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aktuell

Kundenmagazin der Schenker Deutschland AG

Nr. 80 | September 2010

» 06

Neuer Service:

DB SCHENKERhangartner

verbindet Straße und Schiene

» 08

Branchenlösung: Healthcare

Immer schön kühl bleiben

Reportage

» 23

DB SCHENKERaeroparts –

zuverlässig im Aufwind


Editorial 3

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kunden,

ob ein Weg richtig oder falsch ist, hängt vom Ziel ab. Das gilt nicht nur für die

Transportabwicklung, sondern auch und insbesondere für die Unternehmensführung.

Denn wie soll ein Unternehmen seine strategische Grundausrichtung

definieren und langfristig verfolgen, wenn es kein konkretes Ziel als Fixpunkt

oder Vision absteckt

Die Vision als Wegweiser für die

strategische Grundausrichtung

Dr. Hansjörg Rodi

Schenker Deutschland AG

Die Schenker Deutschland AG besitzt eine klare Vision: Wir wollen der führende

Anbieter von integrierten logistischen Dienstleistungen bleiben. Wir

streben Wachstumsraten über dem Marktniveau an und werden als deutsche

Landesgesellschaft von DB Schenker Logistics maßgeblich dazu beitragen,

dass unser Mutterkonzern im weltweiten Wettbewerb der Speditions- und

Logistikdienstleister weiter eine führende Position behauptet.

Der Weg zum Ziel führt über innovative, hochwertige und kosteneffiziente

Transport- und Logistiklösungen. Für unsere strategische Marktausrichtung

bedeutet das: Wir werden im Kerngeschäft wachstumsorientiert handeln

und unsere Kompetenzen in ausgewählten Schlüsselbranchen unvermindert

stärken.

Die konsequente Ausrichtung an spezifischen Branchenanforderungen bildet

einen wesentlichen Pfeiler unserer Erfolgsstrategie. Denn Branchenorientierung

bedeutet für uns:

kompetente Lösungen nah am Kunden entwickeln und realisieren,

den Kunden nicht nur mit Dienstleistungen versorgen, sondern ihn

mit Innovationen begeistern,

die eigenen Prozesse immer wieder neu an die sich ändernden

Kunden- und Marktbedürfnisse anpassen.

Fotos: © -Antonio-, istockphoto.com (S.2); Schenker Deutschland AG (S. 3)

Die vorliegende Ausgabe von aktuell ist gespickt mit Berichten, die eine Auswahl

unserer Branchenkompetenzen aufgreifen: Mal geht es um die Luftfahrtbranche

(Seite 23), mal um die Hightech-Industrie (Seite 16). Besonders ausführlich

befassen wir uns mit der Medizin- und Pharmalogistik, für die wir alle

Verkehrsträger mobilisieren. Im Umfeld des Gesundheitsmarktes nehmen

wir längst eine führende Rolle ein, unser Angebot umfasst temperaturgeführte

Transporte ebenso ein wie standardisierte Stückgutverkehre oder Value

Added Services im Bereich der Logistik (Seite 8). Über weitere Branchenthemen

werden wir sukzessive in den nächsten aktuell-Ausgaben berichten.

Ich wünsche Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre und einen farbenfrohen

Herbst!

Ihr

Dr. Hansjörg Rodi

Vorsitzender des Vorstandes der Schenker Deutschland AG


28

06

» inhalt

08

23

19

Editorial

03 Dr. Hansjörg Rodi

Vorsitzender des Vorstandes

der Schenker Deutschland AG

Reportage

08 Immer schön kühl bleiben

News

DB Schenkersportsevents

28 Branchenkompetenz auf

Intersolar bewiesen

28 Deutsche U-20-Frauen holen den Weltpokal –

Logistik kommt von DB SCHENKERsportsevents

06 Neuer Service: DB SCHENKERhangartner

verbindet Straße und Schiene

16 DB Schenker setzt auf Geothermie

18 Erste Lkw-Übergabe bei der

Schenker Deutschland AG in Oldenburg

19 Schwedische Großbaustellen –

von DB Schenker grün versorgt

Best Practice

22 Neue Geschäftsstelle für Seminarlogistik

23 DB SCHENKERaeroparts –

zuverlässig im Aufwind

LOGISTIKPRAXIS

30 Still-Leben Ruhrschnellweg

33 Personalien: Oliver Schmidt

33 Gewinnspiel

34 DB Schenker auf Deutsch-Türkischen

Wirtschaftstagen

35 Neue Luftfrachtpalette von

DB SCHENKEReuropac: 25 Prozent leichter

35 Auflösung Gewinnspiel aktuell 79

Impressum

Herausgeber und Redaktionsadresse

Schenker Deutschland AG, Zentrale Frankfurt a. M.

Postanschrift: Langer Kornweg 34 E, 65451 Kelsterbach

Verantwortlich für den Inhalt: Oliver Holzwarth

Projektleitung (Inhalt und Layout): Sherin Ibrahim

Redaktion: Ute Bauer, Maria Fahnemann, Katharina Hanke,

Andreas Pietsch, Kerstin Schultze

Lektorat: Heribert F. Butterhof

Layout und Satz: Werbeagentur Müller GmbH, Coburg

Foto Titel: © lenta, istockphoto.com

Foto Editorial: Redaktion aktuell

Der Umwelt zuliebe: Papier chlorfrei gebleicht

Kontakt: redaktion.aktuell@dbschenker.com

Werden die Begriffe „Kunde“ oder „Mitarbeiter“ verwendet, geschieht

dies lediglich aus Vereinfachungsgründen und zugunsten des Leseflusses.

Selbstverständlich sprechen wir mit aktuell auch alle Kundinnen und

Mitarbeiterinnen der Schenker Deutschland AG an.


6 News

7

Kombinierter Verkehr

Neuer Service: DB SCHENKERhangartner

verbindet Straße und Schiene

Ein neuer Service von DB Schenker verbindet Straße und Schiene jetzt noch effizienter:

DB SCHENKERhangartner bietet Kunden aus Handel und Industrie die Kombination von

Lkw und Schiene aus einer Hand. Vor- und Nachlauf übernimmt der Lkw, auf den langen

Strecken reisen die Güter im unbegleiteten Kombinierten Verkehr auf der Schiene.

Aloys Winn, Vorstand Landverkehre der Schenker Deutschland AG:

„Der frühere Hangartner-Bereich profitiert vom europäischen DB Schenker-

Land verkehrs-Netzwerk, durch den schnellere und effizientere Vor- und

Nachläufe möglich werden. DB Schenker profitiert andererseits von der

Integration der hochklassigen Bahn infrastruktur von Hangartner in das

DB Schenker-Netzwerk.“

Mit rund 700 Standorten ist DB Schenker

Marktführer im nationalen und europäischen

Landverkehr. Mit 32.000 Linienverkehren

pro Woche verbindet der Logistikdienstleister

die wichtigsten Wirtschaftsregionen in

rund 40 europäischen Ländern. Ob Stückgut-,

Teil- oder Komplettladungsverkehre – das

Unternehmen bietet seinen Kunden zeitund

kostenoptimierte Logistiklösungen.

Das umfassende Leistungsportfolio schließt

sowohl Straßen- als auch Schienenverkehre

ein. Mit DB SCHENKERhangartner wurde

es nun um eine eigene Produktmarke

für den Kombinierten Verkehr ergänzt.

DB SCHENKERhangartner bietet Haus zu

Haus-Transporte mit den Vorteilen von

Komplettladungsverkehren und Schienentransporten.

Starke Partner – starke Kombination

Der Name des neuen Produkts ist selbstredend

– zweifache Kompetenz vereint in

einer Dienstleistung. Die auf Kombinierten

Verkehr (KV) spezialisierte Schweizer

Spedition Hangartner wurde integriert,

die DB Schenker Logistics-Landesgesellschaften

erweitern ihr Landverkehrsangebot damit

um das Produkt DB SCHENKERhangartner.

Eine Situation, aus der alle Beteiligten einen

Nutzen ziehen, findet Aloys Winn, Vorstand

Landverkehre der Schenker Deutschland AG:

„Der frühere Hangartner-Bereich profitiert

vom europäischen DB Schenker-Landverkehrs-Netzwerk,

durch den

schnellere und effizientere

Vor- und Nachläufe möglich werden.

DB Schenker profitiert andererseits von

der Integration der hochklassigen Bahninfrastruktur

von Hangartner in das

DB Schenker-Netzwerk“. Vor allem profitieren

jedoch die Kunden, denn die Verbindung

der beiden Kompetenzbereiche – Schienenund

Landverkehre – ermöglicht einen einzigartigen

Service. Die Versender nutzen all die

Vorteile und Vorzüge, die bei der Verbindung

zwischen Straße und Schiene entstehen.

Die zentrale Kontrolle innerhalb des eigenen

Netzwerks garantiert eine hohe Qualität

und Verlässlichkeit für den Kunden. „Da

DB Schenker nicht von fremdem Equipment

abhängig ist, können wir in der Planung und

Ausführung auf individuelle Kundenwünsche

eingehen. Außerdem bietet der Kombinierte

Verkehr zusätzliche Möglichkeiten, wenn der

Lkw nicht eingesetzt werden kann. Zum Beispiel

während des Wochenend- oder Sonntagsfahrverbots

oder bei Tunnelrestriktionen

für gewisse Gefahrgüter und schwere Lasten.

Die intermodale Lösung eignet sich für alle

Güter, insbesondere für schwere Güter wie

Papier, weiße Ware, Getränke oder Möbel“,

erklärt Dieter Haunschild, Produktmanagement

Landverkehre der Schenker Deutschland

AG, die Vorzüge des Systems. ■

Das Unternehmen Hangartner wurde

1890 in Aarau (Schweiz) gegründet. Ab

1980 fokussierte sich Hangartner auf

intermodale Verkehre und baute diese

im Folgenden so aus, dass das Unternehmen

führend in der Branche wurde.

Heute werden mit DB SCHENKERhangartner

4.000 Ganzzüge pro Jahr

auf der europäischen Nord-Süd-Achse

betrieben. Die enge Zusammenarbeit

zwischen der Hangartner AG und der

Schenker Schweiz AG wurde ausgebaut,

als 2001 die Deutsche Bahn AG Hangartner

und seine hochklassige Infrastruktur,

hervorragend ausgebildete Mitarbeiter

mit ihrem spezifischen Know-how

im Kombinierten Verkehr übernahm.

Mit der Einführung der Serviceleistung

DB SCHENKERhangartner für unseren

Kombinierten Verkehr wird die Verstärkung

der Zusammenarbeit komplett.

Fotos: © Rüdiger Nehmzow (S.6-7); Schenker Deutschland AG (S. 7)

Nicht nur ökonomische, sondern auch ökologische Faktoren sprechen für DB SCHENKERhangartner.

Der Kombinierte Verkehr verbindet die Flexibilität des Lkw mit den Vorzügen

der Schiene, was sich auch positiv auf die Umweltbilanz der Kunden auswirkt.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

Zeit- und Kostenersparnis

höhere Mengen und mehr Gewicht

pro Ladeeinheit

geringere Mautkosten durch Hauptlauf

auf der Schiene

vereinfacht kundenindividuell den

Versand von Gefahrgut, speziell beim

Transport über die Alpen

Termintreue und Flexibilität

zentral gesteuertes, unabhängiges Zug -

netzwerk ermöglicht kundenorientierte

Transportplanung und -priorisierung

Güterzug-Verkehr ohne Staus, keine

Wartezeiten am Grenzübergang

nationale Nacht-, Sonntags- und

Feiertagsfahrverbote gelten grundsätzlich

nicht für den Zugverkehr

Ökologie

Entlastung der Umwelt durch

geringeren Dieselverbrauch

positive CO 2 -Bilanz der beförderten

Güter, durch umweltfreundlichen

Hauptlauf auf der Schiene

DB Schenker bietet den neuen Service

schwerpunktmäßig auf der Nord-Süd-

Achse an. Tägliche Verbindungen von

Finnland, Schweden und Norwegen

über Zentraleuropa bis nach Italien

und zurück. Eigene Terminals im italienischen

Domodossola und in Verona sowie

rund 4.300 eigene Container und

Wechselbe hälter ermöglichen die zuverlässige

Abwicklung aus einer Hand.

Zudem werden zusätzliche Logistikleistungen,

sogenannte Value Added

Services, in diversen Lager- und Logistikzentren

des DB Schenker-Netzwerks

abgewickelt. Eine Erweiterung des

Angebotes in Richtung Westen ist in

Vorbereitung. Als Neuheit im intermodalen

Markt soll kurzfristig eine

Tracking-Option angeboten werden,

die eine Sendungsverfolgung möglich

macht.

Combi

terminal

Main-haul by rail

Combi

terminal

Consignor

Pre-carriage

by truck

Intermodal block trains carried

in the own network

On-carriage

by truck

Consignee


8 Reportage

News

9

Branchenlösung: Healthcare

Immer schön kühl

bleiben

Effiziente logistische Prozesse tragen nicht unerheb -

lich dazu bei, dass unsere medizinische Versorgung

reibungslos funktioniert. Beim Transport und der damit

verbundenen speziellen Handhabung von Medikamenten,

Biotechnik-Produkten, Hygieneartikeln und Medizintechnik

bietet die Schenker Deutschland AG maßgeschneiderte

Kundenlösungen an.

Fotos: © Bowie15, dreamstime.com (S. 8-9); Wolfgang Kraus, fotolia.de (S. 9)


Reportage

11

Es gehört zu den Begleiterscheinungen

des demografischen Wandels, dass immer

mehr Menschen eine immer umfassendere

medizinische Versorgung benötigen.

Der Bedarf wächst: mehr Arzneimittel, mehr

Hygieneartikel, mehr Medizintechnik; und

der Ruf nach einer umfassenden, sicheren

und schnellen Versorgung findet auch bei

den Logistikdienstleistern seinen Widerhall.

Doch Vorsicht! Die Produkte der Gesundheitsindustrie

sind keine vitalisierenden

Wunderpillen, mit denen jeder x-beliebige

Transporteur zweimal täglich seine Transport-

und Umschlagkapazitäten auslasten

kann. Im Gesundheitsmarkt reichen Netzwerk

und Laderaum bei Weitem nicht aus,

um die Anforderungen der Branche zu erfüllen.

Denn bei Medizin- und Pharmaprodukten

rückt das Qualitätsdenken in eine andere

Dimension vor. Ärzte, Apotheker und vor

allem die Patienten verlassen sich auf die einwandfreie

Beschaffenheit dieser Waren, denn

sie wissen: Jeder Qualitätsmangel – etwa hervorgerufen

durch Kontaminierung oder durch

Unterbrechung der Kühlkette – könnte katastrophale

und mitunter irreversible Folgen

nach sich ziehen.

11.1

The manufacturer should communicate all relevant conditions for storage and

transportation to the entity responsible for the transportation of pharmaceutical

products. Such an entity should ensure adherence to these requirements.

11.5

The transportation process should not have a negative effect on the integrity and

quality of pharmaceutical products.

aus: World Health Organization (WHO): Good Distribution Practices (GDP) for Pharmaceutical Products,

Chapter 11

wir genau die zahlreichen Vorgaben von nationalen

und EU-Behörden sowie der Weltgesundheitsorganisation

(WHO). Besonderes

Augenmerk gilt der tonangebenden Food and

Drug Administration der USA. Ausschlaggebend

ist aber: Die letztlich verbindlichen

Prozessvorschriften im Medical- und Pharmabereich

legen die Auftraggeber in bilateraler Abstimmung

mit ihrem Logistikdienstleister fest.“

Diese Herangehensweise ist praxisnah und

führt zielstrebig zu Lösungen, die auf die

jeweiligen Produkte zugeschnitten sind. Zusätzlich

auditiert der Kunde seinen Logistikpartner

regelmäßig, um die Umsetzung der

Vorgaben zu überwachen.

von Kartons, die hochsensible Enzyme,

Proteine und Speziallösungen für die

Diagnose enthalten.

Temperaturgeführte Transporte –

Voraussetzung für viele Pharmaund

Medizinprodukte

Für den Seetransport der Roche-Produkte

stellt DB Schenker im Bedarfsfall Kühlcontainer

zur Verfügung, sogenannte Reefer.

Diese 20- oder 40-Fuß-Einheiten funktionieren

im Prinzip wie ein überdimensionaler

Fotos: © Grigoriy Lukyanov, istockphoto.com (S. 10); Peter Ginter, gettyimages.de (S. 10-11);

Schenker Deutschland AG (S. 11)

Kühlschrank, der die Temperatur im gewünschten

Bereich hält. Die Reefer lagern

im Inneren des Schiffes an eigens dafür vorgesehenen

Stellen, wo sie ans Stromnetz angeschlossen

werden. Per Monitoring will

Roche möglichst viel über den Hauptlauf

erfahren. Dabei geht es nicht allein um das

klassische Tracking, über das sich die Containerbewegung

nachvollziehen lässt. Roche

will mehr, wie Eleftherios Skountridakis

(Leiter Export-Abfertigung) und sein Kollege

Andreas Hilken (Leiter Seefracht) erläutern:

„Unser Kunde erfährt verbindlich, ob die

Temperatur im Container während des gesamten

Transportes im Toleranzbereich

zwischen zwei und acht Grad gelegen hat.“

Dazu verwendet der Logistikdienstleister

Cooltags. Das sind semiaktive Transponder

mit integrierter Sensortechnik in Visitenkartenform,

die in vorgegebenen Intervallen

Wärmewerte aufzeichnen. Das ermöglicht

die Überwachung des Temperaturverlaufs

über die komplette Transportkette hinweg.

Die in vielen Branchen einsetzbare, RFIDbasierte

Sensortechnik soll künftig auch

Randnotiz

Warum Kühlung während des Transportes

„Fast alle Wirkstoffe sind das Ergebnis aufwendiger Synthesen. Unter bestimmten

Bedingungen, insbesondere bei höheren Temperaturen, können sich die komplexen

Strukturen in vielen Molekülen verändern. Nicht nur chemisch-synthetisch hergestellte

Verbindungen, sondern auch Wirkstoffe oder Produkte biologischer Herkunft (pflanzlich,

tierisch oder aus Mikroorganismen gewonnen) unterliegen solchen Abbauprozessen. Aus

diesem Grund sind temperaturgeführte Transporte zwischen zwei und acht Grad zum

Beispiel bei Impfstoffen notwendig, da es sich dabei um extrem anfällige Wirkstoffe beziehungsweise

Zubereitungen handelt. Hier können bereits Temperaturen um 15 Grad

Abbau- und Zerfallsprozesse auslösen.“

Thomas Brückner, Leiter des Geschäftsfeldes Pharmazie/Besondere Therapieeinrichtungen im Bundesverband der

Pharmazeutischen Industrie e.V.

andere Einflussgrößen wie Feuchtigkeit,

Stoßbelastungen, Vibrationen, Licht und

Druck im Auge behalten.

Über den unwahrscheinlichen Fall einer Kühlunterbrechung

während des Seetransportes

wird Roche proaktiv durch Schnittstellenkontrolle

informiert. Deshalb kann das

Pharmaunternehmen früh entscheiden, wie

mit der Ladung weiterzuverfahren ist und

ob es womöglich eine Ersatzlieferung auf den

Weg bringt. „Mir ist das in meinen fünf Jahren

bei der Schenker Deutschland AG zwar noch

nie passiert“, sagt Skountridakis. „Aber trotzdem

haben wir ein Szenario erstellt, wie wir im

Fall des Falles reagieren.“ – Sicher ist sicher.

Aufgrund der Sensibilität ihrer Produkte

hat die Medizin- und Pharmabranche lange

Zeit nur sehr bedingt von der Möglichkeit des

Logistik-Outsourcings Gebrauch gemacht.

Doch diese kollektive Zurückhaltung gehört

inzwischen der Vergangenheit an. Und das

nicht nur deshalb, weil der Einsatz spezialisierter

Dienstleister ein „wirksames Mittel

bei Sparzwang“ darstellt, wie die Verkehrsrundschau

vor wenigen Wochen einen Fachartikel

betitelt hat. Vor allem der Wunsch nach

erstklassiger logistischer Qualität aus der

Hand von versierten Globalplayern beflügelt

die Medizin- und Pharmabranche bei ihren

Outsourcing-Aktivitäten. Eine Entwicklung,

an der auch die Schenker Deutschland AG

partizipiert.

WHO, EU und andere Instanzen reden mit

Die branchenspezifischen Anforderungen

beeinflussen die logistischen Abläufe schon

lange vor dem Transport der ersten Impfampulle.

Zum Beispiel dann, wenn es um grundlegende

Fragen geht: Was ist beim Umgang

mit pharmazeutischen Produkten vorgeschrieben,

erlaubt oder verboten Die Fahndung

nach eindeutigen behördlichen Richtlinien

mündet schnell in ein Delta von

Empfehlungen, die eher allgemein gehalten

sind und kaum praktische Anweisungen für

die Logistiker enthalten, wie Thomas Gräser,

Qualitätsreferent Luft/See der Schenker

Deutschland AG, betont. „Natürlich beachten

„Es kommt auf das enge Miteinander von

Hersteller und Logistikdienstleister an“,

konstatiert auch Joachim Fiebig, Leiter Produktmanagement

Luftfracht der Schenker

Deutschland AG. „Entscheidend für unsere

Kunden ist, dass sie einen Partner an ihrer

Seite wissen, der über das erforderliche

Branchen-Know-how verfügt und sich zudem

auf ein internationales und intermodales

Netzwerk stützt.“ Dabei dürfen sich

die weltweite Präsenz und die damit verbundene

Unternehmensgröße nicht nach teilig

auf die kundenorientierte Flexibilität auswirken,

wie Unternehmensberater John A. Eke,

Vorstand Exxent Management Team, der

Logistikbranche ins Pflichtenheft diktiert:

„Der Pharma- und Medizinmarkt ist in weiten

Teilen mittelständisch strukturiert und ruft

deshalb nach logistischen Global playern, die

trotz ihrer geballten Kompetenz beweglich

genug sind, sich auf die indivi duellen Kundenwünsche

einzustellen.“

Abgesehen von den Transportdienstleistungen

geht es dabei häufig auch um Value

Added Services, wie sie DB Schenker unter

anderem für den Kunden Roche erbringt.

Am Standort Mannheim unterhält das forschungs

orientierte Gesundheitsunternehmen

ein eigenes Lager, in dem mehr als

dreißig speziell geschulte Mitarbeiter der

Geschäftsstelle Mannheim (Luft/See, Logistik)

beschäftigt sind. Zu ihren Aufgaben gehören

das Belabeln und Kommissionieren

Bild rechts oben: In Bad Krozingen sammeln allein die Grobfilter der Zehnder-

Umluftreinigungsgeräte pro Jahr 40 Kilogramm Schwebstaub ein.

Bild rechts unten: Kühltrailer bei der Verladung von der Straße auf die Schiene.


Reportage

13

Temperaturgeführte Transporte in der Luftfracht

Hersteller

Per Kühltrailer gelangt

die Ware zum

Flughafen und bleibt

so lange auf dem

Fahrzeug, bis die

für den Luftversand

erforderlichen Paletten

bereitstehen.

Die Waren verweilen

auf Luftfracht-

Paletten im Kühl-

Zwischenlager. Die

Verladung in den

Frachtflieger erfolgt

erst wenige Minuten

vor dem Start.

Der Frachtflieger

besitzt eine Kühlzone

für die aktive

Kühlung während

des Lufttransportes.

Am Zielort gelangen

die empfindlichen

Produkte sofort in

ein Kühllager, das

DB Schenker unmittelbar

an der Rollbahn

unterhält.

Für den Transport

zum Empfänger

(z. B. Weiterverarbeiter

oder auch

Apotheke) werden

wieder Kühl-Lkw

eingesetzt.

Auch wenn der Transport schneller abgewickelt

werden muss, bleibt die Kühlung ein

zentrales Thema. Per Luftfracht gehen für

Roche zweimal pro Woche fünfzig Tonnen

von Luxemburg nach Indianapolis in die

USA – die Hälfte davon durchgängig bei

zwei bis acht Grad. Der Transport erfolgt

ab dem Roche-Lager Mannheim im Kühl-

Lkw, der die empfindlichen Präparate so

lange schützt, bis die für den Luftversand

erforderlichen Paletten bereitstehen. Nach

der Verladung auf die Paletten bleiben diese

in einem Kühl-Zwischen lager und verlassen

es erst wenige Minuten vor dem Start der

Frachtflieger, die über eine Kühlzone für

sensible Produkte verfügen.

Aus dem Flugzeug

direkt ins Kühllager

Neben der Kühlung, die der Flieger selbst

erzeugt, bestehen weitere Möglichkeiten,

die Fracht vor unerwünscht hohen Temperaturen

zu schützen. Zum Beispiel durch

Trockeneis oder Kühlakkus. Je nach verwendeter

Menge ersetzen diese Verpackungsbeilagen

den „Kühlschrank“ bis zu fünf Tage

lang. In Indianapolis unterhält DB Schenker

unmittelbar an der Rollbahn ein Kühllager,

wohin die Roche-Paletten direkt aus dem

Flugzeugbauch gelangen – ein „Coolservice“,

den sich manch ein erhitzter Passagier

wünschen würde.

Randnotiz

Aktive Kühlung –

PASSive Kühlung

Es gibt zwei grundsätzlich verschiedene

Methoden, Waren während des

Transportes zu kühlen. Bei der passiven

Kühlung werden Kältemittel

wie Trockeneis oder Kühlakkus der

Sendung beigepackt. Eine gut isolierende

Verpackung sorgt dafür, dass

der Inhalt möglichst lange die geforderte

Temperatur behält. Bei der

aktiven Temperaturführung wird die

Sendung in einem speziellen Luftfracht-/Kühlcontainer

transportiert,

der sensiblen Waren stabile Temperaturen

über längere Laufzeiten gewährleistet.

(„Prinzip Kühlschrank

oder Kühlraum“).

Den Import aus Indianapolis wickelt Roche

zu einem großen Teil über Frankfurt am Main

ab, wo die Sendungen schon eine Stunde nach

der Landung ohne Temperaturverluste auf

Lkw verladen werden. Mit dem 2009 eröffneten

Luftfracht Europa-Hub in Frankfurt

hat die Schenker Deutschland AG die erforderlichen

Voraussetzungen geschaffen,

um Pharma- und Medizinprodukte unter

Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen

und Kundenvorgaben zu lagern und umzuschlagen.

Auch die B. Braun Melsungen AG

nutzt das Drehkreuz am Frankfurter Flughafen

für ihr Asiengeschäft. Der Gesundheitsversorger

ist mit 30.000 Produkten eine

Größe auf dem Weltmarkt. Zu seinem umfassenden

Portfolio gehören Einwegspritzen,

Infusionslösungen und medizintechnische

Geräte, davon schlägt DB Schenker täglich

zwei bis zehn Tonnen im Hub um – dabei

handelt es sich zum größten Teil um Exporte

nach Fernost und Importe aus aller Welt.

Flüssiges Helium für

Magnetresonanztomographen

Das Thema Kühlung beschäftigt auch den

Local Key-Account-Manager Christian

Kühnel von der Geschäftsstelle Nürnberg

(Luft/See, Logistik). Er befördert zwar keine

pharmazeutischen Produkte, dafür aber die

hochempfindlichen Gerätschaften seines

Kunden Siemens, der an den Standorten

Forchheim und Erlangen unter anderem

Computertomographen (CT) und Magnetresonanztomographen

(MRT) baut. Für den

Einsatz in der Radiologie muss der supraleitende

Magnet eines MRT im Betrieb ununterbrochen

mit flüssigem Helium gekühlt werden.

Deshalb wird er bereits ab Werk mit

flüssigem Helium gefüllt ausgeliefert. Das

Problem: Pro Tag verdampfen etwa drei

Fotos: © Onur Döngel, istockphoto.com, Werbeagentur Müller GmbH (S. 13)

Prozent des Heliums, sodass nach dreißig

Transporttagen eine kritische Grenze erreicht

würde. Nicht zuletzt aus diesem Grund werden

Magnetresonanztomographen auch nach

Übersee hauptsächlich per Luftfracht befördert.

Zu den wichtigen Zielen gehören China

und Australien. Nach der Ankunft übernimmt

die jeweilige DB Schenker-Landesgesellschaft

die wertvollen Geräte und steuert den Nachlauf

bis zum Empfänger, sprich zu einer Klinik.

Dabei kommen keine gewöhnlichen Lkw zum

Einsatz, sondern luftgefederte Fahrzeuge, um

die stoßempfindlichen Tomographen möglichst

wenig zu erschüttern.

Standardleistungen sind unverzichtbar

Doch so sensibel Pharma- und Medizinprodukte

auch sind und so hoch die Verlader

ihre Anforderungen schrauben: Es verhält

sich keineswegs so, dass bei jedem Transportauftrag

Samthandschuhe, Kühlcontainer

und Pinzette zum Einsatz kommen.

Häufig reichen die im Alltagsgeschäft erbrachten

Leistungen aus, damit Tabletten,

Tropfen und Infusionen ihren Weg zum

Patienten finden. Der Grund dafür liegt

bei der Schenker Deutschland AG in der

ohnehin hohen logistischen und speditionellen

Qualität bei Land-, Luft- und Seefracht.

Ein Pharmaunternehmen im Rhein-

Main-Gebiet, das weltweit zu den Top-

Adressen in Sachen Forschung und

Produktion zählt, spannt seinen Logistikdienstleister

auch für Aufträge ein, die

nach außen ganz unspektakulär wirken,

die aber das Kerngeschäft der Schenker

Deutschland AG ausmachen. So übernimmt

die Geschäftsstelle Bingen für diesen Kunden

die deutschland-, europa- und weltweite

Versorgung seiner Lager. Innerhalb Euro ­

pas wird dazu vor allem der Lkw eingesetzt.

„Von den hochsensiblen Medikamenten

abgesehen, erfolgen die meisten Straßentransporte

als Teil- oder Komplettladungen“,

sagt der Leiter der Geschäftsstelle Jens

Röder. Bei der Seefracht zeigt sich ein ähnliches

Bild: Ob komplette Container oder

Teilladungen – alles läuft über das bewährte

Netzwerk unter Berücksichtigung der

Zulade-Restriktionen des Auftraggebers.

„Auch die Pharmabranche setzt bei interkontinentalen

Transporten auf die Kostenvorteile

der Seefracht“, räumt Röder mit

der Vorstellung auf, dass Medizinprodukte

bevorzugt per Flugzeug in die Ferne reisen.

Wenn es sich zeitlich einrichten lässt und

die Qualität des Frachtgutes unbeeinträchtigt

bleibt, geht es übers Meer.

Transporte im Stückgutnetz

Die Geschäftsstelle Hamburg (Land, Logistik)

holt täglich drei bis vier Lkw-Ladungen

mit bis zu 200 Einzelsendungen bei der

Schülke & Mayr GmbH in Norderstedt ab

und transportiert sie über die Stückgutsystemverkehre

zu anderen Geschäftsstellen

der Schenker Deutschland AG. Von dort

erfolgt dann die Feinverteilung an Apotheken,

Kliniken und Ärzte. Bei den für die

Schülke & Mayr GmbH beförderten Waren

handelt es sich vornehmlich um Artikel für

die Hygiene und Infektionsprävention, die

als Gefahrgut gelten und deshalb den entsprechenden

Verordnungen unterliegen.


Reportage

15

Dass dabei auch die umweltfreundliche

Schiene zum Einsatz kommt, zeigt das

Beispiel der Paul Hartmann AG. Für den

Hersteller von Hygieneprodukten für das

Wund-, Inkontinenz- und Infektionsmanagement

wickelt die Geschäftsstelle Ulm

(Luft/See, Logistik) Seeverkehre auf den

Relationen Südafrika, Australien und Neuseeland

ab. Der Logistikdienstleister versorgt

das Hartmann-Zentrallager nahe

Heidenheim mit Leercontainern, befördert

diese über die Straße zum zwanzig Kilometer

entfernten Containerterminal Ulm,

von wo es auf der Schiene zum Seehafen

Richtung Norddeutschland geht. In den

Ziel ländern übernehmen die jeweiligen

DB Schenker-Landesgesellschaften die

Fracht und erledigen in ihren eigenen Lagern

auch Warehousing für den Kunden.

Bessere Hygiene durch Staubfilter

Beim Handling der medizinischen Produkte

geht es manchmal buchstäblich um winzigste

Kleinigkeiten. Das belegt die Geschäftsstelle

der Schenker Deutschland AG

in Bad Krozingen, bei der Staubpartikel

Stück für Stück eingesammelt werden. In

ihrem Lager hält die Geschäftsstelle im Auftrag

der Schott AG pharmazeutische Primärverpackungen

wie Ampullen und Fläschchen

vor. Ein weiterer Kunde, die Akzenta

Services Limited, nutzt das gleiche Lager für

Einwegartikel, die jeder bei seinem Zahnarzt

schon mal gesehen hat: Mundschutz, Spülbecher,

Speichelsauger und dergleichen.

Dass sich solche Artikel nicht mit einer

staubschwangeren Luft vertragen, versteht

sich von selbst. Den Gummiabrieb von Fahrzeugreifen

kann man in der Lagerluft ebenso

wenig gebrauchen wie Zellulosefasern von

Verpackungen oder Zement- und Fußbodenpartikel,

die sich bei den Umschlagarbeiten

zwangsweise lösen. Um die Luft im Lager

möglichst staubfrei zu halten, wurde deshalb

eine hochmoderne Luftfilteranlage aus

dem Hause Zehnder Clean Air Solutions installiert.

Michael Doufrain, Leiter der Geschäftsstelle

Bad Krozingen (Land, Logstik),

sieht in der Installation einen doppelten

Effekt: „Mit unserer Investition haben

wir gleich zwei Vorteile erzielt. Unseren

Kunden bieten wir einwandfreie hygienische

Bedingungen für die Lagerung von

me dizinischen und pharmazeutischen

Produkten. Und unsere Mitarbeiter

profitieren von einer Raumluft, wie sie

in den Höhenlagen des Schwarzwaldes

kaum besser sein könnte.“ Und das ist kein

lockerer Spruch, sondern ernst gemeint!

Messungen vor und nach Inbetriebnahme

der Luftfiltertechnologie ergaben eine Reduzierung

des Feinstaubs um 77 Prozent.

Krankenhauslogistik:

2.000 Euro Einsparung pro Bett und Jahr

Das Stichwort Reduzierung führt zu einem

weiteren Aspekt der Logistik im Gesundheitswesen.

Die Notwendigkeit einer nachhaltigen

Kostenreduzierung veranlasst immer mehr

Krankenhäuser, ihre logistischen Prozesse

zu überprüfen. In vielen Kliniken haben sich

intransparente und unkoordinierte Bestellvorgänge

etabliert, was in aller Regel zu einer

wenig effizienten und äußerst unwirtschaftlichen

Logistik führt. Diesem unerfreulichen

Manko kann der Gesundheitsökonom Andreas

J. W. Goldschmidt durchaus eine positive

Seite abgewinnen: Denn wo Ineffizienz

vorherrscht, eröffnen sich Möglichkeiten für

die Kostenersparnis. So rechnet Goldschmidt

vor, dass sich im Krankenhaus durch eine

effiziente Gestaltung der Logistik durchschnittlich

„1.000 bis 2.000 Euro pro Bett

und Jahr einsparen lassen“. Nicht gerade

wenig, wenn man bedenkt, dass in vielen der

2.000 deutschen Krankenhäuser mehr als

600, in Universitätskliniken auch mehr als

1.000 Betten stehen.

Das Umdenken in Sachen Logistik hat

im Evangelischen Krankenhaus Oldenburg

(EVO) schon vor einem halben Jahrzehnt

zu einer grundlegenden Neustrukturierung

der Versorgungsprozesse

geführt, in die seit 2005

die Geschäftsstelle Oldenburg eingebunden

ist. In ihrem Lager hält

sie knapp eintausend verschiedene

Artikel vor, die ständig im EVO

benötigt werden. Dazu gehören

Einwegspritzen und Einmalhandschuhe

ebenso wie Verbandsmaterial

und Venenkatheter sowie Reinigungsmittel,

Formulare und

Bleistifte. Auch die Medikamente

für die Klinik gehen durch die Hände

der Logistiker – in versiegelten

Boxen. Die Oldenburger Großapotheke,

bei der das EVO seinen

Bedarf an Arzneimitteln und Medikamenten

bestellt, liefert die Waren

unsortiert ins Lager der Schenker

Deutschland AG, wo die einzelnen

Einheiten ohne Zwischenlagerung

nach Stationen oder OP-Sälen kommissioniert

werden. In diesem Zusammenhang

legt Stephen Walther,

Leiter Logistik am Standort Oldenburg,

Wert auf eine klare Unterscheidung

zwischen Verpackungseinheit

und Inhalt: „Genau ge nommen

kommissionieren wir keine Medikamente,

sondern verplombte

Gebinde, bei denen wir nicht erkennen

können, was drin ist.“ Diese

Mit den Kriterien, nach denen

ein Gesundheitsdienstleister

seinen Logistikpartner auswählen

sollte, befasst sich der

Gesundheitsökonom Prof. Dr.

Andreas J. W. Goldschmidt von

der Universität Trier:

Wichtig ist, sich folgende Klarheit zu verschaffen: Handelt

es sich bei einem „Logistikdienstleister“ primär um ein

Consultingunternehmen – nach dem Motto „Worte ohne

Taten“ oder „Virtualität ohne Physik“ Steht der Dienstleister

für Umsetzung und dauerhaften Betrieb gerade

(...) Bei der Auswahl des Dienstleisters muss daher sein

ganzheitlicher Ansatz und seine wirtschaftliche und fachliche

Kompetenz geprüft werden. Außerdem muss eine

beidseitige, langfristige und optimale Win-Win-Situation

erarbeitet werden.“

aus: Gesundheitswirtschaft in Deutschland, S. 284 (Schriftenreihe:

Gesundheitswirtschaft und Management, Band 1, 2009)

Differenzierung hat nichts mit Spitzfindigkeit

zu tun, denn der direkte Umgang mit Tabletten

und Wirkstoffen ist allein den ausgebildeten

Apothekern vorbehalten.

Logistik-Outsourcing bringt

Kosten- und Qualitätsvorteile

Ob temperaturgeführter Luft- oder Seetransport,

ob Ladungs- oder

Stückgutverkehre

über Land, ob Umschlag,

Lagerung

oder Kommissionierung:

Die Aktivitäten

von DB Schenker

im Umfeld der

Gesundheitsbranche

sind ebenso vielfältig

wie anspruchsvoll.

Nicht nur in Deutschland

wird seit Jahren auf allen

politischen und sozialen Ebenen

eine Diskussion geführt,

die zweierlei belegt. Erstens:

Unser Gesundheitswesen verursacht

immense Kosten, die es einzudämmen

gilt. Zweitens: Die Menschen

erheben Anspruch auf eine erstklassige

Versorgung. – „Aus diesen beiden Anforderungen

resultiert ein schwieriges, aber

nicht unlösbares Dilemma: Man will ein

Maximum an medizinischer Versorgung

sicherstellen und gleichzeitig die Kosten

herunterfahren. Und das geht!“, so der Vorstandsvorsitzende

der Schenker Deutschland AG,

Dr. Hansjörg Rodi. Professionelle Logistikkonzepte

wie die von DB Schenker leisten

einen Beitrag, der beiden Zielen gerecht wird:

Unternehmen der Gesundheitsbranche, die

ihre Logistik outsourcen, steigern die Effizienz

ihrer logistischen Prozesse und senken

somit ihre Kosten. Gleichzeitig tragen schlüssige

Logistiklösungen dazu bei, dass pharmazeutische

und medizintechnische Produkte

unversehrt bei ihrem Empfänger eintreffen –

eine Grundbedingung dafür, dass sie „wirken“

und dem Patienten nützen. Und genau darauf

kommt es schließlich an. ■

Fotos: © Gerald Senger istockphoto.com (S. 14); jobhopper, fotolia.de (S. 15);

Ghislain & Marie David de Lossy, gettyimages.de (S. 15)


16 News

17

Green Logistics

DB Schenker setzt auf Geothermie

Dass sich Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit in Einklang bringen lassen, beweist die

Schenker Deutschland AG ein weiteres Mal mit dem Bau ihres neuen Logistikzentrums

in Oldenburg. Der Neubau wird mit geothermischer Energie vollständig beheizt und

gekühlt. Als deutschlandweit erster Unternehmensstandort des Logistikdienstleisters

wird das Gebäude mit einer Wärmepumpenanlage ausgestattet, die so ausgelegt ist,

dass auf jede Art von zusätzlicher Energie für Heizung oder Kühlung verzichtet werden

kann. Ein wichtiger Schritt im Hinblick auf das anspruchsvolle Klimaschutzprogramm

des integrierten Logistikdienstleisters.

Dr. Hansjörg Rodi, Vorstandsvorsitzender

der Schenker Deutschland AG:

„Mit dieser Investition erfüllen wir ein Stück unseres

Versprechens, im Rahmen unseres umfassenden

Klimaschutzprogramms bis 2020 die Gesamtemission an

Kohlendioxid um mindestens 20 Prozent zu reduzieren.“

Was ist Geothermie

Der Begriff Geothermie leitet sich aus dem Griechischen geo = Erde und

therme = Wärme ab. Geothermie nutzt die vom glühenden Erdkern ausgehende

Erdwärme. Zur Energiegewinnung muss die Wärme aus der

Tiefe an die Erdoberfläche transportiert werden. Dafür gibt es

zwei Möglichkeiten: über heißes Gestein oder über heißes

Wasser aus natürlich vorkommenden heißen Thermalwasserschichten

(hydrothermische Erdwärme). Um

die Wärme aus dem heißen Gestein gewinnen zu

können, wird kaltes Wasser in die Tiefe gepumpt,

das sich am heißen Gestein erhitzt und wieder

nach oben gefördert. Heißes Thermalwasser

wird direkt angezapft und in die Höhe gepumpt.

Mit dieser Wärmeenergie werden

Generatoren betrieben, um klimafreundlich

Strom und Wärme zu erzeugen. Dabei wird

zwischen der Nutzung der Oberflächengeothermie

mit Hilfe von Erdwärmesonden zu Heiz- und

Kühlzwecken und der Tiefengeothermie mit Hilfe

von Tiefenbohrungen zur Strom- und Wärmegewinnung

unterschieden. Bei der Tiefengeothermie wird

die Erdwärme aus Tiefen über 400 m genutzt, weil dort die Temperaturen

im Normalfall weitaus höher sind als an der Erdoberfläche. Die Temperatur

direkt unter der Erdoberfläche beträgt im Durchschnitt ca. 10°C

und nimmt zum Erdinneren um etwa 3°C pro 100 m Tiefe

zu. Ende 2009 waren weltweit 50,6 Gigawatt (GW)

an thermischer Leistung und 10,7 GW Kapazität

zur Stromerzeugung installiert. Das waren 60

beziehungsweise 20 Prozent mehr als noch

vor fünf Jahren. Deutschland belegt mit fast

2,5 GW an thermischer Leistung einen

der vorderen Plätze bei der installierten

Kapazität zur Wärmeerzeugung. Deutlich

bevölkerungsärmere Länder wie

Schweden und Norwegen liegen allerdings

noch vor Deutschland. Bei der

Stromerzeugung reicht es nach Angaben

des Bundesverbandes Geothermie e. V.

bislang nur für einen Platz in der unteren

Tabellenregion, da in Deutschland nur wenige

Megawatt installiert sind.

99 Prozent der Erde sind heißer als 1.000

Grad Celsius. Die Temperatur im inneren

Erdkern beträgt nach verschiedenen Schätzungen

etwa 4.500 bis 6.500 Grad Celsius.

Ein Teil dieser unvorstellbaren Energiemenge

wird ständig über die Erdoberfläche an die

Atmosphäre abgegeben. Diesen geothermischen

Wärmefluss nutzen Erdwärmesysteme.

Erdwärme kann als Energiequelle zur

Erzeugung von Wärme, Kälte und Strom

unabhängig von Tages- und Jahreszeiten,

Wetter oder Klima genutzt werden. Nach

menschlichem Ermessen ist diese Geothermie

unerschöpflich und wird weltweit immer

öfter genutzt. Erdwärmesysteme garantieren

Unabhängigkeit von Öl und Gas und leisten

somit einen wichtigen Beitrag zur Entlastung

der Umwelt.

Green Logistics im Sinne von nachhaltiger

Logistik und die Verbesserung der CO 2 -Effizienz

stehen hoch im Kurs bei DB Schenker.

Kunden legen immer mehr Wert auf umweltverträgliche

Produkte, der „Carbon-Footprint“

– gemeint ist der Einfluss, den jeder

Einzelne auf die Umwelt hat – gewinnt in der

Öffentlichkeit zunehmend an Bedeutung.

Innovative Konzepte, Technologien und

Produkte ermöglichen es, bei gleichem

Output weniger Materialien und Ressourcen

Fotos: © eliandric, istockphoto.com (S. 16);

Schenker Deutschland AG (S. 17); setixela, istockphoto.com (S. 17)

einzusetzen und den Verbrauch nicht erneuerbarer

Ressourcen, wie Energie und Rohstoffe,

deutlich zu reduzieren. Geothermie ist

dabei nur eine von vielen Möglichkeiten, um

Ressourcen zu schonen.

Ökologisch und wirtschaftlich zugleich

Die Geothermie-Anlage im Logistikzentrum

der Schenker Deutschland AG in Oldenburg

ist mit Sonden ausgerüstet, die in bis zu 150

Meter tiefe Bohrlöcher eingeführt wurden.

Dort nimmt das in den Sonden enthaltene

Wasser-Glykolgemisch Erdwärme auf und

führt sie der im Gebäude installierten Wärmepumpe

zu. Die gewonnene Energie heizt das

1.200 Quadratmeter große Bürogebäude,

versorgt es mit Warmwasser und kühlt es im

Sommer. Dr. Hansjörg Rodi, Vorstandsvorsitzender

der Schenker Deutschland AG:

„Mit dieser Investition erfüllen wir ein Stück

unseres Versprechens, im Rahmen unseres

umfassenden Klimaschutzprogramms bis

2020 die Gesamtemission an Kohlendioxid

um mindestens 20 Prozent zu reduzieren.“

Die Wärmepumpe produziert viermal mehr

Energie, als sie an Betriebsstrom benötigt.

„Damit macht sich die Investition in die

Geothermie nicht nur unter ökologischen

Aspek ten, sondern auch aus wirtschaftlicher

Sicht langfristig bezahlt“, bestätigt Bernhard

Neemann, Leiter der Geschäftsstelle Oldenburg.

„In unserem neuen Oldenburger Umschlagzentrum

reduzieren wir die vergleichbaren

Energiekosten für Heiz- und Kühl zwecke pro

Jahr um mehr als die Hälfte. Wir sparen, verglichen

mit traditionellen Systemen, dank

dieser hocheffizienten Wärmepumpenanlage

deutlich. Bei dem Neubau in Oldenburg soll

sich die Nutzung regenerativer Energien bereits

nach acht bis neun Jahren amortisiert haben.“

Anfang kommenden Jahres wird das grüne

Logistikzentrum an der A 29 in Betrieb genommen.


18 News 19

Transportunternehmermodell

Erste Lkw-Übergabe bei der

Schenker Deutschland AG in Oldenburg

Seit Anfang 2010 nutzt die Schenker Deutschland AG das sogenannte Transportunternehmermodell

der Mercedes-Benz CharterWay und der Mercedes-Benz

Bank im Rahmen einer strategischen Partnerschaft. Hiervon profitieren nicht

nur DB Schenker, sondern auch die Transportunternehmen. Diese Partner können

sich im Rahmen des Transportunternehmermodells modernste Mietfahrzeuge beschaffen

und dabei vorteilhafte Finanzierungsdienstleistungen nutzen. Das ist

das Ergebnis der Partnerschaft zwischen der Schenker Deutschland AG und

Mercedes-Benz CharterWay, in der für bestimmte Fahrzeugtypen marktgerechte

Kondi tionen definiert wurden – im April fand die erste offizielle Fahrzeugübergabe

in Oldenburg statt.

Mercedes-Benz

CharterWay

Mercedes-Benz CharterWay ist seit

1992 Anbieter von Dienstleistungen

und Mobilität rund um die Beschaffung,

den Service und das Management

von Mercedes-Benz Nutzfahrzeugen.

CharterWay Service, CharterWay Service-Leasing

und CharterWay Miete

bilden die Angebotspalette des Marktführers,

der auf das gesamte Mercedes-

Benz Servicenetz in Deutschland und

Europa zugreifen kann. Deutschlandweit

betreut Mercedes-Benz Charter-

Way fast 70.000 Nutzfahrzeuge.

Transportunternehmer unterhalten heute in

der Regel keinen gekauften Fuhrpark mehr,

sondern halten sich flexibel mit geleasten Fahrzeugen.

Das erleichtert es ihnen, im Hinblick

auf Fahrzeugtechnik und EU-Abgasnormen

immer auf dem aktuellen Stand zu sein.

Die Partnerschaft der Schenker Deutschland AG

mit Mercedes-Benz CharterWay hat viele Vorteile

für den integrierten Transportunternehmer:

Er verfügt je nach Bedarf über eine Flotte

von gut gewarteten und einsatzbereiten Fahrzeugen

in eigener Firmenfarbe und die Fahrzeuge

sind optimal auf die Transportaufgabe

abgestimmt. Marc Bröcker, Leiter Zentrale

Einkauf/Technik der Schenker Deutschland

AG, lobt die Zusammenarbeit mit dem Kooperationspartner:

„Mit CharterWay haben wir

einen professionellen Partner aus der Nutzfahrzeugbranche

gewinnen können, der

Trends aufgreift, einen modernen Mietfuhrpark

mit dem neuesten Stand der Technik

einsetzt sowie all unsere Anforderungen aus

dem DB Schenker Carrier Store umsetzt“.

Marc Bröcker und Nils Krümpelmann, Leiter

Produktion der Geschäftsstelle Oldenburg

der Schenker Deutschland AG, übergaben im

Mercedes-Benz Autohaus Rosier GmbH & Co.

in Oldenburg dem Transportunternehmen

Rykena Transport & Logistik GmbH zwei

Actros Wechselbrückenzüge sowie fünf Atego

Durchladezüge der Marke Mercedes-Benz.

Ralf Bernhard, Geschäftsführer von Mercedes-

Benz CharterWay, zeigte sich anlässlich der

ersten offiziellen Fahrzeugübergabe über das

Lob seitens der Schenker Deutschland AG zufrieden.

„Insbesondere die Kommunikation

Bernhard Ruigrok van de

Werve (CharterWay),

Dennis Rykena (Rykena),

Marc Bröcker (Schenker

Deutschland AG), Udo

Klüver (CharterWay);

von links.

und das gegenseitige Vertrauen sind sehr wichtig.

Denn ohne dieses grundsätzliche Vertrauen

würden sich die Prozesse und Schnittstellen

dieses komplexen Modells nicht beherrschen

lassen“, betonte Bernhard. Besonders anschaulich

wird die gute Zusammenarbeit am

Beispiel der fünf Werkstätten der Schenker

Deutschland AG, die deutschlandweit im

Namen und Auftrag von Mercedes-Benz Reparaturen

an geleasten Fahrzeugen durchführen.

Darüber hinaus beliefert der DB Schenker-

Fahrzeugbau in Coburg Mercedes-Benz seit

April dieses Jahres im Rahmen einer Generalunternehmerschaft

mit Wechselrahmen

für Dreiachser-Fahrzeuge, die nicht nur den

besonderen Qualitätsanforderungen von

Mercedes-Benz gerecht, sondern auch durch

die Qualitätssicherung des Werkes Wörth

zertifiziert werden. ■

Fotos: © Mercedes-Benz CharterWay (S.18); Kara, fotolia.de; Lars Johansson,

istockphoto.com; Stockbyte, fotosearch.de (S.19)

Kombinierter Verkehr

Schwedische Großbaustellen –

von DB Schenker

versorgt

Rund 12.500 Tonnen Fertigbetonwände werden

die Experten von Rail Logistics & Forwarding

(RLF) der Schenker Deutschland AG bis zum

Frühjahr 2011 nach Schweden befördern. Am

8. Juni 2010 rollten die ersten acht von insgesamt

über 400 Spezialcontainern auf der Schiene nach

Skandinavien. Im Auftrag der auf Blähton-Wandelemente

spezialisierten PRAEFA

GmbH versorgten die Logistiker

in einem ersten Schritt Ende

Juli den Bau von 70 modernen

Wohnungen in Västeras, 80 Kilometer westlich

von Stockholm. Ab August folgten weitere Großprojekte

der Wohnungs- und Baugesellschaft

ByggVesta AB und anderer Baugesellschaften in

Malmö und Stockholm. Bis Februar 2011 werden

über 200 Güterwagen umweltverträglich ab Neubrandenburg

schwedische Großbaustellen Just-in-

Time mit Betonelementen versorgen. aktuell

sprach mit Gerhard Barnasch, dem zuständigen

Key-Account-Manager der Schenker Deutschland AG,

über das „Grüne Logistik-Projekt“.


20 news 21

über 200 Güterwagen ... 12.500 Tonnen Baumaterial ... Just-in-Time ... umweltverträglich

Herr Barnasch, was hat die PRAEFA GmbH

dazu veranlasst, die schwedischen Baustellen

ausschließlich per Schiene zu beliefern

Die globale Wirtschaftskrise hat zu einem

starken Preisdruck auf Hersteller von Betonelementen

geführt. Um weiterhin wettbewerbsfähig

zu bleiben, müssen Kosten reduziert werden.

12.500 Tonnen Baumaterial per Lkw von

Neubrandenburg nach Schweden zu transportieren,

wäre ein enormer Kostenfaktor für

Hersteller und Käufer. Nicht nur wegen gestiegener

Dieselpreise, sondern auch im Hinblick

auf den „Kostenfaktor“ CO 2 -Emissionen.

Schweden rangiert in Sachen Klimaschutzverordnungen

ganz vorne. Hier wird schon bei der

Auftragsvergabe sehr genau darauf geachtet,

dass die Umweltbilanz der Lieferanten stimmt.

CO 2 -Emissionen als Kostenfaktor,

wie ist das zu verstehen

Umweltpolitische Maßnahmen zum Klimaschutz

verursachen indirekte Kostensteigerungen

für die Unternehmen. Zum Beispiel

durch den Erwerb von sogenannten Emissionsrechten.

In Deutschland nehmen derzeit

Betreiber von großen Feuerungsanlagen sowie

größeren Anlagen der energieintensiven

Industrie wie Stahlwerke, Raffinerien und

Zementwerke am Emissionshandel teil.

Und welcher Zusammenhang besteht zwischen

Emissionsrechten und der Transportleistung

der Schenker Deutschland AG

Unsere Logistiklösung Kombinierter Verkehr

wirkt sich positiv auf die CO 2 -Bilanz für den

Kunden aus. Je weniger Emissionen, desto

wirtschaftlicher ist das für ein Unternehmen.

Das Prinzip ist einfach: Wer die Luft mit Treibhausgasen

belastet, benötigt hierzu Rechte.

Für jede emittierte Tonne CO 2 muss ein betroffenes

Unternehmen im April des folgenden

Jahres ein EU-Emissionsrecht einreichen.

Wer mehr CO 2 emittiert, als ihm laut seiner

Zuteilung zusteht, muss eine Strafe zahlen

oder handeln: Das entsprechende Unternehmen

kann zusätzliche Emissionsrechte kaufen

oder Maßnahmen zur Reduzierung der

Emissionen ergreifen. Wer seine Emissionen

reduziert, kann die entsprechend nicht benötigten

Rechte verkaufen. Im Vergleich zu

reinen Lkw-Verkehren sparen wir alleine auf

der Relation Neubrandenburg-Västeras mehr

als 80 Prozent der CO 2 -Emission ein.

Ist es denn so einfach möglich, Transporte

auf die Schiene zu verlagern

Ja und nein. Das kommt auf die zu transportierenden

Güter und das Volumen an. Die

Bahnverladung hat andere Voraussetzungen

als ein Lkw-Transport: Infrastruktur, geeignete

Lademittel sowie exakt abgestimmte

Vor- und Nachlaufprozesse müssen berücksichtigt

werden. Wir arbeiten seit mehr als

drei Jahren an einem Konzept für Transporte

in Flat-Rack-Containern, das sind Spezialpaletten,

die sich besonders für diese Fertigbetonteile

eignen, da sie an drei Seiten und

oben offen sind. Mit diesem Konzept können

wir jetzt allen Anforderungen der europäischen

Bahnen gerecht werden.

Wie war das bei PRAEFA, womit hat Ihr

Konzept überzeugt

Wir haben in der Vergangenheit schon einige

solcher Transporte nach Dänemark und

Schweden erfolgreich durchgeführt. Unser

ökonomischer und ökologischer Ansatz hat

den Kunden überzeugt. Das Konzept erwies

sich als so stimmig, dass PRAEFA bereit war,

im ersten Schritt bereits mehr als 75.000 Euro

in den Umbau ihres firmeneigenen Transportgeräts

zu investieren.

Was wurde umgebaut

Die normalen Flat-Rack-Container wurden

umgebaut und mit Greifkanten für die Verladung

mit Reachstackern versehen. Reachstacker

sind Flurförderzeuge, die zum Umschlag

von Containern im Kombinierten

Verkehr sowie zum Stapeln der Container

eingesetzt werden. Trotz der zunächst

entstandenen Kosten amortisieren sich die

Investitionen für PRAEFA schnell. Dank des

Umbaus von 30 Flat-Rack-Containern ist nun

ein schneller, kostengünstiger Umschlag mit

Reachstacker oder Portalkränen in jedem

Containerterminal möglich. Das spart Zeit,

Manpower und Kosten.

Wo liegt die logistische Herausforderung

bei diesem Auftrag

Die Betonteile müssen genau dann auf der

Baustelle sein, wenn sie benötigt werden!

Das heißt, die Versorgung muss Just-in-Time

erfolgen. Seit Juni 2010 führen wir wöchentlich

fünf Transporte durch. Jede Sendung

Die PRAEFA GmbH ist ein dänischer Hersteller von Betonfertigteilen.

Das Unternehmen wurde 1973 in Oestervra

(Nordjütland) gegründet und ist seit über dreißig Jahren

insbesondere in Dänemark, Polen und Deutschland tätig.

PRAEFA produziert Schwer- und Leichtbetonelemente für

den kompletten Rohbau im Wohnungsbau bis hin zu komplexen

Wohnanlagen sowie Landwirtschaftsbauten. Seit

2005 produziert PRAEFA auch in Neubrandenburg,

Mecklenburg-Vorpommern.

Fotos: © PRAEFA GmbH (S. 20); Kai-Uwe Gundlach (S. 20); ByggVesta AB (S. 21); Design Pics, fotosearch.de (S. 21); Flynt, dreamstime.com (S. 21); Kara, fotolia.de (S. 20-21)

umfasst alle Betonelemente, die für jeweils

eine Etage der bis zu siebengeschossigen Häuser

benötigt werden. Der Transport dauert

drei Tage. Der Zug verlässt Mittwoch Neubrandenburg,

kommt montags in Schweden

an. Die Montage erfolgt unmittelbar ab Montagmittag

bis Freitagabend. Wenn das nicht

klappt und sich der Rohbau durch Lieferprobleme

verzögert, entsteht ein Dominoeffekt,

der auch die anderen Gewerke erfasst.

Können wir solche Termine überhaupt

verbindlich zusagen

Selbstverständlich – Termintreue und Verlässlichkeit

ist Teil unserer Kompetenz. Das funktioniert,

weil die gesamte Transportkette aus

einer Hand gesteuert wird. Wir sorgen für

eine termingenaue Gestellung der Leerwaggons,

holen die beladenen Container am Gleisanschluss

des PRAEFA-Werks in Neubrandenburg

ab und bringen sie fahrplangenau

per Güterzug und Fähre bis in das Kombi-Terminal

im schwedischen Västeras. Auch die

Steuerung des Nachlaufs vom Containerterminal

bis zur Baustelle liegt in Händen von

DB Schenker und wird über die Geschäftsstelle

Güstrow koordiniert. Hierzu sind eigens zwei

Trailer in Skandinavien abgestellt. Im Kombiterminal

werden die Container auf die Fahrzeuge

verladen und zur Baustelle geliefert.

Was macht Bahnlogistik für Kunden wie

PRAEFA so attraktiv

DB Schenker verknüpft Schienen- und Straßenverkehr

optimal. Das bedeutet weniger

Transporte bei gleichzeitig mehr Sendungsvolumen,

für den Kunden können pro Ladeeinheit

höhere Mengen und mehr Gewicht

transportiert werden. Das steigert die Effizienz

und reduziert Kosten. Die 200 Güterwagen,

die bei diesem Auftrag eingesetzt

werden, entsprechen ungefähr 440 Lkw-

Transporten. Für PRAEFA halbieren sich

dadurch die Transportkosten.

Und die Ökobilanz stimmt auch

Auf jeden Fall – wir setzen mit umweltfreundlichen

Schienentransporten und einem

kurzen Nachlauf auf der Straße bei der Versorgung

der schwedischen Baustellen konsequent

auf Green Logistics. Damit haben wir

nicht nur die wirtschaftlichste, sondern vor

allem auch die ökologischste Just-in-Time-

Versorgung der Großprojekte realisiert.

Durch den Bahntransport sinkt der Kohlendioxid-Ausstoß

um rund 80 Prozent. Das

haben Umweltverträglichkeitsvergleiche

zwischen Lkw-Transport und Bahn-Transport

von Neubrandenburg bis Västeras sowie Vergleiche

gegenüber innerschwedischen Transporten

via Lkw eindeutig ergeben.

Green Logistics – was verbirgt sich dahinter

Im Zuge des weltweiten Klimaschutzes spielen

Umwelt- und Ressourcenschutz eine

immer größere Rolle, auch in der Logistik.

Nahezu jedes Produkt wird von A nach B und

weiter transportiert, dabei werden CO 2 -Emissionen

freigesetzt, diese sollten auf ein Minimum

reduziert werden. 13 Prozent der weltweiten

CO 2 -Emissionen werden durch Autos,

Schiffe, Züge und Flugzeuge verursacht.

Trans portdienstleister und Logistikunternehmer

stehen also vor einer großen Herausforderung.

Dreh- und Angelpunkt aller Initiativen

für nachhaltige Logistik ist deshalb

immer, den Ausstoß von klimarelevanten

Gasen zu verringern.

Welche Rolle spielt Klimaschutz bei

DB Schenker

DB Schenker ist bestrebt, Transportleistungen

möglichst emissionsarm zu gestalten und beachtet

Umweltaspekte bereits in der Planung

von Transportprozessen. Kombinierter Verkehr

ist ein Aspekt auf dem Weg zur Grünen

Logistik. Klimaschutz beginnt bei DB Schenker

immer schon vor dem eigentlichen Transport,

also bei der Kundenberatung und Planung

neuer Projekte. Auf Wunsch erstellen unsere

Umweltexperten detaillierte CO 2 -Footprint-

Berechnungen*, beraten im Hinblick auf CO 2 -

Minderungsmaßnahmen und legen so die

Grundlage für die Optimierung der Transportketten.

Basis ist das flächendeckende

internationale Netzwerk, das die Stärken der

einzelnen Verkehrsträger sinnvoll miteinander

verbindet. Firmen können ihre Gütertransporte

nicht nur nach wirtschaftlichen,

sondern auch nach ökologischen Kriterien

durchführen lassen.

Vielen Dank für das Gespräch! ■

* „Ökologischer Fußabdruck“ – mit Hilfe von Carbon

Footprints kann man die Gesamtheit der CO 2 -Emissionen,

die ein Produkt oder eine Dienstleistung im

gesamten Lebenszyklus produziert, feststellen.


22 Best Practice Best Practice 23

Orderlogistik

Neue Geschäftsstelle für Seminarlogistik

In München hat die Schenker Deutschland AG eine neue Geschäftsstelle eingerichtet, die sich von den

sonstigen merklich unterscheidet. Denn hier rollen keine Lkw über den Hof und eine Umschlaghalle

sucht man auch vergeblich. In der St.-Martin-Straße geht es um reine Orderlogistik mit dem Schwer -

punkt Seminarlogistik.

In der neuen Geschäftsstelle ist nur selten von

Paletten, Stückgut oder Ladungsverkehren die

Rede. Stattdessen stehen Themen wie Veranstaltungsmanagement,

Teilnehmerservice und

Terminkoordination täglich auf der Agenda.

Das sind die Dienstleistungen, die sich Geschäftsleiterin

Cornelia Zeidler und ihre Mitarbeiter

auf die Fahnen schreiben. „Mit unserem

33-köpfigen Team nehmen wir den Kunden

nahezu alles ab, was für die Planung, Organisation,

Durchführung und Nachbereitung von

Seminaren und Workshops erforderlich ist.“

Das Angebot der Seminarlogistik ist vielfältig.

Die Kunden können Teilbereiche wie die Buchung

von Trainern, das Anmeldungshandling

oder die Auswertung von Feedbackbögen an

den Logistikspezialisten delegieren. Oder sie

buchen gleich ein umfassendes Komplett-Paket,

das sämtliche Aufgaben einer Seminarorganisation

einbezieht, was die telefonische Beratung

von potenziellen Teilnehmern ebenso

einschließt wie das Inkasso inklusive Mahnwesen.

Pro Jahr werden 3.500 Veranstaltungen

mit insgesamt 35.000 Teilnehmern betreut.

Für Seminarveranstalter und Unternehmen

mit mehr als 5.000 Mitarbeitern

Auch wenn die Geschäftsstelle erst seit dem

1. Mai als eigenständige Einheit auftritt, so

Seminarlogistik

Veranstaltungsmanagement

Terminplanung

Auswahl der Locations

Terminpflege im Online-Portal

(kundeneigenes oder DB Schenker-

Portal)

Trainerdisposition

Ausstattung der Seminarräume

Teilnehmermanagement

telefonische Beratung der

Teilnehmer

Hotelreservierungen

Bereitstellung von Teilnehmerunterlagen

blickt sie schon auf eine mehrjährige Geschichte

zurück. Zuvor gehörte die Seminarlogistik

zur Schenker Industrial Logistics

GmbH, die in diesem Jahr in die Schenker

Deutschland AG integriert wurde. Während

man sich früher vornehmlich auf die Seminarbetreuung

eines Großkunden konzentriert

hat – per anno 3.000 Veranstaltungen mit

durchschnittlich zehn Teilnehmern – öffnet

sich der Geschäftsbereich nun einem weiteren

Kundenkreis, der sich aus Seminarveranstaltern

und aus Unternehmen mit eigenen Schulungsaktivitäten

zusammensetzt. „Als Kernzielgruppe

fassen wir Unternehmen mit mehr

als fünftausend Mitarbeitern sowie überregional

agierende Veranstalter ins Auge“, konkretisiert

Cornelia Zeidler die Marketingstrategie.

Outsourcing schafft Freiräume

Der Kundennutzen liegt auf der Hand: Das

Ausrichten von Seminaren – bei mittelständischen

Unternehmen meistens eine Aufgabe

für die Personalabteilung – wird von

zahlreichen Routinearbeiten entlastet.

Raumbeschaffung und -ausstattung, die

Abstimmung mit Teilnehmern und Trainern,

die Zusammenstellung von Arbeitsunterlagen

oder auch die Stornierung von Veranstaltungen

mit zu wenigen Anmeldungen:

Versand von Einladungen und

Teilnahmebestätigungen

Auswertung von Feedbackbögen

Fakturierung, Zahlungseingangskontrolle,

Mahnwesen

Projektsupport

umfassende Unterstützung von

Seminar-Projektteams

Organisation von Meetings

Betreuung von Trainingszentren

Betreuung von Hotlines und

User Help Desks

Kontakt:

cornelia.zeidler@dbschenker.com

Telefon +49 89 635-81670

All das raubt Zeit und Nerven und hält die

Mitarbeiter der Personalabteilung länger als

vertretbar von ihren eigentlichen Aufgaben

ab. Auch große Seminarveranstalter können

durch den Einsatz der externen Seminarlogistik

ihre Effizienz erheblich steigern. „Oft

wissen die Verantwortlichen gar nicht, wie

viel teure Manpower in die Seminarvorbereitung

fließt. Wer die Organisation von Seminarserien

an spezialisierte Profis delegiert,

gewinnt Kostentransparenz und schafft Freiräume

für seine Mitarbeiter“, bringt die

stellvertretende Geschäftsleiterin Birte

Lang-Lendorff die wichtigsten Vorteile der

Seminarlogistik unter dem Markenzeichen

DB Schenker auf den Punkt.

Den geografischen Fokus richtet die Seminarlogistik

derzeit auf den deutschen Raum.

Ob Hamburg, Hannover oder Berchtesgaden:

Wo auch immer ein Seminar angesetzt wird,

übernimmt der Logistikspezialist das organisatorische

Drumherum. Und wenn es seminartechnisch

mal nach Dublin oder Buenos

Aires gehen soll „Das stellt für uns auch

kein Problem dar“, sagt Zeidler selbstbewusst.

„Immerhin stützen wir uns auf ein

Logistiknetzwerk, das in 130 Ländern mehr

als 2.000 Standorte unterhält.“ ■

Fotos: © Dmitriy Shironosov, istockphoto.com (S.22); Ssuaphoto, dreamstime.com (S.23)

Flugzeuge sind aus der weltweiten Transportkette

nicht mehr wegzudenken. Wenn sie plötzlich ausfallen,

entsteht logistisches Chaos. Schon kleinste

Störungen im Flugverkehr können empfindliche

Auswirkungen für die Airlines haben, denn Flugzeuge

sind nur dann wirtschaftlich, wenn sie sich

in der Luft befinden. Ob im Fracht- oder Passagiergeschäft:

Werden Ersatzteile für Fluggesellschaften

irgendwo in der Welt benötigt, müssen

diese in kürzester Zeit beschafft werden. Mit

DB SCHENKERaeroparts bietet der Logistikdienstleister

maßgeschneiderte Logistiklösungen

für die Luftfahrtbranche an.

DB SCHENKERaeroparts –

zuverlässig im Aufwind


24 Best Practice

25

Der speziell auf die Anforderungen der Luftund

Raumfahrtindustrie zugeschnittene Service

kombiniert alle Module einer modernen

Logistik: Landverkehr, Luft- und Seefracht

sowie eine exzellente Lagerlogistik unterstützen

das Supply Chain Management für Produktionsprozesse,

Ersatzteilversorgung, Reparaturservice

und 24/7 AOG-Operations*.

Logistikanforderungen

der Luftfahrtindustrie

Joachim Zuraw, Head of Business Development

DB SCHENKERaeroparts, fasst die speziellen

Logistikanforderungen der Luftfahrtbranche

zusammen: „Ein globales Netzwerk,

Zuverlässigkeit, Schnelligkeit, branchentypisches

Know-how und verlässliche Informationen

über jeden Schritt der Supply Chain,

ein 24/7-Service, also rund um die Uhr, sieben

Tage die Woche – das sind die speziellen

Anforderungen der Luftfahrtindustrie.“

Egal ob es sich „nur“ um einen Transport von

A nach B handelt oder um eine komplexe

Logistiklösung: Fluggesellschaften, Luftfahrzeugbetreiber,

Flugzeugmotoren- und Triebwerkshersteller,

Reparatur- und Wartungsunternehmen

sowie Luftfahrtzulieferer

erhalten genau den Logistik-Service, der den

Anforderungen dieser Branche gerecht wird.

Für jede Anforderung

das passende Servicepaket

Um die Einsatzfähigkeit von Flugzeugflotten

zu gewährleisten, spielt die Ersatzteilversorgung

eine große Rolle. Von der Niete in der

Außenverkleidung bis zum Navigationscomputer

entscheiden Ersatzteile auch über die

Sicherheit von Passagieren und Fracht. Ohne

den schnellen Einbau von Ersatzteilen und die

zeitnahe Wartung am Boden würde jede Airline

im internationalen Wettbewerb bald den

Anschluss verlieren. Daher ist eine effiziente

Ersatzteillogistik erforderlich. „Der Schlüssel

zur bestmöglichen Versorgung der Luftfahrtindustrie

liegt in der wirkungsvollen Kombination

von Distributions- und Lagerlogistik.

DB SCHENKERaeroparts bedient sich aller

Verkehrsträger und bietet darüber hinaus

Lagerlogistik in jeder Größe an“, erklärt

Joachim Zuraw. „An wichtigen Knotenpunkten

der internationalen Luftfahrt lagert

DB Schenker wichtige Bau- und Ersatzteile

unterschiedlicher Hersteller ein, um möglichst

kurze Wege zu den jeweiligen Flugzeugwerften

zu gewährleisten.“

* Aircraft On Ground

Die Priorität AOG erfordert ein umfangreiches

Servicepaket. Hier reicht das Angebotsspektrum

von Express-Luftfracht, Sonderfahrt,

OBC* (On Board Courier; Erklärung

siehe Seite 27) bis zum Flugzeugcharter. Im

Vordergrund steht immer die wirtschaftlich

sinnvollste Variante. Die Abwicklung dauert

standardmäßig sechs bis 36 Stunden, je nach

geographischer Gegebenheit. Für AOG-Sendungen

steht eine Service-Line 24 Stunden an

365 Tagen im Jahr zur Verfügung. Derzeit verfügt

DB Schenker über ein globales Netz von

28 aktiven 24/7-AOG-Desks, die alle untereinander

über Schenker-ATOL (AOG Tool

On Line) vernetzt sind. In Deutschland ist

DB SCHENKERaeroparts mit einem

24/7-AOG-Desk in Frankfurt (Cargo City

Süd) vertreten.

„Unsere Kunden haben ebenfalls Zugang zu

ATOL, um alle Informationen aus erster Hand

zu erhalten. Über ein interaktives Kommunikationsfenster

können sie mit dem AOG-Desk

kommunizieren und z. B. kurzfristige Änderungen

mitteilen. Für 2010 sind weitere weltweite

AOG-Desks geplant“, so Joachim Zuraw.

Ziel von Supply Chain Management (SCM) ist es, sämtliche logistische Aktivitäten unter Berücksichtigung

von Ressourcen, Möglichkeiten, Kosten und Lieferzeitvorgaben auf weltweiter Basis zu integrieren.

Landesweite lokale Unterstützung durch z. Zt. mehr als 30 AOG-Desks

OEM

25.000 Cies

Airframe

Component Engine Airlines Helicopters MRO Defense

YUL

KEF

CPH

DUB

AMS

FRA

ZRH

BTS

Customer

Supplier

Transport

Customers

Receipt

Shipping

Logistic

Center

Distribution

Production

Mex

MIA

LHR

CDG

LIS

MAD

IST

TLV

DEL

ATH

HKG

TPE

NRT

MNL

1. Transport

2. Logistic Center

3. Internal Distribution

Management

Management

Management

RIO

JNB

DXB

BAH

CMB

KUL

SIN

SYD

AKL

Es gibt drei Prioritäten, die der Logistikdienstleister

mit maßgeschneiderten Servicepaketen

abdeckt:

DB SCHENKERaeroparts routine –

routiniert ans Ziel

Priorität RTN = Routine: gemeint ist in

der Regel „Stock Replenishment“, also Bestandsauffüllung.

Die Ware wird innerhalb

von vier bis sieben Werktagen zugestellt,

der Abflug erfolgt im Sammelverkehr.

DB SCHENKERaeroparts critical –

schnell und sicher zur Heimatbasis

Priorität CRIT = Critical: eine kritische

Situation bahnt sich an, das Flugzeug darf

aber noch fliegen und das benötigte Ersatzteil

kann in der Heimatbasis eingebaut werden.

Hier beträgt die Laufzeit von der Auftragserteilung

bis zur Auslieferung 48 bis

72 Stunden. Abflug erfolgt mit First-Class-

Carriern.

DB SCHENKERaeroparts aog –

wenn jede Minute zählt

Priorität AOG = Aircraft On Ground: der

Supergau schlechthin. Ein Flugzeug darf

wegen eines fehlerhaften Teils nicht mehr

fliegen. Egal ob es nur ein kleiner Dichtungsring

ist, der weniger als 2 USD kostet

oder ein ganzes Triebwerk für bis zu

15 Mio USD. Jetzt zählt jede Minute, denn:

„Wenn dann noch Passagiere auf andere

Fluggesellschaften umgebucht oder gar

ins Hotel verbracht werden müssen, ist

Eile geboten und das entsprechende Ersatzteil

muss umgehend zum havarierten

Flieger, um wirtschaftliche Verluste so

klein wie möglich zu halten“, betont

Joachim Zuraw. Nicht weniger kritisch

ist ein AOG bei der Flugzeugwartung oder

in der Produktion, ein WSP = Work Stoppage,

wenn die Arbeit nicht weitergeführt

werden kann, bis das fehlende Teil verbaut

ist.

Foto: © Ssuaphoto, dreamstime.com (S. 24-25)


26 Best Practice 27

* On Board Kurier

Der On-Board-Courier (OBC) ist mittlerweile zu

einem festen Bestandteil der Notfalllogistik geworden

und wird immer dann eingesetzt, wenn herkömmliche

Expressfracht-Systeme nicht schnell genug

sind. Binnen kürzester Zeit können Kunden mit

einem Flugkurier (OBC) Sendungen, Geschäftspapiere

und andere eilige Päckchen on board zustellen

lassen. Eine Person fliegt mit dem nächsten verfügbaren

Flug und nimmt die Ware als Handgepäck oder

als persönliches Gepäck mit, was das Ein- und Auschecken

wesentlich beschleunigt, denn Passagiergepäck

hat immer Vorrang vor der Fracht. Bei großen

Mengen wird eine Gebühr für Übergepäck fällig, die

allerdings ein Vielfaches der Frachtrate beträgt.

Wird ein OBC eingesetzt, ermittelt DB SCHENKERaeroparts

die schnellste und effizienteste Transportroute,

bucht entsprechende Verbindungen und

bestätigt diese verbindlich dem Kunden. Der Kunde

erhält neben dem kompletten Vorschlag zur Abwicklung

auch die nötigen Kontaktdaten des Kuriers, damit

der Empfänger jederzeit mit ihm in Verbindung

treten kann. Flugkuriere fliegen meist mit Linienfliegern,

am schnellsten direkt und im Sinne des Kunden

auch möglichst preiswert.

DB Schenker präsentiert innovative

EDV-Lösungen auf der ILA 2010

Der Logistikdienstleister ist auch regelmäßiger

Aussteller auf den wichtigsten Luftfahrtmessen

in Paris, Dubai, Singapur,

Hongkong, Hyderabad und Berlin. Auf der

Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung

ILA 2010 vom 8. bis 13. Juni in Berlin

präsentierte die Schenker Deutschland AG

die Leistungen von DB SCHENKERaeroparts,

wobei die internetbasierten Produkte „ATOL“,

„Aero-WMS“ und „CARLA/RMS“ im Mittelpunkt

standen.

ATOL (AOG Tool On Line) – internetbasierte

Koordination und Überwachung

von AOG-Sendungen, 100% vernetzt mit

den weltweiten DB SCHENKERaeroparts-

AOG-Desks sowie interaktive Kundenanbindung.

Aero WMS – das internetbasierte Lagerverwaltungssystem

ist speziell auf die

Belange der Luftfahrt zugeschnitten und

eignet sich besonders für kleinere Lageranforderungen

mit bis zu 5.000 Artikeln.

Neben Standardanforderungen wie Menge,

Artikelnummer etc. werden hier auch Luftfahrttauglichkeitszertifikate,

Lebenszyklen

der Teile sowie sogenannte „service able“

oder „unserviceable“ Stati erfasst und dargestellt.

Damit werden die hohen Qualitäts-

und Sicherheitsanforderungen der

Luftfahrt erfüllt.

Foto: © Ssuaphoto, dreamstime.com (S. 26-27)

CARLA/Repair Management Systems

(RMS) – ein Tool, mit dem die Umlaufzeiten

für Flugzeugkomponenten optimal

koordiniert und verwaltet werden, ein

ebenfalls internetbasiertes System für

Monitoring/Überwachung von Reparaturteilen

und Komponenten. Viele Baugruppen

in einem Flugzeug haben nur eine begrenzte

Lebenszeit. Wie bei einer Art TÜV

müssen diese Teile regelmäßig ausgebaut

und überprüft werden, bevor sie weiterverwendet

werden können. DB SCHENKERaeroparts

übernimmt das komplette

Reparaturmanagement. Das Ganze wird

durch CARLA dokumentiert, mit allen

Kennzahlen über den gesamten Reparaturprozess

und Transport inklusive der

damit im Zusammenhang stehenden

Kosten und Gesamtzeiten. „Der Vorteil

für die Kunden besteht darin, die Gesamtdurchlaufzeit

zu reduzieren, dadurch

weniger teure Komponenten zu bevorraten

und entsprechend geringere Kapitalbindung

zu haben“, erläutert Joachim

Zuraw den Kundennutzen. ■

Joachim Zuraw

Schenker Deutschland AG

Sales & Business Development Manager

DB SCHENKERaeroparts systems

Telefon +49 40 5079049-320

Mobil +49 151 11717670

22848 Norderstedt


28 DB Schenkersportsevents 29

Branchenkompetenz

auf Intersolar bewiesen

Bei der weltweit größten Fachmesse der Solarwirtschaft Intersolar

Europe standen die Dienstleistungen von DB Schenker

hoch im Kurs. Rund 72.000 Fachbesucher aus 150 Ländern

kamen im Juni zu der dreitägigen Leistungsschau nach München

und haben damit schon bei ihrer Ankunft unterstrichen:

Die Branche boomt!

Nicht nur die Besucherzahlen sind im Vergleich

zum Vorjahr gestiegen (plus 23 Prozent).

Auch bei den Ausstellern (1.880) und

bei der belegten Ausstellungsfläche (134.000

Quadratmeter) verzeichneten die Veranstalter

einen deutlichen Zuwachs von jeweils

etwa 30 Prozent.

Als einziger Logistikdienstleister war

DB Schenker in München mit einem eigenen

Stand vertreten, um den Fachbesuchern

exzellente Lösungen für die Solarbranche

vorzustellen. Im Blickpunkt stand dabei

unter anderem die verkehrsträgerübergreifende

Beförderung von Solarprodukten. Zahlreiche

Transportanfragen galten großen Bauprojekten

in Deutschland, Europa und Asien.

Quantität und Qualität der Kundenkontakte

belegen, dass sich DB Schenker im Solarmarkt

längst einen Namen gemacht hat. Die

spezielle Expertise gepaart mit der allgemeinen

logistischen und speditionellen Kompetenz

befähigt den Logistikdienstleister,

weltweit als Partner der Solarwirtschaft zu

fungieren. Das gilt für den Transport von

hochempfindlichen Vakuumpumpen ebenso

wie für die Konzeption und Implementierung

schlüssiger Logistikkonzepte, die beispielsweise

das Warehousing, die weltweite Distribution

von Solarmodulen oder die Versorgung von

Facility-Management-Einheiten einbeziehen.

Auf der Semicon in Dresden (19. bis 21. Oktober

2010) wird DB Schenker ebenfalls vertreten

sein: Halle 1, Stand 267. Die nächste

Ausgabe von aktuell wird sich eingehend

mit dem Thema Solartechnik befassen. ■

Diese Frauen sind spitze!

Deutsche U-20-Frauen

holen den Weltpokal –

Logistik kommt von

DB SCHENKERsportsevents

Fotos: © motivio/Schorrer (S.28-29)

Mehr und mehr arbeiten sich die deutschen Fußballfrauen mit ihren Turniererfolgen aus dem Schatten

des bis vor kurzem männlich dominierten Sports heraus. Und ihre internationalen Turniere sind schon

längst genauso professionell organisiert wie die großen Publikumsmagneten FIFA Fussball-Weltmeisterschaft

oder UEFA Europameisterschaft der Männer. Das jüngste Beispiel: die U-20-Frauen-Weltmeisterschaft

in Deutschland. Für die Logistik rund ums Turnier sorgten die Sportlogistik-Experten von

DB SCHENKERsportsevents. Für den sportlichen Erfolg der deutschen U-20-Frauen sorgten die Kickerinnen

selber – hielten sie doch am Ende des Turniers den Siegerpokal in Händen!

Bereits Monate vor dem Event war das Team

von DB SCHENKERsportsevents hinter den

Kulissen im Einsatz. Im exakten Zusammenspiel

aus weltweiten Transport-, Lager- und

Logistikleistungen sorgten sie dafür, dass alle

benötigten Einzelteile – von Trikots über Büromöbel

bis zu Fernsehmonitoren – Just-in-Time

angeliefert wurden. Die gesamte Planung,

Steuerung, Durchführung und Überwachung

sämtlicher Materialflüsse rund um das sportliche

Großereignis lag in den Händen des offiziellen

Logistikdienstleisters DB Schenker. Da

das Turnier gerade einmal zwei Tage nach Abpfiff

der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft

in Südafrika startete, wurden einige Waren

direkt von dort eingeflogen und mussten zügig

verzollt und an die Stadien ausgeliefert werden.

An vier Austragungsorten, Augsburg,

Bielefeld, Bochum und Dresden, fand das Turnier

statt. Je Stadion stellte DB Schenker einen

Venue-Logistik-Manager, der gemeinsam mit

dem DB Schenker-Venue-Team und den freiwilligen

Helfern dafür verantwortlich war,

dass die Lieferungen in die Stadien nach

einem exakt abgestimmten Zeitplan erfolgten.

Zu den Aufgaben von DB SCHENKERsportsevents

gehörte ebenso die Schulung und Einbindung

der zahlreichen freiwilligen Helfer,

die im Bereich Logistik eingesetzt wurden. Für

den Veranstalter war das ein „Rundum-Sorglos-Paket“.

Eine ganz besondere Aufgabe bestand

darin, die Team-Equipment-Transporte

durchzuführen. So wurden die Teams bereits

bei Ankunft am Flughafen von DB Schenker in

Empfang genommen. DB Schenker organisierte

die Teamgepäcktransporte vom Flughafen

in die Team-Hotels ebenso wie die zahlreichen

Umzüge zwischen den Hotels während

des Turniers. So kamen insgesamt 65 Tonnen

Teamgepäck und 16.500 Kilometer Transportstrecke

quer durch Deutschland zusammen.

Vorbereitungen für FIFA

Frauen-Weltmeisterschaft 2011

in Deutschland sind im vollen Gang

Auch wenn im nächsten Jahr am 26. Juni 2011

die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft in

Deutschland angepfiffen wird, ist DB Schenker

im Rahmen der Nationalen Förderschaft der

DB AG wieder als offizieller Logistikdienstleister

im Hintergrund dabei. Die U-20-Frauen-

Weltmeisterschaft war ein erster Testlauf für

das Team der Sportlogistiker. Bis zum Anpfiff

2011 werden die Experten von DB Schenker

die Logistikprozesse weiter perfektionieren,

damit auch bei diesem Event logistisch nichts

dem Zufall überlassen wird. Ob Lagerwirtschaft,

Verteilung von Gütern an die Spielstätten,

Ein- und Ausfuhr von Sendungen aus

aller Welt samt komplexer Zollformalitäten

oder die Schulung der freiwilligen Helfer – all

das liegt in den bewährten Händen der Experten

der Schenker Deutschland AG. So können

sich die Spielerinnen ganz auf eines konzentrieren:

tolle Spiele abzuliefern. Und laut

Organisationskomitee-Präsidentin Steffi

Jones hat das deutsche Team ein Ziel fest

ins Auge gefasst: den dritten WM-Titel. ■

Steffi Jones, Präsidentin des Organisationskomitees

für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2011


30 Logistikpraxis

31

Logistische Leistung für fröhlichen Stillstand

Still-Leben Ruhrschnellweg

Wer schon einmal eine Gartenparty veranstaltet hat, weiß, dass ein bisschen logistische

Planung notwendig ist, um Tische und Bänke für, sagen wir, 50 Gäste bereitzustellen.

Ein paar Handgriffe pro Tisch, ein paar pro Bank, ein paar Minuten und eine Bierzeltgarnitur

steht. Für 50 Gäste ist das alles überschaubar. Wie viele Handgriffe und Minuten

braucht man, wenn die Party ein bisschen größer ausfällt, wenn drei Millionen Gäste

erwartet werden, das Ganze sich über eine Distanz von 60 Kilometern erstreckt und

über 22.000 Tische und doppelt so viele Bänke aufgebaut werden müssen

Geschäftsstellen waren Messe-Logistikexperten

zusammengekommen, um die Aktion

„zu stemmen“. „Das war zunächst ein großes

‚Hallo‘, denn viele der Kollegen kannten sich

bisher nur von Mails und Telefon und lernten

sich erst im Rahmen dieser Veranstaltung

persönlich kennen“, erzählt Udo Beyer von

der Geschäftsstelle Essen Messen/Spezialverkehre

und Projektverantwortlicher. 17 Uhr –

Einteilung der Teams. 20.30 Uhr – die ersten

Konvois machen sich auf den Weg zu „ihrer“

Auffahrt an der A 40. Jetzt hieß es erstmal

warten, denn zum geplanten Zeitpunkt,

23 Uhr, war die Autobahn noch nicht vollständig

geräumt. Endlich, gegen 1 Uhr kam das

„Go“ durch die Polizei, die Autobahn war frei

und die Lkw mit den Tischen und Bänken, die

THW-Lichtwagen sowie die Lkw mit den Gabelstaplern

durften auf die Autobahn auffahren.

Etwa eine halbe Stunde später konnte der

Aufbau beginnen. „Für solche Verzögerungen

hatten wir in unsere Planung genügend Puffer

eingebaut“, berichtet Udo Beyer, der als erfahrener

Logistikmann weiß, dass eines sicher

oft kommt: das Unverhoffte. Zu den unverhofften

Vorkommnissen gehörte es dann auch,

dass sich beim Aufbau herausstellte, dass einige

Lkw defekte Tische an Bord hatten. Also

mussten zu guter Letzt noch einmal ein knapper

Kilometer Tische ausgetauscht werden.

„Einschließlich der Austauschaktion und einer

Schlusskontrolle konnten unsere Teams dann

gegen 4 Uhr morgens melden ‚alles bereit‘“,

erinnert sich Udo Beyer. Der Morgen konnte

kommen und mit ihm das Fest.

DB Schenker feiert mit

Mit dieser Frage war das Team der Geschäftsstelle

Essen-Messe der Schenker Deutschland

AG seit Anfang des Jahres beschäftigt, denn

als offizieller Logistikpartner von RUHR.2010

war es damit beauftragt, alles für das große

Fest am 18. Juli 2010 herzurichten. Auf einer

Strecke von 60 Kilometern war die „Schlagader

des Ruhrgebietes“, die Autobahn A 40,

die von Duisburg bis Dortmund als Ruhrschnellweg

die Städte des Ruhrgebietes miteinander

verbindet, für den öffentlichen Verkehr

gesperrt, damit die Bürger sie für sechs

Stunden in Besitz nehmen konnten für ein

großes, gemeinsames „Fest der Kulturen“.

Akribische Planung und zwei Generalproben

In gemeinsamen Planungssitzungen mit

dem Technischen Hilfswerk THW, das für

den Aufbau von Tischen und Bänken verantwortlich

war, arbeiteten die Logistiker der

Schenker Deutschland AG die genauen Zeitund

Arbeitspläne für Anlieferung und Aufstellung

des Party-Mobiliars aus. Zwei Stellproben

im Vorfeld sollten Planungsschwächen

aufzeigen, damit rechtzeitig vor dem „Ernstfall“

alle Unklarheiten beseitigt werden

konnten. Um es vorweg zu nehmen: Nachgebessert

werden mussten nach den Probeläufen

nur noch Kleinigkeiten. Die Kernfragen

der logistischen Planung lauteten:

Wie viele Lkw für den Transport, wie viele

Hände für den Aufbau, wie viel Zeit für die

Logistik würden benötigt Wie sollte die

60-Kilometer-Strecke aufgeteilt werden, wie

erfährt jeder, wann er wo sein muss Und wie

sollte der Aufbau, für den die Nachtstunden

vorgesehen waren, auf einer unbeleuchteten

Autobahn vonstatten gehen

Am Ende stand fest:

Pro Kilometer wurden ein Lkw mit Tischen

Foto: © Jürgen Brefort (S. 30-31)

und Bänken, etwa zwei Gabelstapler zum Abladen

der Möbel, ein Team aus Fahrern, Mitarbeitern

und Supervisoren von der Schenker

Deutschland AG sowie ein etwa zehnköpfiges

Team vom THW zum Aufstellen der Möbel

benötigt. Auch das Lichtproblem wurde gelöst:

Jeder Lkw wurde von einem Lichtwagen

des THW, in dem dann auch gleich die Helfer

transportiert wurden, begleitet. Damit jeder

wusste, wohin er gehörte, wurde ein ganz einfaches

Nummernsystem eingeführt: Team 1

gehörte zu Lkw 1 und war zuständig für Kilometer

1, und so weiter. An etwa 30 Autobahnauffahrten

entlang der ganzen Strecke sollten

sich Mitarbeiter, THW und Lkw bereithalten,

bis die Erlaubnis zur Auffahrt kam. Danach

hatte sich jeder zu seinem Streckenabschnitt

zu begeben, damit Abladen und Aufbau beginnen

konnten. Ab 23 Uhr am Abend des 17. Juli

sollte die Autobahn geräumt sein und der

Startschuss fallen. Soweit die Planung.

Die Spannung steigt

Am 17. Juli war der große Tag für die Logistiker

gekommen. Um 14 Uhr trafen sich die Beteiligten

von DB Schenker zunächst in Essen

zur Lagebesprechung. Aus insgesamt acht

Das Konzept des „Fest der Kulturen“ sah vor,

dass jedermann einen oder mehrere Tische

für den Tag mieten konnte, um dort nach seinen

Vorstellungen mit seinen Gästen zu feiern

oder etwas zu präsentieren. Auch die Deutsche

Bahn AG und DB Schenker hatten 100

Tische im Bereich Essen-Frillendorf gemietet

und richteten damit einen Treffpunkt für Mitarbeiter

ein, wo dem flanierenden Publikum

allerlei Aktionen wie Kinderschminken,


32 Logistikpraxis 33

Oliver Schmidt (42)

Leiter der Geschäftsstelle Berlin (Luft/See)

Oliver Schmidt, bisher Leiter der Abteilung

Vertrieb und Projekt bei der MONNARD

Spedition GmbH in Bremen, hat zum

21. Juli 2010 die Leitung der Geschäftsstelle

Berlin (Luft/See) übernommen. Der Speditionskaufmann

folgt damit Uwe Bars nach,

der das Unternehmen zum 30. September

2010 auf eigenen Wunsch verlassen wird.

Oliver Schmidt

Telefon +49 30 3640798-100

oliver.schmidt@dbschenker.com

Bobbycar-Rennen und die einzige Currywurst-

Bude auf 60 Kilometern geboten wurden!

„Da auch das Wetter mitspielte, war die Stimmung

auf der gesamten Strecke grandios“,

berichtet Oliver Holzwarth, Leiter Zentrale

Sales Support der Schenker Deutschland AG,

begeistert.

Um 17 Uhr ist Schluss

Gewinnspiel

Offizielles Ende des großen Volksfestes war

um 17 Uhr – „und wirklich, hier gab es praktisch

keine Verzögerungen“, ist Udo Beyer

jetzt noch fast ein wenig erstaunt. Ein bereitstehendes

„Räumkommando“, das dafür

sorgen sollte, dass die Feiernden die Strecke

rechtzeitig für den Abbau wieder freigeben,

kam gar nicht erst zum Einsatz. Pünktlich

um 19 Uhr konnten die Lkw der Schenker

Deutschland AG wieder starten und die abgebauten

Tische einsammeln. Da die meisten

Lkw während des Tages auf der Strecke

bleiben konnten, gingen Abbau und Einräumen

ruck-zuck voran. „Gegen 23.30 Uhr

traf der letzte Lkw auf dem Messegelände

Essen ein. Auch aus unserer Sicht war die

ganze Aktion Still-Leben ein gelungenes

Fest“, resümiert Udo Beyer. In den frühen

Morgenstunden gab die Polizei die gesamte

Strecke frei – der Berufsverkehr konnte

wieder rollen. „Diese Logistikleistung war

Still-Leben Ruhrschnellweg – Logistik in Zahlen

22.534 Tische und doppelt so viele Bänke galt es auf 60 Kilometern

aufzubauen. 57 Lkw wurden zum An- und Abtransport des

Mobiliars eingesetzt. 40 Lkw wurden benötigt, um 140 Gabelstapler

zu ihren Einsatzorten zu bringen. Rund 450 Mitarbeiter

waren etwa 8 Stunden lang für den Auf- und 4,5 Stunden lang

auch für uns keine alltägliche Aufgabe.

Dass die Veranstaltung so erfolgreich

verlaufen ist, dazu hat auch die einmalige

Teamleistung unserer Spezialisten von

zahlreichen Messestandorten der Schenker

Deutschland AG beigetragen. Die Kollegen

haben unser Team in Essen verstärkt“,

sagt Michael Korn, als Stellvertretender

Vorstandsvorsitzender der Schenker

Deutschland AG auch für die Messelogistik

verantwortlich. ■

Wichtige Notizen gehen nie wieder

verloren – egal, wo Sie sind. Dank

des handlichen Notizbuchs von

Notabene.

Zehn dieser praktischen Begleiter

verlost die aktuell-Redaktion unter

allen Teilnehmern, die die richtige

Lösung einsenden.

So gewinnen Sie: Beantworten Sie

unsere Frage und senden Sie den richtigen

Lösungsbuchstaben per E-Mail

an die Schenker Deutschland AG

(DB Schenker-Mitarbeiter sind von

der Teilnahme ausgeschlossen):

redaktion.aktuell@dbschenker.com

Frage: Die von der Schenker

Deutsch land AG beim Transport

von temperaturempfindlichen

Gütern eingesetzten Frachtflieger

verfügen über eine Kühlzone für

sensible Produkte. Welche weiteren

Möglichkeiten bestehen neben dem

Einsatz von Trockeneis noch, um

die Fracht vor unerwünscht hohen

Temperaturen zu schützen

für den Abbau von Tischen und Bänken im Einsatz. Messelogistik-Teams

aus 8 Standorten der Schenker Deutschland AG waren an dieser

A) Carbon-Dioxid

B) Calciumhydroxid

C) Ethylenoxid

Leistung beteiligt, nämlich aus: Essen, Berlin, Düsseldorf, Hamburg,

Einsendeschluss: 31. Oktober 2010

Hannover, Köln, München und Nürnberg.

Fotos: © Jürgen Brefort (S.32-33); Schenker Deutschland AG (S. 32-33); Schenker Deutschland AG (S. 33)


34 Logistikpraxis

35

Tradelane Türkei

Veranstaltungen wie „Deutsch-Türkische

Wirtschaftstage“ sind ein wichtiger Bestandteil

in der Entwicklung der bilateralen

Wirtschaftsbeziehungen. Nach dem Start

im Juni 2007 in Kayseri fanden inzwischen

in Adana, Konya, Gaziantep und in Ankara

ähnliche Veranstaltungen statt. Zahlreiche

lokale sowie namhafte deutsche Unternehmen

nutzten die Gelegenheit, in bilateralen

Gesprächen gegenseitige Geschäftsbeziehungen

auf- und auszubauen. „Die Türkei

mit ihrer dynamischen Entwicklung ist ein

wichtiger Markt für deutsche Unternehmen.

Gleichzeitig wollen türkische, insbesondere

mittelständische Unternehmen

stärker in der Europäischen Union präsent

sein, teils sind sie auf dem Weg zur Globalisierung“,

erklärt Cem Tamkan den Erfolg

der Veranstaltung. „Die Türkei ist Drehscheibe

im globalen Netzwerk und vielfältiger

Handelspartner Deutschlands.

DB Schenker ist mit der eigenen Landesgesellschaft

DB Schenker Arkas und seinen

insgesamt neun Standorten sowie einem

eigenen Tradelane Management der ideale

Partner für deutsch-türkische Geschäftsbeziehungen.“

Auf dem diesjährigen Wirtschaftstag

waren die DB Schenker Arkas-

Niederlassungen Bursa und Eskişehir

jeweils mit einem eigenen Stand vertreten.

Richard Zander, Key-Account-Manager in

Istanbul, präsentierte DB Schenker Arkas

als kompetenten Logistikdienstleister vor

Ort. Nach den Firmenpräsentationen informierten

sich die geladenen Gäste über

diverse Logistiklösungen, Verkehrsträger

und Routen zwischen deutschen und

türkischen Märkten. ■

DB Schenker auf Deutsch-Türkischen

Wirtschaftstagen

Unter der Schirmherrschaft der deutschen Botschaft in Ankara fanden

am 9. Juni in Bursa und am 10. Juni 2010 in Eskişehir die „Deutsch-

Türkischen Wirtschaftstage“ statt. Die Veranstaltungen wurden in

Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer Bursa, der

Industriekammer Eskişehir und der Deutsch-Türkischen Industrie- und

Handelskammer in Istanbul durchgeführt. Ziel der Veranstaltung war

es, über bilaterale Zusammenarbeit, Investitionsmöglichkeiten und

Finanzierungsfragen zu informieren. Logistik nimmt in den deutschtürkischen

Wirtschaftsbeziehungen eine Schlüsselfunktion ein. Vertreter

von DB Schenker Arkas und Cem Tamkan, Tradelane Manager

Türkei der Schenker Deutschland AG, präsentierten das umfangreiche

Leistungsportfolio des Logistikdienstleisters.

Tradelane Türkei – kompetent, effizient und sicher

Regelmäßige Linienverkehre Deutschland -Türkei auf verschiedenen

Transportwegen

Egal, wofür sich der Kunde entscheidet, DB Schenker hat auf seiner Tradelane

Türkei einiges zu bieten:

Kompetenz

Globales Netzwerk mit weltweit

über 2.000 Standorten in 130

Ländern – davon allein in Deutschland

über 100 und neun in den

maßgeblichen Wirtschaftszentren

der Türkei

Deutschsprachige Ansprechpart -

ner in der Türkei mit landesspezifischem

Know-how und Kompetenz

in weltweiten Logistikdienstleistungen

Koordination des gesamten Leistungsportfolios

aus einer Hand

Effizienz

Regelmäßige Verbindungen

zwischen deutschen und türkischen

Märkten

Kosten- und Preisvorteile durch

effiziente Transportlösungen

Tracking via Internet

Lagerdienstleistungen

Neues Logistikzentrum in Orhanli

mit integriertem Zolllager

1 Zolllager auf europäischer Seite

(in Hadimhöy), zuständiges

Zollamt ist Halkali

2 Zolllager auf asiatischer Seite

(in Samadira und in Orhanli),

zuständiges Zollamt ist Erenköy

In den Logistikzentren mit Zolllagern

werden die gesamten logistischen

Dienstleistungen und die

„Storage-to-Order“-Möglichkeiten

angeboten (inkl. Verpackung,

Etikettierung sowie Distribution

in der gesamten Türkei)

Sicherheit

Schenker Deutschland AG: durchgängige

Qualitätszertifizierung

nach DIN EN ISO 9001 und 14001

DB Schenker Arkas Türkei: Zertifizierung

gemäß Qualitätsstandard

ISO 9001:2000 und TAPA-Zertifizierung

Fotos: © Stockbyte, fotosearch.de (S. 34); CONE-PAL® (S. 35)

Neue Luftfrachtpalette von

DB SCHENKEReuropac: 25 Prozent leichter

Lufttransport ist schnell, aber gegenüber dem Transport per Land- oder Seefracht

vergleichsweise teuer. Die Preisgestaltung bei Luftfrachtsendungen ist individuell

und hängt von vielen Faktoren ab, wie etwa Abflug- und Ankunftsort oder Dringlichkeit

der Sendung. Der Grundpreis wird dabei immer über das frachtpflichtige

Gewicht ermittelt. DB SCHENKEReuropac hat eine neue, extra für diesen Einsatzzweck

entwickelte Luftfracht-Palette ins Programm aufgenommen, die 85 Prozent

weniger Eigengewicht hat als herkömmliche Paletten.

Der von der Firma CONE PAL Vertriebsgesellschaft

mbH entwickelte Transportträger

CONE-PAL® wird zu 95 Prozent aus Altpapier

hergestellt. Wegen seines extrem geringen

Eigengewichts, zwischen 0,9 und 3 Kilogramm,

eignet sich diese Palette besonders

für Luftfrachtsendungen. Die Einweg-Palette

aus Karton entspricht allen bekannten Verpackungsanforderungen

und Einfuhrvorschriften

im internationalen Warenverkehr.

„Trotz des geringen Eigengewichts entsprechen

Tragkraft oder Nässeresistenz weitgehend

den Eigenschaften von Pressspan- oder

Holzeinweg-Paletten“, versichert Kurt Keller,

Lademittel, Trading & Leasing der Schenker

Deutschland AG. „Gleichzeitig entfallen

Hitzebehandlung oder Begasung und die

damit verbundenen Formalitäten, die für

Verpackungsmaterialien aus Holz vorgeschrieben

sind.“

Alle Vorteile auf einen Blick

Weniger Gewicht – weniger Kosten

Bei einer Palettengröße von 80 x 120 cm

wiegt die CONE-PAL® nur 3 Kilogramm.

Eine herkömmliche Holzpalette bringt

stattliche 20, die leichtere Variante aus

Pressspan immerhin noch 8 Kilogramm

auf die Waage. Weniger Gewicht reduziert

Auflösung Gewinnspiel aktuell 79

Die aktuell-Redaktion gratuliert

zehn der zahlreichen Teilnehmer

zum Gewinn eines Sinus Soundwoofers,

die wir in der letzten

Ausgabe unter allen richtigen

Einsendungen verlost haben.

die Transportkosten erheblich. Ein weiterer

Vorteil ist die stapelbare Konstruktion

– konische Palettenfüße ermöglichen

im Leerzustand platzsparendes Ineinanderstapeln.

Dadurch reduzieren sich

Lagerkosten auf ein Minimum.

Sicherheit für Ladepersonal und Ware

Die glatte Oberfläche und die abgerundeten

Kanten reduzieren beim Handling die Verletzungsgefahr

oder die Beschädigung

der Ware durch Holzsplitter oder hervorstehende

Nägel.

Sauberes Ladegut und sauberes Lager

Das Ladegut wird durch die geschlossene

Bodenfläche von unten vor Verschmutzung

geschützt. Gleichzeitig entstehen durch

das Material keine „Palettenrückstände“

wie z. B. Holzspäne auf dem Boden, das

Lager bleibt sauber. Natürlich werden auch

die erforderlichen Hygienevorschriften

erfüllt, da jede Palette neu hergestellt

wird und lebensmittelecht ist.

Recycelbarer Wertstoff schützt die Umwelt

Durch den alleinigen Einsatz des Werkstoffes

Karton, der zu 95 Prozent aus Altpapier

besteht, kann die CONE-PAL® über

den Altpapiermarkt recycelt werden.

Kosten für die Entsorgung oder Palettentausch

entfallen. Natürliche Rohstoff-

Ressourcen werden geschont, ein wertvoller

Beitrag zum Klimaschutz.

„Neben vielen technischen und kalkulatorischen

Vorteilen ist CONE-PAL® außerdem

kostengünstig im Erwerb. Darüber hinaus

können wir die Paletten in Größe und Druckgestaltung

den individuellen Kundenanforderungen

anpassen. Auf Wunsch rüsten wir

die Paletten sogar mit RFID aus“, erläutert

Kurt Keller, der Lademittel-Experte der

Schenker Deutschland AG. ■

unsere Frage lautete:

In unserer Reportage über Broadcasting-Logistik

berichteten wir

darüber, dass unter anderem Werbeeinnahmen

die immensen Kosten

für die WM-Übertragungsrechte

und den zusätzlichen Aufwand der

Sendeanstalten decken. Wie viel

kostete in etwa ein dreißigsekündiger

Werbespot im Umfeld des

Spiels um Platz drei

Die richtige Antwort lautet:

Knapp 100.000 Euro

Herzlichen Glückwunsch

den gewinnern!


Foto: © Lukas Mäder

DB SCHENKERhangartner –

die bewährte Kombination

für den Kombinierten Verkehr.

DB Schenker ist europaweit die Nummer eins im Landverkehr.

Dieser Vorsprung beruht auf einem umfassenden Leistungsportfolio,

das sowohl Straßen- als auch Schienenverkehre

einschließt. Mit DB SCHENKERhangartner wurde nun ergän -

zend eine eigene Produktmarke für den Kombinierten Verkehr

implementiert, die die Vorteile von Komplettladungs verkehren und

Schienentransporten verbindet.

Kombinierter Transport: Das Beste aus beiden Welten!

Schenker Deutschland AG

Zentrale Produktmanagement

Landverkehre

Langer Kornweg 34 E

65451 Kelsterbach

Telefon +49 6107 74-571

pm.land@dbschenker.com

www.dbschenker.com/de

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