Bulletin 2010/03 - visarte zürich

visarte.zuerich.ch

Bulletin 2010/03 - visarte zürich

Bulletin Visarte Zürich

Nr. 3 / 2010


Bulletin visarte Zürich 3/2010

2 Editorial

3 Das Kunstwerk als Erkenntnis

11 visarte zürich präsentiert K10

13 Kunstetage visarte zürich

15 Neuerscheinungen

16 Ausstellungen

20 Die Mailbox

23 Buchempfehlungen

24 Veranstaltungen

27 Protokoll der ordentlichen Vereinsversammlung

33 Impressum

> Das bulletin visarte 1/2010 ist illustriert mit Bildern vom Oxyd Winterthur

und der Eröffnung der Kunstetage.

Alle Photos sind von Ruth Monnier.

bulletin visarte zürich 3/2010

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Editorial

Hanspeter Draeyer, Präsident visarte zürich

Sich freuen

Liebe Freunde der visarte zürich

Ich freue mich auf die Jahresausstellung der Zürcher Kunst K 10

im oxyd ab dem 20. Juni 2010. Eine Einladung zur Vernissage

liegt diesem Bulletin bei. Ich freue mich auf den zur Ausstellung

erscheinenden Katalog für nur Fr. 35.- ; komme soeben von

einer Redaktionssitzung und kann verraten, dass die Publikation

zur Ausstellung ihren Preis mehr als wert sein wird.

Ich freute mich über die gelungene Vernissage in der Kunstetage

mit sehr vielen, auch neuen Gästen und ich freue mich

über die kommende Ausstellung mit der angekündigten

grossen Zeit-Spanne.

Und ich freue mich über ein unlängst erschienenes intelligentes

Büchlein, das ich allen zur Lektüre empfehle:

Beat Wyss, Nach den grossen Erzählungen, edition suhrkamp

2549, Frankfurt am Main 2009.

Es wird bei allen, die sich ihre eigene Kunstgeschichte des 20.

Jahrhunderts verknüpft mit der persönlichen Vita gerade so

schön zurechtgelegt haben, etwas anecken.

Aufmucken, anecken, …man wird weiterhin von uns hören!

Bis bald

Ich freue mich auf einen spannenden Dialog!

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Das Kunstwerk als Erkenntnis

Dagmar Reichert

Zum Verhältnis von Forschung und Kunst

Eine an verschiedenen Kunsthochschulen laufende Debatte

über Kunst und Forschung eröffnet neue Möglichkeiten für

gesellschaftliche Weichenstellungen zugunsten von Bildung.

Als Künstler sei es nicht seine Absicht, ein Kunstwerk zu kreieren,

sagte der 2005 verstorbene Schweizer Maler Rémy Zaugg

einmal in einem Gespräch mit Jean Christophe Ammann, nein,

er wolle durch seine künstlerische Arbeit «die Welt und durch

diese sich selber (. . .) verstehen». Für ihn ist das Bemühen um

das Gelingen eines Kunstwerks eine Suche nach Erkenntnis.

Nicht nur die Erarbeitung, auch die Betrachtung von Kunstwerken

ermöglicht Erkenntnis.

Dazu ist es nicht erst nötig, einer Kunsthistorikerin bei der Interpretation

etwa eines Bildes von Cézanne oder Goya zuzuhören.

Wie Kunstwerke unserem Denken und Fühlen schon ganz

unmittelbar Anstösse geben, beschreibt die Malerin Agnes

Martin: «Wenn wir in Museen gehen, schauen wir nicht einfach,

sondern antworten auf bestimmte Weise auf die Werke. Wenn

wir sie betrachten, fühlen wir uns glücklicher oder trauriger, im

Frieden mit uns selber oder deprimiert. Ein Werk kann Sehnsucht,

Hilflosigkeit, Kampflust oder Reue wecken.»

Über Kunstbetrachtung und Kunstproduktion lässt sich in vielen

Zusammenhängen nachdenken, in ökonomischen, psychologischen,

soziologischen und anderen mehr. Interessieren

sie als Wege zu Erkenntnis, so bedeutet Erkenntnis dabei

nicht bloss Information über Welt und Selbst, sondern auch die

Gewinnung einer Haltung, die Verkörperung intellektueller,

moralischer und sinnlicher Erfahrung. Mit der Gewinnung einer

Haltung, jener spannungsgetragenen Integration von Denken,

Wollen und Fühlen, ist dabei nichts anderes gemeint als

Bildung.

bulletin visarte zürich 3/2010

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Kunst mit Bildung zu verbinden, ist nicht neu. «Verse sind Erfahrungen»,

meinte Rilke und beschrieb die Ausbildung einer

Haltung, wenn er sagte, es genüge für Verse noch nicht, «dass

man Erinnerungen hat. (. . .) Erst wenn sie Blut werden in uns,

Blick und Gebärde, namenlos und nicht mehr zu unterscheiden

von uns selbst, erst dann kann es geschehen, dass in einer sehr

seltenen Stunde das erste Wort eines Verses aufsteht in ihrer

Mitte.» Wenn auch nicht neu, so scheint eine Auf-merksamkeit

für die Verbindung zwischen Kunst und Bildung heute doch

recht aktuell. Dringender als eine Erweiterung der Menge verfügbarer

Informationen wird heute die Fähigkeit benötigt, sich

in dieser Menge zu orientieren, Relevanzen zu setzen und isolierte

Daten umsichtig zu nächsten Schritten zu fügen. In dieser

Situation stellt sich die Frage, ob es nicht gesellschaftlich sinnvoll

wäre, auch Erkenntnissuche durch Kunst als Forschung zu

erachten. Dass es dabei um mehr geht als nur um einen Begriff,

zeigt eine derzeit in Kunstkreisen und an Kunsthochschulen

engagiert geführte Auseinandersetzung.

Verschiedene Arten von Forschung

Angesichts einer europaweiten Hochschulreform, in der Kunsthochschulen

einen Forschungsauftrag erhielten und Kunststudien

nach dem Bologna-Modell in ein Bachelor/Master- und

teilweise auch PhD-System eingepasst wurden, rückte die

Frage nach dem Verhältnis zwischen Kunst und Forschung in

den Mittelpunkt. Bei seiner Diskussion werden hochschulpolitische,

förderungsstrategische, aber auch erkenntnistheoretische

Argumente vorgebracht und häufig auch unglücklich

vermischt. In der Praxis führt dies derzeit meist dazu, dass sich

künstlerische und gestalterische Forschungsprojekte Kriterien

unterordnen müssen, die nur für wissenschaftliche Forschungen

Sinn ergeben.

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Was fehlt, scheint eine Klärung aus umfassenderer gesellschaftlicher

Perspektive zu sein, die verschiedene Arten von

Forschung unterschiede und ersichtlich machte, wodurch

diese jeweils zum Übergang von einer Informations- zu einer

Bildungsgesellschaft beitragen können. Soll die Arbeit am

Gelingen eines Kunstwerks als Forschung verstanden werden,

als eigene Art von Forschung, und Kunstwerke als eigene Art

von Forschungsergebnissen Soll Kunst damit an der Autorität

einer Orientierungsinstanz teilhaben, die man bisher vornehmlich

den Wissenschaften einräumte

Definitionen dafür, was unter «Forschung» zu verstehen sei,

gibt es viele. Solche der Aufklärungsphilosophie decken sich

nicht mit denen der Wissenschaftstheorie, und andere, etwa

die der OECD, lauteten wieder verschieden. So bleibt jede

Definition eine Entscheidung, die im Rahmen einer gegebenen

Perspektive ihre Fruchtbarkeit erweisen muss. Aus der oben

genannten Perspektive eines Interesses an umfassender gesellschaftlicher

Entwicklung und an Wissen als Bildung könnte

man Forschung als aufeinander Bezug nehmende Tätigkeit von

Menschen verstehen, die zwischen Menschen, der Organisation

ihres Zusammenlebens und den Strukturen der Welt eine

immer feinere Abstimmung ermöglichen will. Wenn Forschung

neue gesellschaftliche Optionen für eine feinere Abstimmung

zwischen Menschen und Umwelt eröffnet hat, bleibt es noch

eine politische Frage, wer sich an wen anzupassen hat, plakativ

gesagt, wie weit die Welt «begradigt» werden soll und wo den

Menschen eine Fähigkeit zu vielfältigeren Einsichten zugetraut

werden soll. Aufgabe von Forschung ist es aber, jene wahrnehmungsmässigen,

ethischen oder intellektuellen Differenzierungen

zu schaffen, die bei solch politischem Abwägen die Argumente

bilden.

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In solchem Sinne können neben den vielfältigen Arten wissenschaftlicher

Arbeit auch andere Formen gerichteter Aufmerksamkeit

in praktischer Tätigkeit, in Kontemplation oder in

künstlerischem Handeln als Forschung gelten. Voraussetzung

ist allerdings, dass sie mit ihren Ergebnissen in öffentlichen

Austausch treten. Denn für sie alle gilt, dass sich die Bedeutung

ihrer Resultate erst im Raum einer Öffentlichkeit zeigt.

Sie alle versammeln und ordnen Erfahrungen, verdichten sie

und machen sie fruchtbar für zukünftige Situationen. Und sie

alle erhalten daraus im Raum der Öffentlichkeit allmählich

ihren Rang, erweisen sich als irrelevant, umwälzend oder etwas

dazwischen. Die angemessene Form des öffentlichen Austausches,

d. h. des Aufbauens auf dem, was von anderen geleistet

wurde, des Kommunizierens von Erreichtem und des Einholens

externer Kritik, unterscheidet sich bei den verschiedenen

Arten von Forschung jedoch beträchtlich.

Wie wissenschaftliche Forschung ist auch die Forschung der

Kunst in ihren Ausprägungsformen äusserst vielfältig und

umfasst neben der Produktion gegenständlicher Werke, Texte

oder Partituren auch flüchtige Präsentationen in Aufführungen

sowie Interventionen in gesellschaftliche Prozesse. Als gemeinsamen

Zug in dieser Vielfalt haben Kunsttheorien immer wieder

die Orientierung an sinnlicher Wahrnehmung und einer auf

sie ausgerichteten Vernunft beschrieben. Diese erlaubt es, das

Forschen der Kunst idealtypisch von wissenschaftlichem, praktischem

oder kontemplativem Forschen zu unterscheiden.

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Verschiedene Ergebnisse

Kunstwerke oder künstlerische Aktionen stellen anderswo

gewonnene Erkenntnisse nicht dar, sie bilden diese Erkenntnisse

selber. Ihre Erarbeitung ist der Forschungsprozess, der

sich in ihre materielle oder dynamische Struktur einschreibt.

Anders als bei wissenschaftlichen Aussagen, deren Inhalt

gleich bleiben kann oder zumindest soll, wenn er in anderer

Form vermittelt wird, sind in den Forschungsergebnissen der

Kunst Form und Inhalt so nahe wie nur möglich verschränkt.

Das bedeutet auch, dass Erkenntnisse in Kunstwerken ohne

Zwischenschaltung von Begriffen verkörpert sind. Möglich

wird dies, weil das Material, mit dem gearbeitet wird (ob stofflich,

elektronisch, gedanklich oder sprachlich), ebenso wie die

körperlich-geistige Haltung der Künstler, Strukturen der Welt

umfasst. Ausgangspunkt für die Forschung ist eine «Reibung»

zwischen den beiden. Diese wird persönlich empfunden, sie

begrifflich als allgemeine Fragestellung zu fassen, würde die

Forschung entscheidend verarmen. Das ist, was Gerhard Richter

meinte, wenn er von seiner künstlerischen Arbeit sagte, sie

könne «kein Motiv haben, nur Motivation». Nicht, dass sie keine

Methode hätte, doch Methode nicht als sicherer, allgemein

nachvollziehbarer Lösungsweg, sondern als Weg der Öffnung

für eine Chance. Er liegt in einer präzisen Aufmerksamkeit für

die beim Erproben einer Form entstehende (Un-)Stimmigkeit

mit der denkend-empfindenden Haltung der Künstler. Im

Wechselspiel zwischen Material und Haltung können sich Strukturen

der Welt manifestieren.

Wie die im Kunstwerk verkörperten Erkenntnisse zu deuten

sind, eröffnet sich erst später im Raum einer Öffentlichkeit.

Denn anders als wissenschaftliche Forschungsergebnisse, bei

denen die Ausgangsfrage allgemein gegeben war, werden die

Forschungsergebnisse der Kunst zu den je eigenen Fragen der

Betrachter in Relation gesetzt.

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In einem Prozess der Deutung müssen sie sich auf das vielzitierte

Wechselspiel zwischen Sinnlichkeit und Verstand einlassen.

Wo vorher - vermittelt durch eine Form - Künstler und

Werk einander bildeten, bilden einander nun - vermittelt

durch ein Kunstwerk - Betrachter und Deutung. An den ersten

Forschungsprozess der Kunstschaffenden schliesst ein zweiter

Forschungsprozess der Interpreten an: Vom fordernden

Anstoss eines Kunstwerks - zum Beispiel Gerhard Richters Serie

«18. Oktober 1977» - ein klein wenig aus der gefassten Haltung

gebracht, versuchen sie, sich mit Deutungen zu beruhigen,

sich etwas umzustellen. Den dazu nötigen Spielraum schaffen

sie, indem sie bei ihrer Betrachtung Bedürfnisse und Nutzeninteressen

hintanstellen. In ihrer neuen Position kann ihnen

das Kunstwerk wieder Neues sichtbar machen, sie zu neuer

Deutung anregen: ein endloser Prozess, nie wird das Kunstwerk

von den erklärenden Begriffen vollständig eingeholt,

doch seine Vieldeutigkeit ist nicht Erkenntnislosigkeit, sondern

Erkenntnisgenerator.

Potenzial ästhetischer Rationalität

Umkreist von Ansichten aus verschiedenen Momenten und von

verschiedenen Menschen, zeichnet sich das, was eine künstlerische

Arbeit sagt, mit der Zeit im Raum einer Öffentlichkeit als

leere Mitte ab. Wie über das Kunstschaffen hat die Philosophie

der Ästhetik auch über diesen überindividuellen Interpretationsprozess

in ihrer 250-jährigen Geschichte häufig nachgedacht

und beiden eine eigene Form von Vernunft, eine «ästhetische

Rationalität», zuerkannt. Ästhetisch rational beziehen

wir uns auf Kunstwerke in einer Weise, die das, was sie zeigen,

nicht definitorisch festnagelt, sondern in einer Konstellation

notwendig unzureichender Deutungen allmählich deutlicher

aufscheinen lässt.

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In dieser Form vermag ästhetische Rationalität in der Kunst -

aber nicht nur dort - die Unbestimmtheit der Welt richtig und

unverfälscht zum Ausdruck zu bringen. In ihr erscheint ein

Sachverhalt nicht als etwas, das «ist», sondern als etwas, das

«werden kann». Durch die Bedeutungsoffenheit der Kunst wird

er in seinem Potenzial kommunizierbar.

So praktiziert die Auseinandersetzung mit Kunst ein gemeinschaftlich

gestütztes Urteilen, das Sachverhalte in ihrem gegenwärtigen,

vielfach auch in sich widersprüchlichen Potenzial

beschreiben kann. Vor dem Hintergrund einer solchen Urteilsrationalität

mag zum Beispiel auch die Künstlerin Roni Horn

fragen: «Wenn einer Sache etwas fehlt, würden Sie dann sagen,

sie sei unvollständig, oder würden Sie sagen, sie sei vollständig,

gerade weil ihr etwas fehlt»

Durch ihre unterschiedliche Rationalität können sich die Forschungen

der Kunst und der Wissenschaft als komplementäre

Erkenntnisformen ergänzen. In diesem Sinne erachten viele

Musikerinnen, Theaterleute, Tänzer, Filmemacherinnen, Autoren,

bildende Künstler ihr Bemühen um ein Kunstwerk auch als

Forschungsarbeit. Selbst für politisch Engagierte unter ihnen

kann Forschen in der Kunst jedoch nicht bedeuten, für dringende

gesellschaftliche Fragen unmittelbare Antworten zu

suchen. Zu viel Antwort läge schon in der Frage, zu viel gutgemeintes

Motiv in der Motivation, als dass ihnen im Werk ein

Kunstwerk, eine Erkenntnismöglichkeit, noch zufallen könnte.

Ohne ihre Kunst durch Nützlichkeitsverpflichtungen einschränken

zu können, finden Künstler gerade in einer - manchmal

schwierigen - Bescheidung auf Funktions- und Machtlosigkeit

jene Macht und jenen Wert, der künstlerische Erkenntnis

auszeichnet.

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Gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, den bisher auf

die Wissenschaften ausgerichteten Forschungsbegriff so weit

zu öffnen und zu differenzieren, dass auch die Kunst als Quelle

gesellschaftlicher Orientierung anerkannt werden kann. Den

Forschungsauftrag an Kunsthochschulen derart zu präzisieren,

wäre ein Schritt dazu. Kunstproduktion und -rezeption müssen

dabei nichts anderes werden, als was sie immer schon sind, nur

die Stellung und Aufmerksamkeit, die ihnen in der Gesellschaft

eingeräumt wird, würde jener der Wissenschaften angeglichen.

Als Tätigkeitsbereich, der mehr als andere von einer ästhetischen

Rationalität geleitet wird, tragen Kunstschaffen und

Kunstbetrachtung zu Bildung bei. Sie unterstützen eine gesellschaftliche

Entwicklung, welche die Eigenverantwortlichkeit

und die notwendige Gemeinschaftlichkeit zukunftsorientierten

Urteilens ebenso als leitende Werte erachtet wie die Ausbildung

eigenständiger Haltungen, in denen sich Denken, Wollen

und Fühlen verbinden. Kunstschaffen und Kunstbetrachtung

leisten ihren Beitrag zu gesellschaftlicher Orientierung nicht

durch Rezepte oder Belehrungen, sie wirken auch nicht absichtsvoll

und direkt, sondern vertrauen auf Langfristigkeit. In

vielen Bereichen der Gesellschaft ist man in letzter Zeit dazu

gekommen, Nutzen und Erfolg weniger eng und kurzfristig

zu bewerten. In einem solchen Klima kann die Forschung der

Kunst ihre Stärken vermehrt zum Ausdruck bringen und ihre

gesellschaftliche Relevanz erweisen.

PD Dr. Dagmar Reichert unterrichtet Kulturtheorie an der

Kunsthochschule Zürich.

Erschienen in der «Neuen Zürcher Zeitung» am 6.4.2010

Mit freundlicher Genehmigung der Neuen Zürcher Zeitung

© 2010 Neue Zürcher Zeitung

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visarte zürich präsentiert K10

Gabriele Lutz

Ortungen.

Themen aus dem aktuellen Zürcher Kunstschaffen

Die Tradition der Jahresausstellung, die lokalen Kunstschaffenden

eine regelmässige Ausstellungsplattform bietet, ist in Zürich

für lange Jahre eingeschlafen. Die Reanimierung geht auf die

Initiative von Hanspeter Draeyer zurück, Präsident visarte zürich.

Seine Motivation: Das hohe Potential an qualitätsvollem künstlerischem

Schaffen soll im Zürcher Kulturleben und Ausstellungsbetrieb

Präsenz haben. Das Projekt, das unter dem Namen

«K» lanciert wurde ist auf Nachhaltigkeit angelegt und richtet

sich an alle professionell Kunstschaffenden im Kanton Zürich.

Der Ausstellungszyklus ist als Wanderausstellung konzipiert und

startet am 19. Juni 2010 (Vernissage) in oxyd Kunsträume in

Winterthur beim Bahnhof Wülflingen.

Aus den 206 eingereichten Dossiers hat das Kuratorium –

Vanessa Achermann, Gabriele Lutz und Pascal Ruedin –

die 28 Teilnehmenden ausgewählt und die Ausstellungskuratorin

anlässlich von Atelierbesuchen die Werke für die Ausstellung,

Bilder, Zeichnungen, Filme, Fotos, installative Arbeiten,

Konzepte. Immer mit von der Partie war die Fotokamera und

hinter dieser die Künstlerin und Fotografin Ruth Monnier.

Neugierigen Blicken und vielen Fragen hatten die Künstlerinnen

und Künstler standzuhalten, die alle wohlgewogen ihre

Ateliertüren öffneten. Das Unterfangen Atelierbesuche hatte

zwei geografische Schwerpunkte, die Stadt Zürich mit 12 Ateliers

und Winterthur mit 9 Ateliers. Weitere Besuche führten nach

Dietlikon, Dübendorf, Meilen, Uster und bis an den Bodensee

und daraus ergab sich eine unerwartete Atelier-Typologie, ein

Reichtum von Ateliersituationen. Künstler haben sich in ehemaligen

Werkstätten, Büroräumen, einst landwirtschaftlich oder

industriell genutzten Gebäuden eingerichtet.

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Der Ausstellungstitel «Ortungen» trägt das Konzept des

Auswahlverfahren in die Ausstellung weiter: Das Kuratorium hat

Themen als Gradmesser künstlerischer Reflexion geortet und die

Ausstellungskuratorin in den Künstlerateliers die Werke, die in

fünf Themenbereiche aufgefächert präsentiert werden:

• Ordnungen

• Das Künstliche und das Natürliche

• Biografische Spuren

• Alltagswelten

• Partizipieren am andern Ort

Zwei Künstler wurden zu Interventionen eingeladen –

ihre Arbeiten entstehen eigens für diese Ausstellung.

Die K10 führt Künstlerinnen und Künstler verschiedener

Generationen zusammen – zwischen der jüngsten Teilnehmerin

und dem ältesten Teilnehmer liegen nicht weniger als 44 Jahre.

Dieser Dialog über Künstler-Generationen ist eine der grossen

Qualitäten dieser Ausstellung. Freuen wir uns auf eine interessante

und anregende K10!

Eröffnung der Ausstellung Samstag 19. Juni 2010, ab 17 Uhr

Begrüssung und Einführung zur Ausstellung, 18 Uhr

Hanspeter Draeyer, Präsident visarte zürich

Gabriele Lutz, Ausstellungskuratorin

anschliessend Performance von Riikka Tauriainen

Apéro-Bar ab 17 Uhr

ab 19 Uhr sommerliches Buffet mit Grill im Garten und

am grossen Tisch

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Kunstetage visarte zürich

Brigitta Malche und Susanne König

Brigitta Malche – Fragmente 1980 und 2010

Die Ausstellung Fragmente handelt von Ähnlichkeiten, von

Wiederholungen und von Veränderungen in Arbeiten der

letzten 30 Jahre. Die Verschiedenheit der Themen – es finden

sich Architekturbilder aus der Japan Serie von 1979/80 neben

neuen Arbeiten über Kristallbau und Muschelarchitekturen - ist

mit meinem Lebensweg verbunden. Gesammelte Erfahrungen

und Erkenntnisse veränderten die bildnerische Sprache wie auch

die Ausdrucksmittel. Doch ist bei aller Pendelbewegung von der

Fläche zum Raum, von der Hinwendung zur Mystik wie zum

Zauber der Realität, die Disziplin des Auges geblieben. Der

Hang zur Geometrie leuchtet als Hintergrundstrahlung durch all

meine Arbeiten mehr oder weniger sichtbar durch.

War es das griechische Licht, das mir die Augen für die Architektur

öffnete Die Griechenlandbilder verlangten nach Klarheit

und Ordnung. Ebenso entscheidend hat die Musikalität der

barocken Bauten meiner Heimatstadt Wien das Gefühl für Proportionen

geprägt. Dazu kam das Interesse an der Mechanik

von Blasinstrumenten, das mich zu technischen Konstruktionen

führte. Auch die Dynamik der russischen Moderne hatte Einfluss

auf meine Bildgestaltung.

Der Ortswechsel von Wien nach Zürich ermutigte mich zu reinen

senkrecht-waagrecht Kompositionen – und wie in Vorahnung –

lernte ich von der japanischen Architektur eine Strenge und

Einfachheit.

Dann zwei Jahre China – sie haben mir mein Rüstzeug genommen,

die Liebe zur Geometrie bedeutungslos gemacht. Das

Unsichtbare, Numinose, Unbestimmbare und Ozeanische, das

Meditative und Ungreifbare sind wichtige Themen geworden,

die sich während der 90er Jahre in kontemplativen Licht-Ton-

Installationen manifestierten. Die mystischen Strömungen verschiedener

Kulturen, aber auch Physik, Mathematik und Mikrobiologie

wurden ein weiteres Experimentierfeld für meine

Bildfindung.

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Es entstanden Serien wie: das schwarze Licht, dann ein Schöpfungszyklus,

ein Weltall -Traum, ... und nach einer unsanften, geistigen

Landung suchte ich in der Erdgeschichte nach Bildern. Mit

Fossilien und Kristallen bin ich fündig geworden.

Das Spiel zwischen geometrischen und organischen Formen

beschreibt den Bauplan des Lebens. Der Eros der Muschelformen

verbirgt eine strenge Gesetzmäßigkeit. Die Moleküle in den

Kristallen, mit denen das Weichtier sein Gehäuse ausschwitzt,

sind für das Auge unsichtbar bildhaft vernetzt. Sie bilden Ornamente

von großem Reiz und erinnern von fern an islamisches

Sternendekor mit seiner transzendentalen Geometrie.

Mich fasziniert dieser élan vital, in dem die Natur fantasiert: eine

Molluske in die Drehung zwingt, ihren Siphon zum lockenden

Mund weitet, das harte Schalenkleid nach Mass destilliert. Dieses

Masskleid strickt sich gemäss einer logarithmischen Spirale nach

mathematischem Gesetz und biologischer Selbstorganisation.

Die materiellen Metamorphosen von Leben zu leblos zu neuem

Leben, sind die lesbaren Muster: Struktur und Befindlichkeit,

Verfall und Verwandlung – nichts geht verloren. Alles Leben ist

Sternenstaub, Wasser und Licht.

Das Thema erlaubt mir, mich formal in verschiedene Richtungen

zu bewegen – ein individuelles Denkbild zur Natur zu entwerfen,

das in der Kunst seinen Platz sucht, in der Wissenschaft wurzelt

und zugleich träumt. Die barocken Neigungen meiner Heimat

verbinden sich dabei ganz selbstverständlich mit überprüfbaren

Strukturen – ein Anliegen, das mich seit Jahren beschäftigt, Gefühl

und Verstand, Formenlust und Struktur zu vereinen.

Kunst ist für mich immer ein work in progress, Entwürfe einer

ständigen Suche nach Wesentlichkeit. Das Ergebnis ist auf

das innigste mit dem eigenen Fassungsvermögen verbunden.

Dieses ist wandelbar... oft hinfällig, aber manchmal auch wahr.

Mit Unterstützung von: AVINA STIFTUNG; CASSINELLI - VOGEL - STIF-

TUNG; Data Quest; Migros-Kulturprozent; Stiftung Kunstsammlung Albert

und Melanie Rüegg, Zürich; USM U. Schärrer Söhne AG

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Neuerscheinungen

Jan Leiser: Werke

Viele farbige Abbildungen, Texte von

Attilio Zanetti Righi, Tildy Hanhart, Jan

Leiser

ISBN 978-3-033-02253-9

Zu bestellen bei Jan Leiser, Bändlistrasse

86, 8064 Zürich, janleiser@gmx.ch

Alex Sadkowsky

Bio-Foto-Kultografie,

Verlag Scheidegger & Spiess, 224 S.,

Fr. 69.--

CD der Beamershow AZB im

Helmhaus Zürich.

228 Fotos der Ateliers und Werkplätze

der 29 AZB Mitglieder, fotografiert von

Hans Knuchel.

CHF 40.-, zu bestellen bei Hans

Knuchel, Hardturmstrasse 66, 8005

Zürich, Tel. 044 272 92 65,

knuchelh@sunrise.ch

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Ausstellungen von Visarte Mitgliedern

Ausstellungen in der Schweiz

Appenzell

Kunsthalle Ziegelhütte

Ziegeleistrasse 14

www.kunsthalleziegelhuette.ch

Farbe

Hanna Roeckle, Miriam Prantl

> 27.06.

Basel

Galerie des 20. Jahrhunderts

Elisabethenstrasse 40

Bilder und Arbeiten auf Papier

Karina Wisniewska

10.06. - 31.07.

Tony Wüthrich Galerie

Vogesenstrasse 29

www.tony-wuethrich.com

Noir

> 10.07.

Christian Herdeg, Georg Baselitz,

Corsin Fontana, A.. Penck, Richard

Serra u.a.

Brugg

Städtische Galerie

www.ursulahirsch.ch

Der Mensch ist ein Haus - ist eine

Pflanze - 3 Zimmer

Ursula Hirsch

05.06. - 03.07.

Eglisau

Galerie am Platz

Obergass 23

44 867 00 41

As Time goes by

(Malerei, gestern bis heute)

Irene Curiger

5.6. 15 - 17 h Apéro

> 05.06

Ennetbürgen

Skulpturenpfad

www.skulpturschweiz.ch

Jürg Altherr, Anna-Maria Bauer,

John Grüniger, James Licini,

Heinz Niederer, Trudi Ouboter,

Paul Sieber, Willy Wimpfheimer

u.a

Dauerausstellung

Heiligenschwendi

Kunstgalerie Berner Reha Zentrum

www.rehabern.ch

Natur - Farben - Fantasie -

Impressionen

Barbara Waldmann-Hebeisen

> 03.07.

Legga -

Roveredo

openArt

Roveredo

Maja Andrey u.a. 24.07. - 10.10.

Ligornetto

Museo Vincenzo Vela

www.museo-vela.ch

Gladio-li

Fiorenza Bassetti

30.05. - 15.08.

Lugano

Museo Cantonale d’Arte

Via Canova 10

Photographs

Fiorenza Bassetti

30.05. - 08.08

Mels

Alte Fabrik an der Halde

www.kultursommermels.ch

Kultursommer Mels

29.05. - 26.06.

Walter Lüönd u.a.

Kunst im öffentlichen Raum 1.5.-1.10,

Sa 26.06. Finnisage, So 19.07. ab 17:00

Abschlusskonzert in der Pfarrkirche

Opfikon Galerie im Stadthaus Anna Friedlos, Victor H. Bächer

u.a.

> 24.09.

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Ottenbach

Galeriemarlène

Lanzenstrasse 6

www.galeriemarlene.ch

Einblicke - Durchblicke

Ulla Rohr u.a.

6.6. 13 - 17 h Finissage

> 06.06.

Schlieren

Kunstkammer & Zwischenraum

AZB

www.kunstkammer.ch

Pax Reloaded

Lilian Hasler

Sa - So 12 - 18 h

30.05. - 27.06.

im öffentlichen Raum Skulptur in Schlieren 2010 - 2012

Ursula Hirsch, Paul Sieber u.a.

Dauerausstellung

Sirnach

Art treff

Wilerstrasse 4

Menschen aus Wil

29.05. - 27.06.

SHE Suzanne Waldvogel-Hürzeler-

Erb

Beautox 5.6., 19.30,

Finissage 27.6., 11 - 13 h

Thun

MS Stadt Bern

Casino-Ländte / Aarequai

Eine Handvoll Kunst

Ursula Hirsch und viele andere

Mi - So 11 - 19

30.05. - 13.06.

Trun Kunstpfad am Rhein Maja Andrey u.a. 01.06 - 01.10.

Walenstadt

museumbickel

Zettlereistrasse 9

www.museumbickel.ch

Fadentiefe

Marion Strunk u.a.

Matinee 20.6., 11.15

30.05. - 04.07.

Winterthur

Galerie Weiertal

Rumstalstrasse 55

www.galerieweiertal.ch

Kunststück

Fred A. Knecht u.a.

Vernissage 19.6., 16 h. Grosses Veranstaltungsprogramm

siehe homepage

> 31.10.

oxyd Kunsträume

Wiesenhofstrasse 108

www.oxydart.ch

Ortungen

15.07. - 25.07.

Elisabeth Eberle, René Fehr-

Biscioni, Cristina Fessler, Brigitte

Fries, Roland Iselin, Thomas

Rutherfoord u.a.

Vernissage 19.6., ab 17 h, mit Performance

von Riikka Tauriainen, Führungen

20.6., 27.6., 4.7., 11.7., 18.7. und 15.7.,

11.30 Uhr. Weiteres kuratiertes Rahmenprogramm

jeden Mittwoch 19 Uhr

Park der Klinik Lindberg

Schickstrasse 11

Skulpturenausstellung

Adrian Bütikofer, James Licini,

Verena Bühler u.a.

15.7., 18 h Kunstapéro mit Musik,

16.11., 15 h Finissage

23.07. -

16.11.2011

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Zug

Silvan Faessler Fine Art GmbH

Bentom AG, Vorstadt 32

Kiss

Karina Wisniewska u.a.

Öffnungszeiten nach Vereinbarung

> 01.06.

Zumikon

Galerie Milchhütte

Dorfstrasse 31

Zeichnungen, Bilder, Kleinplastiken

04.06. - 11.06.

Christian Fuhrer

Apéro 6.6., 11.30 - 15 h, Finissage 11.6.,

17 bis 20 h

Zürich

Galerie Alex Schlesinger

Tödistrasse 48

www.galas.ch

Neue Arbeiten

Edith Schindler

> 12.06.

Galerie Alex Schlesinger

Tödistrasse 48

www.galas.ch

Janika Fabrikant 17.06. - 17.07.

Galerie Atelier Willi E. Christen

Freiestrasse 135

Hey Heussler, Ruth Senn,

Elsie Wyss

5.6., 14 - 17 h Finissage

> 05.06.

Galerie La Ligne

Heinrichstrasse 237

www.galerie-la-ligne.ch

Hanna Roeckle > 19.06

Greutmann Bolzer Designstudio

Sihlquai 268

www.susannekeller.ch

Helmhaus

Limmatquai 31

Kunstetage

Sihlquai 55 / Ausstellungsstrasse 16

www.kunstetage.ch

Museum Bärengasse

Bärengasse 20 - 22

www.kunsthausaussersihl.ch

Gezeiten Susanne Keller

11.6., ab 17 h Finissage

AZB

Alle KünstlerInnen der AZB

Schlieren

Fragmente

Brigitta Malche

Vernissage 18.6., 19 - 21 h,

Aktion 008 Das Fundament

Kunsthaus Aussersihl präsentiert

Eine Ausstellung und

verschiedene Veranstaltungen

> 11.06.

> 27.06.

18.06. - 17.07.

> 19.06.

18


Museum Bärengasse

Bärengasse 20 - 22

www.baerengasse.ch

London Nairs - Nairs London 01.07. - 25.07.

Georgette Maag, Denise Kobler

1.7., 18 h Vernissage, 8.7., 19 h,

Gesprächsrunde um Thema Atelieraufenthalte,

15.7., 19 h Performance-

Lesung, 22.7., 19 h Führung durch die

Ausstellung mit Künstlerinnengespräch,

25.7., 14 h Finissage

Zentralbibliothek

Zürcher Hochschule der Künste

Ausstellungsstrasse 60,

Diplome 2010

Magnetische Erfahrungen - Kunst

begegnet Naturwissenschaft

Barbara Ellmerer, Judith Albert,

Yves Netzhammer u.a.

Diplomausstellung 2010

Lara Russi u.a.

> 16.06.

29.05. - 10.06.

Ausstellungen Weltweit

Berlin

Mies van der Rohe Haus

Oberseestrasse 60

www.miesvanderrohehaus.de

Rita Ernst > 27.06.

Bratislava,

Slowakei

Galeria X

Silvia Federova

Inspiration by Paper, Objekt

and Jewellery

Katharina Sochor

01.06. - 20.06.

Diepoldshofen Galerie Dorothea Schrade Grün

Esther Roth u.a.

> 25.07.

Eggenfelden /

Gern D

Schloss Ökonomie

Gotischer Kasten

Wanderer zwischen den Welten

Ernst Steiner u.a.

> 30.07.

Gmünd in

Kärnten

Haus des Staunens Ernst Steiner u.a. 15.07. - 29.08.

Köflach Kunsthaus Köflach Hanna Perschel, Thomas Heger > 29.06.

bulletin visarte zürich 3/2010

19


Die Mailbox

Zur Diskussion der Kurse der ZHdK

Kunst hat es gegeben, lange bevor es Wissenschaften, Universitäten,

Schulen, Museen, Galerien und dergleichen mehr gegeben

hat. Kunst kann organisiert, muss es aber keineswegs sein.

Kunst, ein spielerischer Umgang mit dem Ernst. Kunst, eine Art

persönliche Religion. Kunst ist eine Möglichkeit, sich mit den eigenen

Sorgen, Freuden, Nöten oder gar Ängsten auseinander

setzen zu können. Kunst ist eine Art verschlüsseltes, aber offen

gelegtes Tagebuch. So genannter Erfolg oder nicht Erfolg ist

zur Hauptsache eine Frage der äusseren Umstände und hat mit

Kunst an und für sich nichts zu tun.

Cesare Ferronato

Diese Zuschrift können wir Satz für Satz unterschreiben.

Nur dürfen wir nicht vergessen, dass seit Jahrhunderten die

Wissenschaften und deren technologische Anwendungen

unser Dasein und damit unsere Kultur bestimmen, ja sogar

Kunstrichtungen ausgelöst haben: Quantenmechanik-Abstraktion,

Psychologie-Surrealismus, oder wäre Giacometti so denkbar

ohne das geistige Klima des vor- und nachkriegs Paris

Seit Hegel befassen sich unzählige Philosophen, mit Kunst und

mit der medialen Bilderflut auch viele Psychologen, Soziologen

u.A. mit Aesthetik, Perzeption, Rezeption, Marktmechanismen

etc. Wenigstens ein „eklektisches“ Verständnis dieser

Phänomene, so meinen wir, gehöre zum heutigen Kunstschaffen.

Keine Akademie kann Talent, Charakterstärke und Durchhaltewillen

vermitteln, aber eine berufliche Basis bereitstellen, die

Zusammen mit den genannten Eigenschaften Kunst ermöglicht,

welche in der Zeit steht und im guten Fall diese überragt.

Redaktion

Zum Abschied von Fredi Knecht

Fredi war eine Instanz. Er war eine sehr soziale Figur, mit Weitblick.

Alle profitierten von ihm, alle lernten von ihm. Er verstand

einfach alles, was menschlich ist. Er fehlt. Fredi’s politische Einstellung

war sowas von zeittypisch: Den letzten Hunderter gab er

aus, um liebe Menschen einzuladen, bezüglich Geld war er ja ein

20


Durchlauferhitzer sondergleichen - Menschenskind! Darin glich

er den vielen KMU’s, die nie genug kriegen konnten, doch war er

mal blank, sah ihn niemand in der Stadt. Zu gewieft, zu betteln,

hing er sich an die Strippe, sein Gedächnis war dann sehr kommod,

er kannte ja jeden und alles und er scheute nicht davor

zurück, dasselbe Bild in der Farbe des neuen Sofas nochmals zu

malen: Das Flugticket nach Mexiko wartete gerade 12 Stunden,

dann flog er hin.

Ich mochte diesen Zwerg. Ich staunte immer, wenn wieder eine

Frauengeschichte dramatische Kurven nahm, so hatte ich ihn

nie geliebt, nur und immer als Künstler. Als einer, der wunderbar

zeichnen konnte, mit total reduziertem Strich, er flötete die

Linien auf Blatt beim Aktzeichnen und andauernd lächelte er

dazu und fragte: “Hast du nicht zu kalt, oder soll ich die Heizung

etwas höher, oder möchtest du nicht eine Pause” Dazu

zeichnete er unvermittelt weiter, er war in der kleinen Gruppe

der Mittelpunkt, er wusste es genau: Sie alle lernen von mir und

niemand gibt das passende Honorar, ganz egal, die Stimmung

brachte den Gewinn.

Fredi kochte wie eine gute Köchin, war ein ausnehmend freundlicher

Gastgeber und er hielt seinen Haushalt ganz selbstverständlich

selber auf Trab. Eine wahrhaft autonome Figur! Und

alles verrichtete er in einem Höllentempo, oder so wie nebenbei.

Er malte, während er telefonierte, unvorstellbar war’s für mich. Er

brachte mich in die Kunst. Ihm verdanke ich viel. Fredi hatte mich

in den 70ern gefördert. Seine Umgebung erklärte mir, dass auch

ich eine Künstlerin sein kann, wenn ich es nur wirklich will.

Ursula Hirsch

Einsendungen bitte an redaktion@visarte-zuerich.ch

Auch Briefpost mit dem Vermerk „Redaktion“ wird von der Geschäftsstelle

gerne entgegengenommen.

bulletin visarte zürich 3/2010

21


Buchempfehlungen

Mega Buster - Kriegsgebiet Kinderzimmer.

Eine Intervention zu Gewalt, Gesellschaft und

Entwaffnung

Ausgehend von einer Kunstaktion, bei der das Künstlerduo Interpixel

1000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene in der Schweiz

entwaffnete, beschäftigt sich der interdisziplinäre Sammelband

«Mega Buster - Kriegsgebiet Kinderzimmer» mit der zunehmenden

Ästhetisierung von Gewalt und Krieg als Unterhaltungsware

und untersucht deren Auswirkungen auf die Gesellschaft.

Mit «Mega Buster» legen die Schweizer Künstler Eva-Maria

Würth und Philippe Sablonier einen Reader, eine Projektdokumentation

und ein Künstlerbuch in seiner konsequentesten Form

in einem vor.

Die Publikation befasst sich mit zahlreichen Texten aus den Gebieten

Philosophie, Ethik, Friedenspolitik, Recht, Psychologie, Medienforschung,

Pädagogik, Soziologie, Neurobiologie und Kunst

mit einem ebenso aktuellen wie kontroversen Thema.

Die Autorinnen und Autoren greifen kulturphilosophische, gesellschaftliche

und soziale Aspekte auf und liefern ein reiches

Argumentarium für eine fundierte Diskussion, basierend auf den

neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Herausgegeben in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen

Friedensrat und der Zeitschrift «VPOD-Bildungspolitik» unter

dem Patronat von Pro Juventute. Vorwort von Peter Weishaupt

und Ruedi Tobler. Einführung von Philippe Sablonier und Eva-

Maria Würth. Textbeiträge von Elisabeth Baumgartner und Carolin

Würzner, Lutz-Ulrich Besser, Barnaby Drabble, Bernhard Hauser,

Donata Maria Krethlow-Benziger, Michael Marugg, Dorothee

Messmer, Elke Ostbomk-Fischer, Brita Polzer, Jean-Daniel Strub,

Stephan Truninger und Anja Meyerrose

Herausgeber: Interpixel (Philippe Sablonier und Eva-Maria Würth)

Verlag: edition fink, Verlag für zeitgenössische Kunst, Zürich

ISBN: 978-3-03746-130-3

22


AZB for ever

Die Arbeitsgemeinschaft Zürcher Bildhauer als Organismus

Herausgegeben vom Helmhaus Zürich. Mit Beiträgen von Jürg

Altherr, Kathrin Frauenfelder und Simon Maurer. Fotografien von

Hans Knuchel

Die Arbeitsgemeinschaft Zürcher Bildhauer (AZB) ist ein

Phänomen: Seit über 25 Jahren arbeitet sie an der Weiterentwicklung

einer bildhauerischen und sozialen Kultur. Im Gaswerkareal

in Schlieren wird mehr als nur Kunst gemacht: Als Freiraum,

der Lebensmöglichkeiten eröffnet, ist das Areal auch Ort

generationenübergreifender sozialer Verhandlungen zwischen

Künstlerinnen und Künstlern − und ihrem Publikum. Kantig und

fragil, mutig und scheu zugleich, haben die Individualisten sich

zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen. In einer

Zeit der ich-zentrierten Selbstverwirklichung ist dieses Modell

zukunftsweisend.

AZB for ever enthält fotografische Einsichten in den künstlerischen

Alltag, in die Werkplätze und Ateliers der Kunstschaffenden.

AZB-Gründungsmitglied Jürg Altherr schreibt über die Künstlergemeinschaft

als Organismus. Die Kunsthistorikerin Kathrin

Frauenfelder zeichnet die Geschichte des Vereins nach. Den

Modellcharakter der AZB würdigt Helmhaus-Direktor Simon

Maurer. Und die Gestalterin Marie Lusa verbindet Geschichte

und Gegenwart dieses beispielhaften Unternehmens in einem

farbenprächtigen Bilderbogen.

Arbeitsgemeinschaft Zürcher Bildhauer

http://www.plastiker.ch/

Klappenbroschur, 160 Seiten, 127 farbige und 17 sw Abbildungen,

23,5 x 33 cm

ISBN 978-3-85881-314-5, sFr. 49.90 | € 37.–

bulletin visarte zürich 3/2010

23


Veranstaltungen

Informationsveranstaltung Soziale Sicherheit für

Kunstschaffende

Montag, 28. Juni, 19.00 Uhr, Schoffelgasse 10, 8001 Zürich

Visarte bietet Aktivmitgliedern die Möglichkeit, Einkommen

in einer Pensionskasse zu versichern. Dies ist für Kunstschaffende

ein Novum: Beiträge können von den Steuern abgezogen werden

und zusätzlich zur AHV besteht eine Alters- und Invalidenrente.

Mit der Pensionskassenlösung entspricht visarte einer jahrelangen

Bemühung um eine bessere Absicherung von Kunstschaffenden,

die aktuell immer wieder durch das Netz der Fürsorge

fallen. Die Pensionskasse für Künstlerinnen und Künstler

verfügt über feinabgestimmte Strukturen, die der Gesamtheit

der freiberuflichen und selbständigen Erwerbssituationen

(Tantiemen, Werkbeiträge, Honorare, aber auch Einkommensschwankungen,

wechselnde Arbeitgeber) Rechnung tragen

können.

Informiert wird an der Veranstaltung über die Funktionsweise

des Drei-Säulen-Modells der Schweiz, über die beiden Pensionskassen

CAST und Musik & Bildung sowie die neuen AHV-Verordnungen.

Dabei wird die besondere Bedeutung der sozialen Vorsorge

für Kunstschaffende erläutert.

Teil 1: Präsentation

Einführung ins Thema soziale Sicherheit

Vorstellen des Drei-Säulen-Modells der Schweiz

Vorstellen der Neuerungen der beiden AHV-Verordnungen und

die Konsequenzen für die Kunstschaffenden

Vorstellen der Pensionskassen CAST und Musik & Bildung

Teil 2: Fragerunde bzw. Diskussion

Teilnehmer:

Jürg Lehmann (Rückversicherer AXA Winterthur) und Eva-Maria

Würth (Zentralvorstand visarte.schweiz)

24


Ein Amtshaus wird zum Kulturhaus

dAS Kunsthaus Aussersihl präsentiert:

Aktion 008 Das Fundament

29. Mai – 18. Juni

Vernissage: Freitag 28. Mai, ab 18 Uhr

Begrüssung: Jean-Pierre Hoby

20:30 Uhr Podium:

Warum braucht die Stadt Zürich das Kunsthaus Aussersihl

Museum Bärengasse Zürich, Bärengasse 20 – 22, 8001 Zürich

Öffnungszeiten: Do – Sa: 14 – 19 Uhr, So 14 – 18 Uhr

Freitag 28. Mai, 20:30 Uhr:

Warum braucht die Stadt Zürich das Kunsthaus Aussersihl

Podium mit Jean-Pierre Hoby (Direktor Kultur Stadt Zürich),

Philipp Klaus (Wirtschafts- und Sozialgeograph), Irene Hongler

(Kulturmanagerin), Hannes Lindenmeyer (Geograph/Pädagoge),

Regula Michell (Künstlerin/Vorstand Kunsthaus Aussersihl).

Donnerstag 3. Juni, 20 Uhr:

Neulich nachts - draussen - in Züri West

Die Stadtforscherinnen Flavia Caviezel, Barbara Emmenegger

und Monika Litscher führen ein Gespräch mit NachtschwärmerInnen

und Szenis

Freitag 4. Juni, 20 Uhr:

Verwandte Kulturinstitutionen im Vergleich

Isabelle Schnederle und Team (Cheminée Nord, Genf), Eva Winkler

(PROGR, Bern), Anett Frontzek (Künstlerhaus Dortmund),

Dagmar Lorenz und Mitglieder des Künstlervereins Rote Fabrik.

Samstag 5. Juni, 17 Uhr:

Artists in Residence Projekte in Diskussion

Mit Andrea Glauser (Soziologin), Wenzel A. Haller (Artists in Residence

Schweiz), Konrad Tobler (Kulturjournalist) und weiteren

Gästen.

bulletin visarte zürich 3/2010

25


Sonntag 6. Juni, 14:30 Uhr:

AutorInnen zu Gast

Lesungen von und mit Jens Petersen, Viola Rohner, Werner

Rohner und Michael Schmid. 14:30-15:15 und 15:45-16:30 Uhr

Freitag 11. Juni, 20 Uhr:

Eine Frage der Gemeinschaft

Marion Strunk (Künstlerin/Forscherin) im Gespräch mit Tanja

Trampe & Daniela Petrini (Künstelrinnen/Kuratorinnen), Axel Vogelsang

(Dozent/Forscher) und Walter Pfaff (Regisseur).

Donnerstag 10. Juni, 20 Uhr:

Kunsthaus Aussersihl konkret!

Podiumsgespräch mit Beat Schläpfer (Studienleiter MAS

Kulturmanagement Praxis, Hochschule Luzern Design & Kunst)

und Gästen

Samstag 12. Juni, 17 Uhr:

Kunst der Forschung

Eine Diskussion anhand zweier Beispiele. Dagmar Reichert im

Gespräch mit Pascale Grau.

Sonntag 13. Juni, 17 Uhr:

AutorInnen zu Gast

Dragica Rajčić, Jurczok 1001, Melinda Nadj Abonji Lesungen mit

musikalischer Intervention. Anschliessend Diskussion über die

Situation der Literaturschaffenden in Zürich.

Donnerstag 17. Juni, 20 Uhr:

Vom Amtshaus zum Kulturhaus

Workshop mit den Pool Architekten Raphael Frei und

Matthias Stocker.

26


Protokoll

der ordentlichen Vereinsversammlung

Datum: Dienstag, 27. April 2010

Zeitplan: 19.00-20.30

ab 22.00

Ordentliche Vereinsversammlung

Apéro offeriert von der Gruppe Zürich

Ort:

Restaurant Neumarkt, David Morf-Stube,

Neumarkt 5, 8001 Zürich

Traktanden

1. Der Präsident, Hanspeter Draeyer, begrüsst den ZV Präsident Heinrich

Gartentor und die GL von visarte schweiz, Regine Helbling, die

Aktiv-, Neu- und Gönnermitglieder, den Revisor sowie die Gäste. Er

stellt ferner Gabriele Lutz, die Ausstellungskuratorin der K10 vor und

erteilt ihr das Wort.

Gabriele Lutz orientiert über den Stand der Dinge der K10, über die

Termine und den in Aussicht genommenen Katalog und ermuntert

die Anwesenden, an der Vernissage im oxyd, die am 19.6.2010 in

Winterthur-Wülflingen stattfindet, teil zu nehmen.

Entschuldigt haben sich:

Veronika Bischoff, Kathrin Blaser, Madlaina Demarmels, Elisabeth

Eberle, Maria Eitle-Vozar, Peter Emch, Cesare Ferronato, Barbara

Graf, Silvia Grossmann, Heidi Hahn, Katharina Henking, Marianne

Klein, Jürgen Krusche, Heidi Langauer, Regula Michell, Lotte Müggler,

Beatrice Münger, Doris Naef, Barbara Rähmi, Hanna Roeckle,

Ulla Rohr, Karl Sauter, Ruth Senn, Kathrin Severin, Hilda Staub, SHE

Suzanne Waldvogel-Hürzeler-Erb, Susi Staub Ernst, Susanna Vecellio,

Maja Vieli-Bisig, Doris von Stockar, Hanna Werner

Abschied von den verstorbenen Mitgliedern

Die Anwesenden nehmen mit einem stillen Innehalten Abschied von

den verstorbenen Mitgliedern

Victor Hemann

Klaus Däniker

Hanny Fries (anfangs 2010)

Göpf Murbach (2.2010)

Fred Engelbert (Fredy) Knecht (15.4.2010)

bulletin visarte zürich 3/2010

27


2. Wahl der Stimmenzähler

Als Stimmenzählerinnen werden gewählt:

Lara Russi

ZanRé

Es sind 83 stimmberechtigte Aktivmitglieder anwesend.

2.1 Protokollgenehmigung der ordentlichen Vereinsversammlung

vom 18. Mai 2009 (erschienen im Bulletin Nr. 4, 2009)

Das Protokoll der letzten Versammlung wird einstimmig genehmigt.

2.2 Abnahme der Jahresrechnung 2008

Jürg Keller, Vorstandsmitglied Ressort Finanzen, erläutert die Jahresrechnungen

Verein und Liegenschaften und projiziert die Rekapitulation

sowie die Bilanzen und Erfolgsrechnungen 2009 auf die Wand.

Sämtliche Unterlagen liegen zur Einsichtnahme auf.

Die Jahresrechnungen 2009 für den Verein und die Liegenschaften

werden einstimmig genehmigt.

2.3 Prüfungsergebnis zum Revisionsbericht 2008

von Willi Schnurrenberger, Rychenberg Treuhand, Winterthur

Der Bericht liegt an der Versammlung auf.

Der Revisionsbericht 2009 wird einstimmig genehmigt.

2.4 Entlastung des Vorstandes

Dem Vorstand wird einstimmig Entlastung erteilt.

2.5 Jahresbericht 2009

Der Jahresbericht wurde im Bulletin 2, 2010 publiziert. Es wird nicht

mehr näher darauf eingegangen.

Der Präsident informiert über das Engagement von visarte zürich

bei der Diskussion der Erhaltung der öffentlichen gestalterischen

Weiterbildungskurse an der ZHdK und fordert die Anwesenden auf,

auch selbst , z.B. mittels Leserbriefen aktiv zu werden und das Thema

aufmerksam zu verfolgen.

Der Jahresbericht 2009 / 2010 wird mit Applaus und einstimmig

genehmigt.

2.6 Statutenänderungs-Information

Der Präsident informiert ausführlich über die geplante

Statutenänderungen (Newcomer-Aufnahmen; mehr als 50 % des

Vorstandes von visarte zürich müssen Aktivmitglieder sein). Eine

formelle Abstimmung dazu findet erst an der ordentlichen Vereinsversammlung

2010 statt.

Die grosse Mehrheit stimmt diesen Änderungen zu.

Der Text der vorgeschlagenen Statutenänderungen kann während

den Öffnungszeiten im Sekretariat eingesehen oder per Email

angefordert werden.

28


3. Wahlen

3.1 Vorstand

Hanspeter Draeyer, Ursula Schertenleib, Ruth Monnier, Jürg Keller,

Kuno Stürzinger und Annalies Walter stellen sich für eine Wiederwahl

zur Verfügung.

Sie werden für die kommenden zwei Jahre mit grossem Mehr

(eine Gegenstimme) wiedergewählt.

3.2 Kontrollstelle

Die Amtszeit der Revisionsstelle ist abgelaufen.

Herr Willi Schnurrenberger, Rychenberg Treuhand, Winterthur, stellt

sich für eine Wiederwahl zur Verfügung.

Herr Willi Schnurrenberger, Rychenberg Treuhand, Winterthur, wird

in Abweichung der Statuten für die Dauer eines weiteren Jahres

einstimmig wieder gewählt.

4. Statutenänderung

Der Präsident informiert über die geplante Erweiterung der Mitgliederkategorie

„Neue Gäste“ und den entsprechenden Statutenartikel

4.2. Nach einiger Diskussion über die Altersbegrenzung und die

Mitgliedschaftsdauer wird der Statutenänderung mit grossem Mehr

zugestimmt.

5. Anträge

Die neuen Statuten werden ab Juni 2010 auf der homepage www.

visarte-zuerich.ch aufgeschaltet sein und können auch auf dem Sekretariat

zu den üblichen Öffnungszeiten eingesehen werden.

Information des Präsidenten über den Antrag von visarte schweiz

betreffend Mitgliederbeitragserhöhung von Fr. 35.--. Darüber entscheidet

die Delegiertenversammlung Ende Mai. Die Mitglieder von

visarte zürich werden im Bulletin über den Ausgang informiert. Heinrich

Gartentor, Präsident visarte schweiz erläutert die Notwendigkeit

einer Beitragserhöhung und erklärt die Verwendung der Mitgliederbeiträge.

5.1 Es ging ein Antrag von Joseph Egger betreffend Verkauf der Liegenschaft

Embrach ein. Über den Antrag wird mit dem Einverständnis

des Plenums im Zusammenhang mit Traktandum 6 diskutiert und

abgestimmt.

bulletin visarte zürich 3/2010

29


6. Geplante Aktivitäten

6.1 Verkauf Liegenschaft Embrach

Es wird vorab über den Grund zum geplanten Verkauf der Liegenschaft,

die voraussichtlichen Aufwendungen in den nächsten Jahren

und die erstellte Expertise von Arch. Schläpfer informiert. Nach intensiven

Diskussionen im Plenum wird ein Ordnungsantrag (Sprechdauer

begrenzen auf 2 Min.) gestellt, dem mit grossem Mehr zugestimmt

wird. Danach geht das Geschäft zügig voran.

Anschliessend wird Joseph Egger das Wort erteilt. Nach seinen Ausführungen

steht sein Antrag (der Schlussverkauf soll nochmals von

der Generalversammlung abgestimmt werden) jenem des Vorstandes

zum Verkauf der Liegenschaft bestmöglichst, jedoch für mindestens

Fr. 800‘000.—gegenüber. Die Versammlung stimmt mit grossem Mehr

(eine Gegenstimme) der Ermächtigung des Vorstandes zum Verkauf

der Liegenschaft Embrach zum bestmöglichsten Preis, mindestens

jedoch Fr. 800‘000.—zu.

6.2 Kunstetage visarte zürich: Kurzausblick 2010

Die Kuratorin, Susanne König, informiert über den Ausstellungsturnus

und die geplanten Aktivitäten im 2010, die sich mit aktuellen Thematiken

befassen und Menschen von Zürich sensibilisieren wollen.

Sie gibt die Ausstellungsdauer und Öffnungszeiten der Kunstetage

bekannt und informiert über die Finanzierung (die Kunstetage wird

durch diverse Stiftungen unterstützt und wird im 2010 die Buchhaltung

des Vereins nicht belasten).

7. Jürg Keller erläutert die Budgets Verein und Liegenschaften 2010.

Die Mehrheit der Anwesenden nimmt Kenntnis von den Zahlen.

Die Budgets können während den Öffnungszeiten im Sekretariat

eingesehen werden.

Der Präsident informiert über den budgetierten Aufwand der

K10 (Fr. 178‘000.--) sowie über seine grossen und erfolgreichen

Bemühungen hinsichtlich Sponsoringbeiträge (bisher gesprochen

Fr. 150‘000.--).

Die Anwesenden bedanken sich für seine Bemühungen mit einem

kräftigen Applaus.

30


8. Diverses

8.1 Elsie Wyss regt ein Fest „10 Jahre visarte“ (seit der Namensänderung

von GSMBA) vor. Die Organisation eines solchen Festes soll an die

Mitglieder delegiert werden. Es wäre schön, wenn sich ein Komitee

bilden würde zur Organisation eines Festes im 2011.

8.2 Aufnahmekommission: Ersatz für Ursula Schertenleib. Ab sofort können

sich interessierte Mitglieder bei der Geschäftsstelle melden.

8.3 Atelierbetreuung: Es wird ein neues Vorstandsmitglied gesucht, das

sich als Ressort mit der Betreuung der inzwischen 11 Ateliers und der

entsprechenden MieterInnen befasst.

8.4 Atelier Sihlquai 55: Flyers der renovierten, neu zu vermietenden vier

Ateliers am Sihlquai 55 liegen an der Versammlung auf.

8.5 Soziale Sicherheit: Am Montag, 28. Juni, 19 Uhr, findet an der Schoffelgasse

10 eine Informationsveranstaltung zur sozialen Sicherheit

von Kunstschaffenden statt (mit Eva Maria Würth, ZV-Mitglied, und

Jürg Lehmann (AXA Winterthur).

Es liegen keine weiteren Vereinsgeschäfte mehr vor.

Georgette Maag informiert kurz über die geplanten Aktivitäten

des Kunsthaus Aussersihl und dessen Ausstellung in der Bärengasse,

die am 28. Mai eröffnet wird und bis 19. Juni dauert.

Ursula Baur weist auf eine Podiumsdiskussion im Museum Bärengasse

hin vom 6. Mai, zu dem alle herzlich eingeladen sind.

Der Präsident macht auf mehrere unmittelbar bevorstehende

Anlässe mit „Zürcher Kunst“ aufmerksam.

Schluss der Versammlung:

Für das Protokoll

22.00 Uhr

Annalies Walter

Beim anschliessenden Apéro unterhielten sich die Anwesenden

angeregt und erfreut.

bulletin visarte zürich 3/2010

31


Die Wahl wird mehr

«und mehr wichtig

Der langjährige Kontakt zu Künstlern

hilft uns, Sie zu verstehen.

«

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Druckerei Schöftland AG, Hügelistrasse 3, 5040 Schöftland

www.buschoe.ch, 062 721 14 14


Impressum

Das bulletin visarte zürich erscheint jährlich 6 Mal

Auflage 700 Stück

Redaktionsschluss nächstes Bulletin: 01.07.2010

Redaktion bulletin visarte zürich: Ulrich Elsener, Annalies Walter

Bildredaktion: Ruth Monnier

Geschäftsstelle visarte zürich

Annalies Walter

Schoffelgase 10, CH-8001 Zürich

Postadresse: Postfach, CH-8022 Zürich

Tel./Fax 044 252 41 61

Email: visartezuerich@sunrise.ch

redaktion@visarte-zuerich.ch

www.visarte-zuerich.ch

www.galerie-visarte-zuerich.ch

Öffnungszeiten Büro:

Mo 14.15 bis 17.45 Uhr

Do 08.00 bis 11.30 Uhr

Bulletinsponsoring:

Kunstsammlung Albert und Melanie Rüegg Zürich

MIGROS Kulturprozent

Buschö, Druckerei Schöftland AG, Picardie, Schöftland,

www.buschoe.ch

Layout & Gestaltung: marco@elixir.ch

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