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Eduard KotscherginBiografie

Eduard Kotschergin wurde am 22. September 1937 in Leningrad/St. Petersburg

geboren. Nachdem sein Vater „wegen Kybernetik“ im Gulag verschwand und seine

polnische Mutter gemäß Artikel 58 verhaftet wurde, kam er im Alter von zwei Jahren

in Kinder- bzw. Besserungsanstalten des NKWD.

Aus dem Heim in Sibirien flieht er im August 1945, um sich auf den langen Weg in

die Stadt seiner Geburt, – volkstümlich Piter genannt –, zu machen. Damit beginnt

für den Achtjährigen eine sieben Jahre währende Odyssee durch das

Nachkriegsland und die kriminelle Unterwelt der Sowjetunion. Der gewiefte Junge

verdingt sich als Gauner, Bettler und Kleinkünstler, da er aus Kupferdraht die Profile

Lenins und Stalins lebensecht biegen kann. Bis er die Mutter in St. Petersburg 1952

wiedertrifft, begegnet er Kriegskrüppeln, Huren, Militärs und allerlei skurrilen Gestalten,

denen er mit seinen späteren Erzählungen Denkmäler setzt.

Zwischen 1956 und 1960 absolviert Kotschergin, der ein talentierter Zeichner ist, am

Leningrader Staatlichen Theater-Institut Ostrowskij eine Ausbildung zum

Bühnenbildner, womit der Grundstein für eine internationale Karriere gelegt ist.

Vielfältige Auszeichnungen ehren sein Werk als Bühnenbildner, Szenograf und

künstlerischer Leiter verschiedener russischer Theater, so des Leningrader

Komissarshewska-Theaters und des Bolschoj-Theaters. Ausstellungen und

Festspiele führen ihn ab den späten achtziger Jahren verschiedentlich ins westliche

Ausland.

Derzeit leitet Eduard Kotschergin das St. Petersburger Towstonogow-Theater. Seit

1983 ist er zugleich Direktor der Werkstatt für theatralisch-dekorative Kunst im Fach

Malerei am Institut für Malerei, Bildhauerei und Architektur der Russischen

Akademie der Künste. Seit 1991 ist er zudem Mitglied der Russischen Akademie

der Künste.

Während eines längeren Krankenhausaufenthalts, der ihn 1992 von beruflichen

Verpflichtungen entbindet, beginnt Kotschergin seine Erlebnisse aus den

Nachkriegsjahren niederzuschreiben. Die Lebensgeschichten druckt die „St.

Petersburger Theaterzeitschrift“ in Folgen ab. 2003 erscheint der Erzählband „Die

Engelspuppe. Erzählungen eines zeichnenden Menschen“, der inzwischen in

Russland in dritter Auflage vorliegt. Für den Band, den die Kritik begeistert aufnahm,

erhielt Kotschergin 2008 den renommierten russischen Kulturpreis „Triumph“.

Pressestimmen aus Rußland:

„Wahrscheinlich die beste Prosa der letzten Jahre … Ein Roman in Erzählungen.

Erstaunlich das Gedächtnis des Autors, sein Stil, seine meisterliche Erzählkunst. So

frei bewegt er sich in den verschiedenen Sprachebenen, so anschaulich und klar

schreibt er, dass es manchmal schwerfällt, an den dokumentarischen Kern zu

glauben.“ – Nikolaj Alexandrow, Echo Moskaus

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„Erst war ich erstaunt, dann erschüttert. Kotschergin, unser bedeutender Bühnenbildner

von internationalem Rang, zeigt sich plötzlich als glänzender Schriftsteller …

Unter den Erzählungen des Bandes finden sich wahre Meisterwerke im Geist der

klassischen russischen Literatur. Hauptthema sind die Erniedrigten und Beleidigten,

die Deklassierten, der ‚Abschaum‘ … Doch welche Persönlichkeiten! Was für

dramatische Geschichten, welche Poesie und was für ein Schmerz! Schon lange

nicht mehr habe ich ein solches Lesevergnügen an einer Sprache und einem Stil

empfunden, wie sie nur großer Literatur eigen ist. Eduard Kotschergin ist ein

Meister, ein Künstler von Gottes Gnaden.“ – Mark Rosowskij, Nesawissimaja gaseta

„‘Russland! … Wer ist der Letzte‘ heißt eine Erzählung. Im Allgemeinen hört man

diese Frage beim Anstellen nach Wodka. Doch um diese Frage kreist das ganze

Buch. Die Frage wird auch unserem Land gestellt, wo der Mensch immer zuletzt

kommt. Der Mensch ohne Sprache und ohne Papiere. Einfach der Mensch." –

Marina Dmitrewskaja, Wedomosti

"So schreibt man heute nicht mehr. Und spricht auch nicht. Kotschergin hat sich

nichts ausgedacht. Es scheint unglaublich, wie er alle diese Menschen beobachten

und erinnern konnte. Jedem gibt er seine eigene Stimme, seine eigene Rede …

Und wir sehen nicht bloß die Erinnerung an das Gewesene vor uns, sondern ein

Wunder literarischer Schöpfung … Tatsächlich ist das Buch ein Abgesang auf das

Nachkriegs-Leningrad. Jede Erzählung klingt wie ein Nachruf – allerdings ohne

Wehmut und ohne Niedergeschlagenheit." – Nikolaj Alexandrow, Iswesstija

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Im Juli 2009

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