der im Griff – eine Familienpflegerin hilft Karin, ihren All - Nusz

nusz.de

der im Griff – eine Familienpflegerin hilft Karin, ihren All - Nusz

4 Mit Weitblick ... Auf in die Zukunft ... Nicht wegzudenken ...

Sigrid Niemer, Juppy und Heidi Knake-Werner

gratulieren dem NUSZ zum Geburtstag

6 Der NUSZ-Baum hat seine Wurzeln in einer Schöneberger Fabriketage

Das Nachbarschaftszentrum heute

8 Waschhaus und Boseclub

9 Täglich auf’nen Schwatz

Nachbarschaftstreff Britzer Straße

Der Tempelhofer Tauschring

10 Tiere sind Freunde und Kameraden

Der Kinderbauernhof bietet Kindern eine zweite Heimat

Förderer und Kooperationspartner, Impressum

12 Nachbarschaft kennt keine Grenzen

NUSZ-Geschäftsführerin Renate Wilkening über Pläne und Perspektiven

13 In der Gemeinschaft leben und arbeiten

Liz Karnasch lebt seit 26 Jahren auf dem ufa-Gelände

14 Die NUSZler auf einen Blick

16 Wenn Kinder keine Ruhe finden ...

Die Berliner SchreiBabyAmbulanz hilft verzweifelten Eltern aus der Krise

17 Keine Schande

Familienpfleger helfen, Erziehungs- und Alltagsprobleme in den Griff zu kriegen

18 Wieder was fürs Leben gelernt

Ein Tag in der Kita MaRiS

19 Kinderhotel am Luckeweg

Kinder übernachten in der Kita

20 Mein Sohn ist nicht traurig, wenn wir nicht verreisen können

Ein Gespräch mit Kerstin Kemmritz über das Horthaus auf dem Tempelhofer Feld

Rückzug auf die Wunderinsel

In der Schulstation an der Nahariya-Grundschule können Kinder lernen und entspannen

21 „Hundert Jahre und een Mittwoch ... “

Die 92-jährige Edith Herold hat noch viel vor. Sie und Sittich Hansi

werden vom ambulanten Pflegedienst versorgt.

22 Bevor das Leben eine zähe Suppe wird

Vera Lüters engagiert sich ehrenamtlich und hilft damit sich und anderen

23 Familientreffpunkt

Hier dreht sich alles um die Familie

24 Die Verwalterinnen

Acht Frauen, die den Laden schmeißen

Familienservice für Berliner Betriebe, NUSZ international

25 Allein unter Frauen

Torsten Fischer und seine ufa-Zeit

Eva Mehnert

Danke, Eva!

26 Von A wie Aikido bis Z wie Zirkus

Im NUSZ gibt es über 100 Kurse - für jeden ist was dabei

Inhalt


Geburtstagsgrüße

Mit Weitblick ...

Herzlichen Glückwunsch! Sie beginnen gerade eine

Festschrift zu lesen, in der auf wenigen Seiten ein 20jähriges

Engagement für Lebensqualität in Berlin gewürdigt

wird. Ich freue mich, dieses Grußwort zu schreiben: Habe ich

doch selbst immer wieder in verschiedensten Zusammenhängen

vom Nachbarschaftszentrum profitiert – als Stepptänzerin,

Sportbegeisterte, junge Mutter oder Kursleiterin.

Wenn es das NUSZ in der ufaFabrik nicht gäbe, müsste es

glatt erfunden werden! Es verbindet Menschen, die ähnliche

Interessen haben. Jeder zählt und ist wichtig, die einzelne

Person mit ihren Fragen, Wünschen und Bedürfnissen steht

im Mittelpunkt des Geschehens. Mein Dankeschön an dieser

Stelle gilt allen Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern und den vielen

ehrenamtlich Tätigen, die tägliche, aufmerksame Kleinarbeit

leisten, um diesem Anspruch gerecht zu werden.

Das NUSZ entwickelte sich aus dem Zusammenschluss

verschiedener Selbsthilfegruppen und war zunächst leicht

überschaubar. Es gab eine zentrale Anlauf- und Beratungsstelle,

von dort aus wurde alles organisiert. Zwei Gruppenräume,

das Dojo für asiatische Sportarten und ein Tanzraum

standen zur Verfügung. Nach der offiziellen Inbetriebnahme

gab es schon bald mehr Ideen und Entwicklungsmöglichkeiten,

als die Räume an der Viktoriastraße es zuließen. Im

Lauf der letzten 20 Jahre planten und entwickelten die beiden

Geschäftsführerinnen Sigrid Zwicker und Renate Wilkening

mit großem Weitblick und unermüdlicher Initiative einen gemeinnützigen

Träger, der zahlreichen Menschen und Familien

im Süden Berlins den Lebensalltag bereicherte.

Unter dem Dach der ufaFabrik ergänzt sich das Nachbarschaftszentrum

auf vielfältige Weise mit den anderen Einrichtungen,

präsentiert der Kulturbetrieb professionelle Bühnenprogramme,

haben Jung und Alt im Nachbarschaftszentrum

die Chance, selbst aktiv, sportlich und kreativ zu sein.

Besucher des Gästehauses entdecken beim Blick aus dem

Fenster einen Bauernhof mitten in der Stadt, in dem Tiere ein

gutes Leben führen, Kinder freundlich aufgenommen werden

und eine Menge lernen können. Kursteilnehmer und Eltern

schätzen die Vollwertprodukte aus Bäckerei und Laden und

das Café Olé ist beliebte Anlaufstelle zum Entspannen.

Kultur, Nachhaltigkeit, Ökologie, Partizipation und soziales

Engagement – diese Leitgedanken bestimmen alle Betriebe

und Aktivitäten innerhalb der ufaFabrik. Im Jahr 200 klassifizierte

das Settlement Programm der Vereinten Nationen

UN-Habitat die ufaFabrik als weltweit „Best Practice to Improve

the Living Environment“. Das Nachbarschaftszentrum

hat durch seine Ausstrahlung wesentlich zu dieser Ehrung

beigetragen.

Ich freue mich schon aufs Feiern und wünsche gutes Gelingen

für die Herausforderungen der nächsten zwanzig Jahre ...

Vorstand Internationales Kultur-

Centrum ufaFabrik e. V.


Auf in die Zukunft ...

Das Nachbarschaftszentrum gibt es im Grunde genommen

seit es die ufaFabrik gibt. Sogar schon von Anfang an,

seit 1976 in der alten Fabrik, als wir noch in der Kurfürstenstraße

waren. Der erste große Hit war das Buch „Schwanger“.

Seitdem haben sich die Chancen, nicht nur in Berlin, wie ein

Mensch auf die Welt kommt, sehr stark verbessert. Wie oft

habe ich Besuchern oder Politikern erzählt, das Leben ist wie

eine gute Show. Du musst ein super Opening haben und ein

starkes Finale. Wenn du mal mittendrin einen Hänger hast,

dann kannst du mit einem guten Finale alles wieder rausreißen.

Und seit 20 Jahren betreuen wir im Nachbarschaftszentrum

die Menschen von der Geburt bis zur Verabschiedung.

Was jeder im Urlaub macht, das weiß er selbst. Aber was

macht der Mensch täglich nach Feierabend ab 17 Uhr? Da

kann er in der ufaFabrik im NUSZ an den Dingen arbeiten,

um aus seinen Träumen Wirklichkeit zu machen. Ob Karate,

Aikido, Tanzen, Artistik, Kinderbauernhof, Therapie für Kleine

und Große, Yoga, Percussion, Sprachkurse, Kindergarten

und vieles mehr ist dort zu finden. Bei all denen, die im NUSZ

arbeiten, möchte ich mich für uns alle aus der ufaFabrik

bedanken, besonders

bei Sigrid Zwicker und

Renate Wilkening.

Über das NUSZ ist mir

klar geworden, was für

Menschen am wichtigsten

ist, um sich zu

entwickeln: Freiraum.

Mögen eure Kunststücke

immer gelingen ...

Vorstand

ufaFabrik e. V.

Geburtstagsgrüße

Nicht wegzudenken ...

Ein Alter von 20 Jahren – ist das viel oder wenig? Ist man

20 Jahre jung, dynamisch und tatendurstig oder 20 Jahre

alt, erfahren und beständig? Für das NUSZ kann man getrost

feststellen: es trifft beides zu!

Gegründet an historischer Stelle – auf dem Gelände der

ufaFabrik – ging es von Beginn an um die Schaffung und

Aufrechterhaltung einer großen Angebotsvielfalt für Kinder,

Jugendliche, Mütter, Väter und die ganze Familie einschließlich

der Senioren. Das Spektrum umfasst vorrangig die

Bereiche Bildung, Kultur, Sport und Gesundheit, aber auch

Pflege und Arbeit. Besondere Aufmerksamkeit kommt der

Kinderbetreuung, der Familien(konflikt)beratung und dem

Aufbau eines Familiennetzwerkes zu.

Beispielhaft seien genannt der Aufbau einer SchreiBaby-Ambulanz,

Nachtmütterservice, Kindertagesstätten, der

Kinderbauernhof, den Familienpflegedienst sowie diverse

Selbsthilfegruppen und ein breit gefächertes Kursangebot für

alle Lebensbereiche und Altersklassen.

Nach wie vor geht es vor allem darum, Hilfe zur Selbsthilfe

zu leisten und für Nachbarschaftsinitiativen und Selbsthilfeaktivitäten

eigenständige Strukturen zu ermöglichen.

Wie nicht anders zu erwarten, ist dabei das NUSZ auch

selbst gewachsen. Mittlerweile gibt es zwei weitere Nachbarschaftstreffpunkte

im Waschhaus Lichtenrade und in der

Britzer Straße sowie zwei Kindertagesstätten. Im Berliner

Süden ist das NUSZ nicht mehr wegzudenken.

Bei diesem Weg war so manche Hürde zu überwinden.

Aber das NUSZ nahm die Herausforderungen an, knüpfte

vielfältige Kontakte und trug dazu bei, den Prozess der Entwicklung

von Stadtteilzentren zu fördern und mit Stadtteilbewohnern

zusammen an erkannte Probleme heranzugehen.

Ich beglückwünsche das NUSZ zu seinem 20-jährigen

Bestehen! Beharrlich und voller guter Ideen. So ist es und so

soll es auch in Zukunft sein!

Senatorin für Integration, Arbeit

und Soziales Berlin


6 NUSZ heute

Der NUSZ-Baum hat seine Wurzeln in

Seit seiner Gründung vor 20 Jahren hat sich das NUSZ zu einem erfolgreic

Von Erich Becker

Das Tempelhofer Nachbarschafts- und Selbsthilfezentrum

ufaFabrik (NUSZ) ist reine Frauensache. Auf den

ersten Blick jedenfalls. Vereinsvorstand und Geschäftsleitung

sind fest in weiblicher Hand, ebenso wie 1 von insgesamt 1

Teams, die sich in NUSZ-Trägerschaft befinden, von Frauen

geführt werden. „Das liegt möglicherweise daran, dass sich

Frauen eher für soziale Berufe interessieren als Männer“, sagt

Sigrid Zwicker, eine der beiden NUSZ-Geschäftsführerinnen.

„Vielleicht aber auch daran, dass es in diesem Beruf nur wenig

gute Männer gibt.“

Auch bei der Entstehung des NUSZ spielten Frauen eine

wichtige, wenn nicht sogar die entscheidende Rolle. Denn ein

Karatekurs für Frauen war sozusagen die Urzelle all der Veranstaltungen,

Seminare, Kurse und Workshops, die heute Jahr

für Jahr angeboten werden. „Die Frauen wollten lernen, sich

verteidigen zu können“, so Sigrid Zwicker.

Das war Mitte der 70er Jahre, zu einer Zeit, als an ein Nachbarschaftszentrum

noch nicht zu denken war, die ufaFabrik

selbst noch die „Fabrik für Kultur, Sport und Handwerk“ war

und sich als eine für die damalige Zeit typische Selbsthilfeorganisation

auf einer Schöneberger Fabriketage eingerichtet hatte.

Doch ein Kurs reichte schon bald nicht mehr aus. „Wenn

zehn Leute zusammen sind, spricht sich das schnell herum“,

erzählt Sigrid Zwicker. Die Kurse vermehrten sich quasi durch

Zellteilung. Und aus talentierten Teilnehmern wurden bald

neue Trainer.

Als die Leute von der Fabriketage 1979 das brachliegende

Tempelhofer ufa-Gelände am Teltowkanal für sich entdeckten

und kurzerhand besetzten – heute heißt das „friedlich wieder

in Betrieb nahmen“ – wanderten die Kurse samt Karatefrauen

mit und fanden fortan im ehemaligen Kopierwerk, in der alten

Kantine oder im früheren Ufa-Premierenkino eine neue, und

wie sich zeigen sollte, dauerhafte Wirkungsstätte.

Unter den Akteuren war auch Sigrid Zwicker. Sie kam, wie

viele ihrer Mitstreiter, aus der Anti-Atom-Kraftbewegung. Ihr

Ziel war, gesellschaftspolitische Ideen zur Verbesserung der Lebensqualität

gemeinsam und mit eigener Kraft in die Tat umzusetzen.

Anregung gaben auch die Verbindungen zu Künstlern,

freien Berufen und Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland.

Zahlreiche Dinge wurden ausprobiert: Windkraft, Solarenergie,

Pantomime, Theater. Der ufaFabrikCircus tourte mit über

0 Künstlern kreuz und quer durch Europa, Gesundheitsgruppen

und asiatische Heilweisen wie Shiatsu, Qi Gong, Aikido,

die erste Schwangerengruppe, Geburtsvorbereitungskurse für

Hausgeburten u.v.a. entstanden. Alle Aktivitäten, ob Kurse,

Kunst oder beginnender Kommerz, waren unter dem Dach der

ufaFabrik vereint.

Das änderte sich Mitte der 80er Jahre, als klar war, dass der

immer größer werdende Betrieb und die Weiterentwicklung der

ufaFabrik nicht ohne öffentliche Gelder funktionieren würden.

Vor allem die Sanierung der maroden Gebäude auf dem Gelände

kostete eine Menge Geld. Bis dahin hatten die Fabrik-Leute

auf „Staatsknete“ verzichtet, vor allem deshalb, weil sie damit

ihre Unabhängigkeit von staatlichen Organisationen demonstrieren

wollten.

„Letztlich war die Gründung des Nachbarschaftszentrums

eine politische Entscheidung“, so Sigrid Zwicker, die 1987

zu den Gründungsmitgliedern des NUSZ gehörte. Wolle man

öffentliche Förderung bekommen, müsse man eine bestimmte

Struktur vorweisen. Denn die unterschiedlichen Fördertöpfe

des Senats mussten mit dem passenden Empfänger verbunden

werden. So wurde unter dem Dach des Vereins ufaFabrik das

NUSZ als Träger sozialer und gesellschaftlicher Einrichtungen

und Aktivitäten gegründet, im kulturellen Bereich bereicherte

fortan das Internationale KulturCentrum das Leben Tempelhofs,

ja ganz Berlins.

Heute, 20 Jahre später, ist das NUSZ ein florierendes mittelständisches

Unternehmen – mit einem gravierenden Unterschied:

Das NUSZ arbeitet nicht gewinnorientiert, es müssen

jedoch die entstehenden Kosten erwirtschaftet werden. Es hat


einer Schöneberger Fabriketage

einen Jahresumsatz von , Millionen Euro und ist ein gefragter

Arbeitgeber. Zurzeit beschäftigt das NUSZ 198 Mitarbeiter.

Davon sind 11 fest angestellt, 2 arbeiten als Honorarkräfte

und 60 weitere sind ehrenamtlich tätig. Sie erziehen

Kinder in den beiden Kindertagesstätten und dem Horthaus,

die das NUSZ betreibt. In der SchreiBabyAmbulanz wird verzweifelten

Eltern mit brüllenden Säuglingen geholfen. Auf

dem Kinderbauernhof können Kinder erleben, dass es auch ein

Leben außerhalb der Großstadt gibt.

Längst ist das immerhin 18.000 Quadratmeter große ufa-Gelände

für die immer weiter greifenden Aktivitäten des Nachbarschaftszentrums

zu klein geworden. Inzwischen betreibt

das NUSZ zwei Kindertagesstätten, einen Schulhort und eine

Chronologie 7

hen Berliner Stadtteilzentrum mit fast 200 MitarbeiterInnen entwickelt

Schulstation sowie zwei Nachbarschaftstreffpunkte und einen

Kinder- und Jugendklub. Auch unter die Vermieter ist der Verein

gegangen: Räume in den vom NUSZ betriebenen Gebäuden

können für Veranstaltungen gebucht werden.

Das zu Anfang recht schmale Programmheft (auf das man in

den ersten Jahren noch verzichten konnte) wurde im Lauf der

Jahre immer dicker. Heute umfasst es mehr als 70 Seiten und

bietet um die 100 Kurse, Workshops und Seminare. Singen,

Schneidern, Trommeln, Tanzen werden in Kursen angeboten.

Und die Karategruppe, übrigens inzwischen ein eigener Verein,

bietet Kurse für diese Kampfsportart in allen Variationen

an – natürlich längst nicht mehr nur für Frauen.


8 Stadtteilarbeit

Im Waschhaus trifft sich

Jung und Alt aus dem

Nahariya-Kietz

Eines von vielen Angeboten für Kinder: Basteln mit Salzteig

Der Nachbarschafts-Treffpunkt und das Waschhaus im

Nahariya-Kiez sind als Orte der Begegnung für jüngere

und ältere Anwohner konzipiert. Ein Nachbarschafts-Café als

Anlaufstelle und Treffpunkt im Kiez steht allen älteren und

jungen Anwohnern, gleich welcher Herkunft, offen. Offene

Treffs laden Eltern mit ihren Kleinkindern zum gemeinsamen

Spielen und zum Gedankenaustausch ein. Ergänzt werden

die Angebote durch Gruppenangebote im Bereich Familienbildung,

Gesundheit, Selbsthilfe, sozial-kulturelle Arbeit und

Beratung.

Wir engagieren uns für eine gute Zusammenarbeit von Jugend-

und Familieneinrichtungen, Schulen, Kitas, Kirche,

Wohnungsbaugesellschaften, Polizei und Anwohnern im

Kiez, für gemeinsame Feste und wir fördern bürgerschaftliches

Engagement mit der KiezAktivKasse Lichtenrade.

Ziel unserer generationsübergreifenden Treffpunkte ist es,

die soziale Infrastruktur im Kiez zu verbessern und einen Ort

zu schaffen, an dem Anwohner zusammenkommen und sich

kennenlernen können. Wir engagieren uns deshalb auch in der

Gemeinwesenarbeit und verstehen dies als wichtigen Beitrag

zur Gewaltprävention.

Die Räume des Waschhauses wurden dem NUSZ von der

Ev. Kirchengemeinde Lichtenrade mietfrei zur Verfügung gestellt,

das sie in Kooperation mit OUTREACH, dem mobilen

Jugendarbeit-Team Lichtenrade, und von Anwohnern in Selbstorganisationen

nutzt. Die Räume des Nachbarschafts-Treffpunkts

stellt ebenfalls die Ev. Kirchengemeinde.

Das ehemalige Waschhaus liegt in einer Großbautensiedlung

am Stadtrand und wurde von ehrenamtlichen Mitarbeitern ausgebaut.

Hier finden sich ein offener Empfangs-/Cafébereich,

eine Küche mit Essecke, ein Büro und ein Mehrzweckraum.

Der Nachbarschafts-Treffpunkt mit Gruppenraum, Spielzimmer

und Teeküche liegt zirka 200 Meter entfernt.

Nachbarschafts-Treffpunkt Waschhaus, Ltg. Christina Kettler,

Groß-Ziethener-Straße 94, 12209 Berlin, Tel. 76 58 96 61,

Fax 76 58 96 63, waschhaus@nusz.de

Kinder, Jugendliche und

Eltern können im Boseclub

Zeit verbringen

Der Boseclub ist ein Treffpunkt mit vielfältigen Angeboten

für Kinder und Jugendliche, aber auch ein Ort der

Begegnung und des Austausches für Eltern und Nachbarn.

Direkt ans Haus grenzen der Bosepark und ein

kleiner Fußballplatz. Boseclubkinder erzählen:

Wie lange besuchst du den Boseclub?

Philipp (13): Ich denke, seit drei Jahren.

Michelle (8) & Chantal (6): Wir kennen den Boseclub

schon seit ganz langer Zeit.

Camilo (11): Ich besuche den Boseclub seit fünf Wochen.

Was machst du am liebsten im Boseclub?

Philipp: Im Boseclub gibt es viele Möglichkeiten wie Tischtennis,

Billard und Computerspiele. Ich bevorzuge alle.

Anja (16) & Bianca (11): Ich hänge am liebsten nur rum

oder spiele Billard. Bianca ist gerne am PC oder bastelt.

Was war dein schönstes Erlebnis im Boseclub?

Philipp: Das Sommerfest mit Fußballturnier und hinterher

mit Aufführungen und leckerem Essen.

Michelle & Chantal: Unsere Teilnahme am Theaterprojekt.

Shown & Zion (9) & Zion (7): Das Billardturnier.

Anja & Bianca: Das gemeinsame Kochen.

Mädchentanzgruppe beim Auftritt im Boseclub

Was sollte am Boseclub geändert werden?

Philipp: Man sollte den Bunker nutzen können.

Michelle & Chantal: Dass es wieder Theater und einen

Sing- oder Musikkurs gibt.

Camilo: Ein Kochkurs nur für Jungs und dass „Religionstage“

eingeführt werden, wo man etwas über verschiedene

Feste und Bräuche erfahren kann.

Konstantin (10): Strenger mit Ausdrücken umgehen.

Boseclub, Bosestraße 6, 12103 Berlin, Leitung Albina Apelt,

Tel. 75 51 87 20, Fax 75 60 24 98, boseclub@nusz.de


Täglich auf’nen Schwatz

Nachbarschaftstreffpunkt in Alt-Mariendorf

Die Siedlung an der Britzer Straße

in Alt-Mariendorf kommt unerwartet.

Zwischen kleinen Einfamilienhäusern

an der Rückseite des Buga-

Geländes öffnet sich die Wohnsiedlung

aus den frühen 90er Jahren. Großzügige

Grünflächen strukturieren die Anlage,

die Wohnungen sind hell, die Treppenhäuser

sauber. Dennoch gilt die Siedlung

als Problemfall im sonst gutbürgerlichen

Alt-Mariendorf. Der Anteil

der Bewohner nicht deutscher Herkunft

liegt bei über 0 Prozent, wohlhabend

ist hier niemand. Dafür gibt es aber

viele Kinder.

An einem großen Plastiktisch sitzen

schwatzende Frauen und Männer. Um

sie herum wuseln Kinder jeden Alters.

Ein alltäglicher Anblick. Hinter ihnen

ein kleines Café – ein heller freundlicher

Raum mit Korbmöbeln und

einem Tresen. Jeder bedient sich selbst,

denn das kleine Café gehört zum Nachbarschaftstreff

Britzer Straße, seit vier

Jahren getragen vom NUSZ. Gegründet

wurde er vor elf Jahren vom Bezirk

Tempelhof als Modellprojekt. Bezirk

Nachmittagsschwätzchen im Treffpunkt-Café Foto: Stefanie Salzmann

und Wohnungsgesellschaft unterstützen

das Haus bis heute finanziell.

Die eigentlichen Räume des Treffs in

einer großen Maisonettewohnung wurden

erst kürzlich renoviert und leuchten

in fröhlichen Farben. Im zentralen Raum

stehen große helle Holztische, wo sich

unter anderem einmal monatlich die so

genannte Britzer Runde trifft, die die

aktuellen Probleme im Kiez diskutiert.

Es gibt Computer- und Bastelräume und

eine große Kuschelecke.

Beschäftigt sind hier eine Sozialarbeiterin,

zwei Erzieherinnen und ein

Jugendarbeiter. Kinder können verschiedene

Angebote wahrnehmen wie

Basteln, Backen oder Theater spielen.

Sie können ihre Hausaufgaben erledigen

und ihre Ferienzeit hier verbringen.

Die Erwachsenen finden Raum, um sich

zu treffen und zu reden, aber auch Hilfe

und Beratung. salz

Nachbarschaftstreff Britzer Straße,

Britzer Str. 60 E, 12109 Berlin,

Leitung Marita Sternberger,

Tel. 70 17 09 70, Fax 70 17 09 71

Stadtteilarbeit

9

„Brauche neuen

Haarschnitt, biete

dafür Fußmassage“

Seit acht Jahren ist Sabine Freitag Mitglied

des Tempelhofer Tauschrings.

Die rüstige und agile Rentnerin gönnt

sich hier, was sie sich sonst nicht leisten

könnte: Mal californische Ganzkörperund

Fußreflexzonenmassagen, mal einen

Haarschnitt. Dafür bietet sie Schmuckreparaturen

oder den Modeschmuck aus

der eigenen Werkstatt an. „Ich möchte

diese Selbsthilfegruppe nicht mehr missen“,

sagt sie heute.

Zwischen 0 und 0 Leute sind im

1996 im NUSZ gegründeten Tauschring

organisiert. Das gegenseitige Geben

und Nehmen dreht sich in erster Linie

um kleinere Dienstleistungen wie Ändern

von Kleidung, Beratung, Kochen,

Backen, Betreuung und Hilfe für unterschiedliche

Altersgruppen, Anlässe und

Gelegenheiten, Tiersitting, Handarbeiten,

Haarschnitte, kleine Reparaturen,

Renovierungshilfe, Baumschnitt, Massagen,

Fußpflege und vieles andere mehr.

Entlohnt werden die Tauschgeschäfte

mit Tauschtalern, die sich aus Zeiteinheiten

errechnen – denn eine Stunde

Arbeitszeit, gleich welcher Tätigkeit,

entspricht 20 Talern. Wer was kann und

bietet, ist auf Telefonlisten vermerkt, die

jedes Mitglied ausgehändigt bekommt.

Einmal im Monat treffen sich die Mit-

Sigi hilft, wo er kann. Foto: NUSZ

glieder zum Tauschabend. Interessenten

erhalten zu den Sprechzeiten Auskunft

und finden Ansprechpartner. salz

Tempelhofer Tauschring, Viktoriastr. 13,

12105 Berlin, Tel. Sprechzeiten: montags

von 17 bis 18 Uhr, donnerstags von 10

bis 11 Uhr, Treffen: jeden 1. Donnerstag

im Monat um 18 Uhr im Raum 2 im Familientreffpunkt


10

Kinderbauernhof

Von Stefanie Salzmann

Irgendwann hatte ich mal ein gutes

Zeugnis“, sagt Jenni, und es klingt, als

sei das aus einem anderen Leben. Dafür

durfte sie sich von ihren Eltern was wünschen.

Sie wollte reiten lernen und kam so

vor drei Jahren zum Kinderbauernhof in

der ufaFabrik. Zuerst in Begleitung, später

kam sie allein. Sie wohnt

im Kiez um die Tempelhofer

Viktoriastraße. „Am Anfang

durfte ich einfach nur mit den

Ponys zusammen sein, aber

irgendwann durfte ich sie putzen,

und dann war ich plötzlich

im Reitkurs“, erzählt sie

mit der Ernsthaftigkeit einer

Zwölfjährigen.

„Wir sind kein Reitstall,

hier ist alles umsonst, und wir

wollen die Kinder zuerst mal

kennen lernen“, sagt Andreas Knöbel,

der seit 17 Jahren den Hof leitet. Um

die 0 Kinder kommen regelmäßig in

ihrer Freizeit hierher, nehmen Reitstunden

und kümmern sich gemeinsam mit

Tierpflegerin Katja und Erzieherin Nelli

um die fast 0 hier lebenden Tiere. Denn

neben den vier Ponys wohnen auf dem

Gelände Kaninchen, zwei Frettchen, drei

Schildkröten, zwei zischelnde Gänse

und die beiden Wollschweine Rosi und

Rudi. „Eigentlich ist das kein Bauernhof,

sondern ein Streichelzoo“, sagt Andreas.

Eine landwirtschaftliche Verwertungskette

gibt es nicht, jedes

Tier stirbt irgendwann

seinen alters- oder krankheitsbedingten

Tod. „Die

Tiere sind für die Kinder

Freunde und Kameraden,

für die sie die Verantwortung

tragen.“

„Wir wollen vor allem

den Kindern hier ein Stück

schöne Kindheit geben,

wo es das Elternhaus nicht

hergibt. Solchen, die in

der Schule gehänselt werden, die seelisch

und geistig vernachlässigt werden“,

erklärt Andreas. Deshalb werden

auch die „Ärmsten“ bevorzugt in die

Gemeinschaft aufgenommen. Das habe

Die Zwölfjährige Jenni schmust mit Pony Budy. Fotos: Stefanie Salzmann

Die Tiere sind Freunde und Kameraden

Der Bauernhof bietet Kindern eine zweite Heimat

weniger mit Geld zu tun. Manche Kinder

brauchen diesen starken Bezug zu

einem großen Tier, und mit ihren dabei

errungenen Erfolgen wächst auch ihre

Akzeptanz in ihrem Umfeld. „Wer mal

ein so genanntes ADS-Kind auf einem

Pferd gesehen hat, würde es nicht wieder

erkennen“, sagt er stolz.

An diesem spätsommerlichen Mittwochnachmittag

hat Pferdemädchen Jenni

ordentlich zu tun. Mit sicherem Griff

führt sie Pony Desta Runde um Runde

um das Bauernhofgelände. Obenauf sitzt

strahlend die vierjährige Alia, die seit

einem halben Jahr fast jeden Mittwoch

mit ihrer Mutter zum Ponyreiten kommt.

Ein Euro pro Kind und Runde kostet das

– aber die Kleine ist glücklich. „Sie ist

pferdevernarrt, genau wie ich es auch als

Mädchen war“, sagt ihre Mutter.

Jenni und ihre sechs- und siebenjährigen

„Kolleginnen“ Vivien und Tegan

trotten bereits mit den nächsten Reitgästen

auf Berta und Flocke los, denn am

Start hat sich inzwischen eine beachtliche

Schlange aus Müttern mit unge-


duldigen kleinen Kindern gebildet, die

in der knappen Stunde zwischen 1 . 0

und 16. 0 Uhr alle noch in den Sattel

gehoben werden wollen. Das Führen

der Ponys gehört zu den Pflichten der

Reitkinder, denn damit erzielt der Hof

zusätzlich zur öffentlichen Förderung

auch Einnahmen.

Am Vormittag, wenn die eigentliche

Kinderklientel noch in der Schule

schwitzt, kommen auf den Hof Kindergartengruppen

und Schulklassen. Je

nach Alter dürfen sie reiten, streicheln

oder an der großen Fütterungsrunde teilnehmen.

Ab nachmittags 16 Uhr steht

der Kinderbauernhof auch Kleinkindern

offen, der Spielplatz füllt sich mit Müttern,

Vätern, Großeltern und Kindern.

Jenni kommt drei bis fünfmal in der

Woche hierher, reitet, füttert oder verbringt

ihre Zeit im Mädchenwohnwagen

mit dem Schild „woman at work“

oder im Bauernhofclub, wo ehrenamtlich

Helfer des Kinderbauernhofes Bastelnachmittage

und Feste für die Kinder

organisieren.

Doch irgendwann ist für alle Kinder

ihre Kinderbauernhofzeit vorbei.

Schluss ist eigentlich mit 1 Jahren.

Dann werden die Jungen aus dem Nest

geworfen. „Das lässt sich nicht vermeiden

und ist manchmal auch hart“, erklärt

Andreas. Die Interessen und Mentalitäten

passen einfach nicht mehr mit

denen der jüngeren Kinder zusammen.

„Wir entscheiden aber nach dem gefühlten

Alter. Wenn jemand, bis er 16 wird,

noch total kindlich ist, kann er noch ein

Weile bleiben.“

Für heute ist Jennis Pflichtprogramm

beendet. Sie ist bestimmt 0 Runden mit

den Ponys gelaufen. Jetzt schmust sie

im Gehege in der letzten warmen Sonne

noch ein bisschen mit Pony Budy, das

liebevoll an ihrem gelben Pferde-T-Shirt

knabbert. Das Glück der Erde liegt wohl

tatsächlich auf dem Rücken der Pferde.

Kinderbauernhof in der ufaFabrik,

Viktoriastr. 13, 12105 Berlin,

Leitung Andreas Knöbel,

Öffnungszeiten: montags bis freitags

10 bis 12 Uhr angemeldete Gruppen,

12 bis 18 Uhr für Kinder von 6 bis

14 Jahren, ab 16 Uhr Familien mit

Kindern, mittwochs von 15.30 bis 16.30

Uhr Ponyreiten, Nov. bis März ab 17

Uhr geschlossen, am Wochenende und

vom 24.12. bis 1.1. von jeweils 12 bis

15 Uhr, Tel. 751 72 44,

http://kinderbauernhof.nusz.de

Kinderbauernhof

11

Förderer & Kooperationspartner

des

NUSZ ufaFabrik e. V.

Allod Immobilien- und Vermögensverwaltungsgesellschaft

mbH |

Ambulante Hilfen Berlin | Bezirksamt

Tempelhof/ Schöneberg | Charlotte-

Steppuhn-Stiftung | DeGeWo | Der

Tagesspiegel e. V. | Diakonisches

Werk | EKL Hausverwaltung | Evangelische

Familienbildungsstätte |

Evangelische Kirchengemeinde

Lichtenrade | Förderverein Lucki

e. V. | Ifs – International Federation

of Settlements and Neighbourhood

Centres | Jugend- und Familienstiftung

des Landes Berlin | K.I.D.S. e. V.

| Nahariya-Grundschule | OUTREACH

– mobile Jugendarbeit | Paritätischer

Wohlfahrtsverband Berlin | PAF

– Präventions- und Ausgleichsfonds

Tempelhof-Schöneberg | Schule auf

dem Tempelhofer Feld | Senatsverwaltung

für Bildung, Wissenschaft

und Forschung | Senatsverwaltung

für Integration, Arbeit und Soziales

| Tempelherren Grundschule |

Verein für betreuten Umgang (VbU)

| Verband der Angestellten Krankenkassen

(VdAK) | Internationales

KulturCentrum ufaFabrik e. V. |

ufaFabrik e.V.

Impressum

Herausgeber: Nachbarschaftsund

Selbsthilfe Zentrum in der

ufaFabrik e.V.

Vorstand: Gudrun Chen-Wagner,

Dr. Maren Kapella, Karin Berndt

Geschäftsführung: Renate

Wilkening, Sigrid Zwicker

Produktionsleitung, Redaktion,

Layout/Satz: Stefanie Salzmann

Fotos: B. Curio, G. Mango, S.

Trappe. Wir danken allen Fotografinnen

und Kursleiterinnen für

ihre Bilder.

Druck: Oktoberdruck, Berlin

Auflage: 1000


12 Zukunftspläne & Visionen

Nachbarschaft kennt keine Grenzen

Das NUSZ ist in den vergangenen 20 Jahren beständig gewachsen

und entwickelt sich stetig weiter. Über neue Projekte,

Pläne und Perspektiven sprach Erich Becker mit NUSZ-

Geschäftsführerin Renate Wilkening.

Frau Wilkening, das NUSZ wächst und wächst. Wie unterscheidet

sich Ihre Organisation von einem ganz normalen

Wirtschaftsunternehmen?

Uns unterscheidet die unterschiedliche Vorstellung von Gewinn:

Unser Gewinn ist das Leuchten in den Augen der Kinder,

wenn sie miteinander in unseren Kitas, Schulhorten, auf

dem Bauernhof, in der Schulstation und den anderen Treffpunkten

spielend die Welt erobern, Abenteuer erleben und

Lebensfreude ausstrahlen. Überschüsse, die wir erwirtschaften,

fließen in die ideelle Arbeit: zum Beispiel in den Kauf von

Gartenspielgeräten und Wasserspielplätzen, die Einrichtung

von Elterncafés in Kitas oder die Ausstattung einer Kuschel-

Ecke zur Entspannung für Eltern mit Schreibabys.

Das ufa-Gelände platzt aus allen Nähten. Denken Sie an

neue Zweigstellen?

Und ob. Das funktioniert so: BürgerInnen, die unsere Arbeit

erlebt haben, aber in anderen Ortsteilen wohnen, fragen uns, ob

wir NUSZ-Nachbarschaftstreffs auch in ihrer Gegend aufbauen

können. Das machen wir und zwar gemeinsam mit den Leuten

vor Ort und mit Partnern wie Jugendämtern, freien Trägern und

Kirchen. Für die Nachbarschaftstreffs in den Siedlungen stellen

uns die Wohnungsgesellschaften meist kostenlos Räume,

die wir dann gemeinsam mit den Bewohnern renovieren und

betreiben. Wichtig ist uns, die Menschen dabei zu unterstützen,

selbst ihre Geschicke in die Hand zu nehmen nach dem Motto:

Gemeinsam haben wir unendliche Möglichkeiten.

Um die Platznot auf dem ufa-Gelände zu beenden, bauen wir

das Haus 2, in dem jetzt u.a. der Familientreffpunkt untergebracht

ist, zu einem Nachbarschaftszentrum um. Wir sind mitten

in der Planung – unterstützt

und gefördert vom ParitätischenWohlfahrtsverband

Berlin.

Renate Wilkening ist eine der beiden

Geschäftsführerinnen des NUSZ.

Foto: Salzmann

Sie haben vor fünf Jahren die erste Kita aufgemacht, vor

zwei Jahren eine Kita aus dem öffentlichen Dienst übernommen.

Haben Sie Pläne für weitere Einrichtungen?

Die Kita MaRiS mit 210 Plätzen hat eine lange Warteliste.

Selbstverständlich sind wir gern bereit, weitere Kitas zu betreiben.

Wichtig ist uns, dass wir unsere Leitideen Hilf mir, es

selbst zu tun, Erzieherinnen sind Begleiterinnen, und Eltern

sind die Experten für ihre Familien, umsetzen können.

Eine Perspektive sehe ich auch bei Schulhorten. In Kooperation

mit der Schule auf dem Tempelhofer Feld und dem Bezirksamt

Tempelhof betreiben wir den Hort „Schulburg“ mit 216 Kindern.

Das soll Schule machen. Deshalb bieten wir den Schulen

die Trägerschaft für Schulhorte, übrigens mit vollwertigem, leckerem

Mittagessen für Kinder und Erwachsene an.

Können Sie sich vorstellen, eine Schule zu übernehmen?

Selbstverständlich. Gegenfrage: Warum muss der Staat Schulen

betreiben? Ich meine, Aufgabe des Staates ist es, dafür zu

sorgen, dass es genügend qualitativ hochwertige Schulen gibt,

wo den Kindern mit Zuneigung Wissen vermittelt wird. Und

diese dann auch zu kontrollieren. Bildung ist ein hohes Gut, das

zu erlangen für Menschen jeder Herkunft möglich sein muss.

Wie würde sich eine vom NUSZ betriebene Schule von einer

staatlichen Schule unterscheiden?

Eine NUSZ-Schule ist eine stattliche statt staatliche Schule.

Stattlich in ihrer Ausstattung, die von Partnern aus Wirtschaft

und Gesellschaft unterstützt und gefördert wird. Stattlich im

Unterricht, der bereichert wird von Menschen aus dem wirklichen

Leben wie z. B. Handwerkern, Künstlern, Wissenschaftlern.

Über das Schulbudget entscheidet der Schulbeirat aus

Eltern, Lehrern, Schülern, Träger und Experten. Schülerfirmen

sind zwar nicht neu, gehören jedoch dazu. Internationale Kontakte

und Austausch auf allen Ebenen ermöglichen den Blick

über den Tellerrand. Jedes Kind erhält die Förderung, die es

braucht. Dass es um eine Ganztagsschule geht, ist klar.

Gibt es denn schon konkrete Pläne?

Wir arbeiten daran.

Im Tempelhofer Hafen wollen Sie ein Kinderland einrichten.

Wie soll das aussehen?

Ein riesiger Raum, in dem die Kinder nach Herzenslust toben

und sich bewegen können, ergänzt durch eine Bereich zum Forschen.

Abends können die Räume von Jugendlichen genutzt

werden.

Nachbarschaft hat was mit Nähe zu tun. Wo sind die

Grenzen der Nachbarschaft erreicht?

Nachbarschaft hat keine Grenzen, denn überall wo Menschen

leben, leben sie in Nachbarschaft. Das NUSZ versteht

sich nicht als Nachbarschaftskonzern, bei dem die

Zentrale bestimmt, wie es in den Satelliten läuft. Das

passt nicht zu unserer Idee. Wir wollen sie transportieren.

Die Menschen in den Stadtteilen sollen sie nach ihren

Vorstellungen umsetzen können.


Von Beginn an dabei

In der Gemeinschaft Leben und Arbeiten

Seit 26 Jahren lebt Liz auf dem ufa-Gelände – hier hat sie ihr Ideal gefunden

Von Erich Becker

Elisabeth Karnasch ist nicht gern allein. Sie hat schon immer

am liebsten unter vielen Menschen gelebt. Zur Zeit wohnt

„Liz“, wie sie alle nennen, im ersten Stock des Eingangsgebäudes

auf dem Gelände der ufaFabrik mit 1 anderen in einer

Wohngemeinschaft. „Ich komme aus einer Großfamilie und

habe neun Geschwister“, sagt die 7-Jährige. Geboren wurde

sie in einem Dorf bei Göttingen (Niedersachsen) in der Wassermühle

ihres Vaters, der dort Müllermeister war. Dies hat sie

bis heute geprägt.

Leben und Arbeiten in einer großen Gemeinschaft gehören

für sie untrennbar zusammen, „ganzheitliches Leben“ nennt sie

dies. Ihr Ideal hat sie im Nachbarschafts- und Selbsthilfezentrum

gefunden, zu deren Gründungsmitglieder sie 1987 gehörte.

Auf dem Gelände der ufaFabrik zwischen der Tempelhofer

Viktoriastraße und dem Teltowkanal lebt sie seit 26 Jahren,

hier wurden ihre beiden Kinder geboren, hier hat sie Arbeit:

Als Geschäftsführerin leitet sie die Bio-Bäckerei und ist damit

Chefin eines Betriebes mit 26 Beschäftigten, der quasi rund

um die Uhr arbeitet. Die Kundenliste ist lang: Naturkostläden,

Backshops, Kita- und Großküchen, Schulen und Cafés werden

beliefert, insgesamt hat die Bäckerei 80 Abnehmer.

Mit 20 Jahren war sie vom Dorf in die Großstadt gezogen,

um Schauspielunterricht zu nehmen. Dort lernte sie jemanden

von der ufaFabrik kennen und zog 1981 auf das Gelände. „Der

dörfliche Charakter, das Gelände mit seinen vielen Grünflächen

und den Kinderbauernhof, aber auch das Umfeld hat mir gefallen“,

sagt sie. Als ihr heute 2 Jahre alter Sohn Philipp geboren

werden sollte, entschied sie sich für die damals für die meisten

Frauen undenkbare, ja schon fast skandalöse Möglichkeit, ihr

Kind nicht im Kreißsaal eines Krankenhauses, sondern in ihrer

1

Liz Karnasch leitet heute die ufa-Bio-Bäckerei. Foto: Salzmann

Wohnung auf dem ufa-Gelände zur Welt zu bringen. Ihre Erfahrungen

damit waren gut und so wurde auch drei Jahre später

Tochter Cäcilie hier geboren.

Als das NUSZ vor 20 Jahren als Verein gegründet wurde,

stand die Mitgliedschaft für Liz Karnasch außer Frage. Ausschlag

gebend dafür war vor allem dessen soziales Engagement

für Schwangere, Familien, Alleinerziehende und Kinder, ein

Engagement, das auch sie und ihre Kinder erfahren haben.

In der Folgezeit trat sie im ufa-Zirkus als Tänzerin und Schauspielerin

auf und gab Bauchtanzkurse für Schwangere und Kinder.

Sie arbeitete bei der Begrünung der Dächer auf dem ufa-

Gelände mit und erledigte die Lohnbuchhaltung für das NUSZ.

Irgendwann hatte sie das ufa-Café Olé übernommen, bis sie im

Jahr 2000 eine Krankheit aus der Bahn warf. Wieder genesen,

pflegte sie den schwer erkrankten damaligen Bäckerei-Chef

bis zu seinem Tod. Danach bot man ihr an, die Geschäfte zu

führen. „Das schien eine unlösbare Aufgabe“, sagt sie heute.

Dem Betrieb ging es finanziell sehr schlecht. „Ich war allein ein

halbes Jahr damit beschäftigt, das Büro um und umzuwälzen,

weil ich verstehen wollte, wie der Laden läuft.“

Verstanden hat sie es wohl, denn „heute erwirtschaftet die

Bäckerei schöne Gewinne“, sagt sie, und trotz aller Zurückhaltung

klingt ein gewisser Stolz durch. Täglich verlassen 1 00

Brote sowie Kuchen, Torten und Feingebackenes die Bäckerei

- natürlich alles zu 100 Prozent Bio. Bestellungen werden

bis acht Uhr abends angenommen, die Bäcker arbeiten dann

bis morgens durch. „Ohne gute Leute würde das nicht klappen“,

sagt die Chefin. Sie selbst sieht sich als einen kreativen

Mensch, der nicht stehen bleibt und dem Betrieb ein Ziel gibt.

Einen Beruf erlernt hat Liz Karnasch übrigens nicht. „Das liegt

wohl daran, dass ich mich nie entscheiden konnte.“


1 Gruppenfoto


Gruppenfoto

1

Foto: Gottfried Weinmann


16

SchreiBabyAmbulanz

Wenn Kinder keine Ruhe finden ...

Verzweifelte Eltern können hier lernen, Krisen zu bewältigen

Von Nora Northmann

Mathilda lacht. Sie kaut an ihrem

Spielzeug – bald werden die ersten

Zähnchen kommen. Dann blickt sie

sich um, schaut aufmerksam zu ihrer

Mutter, lächelt. Das soll ein Schreibaby

sein? Mit sechs Wochen schrie Mathilda

stundenlang ohne ersichtlichen Grund.

Sie war gesund, satt, wurde geschaukelt,

durchs Zimmer getragen und kam dennoch

nicht zur Ruhe. Ebenso wenig wie

ihre Eltern, die verzweifelt versuchten,

geduldig zu sein. Doch Mathilda schlief

weder beim Summen des warmen Föhns

noch beim sanften Schaukeln auf dem

Hüpfball. Und wenn sie kurz wegnickte,

hatten ihre Eltern schon Angst vor dem

Baby Mathilda und der Psychologe Gerd Poerschke Foto: Alexander Lehnert

ersten Wimmern, das einen erneuten

Ausbruch ankündigte. Sie waren hilflos, enttäuscht

und erschöpft. Was machten sie nur falsch?

zeigt eine Übung zum Aggressionsabbau: wildes Rudern mit

„Dass Kinder schreien, ist normal“, sagt der Körperpsycho- den Armen. Auch Massagen helfen Eltern und Kindern.

therapeut Gerd Poerschke. „Aber mehrere Stunden hinterein- Ein Baby ist nicht ist nicht nur etwas Wunderbares, Neues,

ander, manchmal sogar 1 Stunden am Tag, das ist auffällig. Schönes, sondern zugleich eine starke körperliche und seelische

Denn ein Kind schreit nicht ohne Grund.“

Belastung für die Eltern. Diese Belastung kann sich zur Krise

Mathildas Mutter erinnert sich, dass sie von der ersten The- auswachsen, die im schlimmsten Fall zur Gewalt gegen das

rapiestunde enttäuscht war. Sie hatte konkrete Tipps erwartet, Kind führt. Andere Folgen werden erst später sichtbar: Soziale

statt dessen wurde über Stress in der Schwangerschaft, Über- Anpassungsstörungen, Leistungsstörungen, Hyperaktivität soforderung,

Probleme mit dem Partner, traumatische Erlebnisse wie Sucht- und Delinquenzkarrieren oder psychosomatischen

gesprochen. Babys reagieren sensibel wie ein Seismograph, Erkrankungen. Im Sinne von Wilhelm Reich, der postulierte,

wenn etwas nicht stimmt – darum kommt bei der Therapie „al- man solle nicht erst mit Erwachsenen therapeutisch arbeiten,

les auf den Tisch“. Auch eine Zangengeburt oder ein Kaiser- rief 199 Renate Wilkening, Geschäftsführerin des NUSZ, als

schnitt können die Ursache für endloses Schreien sein. „Wenn Präventivmaßnahme die SchreiBabyAmbulanz ins Leben – zu-

das vegetative Nervensystem reagiert, der natürliche Wechsel sammen mit Thomas Harms, damals noch FU-Student.

von Aktion und Ruhe nicht mehr funktioniert, dann ist keine

tiefe Entspannung mehr zu erreichen.“

Später entwickelte Paula Diederichs das Konzept weiter.Weil

Erstaunlicherweise sind viele Babys in der ersten Therapie- immer mehr Eltern Hilfe in der ersten SchreiBabyAmbulanz

stunde völlig ruhig. „Der typische Vorführeffekt. Die Eltern suchten, richteten auch Nachbarschaftszentren im Wedding, in

befürchten dann, unglaubhaft zu sein, aber das ist natürlich Steglitz-Zehlendorf, Weißensee und Kreuzberg Ambulanzen

Unsinn. Denn wenn es keine Krisensituation gäbe, wären sie ein. Zwei weitere gibt es in Spandau und Lichtenrade – sie ar-

nicht hier.“

beiten noch ohne Fördergelder. Doch Geld ist das A und O für

die Existenz der SchreiBabyAmbulanzen. Und dafür, dass junge

Familien sich die Therapie tatsächlich leisten können, denn

der Geburt eines Kindes folgt meist auch eine finanzielle Zäsur.

Dass inzwischen weit über hundert Familien geholfen werden

konnte, ist auch der Förderung durch die Charlotte-Steppuhn-

Stiftung zu danken, die seit 2001 „mit im Boot“ ist.

Jetzt schreit Mathilda doch. Sie ist wütend, weil sie weder

angezogen noch in den Kinderwagen gelegt werden will – gute

Gründe also, lautstark Unwillen zu äußern. Ihre Mutter bleibt

gelassen. Als der Kinderwagen sich in Bewegung setzt, wird

Mathilda ruhiger. Wahrscheinlich schläft sie bald.

Gerd Poerschke ist nicht nur Therapeut – er ist auch ein Außenstehender.

So kann er einen ersten Impuls zur Entspannung

geben, während er ein schreiendes Baby im Arm hält, mit ihm

redet, leicht in den Knien wippt. „Ein wenig Entspannung wird

mit nach Hause genommen und bleibt erhalten. Beim nächsten

Mal gibt es einen neuen Impuls, die Entspannung hält länger

an, ist tiefer. Und so weiter, bis sich die Situation nach fünf

oder sechs Therapiestunden deutlich verbessert hat.“

Auch die Eltern – vor allem die Eltern! – lernen, wie sie

durch richtiges Atmen ruhiger und lockerer werden. Sie müssen

sich ihre Wut und Müdigkeit eingestehen. Absolut tabu ist

hingegen, sich am Kind abzureagieren. Am besten, man geht

ins Nebenzimmer und lässt das Baby allein. Gerd Poerschke

SchreiBabyAmbulanz im Familientreffpunkt, Viktoriastr. 13,

12105 Berlin, Tel. 75 50 31 22


Keine Schande

Sie hatte weder

Haushalt noch Kinder

im Griffeine

Familienpflegerin

hilft Karin, ihren Alltag

zu organisieren

Von Nora Northmann

In einem Haushalt mit drei Kindern und

einem Hund geht es mitunter drunter

und drüber. Bei Karin* aber war das

Chaos zum Alltag geworden. „Ich hatte

immer Probleme mit dem Haushalt, war

schlecht organisiert. Nach einer Psychose,

die ich mit 20 hatte, war ich jahrelang

von einer Einzelfallhilfe begleitet worden.

Dann bekam ich übers Sozialamt

eine Haushaltshilfe. Trotzdem hatte ich

den Haushalt einfach nicht im Griff. Die

Arbeit staute sich überall, in jeder Ecke.

Ich habe immer nur geräumt und geräumt,

aber man hat nichts davon gesehen. Alles

war so wüst, dass ich mich schon nicht

mehr traute, jemanden einzuladen.“

Auch mit der Erziehung war Karin

überfordert. „Gewalt in der Erziehung

habe ich immer abgelehnt. Und weil jede

Anweisung oder Strenge für mich schon

Gewalt bedeutete, habe ich die Kinder

einfach machen lassen, ja, man kann das

antiautoritär nennen oder laissez-faire.

Schulaufgaben, ins Bett gehen – ich habe

da nie Anweisungen gegeben. Doch mit

drei Kindern klappte das nicht mehr.“

Die überforderte Mutter, das häusliche

Chaos: Eine Situation, die besonders

der Tochter zu Herzen ging.

Sie glaubte, verantwortlich zu

sein, sich zu Hause um alles

kümmern zu müssen, bekam

Schwierigkeiten in der Schule.

Ihre Lehrerin spürte die

Probleme, fragte nach und

regte an, dass Karin sich

um eine Familienhelferin

kümmern solle. Das war vor

zwei Jahren.

Wie räumt man auf? Wo

fängt man an? Was kann ruhig

noch etwas liegen bleiben?

Frau Hübscher, die Familienhelferin,

zeigte Karin, wie man System

in einen Haushalt bringt, Dringendes

von Nebensächlichem unterscheidet,

einen festen Zeitplan

ausarbeitet und einhält – und so zu

ersten Erfolgen kommt.

Wir sitzen in der Küche. Ein Raum zum

Wohlfühlen, von Chaos keine Spur. Gewürze

stehen in Reih und Glied in den

Regalen, Zeichnungen und Bastelarbeiten

der Kinder hängen an den Wänden

und im Fenster, ein Buch liegt auf der

Ablage, ein zusammengelegter Kinderpullover

auf dem Stuhl. Die „ordentliche“

Küche als Familientreffpunkt war Karin

am wichtigsten, also wurde hier gemeinsam

mit Frau Hübscher der Anfang gemacht.

Und als der Küchentisch freigeräumt

war, konnte man endlich wieder

essen, ohne Geschirrberge, halbfertige

Schularbeiten, abgelegte Einkäufe und

halb geordnete Wäsche zur Seite schieben

zu müssen. Als man gleich von der

Eingangstür die aufgeräumte Küche sehen

konnte, sei das ein richtig glücklicher

Moment gewesen, erinnert sich Karin.

Denn selbst wenn in den Zimmern noch

Unordnung herrscht – der erste Eindruck

beim Betreten der Wohnung ist entscheidend

fürs Ankommen, Wohlfühlen. Und

außerdem ist das gemeinsame Kochen

und Essen ein wichtiges Ritual.

Auch für die Kinder ist das alles ein

Lernprozess. Sie dürfen nicht mehr im

Bett oder vor dem Fernseher essen. „Wir

hatten einfach alles stehen gelassen, und

jetzt sollen sie ihr Geschirr immer in die

Spülmaschine räumen. Das passt ihnen

gar nicht.“ Karin hofft, dass

die Kinder irgendwann

selbst

einm al

Flexible Hilfen zur Erziehung

17

sehen, was zu tun ist – aber bis dahin ist

es noch ein weiter Weg: Franz ist 9, Karl

Jahre alt. Zunächst einmal arbeitet sie

daran, dass die Jungen nach dem Spielen

alles, auch alle Puzzle-Teile wieder wegräumen.

Auch wenn der Vater zu Besuch

kommt, darf er seine Sachen nicht einfach

fallen lassen. Auch er muss sich an

die neue Ordnung gewöhnen.

Der 1 -jährigen Tanja ist es peinlich,

dass die Familie Hilfe in Anspruch nehmen

muss – so peinlich, wie ihr früher

die Unordnung war. Sie hilft ihrem Bruder

bei den Hausaufgaben und unterstellt,

dass sie sich um alles kümmern muss:

Da ist noch einiges an Konfliktpotenzial.

Karin kann ihre Tochter zwar verstehen,

aber sie weiß ebenso gut, dass sie ohne

Familienhelferin untergegangen wären.

In einem halben Jahr läuft die Familienhilfe

aus, müsste erneut beantragt werden.

Oder auch nicht. Denn inzwischen

fühlt Karin sich stark genug, ihren Alltag

alleine zu bewältigen.

„Familienhilfe ist nichts Negatives,

Peinliches“, betont Karin. „Es ist eine

richtig gute Sache, und es ist kostenlos.

Außerdem ist es nicht falsch zuzugeben,

dass man Hilfe braucht.“ Auch Tanja

wird das eines Tages verstehen. „Schließlich

bin ich die Mutter, die das Sagen hat

und bestimmt.“ Ein Satz, der ihr früher

nie über die Lippen gekommen wäre.

* Namen geändert

Flexible Hilfen zur Erziehung

Ltg. Christina Kettler, Tel. 75 50 31 22

Karin und ihr jüngster Sohn Karl (4).

Auch die Kinder müssen sich an die

neue Ordnung gewöhnen.

Foto: Alexander Lehnert


18 Kita MaRiS

Wieder was fürs Leben gelernt ...

Straße queren, Windräder bauen, vorlesen, laut singen, verreisen ...

Von Erich Becker

Nick hat eine Blase am kleinen Zeh, von den neuen Sandalen,

Kerem kommt heute nicht, der unternimmt etwas mit

seinem Vater. Und Cashen ist heute nicht gut drauf, sagt seine

Mama, als sie ihn bringt, er hat schlecht geschlafen und schaut

etwas griesgrämig. Aber seine Laune bessert sich rasch, nachdem

er sich zu den anderen Kindern zum Frühstück gesetzt

hat. Immerhin gibt es wichtige Neuigkeiten auszutauschen, mit

Nils, Kelvin und Fabio.

Erzieherin Claudia nimmt ihre Schützlinge nach und nach in

Empfang, verspricht einer Mutter, nach dem vermissten Hausschuh

zu sehen, registriert, wer am Nachmittag von der Oma

abgeholt wird und entlässt Svenja, Tara und Sarah in den Kuschelraum.

Dreizehn Kinder sind es heute, eines, Kerem, ist für

heute abgemeldet, ein anderes macht mit seinen Eltern Urlaub.

Morgendliche Routine bei den Gelben Smileys.

Wie immer um diese Zeit herrscht Hochbetrieb. Immerhin

werden zwischen halb neun und neun Uhr die meisten der

insgesamt 90 Kinder abgegeben. Das bedeutet fast 200 kleine

und große Menschen in den beiden Smiley-Fluren. Während

manch ein Erwachsener die Abgabe seines Kindes im Laufschritt

erledigt, nehmen sich andere ein paar Minuten Zeit für

ein Schwätzchen. Themen gibt’s genug. Zum Beispiel: „Welches

ist die bessere Schule? und „Wer ist (wieder) schwanger?“

Erzieherin Alice macht zur Begrüßung erstmal

ordentlich Quatsch. Foto: Babette Curio

Gelbe und Grüne Smileys teilen sich die beiden östlichen Finger

des Kitagebäudes. Jeweils aufgeteilt in drei Gruppen – Sonne,

Mond und Sterne bei den Gelben, Stübchen, Waldwichtel

und Zwergenhaus bei den Grünen – werden um die 15 Kinder

jeweils von zwei Erziehern betreut.

Während Tischdienst Lilith und Laura bei den Gelben Smileys

noch das Geschirr wegräumt, haben sich die Grünen zum

gemeinschaftlichen Morgenkreis versammelt. Dort wird laut

und häufig richtig gesungen: „Guten Morgen, guten Morgen,

wir winken dir zu …“ Jedes der Kinder wird mit Namen

begrüßt, und jedes wartet mit Spannung, bis es an der Reihe

ist. Dann rasen die Affen durch den Wald. Und wenn dann die

ganze Affenbande die bekannte Frage nach der verschwundenen

Kokosnuss brüllt, verwandelt sich der Turnraum, akustisch

jedenfalls, in den tiefsten Dschungel, so schrill und laut, dass

sich die einen die Ohren zuhalten, während manch anderer so

inbrünstig singt, als ob er selbst ein kleiner Affe sei.

Derweil bereiten sich die elf Vorschulkinder auf den Großstadtdschungel

vor. In den Horträumen ist heute Verkehrsunterricht

angesagt. Wie komme ich sicher über die Straße und

worauf muss ich achten? will Erzieherin Petra heute von den

Kindern wissen, die nach den Sommerferien in die Schule gehen

werden. Zwei Sorten Ampelmännchen gibt, erläutert Nils,

eines mit Hut, das bei Rot die Arme ausbreitet und eins ohne


Hut, das einfach nur steht. Bei Grün gehen beide. Achten, sagen Selin

und Neele, muss man auf Autos, Busse, Lastwagen, Motorräder,

Fahrräder und natürlich auf die Feuerwehr.

Im Anschluss an die Vorschulstunde soll die Theorie in der Praxis

erprobt werden. Die Aufgabe ist ganz schön schwer. Nach rechts

gucken, nach links gucken. Kommt ein Auto? Ja, da hinten, es

ist aber noch weit weg. Trotzdem bleiben Nils und Sebastian am

Zebrastreifen vor der Kita stehen,

warten, bis das Fahrzeug angekommen

ist und schließlich vor

dem Überweg angehalten hat. Zur

Sicherheit haben beide Jungs ihre

Arme weit nach vorne in Richtung

Fahrbahn gestreckt um dem Fahrer

zu signalisieren: „Halt, hier kommen

wir. Wir dürfen zuerst. Du,

lieber Autofahrer, musst jetzt warten.“

Nachdem der Autoverkehr

ruht, wechseln Nils und Sebastian

Hand in Hand die Straßenseite. Zügig,

aber ohne Hektik, so als hät- Sebastian kennt sich aus in der Welt. Foto: Salzmann

ten sie nie etwas anderes gemacht.

Dafür gibt es ein dickes Lob von Erzieherin Petra, die die Kinder

in Empfang nimmt. Alle elf Kinder der Vorschulgruppe haben an

diesem Tag wieder etwas fürs Leben gelernt. Zur Belohnung gibt’s

ein Eis bei Pirandello.

Erzieher Patrick hat heute Morgen keine rechte Lust auf Sport.

„Zu warm“, befindet er. Deshalb geht es nach dem Frühstück so

schnell wie möglich raus ins Freie, wo die Temperaturen gerade

noch erträglich sind. Ohnehin tröpfeln die Projekte und Aktivitäten

vor den Sommerferien langsam aus. Im Winter ward genug gebastelt

und gebosselt. So hängt in der Sonnengruppe ein Dino an der

Wand. Die Form aus blauer Pappe ausgeschnitten, sind „Knochen“

aufgeklebt, die die Kinder aus Zeitungspapier geklebt haben. Sieht

ganz schön gefährlich aus, der Bursche. Jedoch, meint Claudia,

komme es bei der Kita-Erziehung weniger darauf an, möglichst

viele Projekte zu verwirklichen. Vielmehr sei es wichtig, dass die

Kinder im gelebten Alltag lernen, miteinander umzugehen.

Im Garten montieren Max, Laura und Jule unter Claudias Anleitung

Windräder aus aufgeschnittenen Plastikflaschen an den Zaun.

Aber leider ist es windstill, und so hilft Laura ein wenig mit eigener

Puste nach, damit sich die Räder wenigstens ein bisschen drehen.

Nebenan wuseln die Kleinen aus der Krippe durch den Garten.

Kaum sprechen können sie und sind doch schon ganz schön frech.

Die Zeit vergeht wie im Flug. Schon ist es Zeit fürs Mittagessen.

Es gibt Pasta mit Gemüsesoße. Zwei Kinder, für den Tischdienst

zuständig, haben Teller, Gläser und Besteck gedeckt. So mancher

isst mit Appetit, was er zu Hause keines Blickes würdigen würde.

Nach dem Mittagessen kehrt Ruhe ein. Die Kleineren werden

zum Mittagsschlaf gelegt. Da liegen sie und schnattern noch für

einen Augenblick – und schon sind sie eingeschlafen. Die Älteren

beschäftigen sich still, Petra liest aus Benjamin Blümchen vor.

So langsam geht der Kita-Tag zu Ende. Die ersten Kinder werden

abgeholt. Die meisten gehen zwischen drei und vier, nur wenige

bleiben bis zum Schluss um 18 Uhr. Nick tut die Blase am kleinen

Zeh schon lange nicht mehr weh, Cashen hat schon seit Stunden

gute Laune. Und Kerem wird morgen erzählen, was er mit seinem

Vater unternommen hat.

Kita MaRiS, Manfred von Richthofen-Str. 31, 12101 Berlin

Ltg. Cornelia Maier, geöffnet: 6 bis 18 Uhr, Tel. 75 60 20 80

Kita Luckeweg

19

Kinder im Hotel,

Eltern haben bis

zum Frühstück frei

Gedränge und lautes Schnattern

an der Hotelrezeption. An diesem

Sonnabend darf ab 18 Uhr eingecheckt

werden. Erzieherin Manuela

trägt die insgesamt 16 Gäste, die

für diesen Abend reserviert haben,

sorgfältig in Listen ein. Um halb sieben

kehrt am Schalter Ruhe ein, die

Chauffeure sind ins Kino gegangen,

und die Gäste packen ihre Koffer aus:

Kuscheltiere, Schlafanzüge, Zahnbürsten.

Das reicht für eine Nacht im

„Kinderhotel“ der Kita Luckeweg.

Alle zwei Monate können Eltern

ihre Sprösslinge im Alter zwischen

drei und acht Jahren für eine Nacht

im Kinderhotel unterbringen und sich

so einen freien Abend verschaffen.

An diesem Apriltag steht das Kinderhotel

unter dem Motto „Frühlingserwachen“

und zur Abkühlung der erhitzten

Gemüter machen Kinder und

Erzieher noch einen Spaziergang zum

Abenteuerspielplatz. Später gibt’s am

Hotelbuffet Bouletten, Eierkuchen

und Quarkspeise.

Beim Einchecken ins Kinderhotel können

sich schon mal Schlangen bilden.

Danach fällt der Weg ins Bett nicht

schwer. Am nächsten Morgen treffen

Eltern und Kinder sich zum Frühstück.

Beim Auschecken gibts nochmal

Gedrängel und in zwei Monaten

heißt es dann wieder: „Herzlich willkommen

im Kinderhotel!“ salz

Kita Luckeweg, Luckeweg 15, 12279

Berlin, Ltg. Gabi Colwin, geöffnet:

6 bis 18 Uhr, Tel. 72 01 92 85


20 Horthaus Schulburg | Schulstation Wunderinsel

„Mein Sohn ist nicht traurig,

wenn wir nicht verreisen können“

Frau Kemmritz, was fällt Ihnen

zum Jubiläum des NUSZ ein?

Erst einmal herzlichen Glückwunsch.

Als Neu-Tempelhoferin kenne ich das

NUSZ seit fünf Jahren „vor Ort“ und

denke zu allererst natürlich an gute

und engagierte Kinderbetreuung. Mit

Krippe, Kita und Hort ist das NUSZ

dabei, hier in Neu-Tempelhof eine unersetzliche

Einrichtung für junge Familien

zu werden.

Ihr Sohn besucht den Hort. Was gefällt

ihm besonders?

So viel, dass er mich schon nach kurzer

Zeit gebeten hat, ihn doch nicht

immer so früh abzuholen. Zu allererst

genießt er natürlich, seine Freizeit mit

Freunden zu verbringen und über das

wirklich wunderschöne, weitläufige

Schulgelände zu „tigern“. Und die

Ferienangebote mit Kino, Ausflügen,

Lagerfeuer und Schatzsuchen sind so

toll, dass er nicht traurig ist, wenn wir

nicht verreisen können.

Wie haben Sie die Eröffnung des

Hortes erlebt?

Mein Sohn ist ja in dem berüchtigten

Mega-Jahrgang eingeschult worden

und war tatsächlich einer der ersten im

Hort. Er hatte den Vorteil, dass er drei

ErzieherInnen schon aus seiner Kita-

Zeit kannte. Innerhalb kürzester Zeit

hat das NUSZ es geschafft, die Räume

zu renovieren und es sind das „Restaurant

der Kinder“ und die „Schulburg“

Melih, Konstantinos und Daniel bauen Türme. Foto: Stefanie Salzmann

entstanden. In das neue Team sind alle

schnell integriert und wie ich sehe,

auch nach ihren Stärken und Vorlieben

eingesetzt worden. Die MitarbeiterInnen

haben binnen kürzester Zeit

einen beeindruckenden Fächer an Arbeitsgemeinschaften

und Angeboten

auf die Beine gestellt.

Was wünschen Sie sich in Zukunft?

Die Zusammenarbeit mit der Schule

und den Lehrern zu intensivieren,

damit die ErzieherInnen nicht nur als

Vertreter bei Stundenausfall fungieren,

sondern auch den Alltag begleiten

können. Und natürlich wünsche ich

mir größere Räume. Bis der Senat einen

neuen Unterrichtstrakt gebaut hat

und der Hort dann endlich den ganzen

„Würfel“ in Besitz nehmen kann, wird

wohl noch einige Zeit vergehen. Und

natürlich mache ich mir Gedanken über

das Angebot für Jugendliche jenseits

der vierten Klasse. Vielleicht kann das

NUSZ ja einen Teil seines vielfältigen

Angebotes in der ufaFabrik nach Neu-

Tempelhof verlagern? Das könnte

doch eine Aufgabe für die nächsten 20

Jahre sein? Wie auch immer: Asterix

und Obelix würden jetzt vielleicht sagen:

„Ad multos annos!“

Kerstin Kemmritz ist Elternvertreterin

im Hort.

Horthaus auf dem Tempelhofer Feld,

Schulenburgring 7-11, 12101 Berlin,

Ltg. Ingrid Stuhl, Tel/Fax 78 09 54 77

Rückzug auf die

Wunderinsel

Die Kinder an der Nahariya-Grundschule

können sich in der Schulzeit,

während der Pausen und in ihrer

Freizeit auf ihre „Wunderinsel“ zurückziehen.

Die Schulstation dient als Ort,

um Angst und Stress abzubauen, zur

Entspannung und zum Basteln, Spielen

und Toben. Sie finden hier Ruhe und

Raum für ihre Hausaufgaben. Darüber

hinaus erfahren die Kinder Hilfe bei

Konflikten mit Mitschülern oder Lehrern

und können an einer Konfliktlotsenausbildung

teilnehmen.

In Lernwerkstätten können die Kinder

aktiv ihren Lernprozess gestalten und

mit allen Sinnen lernen. Regelmäßig

finden Theaterwerkstätten statt, in denen

die Kinder eigene Theaterstücke entwickeln

und aufführen. Der Klassenrat als

Methode, demokratisches Handeln zu

üben, wird von Klassen mit Unterstützung

der Schulstation durchgeführt.

Eltern können mit ihren Kindern an

Aktivitäten wie dem Erzählcafé, gemeinsamen

Kochen und Basteln teilnehmen.

Im Elterncafé werden Themen

rund um die Gesundheit diskutiert. Die

Elterninfobox informiert über laufende

Angebote im Stadtteil.

Erzieherin Svenja mit ihren Schützlingen

Außerdem stehen die Mitarbeiter der

Schulstation Eltern, Kindern und Lehrern

für Gespräche und Beratungen zur

Verfügung. Sie sind Kooperationspartner

des örtlichen Jugendamtes und arbeiten

mit anderen freien und kommunalen

Trägern im Stadtteil zusammen.

Schulstation „Wunderinsel“ an der

Nahariya-Grundschule,

Nahariyastr. 13-17, 12309 Berlin,

Leitung Margit Endres

Tel./Fax 76 58 79 39


Ambulanter Pflegedienst

„Hundert Jahre un een Mittwoch ... “

Edith Herold ist 92 und hat Ziele. Der Pflegedienst versorgt sie.

Von Stefanie Salzmann

Um kurz vor neun sitzt Edith Herold geschniegelt und gebügelt

im Sessel ihres Wohnzimmers und schaut fern. Sie ist

schon seit vier Stunden wach und jetzt ein wenig ungeduldig.

„Ich hab Hunger“, ruft sie laut Richtung Küche, wo Pflegerin

Melanie Kaffee kocht und Marmeladenstullen schmiert.

Edith Herold ist 92 Jahre alt. Seit über 20 Jahren lebt sie allein,

ihr Mann starb 198 . Das Laufen klappt nicht mehr, und

sie hört ein wenig schlecht. Ansonsten ist sie eine wache Person,

ausgestattet mit gutem Berliner Mutterwitz, der hier in der

Gegend zu Hause ist: In Alt-Mariendorf, wo die Verkäuferin im

Zeitungsladen morgens mit jedem ein Schwätzchen hält und

alle zwei Minuten ein Mann mit Hund die BZ kauft.

„Ick will noch hundert Jahre un een Mittwoch alt werden“,

kichert Edith Herold, schnappt sich beherzt ihren Rollator und

schiebt sich zum Frühstück in die sonnige Küche, wo Kaffee,

Stullen und BZ ordentlich auf dem Tisch aufgereiht sind. Neben

ihr auf der Fensterbank hüpft Wellensittich Hansi im frisch

geputzten Käfig. Der Vogel ist munter, hat aber einen Makel:

„Der sacht keen Ton.“

Da von Hansi kein Wort zu erwarten ist, hält Edith Herold ihr

Schwätzchen mit ihren Pflegern, die täglich dreimal kommen

und sich um Essen, Gesundheit und Haushalt kümmern. „Die

sind alle lieb zu mir“, sagt sie. „Ich schimpfe ja auch nicht, wir

gehen nett miteinander um.“ Das ist wichtig, sind diese drei

täglichen Besuche doch das, was ihrem Leben nicht nur Halt,

sondern vor allem Struktur verleiht. Sie bekommt sonst keinen

Besuch. Der Stiefsohn, inzwischen auch über 60, habe keine

21

Zeit, weil er Tag und Nacht arbeite, sagt sie völlig ohne Bitterkeit

und Groll. Freunde gibt es auch nicht mehr. „Die sind

alle tot.“

In dieser Woche ist es Schwester Melanie, die den Frühdienst

übernimmt und sich um Morgentoilette, Frühstück und

den Wellensittich kümmert und ihrer Kundin die Medikamente

gibt. Zum Mittagessen und Abendbrot kommt dann jemand anders

aus dem vierzehnköpfigen Pflegedienstteam des NUSZ.

„Es gibt feste Vorgaben, wann was gemacht werden muss“,

erklärt Melanie. Große oder kleine Reinigung, Einkaufen, Medikamentengabe,

und am Freitag ist für Frau Herold Badetag.

Das alles wird von der Pflegerin akribisch dokumentiert. „Aber

wir können manche Dinge auch flexibel handhaben.“ Wenn

sich zum Beispiel jemand nicht wohl fühlt und einfach noch

ein bisschen Ansprache braucht.

Von dem ambulanten Pflegedienst, den das NUSZ 1989 einrichtete,

werden nicht nur ältere Menschen häuslich betreut,

sondern auch Familien. Sind Eltern erkrankt oder wurde bei

einer Frau eine Risikoschwangerschaft festgestellt, können

Mitarbeiter des Pflegedienstes stundenweise die Betreuung der

Kinder übernehmen, den Haushalt führen, die Einkäufe erledigen.

Die Kosten übernehmen Pflege- und Krankenkassen, Bezirksämter

oder man zahlt selbst.

Melanies Stunde bei Frau Herold ist um. Alles ist erledigt

und sie muss weiter. Edith Herold hat ihre Stullen verputzt,

lässt sich noch mal Kaffee nachschenken und schlägt zufrieden

die BZ auf. In zwei Stunden kommt wieder jemand und bringt

ihr das Mittagessen.

Ambulanter Pflegedienst, Ltg. Roswita Ball, Tel. 751 67 06

Die 92-jährige Edith Herold genießt

ihr Frühstück, während Pflegerin

Melanie in der Küche wuselt.

Foto: Stefanie Salzmann


22

Ehrenamt

Bevor das Leben eine zähe Suppe wird

Vera Lüters arbeitet ehrenamtlich und hilft damit sich und anderen

Vera Lüters ist eigentlich immer unterwegs, ihr Terminkalender

ist randvoll: Auf dem Kinderbauernhof muss

ein Fest vorbereitet werden, in der Kita MaRiS soll mit den

Kindern Gesundes gebacken werden, eine Lesepaten-Stunde

in einer Neuköllner Grundschule steht an. Da ist es manchmal

schon schwer, Zeit für die Verabredung mit einem ihrer Enkelkinder

zu finden oder eine Kurzreise nach Hamburg zu unternehmen,

um Freunde zu treffen: Aber Vera Lüters, 6 Jahre alt,

kurze graue Haare und voller Leben, schafft das. Sie ist eine

„Ehrenamtliche“ mit Haut und Haar.

Ihre soziale Ader entdeckte die gelernte Kostümbildnerin vor

zehn Jahren, in einer Zeit, als sich ihr Leben von Grund auf änderte.

„Meine Kinder begannen, ihr eigenes Leben zu leben, sie

brauchten mich immer weniger“, sagt sie heute. Plötzlich gab

es keine Verpflichtungen mehr, die Tage verloren ihre Struktur.

Alles wird eine zähe Suppe“, sagt Vera Lüters. Also krempelte

sie die Ärmel hoch. „Es ist wichtig, dass man sich was Neues

aufbaut, etwas, das einen vor neue Aufgaben stellt.“

In ihren Beruf hatte sie nach der Geburt des ersten Kindes

nicht mehr gearbeitet. Als ihr viertes Kind gerade laufen konnte

zerbrach ihre Ehe. „Ich habe mein Leben ganz auf die Kinder

abgestimmt. Das war mein Job, der mir großen Spaß gemacht

hat“, sagt sie.

Sie engagierte sich, nachdem das Jüngste flügge war, fast

sieben Jahre lang in einem Dritte-Welt-Laden am Ku‘damm.

Über den Treffpunkt Hilfsbereitschaft in der Thorstraße (Mitte),

kam sie vor drei Jahren zum NUSZ. Der Kinderbauernhof

Vera Lüters engagiert sich seit zehn Jahren ehrenamtlich. Foto: S. Salzmann

suchte ehrenamtliche Helfer. Seitdem kocht und bäckt sie dort,

bastelt mit den Kindern, erklärt und hört zu, lacht und trocknet

Tränen. Inzwischen ist sie eine feste Größe und koordiniert gemeinsam

mit Tatjana Borodina das 60-köpfige Team der ehrenamtlichen

Mitarbeiter des NUSZ.

Einem kleinen Jungen an einer Neuköllner Grundschule hilft

sie, Lesen und Schreiben zu lernen. Bis zur dritten Klasse hatte

keiner seiner Lehrer bemerkt, dass er nicht lesen kann. „Er ist

hoch motiviert und sehr intelligent“, erzählt sie. „Wenn ich mal

keine Zeit habe, bietet er an, früher in die Schule zu kommen,

damit unsere gemeinsamen Stunden nicht ausfallen.“

Eine wahre Passion hat Vera Lüters für Gesundes. Gemeinsam

mit einer Ernährungsexpertin betreut sie Infostände auf

Volksfesten und zeigt Kindern, wie viel Zucker eine Schüssel

Cornflakes oder eine Packung Kaba enthält. „Ich baue dann

Türme aus Würfelzucker und die Kinder sind immer ganz

überrascht über deren Größe.“ In der Kita MaRiS gibt sie für

einzelne Gruppen Kurse für gesundes Backen.

„Ich habe viel Kontakt zu anderen Menschen, kann mit Kindern

arbeiten und muss mir immer wieder was einfallen lassen“,

sagt sie. Auch wenn ihre Arbeit nicht bezahlt wird, so bringt sie

Vera Lüters doch Gewinn. S. Salzmann

Wer Interesse an ehrenamtlicher Arbeit hat, kann sich donnerstags

zwischen 11 und 12 Uhr im Treffpunkt-Büro auf dem

NUSZ-Gelände oder direkt bei Frau Lüters unter

Tel. 74 68 25 73 melden.

Spenden

Wir würden uns freuen, wenn auch Sie uns durch eine Spende unterstützen können. Vor allem in unserer Familien- und Kinderarbeit

sind wir ständig auf Spenden angewiesen. Wir sind vom Finanzamt für Körperschaften als gemeinnützig anerkannt, und Sie können Ihre

Spende für die unten genannten Bereiche in Ihrer Steuererklärung geltend machen. Unsere Steuer-Nr.: 27/673/50128.

Spendenkonto Nachbarschaftszentrum ufa-Fabrik

Konto Nr. 318 3908 Zweck Familiennetzwerk

Konto Nr. 318 39 01 Zweck Kinderbauernhof

Bank für Sozialwirtschaft BLZ 100 205 00


Treff für Menschen mit unterschiedlichster Herkunft

und verschiedenen Charakteren. Ein grünes Zentrum

in Tempelhof und ein Zeichen für Toleranz und

Akzeptanz. Heike Köster, Hebamme

Ich bin Kursleiterin für schwangere Mütter mit Kleinkindern

und Yogaübende. Das Treffpunkt-Team ist

zuverlässig und begleitet mich mit Herz.

Susanne Czerny, Yogalehrerin

Menschen, die persönliche, psychische oder familiäre

Probleme haben, können sich von mir in Einzel-,

Paar-, oder Familiengespräche beraten lassen.

Anita Brensing, ehrenamtl. Sozialarbeiterin

Es ist immer interessant und abwechslungsreich,

auf neue Mütter, Kollegen und Tatjana zu treffen und

sich auszutauschen. Es ist wie in einer Familie.

Judith Haase, Pekip-Leiterin

In den SchreiBaby-Ambulanzen helfen wir verzweifelten

Eltern. In einer von Verständnis und Ruhe

getragenen Atmosphäre unterstützen wir sie, die

krisenhaften Situationen zu bewältigen.

Gerd Poerschke, Psychologe

Ich bin seit fast acht Jahren im Tempelhofer Tauschring.

Sehr viele Leistungen, die wir untereinander

austauschen, könnte ich nie bezahlen. Ich möchte

diese Selbsthilfegruppe nicht mehr missen.

Sabine Freitag, Mitglied im Tauschring

Ich arbeite ehrenamtlich im Familientreffpunkt, in

dem ich mir und anderen helfe.

Dagmar Bartsch, ehrenamtliche Mitarbeiterin

Wenn Menschen, die uns früher besuchten, heute

noch mit einem dankbaren und warmen Gefühl an

uns denken, haben wir unser Ziel erreicht.

Tatjana Borodina, Koordinatorin

Familientreffpunkt

Täglich volles

Leben im Treffpunkt

Familie

2

Den Haupteingang zum ufa-Gelände

nehmen, schnurgeradeaus, am Cafe

Olé vorbei und dann scharf links abbiegen.

Dort liegt der Familientreffpunkt –

die eigentliche Geburtsstätte des NUSZ.

Hier wurden kurz nach der Besetzung

des Geländes bei frostigen Temperaturen

die ersten Plenarsitzungen abgehalten

und die ersten Müttergruppen hielten

Einzug.

Wer heute hierher kommt, kommt an

einen Ort, der Bildung, Begegnung und

die Möglichkeit des Austausches unter

seinem Dach vereint. Zwei große

Übungsräume mit etwa 8 Quadratmetern

Größe stehen zur Verfügung. Hier

können Eltern mit Babys und Kleinkindern

Kurse belegen, Schwangere sich auf

Geburt und die Zeit danach vorbereiten,

ausländische Frauen sich mit Integration

beschäftigen, verzweifelte Eltern mit

Säuglingen sich bei der Bewältigung von

Krisen helfen lassen, die Mitglieder des

Tauschrings sich treffen und vieles mehr.

Der Treffpunkt steht zudem Selbsthilfegruppen

offen.

Von morgens bis abends ist das Haus

voller Leben. Am Vormittag kommen

Frauen mit ihren Babys und Schwangere,

tagsüber trainieren Kindergruppen,

und am Abend finden Yoga-, Näh- und

diverse Sprachkurse in den Räumen statt

(siehe Seite 27). Hier ist auch der Familienpass

erhältlich.

„Durch die Projekte, Gruppen und Kurse,

Veranstaltungen und soziale Dienste

bieten wir die Möglichkeit, Informationen,

Beratung, Gedankenaustausch,

Anregungen sowie praktische Unterstützung

zu erhalten“, so die Treffpunktleiterein

Tatjana Borodina. Sie koordiniert

die Einrichtung, in der immerhin ReferentInnen

und BetreuerInnen, fünf BeraterInnen

und zehn ehrenamtliche Mitarbeiter

tätig sind. salz

Treffpunkt, Viktoriastr. 13, 12105 Berlin,

Familienbildung, SchreiBabyAmbulanz,

Selbsthilfegruppen, Familienservice

Leitung: Tatjana Borodina,

Tel. 75 50 31 22, Fax 75 50 31 83,

treffpunkt@nusz.de


2

Verwaltung | Internationale Beziehungen | Betreuungsservice

Die Verwalterinnen

Acht Frauen,

die den

Laden schmeißen

DG Geschäftsleitung

Sigrid Zwicher

Renate Wilkening

3. OG Assistenz d. Geschäftsleitung

Angelika Benzin

Sekretariat

Heidi Simbritzki

2. OG Kitaverwaltung

Manuela Augustin

Buchhaltung

Birgit Lischke

1. OG Personalabteilung

Martina Grunwald

Margit Köhler

Fotos: Babette Curio, Zeichnung: Stefanie Salzmann

Familienservice für

Berliner Betriebe

Nachbarschaft macht auch an den Eingangstoren

großer Firmen nicht halt. So bietet das NUSZ

Berliner Unternehmen den Familienservice als

Dienstleistung an. „Wir betreuen beispielsweise die

Kinder von Firmenmitarbeitern, die am Wochenende

oder nachts arbeiten müssen“, sagt NUSZ-Geschäftsführerin

Renate Wilkening. Auch für erkrankte Mütter

und Väter springen die NUSZ-Ersatzmuttis ein.

„Die Kinder werden von unserem fachlich geschulten

Betreuungspersonal entweder bei uns im NUSZ oder

bei dem Betreffenden zu Hause betreut“, so Renate

Wilkening. Aber auch, wenn die Kinder krank werden,

die Eltern aber arbeiten gehen müssen, springt

das NUSZ in die Bresche.

Wenn es im Betrieb einmal hoch her geht, ist das

Nachbarschaftszentrum zur Stelle. „Wir organisieren

während einer Betriebsfeier Kinderfeste und sorgen

auch an Weihnachten für eine fröhliche Bescherung“,

verspricht die Geschäftsführerin.

Zu den Kunden gehört unter anderem die Berliner

Stadtreinigung (BSR), mit dem das Nachbarschaftszentrum

einen Kooperationsvertrag abgeschlossen

hat. BSR-Betriebsangehörige, die die Dienste des

NUSZ in Anspruch nehmen, erhalten von ihrem Arbeitgeber

einen Gutschein, den sie beim NUSZ einlösen.

Die Kosten trägt die BSR. eb

Informationen unter 75 50 31 22 oder 751 67 06

NUSZ international

Das Tempelhofer NUSZ pflegt Nachbarschaft

weltweit. Über den Verband für sozial-kulturelle

Arbeit gehört das NUSZ der Internationalen Föderation

der Sozial-kulturellen Nachbarschaftszentren an,

die ihrerseits Konsultationsstatus bei den Vereinten

Nationen in New York hat.

In der Praxis bedeuten die internationalen Kontakte

einen dauernden Austausch von Erfahrungen unter

den einzelnen Nachbarschaftszentren. „Eine ungemeine

Bereicherung“, so NUSZ-Geschäftsführerin

Renate Wilkening. So sei es zum Beispiel sehr aufschlussreich,

wie die Integration von Migranten in den

USA umgesetzt werde, wo die Gegensätze wesentlich

härter aufeinander prallten als in Deutschland. Direkte

Beziehungen hat das NUSZ mit Partnerorganisationen

unter anderem in Holland, Spanien, Polen,

Ungarn, Rumänien, Russland, Israel, den USA und

Kanada. Zwischen den Nachbarschaftszentren findet

ein regelmäßiger Jugendaustausch statt. eb


Allein unter Frauen

In einer Mutter-Kind-Gruppe begann Torsten Fischer seine ufa-Zeit

Heute ist in Geburtsvorbereitungskursen durchaus der eine

oder andere Vater anzutreffen, der mit der werdenden

Mutter hecheln oder entspannen trainiert.

Als Torsten Fischer vor 18 Jahren entschied, sich gemeinsam

mit seiner Freundin Martina auf die Geburt des ersten Kindes

vorzubereiten, war er im Reich der Gebärenden noch ein Exot.

„In dem Kurs bei der ufaFabrik haben wir dann nette Leute

kennengelernt“, erzählt der heute -jährige Soziologe. Vom

Stillkurs ging es dann nahtlos über in die Mutter- (bzw.Vater)-

Kind-Gruppe, die sich über mehrere Jahre als feste Gemein-

Vielen Dank, Eva!

1972 machte Eva Mehnert noch in der Mittagspause

Unsinn mit ihren Kolleginnen

(r.). Sie war Buchhalterin in den ufa-Kopierwerken,

die 197 in Konkurs gingen. Mitte

der 1990er Jahre kehrte sie hierher zurück,

engagierte sich im Bauernhofclub und ist

bis heute auf dem Kinderbauernhof eine

nicht wegzudenkende Größe. In den Jahren

hat die heute 81-Jährige nicht ein Kinderfest

verpasst, wo sie Kakao kochte oder Waffeln

buk. Die Kinder lieben sie und ihre Koch-,

Back- und Bastelkurse sind immer gut besucht.

Vielen Dank, liebe Eva! salz

Von gestern und heute

Links: Sommer 1993. Torsten

Fischer mit Joschua (2) und

Natascha (5) auf dem Kinderbauernhof.

Oben: Vater und

Tochter im Sommer 2007. Beide

haben immer noch ein enges

Verhältnis.

Foto: NUSZ (l.), S. Salzmann (o.)

schaft auf dem ufa-Gelände tummelte. Fischer blieb im Wesentlichen

der einzige Vater der Truppe, auch als auf Tochter

Natascha einige Jahre später Sohn Joschua folgte.

Man traf sich einmal in der Woche auf dem Gelände des Kinderbauernhofes

oder in einem Raum, den das NUSZ zur Verfügung

gestellt hatte. Daraus entstand der Bauernhofclub, den Fischer

bis 1999 leitete. „Das bot uns einen geschützten Rahmen.

Die Kinder wuchsen gemeinsam auf, stammten sie doch alle aus

dem selben Kiez“, sagt er. Natascha ist inzwischen 17 und fast

erwachsen. salz

2


26 Angebote

Von A wie Aikido bis Z wie Zirkus

Im NUSZ gibt es über 100 Kurse – für jeden ist was dabei

Kultur und Soziales verbinden die Vereine, die in den

Standorten des Nachbarschaftszentrums in Eigeninitiative

ihre Interessen ausüben. Das Nachbarschaftszentrum stellt mit

Hilfe von öffentlichen Förderungen sowie mit Kooperationspartnern

die Räume und die Infrastruktur zur Verfügung.

Kultur, Gesundheits- und Budosport sowie Musik- und

Tanzgruppen bieten wir sowohl in Selbsthilfe als auch unter

professioneller Anleitung Raum, sich mit Gleichgesinnten beziehungsweise

Betroffenen auszutauschen. Sie erhalten Unterstützung

bei gesundheitlichen oder sozialen Problemen oder

können einfach gemeinsam ihre Freizeit gestalten und Neues

erproben. Auf dem ufa-Gelände gibt es zwei Funktionsräume

für Tanz und Bewegung, einen Percussionraum und ein Dojo.

Alle Räume können von anderen Einrichtungen und Institutionen

genutzt werden – vorrangig für Bewegungsaktivitäten.

Quer durch alle Nationen und Generationen werden im

Dojo täglich Kraft, Geschicklichkeit und Meditation geübt.

Karate, JuJutsu, KungFu trainieren Angriff und Verteidigung

mit echten und imaginären Gegnern. Aikido ist pure Selbstverteidigung,

bei der es darauf ankommt, den Gegner rein defensiv

matt zu setzen. Das gut zu beherrschen, dauert Zeit und ist

nie wirklich ausgereift. Aber es gibt auch Techniken, die man

gleich einsetzen kann. Qi Gong und Tai Chi dienen in erster

Linie dem Erhalt der Gesundheit.

Feste und die Bühnenshow „Action House Party“, die in Kooperation

mit dem Internationalen KulturCentrum ufaFabrik

veranstaltet werden, bieten Gelegenheit, Ausschnitte aus der

künstlerischen Arbeit vor Publikum zu zeigen.

Karatekunst auf der Bühne Foto: Giuseppina Mango

Für die „sanftere“ Gangart, z. B. für Menschen mit Bewegungsmangel

und für die Bewegungseinsteiger, gibt es Trainingskurse

für Körper und Geist sowie durch Krankenkassen

geförderte Präventionskurse.

Seniorinnen und Senioren engagieren sich im Familientreffpunkt,

im Bauernhofclub oder treffen sich bei Hobby & Kultur,

Sprachen, Tanzen und Gesundheitskursen.

Kinder- und Jugendkurse bieten Sport, Spiel, Spaß oder Entspannung.

Boseclub, Kinderbauernhof, die Nachbarschaftstreffpunkte

Britzer Straße und Waschhaus Lichtenrade haben

ebenfalls umfangreiche Freizeit- und Ferienprogramme.

Schwangere, Mütter, Väter, Babys und Kleinkinder finden

im Familientreffpunkt umfassende Anregungen und Hilfen. Die

Familienbildung bietet Rat zum gewaltfreien Zusammenleben

von Eltern und Kindern, PEKiP und Frühförderung an.

Weitere Angebote für alle Generationen: Sprachen lernen,

Hobbys nachgehen, Nachbarschaftshilfe, Gesundheits- und

Selbsthilfeprojekte. Die SchreiBabyAmbulanz leistet Eltern in

Krisensituationen Hilfe.

Migrantinnen finden in Integrationskursen sprachliche Übung

sowie Rat und Hilfe zum Leben in Deutschland.

Bei der Suche nach einem Babysitter oder in Lebenskrisen

helfen die angeschlossenen Fachdienste, zum Beispiel mit Mediation,

familienunterstützenden Hilfen oder der Kranken- und

Familienpflege.

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