Aufsichtsbericht 2012 - Ensi

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Aufsichtsbericht 2012 - Ensi

Vorwort

Die Kernkraftwerke in der Schweiz erfüllen die

Sicherheitsanforderungen, wie sie in den schweizerischen

Gesetzen und Verordnungen festgelegt

sind, und verfügen darüber hinaus über die von

der Aufsichtsbehörde geforderten zusätzlichen

Sicher heitsmargen. Es spricht deshalb aus sicherheitstechnischer

Sicht nichts dagegen, dass die

Kernkraftwerke in der Schweiz weiter betrieben

werden können. Dies ist die zusammenfassende

Aussage des vorliegenden Aufsichtsberichts.

Es gab 2012 keine Vorkommnisse in den Schweizer

Kernkraftwerken, die die Sicherheit von Mensch

und Umwelt hätten beeinträchtigen können. Dies

zeigt die Auswertung der Resultate der über 400

Inspektionen, die wir angemeldet und unangemeldet

durchgeführt haben, sowie der Betriebsdaten

und Vorkommnis-Meldungen der Kraftwerksbetreiber.

Im vergangenen Jahr konnten alle Betreiber unter

anderem belegen, dass ihre Anlagen schweren

Erdbeben widerstehen und dabei keine Schäden

infolge Strahlung für Mensch und Umwelt ent stehen.

Diesen Nachweis hatten wir nach der Reaktorkatastrophe

in Fukushima gefordert. Die aktuellen

Erdbebennachweise basieren auf einer Zwischenberechnung

des PEGASOS Refinement Project PRP

vom Mai 2011 und sind deshalb provisorisch. Nach

Abschluss des Projekts PRP und der darauffolgenden

Überprüfung der Ergebnisse durch das ENSI

wird die Erdbebengefährdung für jeden Standort

neu festgelegt. Auf dieser Grundlage werden die

Betreiber die seismischen Gefährdungsannahmen

erneut analysieren müssen, um die Erdbebenfestigkeitsnachweise

zu aktualisieren.

Die Aufarbeitung der Ereignisse in Fukushima dauert

an. Im Rahmen des Aktionsplans Fukushima analysieren

unsere Experten weitere Aspekte der Sicherheit

und des Notfallschutzes. Wir wollen mit der

konsequenten Umsetzung der Erkenntnisse aus

dem Unglück die Sicherheit der Schweizer Kernkraftwerke

weiter verbessern.

Der EU-Stresstest bestätigt die Resultate der umfangreichen

Sicherheitsprüfungen, welche die Werke auf

Verfügung des ENSI nach Fukushima bisher durchführen

mussten. Die Schweizer Anlagen sind trotz

ihres fortschreitenden Alters auch im internationalen

Vergleich in einem guten Zustand. Die Auswertung

des EU-Stresstests, welchem sich die Schweizer

Anlagen 2011 gemäss der Verfügung des ENSI

unterzogen hatten, hat ergeben, dass Mühleberg,

Beznau und Gösgen die Anforderungen an sämtliche

von der EU-Kommission speziell begutachteten

Bereichen erfüllen. Einzig das Kernkraftwerk

Leibstadt erhielt von den EU-Gutachtern die Empfehlung,

im Bereich des Wasserstoffmanagements

nachzubessern. Eine entsprechende Forderung

zur Nachbesserung haben wir als schweizerische

Aufsichtsbehörde bereits 2011 an das Kernkraftwerk

Leibstadt gestellt.

Wie international üblich haben die EU-Gutachter

neben Empfehlungen zur Verbesserung auch

vorbildliche Sicherheitseinrichtungen bezeichnet,

welche für alle Kernkraftwerke anzustreben sind –

sogenannte Good Practices. Mit einer Ausnahme

sind in den Schweizer Kernkraftwerken alle von

der EU-Kommission als vorbildlich bezeichneten

Massnahmen bereits realisiert. Die Ausnahme betrifft

die diversitäre Wärmesenke des Kernkraftwerks

Mühleberg, wie sie vom ENSI bereits gefordert

wurde.

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ENSI Aufsichtsbericht 2012

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