Industriebeteiligungen - Raiffeisen

raiffeisen

Industriebeteiligungen - Raiffeisen

Stärke.


Industriebeteiligungen

INDUSTRIE

Zu den Industriebeteiligungen der Raiffeisen-

Holding NÖ-Wien zählen Unternehmen der landwirtschaftlichen

Veredelung wie die AGRANA Beteiligungs-AG

mit den drei Segmenten Zucker,

Stärke und Frucht, die Südzucker AG Mannheim/

Ochsenfurt, die LEIPNIK-LUNDENBURGER INVEST

Beteiligungs AG mit den Segmenten Mehl &

Mühle und Vending sowie die NÖM AG mit Milchund

Molkereiprodukten. Die STRABAG SE, einer

der Top-Baukonzerne in Europa, rundet das Industrieportfolio

ab. Gerade in der aktuellen Wirtschaftskrise

zeigen sich die Vorteile der breiten

Streuung des Raiffeisen-Holding-Portfolios, da

die Entwicklung in der Nahrungsmittelindustrie

weitgehend konjunkturunabhängig verläuft.

AGRANA BETEILIGUNGS-AG

Die AGRANA Beteiligungs-AG (AGRANA) mit den

drei Segmenten Zucker, Stärke und Frucht ist eines

der führenden Zucker- und Stärkeunternehmen in

Zentral- und Osteuropa, Weltmarktführer bei Fruchtzubereitungen

sowie der größte Fruchtsaftkonzentrathersteller

Europas. AGRANA hat sich in den

letzten zwei Dekaden von einem rein österreichischen

Zucker- und Stärkeunternehmen zu einem

internationalen Konzern mit insgesamt 52 Produktionsstandorten

auf fünf Kontinenten entwickelt.

Die Bandbreite von AGRANA-Produkten reicht von

Stärke in Textilien und Papier, Zucker in Lebensmitteln

über Bioethanol als Beimischung zum Benzin

bis hin zu Apfelsaftkonzentrat und Früchten im

Joghurt. Die Produkte werden hauptsächlich an die

weiterverarbeitende Lebensmittelindustrie verkauft.

Die Eigentümer

Die österreichischen Eigentümer haben ihre

Anteile an AGRANA in der Holdinggesellschaft

Zuckerbeteiligungsgesellschaft m.b.H. (ZBG) gebündelt,

an der die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien als

größter Gesellschafter beteiligt ist. Die Raiffeisen-

Holding-Gruppe hält an AGRANA einen Anteil von

rund 30 %, die österreichischen Eigentümer halten

insgesamt rund 37,8 % an AGRANA. Mit einem

Streubesitz von 24,5 % notiert AGRANA im Prime

Market an der Wiener Börse.

Geschäftsverlauf

Der Konzernumsatz der AGRANA-Gruppe lag im

Geschäftsjahr 2007/08 (1. März 2007 bis 29. Februar

2008) mit EUR 1.892,3 Mio. leicht unter dem Vorjahreswert

von EUR 1.915,8 Mio. Ausschlaggebend

dafür war die Anpassung des Geschäftsjahres des

Segments Frucht im Vorjahr an das AGRANA-

Geschäftsjahr mit der Einbeziehung von zwei zusätzlichen

Monaten. Auf Basis eines Zwölf-Monats-

Vergleiches konnte der Konzernumsatz um 6,2 %

gesteigert werden.

Das operative Ergebnis stieg im Geschäftsjahr

2007/08 aufgrund der guten Entwicklung in den

Segmenten Stärke und Frucht von EUR 107,0 Mio.

auf EUR 111,4 Mio. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit

sank hingegen aufgrund von Sondereinflüssen

in allen Segmenten von zuletzt EUR 105,8 Mio. auf

EUR 101,5 Mio.

AGRANA

UMSATZ NACH LÄNDERN

in EUR Mio. 1. 3. 2007–29. 2. 2008

667

Sonstige

153

Rumänien

50

Slowakei

88

Tschechien

245

Ungarn

689

Österreich

600

500

400

300

200

100

0


„Das Jahr 2008 war stark von hohen Rohstoff- und Energiepreisen geprägt.

Aufgrund der Stärke unserer Industrieunternehmen ist es uns dennoch

gelungen, gute Ergebnisse zu erwirtschaften.“

Segment Zucker

AGRANA verzeichnete im Segment Zucker einen

leichten Umsatzrückgang um 4 % von EUR 784,7 Mio.

auf EUR 751,7 Mio. Grund dafür waren die durch

die EU-Quotenreduktion stagnierenden beziehungsweise

rückläufigen Absatzmengen. Rund

40 % des Konzernumsatzes fielen auf Zucker.

Dennoch konnte durch eine Vielzahl von Maßnahmen,

wie die Optimierung des Energieverbrauches

sowie Standortkonzentrationen, das operative

Segmentergebnis mit EUR 32,6 Mio. auf

Vorjahresniveau gehalten werden.

Die EU-Zuckermarktordnung ist für AGRANA von besonderer

Bedeutung, da sie durch die schrittweise

Senkung des EU-Referenzpreises und die Reduktion

der EU-Quotenzuckerproduktion um rund

6 Mio. Tonnen auf das Marktgeschehen Einfluss

nimmt. Bis zum 31. März 2008 wurden EU-weit

bereits insgesamt 5,6 Mio. Tonnen vom Markt

genommen. AGRANA hat sich mit rund 117.000

Tonnen am Quotenrückgabeprogramm beteiligt.

Die AGRANA zugeteilte Zuckerquote für das

Zuckerwirtschaftsjahr 2008/09 beträgt 618.502

Tonnen gegenüber 735.565 Tonnen im Vorjahr.

Segment Stärke

Das Segment Stärke trug mit zweistelligen Umsatzund

Ergebnissteigerungen deutlich zum Erfolg der

AGRANA im Geschäftsjahr 2007/08 bei. Der Umsatz

im Segment Stärke stieg infolge höherer Absatzmengen

und Preiserhöhungen um 33 % auf

EUR 288,1 Mio. (VJ: EUR 216,5 Mio.). Damit hält der

Dir. Dr. Kurt J. Miesenböck, Geschäftsleiter

Stärkebereich einen Anteil von rund 15 % am Konzernumsatz.

Trotz gestiegener Rohstoffkosten konnte

das operative Ergebnis von EUR 28,5 Mio. auf

EUR 35,3 Mio. (VJ: EUR 28,5 Mio.) verbessert werden.

Die nicht aktivierbaren Aufwendungen für das

österreichische Bioethanolwerk in Pischelsdorf belasteten

das Ergebnis der Betriebstätigkeit im

Geschäftsjahr 2007/08 mit EUR 6,8 Mio. Der Regelbetrieb

der Bioethanolanlage wurde am 1. Juni

2008 aufgenommen. Das in Pischelsdorf produzierte

Bioethanol wird hauptsächlich in Österreich abgesetzt,

wo seit 1. Oktober 2007 eine Substitutionsverpflichtung

von 4,3 % (energetisch) biogene

Kraftstoffe besteht. Beginnend mit 1. Oktober 2008

wurde dieser Substitutionsanteil auf 5,75 % erhöht.

Das bei der Produktion von Bioethanol anfallende

hochwertige Eiweißfuttermittel „ActiProt“ wird in

Österreich und in den Nachbarländern vermarktet.

Segment Frucht

Industriebeteiligungen

Im Segment Frucht lag der Umsatz mit

EUR 852,5 Mio. unter dem Vorjahreswert von

EUR 914,6 Mio. (14 Monate). Der Umsatzrückgang

ist darin begründet, dass wegen der vorjährigen

Anpassung des Geschäftsjahres zwei Monate wegfielen.

Mit rund 45 % ist Frucht das umsatzstärkste

Segment der AGRANA. Das operative Ergebnis betrug

EUR 43,5 Mio. (VJ: EUR 45,6 Mio.), die operative

Ergebnismarge erreichte 5,1 %. Restrukturierungsmaßnahmen

(unter anderem für die Schließung

des Fruchtzubereitungswerkes in Kaplice/Tschechien)

wurden in Höhe von rund EUR 4,6 Mio.

berücksichtigt.

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Industriebeteiligungen

Im Geschäftsjahr 2007/08 konnte AGRANA ihre

weltweit führende Position in der Herstellung von

Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Back- sowie

Eiscremeindustrie weiter ausbauen und ihre Marktposition

als einer der führenden Hersteller von Apfelund

Beerensaftkonzentraten in Europa absichern.

Ausblick

SEGMENT ZUCKER

AGRANA ZUCKER GMBH

MORAVSKOSLEZSKÉ

CUKROVARY A.S. (CZ)

MAGYAR

CUKOR ZRT. (H)

SLOVENSKÉ

CUKROVARY A.S. (SK)

AGRANA

ROMANIA S.A. (RO)

ÖSTERREICHISCHE

RÜBENSAMENZUCHT GMBH (A)

FORSCHUNG

UND ENTWICKLUNG

ZUCKERFORSCHUNG

TULLN GMBH (A)

Für das Geschäftsjahr 2008/09 erwartet AGRANA

einen Anstieg des Konzernumsatzes auf über

EUR 2,1 Mrd. Dazu soll vor allem weiteres organisches

Wachstum im Segment Stärke wesentlich beitragen.

Die wirtschaftliche Entwicklung der agrarnahen

Unternehmen ist durch hohe Volatilitäten auf der

Rohstoff- und Energieseite geprägt. Diese haben

zu erheblichen Verwerfungen in den Beschaffungs-

und Absatzmärkten geführt. Ursachen sind

rund 30 %

AGRANA BETEILIGUNGS-AKTIENGESELLSCHAFT

SEGMENT STÄRKE

AGRANA STÄRKE GMBH

HUNGRANA KFT. (H)

S.C. A.G.F.D. TANDAREI

S.R.L. (RO)

AGRANA BIOETHANOL

GMBH (A)

SEGMENT FRUCHT

AGRANA JUICE & FRUIT

HOLDING GMBH (A)

AGRANA FRUIT S.A. (F)

AGRANA JUICE HOLDING

GMBH (A)

unter anderem die extrem ungünstigen Ernten im

Jahr 2007 sowie erhebliche spekulative Einflüsse.

Denn auch landwirtschaftliche Produkte unterliegen

zunehmend der Globalisierung der Märkte.

Auch AGRANA musste bei Frucht und Stärke den

Rohstoffbedarf zu extrem hohen Preisen aus den

schlechten Ernten 2007 decken. Die erhöhten Kosten

konnten aber nicht vollständig im Markt untergebracht

werden. Der dramatische Rückgang der

Preise für Apfelsaftkonzentrat machte die signifikante

Abwertung der vorrätigen Mengen auf das

Marktpreisniveau per Ende August 2008 notwendig.

Dieser schwierigen Situation begegnet AGRANA

mit Maßnahmen zur Energieeinsparung, der Zurücknahme

der Investitionen unter Abschreibungsniveau

und der raschen Auslastung der

neuen Produktionsstätten. Die Rohstoffpreise bei

Getreide und Früchten sind auf Basis der guten

Ernte 2008 bereits deutlich gesunken.

Für das Geschäftsjahr 2008/09 wird ein operatives

Konzernergebnis auf einem Niveau von rund

EUR 30 Mio. erwartet. AGRANA geht von einem

Investitionsvolumen von rund EUR 75 Mio. für das

Gesamtjahr 2008/09 aus.


SÜDZUCKER AG

Die Südzucker-Gruppe ist nach wie vor das mit

Abstand größte europäische Zuckerunternehmen

und in der EU sowie in den Staaten Mittel- und Osteuropas

Marktführer. Zwischen der deutschen

Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt (Südzucker)

und AGRANA besteht eine strategische Partnerschaft,

die durch eine gegenseitige Beteiligung

gestützt wird. Südzucker hält 37,75 % am Grundkapital

der AGRANA. Die Raiffeisen-Holding NÖ-

Wien hält gemeinsam mit AGRANA über eine

Holding-Gesellschaft einen Beteiligungsanteil von

rund 11 % an Südzucker und ist damit deren zweitgrößter

Aktionär.

Der Konzernumsatz lag im Geschäftsjahr 2007/08

mit EUR 5,8 Mrd. (VJ: EUR 5,8 Mrd.) auf Vorjahresniveau.

Deutlich höhere Umsätze im Segment

Spezialitäten konnten den Rückgang im Segment

Zucker, der exportbedingt im ersten Halbjahr verursacht

wurde, und den entfallenen Umsatz aus

der Geschäftsjahresangleichung im Segment

Frucht voll ausgleichen. Im Rückgang des operativen

Konzernergebnisses um 44 % auf EUR 233 Mio.

(VJ: EUR 419 Mio.) spiegeln sich die Umwälzungen

im europäischen Zuckergeschäft wider. Im Segment

Spezialitäten hingegen konnte eine deutliche

Ergebnissteigerung erreicht werden. Bereinigt

um den Ergebnisbeitrag aus der Geschäftsjahresangleichung

im Vorjahr lag auch das Segment

Frucht über dem Vorjahr. Der Cashflow erreichte

EUR 498 Mio. nach EUR 554 Mio. im Vorjahr, wobei

sich die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle

Vermögenswerte (ohne Zuckerquote) im Konzern

auf EUR 494 Mio. (VJ: EUR 378 Mio.) beliefen.

Der Umsatz im Segment Zucker ging insbesondere

aufgrund der drastischen Verringerung der Zuckerexporte

auf EUR 3.464 Mio. (VJ: EUR 3.543 Mio.)

zurück. Das operative Ergebnis ging auf EUR 61 Mio.

(VJ: EUR 259 Mio.) zurück und war damit der wesent-

Industriebeteiligungen

liche Grund für das geringere Konzernergebnis. Ursache

ist die lang anhaltende Umstrukturierungsphase

nach der Reform der Zuckermarktordnung.

Der Umsatz im Segment Spezialitäten erhöhte sich

um 12 % auf EUR 1.463 Mio. (VJ: EUR 1.308 Mio.).

Maßgeblich dafür war die dynamische Entwicklung

des Bioethanolgeschäfts sowie der Division

Stärke. Die Steigerung des operativen Ergebnisses

um rund 13 % auf EUR 129 Mio. (VJ: EUR 115 Mio.)

ist insbesondere auf die Divisionen Stärke, Beneo

und Bioethanol zurückzuführen, aber auch die Divisionen

Freiberger und PortionPack Europe behaupteten

sich in schwierigem Umfeld.

Der Umsatz im Segment Frucht erreichte

EUR 853 Mio. (VJ: EUR 915 Mio.), wobei zu berücksichtigen

ist, dass im Vorjahr infolge der Angleichung

an das Südzucker-Geschäftsjahr 14 Monate

enthalten waren. Bereinigt um diesen Effekt stieg

der Umsatz um 8 %.

Im Südzucker-Konzern blieb die Eigenkapitalquote

mit 42 % auf einer unverändert soliden Höhe. In Anbetracht

des reduzierten Konzernergebnisses wurde

die Dividende auf EUR 0,40/Aktie (VJ: 0,55) gesenkt.

Für das laufende Geschäftsjahr 2008/09 wird ein Konzernumsatz

zwischen EUR 5,8 Mrd. und EUR 6 Mrd.

erwartet. Dabei steht einem nur noch leichten

Umsatzrückgang im Segment Zucker und einem

Umsatz im Segment Frucht auf Vorjahresniveau ein

weiter wachsender Umsatz im Segment Spezialitäten

gegenüber. Das operative Konzernergebnis

wird voraussichtlich zwischen EUR 230 Mio. und

EUR 260 Mio. liegen. Bei einer sehr deutlichen Erholung

im Segment Zucker wird aufgrund der stark

gestiegenen Rohstoffkosten ein rückläufiges Ergebnis

im Segment Spezialitäten und ein nahezu ausgeglichenes

Ergebnis im Segment Frucht erwartet.

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Industriebeteiligungen

LEIPNIK-LUNDENBURGER INVEST Beteiligungs AG

Die LEIPNIK-LUNDENBURGER INVEST Beteiligungs

AG (LLI) ist eine traditionsreiche und finanzstarke

mitteleuropäische Holdinggesellschaft, welche die

von ihr beherrschten Beteiligungen aktiv und expansiv

im Sinne eines nachhaltigen Wert- und

Ertragszuwachses führt. Die LLI ist mit ihren Unternehmensgruppen

in den Segmenten Mehl & Mühle,

Vending (Automaten-Catering für Heißgetränke

und Verpflegung) sowie Sonstige (Zucker/Spezialitäten/Frucht,

Agrar/Bau/Energie und Casinos) tätig.

Der Fokus der Aktivitäten liegt auf den Märkten in

Zentral- und Osteuropa.

Die Eigentümer

Die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien ist per 31. 12. 2008

mit rund 53,8 % am stimmberechtigten Kapital

Hauptaktionär der LLI. Weitere Eigentümer (stimmberechtigtes

Kapital) sind die UNIQA (rund 24,9 %),

die RZB (rund 13,8 %) und der Rübenbauernbund

für NÖ und Wien (rund 7,5 %).

Geschäftsverlauf im Berichtsjahr

Die LLI-Gruppe konnte auch im Geschäftsjahr

2007/08 ihren Wachstumskurs erfolgreich fortsetzen.

Der Konzernumsatz erhöhte sich um

47,3 % auf EUR 1,23 Mrd. (VJ: EUR 837 Mio.). Diese

deutliche Umsatzsteigerung ist in erster Linie auf

die – wegen der enorm gestiegenen Rohstoffpreise

– stark erhöhten Mehlpreise zurückzuführen.

Ebenso trug ein gutes organisches Umsatzwachstum

im Segment Vending zu dieser Steigerung bei.

Insgesamt wurden in diesem Geschäftsjahr rund

88,3 % des Umsatzes in den ausländischen Tochtergesellschaften

der Gruppe erzielt.

Trotz schwieriger Bedingungen im Segment

Mehl & Mühle auch im abgelaufenen Geschäftsjahr

ist es neuerlich gelungen, das Ergebnis der be-

trieblichen Tätigkeit (EBIT) auf das Rekordniveau

von EUR 66,3 Mio. zu steigern.

2007/08 waren in der LLI-Gruppe durchschnittlich

3.656 (VJ: 3.599) Mitarbeiter beschäftigt.

Segment Mehl & Mühle

Das abgelaufene Geschäftsjahr 2007/08 war vor

allem im Segment Mehl & Mühle geprägt von Konsolidierung

und Optimierung. Die starke Expansion

in Zentral- und Südosteuropa in den vergangenen

Jahren machte eine Neustrukturierung der Mühlenaktivitäten

in der Holding LLI EUROMILLS GmbH

erforderlich. Seit Anfang 2008 liegt die strategische

Führung der Gruppe bei einem hauptamtlichen

Geschäftsführer gemeinsam mit den Landesverantwortlichen.

Kurzfristig steht die Steigerung der

Effizienz sowie die Nutzung von Synergien im Vordergrund,

mittelfristig das Wachstum.

LLI EUROMILLS ist bereits in den Ländern Österreich,

Ungarn, Deutschland, Polen und Tschechien

sowie seit Juli 2007 auch in Rumänien, Bulgarien

und Griechenland (mit einer Minderheitsbeteiligung)

am Mühlenmarkt vertreten und somit europaweit

mit großem Abstand Marktführer. Es liegen

zwar keine verlässlichen Statistiken vor – LLI EURO-

MILLS befindet sich aber im internationalen

LLI

UMSATZ IM JAHRESVERGLEICH

in EUR Mio.

679

2005/06

837

2006/07

2007/08 1.233

1.400

1.200

1.000

800

600

400

200

0


100 %

100 %

100 %

100 %

100 %

98 %

95 %

51 %

Vergleich vermutlich weltweit unter den Top 4 der

Branche.

Unter wettbewerbsintensiven Voraussetzungen

am Getreidemarkt – geprägt durch die qualitativ

unterdurchschnittliche und in einzelnen Regionen

schwächere Getreideernte und eine stärkere Nachfrage

am Weltmarkt – war es im Geschäftsjahr

2007/08 schwierig, Mehlpreiserhöhungen im notwendigen

Umfang am Markt durchzusetzen. Die

Konzentration auf der Seite der Mehlabnehmer

schreitet fort: Die Einkaufsgewohnheiten der

Verbraucher für Brot verlagern sich stetig „weg

vom kleinen Bäcker“ hin zum bereits konzentrierten

Lebensmittelhandel. In der „Preis-Klemme“ –

einerseits steigende Produktionskosten, andererseits

limitiertes Potenzial, höhere Kosten an die

LEIPNIK-LUNDENBURGER INVEST BETEILIGUNGS AG

MEHL & MÜHLE VENDING

SONSTIGE

LLI EUROMILLS GmbH,

Wien (A)

Erste Wiener Walzmühle

Vonwiller GmbH, Schwechat (A)

FARINA Mühlen GmbH,

Raaba (A)

PANNONMILL

Malomipari Zrt., Komárom (H)

UNIMILLS a.s.,

Praha (CZ)

Titan S.A.,

Pantelimon (ROM)

SOFIA MEL AD,

Sofia (BG)

VK Mühlen AG,

Hamburg (D)

100 %

100 %

100 %

100 %

über

50 %

rund 54 %

café+co International

Holding GmbH, Wien (A)

Delikomat Betriebsverpflegungs-

GmbH, Wien (A)

TOP-CUP Office-Coffee-Service

VertriebsgmbH, Klagenfurt (A)

Vendare

WarenhandelsgmbH, Wien (A)

Auslandsgesellschaften:

CZ, D, H, HR, PL, SK, SLO, BiH, SRB,

ROM, RUS

11,2 %

2,3 %

10,7 %

14,8 %

Industriebeteiligungen

AGRANA

Beteiligungs-AG, Wien (A)

Südzucker AG,

Mannheim/Ochsenfurt (D)

Casinos Austria AG,

Wien (A)

BayWa AG,

München (D)

Abnehmer überzuwälzen – liegt die wesentliche

Herausforderung der Müllerei. Die strategischen

Schlüsselbegriffe sind Innovation und Effizienz.

Insgesamt wurden im Segment Mehl & Mühle im

Geschäftsjahr 2007/08 Umsatzerlöse in Höhe von

rund EUR 1,1 Mrd. erzielt (VJ: EUR 729,2 Mio. bzw.

+ 52 %). Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit

(EBIT) liegt bei EUR 48,1 Mio. (VJ: EUR 32,9 Mio. bzw.

+ 46 %). Alle Mühlenbetriebe der LLI EUROMILLS

haben im Geschäftsjahr 2007/08 in der Gewinnzone

gewirtschaftet und sich teilweise deutlich

gegenüber dem Vorjahr verbessert. Dazu gehören

die deutsche VK Mühlen, die ungarische Pannonmill-

Gruppe und die tschechische Unimills. Insbesondere

auch die jüngsten Akquisitionen in Rumänien

und Bulgarien entwickelten sich erfreulich.

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Industriebeteiligungen

Segment Vending

Die café+co International Holding GmbH hat sich

mit ihren Tochtergesellschaften in Österreich, Zentral-

und Osteuropa als Marktführer in der Vending-Branche

(Vertrieb von Heißgetränken und

Verpflegung über Automaten) etabliert. Das Angebot

umfasst den Betrieb, den Vertrieb und das

Service von Automaten für Heißgetränke, Kaltgetränke,

Snacks sowie das Management von Betriebsrestaurants.

Von den Tochtergesellschaften der café+co-Gruppe

werden mittlerweile bereits rund 44.000 Automaten

am Markt betrieben und serviciert. Über

maßgeschneiderte Konzepte werden Automatensysteme

für alle Unternehmensgrößen angeboten.

Neben Qualität und Auswahl – beides repräsentiert

über die Dachmarke „café+co“ und das damit verbundene

Qualitätsprogramm für Füllprodukte –

zählt auch Innovation zu den wesentlichen Erfolgsfaktoren

des Unternehmens. Im abgelaufenen Geschäftsjahr

wurde daher die unter der Bezeichnung

„café+co bar“ betriebene und im Vorjahr eingeführte

Gerätelinie für das Premium-Segment weiter ausgebaut.

Neben dem Hauptprodukt Kaffee wurde

auch das Angebot mit täglich frischen Snacks

deutlich erweitert und das dazu notwendige eigene

Frischlogistik-System aufgebaut. café+co entwickelte

sich damit in vielen Regionen Zentraleuropas

zum ersten Komplettanbieter für vollautomatische

Betriebsverpflegung kombiniert mit

einem bargeldlosen Zahlungssystem, vernetzbar

mit gängigen Zutritts- und Kassensystemen.

Die Umsatzerlöse im Segment Vending beliefen

sich im Geschäftsjahr 2007/08 auf EUR 123,4 Mio.

(VJ: EUR 106,8 Mio. bzw. + 15,5 %). Der Umsatzanteil

der Auslandsgesellschaften wird für die Gruppe

immer wichtiger und beträgt 42,8 %. Das Ergebnis

der betrieblichen Tätigkeit konnte im Geschäftsjahr

2007/08 auf EUR 20,2 Mio. (VJ: EUR 18,3 Mio.) gesteigert

werden.

Die café+co-Gruppe wird ihren Wachstumskurs in

CEE weiter fortsetzen. Die konjunkturelle Entwicklung

wird jedoch auch die Gruppe treffen. Durch

den breiten Branchen- und Länder-Mix werden die

Entwicklungen einzelner besonders stark betroffener

Bereiche jedoch nicht voll auf das Unternehmen

durchschlagen.

Segment Sonstige

Im dritten Segment des LLI-Konzerns sind die

Minderheitsbeteiligungen an AGRANA, Südzucker,

Casinos Austria sowie BayWa zusammengefasst.

Die ursprünglich als Zuckerunternehmen gegründete

LLI ist auch heute noch substanziell an

AGRANA beteiligt. Der durchgerechnete Anteil

beträgt 11,2 %. Seit dem Jahr 1989 hält die LLI auch

eine Beteiligung an der deutschen Südzucker AG

(durchgerechnet 2,3 %).

Die LLI AG hat im Herbst 2008 ihre bisher 2 %ige

Beteiligung am deutschen Handelskonzern BayWa

Aktiengesellschaft (BayWa) über die Raiffeisen

Agrar Invest GmbH aktuell auf 14,8 % aufgestockt

und ist damit zweitgrößter Aktionär der BayWa-

Gruppe.

Über die Medial Beteiligungs-GesmbH ist die LLI

AG an der Casinos Austria AG beteiligt. Die Medial

hält 36,1 % des Grundkapitals und ist damit größter

Aktionär. Der durchgerechnete Anteil der LLI an der

Casinos Austria AG liegt bei 10,7 %.


NÖM AG

Die NÖM AG (NÖM) ist seit Jahren als europäisches

Molkereiunternehmen erfolgreich tätig.

Derzeit veredelt die NÖM rund 300 Mio. kg Milch

von circa 4.300 überwiegend niederösterreichischen

Milchbauern an drei Standorten (Baden,

Zwettl und Hartberg) und beschäftigt im Konzern

rund 710 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Eigentümer

Die NÖM hat eine klare Eigentümerstruktur: Die

Raiffeisen-Holding NÖ-Wien ist mit 84,8 % beteiligt;

der Zweitaktionär, die bäuerliche MGN Milchgenossenschaft

Niederösterreich, hält einen 15,2 %igen

Aktienanteil.

Geschäftsverlauf

Während in den vergangenen Jahren aufgrund

einer entsprechend hohen Nachfrage der Konsumenten

zum Teil Lieferengpässe aufgetreten

waren, war das Wirtschaftsjahr 2008 einerseits

geprägt von der Zurückhaltung der Konsumenten

beim Kauf, andererseits von einem erbitterten

Preiskampf zur Erhaltung von Marktanteilen.

2008 kam es bei den Milchverarbeitern zu einem

starken Wettbewerb. Gründe dafür waren das höhere

Rohstoffaufkommen an Milch auf dem europäischen

Markt sowie die Überkapazitäten in den

Bereichen Becher und PET-Flaschen, die durch

einen Rückgang der Nachfrage ausgelöst wurden.

Nach dem„Milchpreis-Hausse-Jahr“ 2007 entwickelte

sich der Nachfragemarkt bei Milchprodukten im

Jahr 2008 wieder zu einem Angebotsmarkt zurück.

Das Auszahlungsniveau beim Milchpreis konnte

nicht in dem Maß angepasst werden wie die

Handelspreise, die dramatisch gesenkt wurden.

Industriebeteiligungen

Speziell im Bereich der Generika (Milchpulver,

Magermilch, Massenbutter, Handelsmarken bei den

Milchbasisprodukten) fielen die Preise um 20 bis

40 % unter das Niveau von Anfang 2007. Diesem

Trend konnte sich auch die NÖM nicht entziehen.

Ziel der NÖM ist es jedoch, die Mengen und die

Marktanteile zu halten. Die vorhandenen Kapazitäten

sollen weiterhin ausgelastet werden. Dies

wurde jedoch im Jahr 2008 durch einen deutlich

über europäischem Niveau liegenden (und damit

nicht wettbewerbsfähigen) Milchpreis erschwert.

Die NÖM begegnet diesen Herausforderungen in

Österreich erfolgreich. Sie hat ihren Marktanteil

durch den Kauf der burgenländischen Mona Nahrungsmittelproduktions

GmbH sowie durch die

Übernahme der Waldviertler Milchmarke und

Waldviertler Erzeugermilchmengen vor allem im

Frischmilchbereich weiter ausgebaut. Damit konnte

der Marktanteil der NÖM in Österreich in der

gesamten „Weißen Palette“ bei 19,6 % und bei der

„Bunten Palette“ bei 22,1 % gehalten werden.

Im Geschäftsjahr 2008 wurde bei einem Jahresumsatz

von rund EUR 373 Mio. (VJ: EUR 336,7 Mio.)

ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit

von rund EUR 0,6 Mio. (VJ: EUR 11,2 Mio.) erzielt.

Als Reaktion auf das gesunkene Ergebnis wurde im

NÖM

UMSATZ IM JAHRESVERGLEICH

in EUR Mio. per 31. 12. 2008

309

2006

337

2007

373

2008

350

300

250

200

150

100

50

0

36/37


Industriebeteiligungen

NÖM International AG

Herbst 2008 ein Ergebnisverbesserungsprogramm

unter dem Titel „Win The Challenge“ beschlossen.

Dabei wurden mehr als 70 Verbesserungsmöglichkeiten

ermittelt, die in die Planung integriert

wurden. Das Programm soll zügig bis Mitte 2009

abgeschlossen werden. Auf diese Weise sollen die

angestrebte Ergebnisverbesserung erreicht sowie

Potenziale für eine entsprechende Weiterentwicklung

des Unternehmens genützt werden.

Der Exportanteil an Fertigprodukten erreichte rund

44,6 %. Die Hauptmärkte im Export sind vor allem

Deutschland, Italien, England, Skandinavien, Benelux,

Spanien und Portugal.

Um den Kosteneinsparungseffekt des Mona-

Erwerbs in der NÖM voll zu realisieren, wurde im

Dezember 2008 in den Organen der Gesellschaften

beschlossen, die Comitas Beratungs- und Beteiligungs

GmbH, die Mona Nahrungsmittelproduktions-

und Vertriebs GmbH und die Südfrisch Kühltransport

GmbH mit der NÖM zu verschmelzen.

Bereits im ersten Halbjahr 2008 wurde aus Gründen

der Verwaltungsvereinfachung die Alois Ernst Gesellschaft

mbH mit der NÖM verschmolzen. Das

Investitionsvolumen 2008 der NÖM betrug inkl. Finanzanlagen

rund EUR 26,4 Mio.(VJ: EUR 25,5 Mio.).

NÖM International

85 %

Die im Vorjahr begonnene Umsetzung des NÖM-

Internationalisierungs-Konzepts – bereits im Jahr

2007 hatte die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien ge-

100 %*

Niederösterreichische Milch Holding GmbH

15 %

meinsam mit der NÖM die NÖM International AG

gegründet – wird fortgesetzt: In Telford (Nähe

Birmingham), England, wird durch die NOM Dairy

UK Ltd (100 %-Tochter der NÖM International AG)

ein Milchverarbeitungswerk errichtet. Die Umsetzung

erfolgte planmäßig. Im Februar 2009 konnte

mit der Produktion begonnen werden. Die Gesamtinvestitionskosten

in Telford betragen insgesamt

EUR 62 Mio., die Jahresproduktion wird bei

480 Mio. Fülleinheiten (Packungen, Becher etc.)

liegen.

Ausblick

rund 84,8 %

NÖM AG

MGN Milchgenossenschaft

Niederösterreich reg.Gen.m.b.H.

rund 15,2 %

* über Zwischenholdinggesellschaften

Obwohl die Prognosen zur wirtschaftlichen Entwicklung

in den einzelnen Volkswirtschaften pessimistisch

sind und auf vielen Märkten weiterhin

eine deutliche Zurückhaltung der Konsumenten

festzustellen ist, wird die NÖM ein führender Anbieter

in Europa und konkurrenzfähiger Partner für

Milchprodukte im Flaschen-, Becher- und Kartonbereich

bleiben.

Im Jahr 2009 wird die NÖM ihr Ergebnisverbesserungsprogramm

erfolgreich umsetzen und damit

auf das Ergebnisniveau des Jahres 2007 zurückkehren.

Weiters sollen die erreichten Marktpositionen

gehalten und weitere Wachstumspotenziale in

ganz Europa evaluiert werden. Dazu zählen unter

anderem die Inbetriebnahme und Auslastung des

Produktionsstandortes in Telford, England, und der

Ausbau der ungarischen Vertriebstochter Mona

Hungary Kft, Budapest.


STRABAG SE

Als einer der führenden europäischen Baukonzerne

erwirtschaftete STRABAG SE (STRABAG) im

Jahr 2008 mit rund 70.000 Mitarbeitern eine Bauleistung

von rund EUR 13,7 Mrd. Das Unternehmen

ist in den Sparten Hoch- und Ingenieurbau, Verkehrswegebau

sowie Sondersparten & Konzessionen

tätig und deckt damit die gesamte Leistungspalette

sowie die Bauwertschöpfungskette

ab. Ausgehend von den Kernmärkten Österreich

und Deutschland ist der Konzern über zahlreiche

Tochtergesellschaften in allen ost- und südosteuropäischen

Ländern präsent. Darüber hinaus ist

STRABAG in ausgewählten Märkten Westeuropas,

auf der arabischen Halbinsel sowie in Kanada,

Chile, China, Indien und Libyen aktiv. STRABAG hat

in den Märkten Österreich, Deutschland, Polen,

Tschechien, Slowakei, Ungarn und Kroatien, in

denen rund 80 % der Bauleistung erwirtschaftet

wird, eine Top-3-Position inne.

Die Eigentümer

Die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien hält gemeinsam

mit der UNIQA-Gruppe 25 % –1 Aktie. Weitere Eigentümer

sind die Haselsteiner-Gruppe mit 25,15 %

und die Rasperia Trading mit 25 % –1 Aktie. Der

Streubesitz an der Wiener Börse beträgt 24,85 %.

Wichtige Ereignisse

Das Jahr 2008 war geprägt von zahlreichen erfolgreichen

Akquisitionen. Diese haben dazu beigetragen,

dass STRABAG ihre Marktpositionen in Zentral-

und Osteuropa weiter ausbauen konnte.

Im Februar erwarb STRABAG die in Bologna ansässige

Baufirma Adanti SpA. Das Unternehmen ist

in Italien in allen Segmenten tätig und verfügt über

spezifisches Know-how im Bereich Tunnelbau. Seine

hohe technische Kompetenz und Marktstellung gibt

Industriebeteiligungen

STRABAG die Gelegenheit, in Italien das Flächengeschäft

in allen Segmenten voranzutreiben.

Im März 2008 hat STRABAG 85 % der F. Kirchhoff

AG, dem Marktführer im Verkehrswegebau im

deutschen Bundesland Baden-Württemberg, erworben.

Mit der Übernahme erschließt STRABAG

einen regionalen Markt, in dem sie bisher nicht flächendeckend

vertreten war. Die Akquisition folgte

zudem dem strategischen Ziel, die Rohstoffbasis

auszubauen.

Anfang April 2008 hat STRABAG 85 % des schwedischen

Bauunternehmens ODEN Anläggningsentreprenad

AB, Stockholm, erworben. Die Gesellschaft

gilt in ihrem Heimatmarkt als Spezialist für Infrastrukturprojekte

und ist überwiegend im Straßenund

Tunnelbau tätig. Ebenfalls im April hat STRA-

BAG 80 % an der Firma KIRCHNER Holding GmbH

übernommen, einem führenden mittelständischen

Bauunternehmen in Deutschland. Das Unternehmen

ist hauptsächlich in den Segmenten Infrastrukturbau

und Umwelttechnik tätig. Darüber hinaus ist

KIRCHNER im wesentlichen Umfang international –

vor allem im Verkehrswegebau in Polen – präsent

und verfügt über eigene Rohstoffressourcen.

STRABAG hat im Mai 2008 die Schweizer StraBAG-

Gruppe, bestehend aus den Baufirmen StraBAG

Strassenbau und Beton AG, Witta Bau AG und Frey

+ Götschi AG, zu 100 % übernommen. Damit hat

die STRABAG ihre Marktposition im Infrastrukturbau

im Großraum Zürich verstärkt und wird in diesem

Markt in der Schweiz zukünftig flächendeckend

tätig sein.

Eine weitere Akquisition betrifft den Kauf eines substanziellen

Aktienpakets knapp unter der Mehrheit

an der in Graz ansässigen EFKON AG, einem führenden

Unternehmen im Bereich von elektronischen

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Industriebeteiligungen

Zahlsystemen im Verkehrsbereich sowie von intelligenten

Verkehrssteuerungssystemen. Durch die Beteiligung

an EFKON ist STRABAG in der Lage, sich als

Komplettanbieter von modernsten Infrastrukturanlagen

und Mautsystemen zu positionieren.

Im Juli 2008 erwarb STRABAG die Deutsche Telekom

Immobilien und Service GmbH (DeTeImmobilien),

eine 100 %-Tochter der Deutschen Telekom mit Sitz

in Frankfurt. Mit dem Kauf der DeTeImmobilien

plant das Unternehmen die Kompetenzen im

Bereich der baunahen Dienstleistungen (im Speziellen

das Facility Management) auszubauen.

Nach dem im Juni 2008 erfolgten Angebot an die

Aktionäre der Kölner STRABAG AG zur Übernahme

ihrer Anteile hält STRABAG zum 30. 9. 2008 89,3 %

an ihrer börsenotierten deutschen Tochter.

Unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Zustimmung

steht die Akquisition der Baustoffaktivitäten

der CEMEX-Gruppe in Österreich und Ungarn.

Geschäftsverlauf

Im Geschäftsjahr 2008 konnten sowohl der Auftragsbestand

als auch die Bauleistung auf Rekordwerte

gesteigert werden. Die Steigerungen sind

primär auf die Erstkonsolidierungen der erworbenen

Unternehmen zurückzuführen, aber auch auf

ein deutliches Wachstum im Kernmarkt Deutschland

und in den osteuropäischen Märkten.

Hoch- und Ingenieurbau

Im Einklang mit der Konzernstrategie, die Wachstumsbemühungen

auf Zentral- und Osteuropa zu

konzentrieren, stiegen sowohl der Auftragsbestand

als auch die Bauleistung in diesem Raum

beträchtlich.

In Russland konnte die STRABAG-Gruppe im Jahr

2008 zahlreiche neue Großprojekte im Hochbau

gewinnen. Ende April 2008 erhielt die STRABAG

AG den Zuschlag für ihr erstes Projekt in Sotschi.

STRABAG errichtet den Terminal am internationalen

Flughafen Adler. Der gesamte Auftragswert

liegt bei rund EUR 62 Mio.

In den Kernmärkten Polen und Deutschland konnten

ebenso neue Projekte gewonnen werden, wie

z.B. der Bau eines Einkaufszentrums in Czestochowa

und der Bau der ADAC-Bundeszentrale in

München.

Verkehrswegebau

Dank der Akquisitionen der F. Kirchhoff AG und der

KIRCHNER Holding GmbH konnte eine Zunahme

der Bauleistung sowie des Auftragsbestandes in

diesem Segment verzeichnet werden.

Trotz der Akquisitionen in Deutschland bleibt der

Fokus des Konzerns auf der Ausweitung der Tätigkeiten

in Zentral- und Osteuropa, wo weitere

Zunahmen bei der Bauleistung verzeichnet werden

konnten. STRABAGs Neuerwerb KIRCHNER hat

STRABAG BAULEISTUNG

IM JAHRESVERGLEICH

in EUR Mio. per 31. 12. 2008

10.385

2006

2007 10.700

2008 13.700

13.000

12.000

11.000

10.000

9.000

8.000

7.000

6.000

5.000

4.000

0


Fremdbesitz

ZÜBLIN

in Polen den Zuschlag zum Ausbau der Schnellstraßen

S1 und S69 erhalten. Weiters wurden

Projekte um die Errichtung eines Abschnittes der

A1 sowie den Umbau eines Abschnittes der

Landstraße DK 16 zu einer Schnellstraße generiert.

Sondersparten & Konzessionen

Die Bauleistung und der Auftragsbestand konnten

im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesteigert

werden. Einen wesentlichen Beitrag zu diesem

Zuwachs leisteten die Akquisitionen von Adanti

und EFKON.

Projekte in der Schweiz, Österreich, Italien und

Polen sind in Vorbereitung. Während das Management

der STRABAG von einer sinkenden Nachfrage

seitens privater Auftraggeber ausgeht, rechnet es

mit einer weiterhin stabilen Ertragslage im Bereich

öffentlicher Projekte, nicht zuletzt durch den Beitrag

der EU. Ein weiteres positives Zeichen ist der

Rückgang der Rohstoffpreise in diesem Segment.

STRABAG

SOCIETAS EUROPAEA

Ausblick

Industriebeteiligungen

Hoch- und Ingenieurbau Verkehrswegebau

Sondersparten und Konzessionen

Hauptmarken

25 % –1 Aktie

STRABAG HEILIT + WOERNER MÖBIUS ZÜBLIN

Servicebetriebe

+ UNIQA

43 % rund 10 %

BRVZ BMTI BLT TPA

Fremdbesitz

STRABAG Deutschland

DYWIDAG

Durch die neuen Rahmenbedingungen aufgrund

der internationalen Finanzkrise wird sich der Wettbewerb

im Baugeschäft weiter verschärfen. Die

STRABAG sieht sich durch das breite Produktportfolio,

die geografische Diversifizierung sowie die

solide Eigenkapital-Basis jedoch gut gerüstet,

die neuen Herausforderungen zu meistern. Im

kommenden Geschäftsjahr 2009 wird das Unternehmen

darüber hinaus verstärktes Augenmerk

auf ein striktes Working Capital Management legen

und die Investitionen kürzen.

Operativ Aktionär

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