Diabetische Neuropathie - Springer GuP

springer.gup.de

Diabetische Neuropathie - Springer GuP

Sonderpublikation der Firma Wörwag Pharma GmbH & Co. KG

zu DAS PTA MAGAZIN, Ausgabe 09/2010

Fortbildung punktet | BAK 2010/226

Diabetische Neuropathie

Eine häufige Folgeerkrankung bei Diabetikern ist

die diabetische Neuropathie. Benfotiamin kann helfen,

die neuropathischen Beschwerden zu lindern.

[ S o n d e r p u b l i k a t i o n ]


Der Diabetes mellitus gehört zu den häufigsten Stoffwechselstörungen

in den Industrienationen. Allein in

Deutschland sind rund 8,5 Millionen Menschen davon

betroffen. Etwa 90 Prozent der Erkrankten leiden unter

dem Typ-2-Diabetes: Einer Wohlstandskrankheit, die zumeist

auf der Basis von Übergewicht und Bewegungsmangel entsteht und

als Teil des metabolischen Syndroms auftritt. Der Typ-2-Diabetes

entwickelt sich in der Regel schleichend und über Jahre bis Jahrzehnte

hinweg unbemerkt. Eine fatale Situation, weil schon in dieser

Zeit Organe und Gewebe unter dem gestörten Glukosestoffwechsel

leiden, allen voran Nerven und Blutgefäße. Folgeerkrankungen

sind jedoch nicht nur ein Problem des Typ-2-, sondern auch des

Typ-1-Diabetes. Dieser wird zwar aufgrund seiner ausgeprägten

Symptome (z. B. extremer Gewichtsverlust, auffälliges Schwächegefühl,

starker Durst, Harnflut) meist früh erkannt und sofort mit

Insulin behandelt, ist aber nicht in jedem Fall optimal einstellbar.

Hinzu kommt, dass Typ-1-Diabetiker in der Regel schon in ihrer

Kindheit und Jugend erkranken. Somit sind sie im Laufe ihres Lebens

um Jahre bis Jahrzehnte länger den negativen Auswirkungen

des gestörten Glukosestoffwechsels ausgesetzt.

Zivilisationsproblem Typ-2-Diabetes

Die Diagnose Typ-2-Diabetes ist häufig ein Zufallsbefund

aufgrund von Symptomen einer bereits eingetretenen diabetischen

Folgeerkrankung, beispielsweise einer Neuropathie

(Nervenerkrankung). Vor diesem Hintergrund sind die Ergebnisse

der KORA-Studie 1 besonders alarmierend, wonach

die oben genannten 8,5 Millionen Diabetiker lediglich die

2

Eine häufige Folgeerkrankung bei Diabetikern ist die diabetische Neuropathie.

An deren Entstehen maßgeblich mitbeteiligt ist ein diabetesbedingter Mangel

an Thiamin (Vitamin B1). Da dieser über die normale Nahrung nicht ausgeglichen

werden kann, empfiehlt sich die Einnahme von Benfotiamin, einer fettlöslichen

Vorstufe des Vitamins, die vor Nerven- und Gefäßschäden schützen

und bereits aufgetretene neuropathische Beschwerden lindern kann.

Benfotiamin:

wirksam bei diabetischer

Neuropathie

> DAS PTA MAGAZIN -- S o n d e r p u b l i k a t i o n -- 09/2010


Spitze des Eisbergs darstellen. Sie machen nur etwa ein Drittel

der 20 bis 25 Millionen Bundesbürger aus, die an einem

gestörten Glukosestoffwechsel (gestörte Glukosetoleranz)

mit Blutzuckerspitzen z. B. nach dem Essen leiden. Daraus

resultiert eine extrem hohe Dunkelziffer an noch nicht diagnostizierten

Typ-2-Diabetikern bzw. Personen, die sich in

einem Vorstadium dieser Krankheit befinden.

Metabolisches Syndrom

Die Polyneuropathie ist eine gefürchtete Folgeerkrankung

des Diabetes mellitus, weil sie Lebensqualität und

-erwartung der Betroffenen erheblich einschränken kann.

Das gemeinsame Auftreten von Übergewicht, Bluthochdruck,

Fettstoffwechselstörungen und einem gestörten Glukosestoffwechsel

mit Insulinresistenz wird als metabolisches

Syndrom, Syndrom X oder tödliches Quartett bezeichnet.

Tödliches Quartett deshalb, weil jede der vier Gesundheitsstörungen

ein eigenständiger Risikofaktor für die Arteriosklerose

ist. Dadurch erkranken und versterben Diabetiker früher

und häufiger an deren Folgen (z. B. Herzinfarkt, Schlaganfall)

als Nicht- Diabetiker. Es ist zweifelsfrei bewiesen, dass

Übergewicht und Bewegungsmangel die Basis und der Motor

des metabolischen Syndroms sind. Besonders kritisch ist das

viszerale Fett (Bauchfett, „Apfeltyp“): bei Frauen ab einem

Bauchumfang von mehr als 80 Zentimetern und bei Männern

von mehr als 94 Zentimetern. Nennenswert ist außerdem,

dass die vier Gesundheitsstörungen gegenseitig ihr Entstehen

und Fortschreiten fördern. Daher trägt jeder Übergewichtige,

der gleichzeitig unter einem Bluthochdruck und/oder einer

Fettstoffwechselstörung leidet, ein besonders hohes Risiko

in sich, über eine Insulinresistenz einen Typ-2-Diabetes und

parallel dazu diabetische Folgeerkrankungen zu entwickeln.

Diabetes schadet den Nerven

Etwa 30 bis 50 Prozent aller Diabetiker entwickeln eine Erkrankung

der Nerven, in der Fachsprache als diabetische

Neuropathie bezeichnet. Eine solche kann an verschiedenen

Strukturen des Nervensystems auftreten: Autonome Neuropathien

beschreiben Störungen des vegetativen Nervensystems

(des autonomen Nervensystems, willentlich nicht direkt

beeinflussbar). Dieses steuert die Funktionen der inneren

Organe, der glatten Muskulatur und der Drüsen. So leiden

viele Diabetiker unter anderem unter chronischen Verdauungsproblemen

(z. B. extreme Durchfälle), Erektions- oder

Blasenstörungen, und auch das Herzinfarktrisiko wird durch

autonome Nervenstörungen deutlich erhöht. Periphere Neuropathien,

auch Polyneuropathien genannt, beschreiben Probleme

des sensiblen Nervensystems, das für die Wahrnehmung

von Schmerzen, Druck und Temperatur verantwortlich

ist. So äußern sich periphere Neuropathien unter anderem

durch Missempfindungen wie kalte Füße und Hände, Kribbeln

(„Ameisenlaufen“), Brennen, Taubheitsgefühle oder

auch stechende Schmerzen. Da die Nerven der Gliedmaßen,

1 Rathmann W et al: Diabetologia 2003; 46: 182-9

> DAS PTA MAGAZIN -- S o n d e r p u b l i k a t i o n -- 09/2010 < 3


insbesondere der Beine, sehr lang und daher besonders anfällig

sind, bereiten sie am häufigsten Beschwerden. So sind

periphere Neuropathien ganz wesentlich am Entstehen des

diabetischen Fußsyndroms beteiligt – einer gefürchteten

Komplikation, die allein in Deutschland jährlich circa 45 000

Amputationen erforderlich macht. Eine erschreckend hohe

Zahl, die durch geeignete Maßnahmen der Früherkennung,

eine konsequente Therapie des erhöhten Blutzuckers sowie

der Prophylaxe und Therapie diabetischer Folgeschäden

drastisch gesenkt werden könnte.

Diabetischer Fuß, häufig und gefürchtet

Beim diabetischen Fußsyndrom besteht das Risiko, dass selbst

kleinste Verletzungen – sofern diese nicht rechtzeitig erkannt

und behandelt werden – zu schweren Komplikationen führen

können: schlimmstenfalls zu einer Amputation der betroffenen

Gliedmaßen. Hinter dem diabetischen Fußsyndrom,

einer der häufigsten diabetischen Folgeerkrankungen, ver-

bergen sich komplexe Ursachen. Die Hauptrolle spielen diabetische

Neuropathien und/oder arteriosklerotisch bedingte

Durchblutungsstörungen. Spielen Neuropathien – wie meistens

der Fall – eine Rolle, zeigen sich typische Symptome: eingeschränktes

bis fehlendes Empfinden für Druck (z. B. durch zu

enges Schuhwerk), für Kälte oder Wärme (z. B. beim Fußbad)

sowie für Schmerzen (z. B. bei Verletzungen) und Juckreiz

(z. B. bei einer Pilzinfektion). Hinzu kommen die bereits beschriebenen

Beschwerden wie etwa Kribbeln, Taubheitsgefühl,

„Ameisenlaufen“ und ein Kältegefühl trotz warmer Haut.

Aufgrund der – je nach Ausmaß der Nervenschädigung –

eingeschränkten bis fehlenden Wahrnehmung von Druck,

Temperaturen, Schmerzen und Juckreiz können sich aus unbemerkten

kleinen Verletzungen schwerste Komplika tionen

(z. B. Geschwüre) entwickeln.

4

Risikofaktor Thiaminmangel

> DAS PTA MAGAZIN -- S o n d e r p u b l i k a t i o n -- 09/2010 <

Laut einer viel beachteten Studie 2 scheint am Auftreten von

diabetischen Nerven- und Gefäßschäden ein Mangel an

Thiamin (Vitamin B1) maßgeblich beteiligt zu sein: Bei

Typ-1-Diabetikern sind die Thiamin-Plasmaspiegel um

durchschnittlich 76 Prozent niedriger als bei Nicht-Dia-

betikern und bei Typ-2-Diabetikern um 75 Prozent. Haupt-

ursache des extremen Thiaminmangels ist eine diabetesbedingte

Störung der Nierenfunktion, die eine drei- bis vierfach

erhöhte Ausscheidung des Vitamins über den Urin zur Folge

hat. Die enormen Thiaminverluste sind fatal, weil sie neben

Schäden an den Nerven auch Schäden an den Blutgefäßen

und letztendlich an verschiedenen Organen und Geweben

bewirken können. Erklärbar ist dieser Zusammenhang mit

der Schlüsselrolle des Thiamins im Glukosestoffwechsel.

Dort ist Thiamin unentbehrlich für die Funktion des Entgiftungsenzyms

Transketolase, das die Glukosetoxizität mindert.

Die Transketolase sorgt dafür, dass die aufgrund von erhöhten

Blutglukosewerten bzw. -spitzen entstehenden

Glukoseabbauprodukte keine gefährlichen Stoffwechselwege

einschlagen. Dadurch werden weniger

der für Zellen und Gewebe schädlichen

AGEs (Advanced Glycation Endproducts) gebildet.

AGEs können – stark vereinfacht – als irreversible

Verbindungen zwischen Glukose- und

Eiweißbausteinen beschrieben werden. Darunter

sind hoch reaktive Substanzen, die an Körperstrukturen,

unter anderem an Proteinen, schwere

irreparable Schäden hinterlassen. Mangelt es

an Thiamin, wie dies beim Diabetiker ausgeprägt

der Fall ist, laufen diese unerwünschten

Prozesse verstärkt ab. Aus dieser Erkenntnis

heraus ergibt sich die dringende Notwendigkeit,

den Thiamin mangel eines Diabetikers auszugleichen.

Nahrungsthiamin reicht nicht aus

Überlegungen, einen Thiaminmangel über eine

bewusste Ernährung auszugleichen, sind zwar

naheliegend, aber im Alltag nicht umsetzbar. Die

Gesellschaft für Biofaktoren (GfB) empfiehlt für

Diabetiker eine Thiaminzufuhr von fünf Milligramm

pro Tag, was dem Fünffachen der Empfehlungen der

Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für Nicht-

Diabetiker entspricht. Bezogen auf einige Beispiele thiamin-

reicher Lebensmittel entspricht dies etwa 1,3 Kilogramm Haferflocken,

2,5 Kilogramm Knäckebrot oder 7,1 Kilogramm

Kartoffeln, Fenchel beziehungsweise Rosenkohl. Allein diese

Mengenangaben machen deutlich, dass eine Zufuhr der notwendigen

Thiaminmenge über die Nahrung in der Praxis nicht

möglich ist. Abgesehen davon sind auch die damit verbundene

Kalorienzufuhr und der teilweise hohe glykämische Index der

betreffenden Nahrungsmittel Kontrapunkte.

Darüber hinaus ist es wichtig zu wissen, dass das wasserlösliche

Thiamin einer Sättigungskinetik unterliegt: Bei hoher

2 Thornalley PJ et al: Diabetologia 2007; 50: 2164-70


oraler Zufuhr sinkt dessen Resorptionsrate

im Magen-Darm-Trakt.

Die schlechte Resorption ist auch

der Grund, weshalb herkömmliche

Thiaminpräparate den stark erhöhten

Bedarf eines Diabetikers nicht

ausreichend decken können. Trotzdem

ist es für jeden Diabetiker sinnvoll,

bei der Auswahl der täglichen

Speisen auf thiaminreiche Lebensmittel

zu achten.

Benfotiamin statt Thiamin

Nervenzelle

Nervenzelle

Eine nachweislich bewährte Alternative

ist der Biofaktor Benfotiamin (in

milgamma ® protekt, 300 mg Benfotiamin/Filmtablette).

Seine Eigenschaften,

die Nerven und Gefäße

zu schützen, sind pharmakologisch

und klinisch gut belegt3,4 ; ebenso

seine Eigenschaften, neuropathische

Beschwerden – wie Missempfindungen und Schmerzen – zu

lindern. Benfotiamin ist eine fettlösliche Thiaminvorstufe,

die nach oraler Gabe wesentlich besser resorbiert wird als das

wasserlösliche Thiamin aus Nahrungsmitteln und herkömmlichen

Thiaminpräparaten: So werden mit der Substanz sieben

Mal höhere Thiamin-Plasmakonzentrationen erzielt als mit

„normalem“ Thiamin. Eine Sättigungskinetik besteht nicht:

Je mehr dem Körper zugeführt wird, umso mehr nimmt dieser

davon auf.

Im Körper wird Benfotiamin, das als Prodrug fungiert, in

seine biologisch aktive Form umgewandelt, das Thiaminpyrophosphat

(TPP). Dieses agiert als Coenzym und ist als

solches unentbehrlich für die Tätigkeit des Entgiftungsenzyms

Transketolase, dessen Aktivität durch die fettlösliche

Welche Kunden können von Benfotiamin profitieren?

Zellmembran

Dosisproportionale Resorption von Benfotiamin

Nervenzelle

Thiaminvorstufe um 300 bis 400 Prozent erhöht wird. So

kann die tägliche Benfotiaminzufuhr einen Thiaminmangel

ausgleichen und die Bildung toxischer Abbauprodukte aus

dem Glukosestoffwechsel mindern. Mittlerweile gibt es auch

erste Hinweise darauf, dass über diesen Weg auch anderen

diabetischen Folgeerkrankungen, beispielsweise am Auge

(diabetische Retinopathie) 3,5 Fettlösliches

Benfotiamin

oder an der Niere (diabetische

Nervenzelle

Nephropathie) 6 lösliches

entgegengewirkt werden kann.

Zellmembran

Klinisch belegte Wirksamkeit bei diabetischen

Nervenleiden

Benfotiamin schützt die Nerven und lindert neuropathische

Beschwerden. Dafür sprechen umfangreiche therapeutische

Erfahrungen und verschiedene klinische Studien.

Ganz aktuell die randomisierte, doppelblinde

und placebokontrollierte BENDIP-

Studie7 unter Leitung von Professor Hilmar

Stracke von den Universitätskliniken Gießen

und Marburg. Studienteilnehmer waren 133

Diabetiker, die bereits seit mindestens drei

Monaten unter einer diabetischen Neuropathie

litten. Der Behandlungszeitraum betrug

sechs Wochen, in denen die Patienten entweder

Benfotiamin (300 oder 600 mg pro Tag) oder

Placebo erhielten. Am Studienende hatten sich

unter Benfotiamin die neuropathischen Symptome

im Vergleich zu Placebo signifikant gebessert.

Der stärkste Rückgang zeigte sich beim

Prüfparameter Schmerz, aber auch Taubheitsgefühl

und Brennen wurden merklich gelindert.

Die Studie hat außerdem gezeigt, dass der Behandlungserfolg

durch eine Dosissteigerung auf

Dosisproportionale Resorption von Benfotiamin

> DAS PTA MAGAZIN -- S o n d e r p u b l i k a t i o n -- 09/2010 < 5

Darmwand

Darmwand

Wasser-

Thiamin

(Vitamin B1)

Benfotiamin (z. B. milgamma® protekt) ist zur Prophylaxe und Therapie von Thiamin-

Kunde: WÖRWAG PHARMA GmbH & CO. KG

mangelzuständen indiziert, die bei Diabetikern am Entstehen von diabetischen

Produkt: Grafi k „Dosisproportionale Resorption von Benfotiamin“

Folgeerkrankungen, wie z. B. der Polyneuropathie beteiligt sind. So ist Stand: die Einnahme 02.06.2010

von Benfotiamin für alle Apothekenkunden empfehlenswert, die

» über Missempfindungen oder Schmerzen in den Gliedmaßen berichten,

» vom Arzt orale und/oder injektable Antidiabetika verordnet bekommen,

» ein Blutzuckermessgerät oder Teststreifen kaufen oder

» Anzeichen eines metabolischen Syndroms zeigen und familiär vorbelastet sind.

All diesen Kunden kann Benfotiamin helfen, Nerven und Blutgefäße und damit wichtige

Organe vor den toxischen Einflüssen der Glukose effektiv zu schützen. Bei bereits eingetretenen

Neuropathie-Beschwerden können diese schon nach wenigen Wochen der

täglichen Einnahme gelindert werden. Dabei besitzt Benfotiamin eine hohe Verträglichkeit.

Die Substanz ist mit allen Antidiabetika und Medikamenten gegen Erkrankungen

des metabolischen Syndroms sowie mit allen Herz-Kreislauf-Präparaten kombinierbar.

Fettlösliches

Benfotiamin

Wasserlösliches

Thiamin

(Vitamin B1)

Fettlösliches Benfotiamin wird vom Körper wesentlich besser aufgenommen als das einfache, wasserlösliche Thiamin.

LORENZ COMMUNICATION . Tel. 07 11 / 6 40 43 76 . Fax 07 11 / 6 40 43 77 . info@lorenz-com.de . www.lorenz-com.de

3 Hammes HP et al: Nat Med 2003; 9:294-9

4 Stirban A et al: Diabetes Care 2006; 29: 2064-71

5 Beltramo E et al: Acta Diabetol 2008; 45: 131-41

6 Rabbani N et al: Diabetologia 2009; 52: 208-212

7 Stracke H et al: Exp Clin Endocrinol Diabetes 2008; 116: 600-5

Benfotiamin

Vitamin B1


600 Milligramm pro Tag noch verbessert werden kann, und

das bei ausgezeichneter Verträglichkeit.

Zentrale Rolle in der Therapie

Eine optimale Prophylaxe und Therapie diabetischer Folgeerkrankungen

umfasst vorrangig kausale bzw. an der Pathogenese

der Erkrankung ansetzende Maßnahmen, um

die rein symptomatische Behandlung mit nebenwirkungsreichen

Medikamenten möglichst hinauszuzögern. So empfiehlt

sich für die Therapie der diabetischen Neuropathie

ein Drei-Säulen-Schema, in dem Benfotiamin einen festen

Platz hat. Säule eins steht für die konsequente Behandlung

der Grunderkrankung Diabetes mellitus: genau gesagt das

möglichst normnahe Einstellen des Blutzuckers. Hierzu

gehören ein aktiver Lebensstil, der eine bewusste Ernährung,

reichlich Bewegung und – falls erforderlich – eine

Gewichtsreduktion beinhaltet. Unerlässlich sind außerdem

blutzuckersenkende Medikamente, je nach Stadium und Typ

des Diabetes oral anzuwendende (z. B. Metformin) und/oder

injizierbare Wirkstoffe (Insulin). Säule zwei greift gezielt in

die Pathomechanismen der diabetischen Neuropathie ein.

Mittel der ersten Wahl ist Benfotiamin, das den Thiaminmangel

ausgleicht und die Nerven vor toxischen Abbauprodukten

aus dem Glukosestoffwechsel schützt. Des Weiteren

lindert Benfotiamin neuropathische Symptome wie Schmerzen

und Missempfindungen. Säule drei umfasst alle Maßnahmen,

die die Symptome der diabetischen Neuropathie

6

Für die Therapie der diabetischen Neuropathie empfielt sich ein Drei-Säulen-Schema,

in dem Benfotiamin einen festen Platz hat.

Tipps für gesunde Diabetikerfüße

Wer als Diabetiker lebenslang gut zu Fuß bleiben möchte, muss

Eigenverantwortung übernehmen. Diese zu fördern, kann und

sollte sich eine jede Apotheke zur Aufgabe machen. Davon profitieren

nicht nur Millionen von Patienten, sondern auch die Apotheke

selbst. Sie kann einmal mehr ihre Beratungsstärke unter

Beweis stellen und sich so von anderen Gesundheitsanbietern abgrenzen.

Außerdem eröffnet das Ermuntern zur täglichen Inspektion

und Pflege der Füße zahlreiche Möglichkeiten für Zusatzverkäufe

wie beispielsweise Fußcremes. Und nicht zuletzt ist ein

Gespräch über das Vermeiden diabetischer Folgeerkrankungen

eine gute Chance, mit den Betroffenen oder ihren Angehörigen

über die positiven Effekte von Benfotiamin zu sprechen.

mindern: beispielsweise Antidepressiva (z. B. Amitriptylin),

Antikonvulsiva (z. B. Gabapentin) und Opioide. Immer aber

gilt: Bei der Neuropathie ist die Früherkennung von grundlegender

Bedeutung. Hierzu überprüft der Arzt regelmäßig

die Muskelreflexe, die Schwellen für das Wärme- und Kältegefühl,

das Vibrationsempfinden (Stimmgabeltest) und

andere Parameter.

Wichtige Einnahmehinweise

> DAS PTA MAGAZIN -- S o n d e r p u b l i k a t i o n -- 09/2010 <

Soweit vom Arzt nicht anders verordnet, werden täglich 300

Milligramm Benfotiamin (1 Filmtablette) eingenommen: unzerkaut

mit etwas Flüssigkeit. Die Behandlungsdauer sollte

mindestens drei Wochen betragen und kann aufgrund der

guten Verträglichkeit auch langfristig fortgeführt werden.

Zu den Kontraindikationen gehört – wie bei jedem Medikament

– eine bekannte Überempfindlichkeit gegenüber dem

Wirk- oder einem Hilfsstoff. Die einzige bekannte Wechselwirkung

besteht mit 5-Fluoruracil, das die Wirksamkeit von

Benfotiamin beeinträchtigt.

milgamma® protekt

Wirkstoff: Benfotiamin. Zusammensetzung: Arzneil. wirks. Bestandt.: 1 Ftbl. enth. 300 mg Benfotiamin.

Sonst. Bestandt.: Mikrokrist. Cellulose, Talkum, Povidon (K30), hochdisp. Siliciumdioxid,

Croscarmellose-Natrium, höherk. Partialglyceride, Hypromellose, Titandioxid, Polyethylenglycol,

Saccharin-Natrium. Anwendungsgebiete: Ther. od. Prophyl. v. klin. Vit. B1 Mangelzust., sofern

diese nicht ernährungsmäßig behoben werden können. Beh. v. Neuropathien u. kardiovask. Stör.,

die durch Vit. B1-Mangel hervorger. werden. Gegenanzeigen: Überempfindl. gg. Benfotiamin/

Thiamin od. einem d. sonst. Bestandt. Nebenwirkungen: In Einzelfäll.: Überempfindl.k.reakt. (Urtikaria,

Exanthem), gastrointest. Störungen. Wörwag Pharma GmbH & Co. KG, 71034 Böblingen.

Apothekenpflichtig, Stand: 07/2009


Fragebogen

Frage 1: Diabetische Folgeerkrankungen, allen voran die diabetische Neuropathie, sind gefürchtet bei …

A) einem Typ-1-Diabetes, nicht aber bei einem Typ-2-Diabetes.

B) einem Typ-2-Diabetes, nicht aber bei einem Typ-1-Diabetes.

C) einem Typ-1- und bei einem Typ-2-Diabetes.

Frage 2: Welche Aussage zum metabolischen Syndrom ist richtig?

A) Der Typ-2-Diabetes ist mit den anderen drei Gesundheitsstörungen (Übergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen)

eng assoziiert.

B) Die Aussage, dass Übergewicht die Basis des Geschehens bildet, gilt als überholt.

C) Besonders problematisch ist das Hüftfett.

Frage 3: Periphere Neuropathie ist der Fachbegriff für …

A) Schäden am vegetativen Nervensystem.

B) Schäden am sensiblen Nervensystem.

C) das diabetische Fußsyndrom.

Frage 4: Thiamin …

A) ist ein Synonym für das fettlösliche Vitamin B1, das unter anderem von den Nerven benötigt wird.

B) wird bei Diabetikern verstärkt über die Niere ausgeschieden, was zu einem eklatanten Thiaminmangel führt.

B) kann bei Diabetikern ausreichend über die Nahrung zugeführt werden.

Frage 5: Welche Aussage zur Funktion von Thiamin ist richtig?

A) Thiamin ist unentbehrlich für die Funktion des Entgiftungsenzyms Transketolase, das die Glukosetoxizität mindert.

B) Thiamin steigert die Produktion von AGEs, die die Glukosetoxizität senken.

C) Thiamin verbessert die Glukoseaufnahme in die Zellen, wodurch der Blutzucker gesenkt wird.

Frage 6: Benfotiamin …

A) ist wasserlöslich, weshalb es vom Körper besser aufgenommen wird als das fettlösliche Thiamin.

B) fungiert als fettlösliches Prodrug, das sieben Mal höhere Thiamin-Plasmakonzentrationen bewirkt als das wasserlösliche Thiamin.

C) wird vom Körper 17 Mal besser aufgenommen als Thiamin.

Frage 7: Welchen therapeutischen Nutzen hat Benfotiamin nicht? Es kann …

A) vor diabetischen Neuropathien und Gefäßschäden schützen.

B) Beschwerden von diabetischen Neuropathien deutlich lindern.

C) das metabolische Syndrom rückgängig machen.

Frage 8: Welchen Stellenwert hat Benfotiamin in der Therapie der diabetischen Neuropathie gemäß dem Drei-Säulen-Schema?

Benfotiamin …

A) trägt zur möglichst normnahen Einstellung des Blutzuckers bei gemäß Säule eins.

B) greift gezielt in die Pathomechanismen der diabetischen Neuropathie ein gemäß Säule zwei.

C) wirkt ausschließlich symptomlindernd gemäß Säule drei.

Frage 9: Das diabetische Fußsyndrom …

A) ist meistens durch Schäden am vegetativen Nervensystem gekennzeichnet.

B) geht meistens mit den Symptomen sensibler Neuropathien einher.

C) ist ausschließlich eine Folge von arteriosklerotisch bedingten Durchblutungsstörungen.

Frage 10: Warum ist bei Diabetikern eine ausreichende Thiaminversorgung über die Nahrung praktisch nicht möglich?

A) Nahrungsthiamin ist extrem instabil, weil es beim Lagern und Zubereiten nahezu vollständig verloren geht.

B) Thiamin ist überwiegend in sehr fettreichen, tierischen Lebensmitteln enthalten.

C) Selbst mit thiaminreichen Lebensmitteln lässt sich der gegenüber Nicht-Diabetikern fünffach erhöhte Thiaminbedarf des

Diabetikers kaum decken.

> DAS PTA MAGAZIN -- S o n d e r p u b l i k a t i o n -- 09/2010 < 7


Beantwortung des Fragebogens „Diabetische Neuropathie

Beantworten Sie unseren Fragebogen und

senden ihn bis zum 31.10.2010 mit einem

adressierten und frankierten Rückumschlag

an die angegebene Adresse.

Adresse: Springer Gesundheits- und

Pharmazieverlag GmbH

DAS PTA MAGAZIN

Postfach 2131

63243 Neu-Isenburg

Oder nehmen Sie online teil unter www.daspta-magazin.de/fortbildung.

Bei erfolgreicher

Beantwortung der Fragen können Sie sich

Ihre Bescheinigung sofort ausdrucken oder

herunterladen.

Beantwortung der Fragen:

Bei jeder Frage ist nur eine Antwort richtig.

Wenn 80 Prozent Ihrer Antworten korrekt

sind, erhalten Sie einen Fortbildungspunkt.

Dieser wird von der Bundes apothekerkammer

(Kategorie 7 Telelernen mit Erfolgskontrolle)

für das nicht approbierte pharmazeutische

Personal vergeben. Die Fortbildung „Diabetische

Neuropathie“ wurde am 21.07.2010 unter BAK

2010/226 akkredi tiert. Die Akkreditierung

ist gültig für Ausgabe 09/2010 von DAS PTA

MAGAZIN.

Die von den Teilnehmern erworbenen Punkte

verfallen nach Ablauf der Akkreditierung nicht.

8

Impressum

Sonderpublikation

der Firma Wörwag Pharma GmbH & Co. KG

zu DAS PTA MAGAZIN, Ausgabe 09/2010

A

B

C

Angaben der Redaktion:

Datum Unterschrift / Stempel der Redaktion

Absender:

Name/ Vorname

E-Mail

Beruf

Straße

PLZ/ Ort

Datum / Unterschrift

Ich versichere, alle Fragen selbstständig und ohne fremde Hilfe beantwortet zu haben.

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10

Redaktionelle Koordination:

Sabine Fankhänel, in Zusammenarbeit mit

Wörwag Pharma GmbH & Co. KG

Autorin: Dr. Ute Koch

Bildnachweise: Wörwag Pharma GmbH & Co. KG

Rechte:

© Springer Gesundheits- und Pharmazieverlag GmbH, 2010

> DAS PTA MAGAZIN -- S o n d e r p u b l i k a t i o n -- 09/2010 <

Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen,

Warenbezeichnungen usw. in dieser Drucksache

berechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung

nicht zu der Annahme, dass solche Namen im Sinne

der Warenzeichen- und Markenschutz-Gesetzgebung

als frei zu betrachten wären und daher von

jedermann benutzt werden dürfen. Für Angaben über

Dosierungsanweisungen und Applikationsformen

kann vom Verlag keine Gewähr übernommen

werden. Derartige Angaben müssen vom jeweiligen

Anwender im Einzelfall anhand anderer Literaturstellen

auf ihre Richtigkeit überprüft werden.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine