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e wegen

F A C H B E R E I C H • P O S T D I E N S T E • S P E D I T I O N E N • L O G I S T I K

H e f t 1 1 / 2 0 0 2

Protest

auf der Straße

I n t e r n a t i o n a l e r

A k t i o n s t a g

d e s F a h r p e r s o n a l s

Fotos: Laif, ver.di


ewegen | MENSCHEN ■ MEINUNGEN ■ MELDUNGEN

Stellung entstehe nicht, teilte

die EU-Kommission mit.

Von Lufthansa Cargo will die

Post weitere 23 Prozent

übernehmen. Auch mit Japan

Airlines, die die restlichen

1,4 Prozent hält, führt

die Post Gespräche.

ische Transportunternehmen.

Die Lenker – die meisten

von ihnen Litauer – hatten

weder eine Aufenthaltsnoch

eine Arbeitsgenehmigung

für die Europäische

Union. Der Richter begrün-

Mehr Unfälle

mit Kleinlastern

Foto: Fb

Klarheit für den Unternehmensbereich Filialen bei der Post AG

forderten die Beschäftigten vom Postvorstand während einer

Kundgebung am Rande der Betriebsräteversammlung der

Deutschen Post AG am 28. Oktober in Berlin. „Es muss jetzt

über die Verlängerung des Schaltervertrages verhandelt

werden“, sagte ver.di-Bundesfachbereichsleiter Rolf Büttner.

Konzernweite JAV

Seit Anfang Oktober gibt

es bei der Deutschen Post eine

konzernweite Vertretung

der Jugendlichen und Auszubildenden.

Der neuen Konzern-Jugend-

und Auszubildendenvertretung

gehören

Mitglieder aus sieben Unternehmen

an. Je ein Mitglied

stellen die Gesamt-Jugendund

Auszubildendenvertretungen

(GJAV) der Deutschen

Post AG, der Deutschen

Postbank AG und der

Danzas GmbH. Vier Mitglieder

kommen aus den Jugend-

und Auszubildendenvertretungen

der Merkur Direktwerbegesellschaft

mbH

& Co OHG, der Deutschen

Post ITSolutions GmbH, der

DHL International und der

Postbank Systems AG. Vorsitzender

wurde Stefan Gartner,

Vorsitzender der GJAV

bei der Post AG.

UPS ohne Bart

Er kehrte mit einem Bart aus

seinem Urlaub zurück – ein

Paketzusteller und ver.di-

Mitglied bei United Parcel

Service (UPS) im bayerischen

Heimstetten. Mit der Begründung,

„dass die Kunden

von UPS bestimmte Vorstellungen

im Hinblick auf

die Haartracht und Rasur eines

UPS-Paketzustellers haben“,

wurde der Paketzusteller

zunächst vom Dienst

suspendiert. Mit dem ver.di-

Rechtsschutz erhob er Anfang

Oktober Klage vor dem

Arbeitsgericht München.

Der Paketzusteller darf zunächst

nur im Innendienst

tätig sein. Bis zur Hauptverhandlung

im Februar muss

UPS erklären, warum das

Tragen eines gepflegten Bartes

den Kunden nicht zuzumuten

sei.

Mehrheit bei DHL

Die EU-Kommission hat

der Deutschen Post AG die

Mehrheitsübernahme von

DHL International erlaubt.

Sie billigte damit die Aufstockung

des Post-Anteils an

DHL um 25 auf 75 Prozent.

Eine marktbeherrschende

Die Zahl der von Kleinlastern

verursachten Unfälle ist

deutlich gestiegen. Das teilte

das Bundesamt für Güterverkehr

nach Kontrollen auf den

Autobahnen im Regierungsbezirk

Köln mit. Danach verursachten

Kleintransporter

im ersten Halbjahr 2002 mit

130 Unfällen rund 38 Prozent

mehr Unfälle als im Vergleichszeitraum

des Vorjahres.

Ursachen seien zu

schnelles Fahren und ein zu

geringer Sicherheitsabstand

gewesen. Bei insgesamt 523

überprüften Kleinlastern sei

fast bei jedem Fahrzeug eine

Beanstandung ausgesprochen

worden. 80 Fahrer hätten

den Gurt nicht angelegt,

62 zu lange am Steuer gesessen.

Mehr Tote

auf den Straßen

Die Polizei registrierte im

ersten Halbjahr 2002 in

Deutschland 3312 Getötete

im Straßenverkehr. Das waren

vier Prozent mehr als im

ersten Halbjahr 2001.

Fahrer-Vermittler

hinter Gittern

Das Landgericht Traunstein

in Bayern verurteilte

den Tiroler Günter M. zu einer

Freiheitsstrafe von 22

Monaten und einer Geldbuße

von 11 250 Euro. Das Urteil

ist bereits rechtskräftig.

Der 34-jährige Unternehmer

vermittelte 760 Lkw-

Fahrer aus Osteuropa über

seine Liechtensteiner Briefkastenfirma

an westeuropä-

dete sein relativ mildes Urteil

mit dem umfassenden

Geständnis des Verurteilten.

Die vermittelten Fahrer wurden

fast wie Sklaven behandelt.

So mussten sie die

Nummernschilder ihrer Privat-Pkw

beim Vermittler abgeben.

Damit wurde ihnen

die Möglichkeit genommen,

nach Hause zurückzukehren.

In München wartet inzwischen

der Österreicher

Karl Kralowetz auf seinen

Prozess. Ihm werden ähnliche

Delikte wie dem verurteilten

Tiroler vorgeworfen.

German Parcel ist

jetzt GLS

Das Unternehmen heißt

künftig General Logistics

Systems Germany GmbH &

Co KG oder kurz GLS. Die

Mutter des deutschen Ablegers,

die General Logistics

Systems International Holding

D.V. (GLS) mit Sitz in

Amsterdam führt damit europaweit

ein einheitliches

Markenzeichen ein. Trotz

des Wortes Logistics im Namen

sollen die Paketdienstleistungen

und der Expressservice

weiterhin das Kern-

Zeichnung: UD

2 11/2002 | ver.di


geschäft bleiben. Allerdings

will GLS auch logistische Zusatzleistungen

anbieten und

in Outsourcing-Projekte investieren.

Schenker

in Frankreich

Die Stinnes-Tochter Schenker

hat die französische Logistik-Gruppe

Joyau übernommen.

Mit einem Umsatz

von zirka 250 Millionen Euro

und rund 2500 Mitarbeitern

an 53 Standorten zählt Joyau

zu den zehn führenden

Anbietern des Landes. Ziel

der Übernahme durch

Schenker ist die Optimierung

der inländischen Distribution

in

Frankreich.

Damit ist

der Aufstieg

zu einem

der wichtigsten

Logistikanbieter des

Landes sicher. Schenker war

bisher in Frankreich an 30

Standorten mit rund 900

Mitarbeitern als Logistik-

Dienstleister vertreten.

Aufwärts

Mit der internationalen

KEP-Branche werde es in

den nächsten Jahren weiter

aufwärts gehen. Das gelte

für die Sendungsmengen,

ebenso wie für die Preise. So

jedenfalls lautet die Einschätzung

von Spitzenvertretern

des Marktes auf einem

Symposium in Hamburg,

das die dortige Handelskammer

Ende Oktober

zusammen mit dem Bundesverband

der Kurier-Express-

Post-Dienste (BdKEP) und

der Deutschen Verkehrszeitung

(DVZ) organisiert hatte.

(Siehe auch Seite 10)

Bei den

Roten Teufeln

Für Christian Schorer aus

Ludwigshafen am Rhein hat

sich die Werbung neuer Mit-

glieder für ver.di doppelt gelohnt:

Neben einer wertvollen

Sachprämie gewann er

zwei VIP-Karten für das Auswärtsspiel

„seines“ Bundesliga-Heimatvereins

1. FC

Kaiserslautern beim HSV.

Der Besuch in der VIP-Longe

mit Essen und Trinken vom

Feinsten, gestiftet von der

Signal-Iduna, entschädigte

Christian Schorer, der auf

dem Wochenend-Kurztrip

nach Hamburg von seinem

Schwager begleitet wurde,

für die Niederlage der Roten

Teufel vom Betzenberg.

Kühne & Nagel:

Mehr Umsatz

In den ersten neun Monaten

des Jahres 2002 hat

Kühne & Nagel seinen Umsatz

um 3,1 Prozent auf 6,5

Milliarden Schweizer Franken

erhöht. Im Vergleich

zum Vorjahr verbesserte sich

Foto: Fb

der Rohertrag um 17,4 Prozent

auf 1,4 Milliarden

Schweizer Franken. Wegen

eines im Vergleich zum Vorjahr

deutlich verschlechterten

Finanzergebnisses und

hoher Abschreibungen auf

immaterielle Werte und

Software liegt der Reingewinn

des Unternehmens mit

108 Millionen Schweizer

Franken allerdings 3,3 Prozent

unter dem Vorjahreswert.

Gleichwohl wird für

das Gesamtjahr ein Ertragsziel

von mehr als 150 Millionen

Schweizer Franken

angestrebt. Das Unternehmen

erwirtschaftet einen

Großteil der Erträge im

internationalen Speditionsgeschäft.

Dort konnte der

operative Gewinn trotz instabiler

Frachtraten und

rückläufiger Margen in der

See- und Luftfracht gegenüber

dem Vorjahr um 20,9

Prozent verbessert werden.

Eine positive Entwicklung

zeigt der Geschäftsverlauf

auch bei den Land- und

Bahnverkehrsaktivitäten des

Logistikdienstleisters.

Einstieg

in Kanada

DHL Worldwide Express

wird zum 31. Januar 2003

die Mayne Group Canada

übernehmen. Mit knapp

Betriebsrat der Deutschen Post AG - Brückenschlag nach Dresden:

Spenden von insgesamt 5600 Euro für Hochwassergeschädigte

überreichte der Betriebsrat der Niederlassung Freising

den KollegInnen des Dresdner Betriebsrates.

Foto: Fb

INHALT

Titel-Thema

4 Aktionstag

des Fahrpersonals

6 Unterwegs im Lkw

Konzernpolitik

8 Profit-Center

keine Wunderwaffe

KEP-Branche

10 Fachkonferenz

11 Tarifrunde bei FedEx

Tarifpolitik

12 Verhandlungen

im Speditions- und

Logistikgewerbe

Beamte

13 Tarif- und Besoldungsrunde

Postkonzern

15 Das Programm „Star“

3000 Beschäftigten und einem

Jahresumsatz von rund

180 Millionen Euro gehört

die Mayne Group zu den

führenden kanadischen Kurier-

und Expressdienstleistern.

In Kanada will DHL damit

seinen Marktanteil weiter

ausbauen. Auch der

grenzüberschreitende Verkehr

in die USA soll so verstärkt

werden. Der Abschluss

steht noch unter

dem Zustimmungsvorbehalt

der kanadischen Wettbewerbsbehörden.

Mangelhaft

Fast jeder zweite Gefahrguttransport

weist Mängel

auf. Das ist das Ergebnis einer

zweitägigen Kontrollaktion

der Polizei in den Häfen Kiel,

Puttgarden und Lübeck-Travemünde.

Von den 79 kontrollierten

Transporten wurden

37 beanstandet. In 16

Fällen waren die Mängel so

gravierend, dass die Weiterfahrt

untersagt wurde.

Bundesweit wurden nach

Angaben des BAG im Jahr

2000 von rund 75.000 kontrollierten

Gefahrguttransporten

15 Prozent beanstandet.

ver.di | 11/2002 3


ewegen | TITEL-THEMA

Fotos: Laif, ver.di

ver.di in

Bewegung

Internationaler Aktionstag für Beschäftigte im Straßentransport

„Übermüdung tötet! – deshalb Arbeitszeit verkürzen.“ Das war die zentrale Forderung

des 6. Internationalen Aktionstages der Internationalen Transportarbeiter-

Föderation (ITF) am 15. Oktober 2002. Ziel ist, auf die teilweise dramatisch

schlechten Arbeitsbedingungen im Transportgewerbe aufmerksam zu machen.

In Deutschland beteiligten sich über

20 000 FahrerInnen an den ver.di-

Aktionen auf Tank- und Rastanlagen,

an Grenzübergängen und Zollterminals.

Mit dabei GewerkschafterInnen

aus Polen, Tschechien, Österreich,

Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien

und den Niederlanden. Diese

Kampagne wurde unterstützt von der

GUV/FAKULTA und dem ACE.

ver.di und ITF fordern zum Schutze

des Fahrpersonals und im Interesse der

Verkehrssicherheit:

– Ein einheitliches System zur Kontrolle

der Lenk- und Ruhezeiten in Europa

zum Schutze der BerufsfahrerInnen vor

Überlastung und im Interesse der Verkehrssicherheit.

– Schärfere Sanktionen für Arbeitgeber

bei Verstößen gegen Lenk- und Ruhezeiten,

damit diese aufhören, das

Fahrpersonal über Europas Straßen zu

hetzen. Denn nur wenn die Arbeitgeber

und nicht nur die Beschäftigten zur

Kasse gebeten werden, ändert sich etwas.

– Verkürzung der Lenk- und Verlängerung

der Ruhezeiten durch die Novellierung

der EU-Sozialvorschriften. 1 )

Mit dieser Novellierung soll eine

zentrale Forderung von ver.di und der

Europäischen Transportarbeiter-Föderation

(ETF) in europäisches Recht umgesetzt

werden. Das vereinfacht geltende

Vorschriften, passt sie an die

Rechtssprechung des Europäischen

Gerichtshofs an und schränkt Ausnahmeregelungen

ein. 2 )

Die Abgeordneten des Europäischen

Parlaments, die Mitglieder in der

Europäischen Kommission und im Ministerrat

wurden aufgefordert, eine

wirkungsvolle Novellierung der Sozialvorschriften

zur Verbesserung der Lebens-

und Arbeitsbedingungen für das

4 11/2002 | ver.di


ewegen | TITEL-THEMA

Fahrpersonal und im Interesse der Verkehrssicherheit

umzusetzen.

Einer Neuregelung der Sozialvorschriften,

die ungehemmte Flexibilität

des Fahrpersonals abverlangt und sich

nur am Streben der Unternehmer nach

Maximalprofiten orientiert, werden

ver.di und ETF eine Absage erteilen.

Die Folgen würden eine weitere Überbelastung

der FahrerInnen und somit

auch eine Gefährdung aller VerkehrsteilnehmerInnen

nach sich ziehen.

ver.di und ETF begleiten die Beratung

zur Neuregelung kritisch und

konstruktiv. Auf Flugblättern und Postkarten-Aktionen

wurden die Forderungen

zur Verbesserung der Lebens- und

Arbeitssituation des Fahrpersonals in

der Europäischen Union beschrieben:

– Verkürzung der Lenkzeiten auf maximal

9 Stunden täglich sowie 45

Stunden wöchentlich und höchstens

80 Stunden in der Doppelwoche.

– Beibehaltung der festen Woche und

des Fahrverbots an Sonn- und Feiertagen.

– Tägliche Ruhezeiten von 12 Stunden

am Standort und 10 Stunden, wenn

die FahrerInnen unterwegs sind.

Der Entwurf der EU-Kommission

wird im November 2002 im Ausschuss

des Europäischen Parlaments für Re-

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gionalpolitik, Verkehr und Fremdenverkehr

abschließend beraten. Voraussichtlich

noch in diesem Jahr soll die

Verordnung zu den Lenk- und Ruhezeiten

im Europäischen Parlament verabschiedet

werden. Werner Schäffer

Referent in der Fachgruppe

Speditionen und Logistik

1

) Die Sozialvorschriften gelten für alle FahrerInnen

von Fahrzeugen, mit mehr als 3,5 Tonnen zulässigem

Gesamtgewicht im Güter- und Personenkraftverkehr,

bei grenzüberschreitender wie bei inländischer

Beförderung im Fern- und Nahverkehr sowie

für angestellte und selbstständige FahrerInnen.

2

) Dies bedeutet auch, dass Unternehmen, die bisher

nicht dem Geltungsbereich der Vorschriften

unterlagen, die Novellierung verbindlich anwenden

müssen.

ver.di | 11/2002 5


ewegen | TITEL-THEMA

Zwölf Stunden

ohne Pause

Unterwegs im Lkw

bewegen begleitete einen Lkw-Fahrer

auf seiner täglichen Tour.

Die Autobahnpolizei Thieshope

(Kreis Harburg) hat einen Lkw-

Fahrer (40) aus Rostock aus dem

Verkehr gezogen. Grund: Der Mann

hatte ohne Pause 19 Stunden lang am

Steuer seines (...) Lastzuges gesessen.

Bei der Überprüfung stellte sich heraus,

dass er 1500 Kilometer am Stück

gefahren war.“ Nachrichten wie diese

erreichen uns fast täglich. Wie viele

Verkehrssünder nicht geschnappt werden,

erfahren wir hingegen nicht. Wir

können jedoch sicher sein, dass eine

wachsende Zahl tickender Zeitbomben

auf unseren Straßen unterwegs ist.

Aber auch die derzeit geltenden Vorschriften

garantieren weder Sicherheit

noch halbwegs vertretbare Arbeitsbedingungen.

Laut fluchend steigt Hans-Jürgen

Schierz in die Eisen. Kalter Kaffee

schwappt aus dem Becher, der in der

Halterung auf der Mittelkonsole steht,

auf den Boden. Mit scharfer Bremsung

macht der 48-jährige Lkw-Fahrer einem

dunkelblauen BMW Platz, der sich

an der Einfahrt Schleswig/Jagel auf der

A7 Richtung Hamburg von rechts vor

ihn quetscht. „Manche Leute denken

anscheinend, dass man automatisch

auf die linke Spur wechselt, wenn

sie auf die Autobahn fahren“,

entfährt es Schierz kopfschüttelnd

nach dem

ersten Schreck.

Doch auf

der Überholspur

6 11/2002 | ver.di


ewegen | TITEL-THEMA

hatte bereits ein zweiter Lkw zum

Überholen angesetzt, der jetzt mit hohem

Tempo vorbeizieht. Schierz sieht

im Vorbeifahren nur flüchtig das gelbe

Nummernschild und winkt ab. „Natürlich

ein Holländer. Von denen hält sich

kaum einer an die vorgeschriebenen

80 Stundenkilometer“, weiß er aus

langjähriger Beobachtung. Alltag auf

deutschen Autobahnen.

Schnell müde

Foto: Mathias Thurm

Schneller als 80 würde Schierz manchmal

auch gern fahren. „Wenn man bei

dieser Geschwindigkeit stundenlang

auf der Autobahn stur geradeaus zuckelt,

wird man ziemlich schnell müde.“

Doch am Rasen hindert ihn auch die

Erfahrung, dass Lastzüge mit 40 Tonnen

und mehr bei Tempo 130 nur sehr

schwer wieder zum Stehen kommen.

Außerdem hat er keine Lust auf Bußgeld.

Bei einem Bruttomonatsgehalt

von 1944 Euro achtet er auf jeden

Cent. Trotzdem lassen sich Geldstrafen

nicht immer vermeiden.

Wenn Schierz bei seinem Autotransporter,

mit dem er regelmäßig zwischen

Hamburg und dem 300 Kilometer

entfernten Vamdrup in Dänemark

pendelt, nur einen der Keile vergisst,

mit dem die Wagen auf seinem Truck

gesichert werden, sei er mit 40 Euro

Bußgeld dabei.

Einmal habe er in seiner sechzehnjährigen

Berufspraxis richtig blechen

müssen, erinnert sich der Fahrer. Bei einem

nächtlichen Wendemanöver auf

einer Landstraße sei ihm ein Pkw in die

Seite gefahren. Zum Glück ohne Personenschäden.

Allerdings wurde Schierz

zur Zahlung von 2500 Euro verdonnert.

Das heißt: mehr als einen Monat

umsonst gearbeitet.

Jeden Morgen um sieben belädt

der Lkw-Fahrer im Hamburger Hafen

seinen doppelstöckigen Spezialtransporter

mit Autos. Bis Schierz die dänische

Grenze erreicht, hat er bereits

zwei deutsche Händler beliefert. So

kann er den hinteren Ausleger einfahren,

wodurch sein Lastzug auf die

im nördlichen Nachbarland vorgeschriebene

Höchstlänge von 18 Metern

kommt. Das bedeutet aber,

dass die verbleibenden Autos auf

dem Lkw neu sortiert werden müssen,

was er, wie das Abladen der

Fahrzeuge auch, selber erledigen

muss. Da er während dieser Zeit

nicht hinter dem Steuer sitzt, erfüllt

er zwar die Vorschriften, wonach

die Lenkzeit spätestens nach viereinhalb

Stunden für eine dreiviertel

Stunde unterbrochen werden muss, eine

Arbeitspause springt dabei für ihn

aber nicht heraus.

Nicht entlohnt

Wenn Schierz abends gegen 19 Uhr

wieder auf den Hof der Spedition

E.H.Harms in Hamburg rollt, bleibt er

so unter dem gesetzlichen Limit von

zehn Stunden täglicher Lenkzeit. Ein

zwölfstündiger Arbeitstag ohne Pause

liegt dann hinter ihm. Deshalb setzt

sich das ver.di-Mitglied und Betriebsrat

Schierz dafür ein, dass das Be- und Entladen

endlich als Arbeitszeit bezahlt

wird. „Dann könnten sie die Touren

nicht mehr so voll packen und wir hätten

mehr Luft zwischendurch.“

Ein längst fälliger Beitrag für humanere

Arbeitsbedingungen und mehr Sicherheit

auf den Straßen, findet der

Fahrer. Damit steht er nicht allein in

seiner Firma. „Im vergangenen halben

Jahr hat sich die Zahl der ver.di-Mitglieder

bei uns von zwölf auf 40 erhöht.“

Doch der Weg in Richtung humanere

Arbeitsbedingungen ist hart. Die

Spediteure drehen weiter an der Zeitschraube

und verschärfen damit den

Druck auf die Fahrer. Neunmal hat sich

der Disponent im Laufe des Tages bei

Schierz gemeldet, wo er denn bleibe

und warum er denn noch nicht beim

nächsten Kunden sei. „Ob ich eine

Stunde später zu Hause bin, interessiert

keinen“, stellt Schierz fest. Mit

Spannung erwartet der Kraftfahrer indes

die Entscheidung über die EU-Sozialvorschriften

im November: „Ich kann

nur hoffen, dass der Ausschuss des Europäischen

Parlaments den Argumenten

und Forderungen von ver.di folgt,

damit das Chaos auf unseren Straßen

endlich eingedämmt wird.“

Mathias Thurm

Freier Journalist in Hamburg

ver.di | 11/2002 7


ewegen | KONZERNPOLITIK

Zeichnung: UD

Keine Wunderwaffe

Grundgedanke der Profit-Center-

Organisation ist, dass kleine,

dezentrale Einheiten überschaubarer

und damit besser steuerbar

sein sollten. Sie werden wie ein eigenständiges

Unternehmen geführt und

abgerechnet. Ihnen ist eine Ergebnisund

Erfolgsabrechnung übertragen.

Sie beziehen Produkte und Dienstleistungen

von anderen Unternehmensteilen

oder auch von Fremdfirmen. Sie

verkaufen ihrerseits Produkte und

Dienstleistungen an andere Unternehmensteile

oder externe Kunden.

Hierzu erstellen sie eigene Kostenund

Gewinnrechnungen. Lieferungen

aus anderen Bereichen des Unternehmens

und Lieferungen fremder Firmen

werden in der Ergebnisrechnung ausgewiesen.

Das Verhältnis von Unternehmensteilen

zueinander ist eine

interne Kundenbeziehung. Auch bei

Profit-Center

im Konzern

Profit-Center sind in

der betrieblichen Praxis

keine Wunderwaffe, um

die Wirtschaftlichkeit

eines Unternehmens zu

steigern, sondern nur

ein mögliches Mittel,

um Profite zu erhöhen.

Aber was ist ein Profit-

Center

dieser Kundenbeziehung gilt das Prinzip:

Konkurrenz belebt das Geschäft.

Der Leiter eines Profit-Centers handelt

sozusagen als Subunternehmer und ist

für die Kosten und Erträge und somit

für den Profit verantwortlich. Den Führungskräften

auf mittlerer Ebene wird

eine relativ weitreichende ökonomische

Verantwortung übertragen (der

Unternehmer im Unternehmen).

Was sind die Hintergründe einer

Profit-Center-Organisation Solche Organisationsformen

sollen sich leichter

an veränderte Produktionsbedingungen

und Kundenerwartungen anpassen.

Eine verbesserte Marktwirtschaftlichkeit

und eine systembedingt erforderliche

Beeinflussbarkeit von Kosten

(auch Personalkosten) und Umsatz sollen

die Reaktionszeiten erhöhen und

die Ertragskraft sowie den Profit steigern

helfen. Die ausgeprägte Eigenverantwortung

soll bei den Beschäftigten

unternehmerische Kräfte, Kostenund

Gewinndenken entfalten.

Materielle Anreizsysteme sowie

Personalführungs- und Steuerungssysteme,

wie beispielsweise Zielvorgaben,

sollen diesen Prozess gestalten und

fördern. Insbesondere unter dem Gesichtspunkt

der Kostenverantwortung

wird entschieden, ob Dienstleistungen,

Produkte, Güter oder bessere

Qualität preisgünstiger auch von außen

eingekauft werden. Damit setzen

sich Unternehmensteile intern gegenseitig

unter ständigen Wettbewerbsdruck.

Das verschärft den Kostendruck.

Ein (gnadenloser) Konkurrenzkampf

der einzelnen Unternehmensteile

kann oder soll auch bewirken,

dass jene, die keinen ausreichenden

Profit abwerfen, geschlossen werden.

Mitbestimmen

als Gegenmacht

Zu einem unternehmerisch ergebnisorientierten

Denken und Handeln gehören

eine flexibilisierte, an Kundenwünschen

ausgerichtete Arbeitszeitgestaltung

sowie eine flexibilisierte ergebnis-

und erfolgsorientierte Bezahlung.

8 11/2002 | ver.di


Gewerkschaftliche Anforderungen

zur Aufbauorganisation

zielen

darauf ab, durch den

Ausbau der betrieblichen

Mitbestimmung

und der Mitbestimmung

auf Unternehmensebene

Gegenmachtspositionen

zu

entwickeln und eine Demokratisierung

der

Wirtschaftsordnung

durchzusetzen. Bei der

kollektiven Regulierung

der Arbeits- und Einkommensbedingungen

sind Grundlagen zu schaffen,

die

– die Beschäftigungssicherheit

gewährleisten (insbesondere

Ausschluss von betriebsbedingten Beendigungskündigungen),

– eine betriebliche Entsolidarisierung

und die Verlagerung von Unternehmerrisiko

auf Beschäftigte ausschließen,

– bei der Arbeitszeitgestaltung eine

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Zeichnung: UD

tatsächliche Zeitautonomie der Beschäftigten

gewährleisten, um somit

eine Verbetrieblichung der alltäglichen

Lebensführung zu minimieren,

– einseitige Leistungsvorgaben und -

normierungen ausschließen,

– eine auf Leistung begründete ergebnisbezogene

Bezahlung ermöglichen,

die nicht den zeitbezogenen Entgeltanteil

ersetzt sowie eine Erhöhung des

Leistungsdrucks ausschließt.

Jörg Dietl

Referent im Bereich Tarif-, Mitbestimmungs-,

Sozial- und Beamtenpolitik


ewegen | KEP-BRANCHE

Den Wandel

erfassen Fachkonferenz Kurier-,

Express- und Paketdienst

Am 24. Oktober fand die

ver.di-Fachkonferenz für

betriebliche und gewerkschaftliche

InteressenvertreterInnen

aus dem KEP-

Bereich in Hannover statt.

In Hannover ging es um Entwicklungen

in dieser Branche, Arbeitsbedingungen

und Aufgaben der betrieblichen

und gewerkschaftlichen Interessenvertretungen.

Professor Peter Klaus, Leiter der

Fraunhofer Arbeitsgruppe für Technologie

der Logistik-Dienstleistungswirtschaft,

mit Lehrstuhl für Logistik an

der Universität Erlangen-Nürnberg,

skizzierte die Entwicklung der Branche.

Das oft vorausgesagte Wachstum

der Branche werde nicht eintreten.

Eher ein Wandel, charakterisiert von

der Zunahme spezifischer Transportketten,

der Verlagerung aus anderen

Transportmärkten (z. B. dem Speditionsgewerbe)

sowie dem Wachstum

von Zusatzleistungen, die bisher noch

nicht auf dem KEP-Markt angeboten

werden.

Sein Fazit:

● Weder positive noch negative Veränderung

der Beschäftigungsmöglichkeiten,

sondern eine Umschichtung bei

den Arbeitsplätzen.

● Eine zunehmende Entwicklung hin

Fotos: ver.di

zu LeiharbeitnehmerInnen- und Subunternehmerstrukturen.

● Zunehmende Anforderungen bei

der Qualifikation von FahrerInnen sowie

im Kurier- und im administrativen

Bereich.

● Ein fortdauernder Ertrags- und Tarifdruck.

Die sich hieraus ergebenden Anforderungen

für die betriebliche und gewerkschaftliche

Interessenvertretung

wurden von den TeilnehmerInnen in

vier Foren formuliert:

● Die neuen Beschäftigungsformen

und ihre Auswirkungen.

● Gestaltungsmöglichkeiten der Tarifpolitik.

● Anforderung an die (Arbeitsmarkt-)

Politik und

● Gewerkschaftspolitische Anforderungen

im Hinblick auf Europäisierung.

Viele der Anregungen, Ideen und

konkreten Aufträge werden in die Planung

der Fachgruppe KEP einfließen.

Als Schwerpunkte haben sich herauskristallisiert,

dass zum einen ver.di die

Qualifizierung der Beschäftigten als

auch neue Ausbildungsberufe ins Visier

nehmen soll. Zum anderen muss in

der Tarifpolitik künftig mehr auf die

KEP-spezifischen Anforderungen (insbesondere

in den Flächentarifverträgen)

geachtet werden. Zugleich soll

ver.di auch Beschäftigte, die nicht in

den Normalarbeitsverhältnissen stecken,

wie zum Beispiel LeiharbeitnehmerInnen

und Sub-Subunternehmer,

in ihre Arbeit einbeziehen.

Die Ergebnisse der Fachtagung

werden in einer Dokumentation auf

den Internet-Seiten des ver.di-Fachbereiches

Postdienste, Speditionen und

Logistik veröffentlicht. Doris Wiesch

Referentin in der Fachgruppe KEP

KEP-Branche:

Tarifpolitik zur Gestaltung nutzen.

10 11/2002 | ver.di


ewegen | KEP-BRANCHE

Erste

Annäherung

Tarifrunde bei FedEx Europe, Inc.

Die Tarifverhandlungen bei FedEx Europe

Inc., Niederlassung Deutschland,

sind bisher konstruktiv verlaufen.

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In der ersten Verhandlungsrunde

zum Vergütungstarifvertrag

und Manteltarifvertrag

haben ver.di und

Arbeitgeber ihre sehr unterschiedlichen

Ausgangspositionen

ausgetauscht.

Die ver.di-Verhandlungskommission

fordert auf

Grund der ökonomischen

Daten und den durchaus guten

Perspektiven bei FedEx

eine beachtliche Erhöhung

der Vergütungen für die Beschäftigten.

Der Arbeitgeber, der den

Manteltarifvertrag gekündigt

hatte, sieht eine so genannte

Nullrunde als einzige

Möglichkeit an, seine wirtschaftliche

Situation weiter

zu verbessern. Erreichen

möchte er dies durch die

Abschaffung des Zuschlagssystems.

In der zweiten Verhandlungsrunde

kam es zu ersten

Teilergebnissen.

ver.di hat das Ziel erreicht,

den Mantel- und Vergütungstarifvertrag

getrennt

zu verhandeln. Der

Arbeitgeber ist bereit, den

Manteltarifvertrag ein weiteres

Jahr unverändert zu

lassen und in einer Strukturkommission

perspektivisch

zu diskutieren.

Michael Walter

Referent in der Fachgruppe

Kurier-, Express- und Paketdienste

ver.di | 11/2002 11


ewegen | TARIFPOLITIK

2,5 bis 3 Prozent mehr

Verhandlungen im Speditions- und Logistikgewerbe

Von Mai bis Oktober hat ver.di in den

Landesbezirksfachbereichen Hamburg-

Nord, Berlin-Brandenburg, Saar,

Hessen, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen

und Bayern Tarifverhandlungen

für Lohn- und Gehaltserhöhungen

im Speditions- und

Logistikgewerbe geführt.

12 11/2002 | ver.di

2,5 %

Noch nicht abgeschlossen ist die

Tarifrunde in Rheinland-Pfalz,

Niedersachsen-Bremen und Südost.

Im Frühjahr hatten die einzelnen

Tarifkommissionen der ver.di-Landesbezirksfachbereiche

ihre Forderungen

aufgestellt: Entgelterhöhungen zwischen

5 und 5,5 Prozent. Geführt wurden

die Tarifverhandlungen mit unterschiedlichen

Schwerpunkten. So hat

Berlin/Brandenburg den Vorrang auf

die Ost-West-Angleichung gelegt. Andere

Landesbezirksfachbereiche haben malzahlungen

die Frage von Lohn- und Gehaltsstrukturen

in die Verhandlungen einbezogen.

Verhandelt wurde auch über Ar-

2,5% bis 3%

beitsbedingungen dann erneut prozentuale Erhöhungen

aus den Manteltarifverträgenger

als in 2002. Es konnte insgesamt

zum Tragen. Diese liegen etwas niedri-

Die in der Tarifrunde

durchgesetzten Er-

Einkommen erreicht werden.

das Ziel einer deutlichen Erhöhung der

gebnisse hingen wesentlich

davon ab, setzungen gilt es, die Durchsetzungs-

Für die nächsten Tarifauseinander-

ob es gelang, die kraft zu steigern. Dazu muss an vorderster

Stelle der gewerkschaftliche Orga-

Mitglieder zu mobilisieren

und eine

entsprechenhöht

werden.

nisationsgrad im Speditionsbereich erde

Tarifmacht zu

Klaus-Dieter Wockel

entwickeln. Die Referent im Bereich Tarif-, Mitbestimmungs-,

besten Tarifergebnisse

für den

Sozial- und Beamtenpolitik

Speditionsbereich

hat ver.di

3%

dort erzielt,

wo durch

verschiedene

Aktionen

und

Warnstreiks

Druck auf die Arbeitgeber ausgeübt

werden konnte. Die Arbeitgeber

hatten die Auseinandersetzungen

gesucht und

ihrerseits versucht, Druck auszuüben.

Sie drohten zum Teil

mit dem Ausstieg aus dem Flächentarifvertrag

oder forderten

nicht akzeptable Öffnungs-

und Härtefallklauseln.

Die Abschlüsse im Speditionsgewerbe

liegen für das Jahr

2002 zwischen 2,5 und 3 Prozent.

Für den ersten oder die

ersten beiden Monate der

Laufzeit wurden meist Ein-

vereinbart.

Die Laufzeit beträgt überwiegend

24 Monate. Für

das Jahr 2003 kommen


ewegen | BEAMTE

Nicht abkoppeln

Tarif- und Besoldungsrunde öffentlicher Dienst

Über 800 Beamtinnen und Beamte aus dem Bundesgebiet

nahmen am 25. Oktober in Köln an einer Auftaktveranstaltung

zur Tarif- und Besoldungsrunde teil.

Gemeinsam für höhere Einkommen,

so lautete das Motto für

die insgesamt rund 300 000 Beamtinnen

und Beamten in ver.di.

Mit dabei in Köln waren Versorgungsempfängerinnen

und Versorgungsempfänger

sowie Beamtinnen und

Beamte aus allen Bereichen des öffentlichen

Dienstes und den Aktiengesellschaften

Post, Postbank und Telekom.

Die Stimmung war aufgeheizt, hatte

doch Ernst-Otto Stüber, Vertreter

der kommunalen Arbeitgeber, kurz zuvor

lautstark eine Nullrunde für den öffentlichen

Dienst gefordert. „Die wollen

uns nur verunsichern“, so eine Teilnehmerin

zu den Drohkulissen der öffentlichen

Arbeitgeber.

ver.di-Vorsitzender Frank Bsirske stellte

dazu fest: „Wir werden es nicht zulassen,

dass die Beamtinnen und Beamten

zeitlich und inhaltlich von den Tarifkräften

abgekoppelt werden.“ Das

Hauptziel sei, eine Erhöhung von deutlich

über drei Prozent für die Beschäftigten

durchzusetzen. Dies sei wirtschaftlich

vertretbar und gegenüber

den Erhöhungen in der Privatwirtschaft

sozial gerecht. Zudem müsse

das Entgeltniveau Ost in einem Stufenplan

spätestens bis 2007 auf 100 Prozent

des Westniveaus angeglichen

werden. Das Tarifergebnis müsse durch

ein entsprechendes Besoldungsgesetz

zeit- und inhaltsgleich auf die Beamtinnen

und Beamten übertragen werden.

Klaus Weber, Bereichsleiter für Beamtinnen

und Beamte, sagt, angesichts

leerer öffentlicher Kassen und eines

schwierigen wirtschaftlichen Umfelds

werde es eine schwere Runde. Wer jedoch

einen leistungsfähigen öffentlichen

Dienst wolle, müsse auch wettbewerbsfähig

bezahlen. Dazu müsse

die Bundesregierung auch die Einnahmenseite

verbessern.

Die Beamtinnen und Beamten hätten

mit dieser Auftaktveranstaltung

bewiesen, dass sie in die Auseinandersetzung

um höhere Bezahlung eingreifen

würden, so Webers Fazit.

ver.di-Bundesvorstandsmitglied

Christian Zahn stellte eine Resolution

zum Modernisierungsprozess des öffentlichen

Dienstes vor. Er forderte, die

Belange von Wirtschaft, Bürgerinnen

und Bürgern und Beschäftigten stärker

in Einklang zu bringen. Die Resolution

greift auch die spezifischen Belange

von Beamtinnen und Beamten in der

Entgeltrunde auf und wurde in Köln

einstimmig verabschiedet.

Sie ist unter www.verdi.de abrufbar.

Wolfgang Thurner

Referent im Bereich Beamtinnen und Beamte

ver.di-Vorsitzender Frank Bsirske (Mitte) am 25. Oktober in Köln: „Wir werden nicht zulassen, dass die Beamtinnen

und Beamten zeitlich und inhaltlich von den Tarifverträgen abgekoppelt werden.“

Foto: ver.di

ver.di | 11/2002 13


ewegen | SERVICE

TERMINE

Bayern: Landesbez.fb.konf., 25.1.03, 10.30 Uhr, Karl Bröger Zentrum,

Karl Bröger Str. 9, 90402 Nürnberg. Tagesordng: 1. Wahl Tagungsltg.,

2. Wahl Mandatsprüfgs.- u. Wahlkomm., 3. Bestät. d. Antragskomm.,

4. Beschl. ü. Zahl Mitgl. ehrenamtl. Landesbez.fb.vors.,

5. Wahl d. Mitgl. Landesbez.fb.vors. u. d. Stellv. a. Vorschl. d. Landesbez.fg.konfn.,

6. Wahl d. Deleg. zur Landesbez.konf. a. Vorschl. d.

Landesbez.fg.konfn., 7. Wahl d. Deleg. zur Bundesfb.konf. a. Vorschl.

d. Landesbez.fg.konfn., 8. Wahl d. Deleg. zu Bundeskongr. a. Vorschl.

d. Landesbez.fg.konfn., 9. Wahl d. Vertr. d. Fb. o. d. Kand. i. Landesbez.vors.,

10. Gesch.ber. d. Landesbez.fb.vors., 11. Kassenber. d. Landesbze.fb.vors.,

12. Ber. Revisionskomm., 13. Entlastg. d. Landesbez.fb.vors.,

14. Beschl. ü. Auftr. u. Antr.

Braunschweig: OV Sen. Fachbereiche 9 und 10, Weihnachtsfeier

11.12.02, 15.00 Uhr,

„Schützenhaus“, Hamburger Straße. Sprechstd. jdn. Do. 9.00-11.00

Uhr, Seniorentreffen jdn. 2. Mo. i. Mo., 15.00, Treffen jüngere Sen. jdn.

ltzt. Die. i. Mo., 15.00 Uhr. Info: Viewegstr. 30, Braunschweig, Tel.

0531/75569.

Bremen: OV Sen., Treffen jdn. 1. Di. i. Mon. jetzt in „Oscar“ Hbf.,

16.00 Uhr.

Dortmund/Lünen: BG Sen., Adventsfeier 3.12.02, 15.30 Uhr, Kantine

Kurfürstenstr., Anmeldg. b. Vorstd.

Göppingen: Stammtisch „Gartenfreunde“, Galgenberg, Weihnachtsfeier,

5.12.02, 14 Uhr

Niedersachsen/Bremen: Landesbez.fb.konf., 24./25.01.03, 10.00

Uhr, Playoff-Hotel, Salzdahlhumer Str. 137, 38126 Braunschweig. Tagesordnung:

1. Wahl Tagungsltg., 2. Beschlussfsg. ü. Tagesordnung, 3.

Neue Anschrift

der Redaktion:

ver.di-Bundesfachbereich

Postdienste, Speditionen

und Logistik

Redaktion „bewegen“

Potsdamer Platz 10

10785 Berlin

Die Redaktion ist per

E-Mail zu erreichen:

bewegen.psl@verdi.de

Beschlussfsg. Gesch.- u. Wahlordnung,

4. Wahl Mandatsprüfgs.-

u. Wahlkomm., 5. Bestät.

d. Antragskomm., 6.

Gesch.- u. Finanzbericht Landesbez.fb.vors.,

7. Ausspr., 8. Bericht

d. Mandatsprüfgskomm., 9. Entlastg.

Landesbez.fb.vors., 10.

Beschl. ü. Zahl Mitgl. ehrenamtl.

Landesbez.fb.vors., 11. Durchf.

Landesbez.fg.konf., Fg. Postdienste,

Fg. KEP, Fg. SuL, 12. Ref.

Bundesfb.ltr. u. Ausspr., 13. Wahl

Mitgl. d. ehrenamtl. Landesbez.fb.vors.u.

pers. Vertr., 14.

Wahl Vors.- u. stellv. Vors. Landesbez.fb.vors.,

15. Vorschl. d. Landesbez.fb.konf. z. Berufg. d. Landesbzfbltr.

u. Nomin. als Mitgl. d. Landesbez.vors., 16. Wahl d. Deleg.

zur Landesbez.konf., 17. Wahl d. Deleg. zu Bundeskongr. 18. Wahl d.

Deleg. zur Bundesfb.konf. u. Bundesfb. fg.konfn. a. Vorschl. d. Landesbez.

fg. konfn. 19. Wahl u. Nomin. d. Kand. f. Landesbez.vors. 20. Beratg.

u. Entschdg. ü. Antr.- u. Aufträge, 21. Schlussw. Landesbezfbvors.

Pforzheim: Betriebsgruppe SeniorInnen Fachbereiche 9 und 10,

Weihnachtsfeier am Dienstag, 10.12.02 um 14 Uhr im „Benckiser

Hof“. Anmeldung: Tel. 07231/351358

Reutlingen: BG Sen., Stammt. ab Jan. 03 jdn. 2. Do. i. Monat im

„Sportpark“.

Würzburg: BG Senioren FB 9/10, Sa. 7.12.02, 14 Uhr, Weihnachtsfeier

im Saalbau „Luisengarten“, Martin-Luther-Str. 1.

Senioren-Wandergruppe: Wir wandern jeden Mittwoch im Landkreis.

Infos unter Tel. 0931/76919.

IMPRESSUM

bewegen

Nr. 11, November 2002

1. Jahrgang

Herausgeber:

Vereinte

Dienstleistungsgewerkschaft e.V.

Bundesvorstand:

Frank Bsirske, Rolf Büttner.

Verantwortliche Redakteurin:

Dr. Sigrun Schmid.

E-Mail:

bewegen.psl@verdi.de

Online-Ausgabe:

www.verdi-Fachbereiche.de

Redaktionsanschrift:

Fachbereich Postdienste,

Speditionen und Logistik

Potsdamer Platz 10, 10785 Berlin

Telefon: 0 30/69 56-0

Erscheinungsweise:

10 Ausgaben pro Jahr.

Gestaltung+Layout:

Uwe Junk.

Druckauflage:

317 055.

Herstellung+Druck:

Union-Druckerei und

Verlagsanstalt GmbH i. L.,

Theodor-Heuss-Allee 90–98,

60486 Frankfurt/Main,

www.ud-online.de

FACHSCHULE

Aufbaulehrgang MS Excel 2000

Lehrgang für Fortgeschrittene. 4 Lehrbriefe

und Online.

Beginn:

Ende Dezember

Lese- und Gedächtnistraining

Verbessern Sie Ihre Merkfähigkeit, steigern

Sie Ihre Konzentrationsfähigkeit, lernen

Sie, Texte mindestens doppelt so schnell zu

lesen wie früher und das mit besserem Textverständnis.

4 Lehrbriefe.

Beginn:

Ende Dezember

Anmeldungen sind noch möglich:

Lehrgänge haben Ende Oktober begonnen:

Italienisch für Anfänger und Wiederholer,

MS Excel XP, sicher auftreten und überzeugen.

Lehrgänge beginnen Ende November:

Projektmanagement mit Online-Unterstützung,

Spanisch, Englisch, Französisch für

Anfänger und Wiederholer, Kommunikation

verbessern, Konflikte lösen, Lernfelder

der Berufsschule für Azb FBF.

Noch lieferbare Lehrgänge:

Arbeiten mit Windows 98,

MS Word 97,

MS Excel 97 Grund- und Aufbaulehrgang,

Stressbewältigung.

Broschüren (Arbeitshilfen):

Managementkonzepte, Moderation,

Methodenorganisation, (CD) Moderation

und Methodenorganisation.

Ausführliche Informationen

und Anmeldungen:

Fachschule, Vor dem Steintor 83,

28203 Bremen

Telefon (04 21) 32 13 33,

Telefax (04 21) 32 13 14,

Internet-Adresse:

www.fachschule-dpg.de

14 11/2002 | ver.di


ewegen | POSTKONZERN

TIPPS

Schwerbehinderte wählen

Alle vier Jahre werden die

Vertrauenspersonen der

schwerbehinderten Menschen

auf der Grundlage des

am 1. Juli 2001 in Kraft getretenen

SGB IX und der

Wahlordnung neu gewählt.

Für die Schwerbehindertenvertretungen

in Betrieben

und Dienststellen sowie für

die Betriebs- und Personalräte

in Betrieben ohne

Schwerbehindertenvertretung

bedeuten diese gesetzlichen

Neuregelungen erweiterte

Aufgaben und Anforderungen

für ihre betriebliche

Integrationsarbeit.

Informationen über die Vorbereitung

und Durchführung

der Wahl, das vereinfachte

Wahlverfahren, die

Änderungen des SGB IX, die

aktuelle Rechtsprechung

der Wahlvorschriften, die

Vorschriften über Wahlanfechtung,

Wahlschutz und

Wahlkosten sind zu finden

bei: Rüdiger Kamm und

Werner Feldes, Wahlhilfepaket

zur Wahl der Schwerbehindertenvertretung,

CD-

ROM, 2002, 155 S., 34,90

Euro, Bund-Verlag.

„Star-Programm“

im

Postkonzern

Arbeitsplätze und Berufsperspektiven

sichern

Der Konzern Deutsche Post

World Net will mit dem

Programm „Star“ den Unternehmenswert

des gesamten

Postkonzerns steigern.

Angepeilt ist für das Jahr 2005

ein Gewinn von 3,1 Milliarden

Euro.

Flutopfern helfen

Staatliche Zulagen

Wer die gesetzlichen Zuschüsse

für die zusätzliche

Altersvorsorge für 2002 in

Anspruch nehmen will,

muss schnell handeln. Denn

die Überweisung des

Weihnachtsgeldes steht

kurz bevor.

Die Tarifverträge, die

ver.di für die Beschäftigten

des Postkonzerns abgeschlossen

hat, sehen vor,

dass ein Teil des Entgelts

für die zusätzliche Altersvorsorge

umgewandelt werden

kann. Das betrifft nicht

Für alle Mitglieder in der

GUV/FAKULTA: Die Gremien

der GUV/FAKULTA haben

beschlossen, das Solidaritätskonto

für Flutschäden

um bis zu einer Million

Euro aufzustocken. Alle

Beiträge von Neumitgliedern

werden seit dem 1.

August auf dieses Konto

umgeleitet. Viele WerberInnen

haben ihre Prämien in

Geld umgewandelt und gespendet.

Viele KollegInnen

haben Gelder überwiesen.

Unterstützung gibt es,

wenn das Privatfahrzeug

eines GUV/FAKULTA-Mitgliedes

durch die Flut beschädigt

worden ist. Die

Regelungen stehen unter:

www.guv-fakulta.de

nur das monatliche Entgelt,

sondern auch Sonderzahlungen

– wie das „Weihnachtsgeld“.

Daraus entsteht

ein zusätzlicher Vorteil,

wodurch höhere Besteuerung

und unter Umständen

auch die Belastung

mit Sozialabgaben des zusätzlichen

Entgelts wegfällt.

Wer diese Sonderzahlung

umwandeln will, muss

dies in der Regel spätestens

zwei Wochen vor ihrer Fälligkeit

bei seinem Arbeitgeber

beantragen.

ver.di will die Arbeitsplätze der Beschäftigten

des Postkonzerns sichern und die beruflichen

Perspektiven erhalten. Insgesamt besteht das

Wertsteigerungsprogramm „Star“ aus 115

Einzelprojekten von unterschiedlichem Ausmaß

und daher verschiedenen Betroffenheiten

für die Beschäftigten. Auch haben die

Projekte eine unterschiedliche zeitliche Erstreckung

bis zum Jahr 2005.

ver.di hat deshalb den Postkonzernvorstand

aufgefordert, umgehend Verhandlungen

für einen Konzernorganisationsvertrag

aufzunehmen, der den Prozess der Organisationsmaßnahmen

verbindlich regelt. Dazu gehört

auch die rechtzeitige und umfassende Information

von ver.di und den Betriebsräten

der Beschäftigten.

Die Organisationsmaßnahmen dürfen

nicht zur Tarifflucht innerhalb des Postkonzerns

führen. Daher fordert ver.di tarifvertragliche

Regelungen für alle betroffenen Beschäftigten.

Außerdem setzt sich ver.di dafür ein,

dass durch die Organisationsmaßnahmen keine

mitbestimmungsfreien Räume entstehen.

Bundesfachbereichsleiter Rolf Büttner erklärte:

„So ein Vorhaben kann nur mit und

nicht gegen die Beschäftigten angegangen

werden. Wer nach den Sternen greift, darf die

Bodenhaftung nicht verlieren.“

Helmut Jurke

Bundesfachgruppenleiter Postdienste

ver.di | 11/2002 15


ewegen | GEWERKSCHAFT

Die Wende geschafft

Große Sorgen bereitete über Jahre

hinweg die gewerkschaftliche

Mitgliederentwicklung. Jahr für Jahr

prägten sinkende Mitgliederzahlen

und ein ständiges Ansteigen des

Anteils der nichterwerbstätigen

Mitglieder an dem Gesamtmitgliederbestand

die Mitgliederstatistik.

In diesem Jahr ist die Trendwende

gelungen. Die Werbeaktivitäten

der ver.di-

Betriebsgruppen, -Vertrauensleute,

-Betriebsräte und

-Jugendvertreter

sowie vieler Kolleginnen

und

Kollegen zeigen

Erfolg. 9229

neue Mitglieder

konnten von Januar

bis September

für den

Fachbereich gewonnen

werden.

Die Zahl

der erwerbstätigen

Mitglieder

ist in diesem

Zeitraum um

4392 Mitglieder

gestiegen. Das

entspricht einem Zuwachs

von 2,1 Prozent.

Großen Anteil daran hatte

die Sonderwerbeaktion

„Punkte sammeln für

ver.di“ vom 1. April bis 31.

Juli. Dabei haben 1593 Werber

insgesamt 4128 neue

Mitglieder gewonnen.

Mitglieder werben

Die zehn erfolgreichsten ver.di-Bezirke:

Aachen/Düren/Erft

München

Berlin

Frankfurt am Main und Region

Stuttgart

Köln

Mittelbaden-Nordschwarzwald

Mannheim

Essen

rhein.pfalz

62,2 Prozent der Neumitglieder

gehören zur

Fachgruppe Postdienste,

14,5 Prozent zur Fachgruppe

Kurier-, Express- und Paketdienste

und 19,2 Prozent

zu Speditionen und Logistik.

4,1 Prozent sind derzeit

noch keiner Fachgruppe zugeordnet.

Die Gesamtmitglieder

verteilen sich zu 76 Prozent

auf die Fachgruppe Postdienste,

zehn Prozent auf

die Fachgruppe Kurier-, Express-

und Paketdienste und

14 Prozent auf die Fachgruppe

Speditionen und Logistik.

Diese Zahlen zeigen,

dass in den beiden letztgenannten

Fachgruppen überproportionale

Mitgliedergewinne

erzielt wurden.

193 Mitglieder

167 Mitglieder

141 Mitglieder

133 Mitglieder

133 Mitglieder

131 Mitglieder

127 Mitglieder

115 Mitglieder

110 Mitglieder

99 Mitglieder

Und diese Ergebnisse

zeigen auch, dass sich Werbeanstrengungen

lohnen.

Vielen Dank an alle, die

zu diesem Erfolg beigetragen

haben.

Karl-Heinz Kindsvogel

Bereichsleiter Grundsatz-,

Branchenpolitik,

Organisation,

Personengruppen

Davon haben

1268 Werberinnen/Werber 1 – 2 neue Mitglieder geworben

208 Werberinnen/Werber 3 – 5 neue Mitglieder geworben

71 Werberinnen/Werber 6 – 9 neue Mitglieder geworben

31 Werberinnen/Werber 10 – 19 neue Mitglieder geworben

7 Werberinnen/Werber 20 – 29 neue Mitglieder geworben

3 Werberinnen/Werber 30 – 39 neue Mitglieder geworben

4 Werberinnen/Werber 50 – 59 neue Mitglieder geworben

1 Werberin/Werber 62 neue Mitglieder geworben

16 11/2002 | ver.di

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