Guardians of the Treasure Die Hüter des Schatzes

raiffeisen

Guardians of the Treasure Die Hüter des Schatzes

travel and more

>>> Private Banking

Die Hüter des Schatzes

Guardians of the

Treasure

In Zeiten wie diesen ist

der Rat von Experten

besonders wertvoll.

Wir haben uns umgehört,

wie man sein Geld

am besten anlegt. | At

times like these,

advice from experts is

especially valuable. We

got some useful tips

on the best places to be

putting our money.

TEXT robert winter

102 | skylines 03/2011

Mitte März starrten Anleger gebannt auf die Kurstafeln der

Börsen. Schürte doch speziell das Inferno in Japan die

Unsicherheit, die schon davor wegen der Umwälzungen in

Nordafrika und des Ölpreisanstieges hoch gewesen war.

Christian Ohswald, Chef des Private Banking der Raiffeisenlandesbank

Niederösterreich-Wien: „Die Bedrohungsszenarien

sind ein Faktum. Man kann die Staatsschulden in den europäischen

Peripherieländern, die Probleme im arabischen Raum

und die Lage in Japan nicht ignorieren.“

Zumindest bei der Rettung des Euro standen die Zeichen auf

Entspannung, konnten sich die Regierungschefs der Euro-

Staaten doch auf eine Verdoppelung des Euro-Rettungsschirms

verständigen. Sorgen bereitet dagegen weiterhin der Anstieg der

Inflation, die in der Euro-Zone im Februar 2,4 Prozent erreichte.

Susanne Höllinger, Private-Banking-Leiterin der Erste Bank:

„In Europa ist die Teuerungsrate zwar gestiegen, ich rechne in

nächster Zeit aber nicht mit einem weiteren starken Anstieg oder

gar einer ausufernden Inflation.“ Jürgen Danzmayr, Chef des

Private Banking der Bank Austria: „Damit die Inflation nachhaltig

steigt, müsste sich die Lohn-Preis-Spirale sehr schnell

drehen. Dafür sind aktuell die Voraussetzungen nicht gegeben.“

Wer trotzdem auf Nummer sicher gehen will, kann einen Teil

seines Investments in inflationsgebundene Anleihen legen. Laut

Marcel Landesmann, Österreich-Leiter der Bank Vontobel, sollte

man dabei aber nicht zu forsch vorgehen. Landesmann: „Die

Inflation könnte mittelfristig auf drei Prozent steigen. Der Kauf

von inflationsgebundenen Anleihen ist aber nur sinnvoll, wenn

der Anstieg höher ausfallen sollte.“ Raiffeisen-Experte Ohswald

pflichtet bei: „Inflationsschutzanleihen schützen nicht gegen

steigende Realzinsen. Sie sind in einem solchen Szenario

genauso mit Vorsicht zu genießen wie herkömmliche Staatsanleihen.“

Bei Aktien weist die Papierform weiter auf gute Chancen hin.

Dabei dürfen Investoren aber nicht damit liebäugeln, dass sich

die Kursgewinne, die von März 2009 bis Jahresanfang an vielen

Börsen zu erzielen waren, nahtlos fortsetzen. Noch dazu ist

angesichts der prekären Lage in den Krisenherden der Erde

weiter mit teils heftigen Kursschwankungen von Aktien zu

fotos: G. Baden/CorBis


Schatzsuche: Anleger

auf der Suche nach

der besten Geldanlage.

/// Treasure

hunt: investors are

searching for the best

place to put their

money.


travel and more

>>> Private Banking

Christian Ohswald

raiffeisenlandesbank niederösterreiCh-wien

Die Bedrohungsszenarien sind ein

Faktum. Man kann sie nicht ignorieren.“

| “The threatening scenarios are a factor. They

cannot be ignored.”

104 | skylines 03/2011

Jürgen danzmayr

bank austria

„Für eine Inflation sind aktuell die Voraussetzungen

nicht gegeben.“

| “The prerequisites for inflation do not exist

at present.”

rechnen. Aufseiten der Aktienbewertung stehen die Börsen

zumindest gut da. So sind die Papiere des Weltaktienindex MSCI

World mit einem auf Basis der Gewinnschätzungen für das

Gesamtjahr 2011 errechneten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) mit

dem Wert 13 noch günstig bewertet. Während die Börsen der

aufstrebenden Staaten besonders im Vorjahr in der Gunst der

Anlageexperten standen, hat das Pendel umgeschlagen.

Danzmayr: „Die Entwicklung ist in den USA, in Europa, hier

wiederum speziell in Frankreich und Deutschland, positiv.

Europäische Aktien sind gemessen am KGV im Schnitt sogar um

30 Prozent günstiger als Papiere der amerikanischen Wall Street.

Noch dazu liegt ihre durchschnittliche Dividendenrendite um

1,6 Prozentpunkte über jener von US-Papieren.“

Bei Staatsanleihen wird die Luft hingegen dünner. Mathias

Bauer, Chef von Raiffeisen Capital Management: „Staatsanleihen

wurden lange als sicherer Hafen der Geldanlage eingestuft. Nun

sind aus Risikogründen Unternehmenspapiere zu bevorzugen.“

Generell raten Österreichs Geldexperten dazu, die Strategie

anzupassen. Franz Witt-Dörring, UBS-Österreich-Chef: „Anleger

sollten keine Engagements in Staatspapiere mit mehr als sieben

Jahren Laufzeit eingehen, da solche Papiere in den nächsten 12

bis 24 Monaten unter Druck geraten dürften.“ Erste Bank-Expertin

Höllinger: „Beim Depotanteil von Fixzinsanleihen ist die

fotos: beigestellt; weinfranz.com


travel and more

>>> Private Banking

Franz Witt-Dörring

UBS öSterreich

„Staatspapiere dürften in den nächsten 12

bis 24 Monaten unter Druck geraten.“

| “Government bonds could come under pressure

in the next 12-24 months.”

durchschnittliche Restlaufzeit zu reduzieren. Zusätzlich sollte

eine Rochade von Fixzinspapieren in Floater ins Auge gefasst

werden.“ Private-Banking-Leiter Ohswald: „Gute Chancen bieten

Anleihenfonds, die das Zinsrisiko sehr aktiv absichern. Um

Fonds, die nur einen Index abbilden, sollten Anleger hingegen

einen großen Bogen machen.“ Deshalb legt Ohswald seinen

betuchten Private-Banking-Kunden etwa den breit gestreuten R2

Eurobond All Fonds oder den Unternehmensanleihenfonds R2

Euro Corporate Fonds nahe. Auch Vontobel-Chef Landesmann

hält Unternehmensanleihen für Aspiranten zur Aufnahme in

den Geld-Mix: „Unternehmenspapiere sind wegen des Renditevorsprungs

gegenüber sicheren Staatsanleihen und wegen der

lebhaften Konjunktur im Industriesektor attraktiv.“ Dabei spielt

aus Gründen der erzielbaren Rendite jedoch die Bonität eine

wichtige Rolle. Bank Austria Private Banking-Leiter Danzmayr:

„Anleger, die bei ihrem Investment in Unternehmenspapiere

Neuland betreten, sind gut beraten, zu Papieren von Unternehmen

mit geringerer Bonität zu greifen, da erstklassige Bonitäten

mittlerweile bereits eine geringere Rendite abwerfen als

Staatsanleihen der Euro-Kernländer.“ Auch Erste Bank-Expertin

Höllinger findet Gründe für schlechter eingestufte Papiere:

„Anleihen, die mit einem Rating unter dem Investment-Grade-

Bereich ausgestattet sind, weisen hohe Liquidität auf. Zusätzlich

106 | skylines 03/2011

SUSanne höllinger

erSte Bank

„Ich rechne in nächster Zeit nicht mit einer

ausufernden Inflation.“

| “I do not expect to see inflation spiralling out of

control in the near future.”

schaffen das niedrige Zinsumfeld in den entwickelten Volkswirtschaften,

bessere Unternehmensdaten sowie fallende Konkursraten

Vorteile.“

Der Goldpreis stieg aus Zehn-Jahres-Sicht in US-Dollar

gerechnet um rund 420 Prozent. Auch für Euro-Anleger hat sich

ein Gold-Investment mit einem Plus von etwa 250 Prozent

gelohnt. Trotz der starken Preisanstiege besteht weiter Luft nach

oben. UBS-Experte Witt-Dörring: „Der Goldpreis könnte auf

Jahressicht auf 1.650 Dollar je Feinunze steigen. Damit sich diese

Prognose erfüllt, müssen jedoch die Anlegernachfrage und die

Nachfrage nach Goldschmuck weiter steigen. Alleine Käufe von

Zentralbanken werden nicht zu höheren Preisen führen.“ Schon

aus Gründen breiter Streuung sollte Gold weiter einen Platz in

fotos: beigestellt


Investorendepots einnehmen. Zum Einstieg stehen mehrere

Spielarten offen: Der Kauf von physischem Gold ist ebenso

möglich wie eine Anlage in börsengehandelte Fonds, die Gold

halten. Darüber hinaus können Anleger zu Goldaktien greifen.

Vontobel-Experte Landesmann: „Gold erfüllt die Aufgabe eines

Risikopuffers in Krisensituationen. Wir empfehlen konservativen

Investoren aktuell sieben Prozent der gesamten Veranlagung

in Gold und Gold-ETF anzulegen. Da Goldaktien von der

Börsenentwicklung abhängen, bringen sie nicht den gleichen

Diversifikationsvorteil wie physisches Gold.“ RCM-Chef Bauer

empfiehlt, fünf Prozent des Geldes in Gold zu halten. Bauer:

„Wer breitere Streuung will, sollte in Gold- und Rohstofffonds

wie etwa den Raiffeisen Active Commodities investieren.“

///

Investors found themselves staring spellbound at the quotation boards

of financial markets in mid-March. The inferno in Japan had stoked

uncertainty in particular, which was already high due to the uprisings in

North Africa and the sharp rise in the oil price. Christian Ohswald,

Manager of Private Banking at Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-

Wien, puts it thus: “The threatening scenarios are a factor. You cannot

simply ignore the levels of national debt now prevalent in European

periphery countries, the problems in the Arab world, or the situation in

Japan.”

The signs were positive when it came to saving the euro, at least, after

heads of government in the Eurozone states reached an agreement to

double the euro rescue package. On the other hand, the rise in inflation,

which reached 2.4 percent in the Eurozone in February, continues to

generate concern. Susanne Höllinger, Private Banking Manager of Erste

Bank, commented: “The rate of inflation has risen in Europe. But I’m not

expecting to see a further sharp increase in the near future, however, or

even inflation spiralling out of control.” Jürgen Danzmayr, Head of Private

Banking at Bank Austria, went on: “For inflation actually to experience a

lasting rise, the wage-price-spiral needs to begin spiralling very quickly,

and the preconditions for this don’t exist at present. Those still wishing to

play it safe can invest part of their assets in inflation-linked bonds.

According to Marcel Landesmann, Chair of the Board of Directors at Bank

Vontobel Österreich, however, wise heads will not pursue such a strategy

too brashly. Landesmann: “Inflation could rise to three percent in the

medium term. Buying inflation-linked bonds only makes sense, however, if

the increase actually turns out to be higher.” Raiffeisen expert Ohswald

agrees: “Inflation-proof bonds do not protect you against rising real rates of

interest. In a scenario of that nature, they need to be handled as carefully as

traditional government bonds.”

Where shares are concerned, the paper form continues to point to useful

opportunities. However, investors should not flirt with the idea that the

large profits that could be generated on many stock exchanges between

March 2009 and the beginning of this year will continue unabated. In light

of the precarious situation in the crisis spots of the world, moreover,

investors will need to factor in often heavy price fluctuations on markets.

From the point of view of share evaluation, at least, exchanges are well

placed. The securities of the world share index, MSCI World, are still

reasonably valued with a price-earnings ratio of 13 based on profit

estimates for 2011 as a whole. While investment experts particularly liked

Ich suche

unablässig nach neuen Anlageideen. So solide unsere Grundsätze

sind, so offen sind wir für neue Chancen, die nachhaltige Resultate

bringen. Dabei kann ich auf ein erstklassiges Research-Team zählen,

das für Ihr Vermögen auf der ganzen Welt vielversprechende

Anlagen aufspürt, darunter oft wahre

Perlen.

Eva Berger, Private Banking

Bank Vontobel Österreich AG, Kärntner Strasse 51, 1010 Wien

Telefon +43 (0)1 513 76 40 624, www.vontobel.com

Bank Vontobel Österreich AG, Rathausplatz 4, 5024 Salzburg

Telefon +43 (0)662 8104 0, www.vontobel.com


travel and more

>>> Private Banking

Marcel landesMann

Bank VontoBel

Die Inflation könnte mittelfristig auf drei

Prozent steigen.“

| “Inflation could rise to three percent in the

medium term.”

stock exchanges in emerging markets last year, the pendulum has now

swung back in the other direction. Private Banking Head Danzmayr: “The

trend is positive in the USA and Europe, and particularly France and

Germany in the latter. Measured by their price-earnings ratios, European

shares are 30 percent cheaper than papers on Wall Street on average. On top

of that, the average dividend yield in Europe is still 1.6 percentage points

above US securities.”

When it comes to government bonds, on the other hand, the returns are

less interesting. Mathias Bauer, head of Raiffeisen Capital Management:

“Government bonds have long been classified as a safe haven for investment,

but corporate papers are now preferable on risk grounds.” This is why

Austria’s money experts in general are advising investors to alter their

strategies. Franz Witt-Dörring, Head of UBS Austria: “Investors should not

commit to any government bonds with a term longer than seven years,

since such papers could come under pressure in the next 12 to 24 months.”

Erste Bank expert Höllinger went on: “Investors should be reducing the

average remaining term of their fixed-interest bonds held in security

deposits. They should also consider shifting their fixed-interest securities

into floaters.” Private Banking Manager Ohswald: “Share funds which

actively hedge the interest rate risk offer good opportunities. Investors

should avoid funds which only display one index, however.” This is why

Ohswald is currently recommending that his well-heeled private banking

clients invest in such items as the broadly-spread R2 Eurobond All Fonds,

or the corporate share fund Euro Corporate Fonds. Vontobel Head

Landesmann also finds corporate bonds a good way for aspiring investors

to mix their money: “Thanks to the superior returns they offer compared to

secure government bonds and the lively economic situation in the

industrial sector, corporate securities are attractive.” Creditworthiness also

plays an important role, however, thanks to the returns that can be

achieved. Bank Austria Private Banking Manager Danzmayr comments:

“Those investing in corporate securities for the first time would be

well-advised to go for securities of companies with a lower level of

creditworthiness, since first-class credit ratings are already yielding lower

108 | skylines 03/2011

Mathias Bauer

raiffeisen capital ManageMent

„Zurzeit sind aus Risikogründen Unternehmenspapiere

zu bevorzugen.“

| “Corporate papers are now preferable on

risk grounds.”

returns than the government bonds of core Eurozone countries.” Erste Bank

expert Höllinger also finds reasons to opt for securities with worse

classifications: “Shares with ratings below the investment grade field

show high liquidity. In addition to this, the low interest environment in

the developed economies, better corporate data and falling rates of

bankruptcy offer benefits.”

The 10-year gold price in US dollars rose by around 420 percent. For Euroinvestors,

too, gold has been a good investment, yielding a return of some

250 percent. Despite the strong price increase, there is still room for it to rise

further. UBS expert Witt-Dörring notes: “The gold price could rise to 1,650

dollars per ounce over the next year. For this forecast to come true, however,

investor demand and demand for gold jewellery must continue to rise.

Purchases by central banks alone will not lead to higher prices.” To

maintain a broad spread, gold should continue to have a place in investors’

portfolios. There are a number of different ways of buying into gold: you can

buy physical gold, or invest in exchange traded funds which include gold. In

addition to this, investors can buy gold shares. As Vontobel expert

Landesmann puts it: “Gold plays the role of a buffer against risk during

crisis situations. We are currently recommending to conservative investors

that they put seven percent of their entire investment in gold and gold

exchange traded funds. Since gold shares depend on the stock exchange

trend, however, they don’t offer the same diversification benefit as physical

gold.” RCM Head Bauer recommends that five percent of your money be

kept in gold. Bauer: “If you want a broader spread, you should invest in

gold and raw materials funds such as Raiffeisen Active Commodities.” *

fotos: beigestellt

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine