bei Spix e.V. im

Bewo tätig.

Nach meinem Abitur,

anschließender Ausbildung

und Berufstätigkeit

als Kauffrau im Groß-

und Außenhandel kam

im Jahr 1995 eine Auszeit

wegen dreier guter

Gründe: 2 Söhnen und

einer Tochter. Während

meiner Elternzeit hatte ich noch genug Power, um

nebenbei immer eine Aushilfsbeschäftigung zu suchen

– und auch zu finden.

Nachdem die Kinder immer selbstständiger wurden,

nahm ich wieder eine Teilzeitstelle in der Datenerfassung

an. Zum Glück war diese nur auf 1,5 Jahre

befristet und ich wurde im Sommer 2010 zum ersten

Mal in meinem Leben arbeitslos. So kam ich zu Spix

e.V. und lernte tolle Kollegen und liebenswerte


Klienten kennen. Diese Arbeit unterscheidet sich

total von meiner bisherigen Tätigkeit, sie macht mir

unglaublich viel Spaß und ich hoffe, dass die durch

mich betreuten Klienten und Klientinnen ebenso

denken. Es ist bereichernd, wie vertrauensvoll mich

die Klienten in ihre privatesten Bereiche Einblick

nehmen lassen, ich hoffe, dass ich durch meine Lebenserfahrung

positiv auf ihre Wege einwirken und

Hilfestellung leisten kann.

Heute möchte ich Euch mal näheres vom Dart-

Stammtisch berichten. Wir treffen uns immer regelmäßig

am 2. Freitag im Monat um 16 Uhr und

wenn dieser Tag näher kommt kann ich es kaum

noch abwarten, denn wir sind eine echt tolle Truppe

und haben viel Spaß miteinander. Es wird viel

gelacht dabei und so kann man in den Stunden

mal all seine Sorgen und Probleme vergessen und

einfach mal Spaß haben.

Das tolle daran ist auch, dass es kein teurer Spaß ist,

denn jedes Spiel kostet nur 50 Cent und das erste alkoholfreie

Getränk ist sogar frei für uns. Dafür möchte

die ganze Truppe Spix auch mal Danke sagen, aber

ein besonders Dankeschön möchten wir für den

„Seit Dezember 2003 gibt es in Düsseldorf eine Initiative

Psychoseerfahrener, Angehöriger und professionell

in der Psychiatrie Tätiger, die es sich zum Ziel gesetzt

haben, bei Jugendlichen ein aufgeklärtes und unverkrampftes

Verständnis für seelische Erkrankungen zu

wecken. Kern des Schul(ungs)projekts ist die direkte

Begegnung zwischen Jugendlichen und Menschen,

die eine psychische Erkrankung erlebt haben. Im persönlichen

Kontakt werden Ängste und Vorurteile abgebaut

sowie Wissenslücken geschlossen. Das Projekt

wurde angelehnt an das evaluierte Konzept des Vereins

, Irrsinnig Menschlich e.V. der im Frühjahr 2000

in Leipzig gegründet wurde. Der Verein ist Teil des

weltweiten AntiStigma Programms, das die „World

Psychiatric Association" (WPA), der Weltverband der

Psychiatrie, im Jahr 1996 ins Leben gerufen hat. Bisher

wurde das Schul(ungs)projekt an 75 Schulen in

Deutschland und der Slowakei durchgeführt.

Obwohl das Wissen der Bevölkerung über psychische

Krankheiten in den letzten Jahren gestiegen ist, sind

negative Einstellungen und Vorurteile gegenüber psychisch

Kranken leider immer noch die Regel. Die Vermittlung

von Wissen allein genügt dabei jedoch nicht,

um Vorurteile abzubauen. Um Einstellungen und Verhalten

zu verändern, ist es mindestens ebenso wichtig,

Menschen kennen zu lernen, die eine psychische

Erkrankung durchgemacht haben. Nur so lässt sich

In meiner Freizeit kümmere ich mich um unseren 5-

Personenhaushalt, unsere 2 Katzen, den Hund und

den Garten. Meine Hobbys sind stricken und lesen,

wenn ich mal wieder nicht durchgeschlafen habe,

liegt es an spannenden Büchern. Ich freue mich

über die zukünftige Zusammenarbeit und danke für

das bisherige Vertrauen.

Stammtisch im Dezember sagen, denn dort gab es

eine riesen Überraschung für uns. Erst mal war der

Stammtisch toll weihnachtlich dekoriert worden und

für jeden gab es außer dem freien Getränk noch

eine Currywurst mit Pommes als Überraschung von

Spix gratis dazu. Hin und wieder ist auch Frau Buß

von Spix dabei und auch ihr möchten wir danke sagen,

denn wir haben viel Spaß miteinander.

Ich hoffe, dass ich Euch mit diesem Bericht mal

neugierig gemacht habe und der eine oder andere

nun auch mal Lust bekommt mit dabei zu sein. Wir

freuen uns über jeden der dazu kommt.

Gabi Gölden

Ängsten entgegenwirken und das vermeintlich Unbegreifbare

verstehen. Bei diesem Konzept wurden

Erfahrungen aus Kanada und Österreich genutzt.

Als dort Ärzte und Psychologen an Schulen über

psychische Erkrankungen aufklären wollten, verstärkten

sich die Ängste der Schüler. Im Gegensatz

da-zu reagierten die Jugendlichen positiv auf die

persönlichen Erfahrungsberichte Betroffener. Durch

die anschauliche und lebendige Begegnung lernen

Schüler, dass es zwischen ihnen und psychisch erkrankten

Menschen mehr Verbindendes als Trennendes

gibt.“ (Auszug aus dem Internet Auftritt der

Gruppe)

Die Treffen finden statt unter dem Motto eines asiatischen

Sprichwortes: „Willst du etwas wissen, so

frage einen Erfahrenen und keinen Gelehrten.“ Die

Gruppe hat mit 12 Ehrenamtlichen ca. 60 Schul-

und andere Projekte realisiert. Sie arbeitet mit Ärzten,

Pflegeschülern, Studierenden und der Telefonseelsorge

zusammen. Die Gruppe hat schon einige

Auszeichnungen für Arbeit erhalten. Unter dem Leitspruch

„Gemeinsam sind wir stark“ sind sie dem

Aktionsbündnis für seelische Gesundheit (ABSG)

beigetreten. Unter www.antistigma-duesseldorf.info

können Interessenten sich genauer informieren.

Martin van Staa

Seite 15


Am Ende des Jahres 2010 mussten wir uns – schweren

Herzens – von drei ehrenamtlichen Helfern verabschieden,

die auf eigenen Wunsch ihre

„Freiwilligenkarriere“ bei uns beendet haben.

Frau Beyer und Frau Bleckmann sind den meisten unserer

Besucher sicherlich bekannt und haben sehr engagiert jeweils

an den Wochenenden den offenen Treff gestaltet und

ausgeführt. Viele Jahre hatten beide ein offenes Ohr für

Besucher und haben oft für einen leckeren Snack gesorgt.

Nach einigen Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit haben die

beiden Ende des Jahres beschlossen, sich auf ihr Privatleben

zu konzentrieren.

Frau Reitz – sicher nicht weniger bekannt – schaffte es als

ehemalige Sportlehrerin im Laufe der letzten Jahre immer

wieder, Besucher davon zu überzeugen, dass sportliche

Aktivitäten durchaus der Gesundheit zugute kommen können.

Aus diesem Grund gründete sie vor einigen Jahren

eine Sportgruppe für psychisch kranke Menschen, die sich

jeden Mittwoch in einer Turnhalle traf. Nach dem Motto:

„Jeder mit seinen Möglichkeiten und nach seinen Fähigkeiten“

begleitete Frau Reitz diese Gruppe kontinuierlich mit

viel Herzblut und langem Atem. Gerade in den Anfängen

musste sie in Bezug auf die Teilnehmerzahl oft längere

Durststrecken überstehen, die sie mit großer Geduld und

viel Verständnis gemeistert hat. Es wird sicherlich schwierig

sein, Frau Reitz und ihr spezielles Angebot zu ersetzen.

Liebe Frau Beyer, Frau Bleckmann und Frau Reitz, wir

möchten uns ganz, ganz herzlich für Ihre Hilfsbereitschaft

und Ihr großes Engagement bedanken, wünschen Ihnen

viel Glück bei der Umsetzung neuer Pläne und würden uns

freuen, wenn Sie sich hin und wieder hier blicken ließen ;).

Seite 16

Andrea Sanders

Impressum

Herausgeber

Spix e.V.

Kaiserring 16

46483 Wesel

Verantwortlich

Dr. Jo Becker

Redaktionsteam

Kathrin Grimm

Uschi Grolms

Christine Schmitz

Julia Blommen

Layout & Gestaltung

David Kalberg

Druck

Wittfeld – Wohnverbund Moers

Auflage & Erscheinungsweise

500 Exemplare - erscheint

vier Mal im Jahr.

Mehrere Angehörige aus der Montagsgruppe

informierten sich beim Treffen des Landesangehörigenverbandes

in Münster -

Amelsbüren über die rechtlichen Aspekte

bei der Vererbung an schwerbehinderte Angehörige.

Für alle Angehörige, die nicht teilnehmen konnten

und sich Gedanken um Erbangelegenheiten

machen, findet im SPZ Spix e.V. am Kaiserring

im November 2011 eine Informationsv

e r a n s t a l t u n g z u m T h e m a

„Behindertentestament“ mit einer Fachanwältin

statt. Der genaue Termin wird noch bekannt

gegeben.

Martin van Staa

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