Gespräche über Europazentrale für die Windkraft in ... - NOK21

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Gespräche über Europazentrale für die Windkraft in ... - NOK21

Samsung plant Niederlassung in Hamburg

15.02.2012, 06:30 Uhr Daniela Stürmlinger

Gespräche über Europazentrale für die Windkraft in Hamburg. Rund 5000

Beschäftigte der Branche arbeiten in der Stadt.

Ein Windenergiepark in der Nordsee in voller Aktion. Einige Hunderttausend

Haushalte können mit dem Strom versorgt werden

Foto: picture-alliance/ dpa/dpa

Hamburg. Der Besuch der hochkarätigen Delegation war bis zuletzt geheim

gehalten worden. Gestern kamen nach Informationen des Abendblatts Manager

aus Südkorea nach Hamburg in die Wirtschaftsbehörde. Das Anliegen der

Gruppe war eindeutig. Der südkoreanische Konzern Samsung erwägt, die

Europazentrale seiner Windkraftsparte in der Stadt anzusiedeln. Samsung wäre

der erste südkoreanische Hersteller aus diesem Bereich in Hamburg. Die

Wirtschaftsbehörde schwieg sich gestern aus. "Es ist totale Vertraulichkeit

vereinbart worden. Wir äußern uns dazu nicht", sagte Wirtschaftssenator Frank

Horch (parteilos). Die Gründe für die Wahl der Asiaten liegen auf der Hand. Die

Hansestadt gilt inzwischen europaweit als die Metropole der Windbranche. In

Hamburg sitzen nicht nur die Entscheider der weltweit größten Firmen aus

diesem Bereich, sondern auch zahlreiche Projektentwickler für Windparks.

Auch deshalb könnte die Hansestadt noch für ein weiteres asiatisches Wind-

Unternehmen interessant sein. Mitsubishi Heavy Industries erwägt, seine

Europazentrale für erneuerbare Energien in der Hansestadt anzusiedeln. Auf

seiner Asienreise Ende Mai zum Thema regenerative Energie will Horch unter

anderem nach Japan fliegen und dort die Ansiedlung vereinbaren.


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Um die 5000 Mitarbeiter aus der Branche arbeiten bereits in Hamburg -

entweder bei den Herstellern selbst, bei Zulieferern oder in einem der

zahlreichen Ingenieurbüros, die sich neben der Luftfahrtbranche auch auf den

zukunftsträchtigen Bereich Windenergie spezialisiert haben.

Auch die Auftraggeber für neue Parks wie die Energiekonzerne Vattenfall,

RWE Innogy, EnbW oder die dänische Dong haben ihre Zentralen oder

Dependancen in Hamburg. Das Geschäft brummt, Mitarbeiter werden

händeringend gesucht. Allein Vattenfall teilte gestern mit, dass bis Jahresende in

der Windsparte weitere 170 Stellen geschaffen werden. Für den geplanten Auf-

und Ausbau seiner Windkraftparks im Meer und an Land sucht das

Energieunternehmen Juristen, Kaufleute und Projektentwickler. Bedarf herrscht

vor allem an Ingenieuren der Fachrichtungen Maschinenbau, Schiffbau, Hochund

Tiefbau, Elektro-, Umwelt- und Energietechnik. Die Stellen sind in

Deutschland, Großbritannien und Dänemark zu besetzen.

Angefangen hat die Erfolgsserie mit dem Unternehmen Repower, dessen

Wurzeln bis in das Jahr 1994 zurückgehen. Damals gab es nur vereinzelt Firmen

der noch relativ neuen Branche in der Stadt. Heute jedoch haben mehr als 600

Windfirmen ein Büro oder eine Niederlassung an der Alster. So sind neben den

Stromkonzernen die Windrad- und Turbinenhersteller Siemens, General

Electric, Vestas und Nordex mit ihren Deutschland- oder Europazentralen für

den Bereich Windkraft in der Stadt präsent.

"Hamburg hat sich in den letzten Jahren zu einem bedeutenden Zentrum für die

deutsche und für die internationale Windenergiebranche entwickelt", sagte

Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes WindEnergie. Nicht nur von

Großansiedlungen namhafter Konzerne würde die Hansestadt profitieren,

sondern auch von der "Weiterentwicklung der Finanzmetropole Hamburg mit

dem neuen Schwerpunkt auf erneuerbare Energien, insbesondere auf

Windkraft", so Albers. Im Klartext: Banken finanzieren Projekte und

Emissionshäuser legen Fonds auf, an denen sich Anleger beteiligen können.


Als Standortvorteil erweist sich laut Peter Kaiser, Projektleiter beim

Forschungsinstitut Prognos, dass die "Stadt eine hohe Lebensqualität bietet". In

Hamburg sitzen die Entscheider und die Forschungseinrichtungen der Branche.

Die Produktion der Anlagen ist dagegen an der Küste zu Hause.