Akademischer Bericht 2010 - Institut für Klinische Chemie ...

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Akademischer Bericht 2010 - Institut für Klinische Chemie ...

Institut für Klinische Chemie Akademischer Bericht 2010

– Welche Komponenten in HDL sind für dessen protektive Funktionen verantwortlich

Diese Frage ist bedeutsam, weil die vielen potentiell anti-atherogenen Funktionen von HDL durch

unterschiedliche Protein- und Lipidkomponenten ausgeübt werden und im Zuge von Krankheiten

wie Diabetes mellitus oder KHK gestört sein können. Das IKC arbeitet zusammen mit

Wissenschaftlern der Klinik für Kardiologie an der Charakterisierung endothelialer HDL-Funktionen

und Dysfunktionen und charakterisiert im Rahmen einer europaweiten Kooperation (HDLomics im

6. Rahmenprogramm, COST Aktion HDLnet) das HDL-Lipidom von Patienten und Mausmodellen.

– Die Rolle von Sphingolipiden bei der Pathogenese von Gefässerkrankungen und Neuropathien

insbesondere bei Diabetikern

Im Zuge der Charakterisierung der Serin-Palmitoyltransferase (SPT), die bei bestimmten Formen der

hereditären Neuropathie defekt ist, entdeckten Wissenschaftler des IKC eine neue Untereinheit und

neue enzymtische Funktionen dieses Schlüsselenzyms der Sphingolipidsynthese. Eine neu entdeckte

Klasse von Sphingolipiden, sog. Deoxysphingolipide, wurde von Wissenschaftlern des IKC als

pathogenetisches Agens bei der Entstehung der hereditären sensorischen Neuropathie HSAN Typ I

identifiziert. Die Funktionen und Regulation sowie die biologische und medizinische Bedeutung der

neuen SPT-Untereinheit und Sphingolipidklassen wird nun auf ihre Rolle bei

Lipidstoffwechselstörungen insbesondere in Bezug auf Diabetes und koronare Herzkrankheit

untersucht. Dieses Forschungsprojekt wird unter anderem durch Grants der Forschungskommission

UZH, der Deutschen Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin, und der

Gebert-Ruef-Stiftung unterstützt.

2. Verbesserung von Diagnostik, Prognostik und Monitoring in der Labormedizin, besonders bei

kardiovaskulären und anderen mit Diabetes mellitus assoziierten Erkrankungen

– Lipidomics. Die strukturell sehr vielfältigen Lipide sind derzeit wenig labormedizinisch

diagnostisch genutzt. Im IKC werden massenspektrometrische Methoden aufgebaut, um

diagnostisch und prognostisch potentiell relevante Lipide im Blutplasma zu identifizieren und zu

quantifizieren. Der Fokus liegt auf HDL-Lipiden und Sphingolipiden. Die Projekte wurden durch die

EU (6th framework programme) und private Stiftungen unterstützt und sind Teil des Competence

Center of Systems Physiology and Metabolic Diseases (CC-SPMD) und des ZIHP.

– Drug Monitoring. Traditionell hat das IKC eine führende Rolle in Europa in Bezug auf die Analytik

von Medikamenten, indem es ein sehr grosses Methodenspektrum hierfür bereithält. Dieses

Spektrum wird kontinuierlich erweitert durch Einführung insbesondere massenspektrometrischer

Methoden. Diese Kompetenz wird nicht nur klinisch genutzt sondern auch von vielen klinischen

und tierexperimentellen Wissenschaftlern. Das Projekt umfasst auch Zusammenarbeiten mit der

Industrie zwecks Evaluation von Methoden zur Automatisierung der aufwändigen Prä- und

Postanalytik.

– Proteinmarker: In Studien und in Kooperation mit verschiedenen Zürcher (Kardiologie), Schweizer

(SAPALDIA) und internationalen Arbeitsgruppen werden bekannte Proteinmarker in Bezug auf ihre

diagnostische und prognostische Bedeutung insbesondere bei kardiovaskulären, respiratorischen

und renalen Erkrankungen evaluiert. Ausserdem wurden durch Differential Antibody Phage

Display und Massenspektrometrie in Sekretomen gesunder und atherosklerotischer Gefässproben

nach neuen Biomarkern der Atherosklerose gesucht. Einige der über 300 idenfizierten Proteine sind

interessante Kandidaten und werden in klinischen Studien evaluiert. Diese Projekte werden zum Teil

8 Universität Zürich

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