Hotel-, Gaststättengewerbe und Tourismus in Dortmund

wirtschaftsfoerderung.dortmund.de

Hotel-, Gaststättengewerbe und Tourismus in Dortmund

Branchenbericht 2008

Trends und Analysen zum Wirtschaftsstandort Dortmund

Hotel-, Gaststättengewerbe

und Tourismus in Dortmund

Stimme aus der Branche

Zahlen, Daten, Fakten

Tourismus in Dortmund – eine Wachstumsbranche

Städtetourismus liegt im Trend – das hat

auch Dortmund in den touristischen Fokus

gerückt. Längst hat es sich herumgesprochen:

Shoppingmeile statt Walzstraße, Konzerthaus

statt Kokerei – Dortmund ist eine

Reise wert! Die Stadt entwickelt sich neben

ihrer Stärke als Tagungs-, Kongress- und

Messestandort zunehmend auch zum interessanten

Ziel für Städte- und Kulturreisen.

Abzulesen ist dies an den stetig steigenden

Übernachtungszahlen. Selbst im Jahr eins

nach dem Sommermärchen der Fußball-

WM verzeichnet die Statistik ein gesundes

Plus von fast 5 %. 2007 haben Gäste erstmaligs

mehr als 800.000 Mal in den Hotelbetten

der Stadt übernachtet.

Diese positive Entwicklung vollzog sich aber

nicht ohne eigene Anstrengungen: Mit

der Entwicklung marktfähiger Angebote,

der gelungenen Einbindung der Akteure

aus Hotellerie, Gastronomie, Handel, Wirtschaft

und Politik sowie der professionellen

Begleitung großer Veranstaltungen ist es

DORTMUNDtourismus gelungen, zukunftsträchtig

das Image Dortmunds positiv zu

entwickeln. Damit ist eine Grundvoraussetzung

für weiteren regen touristischen Aufschwung

geschaffen.

Inzwischen gehört die Querschnittsbranche

Tourismus auch in Dortmund zu einem

ernstzunehmenden, wichtigen Wirtschaftszweig,

an dem viele Arbeitsplätze hängen.

Dabei kommt dem vielmals unterschätzten

Tagestourismus eine tragende

Rolle zu – mehr als 90 % der touristischen

Aufenthaltstage entfallen in Dortmund auf

Tagesbesucher. Der Tourismus wird ein an

Bedeutung gewinnender Baustein im Strukturwandel

der Stadt sein. Insbesondere vor

dem Hintergrund dieser Entwicklung war

der Beginn der strategischen Kooperation

zwischen DORTMUNDtourismus und

Wirtschaftsförderung Dortmund ein längst

fälliger Schritt. In Zukunft können beide

Organisationen durch Einbringung ihrer

jeweiligen Stärken Dortmunds touristische

Zukunft fördern – die touristischen Potenziale

sind noch längst nicht ausgeschöpft.

Matthias Rothermund

Geschäftsführer DORTMUNDtourismus

•z 501.279 Übernachtungsgäste mit

•z 808.561 Übernachtungen

•z Täglich 116.000 Touristen

•z 8.348 Beschäftigte im Hotelund

Gaststättengewerbe

XX Erfolgreiches Tourismusjahr 2007

Ein neuer Höhepunkt in der konstanten

Aufwärtsentwicklung des Tourismus

in Dortmund: Mit 501.279 Gästen und

808.561 Übernachtungen schließt auch die

Bilanz 2007 mit einem Rekordergebnis ab.

Obwohl im Jahr 2006 durch die Fußball-WM

bereits ein Spitzenergebnis erzielt wurde,

konnte sowohl bei den Ankünften (2,5 %)

als auch bei den Übernachtungen (4,6 %)

erneut eine Steigerung verzeichnet werden.

Die Profilierung Dortmunds im WM-Jahr

wirkt sich nachhaltig aus.

Das erneute Gästeplus ist insbesondere auf

den deutlichen Zuwachs von Besuchern aus

dem Inland zurückzuführen. Reisen im eigenen

Land liegen bei den Deutschen derzeit

im Trend. Sogar bei den internationalen

Besuchern gibt es im Vergleich zu 2005 ein

Plus und liegt mit insgesamt 165.897 Übernachtungen

bei 20,5 %. Das heißt, dass


Branchenbericht 2008 | Hotel-, Gaststättengewerbe und Tourismus in Dortmund

6.000

Beschäftigte

0

3.901

926

3.693

948

2004 2005 2006 2007

nur ein leichter Rückgang im Vergleich zum

WM-Jahr zu verzeichnen ist.

Angeführt wird die Rangliste der wichtigsten

Auslandsmärkte von Großbritannien. Das

Niveau der britischen Übernachtungszahlen

ist hoch, weshalb weitere Zuwächse aus

diesem Markt mittelfristig eine besondere

Herausforderung darstellen werden. Den

zweiten Platz nehmen die Niederlande ein.

Platz drei belegt Österreich, dicht gefolgt

von der Schweiz und Polen. Die Bettenzahl

ist im Vergleich zum Vorjahr leicht auf 5.579

angestiegen.

Ein Zeichen für die Bedeutung der Branche

sind die Beschäftigungszahlen: 8.348 Menschen

arbeiteten 2007 in den Betrieben des

Dortmunder Hotel- und Gaststättengewerbes.

Davon waren 4.711 sozialversicherungspflichtig

beschäftigt (931 in der Hotellerie

und 3.780 im Gastgewerbe) und 3.637

arbeiteten als geringfügig Beschäftigte (243

in der Hotellerie und 3.394 im Gastgewerbe).

Das Minus von 191 Beschäftigten im

Vergleich zum Jahr 2006 geht zu ungefähr

drei Vierteln zu Lasten der geringfügig Beschäftigten,

die wohl hauptsächlich während

der Fußball-WM temporär beschäftigt

waren.

3.674

Gastgewerbe Hotellerie Sozialversicherungspflichtig beschäftigte Frauen

Beschäftigte im Hotel- und Gaststättengewerbe in Dortmund

1.087

XX Ausblick 2008

3.780

1.855

931

557

Mit der Loveparade wird Dortmund erneut

der nationalen und internationalen

Öffentlichkeit die Vitalität und Weltoffenheit

der Stadt präsentieren und einem Millionenpublikum

ein guter Gastgeber sein.

Nicht zu vergessen sind dabei die Millionen

Fernsehzuschauer.

Neue Airlines und Flugstrecken am Dortmunder

Airport erschließen neue Quellmärkte

in Skandinavien, Polen und auf dem Balkan.

Um die Positionierung des Tagungs-,

Kongress- und Messestandortes Dortmund

weiter zu forcieren, werden zielgruppenspezifische

Info- und Akquisekampagnen

gestartet.

XX Wirtschaftsfaktor Tourismus

in Dortmund

Erstes Ergebnis der Kooperation von

DORTMUNDtourismus und Wirtschaftsförderung

Dortmund ist die Studie

„Wirtschaftsfaktor Tourismus in Dortmund

durch die dwif-Consulting GmbH

(Deutsches Wirtschaftswissenschaftliches

Institut für Fremdenverkehr). Auszüge aus

dieser Grundlagenstudie werden im Folgenden

dargestellt. Ein PDF der kompletten

Studie kann unter der E-Mail-Adresse wirtschaftsfaktor@dortmund-tourismus.de

angefordert

werden.

Dortmund ist eine Destination mit vielen

Facetten. Das urbane Aktivitätenspektrum

ist einzigartig, facettenreich und modern

zugleich. Diese Vielfältigkeit spiegelt sich

auch im Angebot der Metropole wider:

•z Das Beherbergungsangebot reicht von

Privatquartieren und Campingstellplätzen

bis hin zu Spitzenhäusern mit Vier-

Sterne S-Niveau. In den rund 76 gewerblichen

Beherbergungsbetrieben werden

ca. 5.500 Gästebetten angeboten.

•z Sehenswürdigkeiten wie z. B. die Zeche

Zollern II/IV, der Westfalenpark mit

dem Fernsehturm „Florian“, das Casino

Hohensyburg, die Westfalenhallen

Dortmund und die vielen anderen Attraktionen

leisten einen nicht zu unterschätzenden

Beitrag zum Bekanntheitsgrad

und zur Anziehungskraft der

Stadt.

•z Zur Freizeitgestaltung gibt es vielfältige

Möglichkeiten, egal ob es sich um die

Bereiche Kultur, Kunst und Geschichte,

Feste und Veranstaltungen, Sport, Radfahren

und Klettern, Parks- und Grünflächen

oder sonstige Aktivitäten handelt.

•z Die vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten

aller Stilrichtungen mit großen Preisspannen

stehen natürlich nicht nur den

Einheimischen, sondern auch den Touristen

zur Verfügung.

•z Von besonderer Bedeutung sind die vielen

Tagungen, Kongresse und Messen in

den Westfalenhallen Dortmund, in Tagungshotels

und besonderen Locations

der Stadt. Zudem wird das Dortmunder

Angebot in einem hohen Maße von Geschäftsreisenden

genutzt.

XX Querschnittsbranche Tourismus

Tourismus ist eine typische Querschnittsbranche.

Dadurch wird er nicht als eigenständiger

Wirtschaftszweig erfasst. Profitierende

Branchen sind das Gastgewerbe mit

Beherbergungsbetrieben und Gaststätten,

der Einzelhandel und die Dienstleister mit

Angeboten für Unterhaltung, Freizeit und

Sport, für Transport und sonstige Dienstleistungen.


Branchenbericht 2008 | Hotel-, Gaststättengewerbe und Tourismus in Dortmund

130

XX Tagestourismus in Dortmund

Index 2.000 = 100

80

2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006

Dortmund Metropole Ruhr NRW Deutschland

Entwicklung des Übernachtungstourismus

Touristische Nachfrage in Dortmund

ein Garant für Umsatz

XX Übernachtungstourismus

in Dortmund

Insgesamt ist in Dortmund von jährlich

840.000 Übernachtungen auszugehen.

Eine Differenzierung nach der Unterkunftsart

verdeutlicht die spezifischen Schwerpunkte,

die Hotellerie stellt dabei deutlich

das bei weitem wichtigste Angebotssegment

dar:

•z In den gewerblichen Beherbergungsstätten

mit neun oder mehr Betten wurden

im Jahr 2006 rund 763.000 Übernachtungen

registriert.

•z Für die nicht gewerblichen Privatvermieter

mit weniger als neun Betten wurden

rund 17.000 Übernachtungen recherchiert.

•z Bei den Campinggästen sind die Übernachtungen

sowohl der Touristik-

(10.000) als auch der Dauercamper

(50.000) berücksichtigt. Beide Segmente

ergeben zusammen 60.000 Übernachtungen.

Die Entwicklung der gewerblichen Übernachtungszahlen

in Dortmund ist seit 2001

deutlich positiver als im Ruhrgebiet, in

Nordrhein-Westfalen und in Deutschland

insgesamt.

XX Verwandten- und

Bekanntenbesuche

Drei Millionen Übernachtungen oder

etwa 78 % der gesamten touristisch relevanten

Nächtigungen in Dortmund finden

in den Privatwohnungen der Einheimischen

statt. Zur Quantifizierung des Besucherverkehrs

bei Einheimischen wurde im Rahmen

der Studie eine separate Erhebung

durchgeführt. Die Verwandten- und Bekanntenbesuche

sind rein quantitativ das

mit Abstand größte Marktsegment des

Übernachtungstourismus in der Stadt Dortmund.

Grundsätzlich bietet dieser Markt

auch ein beachtliches Potenzial für die Beherbergungsbetriebe.

Gesamtmarkt Tourismus – ein Überblick

Der Tagestourismus wird in seiner Bedeutung

vielerorts unterschätzt. Die Daten

zum Tagestourismus wurden im Rahmen

der 2004 bis 2006 laufenden Grundlagenstudie

„Tagesreisen der Deutschen“

ermittelt. Basis waren pro Jahr jeweils rund

36.000 repräsentativ angelegte Telefoninterviews

am Wohnort. Auftraggeber für

diese Untersuchung waren alle Wirtschaftsministerien

des Bundes und der Länder. Die

Einzelauswertung für die Stadt Dortmund

ergab ein Volumen von 38,5 Millionen Aufenthaltstagen

durch Tagestouristen. Davon

entfallen rund 31,4 Millionen auf privat motivierte

Ausflügler und die übrigen 7,1 Millionen

Aufenthaltstage auf Tagesgeschäftsreisende.

Damit ist der Tagestourismus das

mit Abstand quantitativ größte touristische

Marktsegment für Dortmund. Die Anzahl

der Tagesreisen übersteigt das Übernachtungsvolumen

in allen Betrieben (gewerbliche

Betriebe, Privatquartiere, Camping)

und in den Privatwohnungen (VFR) um

mehr als das Zehnfache. Diese Tagesgäste

leisten einen wichtigen Beitrag in Bezug auf

eine ganzjährig befriedigende Auslastung

der vorhandenen Infrastruktureinrichtungen

wie Gastronomie, Freizeiteinrichtungen oder

Einzelhandelsgeschäfte. Mehr als 90 % der

gesamten touristischen Aufenthaltstage in

Dortmund entfallen auf die Tagesbesucher,

die am gleichen Tag wieder an ihren Wohnort

zurückkehren. Der Tagestourismus muss

also gerade unter ökonomischen Gesichtspunkten

als wichtiges Teilsegment bei den

Analysen zur Bedeutung des Tourismus als

Wirtschaftsfaktor angesehen werden.

Dortmund

Übernachtungen in gewerblichen Betrieben > 8 Betten 763.000

Übernachtungen in Privatquartieren > 9 Betten 17.000

Übernachtungen auf Touristik- und Dauercampingstellplätzen 60.000

Übernachtungen durch Verwandten- und Bekanntenbesuche in den Privatwohnungen

Tagesreisen (Tagesausflüge und -geschäftsreisen)

3,0 Millionen

38,5 Millionen

Touristische Aufenthaltstage insgesamt

42,34 Millionen


Branchenbericht 2008 | Hotel-, Gaststättengewerbe und Tourismus in Dortmund

Der Tourismusmarkt in Dortmund

Segment Aufenthaltstage x Ausgaben pro Tag und Person = Bruttoumsatz

Übernachtungen (gewerblich) 763.000 x 127,10 Euro = 96,98 Millionen Euro

Privatvermieter 17.000 x 53,70 Euro = 0,91 Millionen Euro

Touristikcamping 10.000 x 19,40 Euro = 0,19 Millionen Euro

Dauercamping 50.000 x 16,90 Euro = 0,85 Millionen Euro

Verwandten- und Bekanntenbesuche 3,0 Millionen x 30,30 Euro = 90,9 Millionen Euro

Tagesreisen 38,5 Millionen x 30,30 Euro = 1.166,55 Millionen Euro

Bruttoumsatz gesamt: 1.356,38 Millionen Euro

XX Touristische Umsätze – ein häufig

unterschätzter Wirtschaftsfaktor

Mit den zusammengetragenen Rahmendaten

wurde folgende Berechnung zur Ermittlung

der Bruttoumsätze durchgeführt:

Nachfragevolumen nach Marktsegmenten

x Tagesausgaben pro Kopf

Bei insgesamt 42,34 Millionen Aufenthaltstagen

und durchschnittlichen Ausgaben von

gerundet 32 Euro lässt sich ein jährlicher

Bruttoumsatz in Dortmund von insgesamt

rund 1,35 Milliarden Euro ermitteln. Nach

Marktsegmenten gliedern sich die Umsätze

wie oben dargestellt.

XX Profitierende Branchen – eine

weit verzweigte Umwegrentabilität

Vielerorts werden nur die Inhaber der

Beherbergungsbetriebe zu den Profiteuren

der Tourismusbranche gezählt. Mit Hilfe

einer detaillierten Abfrage der Ausgabenstrukturen

lassen sich aber die Geldströme

im Detail nachvollziehen und die Profiteure

ermitteln. Grundsätzlich ist zwischen drei

Wirtschaftszweigen zu unterscheiden:

•z Gastgewerbe: Hierzu zählen sowohl

die Ausgaben für die Unterkunft (inkl.

Frühstück, Halb- oder Vollpension) als

auch für die Verpflegung in der Gastronomie

(z.B. Restaurant-/Cafébesuch).

•z Einzelhandel: Sowohl Lebensmitteleinkäufe

als auch Einkäufe sonstiger Waren

werden hier berücksichtigt.

•z Dienstleistungen: Hierzu zählen Ausgaben

für Unterhaltung/Freizeit/Sport (z.B.

Eintrittspreise für kulturelle Veranstaltungen,

Museen, Erlebnisbäder, Sportveranstaltungen,

Nutzungsgebühren),

für lokale Transportmittel (z.B. ÖPNV,

Taxi) sowie sonstige Dienstleistungen

(z.B. Parkgebühren, Kosten für Diensleistungen

aller Art).

In der Tabelle sind nur die direkten Ausgaben

der Touristen aufgelistet. Es handelt

sich hierbei um die sogenannte erste Umsatzstufe.

Nach Abzug der Umsatz-Mehrwertsteuer

in Höhe von knapp 156,38 Millionen

Euro ergibt sich ein Nettoumsatz von

1,2 Milliarden Euro.

100

In %

90,9

86,0

100

In %

59,7

86,9

XX Aufenthaltstage und Bruttoumsätze

im Vergleich

Zur Verdeutlichung der Strukturen in

Dortmund werden nachfolgend die jeweiligen

Anteilswerte der touristischen Marktsegmente

in Bezug auf die Aufenthaltstage

und den Bruttoumsatz einander gegenübergestellt:

0

7,1

0,2

1,8

Aufenthaltstage

42,34 Millionen

6,7

0,2

7,1

Umsätze

1.356,38 Millionen Euro

Verwandten- und Bekanntenbesuche

Gäste in Privatquartieren und Campinggäste

Gäste in gewerblichen Betrieben

Tagesreisen

Touristische Aufenthaltstage

und Umsätze in Dortmund

0

9,9

30,4

Tagesgäste/VFR

Bruttoumsatz:

98,93 Millionen Euro

Dienstleistungen

Einzelhandel

Gastgewerbe

Vom Tourismus in Dortmund

profitierende Branchen

9,2

3,9

Übernachtungsgäste

in Betrieben

Bruttoumsatz:

98,93 Millionen Euro


Branchenbericht 2008 | Hotel-, Gaststättengewerbe und Tourismus in Dortmund

Das Ausgabeverhalten der Tages- und

Übernachtungsgäste unterscheidet sich

nicht nur in der Höhe, sondern auch in der

Struktur. Der Übernachtungsgast gibt das

meiste Geld im Gastgewerbe aus. Bei den

Tagesgästen ist der Einzelhandel eindeutig

als Hauptprofiteur zu identifizieren.

Von den Touristen profitieren also nicht nur

die Beherbergungsbetriebe. Dies soll eine

Zusammenschau des touristischen Gesamtmarktes

verdeutlichen:

•z Nur 3,5 % der gesamten touristischen

Umsätze entfallen auf die Unterkunft.

•z Die hohe Bedeutung des Einzelhandels

drückt sich in einem Anteil von rund

56 % der Umsätze aus.

•z Etwas weniger als ein Drittel der Umsätze

wird durch die Ausgaben in der Gastronomie

generiert. Hierin sind auch die

Verpflegungsarrangements der Übernachtungsgäste

enthalten (z.B. Frühstück).

•z Auf den Bereich Freizeit und Unterhaltung

entfallen 8,5 % der gesamten Umsätze.

•z Der Umsatzanteil sonstiger Dienstleistungen

(wie z.B. Parkgebühren) und des

lokalen Transports liegt bei weniger als

1 %.

XX Wertschöpfung – Einkommen

bleibt in der Stadt Dortmund

Wertschöpfung oder Einkommen ist

gleichzusetzen mit den Löhnen und Gehältern

der in den touristisch relevanten

Betrieben beschäftigten Personen und den

Gewinnen der Unternehmer. Die ökonomischen

Effekte durch die Ausgaben der

Touristen in Dortmund spiegeln sich im Nettoumsatz

in Höhe von 1,2 Milliarden Euro

wider. Die Wertschöpfungsquote benennt

den Anteil des Nettoumsatzes, der zu Einkommen

wird; entsprechend den Strukturen

ergibt sich ein Anteil von rund 31 %.

Die Korrelation der Wertschöpfungsquote

mit dem Nettoumsatz ergibt das direkte

Einkommen aus der Tourismuswirtschaft in

Höhe von 368,57 Millionen Euro.

3.

4.

2.

5.

6.

Nach Abzug der direkten Einkommenseffekte

vom Bruttoumsatz verbleibt ein Restbetrag

in Höhe von 831,43 Millionen Euro.

Diese Summe wird von den direkten Profiteuren

für die Lieferung von Vorleistungen

bzw. für die Inanspruchnahme von Dienstleistungen

wieder ausgegeben. Im Rahmen

einer zweiten Umsatzstufe ist von einer

Wertschöpfungsquote von etwa 30 % auszugehen.

Dies bedeutet, dass etwa 249,43

Millionen Euro an Löhnen, Gehältern und

Gewinnen bei den Vorleistungslieferanten

anfallen. Insgesamt werden 618,0 Millionen

Euro einkommenswirksam.

XX Beschäftigungseffekte –

eine Branche schafft Arbeitsplätze

Die Tourismuswirtschaft ist nicht nur

Umsatzgenerator, sondern auch Beschäftigungsmultiplikator.

Die genaue Zahl der

Beschäftigten im Tourismus ist allerdings

nicht bekannt. Sinnvoll erscheint ohnedies

die Ermittlung von Beschäftigungsäquivalenten,

da viele Personen nur anteilig vom

Tourismus leben. Im Einzelhandel oder in

der Gastronomie werden auch Einheimische

bedient, nur selten lassen sich die Beschäftigten

eines Unternehmens zu 100 %

der Tourismusbranche zurechnen.

Ein realistisches Beschäftigungsäquivalent

lässt sich aus der Division des touristischen

Einkommensbeitrages in Höhe von 618,0

Millionen Euro durch das durchschnittliche

1.

Gesamt: 1.356,38 Millionen Euro

Vom Tourismus in Dortmund profitierende Wirtschaftszweige

1. Einzelhandel (55,7 %)

2. Lokaler Transport (0,4 %)

3. Gastronomie (31,0 %)

4. Unterkunft (3,5 %)

5. Freizeit, Unterhaltung (8,5 %)

6. Sonstige Dienstleistungen (0,9 %)

Primäreinkommen pro Kopf in Höhe von

17.605 Euro in Dortmund ermitteln. Aus

dieser Berechnung resultiert ein Äquivalent

von rund 35.100 Personen, die ihren Lebensunterhalt

durch den Tourismus bestreiten

können.

XX Steuereffekte –

ein Profit für Dortmund

Die Steuerrelevanz des Tourismus beschränkt

sich nicht nur auf die 156,38 Millionen

Euro Umsatz-Mehrwertsteuer, die

der Bundeskasse zukommt. Darüber hinaus

dürfen auch die anteilige Lohn- und Einkommenssteuer

der im Tourismus beschäftigten

Personen und die anteilige Gewerbe- und

Grundsteuer der vom Tourismus profitierenden

Unternehmen nicht vernachlässigt

werden. Nach Erfahrungswerten des dwif

sind dies etwa 2 bis 3 % des touristischen

Nettoumsatzes. An die kommunale Kasse

fließen demnach rund 30 Millionen Euro.

Somit sind die kommunalen Ausgaben für

Touristeninformationen und touristische Infrastruktur

durchaus gerechtfertigt.


Branchenbericht 2008 | Hotel-, Gaststättengewerbe und Tourismus in Dortmund

XX Tourismus in Dortmund

eine beeindruckende Bilanz

Die Bilanz der wirtschaftlichen Effekte

durch die Tourismusnachfrage in Dortmund

ist beeindruckend und lässt sich wie folgt

zusammenfassen:

•z Die Zahl der jährlichen touristischen

Aufenthaltstage liegt bei rund 42,34

Millionen, pro Tag empfängt Dortmund

also im Durchschnitt etwa 116.000 Touristen.

•z Aus der touristischen Nachfrage resultieren

rund 1,4 Milliarden Euro Bruttoumsatz.

•z In Bezug auf alle Zielgruppen gibt ein

Tourist am Tag im Durchschnitt 32 Euro

aus.

•z Die touristisch induzierten Einkommenseffekte

belaufen sich auf 618,0 Millionen

Euro.

•z Der relative touristische Beitrag zum Primäreinkommen

beträgt 6,0 %.

•z Das touristische Einkommen entfällt zu

60 % auf die direkten und zu 40 % auf

die indirekten Profiteure.

•z Das Einkommen aus der Tourismuswirtschaft

liegt pro Jahr und Einwohner in

Dortmund bei 1.050 Euro.

•z Aus der Division des touristischen Einkommensbeitrages

(618,0 Millionen

Euro) durch das durchschnittliche Primäreinkommen

im Untersuchungsgebiet

pro Kopf (17.605 Euro) ergibt sich

ein Einkommensäquivalent von mehr als

35.100 Personen, die ihren Lebensunterhalt

durch den Tourismus bestreiten

können.

•z Der touristische Beitrag zum Steueraufkommen

in Dortmund beläuft sich auf

eine Größenordnung von rund 30 Millionen

Euro. Darin enthalten sind die

anteilige Gewerbe- und Grundsteuer

der touristisch relevanten Betriebe sowie

die anteilige Lohn- und Einkommenssteuer

der im Tourismus beschäftigten

Personen.

XX Quellen und Hinweise

Angaben zur sozialversicherungspflichtigen

und geringfügigen Beschäftigung

entstammen den Daten der Bundesagentur

für Arbeit zum Stichtag 30.06.2007. Die

Beschäftigten gehören folgenden Wirtschaftszweigen

gemäß der Systematik WZ

2003 an: Hotellerie: 551–552, Gastgewerbe:

553–555.

Kontakt

Wirtschaftsförderung Dortmund

Töllnerstr. 9–11

44122 Dortmund

www.wirtschaftsfoerderung-dortmund.de

Pascal Ledune

Ansprechpartner

Fon: (0231) 50-2 92 00

Fax: (0231) 50-2 37 17

Pascal.Ledune@stadtdo.de

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