STADT ENTWICKLUNG am Beispiel Rheinberger & Dynamikum

stadtmagazin.ludwig.de

STADT ENTWICKLUNG am Beispiel Rheinberger & Dynamikum

Ausgabe 1/2009

Alte Post

Was kommt rein ...

Das InfoMagazin der

Stadtverwaltung Pirmasens

STADT

ENTWICKLUNG

am Beispiel

Rheinberger & Dynamikum

Husterhöhe

Entwicklungsstand

Baugebiete

für junge Familien

www.stadtmagazin-ludwig.de

Einzelhandelskonzept

für Pirmasens


2

» LUDWIG·INHALT

PROJEKT

»ALTE POST«

6

» DER RHEINBERGER 3

Zum Leben erweckte Geschichte

» PROJEKT »ALTE POST« 6

Was kommt rein ...

» LEBENSRAUM FÜR GENERATIONEN 8

PS: Patio

» PORTRAIT: NICOLE MATHEIS 9

Zugezogen und wohlgefühlt

» PROJEKT »HUSTERHÖHE« 10

Procont Group international aktiv ...

» GÜNSTIG BAUEN IN PIRMASENS 12

Baugebiete für junge Familien ...

» EINZELHANDELSKONZEPT 14

Identifikation mit Pirmasens

» SENIORENPLANUNG 16

Es tut sich was in Pirmasens

» SPIELLEITPLANUNG 17

Bolzplatz Margaretenstraße

» PORTRAIT: CHRISTIAN AMSCHLER 18

Erfolgreich in Pirmasens

» ZAHL IM QUARTAL 19

18.200

» LUDWIG-RÄTSEL 19

Mitmachen und gewinnen

Impressum:

Herausgeber: Stadtverwaltung Pirmasens

Redaktion: Dunja Maurer (V.i.S.d.P.)

Fotos: Markus Fuhser · Uwe Jörg · Jan-Erik Nord · Sabine Reiser,

Hansheiner Ritzer · Martin Seebald · Stadtarchiv Pirmasens

Karikaturen: Uwe Herrmann, (Werbe-)Karikaturen,

Cartoons und Illustrationen

Gestaltung: Uwe Jörg, Gestaltungen

Druck: Presse + Agentur A. Kling

Vertrieb: WVO Prospekta Werbe-Vertriebs GmbH

Kontakt: Stadtverwaltung Pirmasens · Redaktion „Ludwig“

Pressestelle · Exerzierplatzstraße 17 · 66953 Pirmasens,

Tel. 06331-842222 · Fax 06331-842286,

Mail: dunjamaurer@pirmasens.de · www.stadtmagazin-ludwig.de

» Vorwort

Heute lernen Sie zum ersten Mal das neue

Pirmasenser Stadtmagazin „Ludwig“ kennen.

„Ludwig“ ist keine Stadtzeitung, die Sie über das

Tagesgeschehen in Pirmasens auf dem Laufenden

halten will - das ist Aufgabe unserer „Pirmasenser

Zeitung” und unserer „Rheinpfalz“. Mit dem

„Ludwig“ möchten wir Sie über die

Stadtentwicklung informieren. Was das ist, erfahren

Sie in der Titelgeschichte über den Rheinberger.

Viele Städte in Europa kämpfen mit ähnlichen

Problemen wie Pirmasens. Durch den Wegzug von

Industrie gingen Arbeitsplätze verloren und viele

Menschen mussten wegziehen. Um die Probleme, die dadurch entstanden

sind, besser zu lösen, haben sich einige dieser Städte vor ein

paar Jahren zu einem Arbeitskreis zusammengeschlossen. In diesem

Arbeitskreis werden die unterschiedlichsten Ideen diskutiert; zum

Beispiel um Fragen wie die folgenden beantworten zu können:

Wie kann man neue Arbeitsplätze entstehen lassen? Wie geht man

mit leerstehenden Fabriken in den Innenstädten um? Was kann man

tun, um junge Menschen für neue Arbeitsplätze fit zu machen? Was

kann man dagegen tun, dass immer mehr Wohnungen leer stehen?

Wie kann man die Innenstadt lebendig halten?

Sie als Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt haben ein Anrecht darauf

zu erfahren, wie sich Pirmasens in Zukunft entwickeln soll. Nur so können

Sie verstehen, warum sich Stadtrat und Verwaltung für bestimmte

Projekte stark machen. Die europäische Union fördert deshalb

unser Stadtmagazin „Ludwig“ in erheblichem Umfang.

Der Name unseres Stadtmagazins nimmt zum einen Bezug auf unseren

Stadtgründer Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt, zum

anderen taucht aber auch in jedem Magazin als Karikatur ein liebenswerter

Pirmasenser Familienvater namens Ludwig auf, der kritisch

hinterfragt, was es mit einzelnen Entwicklungen und Projekten in

Pirmasens auf sich hat.

Wenn Sie sich zu einzelnen Themen noch genauer informieren möchten,

können Sie dies über das Internet: www.stadtmagazin-ludwig.de.

Unterstützen Sie unseren „Ludwig“ durch Kritik und Anregungen an

die Redaktion. Bringen Sie sich in die Stadtentwicklung ein. Viele

Ideen von Pirmasenserinnen und Pirmasensern sind schon in der

Vergangenheit in einzelne Projekte eingeflossen.

Und nun viel Spaß mit Ihrem neuen

„Ludwig“, der ab jetzt ein Mal im

Quartal in Ihrem Briefkasten auftauchen

wird.

Ihr

Dr. Bernhard Matheis

Oberbürgermeister


» TOP-THEMA

Imposantes Beispiel der Pirmasenser Stadtentwicklung

Zum Leben

erweckte

Geschichte

Stadtentwicklung –

was ist das ?

Wer möchte schon in einer Stadt

leben ohne Einkaufsmöglichkeiten

in der City, wo der Weg zum Arzt

nicht zum Gang, sondern zur

Wanderung gerät und ganze

Stadtgebiete im Abseits liegen?

Das kann alles passieren, wenn man

eine Stadt und ihre dynamischen Ver–

änderungen dem Zufall überlässt.

Aber es geht auch anders: Mit weitblickender

Planung sowie maßvoller

und doch entscheidender Steuerung.

Auch wenn der Begriff nach abstrakten

Planungen klingen mag, die womöglich

im stillen Kämmerlein einer

Behörde ausgeheckt werden und nur

für ein paar eingeweihte Personen gedacht

sind – Stadtentwicklung betrifft

uns alle. Ihr Ziel ist unsere Zukunft,

das attraktive Leben in unserer Stadt.

Nicht nur bei alteingesessenen Pirmasensern hatte der

schleichende Verfall des Rheinbergers zu Verdruss geführt:

Kopfschütteln und Wehmut allerorten, zumal das Bauwerk

aus der Kaiserzeit die Blicke auf sich zieht wie kaum ein

anderes und Symbol für den wirtschaftlichen Puls von Stadt

und Region ist. Dass dieser heute wieder schlägt, ist kein Zufall.

Hier hatte die Stadtentwicklung die Finger im Spiel mit einer

langfristig angelegten Gesamtentwicklung für Pirmasens.

Quo vadis Pirmasens ?

Was soll aus unserer Stadt werden?

Vor dem Hintergrund dieser Frage

wurde bereits Mitte der 1990er Jahre

ein Stadtleitbild und in den letzten

Jahren ein Stadtentwicklungskonzept

aufgestellt, die den Rahmen für konkrete

Aktionsfelder zu Themen wie

Stadtbild, Wohnen, Umwelt, Einzelhandel

und Tourismus bilden. Viele

kleinere Rädchen also, an denen man

drehen kann, um Einwohnern und Gästen

ein lebenswertes und attraktives

Pirmasens zu bieten – ohne dabei die

Stadtentwicklung insgesamt aus dem

Auge zu verlieren. Denn alle einzelnen

Projekte sind eng miteinander verzahnt

und wirken als Teile eines Ganzen.

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4

» PROJEKT RHEINBERGER

So präsentiert sich

der Rheinberger

seinen Besuchern heute

Nicht immer ist der Sinn isolierter Aktivitäten

ohne Kenntnis des Gesamtplans

auf Anhieb sichtbar. Umso

wichtiger ist es daher, die Zusammenhänge

zu erklären und den Bürgern

nahe zu bringen. Ein Beispiel dafür

sind die neuen Bebauungspläne in der

Zweibrücker und der Waisenhausstraße:

Auf den ersten Blick mag man

sich fragen, warum hier die

Ansiedlung neuer Läden untersagt

wurde, obwohl vermeintlich neue Arbeitsplätze

möglich gewesen wären.

Erst im Gesamtbild wird klar, dass

damit der Einzelhandel im Innenstadtbereich

gefördert wird.

Auch zum Umbau und der Wiederbelebung

des Rheinberger-Komplexes

herrschten unter den Bürgern

zunächst unterschiedliche Meinungen.

Wird sich die immense Investition lohnen

und was hat man davon?

Die 1905 fertiggestellte Schuhfabrik

Rheinberger, die einst zu den größten

in Europa gehörte und städtisches

Symbol der führenden deutschen

Schuhmetropole darstellte, war zur

Industrieruine gigantischen Ausmaßes

verkommen und bot einen traurigen

Anblick.

Als 2001 der Stadt das Angebot vorlag,

den Rheinberger für 50.000 DM

Industrieruine Rheinberger

&

zu kaufen, lagen darin Herausforderung

und Chance zugleich. Die wichtigsten

Fragen drehten sich um eine

sinnvolle Nutzung und ein sicheres

Finanzierungskonzept.

Herausforderung & Chance

Arbeitsalltag um 1920


Sichtbare Zeichen

setzen ...

Auf der Grundlage eines von der

Stadt erstellten Nutzungskonzeptes

mit einem Science-Center als touristischem

Ankerprojekt und einem modernen

Dienstleistungszentrum, sollte

der Rheinberger künftig als Sinnbild

für die Zukunftsfähigkeit der Stadt

stehen – als sichtbares Zeichen dafür,

dass sich in Pirmasens etwas bewegt.

Mit dem Dynamikum als Attraktion

sollten viele Besucher nach Pirmasens

geführt und die Kaufkraft in der

Innenstadt gestärkt werden.

Schon hier ist die angestrebte Verzahnung

aller Aspekte der Stadtentwicklung

deutlich zu erkennen – von

städtebildlicher Gestaltung über Tourismus

und Einzelhandel. Damals

wusste noch niemand, dass das

Science-Center auf Vorschlag einer

Pirmasenserin den Namen Dynamikum

erhalten sollte.

Die Finanzierung als

wesentlicher

Erfolgsfaktor

Was die wenigsten bei einem Projekt

dieser Größenordnung für möglich

gehalten hätten: Der Umbau des

Rheinbergers mit seinen etwa 25.000

Quadratmetern Nutzfläche (nach Teilabriss

auf 16.000 reduziert) wurde solide

finanziert. Die benötigten 17 Mio.

Euro für die Um- und Neugestaltung

kamen anteilig aus dem Bundespilotprojekt

Stadtumbau West, von den

Gebrüdern Schweitzer, dem Land

Rheinland-Pfalz und der Stadt Pirmasens.

Das Projekt wurde zusätzlich mit

einer Spende von Klaus Rheinberger,

dem früheren Eigentümer unterstützt.

Es ist geschafft:

Der Rheinberger lebt

Heute, nur drei Jahre nach Zustandekommen

des städtebaulichen Vertrags,

strahlt der Rheinberger in alter

Frische – Aufbruch und Innovation

statt Niedergang und Verfall. Aber

auch von der Vermarktung gibt es nur

Gutes zu berichten: Bereits 80 Prozent

der verfügbaren Fläche sind umge-

baut und vermietet, was weit über

dem Plan liegt; bis Ende 2009 steigt

der Stand der Vermietungen voraussichtlich

auf über 90 Prozent. Dabei

handelt es sich sowohl um Neuansiedlungen

als auch um Umzüge in

den Rheinberger.

Das Konzept der Innenstadtbelebung

hat insofern gegriffen, da keine

Abwanderung an den Stadtrand stattgefunden

hat.

Auf dem richtigen Weg ...

Ebenfalls gut aufgegangen ist die

Idee, im Rheinberger ein technologisches

Mitmachmuseum zu eröffnen,

das über das Bewegungsthema eng

mit der Pirmasenser Identität als

Schuhstadt verzahnt ist. Bis Ende

2008 hat das Dynamikum mit 78.500

Besuchern einen Netto-Umsatz von

600.000 Euro erzielt und damit die

kühnsten Erwartungen übertroffen.

Das Science-Center begeistert nicht

nur Besucher aus Stadt und Region,

sondern auch immer mehr auswärtige

Gäste. Neben dem Imagegewinn für

unsere Stadt und das gesamte Umfeld

nutzt heute so mancherMuseumsbesucher

seinen Aufenthalt

in Pirmasens auch zu

einem Bummel in der

Fußgängerzone.

Initiativen und Projekte

wie die Wiederbelebung des Rheinbergers

schaffen sichtbare Zeichen

dafür, dass in Pirmasens etwas

Positives bewegt wird.

Alle Aktivitäten der Stadtentwicklung

sind mehr oder weniger feingliedrige

Teile eines übergreifenden Gesamtplans,

der das Leben in Pirmasens attraktiver

gestalten und für Aufbruchstimmung

sorgen soll. Im Idealfall entdeckt

so mancher Pirmasenser seine

Heimat völlig neu, entwickelt einen

ungeahnten Stolz und wird so zum

wertvollen Botschafter seiner Stadt.

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» PROJEKT »ALTE POST«

B

is zum Mai 2006 wurde

fleißig in der früheren

Kraftpost am Großprojekt

„Kulturforum Alte Post“

gewerkelt. Dann war plötzlich

Schluss und jetzt im Mai werden es

stolze drei Jahre, in denen absolut

nichts auf der Baustelle geschah –

außer dass die Kosten für das Projekt

kräftig gestiegen sind.

Besser

länger

vordenken,

als später teuer

nachbessern

11,8 Millionen Euro soll das Kulturzentrum

jetzt kosten und vielleicht

gehen die Bauarbeiten in diesem Jahr

auch wieder weiter. Hat man sich da

in der Verwaltung mit dem ambitionierten

Kulturtempel vielleicht ein

bisschen verhoben?

Mitnichten, versichert Hochbauamtsleiter

Leo Noll. Die Bauarbeiten wurden

vor drei Jahren auch nicht einfach

abgebrochen, sondern es endete lediglich

die Rohbauphase. Mit den

Plänen für die Feinheiten des späteren

Museums inklusive Veranstaltungssaal

und Stadtarchiv kamen auch die Probleme

und Fragen. Vor allem die Frage,

ob es billig und schnell oder etwas

teurer, langsamer aber dafür univer-

Großprojekt

KULTUR FORUM ALTE POST

sell nutzbar sein soll? Und diese

Fragen wurden nicht nur im Bauamt

diskutiert, sondern auch im Stadtrat,

Hauptausschuss und Kulturausschuss.

Heraus kam der Wunsch nach einem

Gebäude, das nicht nur lokale Bedeutung

haben sollte und möglichst vielfältig

genutzt werden könnte. Und

dann ist das „Königlich Bayerische

Postamt“ auch kein Haus wie alle anderen

in der Stadt.

Das Postamt bildete zusammen mit

dem im Krieg zerstörten Hauptbahnhof

ein Ensemble, mit dem Bayern

architektonisch zeigen wollte, welche

Kulturnation Anspruch auf die Pfalz

erhebt. „Wo haben wir noch so ein

Gebäude in der Stadt?“, verteidigt

Noll die Sorgfalt mit dem Projekt.

„Etwas Vergleichbares findet man in

Pirmasens nicht mehr. Das hat Identitätswert.“

Dass sich die Kosten von anfangs

geplanten sechs Millionen Euro auf

nun fast zwölf Millionen fast verdoppelten,

hängt laut Noll mit den gestiegenen

Anforderungen an das Haus

zusammen. „Das ist nicht einfach nur

ein Museum. Da kommen noch

Catering, Theater und Konzerte rein.“

Und auch im Museumsbereich wird

Höheres angestrebt, weshalb die Klimatechnik

für hochwertige und entsprechend

teure Kunst angepasst

wurde, damit auch überregional bedeutsame

Ausstellungen möglich sind.

Kein Leihgeber eines wertvollen Gemäldes

verleiht seinen Schatz in ein

Museum, das nicht die nötigen klimatischen

Voraussetzungen bietet.

„Billiger ist das nicht zu machen“,

meint der Hochbauamtschef und verweist

auf die zusätzlichen Anforderungen

des Denkmalschutzes, die

beispielsweise bei der Fassade heftig

ins Geld gehen.

Derzeit arbeiten laut Noll 15 Mitarbeiter

intensiv an der Präzisierung der

Pläne. Man wolle alle möglichen

Unbekannten und potenzielle Probleme

mit Versicherern, Veranstaltern

oder dem Brandschutz im Vorfeld

ausschließen. Was für Noll dann auch

langfristig die billigere Lösung darstellt:

„Besser länger vordenken, als

später teuer nachbessern.“


Kunstausstellungen, Theater, Konzerte, Kabarett,

Lesungen, Konferenzen: Das Kulturzentrum Alte Post

wird ein multifunktionaler Bau für alle Pirmasenser,

der eine Lücke schließen soll.

DDie Festhalle mit ihren 800

Plätzen ist für viele Veranstaltungen

zu groß, der

Carolinensaal mit maximal

100 Plätzen zu klein. Der

große Saal in der Alten Post

wird mit 230 Quadratmetern Fläche

etwa 200 Besucher fassen können und

mit entsprechender Technik sowie

optimaler Akustik diese Lücke schließen.

Die größten Flächen sind in der

Alten Post für Ausstellungen vorgesehen:

400 Quadratmeter für Wechselausstellungen,

240 Quadratmeter für

den Dadaismusbegründer Hugo Ball

und 230 Quadratmeter für den

Genremaler Heinrich Bürkel.

Dazu kommen Foyer, Theke, Küche,

Stadtarchiv sowie Aktionsflächen für

Kinder und Lesungen im Dachgeschoss.

Eine große Toilettenanlage

wird im Keller installiert. Zwei Aufzüge

im Nord- und Südflügel machen

das Haus behindertengerecht. Ein vier

Meter tiefer Glasvorbau im Hof ermöglicht

die Verbindung des Gebäudes

auf allen Etagen.

Allein die Sanierung des Rohbaus hat

1,7 Millionen Euro gekostet. Je

200.000 Euro davon entfielen auf das

Dach und die Fenster. Die Heizung

wird mit 290.000 Euro veranschlagt.

Ein dicker Brocken mit 615.000 Euro

sind Steinarbeiten für die Sanierung

der historischen Fassade. Ebenfalls für

den Denkmalschutz wichtig sind die

230.000 Euro teuren Putz und Stuckarbeiten

im Innern. Fast eine Million

Euro ist für die Raumlufttechnik vorgesehen

und die Elektroinstallationen

werden 640.000 Euro benötigen. Mit

einer Bruttogeschossfläche von 4.300

Quadratmetern gehen die Kosten für

Böden und Wände entsprechend ins

Geld: 800.000

Euro. Fast eine

Million Euro wird

dann noch für

Metallarbeiten

benötigt, worunter

auch der Glasvorbau

fällt, und 630.000 Euro

sollen in die Außenanlagen

investiert werden.

Sind die 11,8 Millionen Euro nicht zu

viel Geld für die paar hundert Kulturinteressierten

in der Stadt?

Für eine Stadt, die sich als Tourismusziel

etablieren will, auf keinen Fall. Mit

dem Dynamikum werden Bildungstouristen

angelockt, die dann in die

Alte Post um die Ecke gleich weiter

ziehen können. Und dann will die

Stadt auch noch Kulturtouristen ansprechen,

die Alte Post wird ein überregionaler

Anziehungspunkt.

Was kommt rein ?!

Das schafft man nur mit entsprechender

Qualität, wie das Beispiel Dynamikum

zeigt. Außerdem haben alle

Pirmasenser etwas von der Alten Post,

wo nicht nur elitäre Ausstellungen

und Konzerte stattfinden, sondern

eine breite Mischung geboten werden

kann, gerade wegen der Multifunktionalität

des Ausbaus.

Nicht vergessen werden darf der

Bildungsschwerpunkt, der in der Alten

Post verfolgt werden soll und Kinder

an die Kultur in der Alten Post heranführen

wird. Malkurse können dort

veranstaltet werden und speziell für

Kinder gedachte Aktionen. Das geht

im Alten Rathaus derzeit nicht.

Apropos Altes Rathaus: In den dortigen

Archiven schlummern Schätze an

Kunst aus Stiftungen und Schenkungen,

die noch nie in der Stadt gezeigt

werden konnten.

Diese Schätze können nun gehoben

und in der Alten Post angemessen

präsentiert werden.

Dafür wird auch nicht an anderer

Stelle gespart. Die Kosten trägt zu 80

Prozent das Land. Für den städtischen

Anteil wird kein Geld aus dem normalen

Haushalt ausgegeben, sondern

kann auf das Erbe von Elisabeth

Hoffmann zurück gegriffen werden,

das speziell für die Alte Post bestimmt

ist. Die Pirmasenserin hatte der Stadt

zwei Millionen Mark, Immobilien,

Schmuck und Aktien vermacht.

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» LEBENSRAUM FÜR GENERATIONEN

Warum bauen

die da eigentlich

Wohnprojekt

”PS:patio!”

soll noch 2009

im Winzler

Viertel starten

Nach dem Abriss der vier Bauhilfe-Blocks

an der Winzler

Straße ist gegenüber des

Seniorenheims Bethanien für viele

Bewohner des Viertels eine richtige

grüne Oase entstanden. Und der eine

oder andere will sich da nur schwer

mit dem Gedanken anfreunden, dass

Stadt, Diakonie und Bauhilfe hier

noch in diesem Jahr den ersten

Bauabschnitt des Wohnprojekts

PS:patio! in Angriff nehmen werden.

„Lasst doch das grüne Fleckchen, so

wie es jetzt ist!“ oder „Haben wir

denn nicht schon genug leer stehende

Wohnungen, wieso baut ihr jetzt

neue?“ sind durchaus nachvollziehbare

Meinungen und Fragen, die

nicht nur von den Anwohnern immer

wieder geäußert werden. Mit den

Planungen für das Generationen

übergreifende Wohnprojekt wollen

?

sich die Verantwortlichen aber genau

den Herausforderungen stellen, die

sinkende Einwohnerzahlen und

demographischer Wandel mit sich

bringen. „Wir müssen mit einem Zukunft

weisenden, neuen Wohnangebot

diesen Trend einerseits annehmen,

ihm andererseits aber auch entgegen

treten. Deswegen schaffen wir

mit PS:patio! sowohl für Senioren,

als auch für junge Familien, Alleinerziehende

und Singles ein modernes

Wohnangebot, wo gute Nachbarschaft

und gegenseitige Unterstützung

groß geschrieben werden.“,

sagt Baudezernent Michael Schieler.

Die Planungen für einen ersten

Bauabschnitt sind bereits weit fortgeschritten.

Derzeit laufen die letzten

Gespräche mit der Mainzer Landesregierung,

mit dem Ziel die Finanzierung

dieses ehrgeizigen Projektes im

Rahmen der Stadtentwicklung abzusichern.

Auch bei den Fördergeldgebern

weiß man um die Bedeutung

dieses Modellprojekts, das im Winzler

Viertel ideale Voraussetzungen findet

und auf das gesamte Quartier ausstrahlen

wird. In City-Nähe findet sich

in unmittelbarer Nachbarschaft zu

den vorhandenen Diakonie-Einrichtungen

eine hervorragend funktionierende

städtische Infrastruktur, die

weiter ausgebaut wird. Nicht nur in

Sachen Architektur oder Energienutzung

will PS:patio! Maßstäbe setzen.

Rund um das Wohnprojekt werden

vielfältige Förder- und Betreuungsangebote

für Kinder und Jugendliche

entstehen, spezielle Serviceangebote

für ältere Menschen wollen

professionelle und eherenamtliche

Hilfen in neuen, ergänzenden Formen

zusammenführen.

Für die Erschließung des Bauhilfe-

Geländes an der Winzler Straße sind

die notwendigen Finanzmittel bereits

in den städtischen Haushalt eingestellt,

die Planungen für eine verkehrsberuhigte

Führung der Winzler

Straße laufen.

Im ersten Bauabschnitt wollen Bauhilfe

und Diakonie auf beiden Seiten

der Straße jeweils ein dreigeschoßiges

Mehrfamilienhaus errichten. Neben

rund zwei Dutzend barrierefreien

Wohnungen in unterschiedlicher

Größe und Ausstattung, entstehen

hier in Anlehnung an einen zentralen

Platz unter anderem Gemeinschaftsräume

und eine Caféteria. Parallel

dazu sollen auf dem Bauhilfe-Gelände

die ersten Eigenheime privater

Bauherren errichtet werden.

Und für Grün wird in dem neuen

Quartier immer noch genug Platz

sein, so dass die kleine grüne Oase,

die jetzt entstanden ist, nicht ganz

verschwinden wird.

Ausführliche Infos rund um das Wohnprojekt

für alle Generationen gibt es im

PS:patio!-Projektladen

in der Winzler Straße 107.

Telefonisch sind die Mitarbeiter

unter 0 63 31-21 36 39 erreichbar.


» ZUGEZOGEN

Gemeinsam lässt sich was erreichen!

Warum Geschäftsfrau Nicole Matheis

den Schritt von Köln nach Pirmasens nicht bereut

„Privat und beruflich fühl' ich mich

total wohl hier, das Einzige, was mir

ein bisschen fehlt, ist der Karneval“,

meint Nicole Matheis. Und da kann

man die 31-jährige Geschäftsfrau

schon verstehen. Denn obwohl der

Pirmasenser Carnevalverein und viele

andere an Fasnacht bei uns für ein

Feuerwerk von Veranstaltungen sorgen,

ist das dem „ääschde Kölsche

Määdche“ halt einfach nicht genug.

Aber sonst ist die allzeit gut gelaunte

Rheinländerin rundherum zufrieden

mit ihrer Wahlheimat Pirmasens, wo

sich die gelernte Floristin vor drei

Jahren selbstständig gemacht hat, als

sie den traditionsreichen Blumenladen

in der Winzler Straße 101 aus seinem

Dornröschenschlaf erweckte.

2003 hatte die Geschichte für Nicole

Matheis eigentlich mit einer Niederlage

begonnen: Bei einem Heimspiel

ihres FC begegnete sie im Müngersdorfer

Stadion mitten im Getümmel

einem Pfälzer, der eigentlich nur in die

Domstadt gekommen war, um die Lauterer

spielen zu sehen. „Meine Kölner

verloren, ich habe gewonnen, heute

sind wir verheiratet“, ist sich Nicole

Matheis nach wie vor sicher, dass es

die richtige Entscheidung war, nach

Pirmasens zu kommen. „Wenn uns

Freunde besucht haben, waren die

immer überrascht, wie sich die bekannte

Schuhstadt heute präsentiert.

Ihr wohnt hier, wo andere Urlaub

machen, hieß es immer. Dabei sind

die Lebenshaltungskosten so günstig

und auch der Start in die Selbstständigkeit

war hier gut zu schaffen“, blickt

die kreative Geschäftsfrau zurück.

Im Winzler Viertel habe sie für ihr „La

Fleur“ geradezu ideale Bedingungen

vorgefunden, obwohl ihre Standortentscheidung

im Bekannten- und

Freundeskreis nicht nur positiv kommentiert

wurde: „Das Ladengeschäft

mit dem angebauten Gewächshaus

ist einfach ideal, wir sind hier nahe an

der Innenstadt, meine Kunden kön-

nen direkt am Geschäft vorfahren und

ich habe hier eine sehr nette und hilfsbereite

Nachbarschaft“, zählt Nicole

Matheis die Vorteile auf. Mit den Pirmasensern

sei sie überhaupt von Anfang

an gut klar gekommen, „auch

wenn sie zunächst vielleicht ein bisschen

distanzierter wirken, aber dann

findest du bald richtig gute Freunde.

In Köln geht das alles nur scheinbar

schneller, bleibt dann aber eher oberflächlich.“

Wenn man in ihren stets ausgefallen

und einfallsreich dekorierten Laden

kommt, spürt man, dass Oberflächlichkeit

nicht ihr Ding ist. Eine richtige

eigene, kleine Welt präsentiert Nicole

Matheis da. „Blumen sind mehr als

schöner Schein. Den Menschen ist es

gerade zur Zeit wichtig, dass sie sich

zu Hause wohl fühlen. Vielleicht sparen

die Leute an anderer Stelle. Aber

Pflanzen und Schnittblumen sind

nach wie vor gefragt. Wir spüren bis

jetzt jedenfalls noch nicht die große

Krise“, stellt die Geschäftsfrau fest.

Dass sie mit ihrem Konzept aus

Qualität, Kreativität und individueller

Beratung bei ihrer Kundschaft richtig

liegt, zeigt sich auch daran, dass inzwischen

neben zwei Teilzeitkräften

auch zwei Praktikantinnen und eine

Auszubildende zum Team gehören.

Wie es weiter vorangehen kann, dar-

Wohnen, wo andere Urlaub machen ...

über denkt Nicole Matheis auch nach:

„Ich sehe, dass die Stadt einiges tut,

um die Attraktivität der Stadt und des

Winzler Viertels zu steigern. Mir würde

es gefallen, wenn wir es hier unter

den Geschäftsleuten selbst schaffen

könnten, nach langen Jahren zum

nächsten Weihnachtsfest wieder einen

Lichterschmuck zu organisieren.“

Dafür wäre sie nicht nur bereit aus der

eigenen Kasse etwas beizusteuern:

„Ich denke, ich werde die Geschäftskollegen

in der Winzler Straße mal

darauf ansprechen. Hier gibt es immer

noch eine gute Mischung aus alteingesessenen

Betrieben und jungen

Unternehmen. Da lässt sich bestimmt

gemeinsam was erreichen“, gibt sie

sich optimistisch.

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» KONVERSION

Unsere Auftragnehmer sind

renommierte deutsche

Anlagenbauer, wie etwa Linde

oder Strabag“, sagt Lothar Keber,

geschäftsführender Gesellschafter der

Procont Group.

Und was ist so einzigartig, das solche

Großkonzerne nachfragen?

Zum einen gute Ideen für die Software

zur Vernetzung und Steuerung

von Systemen, beispielsweise von

PROJEKTHusterhöhe

Filteranlagen, Frischwasserpumpwerken,

Regenüberlaufbecken oder Kläranlagen,

zum anderen Steuerungstechnik

für die Industrie-Automation.

Die Kunden haben ihren Sitz in der

Region, in Westeuropa, aber auch im

Nahen und Mittleren Osten. Die

Procont Group selbst ist auf der

Husterhöhe in der Delaware Ave 23-25

ansässig. Sie ist eine von vielen Firmen,

die sich nach Räumung der Kasernen

durch die Amerikaner in dem

zum Gewerbegebiet konvertierten

Militärstützpunkt niedergelassen

haben. In diesem Gebiet Husterhöhe-Nord

und im

ehemaligen Wohngebiet

der amerikani-

schen Soldaten „Bunker Hill” hat es

von 1998 bis heute quasi eine

„Arbeitsplatz-Explosion” gegeben.

Wurden anfangs noch geschätzt 56

verlagerte und neu geschaffene Arbeitsplätze

in den Statistiken festgehalten,

waren es zum Stand 31. Dezember

2008 bereits 1.607, die von

109 gewerblichen Firmen und Dienstleistungsunternehmen

gestellt werden.

„Die Entwicklung im Gebiet Husterhöhe-Nord

ist, bis auf den Bau des

Logistikzentrums der Firma Trost, hier

oben erfolgreich abgeschlossen“,

informiert der städtische Wirtschaftsförderer

Herbert Groß.

Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister

Hendrik Hering

hatte schon vor zwei Jahren

gemerkt, dass dieses Konversionsprojekt

einen „wahrnehmbaren Stimmungsumschwung

im wirtschaftlichen

Geschehen der

Stadt“ bewirkt hat. Private

Investoren hätten

mit „klugen


und engagierten Investitionen“ eine

erfolgreiche Wirtschaftsentwicklung

eingeleitet.

„Anfangs waren wir schon erschrokken",

erinnert sich Lothar Keber, als

er 2001 erstmals seinen künftigen Firmensitz

von innen sah. Es war das

Gebäude 4608 in der Delaware Avenue.

Keber wollte schon abwinken,

doch sein Architekt war anderer Mei-

Es war der

richtige Schritt

nung. Nach gründlichem Innenumbau

gesteht Lothar Keber heute gerne

ein: „Es war für uns der richtige

Schritt." Seit August 1995 existiert

das Unternehmen, das aus der Firma

Ludy Systemtechnik GmbH hervorgegangen

ist.

Einst startete die Kleinfirma mit vier

Mitarbeitern, heute hat sie sich zum

mittelständischen Unternehmen entwickelt,

mit über 40 Mitarbeitern und

einem Umsatz von vier Millionen

Euro. Kebers Firma ist eine kleine Job-

Maschine und ein Beleg dafür, dass

sich auch strukturschwache Regionen

wie die Westpfalz im Wettbewerb mit

der „Metropol-Region Rhein-Neckar"

nicht abhängen lassen müssen, wenn

man sich denn auf die Qualitäten

klassischer, echter Mittelständler

besinnt.

„In unserer Branche lebt man von

Mund-zu-Mund-Propaganda", sagt

Keber. Soll heißen: Man kennt sich,

und nur wer

gute Arbeit leistet,

kann sich

neue Auftraggebererschließen.Großprojekte

wie das

aktuelle - eine

Kläranlage in

Algerien - sind

für Mittelständler nur „huckepack" mit

einem großen Partner zu ergattern.

Es ist bereits die dritte Anlage, für die

Procont die Systemsteuerung liefert

und es ist zugleich eine der größten

Anlagen, die in den vergangenen

Jahren in Algerien

gebaut wurden: für die

Abwässer von rund

360.000 Einwohnern.

Impossanter Blick von oben

Für die Stadt Fujaira im Emirat Dubai

hat Procont 35 Pumpstationen für die

Abwasserbeseitigung geliefert und

derzeit läuft die Angebotsphase für

35 weitere Stationen. „Wir haben

deshalb personell aufgerüstet“, sagt

Lothar Keber. Mit der Sprache und

der arabischen Mentalität gibt es keine

Probleme. „Wir beschäftigen Mitarbeiter

aus Marokko, die in Deutschland

studiert haben, die deutsch,

französisch und arabisch sprechen.

Probleme hat das Unternehmen eher

bei der Rekrutierung von Personal. „Es

gibt natürlich viele gute Leute in

Hamburg oder Berlin, aber die sind

nicht so einfach

bereit,

nach Pirmasens

zu kommen.

„Deshalb bilden

wir unsere

Leute selbst aus

und versuchen

sie zu halten.

Derzeit sind

wieder zwei junge Leute bei der

Procont GmbH in der Ausbildung: im

gewerblichen Bereich und eine technische

Zeichnerin. Keber: „Was den

gewerblichen Bereich betrifft, arbeiten

wir sehr gut mit dem

Weiterbildungszentrum der IHK zusammen.

Es ist schon öfter vorgekommen,

dass wir dem ein oder anderen

Praktikanten noch im Praktikum einen

Vertrag angeboten haben.“

Den Hauptumsatz macht das Unternehmen

innerhalb Europas. Ein paar

Beispiele: Die Operationszentrale der

Amerikanischen Streitkräfte wird der-

zeit von Heidelberg

nach Wiesbaden verlagert.

„Die Rechner,

die Stromversorgung,

die Lüftungsregelung,

die gesamteNetzwerkverkabelung

- alles was die

Elektrotechnik betrifft,

wird von uns

geliefert”, berichtet

Lothar Keber. Im

näheren Umfeld hat

das Unternehmen in

der Uniklinik Homburg„raumluft-technische

Anlagen” gebaut.

In Mainz und Speyer

war Procont bei drei

Großprojekten, den

Hochwasserschutz

betreffend, dabei.

„Ein wichtiges Standbein

für uns sind

zudem Steuerungen für Sprinkleranlagen.

Wir bauen im Jahr zirka

400 Steuerungen, die auch teilweise

ins europäische Ausland gehen.“

Mittlerweile ist Procont Marktführer

in diesem Bereich.

Die Stadt hat das Gelände rechts und

links der B 10 seit 1997 zu einer Technopole,

einem Wissenschafts-, einem Gewerbe-

und Industrie-, sowie einem

Sportzentrum entwickelt. Diese Entwicklung

des quasi neuen Stadtteils Husterhöhe

lässt sich anhand der geschaffenen

Arbeitsplätze und der Ansiedlungen eindrucksvoll

demonstrieren:

1998: Gesamtzahl der Arbeitsplätze

für Husterhöhe-Nord

und Bunker Hill geschätzt: 56

2000: 120 Arbeitsplätze

2002: 588 Arbeitsplätze

72 Unternehmen

2004: 998 Arbeitsplätze

96 Unternehmen

2006: 1.262 Arbeitsplätze

91 Unternehmen

2008: 1.607 Arbeitsplätze

109 Unternehmen

Nicht zu vergessen: Die Amerikanischen

Streitkräfte haben in ihrem Medical

Depot, dem medizinischen Versorgungsdepot

in Europa, immer noch 341 ortsansässige

Arbeitnehmer beschäftigt.

11


12

» BAUGEBIETE FÜR JUNGE FAMILIEN

Günstig bauen

in Pirmasens

Mein Auto, meine Familie, mein Haus …

... das sind Trümpfe, die nicht nur im

Werbespot einer bekannten Bausparkasse

stechen. Für junge Familien in

der Südwestpfalz kann noch ein weiterer

dazukommen: Mein Auto,

meine Familie, mein Haus, mein

Pirmasens! Denn Bauen und Wohnen

in der Stadt kann durchaus attraktiv

sein – wenn die Preise und das Umfeld

stimmen. Und da können Oberbürgermeister

Dr. Bernhard Matheis

und Baudezernent Michael Schieler

einige Trümpfe auf den Tisch legen.

Eines ist klar: Unter dem Bevölkerungsrückgang

leiden alle in der Südwestpfalz,

vom kleinsten Dorf bis hin

zu den Städten. Doch während die

Einwohnerzahlen von Landgemeinden

schnell unter die kritische Marke

sinken, bei der sich der Einkaufsmarkt,

die Bäckerei oder öffentliche

Einrichtungen wie Kindergärten nicht

mehr tragen, wird ein Mittelzentrum

wie Pirmasens an Attraktivität hinzu-

Baugebiet Saratoga Village

gewinnen. Davon ist Oberbürgermeister

Dr. Matheis überzeugt: „Eine

Stadt in unserer Größe hat künftig

noch mehr als bisher die Aufgabe,

Infrastruktureinrichtungen verdichtet

vorzuhalten.“ Das bedeutet: In Pirmasens

finden die Menschen alles, was

sie zum Leben brauchen: Fachgeschäfte

in der City, Einkaufsmärkte

am Stadtrand, Parks zur Erholung,

Theater, Kino, Musikkneipen, Museen,

Sportanlagen und Badepark. Auch

das umfassende Ausbildungsangebot,

von der Grundschule über die Integrierte

Gesamtschule, die Gymnasien

bis hin zur Fachhochschule

und nicht zuletzt die Arbeitsplätze vor

der Haustür sind Pluspunkte für ein

Wohnen und Arbeiten in Pirmasens.

Das Bild der Stadt wird sich mit sinkenden

Einwohnerzahlen ändern. Der

Wandel ist schon sichtbar. In der

Kernstadt, in der früher 50.000

Menschen lebten, sind es nur noch

33.000. Innenentwicklung geht deshalb

vor Außenentwicklung, heißt

darauf die Konsequenz für die Stadtplaner.

Oder: Statt Neubaugebiete zu

erschließen, die sowohl die Stadt wie

auch die künftigen Bauherren teuer

kommen, muss erst einmal vermarktet

werden, was bereits vorhanden ist.

Die Stadtverwaltung hat deshalb Bauplätze,

die brach liegen, gekauft. Das

Amt für Wirtschaftsförderung und

Liegenschaften wird dieses Gelände

zum „Selbstkostenpreis“ (Zitat Michael

Schieler) an Bauwillige verkaufen. Das

Portfolio des „Maklers Stadt“ umfasst

rund 60 Grundstücke, die ein breites

Spektrum abdecken. „Eine große Bandbreite

von Qualitäten“, sieht der Baudezernent

im Angebot, das zudem

verdeutliche, dass Wohneigentum in

zentraler Lage in Pirmasens auch für

Familien erschwinglich sein könne.

Günstig …

… lässt sich dort bauen, wo einst die

Offiziere der in Pirmasens stationierten

US-Army mit ihren Familien

wohnten: in Saratoga-Village. Entlang

der Mississippi Avenue oberhalb der

Bundesstraße 270 und in unmittelbarer

Nähe des Sportparks Husterhöhe

gibt es elf Grundstücke unterschiedlicher

Größe. 60 Euro kostet der

Quadratmeter, voll erschlossen ver-


steht sich. Eine Parzelle zum Beispiel

von rund 450 Quadratmetern kommt

auf 26.880 Euro.

Exklusiv …

… ist die Wohnlage Horeb. Im

Grünen und doch mitten in der Stadt,

teilweise mit herrlichem Ausblick in

den Wasgau gehört das Wohngebiet

zu den „Sahnestücken“ im städtischen

Portfolio. Die neun Grundstücke

sind zwischen 689 und 1.009

Quadratmeter groß. Interessenten

müssen mit einem Quadratmeterpreis

von rund 120 Euro (Kanal- und Erschließungsbeiträge

inklusive) rechnen.

Stadtnah …

… wird Ende des Jahres im Schachen

ein kleines Wohnviertel mit zwölf Parzellen

erschlossen. Gelände und Gebäude

einer ehemaligen Schuhfabrik

liegen dort seit mehreren Jahren

brach. Wer hier baut, hat es zu Fuß

nur einige Minuten bis zum Hauptbahnhof,

zur Fußgängerzone oder in

den Strecktalpark. Mit dem PKW ist

man in wenigen Minuten auf der

Autobahn oder auf der B10. Der

Quadratmeterpreis wird mit

Erschließung bei 75 Euro liegen.

Gemütlich …

… wohnt es sich auf dem Sommerwald.

Das wussten schon die Pirmasenser

Arbeiter, die vor dem Zweiten

Weltkrieg dort ihre kleinen Siedlungshäuser

bezogen. Und das werden

auch die Neu-Pirmasenser spüren, die

einen der sieben Bauplätze im Wohnpark

Sommerwald am unteren Sommerwaldweg

erwerben. Das großzügige,

leicht abfallende Gelände ist bereits

erschlossen und teilweise bebaut.

Die Stadt hat es von einem Architekten

erworben und wird es für 75

Euro pro Quadratmeter verkaufen.

Die Grundstücke sind zwischen 454

und 541 Quadratmetern groß.

Am Stadtrand …

… verfügt das Liegenschaftsamt über

einige Parzellen für Bauwillige, die

eine besonders ruhige Lage bevorzugen.

Acht davon, zwischen 691 und

1.492 Quadratmetern groß, befinden

sich im Baugebiet Torweg in Erlenbrunn.

Hier ist mit einem Quadratmeterpreis

von 92 Euro zu rechnen. Deutlich

billiger sind die sieben Grundstücke

im Baugebiet „Am Rehbock“

im Stadtteil Fehrbach. Bei einem Preis

von rund 75 Euro pro Quadratmeter

kommt jedes der rund 650 Quadratmeter

großen Grundstücke auf durchschnittlich

22.000 Euro Gesamtkosten.

Wohnen für

Generationen …

… nennt sich eine neue Wohnform,

mit der die Stadt auf den demographischen

Wandel reagiert. Unter dem

Titel „PS Patio” haben Stadt, Bauhilfe

und Diakoniezentrum im Winzler

Viertel ein Generationen übergreifendes

Wohnprojekt auf den Weg

gebracht. Neben 24 Wohnungen,

Gemeinschaftseinrichtungen werden

auch Mehrfamilienhäuser auf dem

Gelände an der Winzler Straße entstehen.

„Vom Beginnerhaus über das

Familienhaus bis hin zum Seniorenhaus

mit Anschluss an das Diakoniezentrum

wird es alles geben,“ sagt

Baudezernent Michael Schieler.

+Interview

Den Traum vom eigenen Haus konnte sich

Christina Bopp dank der tatkräftigen

Unterstützung der Eltern schon in jungen

Jahren erfüllen. Die heute 24-Jährige alleinerziehende

Mutter des eineinhalbjährigen Phil

hat ihr Eigenheim auf einem Grundstück, das

der Stadt gehörte, in Hengsberg am Lehmweg

gebaut.

War es schwierig ein geeignetes Grundstück

in Pirmasens zu finden?

Christina Bopp: ”Eigentlich nicht. Ich habe in

Landau Kinderkrankenschwester gelernt, aber

dort leben wollte ich nicht. Landau ist nicht

gerade schön. Da Bauplätze in der Umgebung

der Stadt für junge Leute viel zu teuer sind,

habe ich mich mit meiner Mutter in meiner

Heimatstadt Pirmasens umgesehen. Wir fuhren

alle Neubaugebiete an, in Hengsberg sahen wir

auf einem Bauplatz das Schild der Stadtverwaltung.”

Und dann ging alles ganz schnell …

Christina Bopp: ”Ja. Wir haben Herrn Schäfer

vom Liegenschaftsamt angerufen. Wir bekamen

Interesse geweckt?

Dann finden Sie hier die

kompetenten Ansprechpartner:

Amt für Wirtschaftsförderung und Liegenschaften

Delaware Avenue 1-3,

Telefon: 0 63 31-1426-205

Werner Schäfer

PS:patio! Projektladen

Winzler Straße 107

Telefon 0 63 31-21 36 39

Quartiermanager Cornelia Schwarz & Hansheiner Ritzer

Bauplätze an der Mississippi Avenue

schnell einen Termin. Er hat uns gleich gesagt,

dass es im Interesse der Stadt ist, jungen Leuten

zu helfen. In wenigen Wochen waren die Formalitäten

erledigt. Im März 2007 wurde mit

dem Bau begonnen, im Oktober sind wir eingezogen

und kurz darauf kam Phil zur Welt.”

Warum haben Sie gerade in Pirmasens

gebaut?

Christina Bopp: ”Ich bin hier geboren und sehr

heimatverbunden. Da war es für mich immer

klar, dass ich hier auch leben und arbeiten will.”

Gefällt es Ihnen in Hengsberg?

Christina Bopp: “Sehr. Es ist ruhig hier, die

Nachbarn sind nett. Man wohnt wie in einem

Dorf mit all seinen Annehmlichkeiten und hat

es doch nicht weit zur Stadt. Es gibt hier zwar

keine Geschäfte zum Einkaufen, aber bis zum

Real in Fehrbach sind es nur ein paar Meter.

Und in der Innenstadt finde ich alles, was ich

zum Leben brauche.”

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14

» EINZELHANDELSKONZEPT

Eckpunkte einer attraktiven

Einkaufsstadt Pirmasens

Einzelhandelskonzept umsetzen

Die Attraktivität der Innenstadt hat

für die Pirmasenser Stadtspitze und

den Rat der Stadt Pirmasens höchste

Priorität. Deshalb wurde im Jahr 2006

die Kölner Firma Cima GmbH - ein

Unternehmen, das bundesweit erfolgreich

für Städte zum Thema

Innenstadtentwicklung tätig ist - beauftragt,

ein Einzelhandelskonzept für

die Stadt zu erarbeiten.

Gut eineinhalb Jahre haben Vertreter

der Firma zusammen mit Kommunalpolitikern

und Vertretern des Handels

an dem 200 Seiten umfassenden Werk

gearbeitet, das die Struktur der

Einkaufsstadt Pirmasens erfasst, ihre

Stärken und Schwächen analysiert

und Ziele formuliert, wie die Entwicklung

gelenkt werden soll.

Identifikation

mit Pirmasens

Pirmasens als Einkaufsstadt. Dass ich

nicht lache. Hier gibt’s doch gar nicht

das, was ich suche. Für Lebensmittel

muss ich mich sogar ins Auto setzen

und an den Stadtrand in die Märkte

fahren. Wie will die Stadt da gegensteuern?

Da ist es wieder: das Imageproblem.

Da müssen wir Pirmasenser uns mal

selbst an die Nase fassen. Wenn die

Bevölkerung schon nicht an den

Standort glaubt, wie kann dann ein

positives Bild nach außen transportiert

werden? Es kommt bei den

Leuten einfach zu kurz, was schon

gut war und was sich zum Positiven

gewendet hat. Dass die objektive

Faktenlage und das Image weit auseinander

klaffen, hat selbst die

Fachleute überrascht. Pirmasens bindet

nämlich sehr viel Kaufkraft aus

dem Umland. Mit anderen Worten:

Die Leute schimpfen zwar auf die

Stadt, aber sie kaufen dennoch in

Pirmasens ein.


Innenstadt-Sortiment

ausbauen

Was allerdings bedenklich ist: Lediglich

28 Prozent des Gesamtumsatzes

werden von Geschäften in der Innenstadt

erzielt. Besonders deutlich wird

das Defizit bei der Warengruppe „Lebensmittel“.

Hier beträgt der innerstädtische

Umsatzanteil nur sieben

Prozent.

Da muss doch die Stadt was machen.

Wenn man nur an die vielen alten

Leute denkt, die in der Innenstadt

leben. Die wenigsten von ihnen sind

noch so mobil, dass sie sich einfach

ins Auto setzen und zum Einkaufen

fahren können. Abgesehen davon,

möchte unsereiner auch nicht immer

Benzin verbrauchen, sondern einfach

mal schnell um die Ecke ins nächste

Kaufhaus springen.

Die Stadt kann niemanden zwingen,

ein Kaufhaus oder einen Supermarkt

zu eröffnen. Aus den Befragungen

wissen die Kommunalpolitiker, dass

sich die Bürger wieder ein Kaufhaus in

der Stadt wünschen, so wie beispielsweise

früher das „Merkur“ (Horten).

Die politischen Vertreter können

höchstens ihren Einfluss bei Lebensmittel-

und Handelsketten geltend

machen, Standorte in der Innenstadt

in ihre Überlegungen einzubeziehen.

Was die Stadt und der Stadtrat

machen können: die Rahmenbedingungen

schaffen und die Ansiedlung

von, für die Innenstadt, wichtigen

Sortimenten im Außenbereich nicht

mehr genehmigen.

Investorenlenkung

Aha, deshalb also durften zwei

Investoren, der eine an der Zweibrücker

Straße, der andere im Winzler

Viertel, ihre Pläne nicht verwirklichen?

Das sind Beispiele, bei denen die Stadt

Pirmasens sogar beim Verwaltungsgericht

in Neustadt gegen die beiden

klagenden Investoren gesiegt hat.

Das Gericht urteilte ganz klar, dass die

geplanten Vorhaben nicht mit den

Festsetzungen im Bebauungsplan vereinbar

sind und schädliche Auswirkungen

auf die Innenstadt gehabt

hätten. Im Einzelfall ist das hart für

die Betroffenen. Wir sollten aber auch

nicht vergessen, dass das Einzelhandelskonzept

eingebunden ist in

Stadtentwicklungsstrategien.

Zurecht verweist Oberbürgermeister

Dr. Bernhard Matheis auf den demografischen

Wandel, in dem ein Mittelzentrum

wie Pirmasens eine besondere

Funktion haben wird, wenn

nämlich gewisse Infrastrukturen im

ländlichen Bereich einfach nicht mehr

vorhanden sind. Deswegen müssen

jetzt schon die Weichen gestellt werden,

um für diesen Wandel gerüstet

zu sein.

Leerstände beseitigen

Bedenklich sind aber auch viele Leerstände

in der Stadt, nicht nur im

Wohnungsbereich, sondern auch bei

gewerblichen Immobilien. Besonders

auffällig ist diese Häufung von Ladenleerständen

im Bereich der Schloßstraße

zwischen Parkbrauerei und

Exerzierplatz. Alteingesessenen Pirmasensern

blutet quasi das Herz beim

Anblick des leer stehenden Kaufhallengebäudes.

Kann die Stadt diese

Immobilie nicht einfach aufkaufen, so

wie der Staat jetzt die Hypo-Real-

Estate-Bank unter seine Fittiche nimmt?

Einmal abgesehen davon, dass die

Stadt Pirmasens den Besitzer nicht

enteignen kann, so wie es bei der

Bank vorgesehen ist, würden ihr auch

die Mittel fehlen und es wären auch

keine Zuschüsse aus irgendeinem

Topf zu erwarten. Natürlich wäre es

wünschenswert, wenn die Kaufhalle

aus ihrem Dornröschenschlaf geküsst

werden könnte. Denn die Schließung

der Kaufhalle hat nicht nur die Passantenfrequenz

reduziert, sondern

hat sich auch auf die Vermietungen in

diesem Quartier ausgewirkt. Über

eine Wiedernutzung der Kaufhalle

und eine städtebauliche Neuordnung

im Umfeld würde eine Vernetzung

zwischen Messe, Schloßstraße, Exerzierplatz

und Hauptstraße am stärksten

gefördert. Dies würde zugleich

dem gesamten Einzelhandel der Stadt

zugute kommen. Natürlich müssen

dann auch die Kaufleute mit an diesem

Strang ziehen und sich selbstkritisch

mit ihrem Service- und

Angebotsqualitäten auseinandersetzen.

Konsumenten sehen heute das

Einkaufen auch als Erlebnis an, als

aktiver Teil der Freizeitgestaltung. Wir

erleben das an jedem verkaufsoffenen

Sonntag in Pirmasens. Es besteht der

Wunsch nach Unterhaltung und Service.

Deshalb gilt: Je vielseitiger das

Angebot eines Zentrums ist, desto

attraktiver stellt es sich für den Verbraucher

dar. Pirmasens sollte die eigenen

Stärken des Standortes immer

wieder den potenziellen Kunden vor

Augen führen.

Und: Die Chancen, dass sich Unternehmen

dafür interessieren, die

Kaufhalle wieder als Kaufhaus zu nutzen,

steigen durch die klaren Festlegungen

des Pirmasenser Einzelhandelskonzeptes.

15


16

» SENIORENPLANUNG

»

Der Leiter des

Seniorenbüros

der Stadt, Peter Riegel,

steht unter Telefon

06331-78280

jederzeit mit Rat

und Tat zur Seite

Unsere Senioren sind

uns sehr wichtig!

Wie wichtig gerade die Senioren den Stadtverantwortlichen

sind, wird bei jeder sich bietenden Gelegenheit

immer wieder klar herausgestellt.

Als Pirmasens 1945 in Schutt

und Asche lag, waren sie da,

legten ihre ganze Schaffenskraft

in die Waagschale und sorgten

so für einen raschen Wiederaufbau.

Ihr Brot verdienten sie überwiegend in

den heimischen Schuhfabriken und

machten durch ihre Arbeit Marken

wie Rheinberger, Peter Kaiser und

Semler weit über die Landesgrenzen

hinaus bekannt. Obwohl sich die

Zeiten gewandelt haben, wird

Pirmasens unverändert mit Schuhen

in Verbindung gebracht.

„Es tut sich was für die

Senioren in Pirmasens“

Denn gerade die über 60-Jährigen

haben es nach den Worten des

Oberbürgermeisters Dr. Bernhard

Matheis mehr als verdient, dass man

ihnen jetzt das besondere Augenmerk

schenkt. Eine Erhebung hat außerdem

ergeben, dass der Anteil der Mit-

bürger ab dem 60. Lebensjahr gemessen

an der Gesamtzahl der Stadtbewohner

weiter zunehmen wird. Also

hat der Stadtrat in seiner Sitzung im

Dezember 2008 beschlossen, sich dieser

Entwicklung ganz gezielt anzunehmen.

Um sich aber erst einmal

einen Überblick über die Situation

und Bedürfnisse der Senioren zu verschaffen,

wurde eine Bestandsaufnahme

erforderlich. Mitte März

erhielten, von 12.000 Betroffenen,

5.000 zufällig ausgewählte Bürger

aus der Stadt und den Vororten einen

Fragebogen. Wie und wo wohnen die

Mitbürger „60 plus“, befinden sich

Einkaufsmöglichkeiten in erreichbarer

Nähe, wie beurteilen

sie ihren Gesundheitszustand

und vieles andere mehr wurde

hier erfragt. Aus den Antworten

erhoffen sich die Seniorenplaner

Aufschluss über die Lebenssituation

und die Erwartungen dieser

Mitbürger.

Derzeit ist die rüstige 80-jährige

Fehrbacher Seniorin Luise

Ferdinand noch nicht auf

fremde Hilfe angewiesen. Für sie ist

und bleibt die Selbstständigkeit im

Alter ein wichtiges Thema, auch,

dass sie künftig in ihrer Wohnung verbleiben

kann. Sie interessiert sich

daher besonders für professionelle

ambulante Hilfsangebote für ihren

seniorengerechten Einpersonenhaushalt

einschließlich eines

Hausnotrufs und Essen auf Rädern.

Darauf wird sie bei der Beantwortung

ihres Fragebogens besonders eingehen

und ergänzende Vorschläge

unterbreiten. Sie selbst bringt sich

außerdem seit vielen Jahren als

Ehrenamtliche aktiv in die Seniorenarbeit

des Vorortes ein. Überhaupt ist

das ehrenamtliche Engagement dieser

lebenserfahrenen Mitbürger künftig

in besonderer Weise erwünscht, stellt

Bürgermeister Peter Scheidel klar heraus.

Erst nach Auswertung aller

Rückläufe aus der Fragebogenaktion

können die Verantwortlichen eine

gezielte Seniorenplanung in Angriff

nehmen und maßgeschneiderte Vorschläge,

auch zur Vorbeugung von

Not und Isolation, unterbreiten. Diese

Ergebnisse sollen alle Möglichkeiten

für ein seniorenfreundliches Leben

unter Einbindung aller qualitativen

Hilfseinrichtungen und Möglichkeiten

aufzeigen.


» SPIELLEITPLANUNG

2006 begann die Stadtverwaltung mit

Planungen, um Räume für die jungen

Bewohner von Pirmasens, für Spiel

und Aufenthalt, zu verbessern und

neu zu schaffen. „Spielleitplanung“

nennt die Verwaltung dieses langfristige

Projekt. Ganz konsequent wurden

die betroffenen Kinder und Jugendlichen

in die Planung und den

Umbau von Plätzen mit einbezogen.

So entsteht auch der Bolzplatz in der

Margaretenstraße im Winzler Viertel

neu und die gesamte Straße in diesem

Bereich wird zudem als Spielstraße in

den dann neu gestalteten, sehr beliebten

Spiel- und Treffpunkt integriert.

Schon vor einiger Zeit hatten Kinder,

Jugendliche und auch erwachsene

Anwohner am Bolzplatz Vorschläge

zum neuen Treffpunkt gemacht.

Kinder des Lukashortes und

Jugendliche bauten Modelle und

entwickelten Pläne mit.

Der Fußballplatz sollte Licht erhalten

und Tore mit Netzen aufgestellt werden,

skaten soll auf der Straße möglich

sein und auch eine Halfpipe für

die Skater stand auf dem Wunschzettel

der Jungen.

Hüpfspiele und Bänke, Schaukel und

Sandkasten waren weitere Wünsche

von Kindern.

Der Umbau des Bolzplatzes an der

Margaretenstraße wird über Fördergelder

finanziert. Dieses Geld zu

beantragen und alles zu planen

braucht seine Zeit, doch im November

Auch Kinder und Jugendliche haben berechtigte Ansprüche an die Stadt,

in der sie wohnen und sie haben ganz genaue Vorstellungen von ihren Wünschen.

2008 starteten die Bauarbeiten. Im

Frühjahr soll der Spiel- und Bolzplatz

fertig gestellt sein.

Alle Generationen sollen

den Platz nutzen können.

„Multifunktional“ ist hier

das Zauberwort.

Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten

für Kleinkinder, für Grundschüler und

Jugendliche, kleine Baumstämme,

Sandspiel, Rutsch- und Kletterfelsen

entstehen auf dem Platz, dazu sind

Sitzgelegenheiten geplant. Eine

Pergola am Eingang wird als Unterstellmöglichkeit

bei Regen dienen und

rundet die Gestaltung des Spiel-

raumes ab. Die Margaretenstraße

wird zudem in die Gestaltung des

Spiel- und Bolzplatzes eingebunden.

Entlang des Spiel- und

Bolzplatzes entsteht eine

Spielstraße.

Hier setzt die Stadtverwaltung einen

der Grundgedanken der Spielleitplanung

erfolgreich um: Straßen sollen

wieder Spiel- und Aufenthaltsräume

für alle Generationen werden.

Kinder und Jugendliche im Viertel

waren von dieser Idee begeistert.

Die Straße wird so zu einer Fläche,

die künftig für alle gleichwertig zur

Verfügung steht, die bespielt, befahren

und begangen werden kann.

Spielelemente wie Skateboxen und

Streetballständer und auch Sitzgelegenheiten

werden in der Straße für

Spielspaß und Erholung unter

Birn- und Haselnussbäumen

sorgen.

Finanziert wird

dieser Straßenumbau

über

die wiederkehrenden

Beiträge.

... volle Aktion!

Kinder vom „Lukashort“

An der Priesterwiese

Pirmasens

17


18

» ERFOLGREICH IN PIRMASENS

Diplom-Ingenieur

Christian Amschler

an seinem Arbeitsplatz

bei ”psb intralogistics”

in Pirmasens

Einer dieser Pirmasenser mit bester

Ausbildung und einem attraktiven

Arbeitsplatz ist der 29-jährige Diplom-

Ingenieur Christian Amschler.

»Ludwig« sprach mit dem Projektbearbeiter

über seinen Arbeitsplatz

und beruflichen Werdegang.

»Ludwig: Herr Amschler, Sie sind

Diplom-Ingenieur im Bereich

Elektrotechnik bei ”psb intralogistics”

in Pirmasens. Was tun Sie

genau?

Amschler: Ich bin Projektbearbeiter im

Elektrobereich, plane die elektrische

Umsetzung von Anlagenteilen von

Kunden und schreibe auch an

Programmen zur Steuerung dieser

Anlagen mit, die zum Beispiel ein

Lager vollautomatisch verwalten.

Wie war Ihr Weg zum

Diplom-Ingenieur?

Der Beginn war die Grund- und

Hauptschule. Ich habe Mittlere Reife

gemacht, Abi dann auf dem Technischen

Gymnasium Pirmasens. Ich

wusste schon früh, dass mir das

Technische liegt. Aber ”zur Sicherheit”

habe ich zunächst bei Tehalit

eine Lehre als Energie-Elektroniker,

Fachrichtung Anlagentechnik abgeschlossen.

Dann kam das Studium an

der FH Kaiserslautern - Energieelektronik,

Fachrichtung Automatisierungstechnik.

Und dann ging’s gleich auf

Arbeitsuche?

Mit ”psb intralogistics” hatte ich

schon früh Kontakt, machte dort

Praktikum und Praxis-Semester.

Christian

Amschler

Auch meine Diplomarbeit entstand

dort. Im Rahmen dieser war ich sogar

bei einem Kunden von ”psb” in der

Schweiz. Ich habe mich dann bei ”psb

intralogistics” auf eine Stelle beworben.

Auch größere Firmen in Karlsruhe

und der Vorderpfalz hatten mir

Angebote gemacht.

Meine Stadt ist mir wichtig

Gerne wird behauptet, Pirmasenser mit einer guten Ausbildung

fänden in der Stadt keinen passenden Arbeitsplatz.

Sie müssten alle hinaus in die Welt. So absolut gesagt ist diese

Behauptung falsch. Auch in Pirmasens werden für Arbeitsplätze

in Dienstleistung und Industrie qualifizierte Mitarbeiter gesucht.

Was bewog Sie dazu,

in Pirmasens zu bleiben?

Mir war und ist mein Freundeskreis

wichtig und ”meine” Stadt auch!

Und da war es toll, hier Arbeit zu finden.

Zudem ist meine Tätigkeit bei

”psb” sehr interessant und abwechslungsreich.

Es geht hier nicht nur um

Anlagenteile und Programmierung.

Ich habe auch mit Kunden, mit

Menschen zu tun, das ist mir sehr

wichtig. Und man sieht das Ergebnis

seiner Arbeit, das ist ein tolles

Erfolgsgefühl.

Wozu raten Sie Schülern

bei ihrer Berufswahl?

Sich frühzeitig zu entscheiden, wo es

hin gehen soll und konsequent daran

zu arbeiten. Schon während des Studiums

Kontakte zu möglichen Arbeitgebern

zu knüpfen. Und wenn man

sich bemüht, stehen die Chancen auf

einen Arbeitsplatz auch hier in

Pirmasens nicht schlecht.


Zahl im Quartal

Was fehlt in Pirmasens? Vor allem Arbeitsplätze, ist meist die prompte Antwort auf

diese Frage. Doch auf den zweiten Blick ist diese Antwort gar nicht mehr so eindeutig.

Gewiss, Pirmasens hat zurzeit eine nicht geringe Arbeitslosenquote.

Aber 18.200 Menschen verdienen in der 42.000 Einwohner zählenden Stadt ihr Geld.

Setzt man diese Zahlen in Beziehung

zueinander, ergibt sich eine wichtige

Maßzahl: Die Arbeitsplatzdichte von

43. Diese Zahl gibt Auskunft darüber,

wie viele Menschen in sozialversicherungspflichtigen

Arbeitsverhältnissen

ihr Geld verdienen. Nämlich 43 pro

100 Einwohner in Pirmasens.

Vergleicht man nun auf der Basis dieser

Verhältniszahl Pirmasens mit anderen

Städten in der Pfalz, zeigt sich

Erstaunliches:

Mit 18.200 Arbeitsplätzen steht Pirmasens

besser da als Zweibrücken

oder Neustadt und kann sich gut mit

Städten wie Landau und Speyer vergleichen.

Natürlich arbeiten mehr Menschen in

Pirmasens, als die zu Vergleichszwecken

gerne genommene Zahl der

Beschäftigten, die sozialversicherungspflichtig

sind. Erwerbstätig waren

laut dem Statistischen Landesamt

im Jahr 2006 in Pirmasens rund

25.400 Menschen. Zu den Erwerbstätigen

werden also insbesondere

Arbeitnehmer, auch geringfügig Beschäftigte,

Selbstständige und Beamte

gezählt.

Dass trotzdem für Pirmasenser

Arbeitsplätze fehlen, liegt vor allem

an zwei Besonderheiten: Viele Menschen

pendeln aus dem Landkreis in

die Stadt ein, was im Kreis auch die

Arbeitslosenquote niedrig hält, und

RÄTSEL

Mitmachen und tolle Preise gewinnen!

2001 hat die Stadt Pirmasens den Rheinberger gekauft.

Inzwischen ist das Gebäude fast komplett belegt.

Wie viele Quadratmeter mussten gefüllt werden?

● 8.000 Quadratmeter

● 12.000 Quadratmeter

● 16.000 Quadratmeter

viele Menschen ohne Arbeit in

Pirmasens bringen schlicht und einfach

nicht die benötigte Ausbildung

für vorhandene Jobangebote mit.

Hier wird nun auch sichtbar, wie wichtig

Qualifikation und Weiterbildung

für Arbeitsuchende sind.

Natürlich ist die aktuelle Arbeitsplatzdichte

absolut kein Grund, die Hände

in den Schoß zu legen:

Die Stadt Pirmasens ist dabei, sich mit

vielen Projekten für moderne Unternehmen

immer attraktiver zu gestalten

und damit die Basis zu legen für

mehr Arbeitsplätze, auch für Menschen

in der Stadt mit exzellenter

Ausbildung.

GEWINNSPIEL

1. Preis: Eine Jahreskarte für das Dynamikum.

2. bis 10. Preis: Eine Tageskarte für das Dynamikum.

Jahres

Karte

www.dynamikum.de

Erwachsener € 30.-

Die Lösung mit Name und Adresse per E-Mail senden an dunjamaurer@pirmasens.de oder per Post an: Stadtverwaltung Pirmasens, Redaktion „Ludwig“, Pressestelle, Exerzierplatzstraße 17, 66953 Pirmasens.

Einsendeschluss ist der 31. Mai 2009. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Die Gewinner werden per Los ermittelt und in der nächsten Ausgabe bekannt gegeben.

19

Ja

www.dy


29. Mai – 21. Juni

Über 110 Fotografen

und Fotokünstler

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Facetten der Fotografie

in 30 Pirmasenser

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