Aktuelle Stunde

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Aktuelle Stunde

Kulturelle Vielfalt & Integration im wdr

Newsletter 02/10

Aktuelle Stunde

Bustour in der Türkei: ein Erlebnisbericht

Im Angesicht des Verbrechens

Start der Krimireihe im Ersten

Diwan am Rhein: Das Ramadanfest bei Funkhaus Europa

Kampf im Klassenzimmer

Dokumentation und Diskussion

wdr-Big Band: Workshops mit Jugendlichen in Südafrika

Interkulturelle Woche: Eröffnung im wdr

Birand Bingül neuer stellvertretender

wdr-Unternehmenssprecher

www.wdr.de/integration


Liebe Leserinnen und Leser,

Das Verhältnis zwischen Politik und

Medien ist spannungsreich. Die Politik

braucht Medien, um Öffentlichkeit zu

bilden. Gleichzeitig fürchtet sie sich vor

einer allzu kritischen und plakativen

Berichterstattung. Die Medien verstehen

sich als Kontrollinstanz. Sie dulden

es nicht, wenn die Politik versucht, ihnen

Vorgaben zu machen. Daran ist der

Versuch von Niedersachsens Integrationsministerin

Aigün Özkan gescheitert,

Medien zu einer Charta der Fairness

zu verpflichten.

Dass es bei der Frage Handlungsbedarf

gibt, geht aus der Selbstverpflichtung

hervor, die Medienanbieter im Nationalen

Integrationsplan vor drei Jahren

unterschrieben haben. Was ist seitdem

in der Medienlandschaft geschehen?

Einiges, aber nicht genug: Sibel Kekilli

als Kommissarin im Tatort, Ramadan

als Schwerpunkt bei rtl II, Birand

Bingül als stellvertretender Unternehmenssprecher

des wdr. Das sind ermutigende

Signale in Richtung Normalität.

Denn darum geht es: die Perspektivenvielfalt

einer Einwanderungsgesellschaft

im Programm und Personal zu

leben. Eine lohnende Herausforderung.

Dr. Gualtiero Zambonini

Beauftragter für Integration

und kulturelle Vielfalt,

wdr Köln

Inhalt

News 3

Programmtipps Fernsehen 4

Programmtipps Radio 4

Im Fokus

Talentwerkstatt wdr Grenzenlos

als Sprungbrett für

das Programmvolontariat 5

Titelstory

Aktuelle Stunde – Bustour in

der Türkei: ein Erlebnisbericht 6

Schwerpunkt

Im Angesicht des Verbrechens 7

wdr Big Band gibt Workshops

in Südafrika 7

Herausgeber

Westdeutscher Rundfunk Köln

Marketing

Redaktion: Beauftragter für Integration und

kulturelle Vielfalt

Autorenteam: Parniean Soufiani, Sabrina Loi

Bildrechte Titel

wdr/Klarlogo

Gestaltung

Tanja Knapp, Design für Fläche und Raum

www.wdr.de/integration

integration@wdr.de

September 2010

Seite


News

Bingül neuer stellvertretender

wdr Unternehmenssprecher

Birand Bingül (36) wird zum 1. November

stv. Unternehmenssprecher und

stv. Leiter der Pressestelle des wdr.

Derzeit leitet er die Redaktion von

Cosmo TV. »Birand Bingül ist dank seiner

umfassenden journalistischen

Kompetenz und langjährigen Programmarbeit

eine ideale Besetzung

für diese Position«, so Intendantin

Monika Piel zu Bingüls Ernennung.

Interkulturelle Woche in Deutschland:

wdr ist Kooperationspartner

Am 24. September wird in Essen die

Interkulturelle Woche bundesweit eröffnet:

Start für ca. 3500 Veranstaltungen

in 300 Städten. Der wdr ist in

diesem Jahr Kooperationspartner. Am

20. September empfängt der wdr die

Gäste der Auftaktveranstaltung der

Interkulturellen Woche im Kölner

Funkhaus. Thema der IKW ist in diesem

Jahr »Perspektivwechsel« mit

afrikanischem Fokus.

Staatssekretärin Kaykin zu Gast

bei Funkhaus Europa

Die Herzen der Menschen ansprechen.

Das Zugehörigkeitsgefühl stärken.

»Das wird meine oberste Priorität

sein«, so Zülfiye Kaykin, Staatssekretärin

für Integration in NRW, »Es ist

wichtig, dass junge Menschen sich mit

ihrem Umfeld identifizieren«. Das Integrations-

und Arbeitsministerium

von Minister Guntram Schneider entwickelt

derzeit ein anonymisiertes

Bewerbungsverfahren, das ab dem

1. Januar 2011 in den Landesverwaltungen

erprobt wird. Es soll, so Kaykin,

»die Diskriminierung wegen der Herkunft

reduzieren.«

Katholischer Medienpreis

für Dokumentation

Die Dokumentation Gut sein auf Probe

– Ein Egoist engagiert sich der wdr-

Autoren Sven Kuntze, Gesine Enwaldt

und Ravi Karmalker, wird mit dem

katholischen Medienpreis ausgezeichnet.

Der Preis wird am 11. Oktober

durch den Vorsitzenden der Deutschen

Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert

Zollitsch in Bonn überreicht.

Golineh Atai bereichert Moderatorenteam

beim Morgenmagazin

Die gebürtige Iranerin ist bereits seit

2008 Redakteurin beim ard­Morgenmagazin

und wird nun auch vor der

Kamera zu sehen sein.

wdr Medienpartner bei Ruhrtriennale

Unter dem Motto »Wanderung« begibt

sich die Ruhrtriennale dieses Jahr thematisch

nach Persien. Medienpartner

wdr zieht am 15. September in der

Sendung west.Art mit Intendant Willi

Decker eine erste Zwischenbilanz und

auch Scala auf wdr 5 beschäftigt sich

am 20. September mit der Uraufführung

von Leila und Madschnun.

Inhalt

Seite 3


Programmtipps

Fernsehen

Heimspiel im Revier – Wenn

Fußball vereint

wdr Fernsehen, Planet Wissen

11. September, 8.00 Uhr

Fußball im Ruhrgebiet war und ist vom

Teamgeist der unterschiedlichsten

Kulturen geprägt. Waren es in den Anfangstagen

die Kinder polnischer Einwanderer,

sind es heute vor allem Jugendliche

mit türkischen Wurzeln, die

die Gemeinschaft der Revierclubs suchen,

um sich sportlich zu betätigen.

Kampf im Klassenzimmer

wdr Fernsehen,

16. September, 22.00 Uhr

Der Film der Sendereihe Menschen

hautnah dokumentiert den Alltag einer

zehnten Klasse einer Essener Hauptschule,

die hauptsächlich von Kindern

mit Migrationshintergrund besucht

wird. Anschließend findet eine Diskussion

mit Beteiligten, Experten und politisch

Verantwortlichen statt.

Abenteuer Ernährung – ein Tag

im Leben eines Schulkindes

wdr Fernsehen, Planet Schule

25. Oktober, 7.20 Uhr

Einen ganzen Tag lang guckt der Film

zwei Schulkindern in die Butterbrotdose:

Mit Hilfe von Ayse und Tim wird

ein internationaler Frühstücksvergleich

gestartet, der unter dem Aspekt physiologisch

wertvoller Ernährung auch

über den italienischen und englischen

Tellerrand blickt.

Beautiful Bitch

ard, 12. November, 23.15 Uhr

Der Film erzählt von der fünfzehnjährigen

Rumänin Bica, genannt Bitch, die

nach Düsseldorf geschickt und zu organisiertem

Taschendiebstahl gezwungen

wird. Als sie die verwöhnte

Milka trifft, lernt sie die fremde Welt

eines normalen Teenager-Lebens kennen

– bis ihr Doppelleben auffliegt.

Radio

1live Klubbing mit Alina Bronsky

1live, 10. September, 23.00 Uhr

Alina Bronsky und Aminat, die Heldin

ihres Buches Die schärfsten Gerichte

der tatarischen Küche haben einiges

gemeinsam: Beide wandern vom russischen

Uralgebirge mit ihren Familien

nach Deutschland aus, sollen Medizin

studieren und tun es dann doch nicht.

Während Alina Bronsky im wahren

Leben Autorin wird, gewinnt ihre Romanheldin

einen deutschen Songcontest.

Wie es dazu kommt gibt es in der

Live-Lesung zu hören.

Diwan am Rhein – Das Ramadanfest

Funkhaus Europa,

11. September, 20.00 Uhr und

12. September 22.00 Uhr

Vom 10. bis 12. September feiert Funkhaus

Europa das Ende des Fastenmonats

Ramadan. Dafür wurden Musikgrößen

wie Khaled, der mit »Aïcha« die

europäischen Charts eroberte, in die

Philharmonie Köln geladen. Zudem

wird das Märchen Caffee für den König

vom Pera Ensemble auf deutscher und

türkischer Sprache aufgeführt. Live-

Übertragungen und Mitschnitte des

Programms werden bei Funkhaus Europa

gesendet.

Inhalt Seite 4


Night Prayer

wdr 3, 21. September, 20.05 Uhr

Am UN-Weltfriedenstag stellen neun

verschiedene Religionen in der Metropole

Ruhr in spirituellen Konzerten

ihren Glauben, ihre Ästhetik und deren

wichtige Orte hierzulande vor. wdr 3

sendet live aus einem der größten

islamischen Gotteshäuser Deutschlands,

der DITIB-Moschee in Duisburg-

Marxloh, und aus dem größten hindutamilischen

Tempel Europas in Hamm-

Uentrop, an dem zum jährlichen

Tempelfest bis zu 25.000 Gläubige

zusammenströmen.

Sons of Gastarbeita – Die

Dramaturgie der Migration

wdr 3, 9. Oktober, 12.05 Uhr

Die Griechen, die in den 60er Jahren

als Arbeitskräfte kamen, sahen in

Deutschland das Wirtschaftswunderland

Deutschland. Kurz darauf wurde

ihre Heimat von deutschen Aussteigern

und Touristen entdeckt. Heute

sind die Kinder von griechischen Migranten

und deutschen Urlaubern

selbstverständlicher Teil der deutschen

Kreativszene, wie Filmemacherin

Angela Melitopoulos und Rapper

Markos Koderisch zeigen, die Manuel

Gogos in seinem Feature vorstellt.

Im Fokus

Talentwerkstatt wdr Grenzenlos

als Sprungbrett für das Programmvolontariat

Gestatten, ich bin Nr. 7 – also die siebte

Grenzenlose, die es in das Volontariat

für angehende Redakteure geschafft

hat. Diese Zahl verdeutlicht,

dass die Talentwerkstatt immer wieder

Wegbereiter für eine Laufbahn im

wdr sein kann. In der Seminarphase

herrscht ein spannender Austausch

mit Nachwuchsjournalisten unterschiedlicher

Herkunft. Inhaltlich bietet

das trimediale Programm samt Hospitanz

einen eindrucksvollen Vorgeschmack

auf das Volontariat und vermittelt

kompakt nötiges Handwerkszeug.

Doch noch bedeutender waren

für mich die Diskussionen mit Dozenten

und wdr-Redakteuren: Menschen,

die offen und mit großer Leidenschaft

über ihren Beruf erzählen,

wecken Interesse. Wenn sie zudem auf

Augenhöhe sind und einen nach der

Meinung fragen, machen sie deutlich,

dass im wdr auch Platz für einen

selbst sein kann. Der Eindruck wird

dadurch verstärkt, dass viele ehemalige

Grenzenlose mittlerweile hier

arbeiten. Durch dieses Netzwerk habe

ich viel Unterstützung erfahren. Vor

allem die »grenzenlosen« Programmvolontäre

machen Mut: Das kannst du

auch schaffen. Mein Weg ist zudem

sehr durch Funkhaus Europa geprägt,

hier habe ich viel gelernt und Zuspruch

für mein journalistisches Können erfahren.

Shanli Anwar

Inhalt

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Aktuelle Stunde – Bustour in der

Türkei: ein Erlebnisbericht

Fantastisch. So fasst Christian Dassel

das Gefühl der Bustour zusammen.

Diesen Sommer war er als Reporter für

die Aktuelle Stunde mit seinem Team

unterwegs in der Türkei.

Im Vorfeld waren per Aufruf Interessierte

gesucht worden, die sich interaktiv

beteiligen wollten. Die Suche

wurde von der türkischen Tageszeitung

Hürriyet und wdr Funkhaus Europa,

die die Tour begleiteten, unterstützt.

»Die Resonanz war überwältigend«,

so Dassel, »die Zuschriften

hätten für drei Bustouren gereicht!

Leider konnten wir nicht alle aufnehmen.«

Im August konnte das wdr-Publikum

die Reise am Bildschirm verfolgen.

Was sich hinter den Kameras

abspielte, die persönlichen Eindrücke

und Erlebnisse vor Ort, berichtet Christian

Dassel hier:

»Anfängliche Sorgen lösten sich in

Luft auf, kaum waren wir im Trubel

Istanbuls angekommen. Im lebhaften

Durcheinander fügte sich letztlich alles

richtig zusammen. Die Menschen

empfingen uns herzlich, wir haben uns

immer willkommen gefühlt. Keine Spur

von aufgesetzter Freundlichkeit, wie

wir sie manchmal in Deutschland spüren,

wenn wir mit einem Kamerateam

unterwegs sind.

Vor allem zwischenmenschliche Erlebnisse

haben mich tief beeindruckt.

Einmal nahmen wir einen Tramper mit,

einen älteren Mann, der darauf bestand,

uns zum Dank bei sich zu Hause

einen Tee anzubieten. Sein zu Hause

war eine spärliche, 4 qm große Hütte.

Er besaß kaum etwas und bot uns doch

alles an, was er hatte. Bedingungslose

Herzlichkeit. Das war eine ganz besondere

Begegnung. Es gab keine Spur

von Scham oder peinlicher Berührung.

Er war ein stolzer, liebenswürdiger

Mann, der sich freute, dass wir seine

Einladung zum Tee angenommen hatten.

Das Thema der Bustour war auch Heimat

und Fremde. Wenn Heimat dort ist,

wo man sich wohl fühlt, dann haben

wir uns in der Türkei sehr heimisch

gefühlt! Wir ließen uns auf die Menschen

und ihre Kultur ein, und so wurde

die Tour zu einem bereichernden

Erlebnis. Die türkische Mentalität ist

uns jetzt vertraut und wir möchten sie

nicht mehr missen. Optisch und emotional

war es die beeindruckendste

Bustour, die ich bisher erlebt habe.

Fazit: Maschallah, was für ein Erlebnis!«

Inhalt

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Im Angesicht des Verbrechens

Die zehnteilige Fernsehserie von Dominik

Graf begeisterte in diesem Jahr

bereits das Berlinale-Publikum. Im

Oktober startet die packende Krimireihe

erstmals in der ard: Marek Gorsky,

Sohn russisch-jüdischer Einwanderer,

ist Polizist bei der Berliner Polizei. Als

er mit seinem Kollegen Sven Lottner

vom LKA angefordert wird, um Sokolow,

einen der Köpfe des illegalen Zigarettenhandels

zu finden, holt ihn

das Trauma seiner Kindheit wieder ein:

Sein Bruder wurde von einem kriminellen

Rivalen erschossen. Der Täter

wurde nie gefasst. Spielball in einem

undurchschaubaren Machtkampf, verraten

von korrupten LKA-Beamten verfolgen

Gorsky und Lottner Sokolows

Spur.

Im Angesicht des Verbrechens spielt im

russisch-jüdischen Milieu, zeigt ein

Panorama unterschiedlicher Gesellschaften

und reist in verschiedene

Welten – von der dörflichen Umgebung

in der Ukraine bis zum urbanen, großstädtischen

Leben in Berlin. Erzählt

wird von krimineller Energie, von den

Verlockungen und Verführungen des

Milieus, aber auch von Leuten, die etwas

verändern wollen, Ideale haben,

an die Gemeinschaft glauben und gemeinsam

kämpfen.

Gezeigt werden jeweils 2 Teile à 45 min.

ard ab 21.45 Uhr: 22.10.10, 29.10.10,

05.11.10, 12.11.10, 19.11.10

wdr Big Band: Workshops mit

Jugendlichen in Südafrika

»Er hat mir sehr interessante Dinge

gezeigt, wie man richtig übt zum Beispiel«,

fasst Mandela Marashi aus

Soweto, einem großen ehemaligen

Township bei Johannesburg, sein Treffen

mit John Marshall, Trompeter der

wdr Big Band zusammen. Die wdr Big

Band hatte vor Beginn der Fußball WM

mit dem renommierten südafrikanischen

Jazzpianisten Abdullah Ibrahim

drei Konzerte in dessen Heimat

gegeben (Ausstrahlung in der Nacht

zum 5. September auf wdr 3) und sich

in den Städten mit jungen Musikern zu

Workshops getroffen. Ibrahim engagiert

sich in Südafrika seit langem für

die Gründung von Musikschulen, die

dort noch rar gesät sind. Das Treffen

mit den professionellen Musikern vom

wdr motivierte die Nachwuchsmusiker

weiter an ihrem Talent zu feilen und

auch der Big Band wird dieser intensive

Austausch lange in Erinnerung

bleiben. Drummer Hans Dekker beispielsweise

will den Kontakt zu seinem

Schüler Bo Macham aus Timbissa,

einem ehemaligen Township am

Rand von Johannesburg, auch weiterhin

halten: »Bo ist ein ganz lieber Typ.

Ich habe ihm Sticks gegeben und ein

paar Sachen zum Üben. Er war total

stolz und hat auch geübt. Es war wunderbar

und ich freue mich sehr, dass

ich ihn kennen gelernt habe.«

Inhalt

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