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4tFRqG

8. Jahrgang · 1/2015

Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

Jan seghers:

Der Bestsellerautor vor seiner

Lesung in Gießen im Interview

blickpunkt

Der Jahresrückblick

als Quiz und ein

ausblick auf 2015

in gießen. Seite 4

Campus

Die neue Kanzlerin

der Justus-Liebiguniversität

im

gespräch. Seite 36


www.immo-in-mittelhessen.de

ist: Wenn die

Zukunft beginnt.


Editorial

Persönlich war 2014 ein bewegtes Jahr. Viel gefreut. Immer mal geärgert. Viel erlebt. Auch manches versäumt. Wahrscheinlich

kennen Sie, liebe Leser, diese Phase im noch jungen Jahr: Die Blicke richten sich zurück. Schlüsse werden

gezogen. Die Blicke richten sich nach vorn. Günther Jauch hat das vor großem Publikum bereits getan. Caren Miosga

ebenfalls. Markus Lanz mit ziemlicher Sicherheit auch. Also verkneifen wir uns einmal mehr einen klassischen Jahresrückblick

und lassen Sie die Arbeit machen: Wie war das mit 2014 nochmal Lediglich ein Grundgerüst über das, was

in den vergangenen zwölf Monaten wichtig war in Gießen, haben wir in unserem Quiz vorbereitet. Passt zu unseren

Vorsätzen im neuen Jahr: Ein bisschen mehr das Leben genießen. Alles andere kommt schon ganz von allein. Das

zeigt auch unser kleiner Ausblick auf 2015 in Gießen: Viele Termine stehen schon fest. So manches wird sich verändern.

Mein Kollege Marc Schäfer und ich, wir wünschen Ihnen, liebe Leser, dass für Sie noch die eine oder andere

schöne Überraschung dazukommt. Damit auch Sie in zwölf Monaten sagen können: Noch häufiger gefreut. Ein bisschen seltener geärgert.

Das richtige erlebt. Das richtige versäumt.

Florian Dörr

Inhalt

Foto: Archiv/Marcus Müller

Foto: dpa

Blickpunkt 4 und 42

Was prägte Gießen im vergangenen Jahr Was erwartet die Stadt im kommenden Unser

fast schon traditioneller Jahresrückblick als Quiz und unser Ausblick.

Rampenlicht 12

Matthias Altenburg ist Jan Seghers ist unser

Interviewpartner.

Stadtgespräch 16

Was sich unter dem neuen Pächter im

Ulenspiegel verändern wird

Blick in die region 18

Wie Klaus Meier aus Mittelhessen zum

Whisky-Botschafter wurde

Unterwegs 21

Welche Veranstaltungstipps wir für den

Januar herausheben

Veranstaltungskalender 24

Am main 29

Wie Martin Carr und Maximilian Hecker

die Freunde guter Musik mit ihren Konzerten

in Frankfurt überzeugen wollen

Kultur 32

Was die Band Shadowpainter in den

vergangenen 20 Jahren erlebt hat

Leute 34

Wie William Balser Mr. Miss-Wahl wurde

und Heidi Klum nach Gießen brachte

Campus 36

Welche Pläne Susanne Kraus als neue

Kanzlerin der Justus-Liebig-Universität hat

Sportwelt 38

Was den Reiz des Stuntmotorradfahrens

ausmacht

Brad Shaws Kolumne 40

Mediathek 41

Worüber Christian Eisert in »Kim & Struppi«

schreibt und in Gießen lesen wird

Vinothek 44

Sperrsitz 45

Wie unsere Leser Karten für »Frau Müller

muss weg« gewinnen können

streifzug

Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

Impressum

Herausgeber:

Mittelhessische Druck- und Verlagshaus GmbH & Co. KG

Druck: Dierichs Druck+Media GmbH & Co. KG, Kassel

Redaktion: Marc Schäfer (verantwortlich), Florian Dörr

E-Mail: streifzug@giessener-allgemeine.de

Verlag: Mittelhessische Druck- und Verlagshaus GmbH & Co.

KG, Marburger Straße 20, 35390 Gießen (zugleich auch

ladungsfähige Anschrift für alle im Impressum genannten Verantwortlichen),

Sitz: Gießen, Amtsgericht Gießen HRA 4409;

PhG: Mittelhessische Druck- und Verlagshaus Verwaltungsgesellschaft

mbH, Sitz: Gießen, Amtsgericht Gießen HRB

8053, Geschäftsführer: Dr. Jan Eric Rempel (Gießen), Dr. Max

Rempel (Gießen); Alleiniger Kommanditist: Mittelhessische

Druck- und Verlagsgesellschaft mbH, Sitz: Gießen, Amtsgericht

Gießen HRB 43, Geschäftsführer: Dr. Jan Eric Rempel

(Gießen), Dr. Max Rempel (Gießen).

Erscheinungsweise: Der Streifzug erscheint monatlich in der

»Gießener Allgemeinen Zeitung«, »Alsfelder Allgemeinen

Zeitung« sowie in über 250 ausgewählten, stark frequentierten

Auslagestellen. Auflage: 37 500 Exemplare

Anzeigenleitung: Jens Trabusch

Anzeigenverkaufsleitung:

Ulrich Brandt, Tel. 06 41/30 03-2 24, Anschrift siehe oben

Gültig ist der Anzeigen tarif Nr. 63 vom 1. Januar 2015

streifzug – Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

Titelbild: dpa

Sofern Sie Artikel dieser Publikation in Ihren internen elek tronischen

Pressespiegel übernehmen wollen, erhalten Sie die

erforderlichen Rechte unter www.presse-monitor.de oder unter

Telefon 0 30/28 49 30, Presse-Monitor Deutschland GmbH

& Co. KG. © Streifzug, Gießen

1/2015 streifzug 3


Blickpunkt

Ein gutes Jahr


für Gießen

Vieles in der Stadt hat sich verändert in den vergangenen zwölf Monaten. Für unser großes

Rätsel zum Jahreswechsel wühlten wir uns tief ins Archiv der Gießener Allgemeinen Zeitung. Das

Ergebnis sehen Sie auf den nächsten acht Seiten. Ob das vergangene Jahr mit all seinen Höhen

und Tiefen nun ein gutes war oder nicht: Die Antwort überlassen wir Ihnen. Aber vorher haben

Sie noch ein bisschen zu tun: Es warten 78 Fragen in unserem Rätsel auf Sie.

4. In welcher Straße öffneten im Sommer

zwei Cafés und der Woschtkeller

1. Wie heißt die neue Studiobühne

des Stadttheaters, die mit

der neuen Spielzeit eröffnet

wurde

TiL

Tat

tAt

taT

Kaplansgasse

Seltersweg

Bahnhofstraße

Katharinengasse

5. Im November trafen sich rund

300 Hells Angels in Gießen und

Wißmar, um die Gründung eines

Gießener »Charters« zu feiern. Die

Polizei war mit einem Großaufgebot

vor Ort. Wo in Gießen wurde

gefeiert

Bantzerweg

Eichendorffring

Mühlgasse

Löberstraße

2. Welche Verkehrsader wurde 2014 zur

Tempo-30-Zone deklariert

Marburger Straße

Ringallee

Wiesecker Weg

Rathenaustraße

3. Die Umbenennung welcher Einrichtung

wurde im August beschlossen

Philosophikum

Otto-Eger-Heim

Altes Schloss

Botanischer Garten

6. Vor 70 Jahren griffen rund 250 britische

Bomber die Stadt an und zerstörten sie

fast völlig. Es war das wohl prägendste

Ereignis der Stadtgeschichte.

An welchem Datum jährte es sich

23. Januar

9. Mai

13. August

6. Dezember

4 streifzug 1/2015


7. Ein Ausgehkeller wechselt mit dem

Jahreswechsel den langjährigen

Pächter. Welcher ist gemeint

Ulenspiegel

Scarabée

Sowieso

Domizil

11. Im Februar begannen die

Grabungen auf dem Kirchenplatz.

Was ist hier für die Zeit

nach dem Abschluss geplant

Wiederaufbau der Kirche

Eingezäunter Fußballplatz

Umgestaltung des Platzes

Busbahnhof

8. Im Herbst brachte Charly Weller, der

unter anderem Videos für die Gießener

Allgemeine Zeitung dreht, einen Krimi

mit Lokalbezug heraus. Wie hieß er

Gummiinsel

Nordstadt

Eulenkopf

Schlangenzahl

9. Das Schicksal des kleinen Muhammet

bewegte 2014 weit über die Grenzen

Gießens hinaus. Zu welchem Thema

stieß er eine Debatte an

Steuerpolitik

Asylrecht

Organspende

Schulpolitik

10. Ein besonderes Rennen lockte im

Sommer das Publikum in die

Plock straße. Welches ist gemeint

Entenrennen

Hase gegen Igel

Stöckelschuhrennen

Eierlauf

12. Mitten in der Stadt eröffnete im Juni

runderneuert eine Einrichtung zur

Umweltpädagogik.

Welche ist gemeint

Lahnfenster

Botanischer Pavillon

Wieseckbrücke

Grüne Insel

13. Direkt angegliedert an welchen Club

eröffnete im Herbst ein Restaurant

Agostea

Ulenspiegel

Haarlem

Admiral Music Lounge

15. Um die Verkehrsregelung auf

welchem Platz gab es im Februar

großen Ärger

Bahnhofsvorplatz

Berliner Platz

Marktplatz

Platz der deutschen Einheit

16. Wer streikte im März und zog dabei

demostrierend durch die Stadt

Busfahrer

Lokführer

Piloten

Taxifahrer

14. Der AStA der Justus-Liebig-

Universität hat ein Maskottchen.

Wie heißt es

Astana

Astra

AStar

Alf

17. Welche Fast-Food-Filiale im

Schiffenberger Tal schloss zwischenzeitlich

seine Tore

McDonald’s

Kentucky Fried Chicken

Subway

Burger King

18. Welche Partei kündigte 2014 an, bei

der Wahl des Oberbürgermeisters 2015

mit einem eigenen Kandidaten antreten

zu wollen

Piraten

AfD

Rentner Partei

ÖDP

1/2015 streifzug 5


Blickpunkt

26. Im Februar versuchte sich Claudia

Bello bei einer Castingshow. Wo

The Voice of Germany

Das Supertalent

Rising Star

Deutschland sucht den Superstar

27. Das Krimifestival lockte auch 2014

wieder. Welcher Star gab sich im

Kinopolis die Ehre

Til Schweiger

Moritz Bleibtreu

Uwe Ochsenknecht

Benno Fürmann

19. Wo sorgte im Januar der Fund

einer Fliegerbombe für

Aufregung

Weststadt

US-Depot

Wieseck

Poppe-Gelände

20. Wo konnte man im Sommer einen

ordentlichen Espresso bestellen

Universitätsplatz

Neuer Teich

Botanischer Garten

Theaterpark

21. Welches Großprojekt entsteht seit

diesem Jahr im Gießener Osten

Zusätzliche Auffahrt auf den Ring

Campus Philosophikum

Neue Osthalle

Sommerrodelbahn auf dem

Schiffenberg

23. Die 2014 veröffentlichte Planung für

welches Baugebiet sieht unter anderem

einen neuen Bahnhaltepunkt vor

Schlachthof

RKH-Gelände

Güterbahnhof

Poppe-Gelände

24. Um welche Besonderheit wurde das

Elefantenklo im Frühjahr erweitert

Spülung

Waschbecken

Funktionierender Aufzug

Klobrille

28. Ein Diebstahl sorgte im Dezember

kurzzeitig für große Aufregung.

Welcher ist gemeint

Mann im Turm vor der Mensa

Einer der drei Schwätzer

Goldener Engel am Marktplatz

Krippenfigur Maria

29. Der langjährige Manager welcher

Band wurde im September in Gießen

beigesetzt

Scorpions

U2

Puhdys

Metallica

30. Die Jungs von OK Kid traten

beim Bundesvision Songcontest

auf. Welchen Platz belegten sie

1

3

6

9

22. Ein neuer Veranstaltungsort sollte 2014

sein erstes Konzert beherbergen.

Daraus wurde nichts, weil sich die

Bauarbeiten verzögerten.

Was ist gemeint

Miller Hall

Alte Post

Schlachthof

TiL

25. Im November ging der Fall K. zu Ende.

Wegen teils schwerem sexuellen

Missbrauchs in 40 Fällen sowie

Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz

wurde er verurteilt. Wozu

Zwei Jahre und drei Monate

Sieben Jahre und zehn Monate

Drei Jahre und zwei Monate

Zwölf Jahre und neun Monate

6 streifzug 1/2015


31. Was sorgte im Spätherbst für

Diskussionen zwischen Stadt, Kirche

und Handel

Kirchenladen

Verkaufsoffene Sonntage

Kirchensteuer

Preiserhöhung für Weihrauch

32. In einer Gießener Kneipe sorgte

Mitte des Jahres ein Lokalverbot für

Aufregung. Wer durfte nicht rein

Männer

Nordafrikaner

Frauen

Südbayern

33. Im Juni begann die Sanierung einer

architektonischen Legende der Stadt.

Welche ist gemeint

Flughafengebäude

Kongresshalle

Dachcafé

Johanneskirche

34. Wo wurden im Juli eine Menge Zelte

aufgestellt

Lahnufer

US-Depot

Europaviertel

Poppe-Gelände

35. Oliver Schepp fotografiert für

die Gießener Allgemeine

Zeitung und den Streifzug.

Im Sommer eröffnete er zudem

eine Ausstellung im Seltersweg.

Wie hieß sie

Gießen entdecken

Vom Selterstor zum

Kirchenplatz

Mein Stück Grün

Gießener Köpfe

36. Im Dezember wurde Bodo Ramelow

zum Ministerpräsenten von Thüringen

gewählt. Wo in Gießen lernte er einst

den Kaufmannsberuf

Karstadt

Dern Passage

Horten

Neustädter Tor

39. Im November wurde bekannt,

dass Anja Helmchen bei der Wahl zur

Oberbürgermeisterin antreten wird.

Doch für welche Partei

SPD

CDU

Grüne

FDP

37. Im Mai sorgte eine Gießener Studentin

bundesweit für Schlagzeilen.

Warum

Sie machte den besten Abschluss

aller Zeiten

Sie war die Tochter der

Bildungsministerin

Sie klagte gegen die

Justus-Liebig-Universität

Sie erschien voll verschleiert

zur Vorlesung

38. Welche Gießener Künstlergruppe

wurde von der Bundesregierung als

»Kultur- und Kreativpiloten

Deutschlands« ausgezeichnet

2Steps

3Steps

4Steps

5Steps

40. Die Planung für welches exklusive

Wohnprojekt, die im September

vorgestellt wurde, sieht unter

anderem ein Schwimmbad auf dem

Dach vor

Lahntower

Wohnen am Schwanenteich

Residenz Lahnblick

Wieseckview

41. Im November wurde bekannt,

dass die Privatbrauerei Gießen

zahlungsunfähig ist. Heute ist das

Unternehmen am Teichweg

angesiedelt. Doch an welcher Stelle

wurde früher gebraut

An der Frankfurter Straße

An der heutigen Agentur für Arbeit

An der Liebigstraße

An der heutigen Ostschule

1/2015 streifzug 7


lickpunkt

42. Welche beliebte Veranstaltungsreihe

lud im November bereits zum zehnten

Mal

WG-Festival

Gießen kocht

WG-Flohmarkt

Diskurs

43. Welcher Superstar feierte im Mai eine

After-Show-Party in der Admiral Music

Lounge

Rihanna

Sean Paul

Justin Timberlake

Cro

44. Welcher Imbiss richtete erstmals eine

Bühne beim Stadtfest aus

Gutburgerlich

Woscht Keller

Tims Tastys

Woscht Anna

45. Welche Gießener Band veröffentlichte

im Oktober unter dem Titel »Insel« ihr

neues Album

Mono für alle

Ok Kid

Juli

Am Leben Forbei

47. Im Dezember endete die fast 20-jährige

Dienstzeit von Dr. Michael Breitbach als

Kanzler der Justus-Liebig-Universität.

In welcher Sportart feierte er in seiner

Jugend die größten Erfolge

Handball

Basketball

Fußball

Tennis

48. Welcher überregional bekannte

Musiker trat zur Landesgartenschau in

der Wieseckaue auf

Bosse

Max Herre

Nena

Max Mutzke

49. Wo halten Dozenten der THM seit dem

Frühjahr Vorlesungen

Roxy

Kinopolis

Heli

Kinocenter

50. Wer war 2014 auf keiner der Bühnen

des Stadttheaters zu sehen

King Lear

Der große Gatsby

Der Weibsteufel

König Ödipus

51. Im April sorgten besondere Arbeiten

an der Ostanlage für Ärger bei vielen

Autofahrern. Was wurde gemacht

Zeichnung eines zusätzlichen

Zebrastreifens

Straßensperrung

Schranke wegen Ampelschaden

Installation von Blitzern

46. Im Februar begannen im

ehemaligen Kaufhof die

Ent kernungsarbeiten. Erst einige

Monate später wurde bekannt,

welche Kultureinrichtung

hier eine Außenstelle

bekommen soll.

Kinocenter

Uni-Orchester

Stadttheater

Kupferschmiede

52. Einer der bekanntesten deutschsprachigen

Autoren der vergangenen Jahrzehnte

las im Sommer in Gießen.

Wie heißt sein bekanntestes Buch

Faserland

Soloalbum

Peace

Russendisko

53. Rund 3 000 Leute pilgerten im Juni an

die Lahnwiesen, um bei einem Weltrekordversuch

teilzunehmen.

Was wurde probiert

Längste Picknickdecke legen

Höchster Müllberg stapeln

Tiefstes Loch graben

Weitester Sprung in die Lahn


Anzeige

58. Worum entbrannte im Laufe des Jahres

ein Disput zwischen Gießen und

Wetzlar

Ansiedelung von Ikea

Umzug der HSG Wetzlar

Goethes Vergangenheit

Umleitung der Lahn

62. Welchen runden Geburtstag feierte der

Musik- und Kunstverein im Spätsommer

mit einer Sonderausstellung

10

20

30

40

54. Eröffnet wurde 2014 der neue

Steg über die Lahn. Benannt ist

er nach Ludwig Christoph

Rübsamen. Durch welchen Sport

wurde er über die Grenzen der

Stadt hinaus berühmt

Schwimmen

Turmspringen

Rudern

Eishockey

59. Im heiß diskutierten »Tatort« aus

Wiesbaden spielte ein bekannter

Gießener eine Nebenrolle. Wie lautet

sein Spitzname

Labello

Mascara

Eyeliner

Bebe

60. Ein studentisches Kulturprojekt schloss

im Juli seine Pforten. In welcher Straße

lag der Veranstaltungsort

Mühlgasse

Fasanenweg

Lindenplatz

Schanzenstraße

63. Welche Steuer kam ab Januar

ins besondere auf viele Gießener

Studenten zu

Bildungssteuer

Zweitwohnsitzsteuer

Biersteuer

Kopiersteuer

64. Der Besuch welches Schauspielers

sorgte im Februar für einen Ausnahmezustand

im Kinopolis

Matthias Schweighöfer

Elyas M’Barek

Til Schweiger

Uwe Ochsenknecht

55. Im Januar begannen Mitarbeiter des

Tiefbauamts mit einer langwierigen

Arbeit. Welche ist gemeint

50 Fahrkartenautomaten wechseln

200 Busfahrpläne austauschen

8000 Kunstleitpfosten einsetzen

20000 Mauselöcher stopfen

56. Welcher Musiker stellte sein neues

Album, das später auf Platz eins

der Charts stehen sollte, im Kinocenter

vor

Marteria

Casper

Haftbefehl

Marsimoto

57. Im Sommer wurde auch in Gießen

die Weltmeisterschaft geguckt.

Wo gab es die Spiele der deutschen

Nationalmannschaft erstmals auf

großer Leinwand zu sehen

Schiffenberger Tal

Kinopolis

Stadttheater

Osthalle

61. Wer küsste erstmals bei

einem sehenwerten Stück im

Stadttheater

Spinnenfrau

Tintenfischfrau

Roboterfrau

Spaghettifrau

1/2015 streifzug 9


65. Die Gießener Studentin Tugce A.

wurde zu einem Symbol für

Zivilcourage. In welcher

Stadt wurde sie Opfer einer

Gewalttat

Frankfurt

Wiesbaden

Offenbach

Mainz

66. Anfang des Jahres öffnete ein Laden,

der in Gießen ziemlich einzigartig ist,

seine Pforten in der Dammstraße.

Was ist gemeint

Dampfsauna

Späti

Coffee Shop

Schokoladendöner

69. Im März erschien das dritte Buch von

Dietrich Fabers Krimireihe rund um

Henning Bröhmann. Wie hieß es

Der Tod macht Schule

Toter geht’s nicht

Manni Kreutzer übernimmt

Tote Hunde beißen nicht

71. Wo sorgten spätestens ab Dezember

immer wieder Fehlalarme bei Feuerwehren

und Anwohnern

Philosophikum

Rathaus

US-Depot

Klinikum

67. Welcher Kinofilm von 2014 erzählt von

der Suche einer in Gießen herangewachsenen,

längst prominenten Frau

nach ihrer Identität, sondern von

Menschen, die Stadtgeschichte

mitgestalteten

Loft

Timbuktu

Zeitgeist

Titos Brille

70. Wer wurde zu Beginn der

laufenden Saison zum neuen

Kapitän der Gießen 46ers

Björn Schoo

TJ DiLeo

Cameron Wells

Benjamin Lischka

68. Beim Weihnachtsmarkt müssen die

Gießener 2014 auf eine Eisbahn und

Glühwein auf dem Kirchenplatz

verzichten. Wie viele Stände sind

trotzdem zusammengekommen

Knapp über 30

Knapp über 40

Knapp über 50

Knapp über 60

10 streifzug 1/2015


Blickpunkt

72. Welche Satzung mit weitreichenden

Folgen wurde im Winter im parlamentarischen

Hauptausschuss vorgestellt

Bürgerbeteiligung

Dämmpflicht

Müllpreise

Diäten

73. Ein Beitrag aus dem Online-Portal

welcher Zeitung sorgte im Spätsommer

für Aufregung in der Stadt, weil Gießen

nicht so gut wegkam

Welt

Spiegel

Focus

Zeit

74. An welchem Weltraumprojekt war die

Justus-Liebig-Universität beteiligt

Rosetta

Voyager

Space Pioneer

Yutu

75. Welches Eiscafé schloss im Januar

seine Pforten

Nadelgrat

Dolomiten

Joglland

Ötscher

76. Wie viele Besuche verzeichnete die

Landesgartenschau in der Wieseckaue

Knapp über 300 000

Knapp über 500 000

Knapp über 700 000

Knapp über 900000

77. Ende des Jahres wurde offiziell, dass

C&A eine der Filialen in Gießen aufgeben

wird. Wo liegt das besagte Haus

Nordanlage

Südanlage

Westanlage

Ostanlage

78. Wie heißt die neue JLU-Kanzlerin mit

Nachnamen

Kraus

Müller

Kruse

Meyer

Lösungen:

1. taT

2. Ringallee

3. Otto-Eger-Heim

4. Kaplansgasse

5. Bantzerweg

6. 6. Dezember

7. Ulenspiegel

8. Eulenkopf

9. Organspende

10. Stöckelschuhrennen

11. Umgestaltung des Platzes

12. Lahnfenster

13. Admiral Music Lounge

14. AStar

15. Bahnhofsvorplatz

16. Busfahrer

17. Burger King

18. AfD

19. Poppe-Gelände

20. Neuer Teich

21. Campus Philosophikum

22. Miller Hall

23. RKH-Gelände

24. Spülung

25. Sieben Jahre und zehn Monate

26. Deutschland sucht den Superstar

27. Til Schweiger

28. Krippenfigur Maria

29. Scorpions

30. 9

31. Verkaufsoffene Sonntage

32. Nordafrikaner

33. Flughafengebäude

34. US-Depot

35. Mein Stück Grün

36. Karstadt

37. Sie erschien voll verschleiert zur

Vorlesung

38. 3Steps

39. CDU

40. Lahntower

41. An der heutigen Agentur für Arbeit

42. Gießen kocht

43. Sean Paul

44. Gutburgerlich

45. Juli

46. Stadttheater

47. Basketball

48. Bosse

49. Kinopolis

50. King Lear

51. Installation von Blitzern

52. Russendisko

53. Längste Picknickdecke legen

54. Rudern

55. 8 000 Kustleitpfosten einsetzen

56. Marteria

57. Kinopolis

58. Ansiedelung von Ikea

59. Labello

60. Schanzenstraße

61. Spinnenfrau

62. 20

63. Zweitwohnsitzsteuer

64. Matthias Schweighöfer

65. Offenbach

66. Späti

67. Titos Brille

68. Knapp über 50

69. Tote Hunde beißen nicht

70. TJ DiLeo

71. US-Depot

72. Bürgerbeteiligung

73. Zeit

74. Rosetta

75. Dolomiten

76. Knapp über 500 000

77. Westanlage

78. Kraus

Text und Idee: Florian Dörr

1/2015 streifzug 11


»Eine angenehme

Doppelexistenz«

Foto: dpa


RAMpenLicht

Er sucht gerne. Am liebsten während er mit dem Rad fährt. Entlang der Ränder Frankfurts,

durch die Wetterau oder die Rhön. »Wenn du fleißig genug bist, schenkt dir die Wirklichkeit

wunderbare Momente«, sagt Jan Seghers. Zum Beispiel eine neue Figur, ein Opfer oder

einen Täter. Oder nur eine zufällige Begegnung, vielleicht in einem Café, vielleicht auf einer

Parkbank. Alles wird literarisch verarbeitet. Von Seghers. Ansonsten heißt der 56-Jährige

Matthias Altenburg. Kriminalromane kann er aber nur als ein anderer schreiben. Mit der

»Sterntaler-Verschwörung« legt der Autor seinen fünften vor. Im Interview mit dem streifzug

erzählt er, warum er sich weigert, ihn als Regionalkrimi zu bezeichnen, wieso sein Umgang

mit Menschen hin und wieder grenzwertig ist und ob er auch in Gießen morden könnte.

Herr Seghers oder Herr Altenburg

Wenn’s um die Krimis geht, Seghers. Ansonsten

Altenburg. Ich suche mir aus, auf

welchen Namen ich gerade hören will.

Gibt es überhaupt einen Unterschied

Als ich meinen ersten Krimi schrieb, wusste

ich gar nicht, dass es einer wird. Ich

zeigte einem Freund verschiedene Bruchstücke,

und der sagte: »Pack’s zusammen,

dann wird es ein Kriminalroman.« Und ich

bekam prompt eine Blockade. Weil ich

zwar viele Krimis gelesen, aber noch nie

einen geschrieben hatte. Dann hat wiederum

derselbe Freund gesagt: »Nimm dir ein

Pseudonym.«

Es hat funktioniert

Ja, ein psychologischer Trick.

Hört sich nach gespaltener Persönlichkeit

an.

Genau, ich führe sozusagen eine angenehme

Doppelexistenz.

Äußert die sich im Alltag

Nach zehn Jahren bin ich so sehr daran

gewöhnt, dass wir zu einer Person geworden

sind. Ich hoffe nicht, dass wir

noch immer unter Schizophrenie leiden.

Jan Seghers, der Autor, fährt gerne mit

dem Fahrrad. Wenn Sie durch Ihre

Heimatstadt Frankfurt fahren, sehen Sie

Romanhandlungen

Mal so, mal so. Mal fahre ich einfach

durch die Gegend, ohne Absicht und entdecke

dabei irgendwas. Als Künstler hat

man ja nie so ganz frei – oder man hat

immer Freizeit, wie man will. Meine

Wahrnehmung ist ja auch dann eingeschaltet,

wenn ich eigentlich nur Rad

fahren will. Öfter allerdings suche ich

gezielt nach den Orten, an denen eine bestimmte

Szene spielen könnte.

»Lieber finden

als erfinden«

Ein Beispiel

In einem der Romane spielt eine Szene in

einer Wohnsiedlung hinter dem Preungesheimer

Gefängnis. Ich kannte die Siedlung,

bin aber trotzdem noch mal hingefahren.

Dabei fiel mir zum ersten Mal auf,

dass vor dem Gefängnis ein riesiges Mahnmal

für die während der Nazizeit dort erschossenen

ausländischen Gefangenen

steht. Ich setzte mich eine Weile hin. In

diesem Moment ging oben ein Zellenfenster

auf. Eine junge Frau setzte sich hinter

dem Gitter auf die Fensterbank, zog die

Knie an und hörte Radio. Irgendwann bemerkte

sie mich und winkte runter.

Das haben Sie verarbeitet

Ja, auch wenn es eine Situation war, die

die Handlung nicht vorangebracht hat.

Eher war es ein wenig Petersilie, die ich

darüberstreuen konnte. So ist es eigentlich

sehr, sehr oft. Wenn man fleißig genug und

bereit ist, rauszugehen und zu recherchieren,

schenken einem die Orte immer

etwas. Ich bin sowieso ein Autor, der lieber

findet als erfindet.

Finden Sie auch Leichen in Frankfurts

Straßen

Es ist egal, ob ich einen Tatort suche, wo

die Leiche gefunden wird, oder einen

Schauplatz, wo zwei Eheleute sich unterhalten.

Ich muss die Orte kennen.

Gespräch zwischen Eheleuten Wenn man

Zeit mit Ihnen verbringt, muss man damit

rechnen, in Ihrem nächsten Buch

aufzutauchen

Wird alles aufs Handgelenk geschrieben. Es

funktioniert gar nicht anders. Ich muss neugierig

sein, muss Augen und Ohren aufmachen.

Ich hoffe immer, dass ich keine Situation

allzu wiedererkennbar übernehme.

Aber es gibt auch Phasen beim Schreiben,

in denen ich so sehr auf die Verwertbarkeit

all dessen, was mir begegnet, konzentriert

bin, dass es schon grenzwertig ist.

Grenzwertig

Meine Tochter kommt und sagt, der Wellensittich

ist krank. Und ich sage: »Das ist

eine gute Idee, die kann ich brauchen.«

Figuren oder Handlung Was steht zuerst

Das Verbrechen am Anfang ist das Rätsel, das

die Spannung beim Leser auslöst und in

Gang hält. Aber ich muss die Auflösung

schon früh kennen, um nicht selbst in die Irre

zu laufen. Die Nebengeschichten und -figuren

entstehen erst beim Schreiben. Sie müssen

sich organisch entwickeln. Sonst hätte

ich das Gefühl, dass sie nur Marionetten

sind, die meinen Plan ausführen. Wenn ich

am Anfang sorgfältig mit den Figuren umgehe,

ihnen eine Geschichte gebe, oft eine, die

ich gar nicht erzähle, danken sie es mir. Sie

werden lebendig, setzen Fleisch und Muskeln

an. Dadurch bekommt die Geschichte

Schwung, die Figuren bewegen sich von

selbst.

1/2015 streifzug 13


RAMpenLicht

Werden Sie da nicht von Ihren Szenarien

verfolgt

Es ist eher so, dass ich mir etwas vom Leib

schreibe. Ich erinnere ich mich an die

»Braut im Schnee«, mein zweiter Kriminalroman.

Das Ausgangsbild ist eine tote Frau,

die auf seltsame Weise drapiert gefunden

wird. Ein ähnliches Bild habe ich in den

Memoiren eines Gerichtspsychologen aus

der englischen Provinz gelesen. Diese

Schilderung verfolgte mich über Jahre. Als

ich es dann selbst zu einem Motiv gemacht

habe, hat es mich nicht mehr verfolgt. Einmal

aufgeschrieben, ist fast wie vergessen.

Sie sagen, Krimis sind die letzte Möglichkeit,

Gesellschaftsromane zu schreiben.

Na klar. Es geht immer auch darum: Wie

leben wir, wie wollen wir leben, nach welchen

Maßstäben leben wir Als Krimiautor

kann ich sehr organisch in verschiedene

Milieus der Gesellschaft eintauchen, kann

unterschiedliche Schichten aufeinanderprallen

lassen, die sich normalerweise nicht

begegnen. Weil das Verbrechen so vieles

zusammenführt.

Ist der Krimi Ihr Mittel zum Zweck,

um die Gesellschaft zu beschreiben, oder

ist unsere Gesellschaft eine kriminelle

Allein unsere Form zu wirtschaften ist oft

genug kriminell. Wenn man bedenkt, wie

groß die räuberische Energie von Konzernen

und Banken ist, kann man wohl sagen,

dass wir in einer kriminellen Realität leben.

Die Sie auch von ihrer politischen Seite

in Ihrem neuen Roman »Die Sterntaler-

Verschwörung« aufgreifen. Mit Figuren, die

offensichtlich an hessische Politiker angelehnt

sind.

Ich habe das Problem, wenn ich einen

Ministerpräsidenten im Jahr 2008 schildere,

ist es wie beim Papst. Es gibt nur einen.

Natürlich glaubt jeder, ihn wiederzuerkennen.

Aber ich habe nicht umsonst einen Roman

geschrieben und den Figuren andere

Namen gegeben. Also: Sie sind alle

erfunden, aber nicht ausschließlich.

Gibt es da keinen Ärger

Man muss es riskieren, die Meinungsfreiheit

auch mal in Anspruch zu nehmen. Klar

besteht die Möglichkeit, eine einstweilige

Verfügung für ein Buch zu bekommen. Nur

ist es bei Persönlichkeiten der Zeitgeschichte

meistens so, dass die Gerichte zugunsten

der Autoren entscheiden.

Und bisher mussten Sie noch nicht vor

Gericht

Nein, ich habe nur gehört, dass sich der

ehemalige Regierungssprecher Dirk Metz im

Radio zu dem Roman geäußert hat. Er war

offensichtlich ein wenig beleidigt über die

Darstellung des Regierungssprechers. Hat

Hemmungsloser

Voyeur

vermutet, sich dort wiederzuerkennen, fand

das aber so abwegig, dass er gesagt hat, es

sei alles erfunden. Und damit hat er mir eigentlich

einen Persilschein ausgestellt.

Sie weigern sich, Ihre Romane als

Regionalkrimis zu bezeichnen …

Ganz entschieden weigere ich mich. Wie

jedes Buch haben auch meine Romane

Schauplätze. Wie kann ich dem entgehen

Gar nicht. Ich benutze Schauplätze, die ich

gut kenne. Hat Joyce mit seinem »Ulysses«

einen Regionalroman über Dublin geschrieben

Niemand käme auf die Idee, das zu sagen.

Das, was man unter Regiokrimi versteht,

ist meistens eine so elende Fort setzung der

Fremdenverkehrswerbung mit anderen Mitteln.

Bestenfalls sind es Krimiparodien. Das

ist einfach nichts, womit ich irgendwas zu tun

haben möchte. Ich schreibe Romane, die an

den Orten angesiedelt sind, die ich kenne.

Meistens Ihre Heimatstadt. Wieso gerade

Frankfurt

Weil ich hier gute Krimis schreiben kann.

Ich hatte durchaus den Impuls, mal

wegzuziehen, raus aus der Stadt. Vielleicht

in die Wetterau oder in die Rhön. Als

ich anfing, Krimis zu schreiben, ist mir

Frankfurt aber wieder sehr viel näher

gekommen.

Weil Frankfurt kriminell ist

Weil die Stadt einerseits groß genug ist,

dass hier wirklich jedes Verbrechen geschehen

kann. Das liegt unter anderem

am Flughafen und dem großen Bahnhof.

Es ist nie unwahrscheinlich, hier ein noch

so monströses Verbrechen anzusiedeln.

Niemand würde sagen: Das kann nicht

sein. Und andererseits ist die Stadt klein

genug, dass ich mir relativ schnell ein

Netz an Informanten aufbauen konnte.

Ich kann jemanden fragen, der etwas von

Gerichtsmedizin, von Kriminalistik

versteht. Und ich kann eben alle Orte

leicht und schnell mit dem Rad abfahren.

Ohne Angst

Wenn ein Verbrechen geschieht, würde

ich hinrennen. Ich bin ein hemmungsloser

Voyeur.

Sie lesen im Januar in Gießen. Ließe es

sich hier auch gut morden

Ja, als Schauplatz würde ich eine dieser

Barackensiedlungen aus der Nachkriegszeit

wählen, von denen ich gehört habe.

Mir hat mal jemand erzählt, dass es dort

allerlei Kriminalität gab. Als Bild hat sich

das bei mir in den Kopf gesetzt. Das könnte

ich mir gut vorstellen. Sabrina Dämon

///

Jan Seghers liest am 15. Januar ab 20 Uhr

aus seinem neuen Krimi beim Literarischen

Zentrum Gießen.

Ein Mann, zwei Namen. Worin der

Unterschied zwischen Matthias

Altenburg und Jan Seghers liegt, weiß

er selbst nicht so genau. Nur, dass der

eine älter ist. Matthias Altenburg wurde

1958 in Fulda geboren, Jan Seghers vor

etwa zehn Jahren in Frankfurt – gewissermaßen

als der Mann fürs Grobe. Der, der

die Krimis schreibt. Sonst gibt es keinen

Unterschied, sagt Altenburg. Und: »Ich

suche mir aus, auf welchen Namen ich

gerade hören will.« Bevor er sich dem

Genre des Krimis widmete (»Die einzige

Möglichkeit, Gesellschaftsromane zu

schreiben«) arbeitete er als Journalist, verfasste

Essays und Romane. Mit dem neuen

Genre kam der neue Name. 2006 veröffentlichte

Jan Seghers seinen ersten

Kriminalroman mit dem Titel »Ein allzu

schönes Mädchen«. Innerhalb der nächsten

drei Jahre folgten drei weitere. Etwas

mehr Zeit ließ er sich mit seinem aktuellen

Roman: Nachdem vier Jahre keine

neuen Verbrechen aus Seghers Feder auf

den Markt kamen, legte er in diesem Jahr

»Die Sterntaler-Verschwörung« vor. Auch

ein Krimi, der in Frankfurt und Umgebung

spielt, und dessen Protagonist bereits

zum fünften Mal der Polizist Robert

Marthaler ist. Der hat sich übrigens über

die Bücher hinaus einen Namen gemacht

und ein Gesicht bekommen: Zwei der

Krimis wurden verfilmt. Die Rolle des

Kommissars spielt Matthias Koeberlin.

»Die Braut im Schnee« lief 2012 im

Fernsehen.

sda

14 streifzug 1/2015


RAmpenlicht

Foto: ZDF

Matthias Koeberlin

gibt Marthaler ein

Gesicht.

»Die Sterntaler-Verschwörung«

Die Ähnlichkeit mit lebenden Personen ist

Absicht, obwohl dem Roman die Bemerkung

»Alle Ereignisse und Personen sind frei erfunden«

vorangestellt ist – freilich ergänzt mit

einem Zusatz: »Selbst der Vollmond scheint,

wann er will.« Rolf-Peter Becker, hessischer

Ministerpräsident, ausgewiesener Flughafenbefürworter

und Dalai Lama-Freund – so

heißt Roland Koch in Jan Seghers neuem

Marthaler-Krimi »Die Sterntaler-Verschwörung«.

Seine Gegenspielerin: Sabine Xanthopolous

als Andrea Ypsilanti, Sozialdemokratin.

Kurz vor dem Erreichen ihres Ziels,

Beckers Nachfolgerin zu werden, wird sie

scheinbar unvermittelt von vier Abweichlern

aus den eigenen Reihen abgeschossen und

verschwindet in der politischen Bedeutungslosigkeit.

Soweit der Polit-Krimi, der sich

2008 tatsächlich so abgespielt hat. Im Roman

wird mit richtigen Kugeln geschossen –

getroffen werden damit ganz andere. Tödliche

Verschwörung Die landespolitischen

Vorgänge in Hessen – eine Seite verliert

haushoch, die andere gewinnt, und trotzdem

gibt es ein Patt – seien für ihn eine Steilvorlage

gewesen, sagt Seghers. Spekulationen

seien damals ins Kraut geschossen, »und

ich dreh die Schraube weiter«, sagt er. Es sei

gleich klar gewesen, dass neben Machtstreben

und persönlichen Eitelkeiten auch handfeste

wirtschaftliche Interessen im Spiel gewesen

seien. Solche Vorgänge seien für

einen Krimiautor ein gefundenes Fressen.

Und so rankt sich das Verbrechen um den

politischen Hintergrund. Ein alter Mordfall,

den sich Ermittler Robert Marthaler vorgenommen

hat, und ein neuer, von dem er nur

durch Zufall erfährt. Ein Beamter des Landeskriminalamts

verhält sich höchst verdächtig.

Das Marthaler-Team stürzt sich in die Arbeit.

Die Ermittlertruppe ist eine verschworene

Gemeinschaft, es geht fast wie in einer Familie

zu. Niemand schaut auf den Feierabend,

alle leiden mit, wenn Marthaler schweren

Liebeskummer hat. Und wieder spielt die

Journalistin Anna eine Rolle, die schon in

»Die Akte Rosenherz« dabei war. Wie schon

in anderen Marthaler-Krimis wird scharf

geschossen, in wilder Verfolgungsjagd über

Landstraßen gerast, atemlos vor schweren

Jungs geflohen. Die Geschichte ist so spannend

erzählt, dass die fast 500 Seiten wie im

Flug vergehen. An manchen Stellen nicht

ganz logisch überzeugend, werden zwei

scheinbar vollkommen unterschiedliche Fälle

schließlich zusammengeführt, das Dunkel

erhellt sich. Was für ein Mensch Robert

Marthaler ist, der als Polizist recht unkonventionell

erscheint und nun schon zum fünften

Mal auftritt Wie er selbst habe der Roman-

Ermittler eine Abneigung gegen Telefonieren

und Autofahren – aber die Figur sei reine

Erfindung, sagt Seghers. Frankfurt steht als

Schauplatz im Zentrum des Geschehens,

aber diesmal spielt auch das Umland mit:

Wiesbaden, Schwarzenfels im Osten der

Metropole und der Taunus. Als Regionalkrimis

will Seghers seine Bücher jedoch auf

keinen Fall verstanden wissen. »Das ist

Fortsetzung der

Fremdenverkehrswerbung

mit anderen Mitteln.

Damit will

ich nichts zu tun

haben.« Aber

man müsse eben

einen Ort kennen,

um ihn zu

beschreiben, sagt

der Frankfurter

Seghers.


Sabine Ränsch

1/2015 streifzug 15


Stadtgespräch

Ulenspiegel

wird Familiensache

Oft ist die naheliegendste Lösung auch die beste. In den vergangenen Monaten suchte die

Stadt nach einem neuen Pächter für Ulenspiegel und Bitchen. Nun ist klar: Britte und Tobias

Bach übernehmen das Ensemble am Seltersweg. Seit Jahren machen sie hier bereits die Arbeit.

Es war die naheliegendste Lösung. Aber keine einfache.

Als Tobias Bach zum ersten Mal hinter die

Theke des Ulenspiegel tritt, kommt der Fußballweltmeister

aus Dänemark, der Bundeskanzler

heißt Helmut Kohl und Microsoft

hat gerade Windows 3.1 auf den Markt gebracht.

Kurz: Es ist unfassbar lange her.

Hin und wieder steht Bach auch heute

noch hinter der Theke. Doch der Ulenspiegel

ist ein anderer: »Als ich anfing, war das

eine Rotweinkneipe für Schauspieler«, erinnert

er sich. Der Biergarten lief damals zwar

recht gut, denn viele andere Möglichkeiten

hatten die Gießener nicht, um gemütlich

draußen zu sitzen. Doch spätestens im

Herbst machte man sich Sorgen, wie man

finanziell über den Winter kommen soll.

Bis Bach gemeinsam mit drei Mitarbeitern

die »Tanzbar« ins Leben rief und den Ulenspiegel

zu einem Kulturkeller ausbaute. Aus

dem Studenten, der sich hinter der Theke

der Location sein erstes Geld verdiente, war

ein Macher geworden. Pächter Hans-Jürgen

»Felix« Liebert gab ihm einen einfachen

Auftrag: Musik spielen und Konzerte veranstalten,

mit denen Bach etwas anfangen

kann.

Genau das machte Tobias Bach. Irgendwann

kam ein kurzer Abstecher in »seriöse«

Berufe, er arbeitete als Computerfachmann

und Lokaljournalist, doch die

Gastronomie ließ ihn nicht los. »Im Grunde

mache ich hier nun seit zehn Jahren inhaltlich

die ganze Arbeit«, sagt er heute. Und

die macht er gut: »Es ist ein Kleinod«, lobt

zum Beispiel Oberbürgermeisterin Dietlind

Grabe-Bolz.

Doch in den vergangenen Wochen und

Monaten war Unruhe in sein Leben gekommen.

Denn im Oktober verkündet die Stadt:

Der eigentlich bis 2019 laufende Vertrag mit

dem langjährigen Pächter der städtischen

Liegenschaft Liebert wird – sofern bis dahin

ein Nachfolger gefunden ist – zum Ende

des Jahres im gegenseitigen Einvernehmen

beendet. Die Stadt sucht nun einen neuen

Pächter für Ulenspiegel und das angegliederte

Bitchen. Nach so langer Zeit – Dänemark,

Kohl, Microsoft – bedeutet das für

Bach: alles oder nichts. Er will nicht mehr

nur der Macher sein, sondern auch alle

Freiheiten eines Pächters haben. Einfach

soll es für die naheliegendste Lösung aber

nicht werden. Viel wird geredet. Offenbar

wird auch viel gemauschelt. Viel wird geschrieben.

Sogar Til Schweiger scheint zwischenzeitlich

ein gewisses Interesse an einer

Pachtnachfolge zu haben. Im Dezember

dann die Meldung der Stadt: Tobias und seine

Ehefrau Britte Bach bekommen den Zuschlag,

sie werden die neuen Pächter. »In

den vergangenen Monaten sah es nicht danach

aus«, erinnert sich Tobias Bach und

sagt: »Ich bin froh, dass es letztlich einen

sauberen Übergang gab.« Grabe-Bolz

scheint ebenso zufrieden: Von einer Lösung,

»auf die wir vertrauen können«, spricht sie.

16 streifzug 1/2015


Für Ulenspiegel und Bitchen planen die

neuen Pächter nur sanfte Eingriffe. Kein

Wunder: Bach hat das Ensemble mit seinen

Mitarbeitern über Jahre zu dem gemacht,

was es ist, eine Institution für Generationen

von Gießenern. Um

reinzukommen in den Kulturkeller, wenn

Bach mal wieder zur »Tanzbar« geladen

hat, steht man im Zweifel auch gerne Mal

eine halbe Stunde an. Im Ulenspiegel soll

es entsprechend auch nur Schönheitskorrekturen

geben: »Es gibt ein paar kleine

Dinge hier, die kann man nicht mehr

saubermachen.«

Etwas umfassender sehen die geplanten

Veränderungen im Bitchen aus, wobei hilfreich

sein könnte, dass Britte Bach neben

den Angewandten Theaterwissenschaften

auch Gastronomiebetriebswirtschaft studiert

hat. Hier soll der »Charme der

1990er Jahre« verschwinden. Auch die

Speisekarte wünschen sich die neuen

Pächter frischer und saisonaler. »Wir stellen

uns das Bitchen zeitlos, aber traditionsbewusst

vor. Vielleicht kann man auch gute

Musik auflegen«, regt Britte Bach an.

Zudem soll der Biergarten wieder belebt

werden.

Ob sie eine Bühne beim Stadtfest auf die

Beine stellen können – lange Jahre war die

ein Anziehungspunkt für junges Publikum,

Fotos: Schepp

bis sie vor wenigen Jahren vom Pächter

eingestellt wurde – hängt davon ab, ob die

Bachs einen Kooperationspartner finden.

Die Kulturinitiative Gießen, die früher mitgemacht

hatte, war zuletzt bei anderen

Bühnen aufgesprungen. Doch: »Ohne

Kooperationspartner ist es finanziell kaum

zu stemmen«, verrät Tobias Bach.

Zwar ist die Stadt – bis auf einen kleinen

Teil des Bitchens – die Eigentümerin des

Ensembles am Seltersweg. Doch mit Zuschüssen

aus Kulturtöpfen kann der Ulenspiegel

nicht kalkulieren. Abgaben für die

Künstlersozialkasse, GEMA-Gebühren

oder Kosten für Catering und Unterbringung

muss Tobias Bach bei Konzerten

natürlich dennoch zahlen.

Dazu kommt, dass die neuen Pächter zum

Start mit einer weiteren Unwägbarkeit

rechnen müssen, die 2015 aufschlägt: Der

Mindestlohn kommt auch auf die Gastronomie

zu. »Die Lohnkosten werden um 20

bis 30 Prozent steigen.« Dabei bekommen

Aushilfen im Ulenspiegel bereits jetzt

mehr als in anderen Locations. »Es wird

zumindest eine spannende Zeit«, prophezeit

Tobias Bach.

Doch Oberbürgermeisterin Dietlind

Grabe-Bolz dürfte nicht alleine dastehen,

wenn sie sagt: »Die Bachs wissen, worauf

sie sich einlassen.«

Florian Dörr

Konzerte in Kürze

31. JANUAR – SHADOWPAINTER

Im Jahr 1995 gegründet, feiern Shadowpainter

2015 ihr 20-jähriges Bandbestehen.

Ihre Musik beschreibt laut Pressemitteilung

der Begriff Prog-Alternative-

Grunge-Metal am besten. Im Ulenspiegel

wollen sie zusammen mit Anonymos,

Genuar, Dj Plattenjunkie und einem

Special Guest den Bandgeburtstag feiern.

Sie spielen anlässlich dieses Datums ein

Doppelset mit insgesamt zwei Stunden

länge. Die Songs stammen aus allen Phasen

der Bandgeschichte, dabei sind auch

einige, die nur an diesem Abend gespielt

werden und aus den Anfangsjahren der

Band stammen. Auf Seite 32 gibt es mehr.

2. FEBRUAR – LIV

In ihren Sounds mischen sich folkige

akustische Gitarren, gefühlvolle Streicher

und ein unverwechselbarer Gesang. Klänge

aus norwegischen, deutschen und

amerikanischen Lebensabschnitten. Klänge,

die uns auf rätselhafte Art treffen. Mit

der Klassik fing für Liv alles an: Sie studierte

Geige in Karlsruhe, danach Jazz-

Gesang in New York. Heute macht sie ihr

eigenes Ding daraus, mit Songwriter-Lyrik,

norwegischem Folk und einer Prise

Indie-Rock. So baut sich Liv passend zum

Titel des Albums »Build My Own World«

ihre eigene Welt, komprimiert in 12 Songs

auf Englisch und Norwegisch. Mit Herzblut

und einer Menge Talent schreibt,

dichtet, arrangiert, dirigiert, baut sie

Songs, die Bestand haben und gerade

durch ihre Komplexität ins Herz rutschen.

26. FEBRUAR – CONTRAST TRIO

Was wäre eine Band ohne kreative Veränderung

Das dachte sich auch das Contrast

Trio und richtete jüngst seinen Fokus

neu aus. Mehr denn je geht es auch im

Ulenspiegel um einen individuellen,

transparenten Sound. Er ist laut Pressetext

die Klammer für filigrane bis kraftvolle

Melodien, repetitive Miniaturen, subtile

elektronische Effekte und Grooves. Natürlich

sind die spannenden Improvisationen,

mit denen die Band vor Jahren bekannt

wurde, weiterhin präsent. Aber

eben nur noch als eine von vielen Facetten

des Contrast Trios. Das kompositorische

Spektrum reicht von lyrischen Passagen

über imaginäre Soundtracks bis zu

energie geladenem Jazz. Die stilistische

Bandbreite reflektiert persönliche Hintergründe

und Vorlieben der Musiker um die

30, die seit 2008 zusammenspielen.

1/2015 streifzug 17


Blick in die Region

Die Whisky-Nase

Klaus Maier gibt Orientierung in einem boomenden Markt: Bei ihm und seinen

Whisky-Tastings gibt es viel zu lernen und viel zu probieren. Ob im Shop in Ehringshausen

oder bei geschärften Sinnen im Dunkelkaufhaus Wetzlar.

Bitte nicht in Massen, gerne aber in Maßen

– Whisky soll Freude bereiten. Doch die

Auswahl ist groß. Vom 9.99er aus dem Discounter

bis zum 69.95er findet sich in den

heimischen Marktregalen vielerlei – und

der wohlsortierte Fachhandel, der einschlägige

Versand bieten darüber hinaus gerne

Leckereien aus den drei- und vierstelligen

Preissegmenten an. Nach oben hin gibt es

kaum Grenzen. Und die Vielfalt ist verwirrend:

Single Malt oder blended Oakwoododer

Sherry-finish Scotch oder irish Amerikanisch

oder kanadisch Indisch oder

japanisch Oder gar deutsch Ja, das gibt es

alles. Gute Japaner wie der Karuizawa oder

der Nikka stehlen gelegentlich bei Messen

und Blindverkostungen etablierten Single

Malts aus Schottland die Schau, haben

längst einen festen Platz auch im hochpreisigen

Markt. Indien ist der weltgrößte

Produzent der Brände – wohl koloniales

Erbe. Und in Deutschland versuchen sich

seit einigen Jahren gute kleine Brennereien

ebenfalls mit beachtlichen Erfolgen an dem

legendären Stoff. In dem boomenden Markt

ist Orientierung gefragt: Etwa mit einem

Tasting.

Klaus Maier, in der Region eine der bekannten

Whisky-Nasen mit einem Schwerpunkt

auf schottischen und irischen Single

Malts, bietet Verkostungen von Bränden

etwa aus dem Norden der Insel an. Er erklärt

auch Gesetze des Marktes, weiß um

Geschmack wie Orientierungen und nimmt

seine Gäste, wenn gewünscht, auch mit auf

Reisen um die Welt: Von »betreutem Trinken«

sprechen manche dann. Macht Spaß,

ist überdies lehrreich, führt mit netten Leuten

zusammen – einfach ein genussvoller

Abend.

»Als ich 1994 anfing, mich etwas intensiver

mit dem Single Malt Whisky zu beschäftigen,

war es noch möglich, ein wenig den

Überblick zu behalten« erinnert sich Maier,

der in Ehringshausen einen wohlsortierten

18 streifzug 1/2015


Blick in die Region

Dunkelkaufhaus

»Sobald Sie die Lichtschleuse passiert

haben, bleibt erst mal nichts als die

Finsternis«, heißt es bei Klaus Maier

über die Tastings im Dunkelkaufhaus

Wetzlar. Vor der eigentlichen Tasting

geht es durch die verschiedenen Räume,

bevor fünf schottische Single Malt

Whiskys aus verschiedenen Regionen

verkostet werden.

Die Termine:

Freitag, den 23. 1. 2015

Freitag, den 20. 2. 2015

Freitag, den 27. 3. 2015

Fotos: Friedrich

»Bitte denken Sie an eine rechtzeitige

Reservierung, da die Anzahl der Plätze

leider auf 12 Personen pro Tasting

begrenzt ist«, heißt es bei Maier. Im

Preis von 45 Euro sind die verkosteten

Whiskys, die Führung durch das

Dunkelkaufhaus und Wasser enthalten.

Alles Wissenswerte zur Anmeldung im

Internet auf www.malt-brothers.com.

Shop betreibt und Freunde wie Kunden in

ganz Mittelhessen hat. Damals gab es

neben den Originalabfüllungen nur eine

Handvoll unabhängiger Abfüller, die in unregelmäßigen

Abständen

Ihre Produkte auf den

Markt brachten. In der

letzten Zeit hat nicht nur

die Anzahl der unabhängigen

Abfüller, sondern

auch die der Originalabfüllungen in fast

unüberschaubarem Maße zugenommen,

sagt der Fachmann. Der Markt boomt, zeitweise

gar explosionsartig. Und nach dem

Destillen-Sterben vergangener Jahrzehnte

hat längst eine Trendewende gegriffen. Da

ist wieder Zuwachs. In Schottland – und

eben auch in Deutschland, wo zunehmend

Obstbauern die Zeit im Winter und Frühling

nutzen, um sich an Whisky zu versuchen.

Teils mit veritablen Ergebnissen.

Gilt das also noch mit der einzig wahren

Heimat des Whiskys, irgendwo zwischen

den Lowlands und den Highlands und den

Islands Da kommt jedenfalls mittlerweile

eine irre Vielfalt her mit Single-Casc-

Ab füllungen, mit experimentierfreudigen

Brennereien, die mit raren Madeira-Finishs

ebenso auf dem Markt arbeiten wie mit

Fassstärken bis zu jenseits der 60 Prozent.

Whisky muss atmen

wie Wein

Mehr als die Häfte des Aromas kommt aus

dem Fass – meist Bourbon-Fässer amerikanischer

Provenienz in der Zweitverwertung,

aber eben auch Sherry-, Port-, oder

Madeira-Gebinde.

Ob Oban oder Talisker,

Ardbeg oder Glentauchers,

Lagavulin oder

Laphroaig – da findet

ein jeder seinen Favoriten

in der Auswahl von mehreren Hundert

Marken, Jahrgängen und Abfüllungen.

Nach wie vor gilt die Faustformel auf dem

Markt: je älter und je rarer, desto teurer.

Dass der Stoff mit jenen Attributen auch

zwangsläufig besser ist, das obliegt der

Einschätzung des Kenners, der als Kunde

zugleich den Markt mitbestimmt. In Foren

und auf Messen, an Börsen

und an Tresen wird

da gehandelt. Mit Informationen

und Impressionen,

mit Wissen, Tipps

und Tasting-Erfahrungen.

Manche kaufen und sammeln, um später

mit dem Weiterverkauf Profit zu machen.

Andere erfreuen sich einfach an der Viel -

falt.

Seit 2007 ist Maier »German Brand Ambassador

für Glengoyne/Ian Macleod«. Und

Tastings im Wetzlarer

Dunkelkaufhaus

mit Freunden gründete der »Botschafter«

den Whisky-Club »Malt-Brothers«, dessen

Mitglieder bisher rund 150 Tastings veranstalteten.

Irgendwann stieg er ins

Geschäft ein, eröffnete den Laden und

einen – mittlerweile wieder geschlossenen

– Online-Handel. Seit 2008 wird Maiers

Unternehmung regelmäßig unter die Top

50 der deutschen Whisky-Händler gewählt.

Darauf ist er zu Recht stolz. Ein ganz

besonderes Angebot von ihm: Whisky-

Verkostungen im Dunkelkaufhaus Wetzlar,

denn, so sagt er: »Wenn das Sehen ausfällt,

werden die anderen Sinne geschärft, so

dass es nur noch um den Geruch und den

Geschmack geht.«

Spätestens da zeigt sich, mehr noch als bei

»normalen« Tastings: Whisky bedarf wie

Wein der Offenheit. Und

da gilt es, zu probieren:

Mit welcher Temperatur,

ob mit Wasser oder ohne,

viel oder wenig. Um

letztlich festzustellen:

Winterzeit ist Weihnachtszeit ist Whiskyzeit.

Aber: Der Stoff mundet auch im Sommer.

Wie steht so schön auf Klaus Maiers

Shirt, das er so gerne trägt »Open mind.

Open bottle. A closed bottle is like an absent

Friend.«

Rüdiger Soßdorf

1/2015 streifzug 19


7. Jahrgang · 11/2014

Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

Sonny Kittel

Der Eintracht-Profi aus Gießen

nach seiner langen Leidenszeit

im Exklusiv-Interview

Blickpunkt

Jeanette Hain:

Zur Premiere von Til Schweigers

Film »Honig im Kopf« im

Exklusivinterview über

Familie, Krankheit und Tod

Hallo Studierende!

Willkommen in

der neuen Heimat

Gießen.

Seite 4

Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

Kultur

»Künstlertreff« vor

dem Aus Die Nachteile

der Zwischennutzung.

Seite 40

Blickpunkt

Der SOS-Guide für

einen gelungenen

Heiligabend im Kreis

Jan Seghers:

der Familie. Seite 4

Campus

An der JLU fungieren

Studierende als

Stressberater für

Studierende. Seite 38

7. Jahrgang · 12/2014

Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

8. Jahrgang · 1/2015

• Interviews und

reportagen

• Kultur

• sport

• universität

• Trends

• Veranstaltungskalender

• Kino

• Gastro-Führer

• Frankfurt-Tipps

Der Bestsellerautor vor seiner

Lesung in Gießen im Interview

Blickpunkt

Der Jahresrückblick

als Quiz und ein

Ausblick auf 2015

in Gießen. Seite 4

Campus

Die neue Kanzlerin

der Justus-Liebig-

Universität im

Gespräch. Seite 36

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unteRweGS

… in den Bergen

Reinhold Messner liest in Gießen

Er ist einer der bekanntesten Bergsteiger aller Zeiten. Als er als erster Mensch ohne Zuhilfenahme

von Flaschensauerstoff den Gipfel des höchsten Berges der Welt, des Mount Everest,

bestieg schrieb Reinhold Messner Geschichte. Er war auch der Erste, der alle 14 Achttausender

der Welt erklomm. Und er hat den Yeti gesehen. Entsprechend sagenumwoben und erlebnisreich

war auch das Leben des mittlerweile 70-jährigen Südtirolers. Unlängst brachte

der Vollbartträger sein neues Werk »ÜberLeben« heraus, in dem er seine komplette Biografie

offenlegt: Wie er in frühester Kindheit die Natur für sich entdeckte. Wie sein Bruder

auf der Gipfeljagd verstarb. Über seine Leistungen auf den Dächern der Welt. Über sein

Leben nach dem Ende des Höhendrangs. Auf seiner Lesetour macht der Alpen-Bud-Spencer

auch in Städten Station, die nur ein paar Dutzend Meter über NN liegen. So auch in

Gießen. Am 26. Januar kann man sich ab 20 Uhr in der Kongresshalle in den Bann des

Reinhold Messner ziehen lassen.

… mit isländischen Klängen

Folkpop mit Rökkurró in Marburg

In Island ist es derzeit sehr kalt und dunkel. Eine einzige Winternacht quasi, die erst in einigen

Monaten vorbei sein wird. Genau die richtige Zeit für die Einheimischen, sich den

Künsten zu widmen. Zum Beispiel der Musik. Die isländische Einsamkeit und Naturpräsenz

verdeutlicht bereits der Name der Band, um die es geht: Rökkurró heißt wörtlich »Zwielicht

und Ruhe« und steht damit fast mustergültig für das Völkchen, in dem Kobolde staatlich

anerkannte Wesen sind. Rökkurró gründete sich vor acht Jahren in Reykjavík und schaffte

es auf Anhieb in die isländischen Charts, wo sich die Band über 100 Wochen lang hielt.

Die sechs Musiker verknüpfen Folkpop mit alter Klassik und modernen Elementen aus Rock

und Elektro. Mit »Innra« veröffentlichte die Gruppe um die Sängerin Hildur Kristín Stefánsdóttir

nun ihr drittes Album, das sie auch nach Marburg bringt: Im KFZ spielen die Inseleuropäer

am 22. Januar aus dem neuesten Werk, das sich nahtlos in die stimmungsreichen

Vorgänger einreiht.

… in menschlichen Köpfen

Dieter Nuhr tritt in Wetzlar auf

Ist alles Nuhr ein Traum Wer kann heute noch unterscheiden zwischen Wahn und Wirklichkeit

Der Mensch ist ein Selbstbetrüger und der Computer in der eigenen Birne ziemlich

schlecht programmiert. Was stimmt Was ist gelogen Oder schlimmer noch: Was sagt

die Statistik Dieter Nuhr räumt auf im vollgemüllten Hirnkasten und stellt fest: Fakten waren

gestern. Heute gilt als Wahrheit, was im Internet verlinkt wird. Also: Bullshit, Blödsinn

und beknackte Bewertungen. Wenn sich Dieter Nuhr in die Abgründe der menschlichen

Traumwelt begibt, deckt er auf, dass der Abgrund zwischen Ist- und Sollzustand des Menschen

selbst in Lichtgeschwindigkeit kaum zu überwinden ist. Trotzdem ist der Mensch

fähig, glücklich zu sein. Bloß wie Nuhr sagt es Ihnen: Dieses Leben ist ausschließlich

lachend zu ertragen. Wer vom Kabarettisten zu genau diesem Lächeln gebracht werden

möchte, der sollte am 31. Januar in die Wetzlarer Rittal-Arena kommen und sich von der

Weltanschauung des Dieter Nuhr überzeugen lassen.

1/2015 streifzug 21


AUSLESE

Welt des Musicals

Möchten Sie für drei Stunden in die farben- und klangreiche Welt des

Musicals entführt werden Dann sollten Sie sich den 14. Januar vormerken,

denn dann ist die Show »Musical Highlights« zu Gast in der

Gießener Kongresshalle. Seit 18 Jahren tourt das Event über die deutschen

Bühnen, jährlich mit einem neuen Programm, versteht sich.

Auch die aktuelle Tour geizt nicht an Reizen, die einem Ensemble zu

verdanken sind, das mit Stars der Szene gespickt ist: Mit Petter Bjällö

(Die Schöne und das Biest, Wicked), Daniel Dodd-Ellis (Bonifatius,

Show Boat), Dennis LeGree (Starlight Express, Hair) und Sabine Neibersch

(Schöne und das Biest, Robin Hood) sind einige der besten

Musical-Darsteller Deutschlands an Bord, die die allseits bekannten

Melodien nun auch in Mittelhessen intonieren werden.

GLANZ-

LICHTER

DES MONATS

Junge Dichterin

Schon kontrollört worden

Am 1. Mai 2009 gaben die U-Bahn

Kontrollöre in tiefgefrorenen Frauenkleidern

ihr Abschiedskonzert und

beendeten nach 17 Jahren eines der

erfolgreichsten A-cappella-Projekte

der Musikgeschichte. Seitdem befinden

sich die Herren offiziell im

Ruhestand. Das hindert sie jedoch

nicht daran, diesen mal kurz zu

unterbrechen und ein paar Gigs zu

performen, wenn der Bock auf die

Bühne sich meldet. Am 24. Januar

kann man die Vokalisten auch in der

Gießener Kongresshalle erleben.

Es gibt diesen Moment, in

dem das eigene Universum

zerbricht und weit

und breit kein neues in

Sicht ist: Eine junge Frau

sitzt mittellos und nahezu

dehydriert vor einer Tankstelle

im Death Valley. Als

plötzlich ein Indianer vor

ihr steht und ihr das Leben

retten will, glaubt sie

zu fantasieren. Doch das

Universum setzt sich nach

seinen eigenen Regeln

wieder zusammen. Schon

bald teilen sich die beiden

einen Doppelwhopper,

gehen gemeinsam ins

Casino und stranden schließlich in einem dieser schäbigen

Motels, die es eigentlich nur im Film gibt. Karen Köhlers

Debüt-Erzählungen sind getragen von einer fröhlichen

Melancholie und einer dramatischen Leichtigkeit. Ihre

Figuren sind wahre Meisterinnen im Überleben. Im Rahmen

des Klubs der jungen Dichter liest Köhler am 28. Januar im

Ulenspiegel aus ihrem Werk.

Bach is’ sein Name

Vor 20 Jahren rief der Radiomoderator Robert Treutel den Urhessen Bodo

Bach ins Leben, der seitdem nicht mehr aufgehört hat, sich in die Herzen

einiger seiner Landsleute zu labern. »Isch hätt’ gern da ma ´n Problem«

oder »Isch verabscheu mich« sind Phrasen, mit denen es der Kauz zu bundesweitem

Ruhm schaffte. Und diesen teilt Bach am 18. Januar mit Gießen.

Dann nämlich ist er mit seinem Programm »Auf der Überholspur« in der

Kongresshalle zu Gast. Dort philosophiert er über Mikrowelle, Fast Food,

ICE, GPS, iPhone, Eierkocher, Pizzadienst, Schnellreinigung, Kids auf Skateboards,

Best Ager auf Mountainbikes, Essen auf Rädern. Zusammenfassend:

Hektik und Hast – und wie man sich aus diesen entschleunigt.

22 streifzug 1/2015


AuSLeSe

Wenn die iren tanzen

Seit ihrem Debüt im Jahr 1999 etablierte sich Rhythm Of The Dance weltweit als

Tanzshow mit über viereinhalb Millionen Zuschauern. Das irische Stepptanzprogramm

– aufgeführt von der National Dance Company Of Ireland – lässt am 6. Januar

auch in der Gießener Kongresshalle die Füße fliegen. Die zweistündige Show vereint

die Begeisterung von Irish und Modern Dance, zeigt tänzerische Präzision und

Leitung mit einer Leichtigkeit. Gemeinsam mit der Choreographin Doireann Carney

entwickelte Produzentenlegende Kieran Cavanagh eine Show mit den besten irischen

Tänzern, die die facettenreiche Geschichte des irischen Volkes darstellen. Eine

Symbiose aus Stepptanz, irischer Musik und phantasievoll gestalteten Kostümen und

Bühnenbildern.

Der kleine Prinz

Kein Buch – abgesehen von der Bibel –

hat sich öfter verkauft. Nun kommt die

weltberühmte Geschichte über Freundschaft,

Wunder und Geheimnisse endlich

als musikalisches Ereignis auf die Bühne:

»Der kleine Prinz« ist das bekannteste

Werk des französischen Dichters Antoine

de Saint-Exupéry und ein philosophisches

Märchen voller Rätsel und Geheimnisse,

ein beständig moderner Spiegel der Welt,

wie sie war, ist und wie sie sein könnte.

Es erzählt in großen kräftigen Zügen von

der Liebe, ihren Spielen und Masken, der

Macht und der Eitelkeit, von der Lieblichkeit

der Sonnenuntergänge, von der Wüste,

ihren Geheimnissen und der Einsamkeit.

Mit Anna Thalbach in der Hauptrolle

kommt das Schauspiel am 13. Januar in

die Wetzlarer Stadthalle und nimmt Sie,

wenn Sie möchten, mit auf die Reise.

Besuch von Müttern

»Schieb, Du Sau!«, »Runterschalten,

Fresse halten!«, »Nix da, ›Leck mich!‹

Auf geht’s!« und »Ohne Scheiß:

Schoko-Eis!« sind nicht einfach nur

sehr schöne Redewendungen, sondern

zugleich die Namen der ersten

vier Tourprogramme von Eure Mütter.

Und Fans des manchmal kultivierten

Humors können sich nun auf

Programm Nummer fünf freuen:

»Bloß nicht menstruieren, jetzt!« Mit

dieser Show marschieren die Schwaben

nun auch wieder nach Mittelhessen:

Am 17. Januar sind Eure

Mütter zu Gast in der Gießener Kongresshalle.

Dann geben die Macher

von »Mein Sack« oder »Die Schlange

vor dem Damenklo« eine Kostprobe

ihrer musikalischen und entertainerhaften

Fähigkeiten.

L

ars

und Roberts poetisches

Wohnzimmer

geht in die nächste

Runde. Einmal mehr richten sich Lars

Ruppel und Robert Groos im Ulenspiegel

häuslich ein. Doch nur für

den 27. Januar, dann steht wieder der

Auszug auf dem Programm. Vorher

aber wird es noch poetisch, musikalisch

und insgesamt einfach irgendwie

unterhaltsam. Zu dieser Unterhaltung

tragen natürlich die Gäste von Lars

und Robert bei, und jede Menge

Spontaneität, Schlagfertigkeit, Ideenreichtum

und vor allem die Redeligkeit

der Gastgeber. Ein Muss für

Freunde großer Poesie.

1/2015 streifzug 23


Veranstaltungen im Januar

Ihre Veranstaltungen in der

Kongresshalle Gießen

Veranstaltungen

06.01. | Dienstag | 20 Uhr

Rhythm of the Dance

DTT Konzerte

08.01. | Donnerstag | 20 Uhr

Jochen Malmsheimer

StageCat

10.01. | Samstag | 20.11 Uhr

GFV-Inthronisation

www.gfv-helau.de

14.01. | Mittwoch | 20 Uhr

Musical Highlights

Creativ Team Veranstaltungs GmbH

17.01. | Samstag | 20 Uhr

Eure Mütter

www.kb-emmert.de

18.01. | Sonntag | 20 Uhr

Bodo Bach – Auf der Überholspur

www.s-promotion.de

19.01. | Montag | 19.30 Uhr

Robert Betz

www.robert-betz.com

20.01. | Dienstag | 20 Uhr

Abenteuerreiter – Patagonien bis Alaska

www.s-promotion.de

24.01. | Samstag | 20 Uhr

U-Bahn-Kontrolleure

www.s-promotion.de

25.01. | Sonntag | 11 Uhr

12. Hochzeitsmesse in Gießen

www.juwelier-munk.de

26.01. | Montag | 20 Uhr

Reinhold Messner – ÜberLeben

www.reisefibel.de

31.01. | Samstag | 20 Uhr

4. Gießener Ballnacht

www.gfv-helau.de

01.02. | Sonntag | 15 Uhr

Conni Kindermusical

www.kb-emmert.de

06.02. | Freitag | 20 Uhr

A Spectacular Night of Queen

www.star-concerts.de

07.02. | Samstag | 20 Uhr

Semesterabschlusskonzert des Orchesters der Justus-Liebig-Universität

www.uni-giessen.de/uniorchester

08.02. | Sonntag | 11 Uhr

2. Großer Puppen-, Bären- und Spielzeugmarkt

www.haida-direct.com

1 Do

Bühne

Gießen

Alte Liebe

20.00 taT

Disco/Party

Gießen

Party tanzbar

Rock, HipHop, Charts

& Party-Classics

21.30 Ulenspiegel

Konzerte

Gießen

Neujahrskonzert

18.00 Stadttheater

2 Fr

Bühne

Gießen

Der Kuss der Spinnenfrau

Musical

19.30 Stadttheater

Wir lieben und wissen

nichts

Kostprobe

20.00 taT

Disco/Party

Gießen

Party tanzbar

21.30 Ulenspiegel

Gib dem Affen Zucker

22.00 Monkeys

Flohmärkte

Lollar

Scheunenflohmarkt

15.00 Alte Schmiede

Ruttershausen

Konzerte

Gießen

E-flat

Blues Americana

21.00 Irish Pub

3 Sa

Bühne

Gießen

Doris und die Amsel

Tinko-Kindertheater

16.00 Kleine Bühne

Der Große Gatsby

19.30 Stadttheater

Der Weibsteufel

20.00 taT

Disco/Party

Gießen

Guinness-Karaoke

Mit Andy Pfälzer

21.00 Irish Pub

90er Party

21.00 Haarlem

Rock of Ages

Rock bis Metal

22.00 Scarabée

Alsfeld

Après-Ski-Party

20.00 Hessenhalle

Flohmärkte

Gießen

Trödelmarkt

7.00 Rodheimer

Straße

Flohmarkt

10.00 Gießener

Straße 19

Buseck

Flohmarkt

8.00 Sammler- und

Hobbywelt

Lollar

Scheunenflohmarkt

10.00 Alte Schmiede

Ruttershausen

Führungen

Gießen

Rauhnächte

Führung durch den Philosophenwald

15.00 Ecke Fröbelstraße/Philosophenweg

4 So

Bühne

Gießen

Der Goldene Drache

Vorstellung

11.00 Stadttheater

Wie Ida einen Schatz

versteckt und Jakob

keinen findet

11.00 taT

Im Satz des Pythagoras

Tanzabend

15.00 Stadttheater

Doris und die Amsel

Tinko-Kindertheater

16.00 Kleine Bühne

Erklärt Pereira

20.00 taT

Disco/Party

Gießen

Happy Sunday

21.00 Haarlem

Konzerte

Wettenberg

Durch den Wettenberger

Winter

26. Konzertreihe

17.00 ev. Kirche

Wißmar

Märkte/Messen

Gießen

Antik & Trödelmarkt

8.00 Hessenhallen

Buseck

Modellbaubörse

10.00 Sammler- und

Hobbywelt

5 Mo

Disco/Party

Gießen

Independant tanzbar

21.30 Ulenspiegel

Sonstiges

Gießen

Seniorennachmittag

15.00 Mathematikum

Pub Quiz

21.00 Irish Pub

6 Di

Bühne

Gießen

Rhythm of the Dance

Irische Stepp-Tanzshow

mit der National Dance

Company of Ireland

20.00 Kongresshalle

Sonstiges

Gießen

Bastelworkshop

30-minütige Workshops

für Kinder ab 8 Jahre

14.00 Mathematikum

Singen Alter Volkslieder

Nur für Frauen

19.00 FrauenKultur-

Zentrum

7 Mi

Disco/Party

Gießen

Study-Azubi-Night

21.00 Irish Pub

Sonstiges

Gießen

Bastelworkshop

30-minütige Workshops

für Kinder ab 8 Jahre

14.00 Mathematikum

8 Do

Bühne

Gießen

Jochen Malmsheimer

Comedy/Kabarett.

Wenn Worte reden

könnten oder: 14 Tage

im Leben einer Stunde

20.00 Kongresshalle

Disco/Party

Gießen

Elektro.House.EDM.

Trap

23.00 Scarabée

Flohmärkte

Lollar

Scheunenflohmarkt

15.00 Alte Schmiede

Ruttershausen

Konzerte

Gießen

Selma Montana

Poet-Rapper-Singer-

Songwriter

21.00 Irish Pub

Vorträge

Gießen

Die Terrassen von Madeira

Lichtbildervortrag von

Prof. Dr. Hans-Rudolf

Bork

15.30 Altes Schloss,

Netanya-Saal

Sonstiges

Gießen

Bastelworkshop

30-minütige Workshops

für Kinder ab 8 Jahren

14.00 Mathematikum

9 Fr

Bühne

Gießen

Spiel des Lebens

Singspiel mit den

Schmachtigallen

19.30 Stadttheater

24 streifzug 1/2015


Veranstaltungen im Januar

Wir lieben und wissen

nichts

Premiere

20.00 taT

Disco/Party

Gießen

Party tanzbar

Rock, HipHop, Charts

& Party-Classics

21.30 Ulenspiegel

Alternative Rock

22.00 Scarabée

Gib dem Affen Zucker

22.00 Monkeys

Flohmärkte

Lollar

Scheunenflohmarkt

15.00 Alte Schmiede

Ruttershausen

Konzerte

Gießen

Garden of Delight

Celtic-Folk-Rock-Party

21.00 Irish Pub

Lauterbach

Matthias Baselmann &

Andre Amberg

2nonplugged – 2 Musiker

– 2 Stimmen – 2 Gitarren

und eine Couch

20.00 Crown

Marburg

Großes Abschluss-Event

Join the Band-Bandbörse

19.00 KFZ

10 Sa

Bühne

Gießen

Dornröschen

Tinko-Kindertheater

16.00 Kleine Bühne

Der Goldene Drache

Premiere

19.30 Stadttheater

Die Wanze

Insektenkrimi

20.00 taT

Disco/Party

Gießen

Rock of Ages

Rock bis Metal

22.00 Scarabée

Randgruppenbeschallung

Wave, Synth Pop, Industrial

22.00 MuK

Marburg

Flower Power Party

Mit Musik um ´68

21.30 KFZ

Flohmärkte

Gießen

Trödelmarkt

7.00 Rodheimer

Straße

Flohmarkt

10.00 Gießener

Straße 19

Buseck

Flohmarkt

8.00 Sammler- und

Hobbywelt

Lollar

Scheunenflohmarkt

10.00 Alte Schmiede

Ruttershausen

Konzerte

Gießen

Porcelain in the

Elephant shop

Support: Unten Gestern

21.00 Irish Pub

Märkte/Messen

Alsfeld

Hochzeitsmesse

14.00 Stadthalle

Sonstiges

Gießen

Inthronisation des Prinzenpaares

20.11 Kongresshalle

Lauterbach

Music on Ice

Reise durch die Musikjahrzehnte

mit Kostümen

und Show-Acts

17.00 Eissport-Arena

11 So

Bühne

Gießen

Dornröschen

Tinko-Kindertheater

16.00 Kleine Bühne

Die Entführung aus

dem Serail

Zum letzten Mal.

Singspiel

19.30 Stadttheater

Smart Reality

Tanzabend

20.00 taT

Disco/Party

Gießen

Happy Sunday

21.00 Haarlem

Flohmärkte

Aßlar

Musikinstrumentenflohmarkt

Gebrauchsinstrumenten-Börse

10.00 Stadthalle

Führungen

Gießen

Das Mathematikum

14.00 Mathematikum

Märkte/Messen

Alsfeld

Hochzeitsmesse

11.00 Stadthalle

Buseck

Antik- und Sammlermarkt

9.00 Sammler- und

Hobbywelt

Sonstiges

Gießen

Tanzcafé

15.00 Astaire’s

Lauterbach

Music on Ice

17.00 Eissport-Arena

Sport

Gießen

Basketball Pro A

Gießen 46ers –

VfL Kirchheim Knights

17.00 Sporthalle Ost

Vorträge

Grünberg

Die hessische Sagenwelt

Vortrag mit Pfarrer Miethe

20.00 Barfüßer kloster

12 Mo

Disco/Party

Gießen

Karaoke

Mit Andy Pfälzer

21.00 Irish Pub

Independant tanzbar

21.30 Ulenspiegel

13 Di

Bühne

Wetzlar

Der kleine Prinz

Musical mit Anna Thalbach

20.00 Stadthalle

Konzerte

Gießen

4. Sinfoniekonzert

Beethoven, Tschaikowsky,

Schostakowitsch

20.00 Stadttheater

Sonstiges

Gießen

Lachtreff/Yoga

19.30 Familienzentrum

Bernhard Itzel

Heuchelheim

Blauer Himmel

Gruppentreffen

19.30 Zum Treppchen

Vorträge

Marburg

Abenteuer

Erdumrandung

Lichtbildshow von Susi

Bemsel und Daniel

Snaider

19.30 KFZ

14 Mi

Bühne

Gießen

Die Ratten

Tragikomödie

19.30 Stadttheater

Disco/Party

Gießen

Study-Azubi-Night

21.00 Irish Pub

Marburg

tanzbar

Mit DJ Bianka

19.00 KFZ

Konzerte

Gießen

Musical

Highlights

Musical-Gala

20.00 Kongresshalle

15 Do

Bühne

Gießen

Tschick

Jugendtheater

10.30 Stadttheater

Disco/Party

Gießen

Elektro.House.EDM.

Trap

23.00 Scarabée

Flohmärkte

Lollar

Scheunenflohmarkt

15.00 Alte Schmiede

Ruttershausen

Konzerte

Gießen

Wolfgang Thiele

Old Man Rock’n

21.00 Irish Pub

Sonstiges

Gießen

Flimmerkiste –

Das Unikino

Der Medicus

(Historiendrama,

D, 2013)

20.00 Zeughaus

Vorträge

Gießen

Die

Architektur

der Weserrenaissance

Diavortrag

von Dr. Reinhard

Kaufmann

15.30 Altes Schloss,

Netanya-Saal

Dirk Großhaus

Maler- und Lackierermeister

Geprüfter

Restaurator

im Maler- und

Lackiererhandwerk

COELAN Balkon- und Terrassenbeschichtung

Raum- und Fassadengestaltung

Unsere Stärken:

Breites Leistungsspektrum –

Kreativität – Individualität

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A8 Halle 9 auf der Bau Expo

in Gießen vom 19.–22. Februar 2015.

Dirk Großhaus

Telefon 064 04/6 1579

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Wünschen Sie Ihre Veranstaltung im streifzug

Schreiben Sie bis zum 19. Januar per E-Mail an:

streifzug@giessener-allgemeine.de

Die Auswahl obliegt der Redaktion. Für Richtigkeit der Angaben übernehmen wir keine Gewähr.

19.Motorrad

www.moto-expo.de

Messe

Motorräder •Roller

Quads • Reisen

Bekleidung &Helme

Zubehör •Show

Sa. +So. •10-18Uhr

07. +

08. Feb.

Gießen,Hessenhallen

1/2015 streifzug 25


Veranstaltungen im Januar

Gewalttaten –

Gewalttäter

Ringvorlesung der Forschergruppe

Gewaltgemeinschaften.

Englische

Krieger im Hundertjährigen

Krieg und in innerenglischen

Konflikten.

Von Prof. Christine

Reinle

18.15 Margarete-

Bieber-Saal

Die Sterntaler-

Verschwörung

Lesung mit Jan Seghers

20.00 Rathaus,

Konzertsaal

16 Fr

Ausstellungen

Gießen

Kopf und Figur

Ausstellungseröffnung

der Malerinnen

G. Wagner und. Stroh

19.00 FrauenKultur-

Zentrum

Bühne

Gießen

Der Große Gatsby

19.30 Stadttheater

Der Weibsteufel

20.00 taT

Marburg

Fast Forward Theatre &

Friends

ImproShow deluxe

20.00 KFZ

Disco/Party

Gießen

Party tanzbar

21.30 Ulenspiegel

Voodoo You Love

Funk, Soul, Stoner

Rock, Psychedelic Rock

22.00 Scarabée

Gib dem Affen Zucker

22.00 Monkeys

Flohmärkte

Lollar

Scheunenflohmarkt

15.00 Alte Schmiede

Ruttershausen

Konzerte

Gießen

Only Pretending

Akustik Rock

21.00 Irish Pub

Sonstiges

Buseck

Schlosssturm der Busecker

Carnevalvereine

18.11 Kulturzentrum

Großen-Buseck

17 Sa

Bühne

Gießen

Rumpelstilzchen

Tinko-Kindertheater

16.00 Kleine Bühne

Der Kuss

der Spinnenfrau

Musical. Im Anschluss:

Nachgefragt

19.30 Stadttheater

streifzug

Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

Februar-Ausgabe

› Erscheinungstermin: 28. Januar 2015

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Wir lieben und wissen

nichts

20.00 taT

Eure Mütter

Bloß nicht menstruieren

jetzt! Comedy

20.00 Kongresshalle

Disco/Party

Gießen

Electric Saturday

21.00 Haarlem

Rock of Ages

Rock bis Metal

22.00 Scarabée

Electrified

Techno Party

23.00 MuK

Flohmärkte

Gießen

Trödelmarkt

7.00 Rodheimer

Straße

Flohmarkt

10.00 Gießener

Straße 19

Buseck

Flohmarkt

8.00 Sammler- und

Hobbywelt

Lollar

Scheunenflohmarkt

10.00 Alte Schmiede

Ruttershausen

Konzerte

Gießen

Die himmlische Nacht

der Tenöre

Oper

19.30 Pankratiuskapelle

Gelon

Solo, Electric, Akustik

Rock

21.00 Irish Pub

Stadtallendorf

The International

Magic Tenors

Best of Programm aus

Pop, Rock und Klassik

20.00 Stadthalle

Sonstiges

Gießen

Neujahrsempfang

Mit der Gießener

Autorin Regina Appel.

Nur für Frauen

10.30 FrauenKultur-

Zentrum

Butzbach

1. Prunksitzung

19.11 Bürgerhaus

Griedel

Grünberg

Prunksitzung

20.11 DGH

Beltershain

Hungen

Weiberfastnacht

19.11 Mehrzweckhalle

Inheiden

Lollar

Prunksitzung

19.30 Bürgerhaus

Sport

Gießen

Basketball Pro A

Gießen 46ers –

Oettinger Rockets

Gotha

20.00 Sporthalle Ost

18 So

Bühne

Gießen

Der dickste Pinguin

vom Pol

Ab 4 Jahre

11.00 taT

Rumpelstilzchen

Tinko-Kindertheater

16.00 Kleine Bühne

Bodo Bach

Auf der Überholspur.

Hessische Comedy

19.00 Kongresshalle

I Wanna Be Loved

By You

Musiktheater

19.30 Stadttheater

Tschick

Jugendtheater

20.00 taT

Marburg

Peter

und der Wolf

Figurentheater

für Kinder ab 5 Jahre

mit Petra Schuff

15.00 KFZ

Disco/Party

Gießen

Discofox-Party

20.30 Astaire’s

Happy Sunday

21.00 Haarlem

Konzerte

Pohlheim

Neujahrskonzert

Sinfonische Blasmusik,

Musicals, Klassik mit

dem Blasorchester

TSG Steinbach und

dem Chor der

Weidigschule Butzbach

16.00 Volkshalle

19 Mo

Disco/Party

Gießen

Independant tanzbar

21.30 Ulenspiegel

Sonstiges

Gießen

Pub Quiz

21.00 Irish Pub

Vorträge

Gießen

Konfliktregionen im

östlichen Europa

Die Ukrainekrise und

das Völkerrecht mit

Prof. Dr. Anne Peters

19.15 Uni-Hauptgebäude,

Aula

Hör auf, dein Herz zu

verraten und lebe deine

Wahrheit!

Mut und Klarheit finden

für den eigenen wahrhaftigen

und von Freude

erfüllten Weg. Vortrag

mit Robert Betz

19.30 Kongresshalle

20 Di

Sonstiges

Gießen

Geschichte der

Kosmetik

Nur für Frauen

19.00 FrauenKultur-

Zentrum

Lachtreff/Yoga

19.30 Familienzentrum

Bernhard Itzel

Marburg

74. Poetry Slam

20.00 KFZ

Vorträge

Gießen

Zu Pferd von Feuerland

nach Alaska

20 Jahre und 30 000 Kilometer

im Sattel. Diashow

mit dem Abenteurer

Günter Wamser

20.00 Kongresshalle

21 Mi

Bühne

Gießen

Fratzenfisch

Premiere

11.00 taT

Disco/Party

Gießen

Study-Azubi-Night

21.00 Irish Pub

Sonstiges

Gießen

Poetry Slam

20.00 Jokus

Vorträge

Gießen

Wintersemester

der Medizinischen

Gesellschaft

Weiß-braun-beige: Viszerales

Fettgewebe als

bunte Hormonfabrik

unseres Körpers von

Prof. Andreas Schäffler

und Dr. Thomas Karrasch

18.15 Biochemisches

Institut, Ernst-Leitz-

Hörsaal

Von Berlin nach Buenos

Aires

Geschichte der 2008

verstorbenen Ellen

Marx, die als eine der

»Mütter der Plaza de

Mayo« bekannt wurde.

Lesung mit

Jeanette Erazo

19.30 Café Zeitlos

22 Do

Bühne

Lauterbach

Vogelsberger

Gipfel Kabarett

Nachgetrettert –

Jahresrückblick

mit Mathias Tretter

20.00 Sparkasse

Oberhessen

Disco/Party

Gießen

Elektro.House.EDM.

Trap

23.00 Scarabée

Flohmärkte

Lollar

Scheunenflohmarkt

15.00 Alte Schmiede

Ruttershausen

Konzerte

Gießen

Keith Coles

Rock Covers

21.00 Irish Pub

Marburg

Rökkurró

Verträumte Klanglandschaften

aus Island in

der Reihe 55 Grad Nord

20.00 KFZ

Sonstiges

Gießen

Flimmerkiste –

Das Unikino

Grand Budapest Hotel

(Tragikomödie, D/GB,

2014)

20.00 Zeughaus

Vorträge

Gießen

Wie Nicolaus Otto

den Viertopfzerknalltreibling

erfand

Vortrag über die

deutsche Sprache von

Edmund Wild

15.30 Altes Schloss,

Netanya-Saal

26 streifzug 1/2015


Veranstaltungen im Januar

Wie schütze ich

Mädchen und Jungen

vor Gewalt und

sexuellem Missbrauch

Informationsveranstaltung

18.00 Jokus

Gewalttaten –

Gewalttäter

Ringvorlesung der

Forschergruppe

Gewaltgemeinschaften.

Deutsche Paramilitärs im

Baltikum und Oberschlesien

nach 1918.

Von Prof. Peter Haslinger,

Wojciech Pieniazek,

Mathias Voigtmann

18.15 Margarete-

Bieber-Saal

23 Fr

Bühne

Gießen

Der Goldene Drache

19.30 Stadttheater

Smart Reality

Tanzabend

20.00 taT

Alsfeld

Schwanensee

Mit dem Russischen

Klassischen Staatsballett

19.00 Stadthalle

Disco/Party

Gießen

Party tanzbar

21.30 Ulenspiegel

Dark Winter

Synthie Pop, Dark

Wave, Gothic

22.00 Scarabée

Gib dem

Affen Zucker

22.00 Monkeys

House of Fiction

Trap Party

23.00 MuK

Flohmärkte

Lollar

Scheunenflohmarkt

15.00 Alte Schmiede

Ruttershausen

Konzerte

Marburg

Jaya The Cat

Mix aus Reggae, Ska,

Punkrock

20.00 KFZ, Marburg

Gießen

Keith Coles and Band

Rock Covers

21.00 Irish Pub

Märkte/Messen

Alsfeld

2. Hessische Landwirtschaftsmesse

9.00 Hessenhalle

Sonstiges

Gießen

This is Afrika

Bildervortrag von

Johannes Beck

19.00 FrauenKultur-

Zentrum

Grünberg

Prunksitzung

19.33 Sport- und Kulturhalle

Stangenrod

Lollar

1. Fremdensitzung

19.31 Gemeinschaftshaus

Ruttershausen

Rabenau

1. Prunksitzung

19.11 DGH Geilshausen

24 Sa

Bühne

Gießen

Hans im Glück

Tinko-Kindertheater

16.00 Kleine Bühne

Crazy Broadway 2

Musical-Hommage

19.00 Astaire´s

Spiel des Lebens

Singspiel mit den

Schmachtigallen

19.30 Stadttheater

Da kommt noch wer

Oper

20.00 taT

Willkommen zu Hause

Die Minidramen des

Alltags

20.00 Kleine Bühne

Disco/Party

Gießen

Nonstop HipHop

21.30 Ulenspiegel

Rock of Ages

Rock bis Metal

22.00 Scarabée

Electronic Porn Party

Gothic, Industrial, EBM

22.00 MuK

Flohmärkte

Gießen

Trödelmarkt

7.00 Rodheimer Str.

Flohmarkt

10.00 Gießener

Straße 19

Buseck

Flohmarkt

8.00 Sammler- und

Hobbywelt

Lollar

Scheunenflohmarkt

10.00 Alte Schmiede

Ruttershausen

Führungen

Gießen

Das Mathematikum

11.00 Mathematikum

Konzerte

Gießen

U-Bahn Kontrollöre

in tiefgefrorenen

Frauenkleidern

A-cappella-Formation

20.00 Kongresshalle

Delta Danny

Delta Blues Songs

21.00 Irish Pub

Alsfeld

Gestört aber Geil @

Stadthalle

House-Event mit

DJ-Duo Nico Wendel

und Spike*D.

21.30 Stadthalle

Lauterbach

Steve Next Door &

Philipp Wessler

Singer/Songwriter

20.00 Crown

Märkte/Messen

Alsfeld

2. Hessische Landwirtschaftsmesse

9.00 Hessenhalle

Sonstiges

Butzbach

2. Prunksitzung

19.11 Bürgerhaus

Griedel

Hungen

1. Prunksitzung

19.30 Bürgerhaus

Bellersheim

Hüttenberg

1. Prunksitzung

20.00 Bürgerstuben

Laubach

Prunksitzung

19.33 Sport- und

Kulturhalle

Lollar

2. Fremdensitzung

19.31 Gemeinschaftshaus

Ruttershausen

Mücke

Gulaschumzug

11.00 Innerorts

Merlau

Rabenau

2. Prunksitzung

19.11 DGH

Geilshausen

25 So

Bühne

Gießen

Linda di Chamounix

Vorgestellt. Oper

11.00 Stadttheater

Hans im Glück

Tinko-Kindertheater

16.00 Kleine Bühne

Der Kuss

der Spinnenfrau

Musical

19.30 Stadttheater

Erklärt Pereira

20.00 taT

Marburg

249. Marburger Abend

Freie Bühne für Musiker,

Akrobaten, Zauberkünstler

20.00 KFZ

Disco/Party

Gießen

Karaoke

Mit Andy Pfälzer

21.00 Irish Pub

Happy Sunday

21.00 Haarlem

Flohmärkte

Buseck

Kinderflohmarkt

10.00 Sammler- und

Hobbywelt

Konzerte

Grünberg

Zwischen Lebensfreude,

Melancholie

und Verzweiflung

Klassisches Konzert mit

dem Duo Feldmann-

Kusnezow

18.00 Barfüßerkloster

Märkte/Messen

Gießen

Chance 2015

Die Bildungs-,

Job- und Gründermesse

für

Mittelhessen

10.00 Hessenhalle

12. Gießener Hochzeitsmesse

11.00 Kongresshalle

Alsfeld

2. Hessische

Landwirtschafts-messe

9.00 Hessenhalle

Sonstiges

Laubach

Fastnachts-

Kinderfest

14.33 Sport- und

Kulturhalle

Marburg

Marburger

Lesefest 2015

Eröffnung mit

Kai Lüftner

15.00 KFZ

18.01. GIESSEN Kongresshalle

24.01. GIESSEN Kongresshalle

27.02. GIESSEN Kongresshalle

12.02.

ALSFELD

Hessenhalle

24.04.15 WETZLAR Rittal Arena

MICHAEL

MITTERMEIER

16.09.15 WETZLAR Rittal Arena

DR. E. VON

HIRSCHHAUSEN

26 Mo

Disco/Party

Gießen

Karaoke

Mit Andy Pfälzer

21.00 Irish Pub

Independant tanzbar

21.30 Ulenspiegel

Konzerte

Gießen

New York Gospel Stars

In 80 Tagen durch

Deutschland

20.00 Petruskirche

Biebertal

Maxim Kowalew Don

Kosaken

Russische Melodien

19.00 Kirche Bieber

Märkte/Messen

Gießen

Chance 2015

Die Bildungs-, Jobund

Gründermesse für

Mittelhessen

9.00 Hessenhalle

18.01. WETZLAR RittalArena

31.01. WETZLAR RittalArena

28.02. WETZLAR RittalArena

06.03.15 GIESSEN Kongresshalle

MICHL MÜLLER

AUSFAHRT FREIHALTEN

26.04.15 GIESSEN Kongresshalle

INGO APPELT

BESSER …IST BESSER

19.11.15 GIESSEN Kongresshalle

GLASBLASSING-

QUINTETT

TICKETS UNTER WWW.S-PROMOTION.DE

sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen TICKETHOTLINE 06073-722 740

1/2015 streifzug 27


VeRAnStALtunGen iM JAnuAR

Vorträge

Gießen

Konfliktregionen im

östlichen Europa

Die Türkei zwischen

Ost und West.

Von Prof. Dr.

Jens Peter Laut

19.15 Uni-

Hauptgebäude, Aula

ÜberLeben

Reinhold Messners

mutigstes Buch über

Ehrgeiz, Scham,

Albträume und

das Altern, über

Neuanfang und über

die Fähigkeit,

am Ende loszulassen

20.00 Kongresshalle

27 Di

Konzerte

Gießen

Winterkonzerte

Liederabend

mit Klaus Mertens

(Bariton) und

Joachim Held

(Laute und Theorbe)

20.00 Rathaus,

Konzertsaal

Marburg

Studierenden BigBand

Marburg

Soul & Funk

20.00 KFZ

sonstiges

Gießen

Lachtreff/Yoga

19.30 Familienzentrum

Bernhard Itzel

Poetisches

Wohnzimmer

Mit Lars Ruppel und

Robert Groos

20.30 Ulenspiegel

28 Mi

Disco/Party

Gießen

Study-Azubi-Night

21.00 Irish Pub

Marburg

30plus

Mit DJ Bella

19.00 KFZ

sonstiges

Gießen

Hochschulinformationstage

Die Fachbereiche

gewähren Einblick

8.00 An den Fachbereichen

der

JLU und der THM

Vorträge

Gießen

Club der jungen

Dichter

Wir haben Raketen

geangelt – Lesung mit

Karen Köhler

20.00 Ulenspiegel

29 Do

Disco/Party

Gießen

Elektro.House.EDM.

Trap

23.00 Scarabée

FlohmärKte

Lollar

Scheunenflohmarkt

15.00 Alte Schmiede

Ruttershausen

Konzerte

Gießen

Tobi Wessel

Akustik-Rock, Blues

und Balladen

21.00 Irish Pub

sonstiges

Gießen

Hochschulinformationstage

Die Fachbereiche

gewähren Einblick

8.00 An den Fachbereichen

der

JLU und der THM

Flimmerkiste –

Das Unikino

Philomena

(Drama, GB, 2013)

20.00 Zeughaus

Vorträge

Gießen

Gewalttaten –

Gewalttäter

Ringvorlesung der

Forschergruppe Gewaltgemeinschaften.

Imaginierte

Gewalttäterschaft

und die Potenziale der

Drohung (Mauretanien).

Von Prof. Christine

Hardung

18.15 Margarete-

Bieber-Saal

30 Fr

Bühne

Gießen

I Wanna Be Loved

By You

Musiktheater

19.30 Stadttheater

Abendtheater

Willkommen zu Hause.

Die Minidramen des

Alltags

20.00 Kleine Bühne

Faust

Premiere

20.00 taT

Disco/Party

Gießen

Party tanzbar

21.30 Ulenspiegel

90er und 200er

Trashpop, Eurodance

22.00 Scarabée

Gib dem Affen Zucker

22.00 Monkeys

FlohmärKte

Lollar

Scheunenflohmarkt

15.00 Alte Schmiede

Ruttershausen

Konzerte

Gießen

Miller & Heath

Rock, Pop,

Hessendreck´s

21.00 Irish Pub

sonstiges

Gießen

Poetry Slam

21.00 MuK

Feldatal

35. Fealler

Hutnoacht

19.30 Feldahalle

Mücke

1. Prunksitzung

20.11 DGH

Nieder-Ohmen

31 Sa

Bühne

Gießen

Frau Holle

Tinko-Kindertheater

16.00 Kleine Bühne

Linda di

Chamounix

Premiere. Oper

19.30 Stadttheater

Abendtheater

Willkommen Zuhause.

Die Minidramen des

Alltags

20.00 Kleine Bühne

Faust

20.00 taT

Marburg

Christine Prayon

Die Diplom-Animatöse.

Kabarett

20.00 KFZ

Wetzlar

Dieter Nuhr

Nuhr ein Traum

20.00 Rittal Arena

Disco/Party

Gießen

Rock of Ages

Rock bis Metal

22.00 Scarabée

Under the Ground

Snork Release Party

23.00 MuK

FlohmärKte

Gießen

Trödelmarkt

7.00 Rodheimer Str.

Flohmarkt

10.00 Gießener

Straße 19

Alsfeld

Kinder- und Spielzeugbörse

10.00 Stadthalle

Buseck

Flohmarkt

8.00 Sammler- und

Hobbywelt

Lollar

Scheunenflohmarkt

10.00 Alte Schmiede

Ruttershausen

Konzerte

Gießen

Shadowpainter

20 Jahre Bandgeburtstag.

Mit Emily’s Giant,

Anonymos, Genuar, DJ

Plattenjunkie & und

Special Guest. ProgAlternativeGrungeMetal

20.30 Ulenspiegel

Actual Proof

Jazz-Funk-Rock-Groove

21.00 Irish Pub

Lauterbach

Mark Prang

Rocksongs aus vier

Jahrzehnten

20.00 Crown

sonstiges

Gießen

Richtig Lernen lernen

Tipps für 12- bis

14-jährige

10.00 Jokus

4. Gießener Ballnacht

20.00 Kongresshalle

Feldatal

35. Fealler Hutnoacht

19.30 Feldahalle

Hungen

2. Prunksitzung

19.30 Bürgerhaus

Bellersheim

Hüttenberg

2. Prunksitzung

20.00 Bürgerstuben

Lauterbach

Prunksitzung

20.10 Eichberghalle

Linden

1. Prunksitzung

19.31 TV-Halle

Mücke

Prunksitzung

20.11 Sportheim

Ruppertenrod

1. Prunksitzung

20.11 Saal Hörle

Merlau

Reiskirchen

Prunksitzung

20.11 DGH Hattenrod

Staufenberg

Prunksitzung

19.31 Stadthalle

Wettenberg

Prunksitzung

19.10 MZH

Krofdorf-Gleiberg

Wetzlar

Galaprunksitzung

20.11 Stadthalle

Auf Jobsuche

Wir haben über 35 000 Stellen!

www.JOBS-in-Mittelhessen.de

28 streifzug 1/2015


Fotos: Sven Stinn

Im dritten Pop-Frühling

Martin Carr ist ein Mensch, der sich seiner selbst nicht so sicher ist. Er habe immer das

Gefühl gehabt, nie dazuzugehören, sagt er. Wie kann es dann sein, dass so jemand so

luftig-lockere Popnummern schreibt, die wirklich jedem ein Lächeln ins Gesicht zaubern können

Das muss kein Widerspruch sein. »Ich liebe Popmusik, und ich finde, sie hat eine befreiende

Wirkung«, sagt er. »Sie erfüllt mich mit Freude.« Gilt das auch für die Zuhörer im Frankfurter Bett

Normalerweise läuft es so: Ein Musiker

schickt sein Demo-Tape an eine Plattenfirma

und hofft und hofft und hofft. Meistens

vergebens. Bei Martin Carr war es genau

anders herum. Eines Tages trudelte bei

dem 46-Jährigen eine E-Mail der Hamburger

Plattenfirma Tapete Records ein. Sie

suchten einen gewissen Martin Carr. »Ich

wollte die Mail schon in meinen Spam-

Ordner verschieben, als mir der Gedanke

kam: Moment mal, ich bin Martin Carr.« Er

schrieb zurück, das Indie-Label antwortete

und er schickte sein Demo-Tape nach

Hamburg. Darauf zu hören sind Songs, die

er drei bis vier Jahre zuvor geschrieben,

aber für die sich kaum eine Plattenfirma

ernsthaft interessiert hatte. Die Tapete-Leute

hingegen waren begeistert und luden ihn

ein. Carr nahm die Einladung an, füllte sich

nach eigenen Angaben ordentlich ab, und

sagte zu. Happy End.

Happy End – mit diesem Wort lässt sich

auch die Musik von Carr beschreiben. Er ist

ein Songwriter, der zwar von Ängsten

getrieben ist, aber lupenrein zugängliche

Popmusik mit allem Pipapo macht. Da

singen die Engelsstimmen im Hintergrund,

Bläser schieben die düsteren Wolken beiseite

und Geigen lassen die Gänsehaut

nach Yoga-Art von den Zehen bis hinauf in

den Nacken wandern. Dazu die Stimme

des Briten, die das ganze Himmelhochhauzen

erdet. Man kann jetzt sagen: Kein

Wunder, ist Carr doch ein Veteran in der

Indie-Szene und weiß, welche Melodien er

wie spielen muss: Mit seiner Band The Boo

Radleys hatte er mit dem Song »Wake up,

Boo!« einen Beinahe-Hit. Unter dem Pseudonym

Bravecaptain machte er anschließend

weiter, ohne sonderlich großen Erfolg

allerdings. Doch als Solokünstler mit seinem

richtigen Namen wirkt er wie befreit

von Beatles, Britpop und Boo.

Warum dieser dritte Pop-Frühling Carr

glaubt, etwas gut machen zu müssen.

Denn nachdem sich The Boo Radleys

getrennt hatten, ging auch seine Ehe in die

Brüche. Und seine Finanzsituation sah

ebenfalls nicht rosig aus. Er fing an zu

trinken, sei völlig von der Rolle gewesen,

wie er in einem Interview mit dem

Deutschlandfunk offenbarte. Doch dann

Martin Carr ist ein

nachdenklicher

Zeitgenosse mit Hang

zum großen Pop.

kam der Ehrgeiz, dies alles wiedergutmachen

zu müssen.

Carr hat die Kurve bekommen, vielleicht

auch wegen seiner beiden Kinder, die

einen Vater brauchen. Aus diesem Alltag

schöpft er Kraft und Geschichten. Auf

seinem Album »The Breaks« gehe es um

das Leben im Reihenhaus, darum, die Kinder

zur Schule zu bringen. Ein Leben, vor

dem er sich als 20-Jähriger gefürchtet hat.

»Aber auch das ist ein Abenteuer.«

Zu sehen ist Martin Carr samt Band am

Dienstag, 20. Januar, im Frankfurter Club

Bett. Musikalische Stimmungsaufheller ab

20 Uhr inklusive. Kays Al-Khanak

Foto: Mary Wycherley

1/2015 streifzug 29


Am Main

Flüsternder Romantiker

In Deutschland muss man schon bei Eingeweihten den Namen Maximilian Hecker fallen

lassen, damit sich was regt. In Asien hingegen löst der Name Aufregung, Nervosität

und Begeisterung aus. Warum der sensible Songwriter, dessen melancholische Pop-Hymnen

mal Kammermusik, mal Bombast sind, in seiner Heimat geradezu grob fahrlässig gemieden

wird Gute Frage. Denn seine entwaffnend sehnsüchtige Musik sucht hierzulande

ihresgleichen. Am 15. Januar spielt Hecker in der Brotfabrik.

Glaubt man der Legende, gründete der 1977

geborene Hecker als Drittklässler

seine erste Band. Bei den selbstbewusst

getauften »New Beatles« spielte er Schlagzeug

und verkaufte Demo-Kassetten mit

Gummibärchen. Trotz dieser cleveren

Geschäftsidee ist nicht viel mehr über diese

Frühphase seiner Karriere bekannt. In den

90er Jahren begann er, Gitarre zu spielen

und zu singen. 1998 ging er nach Berlin. Die

Eltern wollten, dass er eine solide Ausbildung

macht, als Krankenpfleger. Doch anstatt ins

Klinikum ging Hecker auf die Straße – mit

Fensterglasbrille, Gitarre und Kinderkeyboard

und spielte Oasis-Coversongs. Er

rutschte hinein in die Künstler szene der

Metropole, lernte Maler und Musiker

kennen. Und nahm sein Demo auf. Das

geriet in die richtigen Hände und verhalf

dem in Bielefeld aufgewachsenen Musiker

zu seinem ersten Plattenvertrag. Sein Debüt

»Infinite Love Songs« begeisterte 2001 die

Fachpresse. Dieses flüsternde Sensibelchen

sang derart entwaffnend und überzeugend

von Liebe, Lust und Leiden, dass man es ihm

abkaufen musste – und wollte. Sogar die

New York Times wählte die Scheibe unter die

besten zehn Alben des Jahres.

Den Herzensbrecher entdeckte auch das

Goethe-Institut. Die Einrichtung schickte Hecker

auf Welttournee. Und ausgerechnet in

Südostasien löst er eine Art Hype aus –

Schreien und Fotowünsche vor allem weiblicher

Fans mit erröteten Wangen inklusive.

Immer wieder zieht es ihn bis heute nach

Südkorea, China, Japan und Taiwan, um zu

touren. Ein Star sei er dort nicht, betont

Hecker, aber er werde dort nun mal mehr als

Idol gesehen als in Deutschland. Warum

Veranstaltungen in Frankfurt

Freitag, 2. Januar

We will rock you

Ein Jahr könnte schlimmer beginnen: Gezeigt

wird das Musical von Queen und Ben Elton

mit den bombastischen Rocksongs der britischen

Band. Läuft noch bis Freitag, 9. Januar.

➛➛20.00 Alte Oper

Freitag, 9. Januar

Bernd Gieseking

Wenn sich keiner mehr an die unsäglichen

Jahresrückblicke von Jauch, Kerner und Konsorten

erinnert, kommt Bernd Gieseking und

blickt auf seine Weise auf das vergangene

Jahr zurück.

➛➛20.00 Die Käs

Samstag, 10. Januar

James Yorkston

Der schottische Folkmusiker gehört zu den

Leisetretern, weswegen er hierzulande eher

unbekannt ist. Seine Songs hingegen sind

ganz großes Gefühlskino.

➛➛20.00 Das Bett

Sonntag, 11. Januar

Neujahrskonzert

Das neue Jahr hat schon lange angefangen,

da kommt die Alte Oper und richtet ihr Neujahrskonzert

aus. Aber hier werden immerhin

die Klassikklänge um österreichische Volksmusik

und Bigband-Sound ergänzt. Gewagte

Mischung, aber wenn’s gut klingt

➛➛18.00 Alte Oper

Dienstag, 13. Januar

Blues Brothers

Wir bringen die Band wieder zusammen!

Jack und Elwood Blues sind einfach nicht

totzukriegen. Diesmal werden sie vom

Londoner West End wieder auf die Bühne

gebracht.

➛➛20.00 Jahrhunderthalle

Donnerstag, 15. Januar

Maximilian Hecker

Der Prophet gilt nichts im eigenen Land,

heißt eines dieser ausgeluschten Sprichwörter,

aber bei Maximilian Hecker trifft es

den Nagel auf den Kopf. In Südostasien ein

Star, in Amerika unter den Top-10-Musikern

in 2001. Doch hierzulande

Meist Kopfschütteln. Jetzt gibt’s die Gelegenheit,

diese Wissenslücke zu füllen.

Melancholisches Songwriting. Schnörkellos.

Schön.

➛➛20.00 Brotfabrik

Urban Priol

Als Meister der spitzen Zunge und Analyst

des Polit- und Gesellschaftsbetriebs der Bundesrepublik

ist Urban Priol vom Kabarettparkett

kaum wegzudenken. Deswegen wird zugehört

und wohl auch gelacht, wenn er aufs

Jahr 2014 zurückblickt.

➛➛20.00 Jahrhunderthalle

30 streifzug 1/2015


Am Main

Es gebe in Asien keine Berührungsängste vor

Kitsch und Melodramatik, vor existenziellen

Themen wie Tod und Liebe. Hecker hat in einem

Interview gesagt, eine solche strenge

und patriarchalische Kultur wie in Asien

bringe eine besondere Art der Kunst hervor,

die das Gegenteil vom Alltag der dort lebenden

Menschen sei. Außerdem glaubt Hecker,

dass gerade in diesem

Kulturkreis Musik geschätzt werde, die aus

dem Bauch komme. Im Gegensatz zu

Deutschland. Da hat der Kopf ein gehöriges

Wörtchen mitzureden. Die Hingabe an

das Gefühl ohne Scham beherrschten die

Asiaten sehr gut, sagt Hecker. Sie würden

Kunst genießen, anstatt sie zu hinterfragen.

Hecker hat mittlerweile zwölf Platten veröffentlicht,

auf denen er immer wieder

zwischen Bombast und LoFi hin und her

wechselt. Aber seinem großen Leitbild, über

die ganz großen Gefühle im Falsett zu singen,

ist er immer treu geblieben. Anfreunden

konnte er sich mit seiner öffentlichen Rolle

vor allem in Asien aber nie. Fotowünsche,

Autogramme und laut mitsingende Fans sind

seine Sache nicht. Er selbst nennt sich Popstar-Legastheniker,

kommt mit den

Begleiterscheinungen des Musikgeschäfts,

wenn es denn gut läuft, nicht zurecht.

Hecker will trotzdem mitmachen, weil er

glaubt, dass seine Musik mit der da draußen

nicht nur mithalten kann. Deswegen, sagt er,

veröffentliche er bis heute Platten: Um zu

sehen, wie andere darauf reagieren, was

passiert, wenn er neue Songs vorstellt. Dass

er sich dabei sehr offen gibt, ist ihm bewusst.

Mutig sei das aber nicht, sagt Hecker. Ihm

fehle einfach der Kompass, um festzustellen,

wann er offen sei und wann nicht. Von

Schwächen zu berichten – wie in seinem

Buch »Rise and fall of Maximilian Hecker« –

Umschwärmt in Asien,

unerkannt in seiner Heimat:

Maximilian Hecker kommt

auf Tour.

empfinde er als befreiend, mache ihn stark.

Denn dann müsse niemand mehr eine Rolle

spielen. Die hat er schon längst gefunden: als

unverbesserlicher, flüsternder Romantiker.

Maximilian Hecker spielt am Donnerstag,

15. Januar, in der Brotfabrik in Frankfurt. Das

Konzert beginnt um 20 Uhr. Es gibt keine

Autogrammstunde. Versprochen.


Kays Al-Khanak

Foto: Gutschera/Osthoff

Montag, 19. Januar

Ton Steine Scherben

Es wird nie wieder einen Rio Reiser geben,

aber die Songs der politischen Band sind zeitlos

und sprechen noch immer Musikhörer

(fast) jeden Alters an.

➛➛20.00 Batschkapp

Dienstag, 20. Januar

Martin Carr & Band

Der Ex-Songwriter der Boo Radleys ist zurück

in der Popwelt. Und er beschert seinen Zuhörern

bei Kälte und Miese-Laune-Wetter

warmherzig-luftige Nummern mit Streichern,

Bläsern und allem weiteren Pipapo.

➛➛20.00 Das Bett

Donnerstag, 22. Januar

Bodo Bach

Gute Güte! Das Werbeplakat hat es in sich:

Bodo Bach als Breaking-Bad-Protagonist

Ob er an dieses Niveau herankommen

kann Sein Programm nennt er »Auf der

Überholspur«. Ob es ein Totalschaden

oder ein Rennen für die Ewigkeit wird

Selbst überzeugen.

➛➛20.00 Alte Oper

Freitag, 23. Januar

Get Well Soon

Dass die Pop-Akademie Mannheim dann

doch ab und zu Absolventen hat, die was

können, zeigt das Beispiel von Konstantin

Gropper aka Get Well Soon.

Der Multiinstrumentalist, Sänger und Songschreiber

macht anspruchsvollen Indiepop –

und kommt gut an.

➛➛20.00 Brotfabrik

Samstag, 24. Januar

Ich möchte lieber nicht

Das Stück basiert auf Herman Melvilles

»Bartley, der Schreiber«, der subversiven

Geschichte einer Verweigerung. Premiere.

➛➛20.00 Titania

Montag, 26. Januar

Der Sandmann

Zahlreiche ausverkaufte Vorführungen: Das

Schauermärchen von E.T.A Hoffmann scheint

mal wieder zu zeigen, dass die deutsche Lust

auf schwarze Romantik nicht nur in der Zeit

des expressionistischen Stummfilms aus den

20ern und 30ern gegeben war. Inszeniert von

Carola Moritz.

➛➛19.00 Katakombe

Donnerstag, 29. Januar

Gisbert zu Knyphausen &

Kid Kopphausen Band

Es sollte eine Kooperation auf Dauer sein.

Und es passte, als Melancholiker Gisbert zu

Knyphausen und Krautrocker Nils Koppruch

2012 ihr Album aufnahmen. Noch im selben

Jahr starb Koppruch aber im Alter 47 Jahren.

Sein Partner geht nun mit den Songs auf Tour

– ohne den Freund. Präsent wird der aber auf

jeden Fall sein.

➛➛20.00 Brotfabrik

1/2015 streifzug 31


Kultur

Foto: Friedrich

Songs

von der Kassette

Nur wenige Bands aus der bunten Gießener Musikszene können von sich behaupten, dass

sie seit 20 Jahren bestehen und dass sie ihre ersten Songs noch auf Kassette aufgenommen

haben. Die Jungs von Shadowpainter können das. Sabine Glinke hat vor dem Konzert am

31. Januar im Ulenspiegel mit der Grunge-Band im Archiv gestöbert.

Es ist ein dicker Aktenordner, den Sascha

Bücher gemeinsam mit seiner Frau

Rebekka zusammengetragen und gefüllt

hat. Und dieser Ordner erzählt eine

Geschichte – die Geschichte der Gießener

Band »Shadowpainter«, die im Januar ihr

20-jähriges Bestehen feiert. »Shadowpainter«

haben zwei Jahrzehnte überdauert –

obwohl oder vielleicht gerade weil sie

Musik machen, die alles andere ist als

Mainstream. Die Wurzeln hat das heutige

Trio, das als Duo gestartet war und lange

Zeit auch zu viert unterwegs war, eindeutig

im Grunge, und das ist auch bis heute

unüberhörbar. Doch auch andere Einflüsse

haben sich im Laufe der Jahre in die

Rock-Musik der »Schattenmaler« eingeschlichen:

Mal klingt das punkig, dann

32 streifzug 1/2015


Kultur

wieder ganz schön Emo. Manchmal sind es

auch moderne Strömungen des Metals, die

sich niederschlagen, dann ein wenig Hardcore.

Doch eines ist die Musik sehr häufig:

Irgendwie progressiv. Und so finden sich

auch auf dem jüngsten Werk »Portrait of an

inner landscape« auch lange Titel wie der

Opener »Somber« wieder, der nicht nur

vom Titel her, sondern auch von der Musik

stark an die amerikanischen Progressiv-

Metaller von »Tool« erinnert.

Produziert wurde das Album im Lollarer

»CreaTon«-Studio von Pascal Reinhardt.

Frontmann Sascha Bücher schreit und

grölt sich nunmehr seit zwei Jahrzehnten

mit hoher Intensität und Stimmgewalt den

Frust auf die Welt von der Seele – ein

Rezept, das aufgeht. Denn Konzerte haben

»Shadowpainter« im Laufe der Jahre jede

Menge gespielt, wenn man allein die Flyer

betrachtet, die Bücher in dem dicken

Ordner gesammelt hat.

Den ersten Auftritt hatte die Band im Januar

1996 im Jugendzentrum in Steinbach –

damals noch zu zweit und unter dem

Namen »Trash«. 1995 hatten Sascha

Bücher und Nicholas »Nico« Taylor die

Band gegründet. Beide stammen aus

Steinbach und sind bereits schon

zusammen in die dortige Grundschule

gegangen. Die Idee, zusammen Musik zu

machen, stammt von Bücher, der bereits

seit seinem sechsten Lebensjahr Schlagzeug

gespielt hatte und mit zehn zur

Gitarre wechselte. Taylor spielte bis zur

Bandgründung kein Instrument: »Ich fand

die Idee gut und habe auf dem Schlagzeug

von meinem Opa ein bisschen herumprobiert«,

sagt er heute. Unterricht nahm er

erst später. Denn obwohl auf der Setliste

des ersten Gigs bereits 14 Stücke mit so

prägnanten Titeln wie »Life sucks«, »R.I.P.«

oder auch »Amnesia« standen, war die

Musik doch wenig komplex. »Die Songs

hatten oft einfache Strukturen: Strophe,

Refrain, Strophe«, erinnert sich Taylor. Der

Bandname »Trash« sei damals umso

passender gewesen. Später wechselte die

Band – inspiriert von dem gleichnamigen

Songtitel – zu »Shadowpainter«. Insgesamt

entstanden so 37 Titel allein im ersten Jahr.

Mit Daniel Stange stieß ein Bassist dazu,

der zwei Jahre blieb, außerdem hatte sich

die Band mit Paul Gödde um einen zusätzlichen

Gitarristen erweitert. Irgendwann

wechselte auch die Position am Bass

– Philipp Pfannkuch stieß zur Gruppe, der

den Posten bis heute besetzt. »Im Laufe

der Zeit wurden unsere Stücke deutlich

komplexer«, erinnert sich Taylor. Progressiver

sei die Musik ab den 2000ern geworden

– jener Zeit, in denen »Shadowpainter«

sehr viel auf heimischen Bühnen zu

erleben war. Insgesamt rund 100 Konzerte

hat die Gruppe in den vergangenen Jahren

gespielt. Das Festival »Down the Drain«,

das in mehreren Auflagen im »Jokus« vonstatten

ging, organisierten sie mit einigen

befreundeten Bands und Gästen von weiter

weg. Auf der Best Of-Party des Online-

Bandportals »Hessenrock.de« spielten sie

auf. »Lazy Friend«, »Fate«, »Spleen«,

»Soliloquy« – das sind Bandnamen, die

immer wieder auf den Flyern aus dieser

Zeit auftauchen und Szenegängern noch

ein Begriff sein dürften. Außer »Shadowpainter«

und »Soliloquy«, die kürzlich

auch wieder den Weg nach Mittelhessen

fanden, gibt es keine mehr davon. Umso

mehr dürften sich die Fans von früher freuen,

dass das Trio – Paul Gödde stieg vor

etlichen Jahren aus – immer noch da ist.

Und auf »Portrait of an inner landscape«

nähern sie sich auch den Strukturen von

früher wieder an – allerdings an den

Instrumenten und im Songwriting deutlich

gereift. Aus den Anfangstagen werden sie

beim Jubiläumskonzert, das ein zweistündiges

Set umfassen soll, auch nur einen Titel

spielen. »Wir können aus der früheren Zeit

gar nichts vorspielen«, entschuldigt sich die

Band, doch Taylor fügt grinsend hinzu:

»Das ist wohl auch besser so.« Dennoch

wurde das Jubiläums-Set aus einem Fundus

von über 100 Eigenkompositionen zusammengestellt

und umfasst alle Schaffensperioden

der Gruppe.

Mehrere Veröffentlichungen hat die Band,

die seit jeher ohne Label agiert, im Laufe

der Zeit gemacht – als »Trash« veröffentlichten

sie zwei Kassetten. Es folgten verschiedene

EPs, die in Eigenregie entstanden.

»Wir haben immer selbst aufgenommen,

das aber nie so ganz toll hingekriegt«,

sagt Taylor. »Wir sind keine Tontechniker«.

2009 folgte dann mit dem

selbst betitelten Album ein »echtes«

Album. In Herborn-Burg zog die Band im

Mai 2008 zusammen mit Tontechniker

Kai-Steffen Müller (»Mikroboy«) für eine

Woche in eine leer stehende Villa und

nahm eine CD auf. »Das war wie Urlaub

– mit Grillen, übernachten, aufnehmen«,

erinnern sich die Musiker heute. 2012

folgte dann der Sprung ins professionelle

Tonstudio. Für alle drei Musiker ist die

Band trotzdem Hobby geblieben. Ihr

Bühnenjubiläum feiern sie am 31. Januar

mit dem Konzert im Ulenspiegel

(20.30 Uhr/Eintritt 5 Euro). Mit dabei sind

außerdem »Emily’s Giant«, »Anonymos«

(neues Projekt vom ehemaligen »Lazy

Friend«-Frontmann Alex Gernert) und

»Genuar«.

Sabine Glinke

Premieren im

Theater

Wir lieben und wissen nichts

Schauspiel. 9. Januar, 20 Uhr, taT

Die toughe Karrierefrau Hannah muss

beruflich für einige Monate nach Zürich.

Ihrem Freund Sebastian geht das ewige

Umziehen immer mehr auf die Nerven.

Hannah verabredet per Internet einen

Wohnungstausch. Als das Züricher Paar

zu früh eintrifft, entladen sich lang angestaute

Spannungen in einem explosiven

Showdown. Moritz Rinke lässt moderne

Großstädter aufeinandertreffen, die erkennen

müssen, dass das Karrierestreben

ihr Liebesleben bestimmt und zum Versiegen

bringt. Wir lieben und wissen

nichts ist eine tiefgründige Komödie mit

geschliffenen Dialogen: melancholisch,

traurig und zugleich sehr witzig. Weitere

Vorstellungen: 17. Januar, 7. und 27.

Februar.

Der goldene Drache

Schauspiel. 10. Januar, 19.30 Uhr

Im asiatischen Schnellimbiss »Der goldene

Drache« rauschen die fremden Bewohner

eines Mehrfamilienhauses aneinander

vorbei. Von den Sorgen der

Nachbarn, von den Abgründen, die sich

hinter den Wohnungstüren verbergen,

wissen sie nichts. Da sind die illegal eingewanderten

asiatischen Köche im Restaurant.

Da ist das Paar im Dachgeschoss,

dessen Lebensplanung zerbricht

als sie ungewollt schwanger wird. Da ist

der unheimliche Lebensmittelhändler

Hans. Ein poetisches, brutales, rätselhaftes

und berührendes Schauspiel über die

dunklen Seiten der globalisierten Welt.

Weitere Vorstellungen: 23. Januar, 7. Februar,

1., 15. und 28. März, 17. April.

Linda Di Chamounix

Oper. 31. Januar, 19.30 Uhr

Mit der Wiener Uraufführung gelang

dem italienischen Komponisten Gaetano

Donizetti ein Sensationserfolg. Eine tragische

Liebesgeschichte, hinreißend

schöne Melodien und eine Titelheldin,

die vor Kummer den Verstand verliert,

sind die Ingredienzien für eine spektakuläre

Belcanto-Oper. Mit dieser großen

Choroper setzt das Stadttheater seine

hochgelobte Aufführungsreihe unbekannter

Opern des 19. Jahrhunderts fort.

1/2015 streifzug 33


Leute

Fotos: bf

Mr. Miss-Wahl

Viele Männer dürften neidisch sein auf William Balser. Schließlich wimmelt es dort, wo sich

der Wettenberger aufhält, oft von hübschen Frauen. Doch was nach Vergnügen aussieht, ist

für den 57-Jährigen Teil des Jobs: Balser betreibt eine Agentur für Schönheitswettbewerbe.

Über »Euromodel« richtet William Balser

auf Mallorca Model-Camps aus und veranstaltet

seit 1991 für die »Miss Germany

Corporation« Miss-Wahlen unter anderem

in Gießen. Am 3. Januar ist es wieder

soweit: In der Galerie Neustädter Tor lädt

er zur Miss-Hessen-Wahl. Für Veranstaltungen

wie die »Miss Globe«, die jüngst

mit zwei Kandidatinnen aus Mittelhessen

über die Bühne ging, wählt der Wettenberger

Kandidatinnen aus und schickt sie

als Bewerberinnen ins Rennen. Oft ist er

dann auch als Betreuer mit ihnen unterwegs,

besucht Fernsehformate wie

»TV Total« oder das Frühstücksfernsehen.

Während regional bekannte Missen wie

Sarah Stroh aus Wißmar von Balser

entdeckt und gefördert wurden, verbuchte

er seinen größten Erfolg 2010 mit der

Gießener Studentin Sarah Elzanowski: Sie

wurde »Miss Tourism International« bei

einer weltweiten Wahl in Malaysia. Einige

Formate hat Balser sogar erfunden und

entwickelt. Besuche bei Fernsehformaten

wie »Let’s Dance« oder dem »ZDF-Fernsehgarten«

runden das Spektrum ab, denn

Balser ist neben alledem auch noch Fotograf,

Society-Reporter und Filmemacher.

Models und Missen aus seiner Kartei

werden auch schon mal von Mode-

Designern wie Harald Glööckler für den

Laufsteg gebucht.

Dabei kommt Balser beruflich ursprünglich

aus einem ganz anderen Sektor. Ende

der 1970er Jahre absolvierte er zunächst

eine Ausbildung beim Finanzamt, drei

34 streifzug 1/2015


Leute

Jahre später arbeitete er als Fotofachverkäufer

und landete schließlich bei der

Berufsfeuerwehr. Für die US-Army wirkte

er zunächst in Hanau, dann in Gießen.

Dort war Balser Leiter des Control-Centers

– zu seinen Aufgaben gehörte es, Notrufe

entgegenzunehmen und diese mit Feuerwehr,

Ambulanz und Militärpolizei zu

koordinieren. Durch die dortige Struktur

mit 24-Stunden-Diensten und daraus resultierenden

freien Tagen hatte er genug

Zeit, sich noch mit anderen Dingen zu

beschäftigen. »Während diesen Diensten

hat man oft viele ruhige

Phasen, die man sich

ausgestalten konnte, wie

man wollte«, erinnert er

sich. Während manche

Kollegen etwa an Autos

schraubten, kaufte sich Balser einen PC

und schulte sich selbst in Grafikdesign.

»Ich bin ein Selfmademan«, sagt er heute.

So kam er auch zur Fotografie – nach einem

Praktikum bei einem Fotografen beschäftigte

er sich weiter damit, heute ist er

ein gefragter Fotograf im Modebereich.

Die Liste der Prominenten, die er vor der

Linse hatte, ist lang: Nena, Heidi Klum,

Roland Emmerich, Franz Beckenbauer

oder auch George Clooney hatte er bereits

vor der Linse. Geld verdient Balser aber

hauptsächlich mit dem Verkaufen von

Miss-Wahlen oder Modenschauen, wie er

sie häufig in Einkaufszentren ausrichtet.

Freie Wochenenden gibt es da kaum.

Unterstützt wird er bei seinen Ausflügen in

die Promiwelt oft von seiner langjährigen

Lebensgefährtin Liane Wirzberger, Radiomoderatorin

aus Aschaffenburg. Gemeinsam

saßen die beiden 2014 auch in der Jury

von »Österreichs Next Topmodel«.

Zusammen mit ÖNTM-Macher Dominik

Wachta arbeitet Balser derzeit an einem

neuen Format.

In die Missen-Branche kam Balser eher

zufällig. Seine ersten Jobs als Werbegrafiker

und -manager hatte er in Thüringen

– nicht nur für die dortige Frischeierindustrie,

sondern auch für die Mode -

branche.

So wurde William Balser auf die damalige

Miss-DDR-Wahl aufmerksam. Bei der

Veranstaltung kam er mit den Verantwortlichen

der »Miss Germany Corporation« in

Kontakt, mit denen er

bis heute eng zusammenarbeitet.

»Ich habe

Dank Balser läuft

Heidi Klum in Gießen

gefragt, ob ich in meiner

Heimat Gießen eine

Wahl machen darf«, erinnert

er sich – und er durfte.

1991 ging – damals noch unter anderem

Namen – die erste Miss-Gießen-Wahl

über die Bühne. Für die zweite Auflage

verpflichtete Balser Heidi Klum. Das heutige

Supermodel hatte damals gerade bei

Thomas Gottschalk den TV-Wettbewerb

»Model of the Year 92« gewonnen. »Ich

bin stolz, dass sie bei mir eine ihrer ersten

Modenschauen gelaufen ist«, sagt Balser

und fügt an: »Heute wäre das unbezahlbar.«

Zu seinem Geschäftsmodell zählen auch

die Model-Camps auf der Ferieninsel Mallorca.

Einmal im Jahr mietet sich Balser mit

einem Team aus Models, Choreografen,

Fotografen und Stylisten für zehn Tage in

einer Finca ein. Neben Catwalk-Training

gibt es dann auch zahlreiche Fotoshootings,

deren Ergebnisse tatsächlich

oftmals beeindruckend sind.

Sabine Glinke

Miss Hessen

Die Miss-Hessen-Wahl am Samstag,

3. Januar, in der Galerie Neustädter Tor

beginnt um 16.30 Uhr.

Neben zwei Wertungsdurchgängen,

die von einer fachkundigen Jury

bewertet werden, gibt es vorab ab

14 Uhr wieder ein Rahmenprogramm,

unter anderem mit einer Brautmodenschau.

Als Jury-Mitglied hat bereits

der »DSDS«-Teilnehmer und

»Dschungelkönig« Joey Heindle sein

Kommen zugesagt.

Die Siegerehrung findet gegen

19.30 Uhr statt.

1/2015 streifzug 35


Foto: Schepp

Die Neue

Seit einem Monat ist Susanne Kraus nun Kanzlerin der

Justus-Liebig-Universität. Als erste Frau im Amt. Im Interview

mit dem streifzug erinnert sich die Rechtswissenschaftlerin

an ihr Studentenleben, gibt einen Einblick in ihren Arbeitsalltag

und verrät, wie sie sich vom Stress erholt

Sie haben 1983 angefangen, Rechtswissenschaften

zu studieren. Warum

SK: Ganz offen gesagt waren die Naturwissenschaften

nicht so richtig mein Ding. Lehrerin wollte

ich auch nicht werden. Meine Präferenz lag

eher im Sozialbereich. Rechtswissenschaft war

aber auf keinen Fall eine Notlösung: Gerechtigkeit

hat für mich immer eine große Rolle gespielt.

Hatten Sie einen Berufswunsch

SK: Nicht ganz konkret. Natürlich habe ich in

den ersten Semestern an die klassischen Berufe

einer Juristin gedacht: Rechtsanwältin, Staatsanwältin

oder eben Richterin. Dass ich später in eine

andere Richtung gegangen bin, hing auch damit

zusammen, dass die Stellen nicht so breit

gesät waren.


Wie war das Studentenleben

SK: Insofern war es nicht klassisch, als dass

ich nicht in eine fremde Stadt kam und dort

in einer WG gewohnt habe. Ich komme

aus Lollar und habe hier studiert. Natürlich

haben wir uns aber abends getroffen. Die

Ludwigstraße war damals noch etwas belebter

als heute. Früher war es in der

Rechtswissenschaft auch noch nicht so,

dass man in dem Maße wie heute institutionalisiert

auf das Examen vorbereitet wurde.

Daher haben wir uns beim Lernen für

das Examen viel selbst organisiert.

Gibt es bestimmte Orte, die Sie mit dieser

Zeit verbinden

SK: Den Campus der Rechtswissenschaft

mit dem vielen Grün drum herum. Es ist

wohl einer der schönsten, den die Justus-

Liebig-Universität hat. Aber auch die UB

gehört zu diesen Orten. Da ging morgens

immer der Sturm auf die Gruppenarbeitsräume

los: Wer bekommt welchen Raum

für den jeweiligen Tag

Nach dem Referendariat haben Sie beim

Regierungspräsidium Darmstadt gearbeitet,

bevor Sie dann aber wieder nach Gießen

zurückkamen. Was hat Sie wieder

angezogen

SK: Es waren private Gründe, die mich haben

zurückkomen lassen. Aber die Rückkehr

nach Gießen war ein Glücksfall, denn

die Justus-Liebig-Universität gab mir einen

Traumarbeitsplatz.

geklärt wird. Dafür dauern die Telefongespräche

nun länger. Es handelt sich aber oft

um die gleichen Personen wie vorher, mit

denen ich zu tun habe.

Werden Sie von den Kollegen anders

behandelt

SK: Nein, eigentlich nicht. Das wäre auch

schade, und das würde mir zu denken

geben.

Dr. Michael Breitbach als Ihr Vorgänger

war 20 Jahre im Amt. War die Übergabe so

kompliziert wie man sich das vorstellt

SK: Überhaupt nicht. Es stand schließlich

schon seit einem Jahr fest, dass ich Kanzlerin

der Justus-Liebig-Universität werde. Seit

ich hier angefangen habe, kenne ich Dr.

Michael Breitbach, er war ein Mentor für

mich. In den vergangenen Monaten hat er

mich noch mehr eingebunden, als er das

zuvor in bestimmten Bereichen schon getan

hatte. Ich habe bereits in diesem Jahr

an vielen Terminen, die in die Zuständigkeit

des Kanzlers fielen, teilgenommen.

Das bedeutete zwar viele zusätzliche Termine,

war aber letztlich ein Glücksfall für

mich.

Welche drei großen Themen werden Sie

während Ihrer Amtszeit bis 2020 angehen

SK: Natürlich stehen derzeit die Verhandlungen

zum Hessischen Hochschulpakt

von 2016 bis 2020 im Mittelpunkt, in dem

es um die finanziellen Rahmenbedingungen

der nächsten fünf Jahre geht. Diese

werden im Februar abgeschlossen sein, so

die derzeitige Planung. Wir hoffen, dass die

Justus-Liebig-Universität danach finanziell

besser dasteht als im Moment. Es wird darum

gehen, den enormen Aufwuchs der Studierenden

zu bewältigen. Die Baumaßnahmen

des Landes werden ein weiteres

großes Thema in den nächsten Jahren sein.

Auch das Thema Personalentwicklung, und

zwar in allen Bereichen, wird die Universität

angehen müssen. Wenn ich noch ein

viertes großes Thema nennen darf, das mit

sehr wichtig ist, ist das die Entwicklung der

Medizin. Da gilt es weiterhin für ein gedeihliches

Miteinander zwischen der Justus-Liebig-Universität

und dem Klinikum zu

sorgen, zum Wohle beider Einrichtungen.

Haben Sie bei all der Arbeit noch Freizeit

SK: Im Moment sehr wenig, weil auch die

Wochenenden mit Arbeit gefüllt sind. Ich

versuche aber konsequent drauf zu

achten, dass ich zweimal pro Woche

schwimmen gehe. Das mache ich dann

früh am Morgen. Auch Laufen ist wichtig

zum Ausgleich.

Als Studentin traf man Sie in der Ludwigstraße.

Wo trifft man sie heute

SK: Zumindest am Wochenende versuche

ich, mir regelmäßig etwas Kulturelles zu

gönnen. Ich gehe gerne in das Stadttheater,

das mit seinen Inszenierungen etwas ganz

Besonderes für Gießen ist. Florian Dörr

Inwiefern

SK: Die Tätigkeit in der Rechtsabteilung in

einer Universität ist sehr abwechslungsreich,

weil man mit ganz unterschiedlichen

Rechtsgebieten zu tun hat. Beim Regierungspräsidium

Darmstadt war ich in einem

bestimmten Dezernat und hatte ein

Rechtsgebiet zu bearbeiten. Gewerbeaufsicht

in meinem Fall. Da kann man zwar

tiefer einsteigen, aber mir fehlte die Breite.

Außerdem ist eine Universität ein sehr lebendiger

Arbeitsplatz, man hat mit sehr

vielen jungen Menschen zu tun.

Nun haben Sie die ersten Wochen als

Kanzlerin schon hinter sich.

SK: Ja, es ist eine ganz andere Arbeit. In der

Rechtsabteilung hatte ich für jeden Fall eine

Akte. Als Kanzlerin habe ich weniger

Akten, aber mit noch mehr Themen gleichzeitig

zu tun, wie zum Beispiel Bausachen,

Haushaltsangelegenheiten und Personal.

Dazu kommen natürlich viele Sitzungen,

oft auch in Wiesbaden. Telefonate sind eher

weniger geworden, weil vieles vorher

durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Was macht

der Kanzler einer Hochschule

In Deutschland ist der Kanzler einer

Hochschule der Leiter der Verwaltung

und Mitglied des Präsidiums. Er ist

Dienstvorgesetzter des nicht wissenschaftlichen

Personals und zuständig für

den Haushalt, die Liegenschaften sowie

für Rechts- und sonstige Verwaltungsaufgaben.

Susanne Kraus, die 1964 in Gießen

geboren wurde, hat das Amt an der

Justus-Liebig-Universität seit dem 1. Dezember

inne. Ihr Vorgänger, Dr. Michael

Breitbach, sagte einst über die Aufgaben

des Kanzlers, dass seine Mannschaft und

er zum »Bodenpersonal« gehörten, die

Start und Landung der Wissenschaftler ermöglichen

müssten. Prof. Joybrato Mukherjee

fand das Bild des »Libero«, der

das Spielfeld der Wissenschaft mit seiner

Verwaltung nach hinten absichert. Historisch

ist der Kanzler der Vertreter des Kaisers

oder des Papstes, der die Universität

gestiftet oder ihre Errichtung genehmigt

hat. Später dann auch der Vertreter des

Landesherren oder der Staatsregierung.

Susanne Kraus verfügt über jahrelange Erfahrungen

im Bereich der Hochschulmedizin

und hat die Kooperation der Justus-

Liebig-Universität mit der

Philipps-Universität Marburg sowie dem

Universitätsklinikum Gießen und Marburg

von Anfang an fachlich begleitet. Im

Rahmen ihrer Antrittsrede sprach sie davon,

in ihrem neuen Amt Wissenschaft

»ermöglichen« zu wollen.

bf

1/2015 streifzug 37


BMX

mit 117 PS

Fotos: Lademann

Sprichwörtlich gesehen hat Michael »Mike« Thomas aus Wettenberg-Wißmar fast immer

ordentlich Power unterm Hintern. »Gib Gummi!« bekommt bei ihm eine ganz neue

Bedeutung, denn da, wo Mike unterwegs ist, kann man Gummi sehen – und meistens auch

riechen. Thomas ist leidenschaftlicher Stunt-Motorradfahrer und verbringt fast jede

freie Minute mit seinem »Baby«. Eine Yamaha R6 mit 600 Kubik und 117 PS.

»Mein Baby gehört zu mir« – der wohl

bekannteste Spruch aus »Dirty Dancing«

passt auch auf Mike Thomas und seiner

Maschine. Wie alle Stuntbiker geht er mit

seinem Motorrad eine wahre Symbiose ein,

auf dem Platz verschmelzen beide zu einer

Einheit. Denn um die Yamaha – aufgrund der

ganzen Umbauten, die der 28-Jährige an seinem

Bike vorgenommen hat, ohnehin ein

Unikat – ganz individuell zu gestalten, musste

er sich kürzlich für eine Weile von ihr

trennen. Das Motorrad wird derzeit komplett

neu gestaltet, bekommt neue

Käfige, frischen Lack und ein ganz besonderes

und individuelles Airbrush-Design. Wie

das aussehen wird, möchte der smarte Gießener,

der seine ersten Lebensjahre in Chicago

verbracht hat, aber nicht verraten. »Das

wird etwas ganz Besonderes, in Kürze will

ich das in einem Video anteasern«. Für das

Design zeichnet der Gießener Tätowierer

und Airbrush-Künstler Donovan Taylor

verantwortlich.

Seit etwa zweieinhalb Jahren fährt Mike Thomas

Stuntmotorrad – und verzichtet seitdem

auf seine Yamaha als regulären fahrbaren

Untersatz. Denn: Um Show-Stunts ausführen

zu können, sind einige Umbauten nötig, die

eine Straßenzulassung aber unmöglich machen.

Also bringt Thomas sein Bike mit einem

Van von A nach B. Auf ein zweites Motorrad

mit Straßenzulassung verzichtet er,

denn das Hobby ist nicht nur zeitaufwendig,

sondern auch kostspielig. »Es gibt nichts von

der Stange zu kaufen«, sagt er. Da müsse

man eben selber ran und sich ausprobieren.

Den Tank seiner Maschine hat er mit einem

Hammer flach geklopft und dann aus Scheibenkleber

eine Sitzfläche modelliert. Die

braucht man für diverse Tricks. »Der Scheibenkleber

gibt einen prima Grip«, erklärt der

Sohn einer Deutschen und eines Amerikaners.

Zweiräder reizen ihn seit jeher – sobald

er alt genug war, machte er den Mofa-Führerschein

und kann sich seitdem ein Leben

ohne Zweirad nicht vorstellen.

Beim Stuntmotorradfahren geht es darum,

mit seiner Maschine verschiedene Tricks auszuführen

– es ist ein Showsport. Fahren auf

einem Rad, Driften oder »Turnübungen« auf

der Maschine, die oft stark ans Voltigieren

38 streifzug 1/2015


SpoRtweLt

erinnern, sind nur einzelne Beispiele. Die

Tricks stammen oftmals aus dem BMX-Sport.

Der Sport verlangt dem Fahrer nicht nur

einen guten Gleichgewichtssinn ab und die

totale Beherrschung seiner Maschine, sondern

auch Geduld. Denn bis ein Trick sitzt,

muss man ihn oft üben. Manchmal mehrere

Hundert Mal. »Ich gehöre zu den vorsichtigen

Fahrern«, sagt Mike Thomas, »ich

probiere lieber ein paar Mal mehr aus, bevor

etwas passiert«. Eine Herangehensweise, die

ihm bislang schwerwiegende Verletzungen

und teure Schäden an seinem Motorrad

erspart haben. Das Geld kann er besser für

Reifen gebrauchen: Thomas lagert mehrere

Sätze davon. »Der Abrieb ist enorm«, sagt er.

Kein Wunder, denn bei einigen Tricks gehört

es dazu, dass es ordentlich quietscht und

qualmt.

Er selbst sieht sich zwar als »Frischling« in

der in Deutschland insgesamt recht jungen

Stuntbiker-Szene, doch bereits in seiner

kurzen aktiven Zeit konnte »Breezy Rsixx«

– so sein »Fahrername« – schon so manchen

Erfolg für sich verbuchen. Bei den

»German Stuntdays« in Zerbst in Sachsen-

Anhalt konnte er schon mehrfach Platzierungen

erreichen. Dafür trainiert er unermüdlich:

Mindestens zweimal pro Woche

ist er mit seiner Maschine auf dem Platz

unterwegs. Üben darf er aufgrund der

fehlenden TÜV-Zulassung auch nur auf

Privatgelände. Neben einem Firmengelände

in Fernwald-Steinbach nutzt er den Fahrschul-Übungsplatz

in Gießen-West. An

freien Wochenenden reist er auch mal ins

Ausland, denn in Polen, Frankreich oder

Belgien ist die Szene aktiver als in Deutschland

und es gibt mehr Trainingsplätze. Ab

der nächsten Saison sollen auch noch

Trainingseinheiten auf dem Hockenheimring

dazukommen. Überhaupt hat er für

das Jahr 2015 schon viel geplant: Neben

den »German Stuntdays« in Zerbst und

zum dortigen »Ride of the Year« will er zum

Stunt GP nach Polen, außerdem zu einem

Contest nach Bulgarien. Schon im Februar

steht ein Stuntcontest in Frankreich auf dem

Programm. Außerdem fährt Mike Thomas

Stuntshows – auf Firmenfeiern, Geburtstagen

und Hochzeiten. Damit finanziert er

sich sein Hobby.

Sabine Glinke

Stuntmotoradfahren ...

... ist in Deutschland ein noch recht

unbekannter Sport mit einer nur

kleinen Szene. Entstanden ist der Sport

in England, weiterentwickelt hat sich

das Ganze aber in Amerika. Zum

Stuntfahren braucht man ein umgebautes

Motorrad – neben einer geänderten

Übersetzung benötigt man

einen zusätzlichen Bremshebel für das

Hinterrad und einen Käfig, der als

seitliche Stütze und als Abschirmung

dient. Standflächen hinter dem Sitz

und auf dem Tank gehören ebenfalls

zur Ausstattung, die sich die Fahrer

meist individuell zusammenbauen, da

es keine »Stangenware« gibt und

individuelles Design großgeschrieben

wird. Beim Stuntmotorrad geht es

darum, mit dem Motorrad Kunststücke,

sogenannte Tricks, auszuführen, die

meistens dem BMX-Sport entlehnt sind

und englische Namen haben.

46ers@home

Die Gießen 46ers starten zum Jahresanfang

2015 nach einer kurzen Winterpause

in die Rückrunde der zweiten

Basketball-Bundesliga ProA. Zuerst

steht am 3. Januar ein Auswärtsspiel

bei den Chemnitz 99ers an, ehe die

Partie gegen die Kirchheim Knights am

11. Januar das erste Heimspiel des

Jahres markiert: Mit den Schwaben

haben Yorman Polas Bartolo (Foto) und

seine Teamkollegen noch eine Rechnung

offen, unterlagen die 46ers doch

im Oktober mit 72:77.

Sechs Tage später duellieren sich die

Gießener dann mit den Rockets Gotha.

Erst Mitte Dezember gaben die Mittelhessen

ihre Visitenkarte in der Halle

der Thüringer ab, wo sie sich nach einem

packenden Duell in der letzten

Sekunde mit 61:59 durchsetzen konnten

und den zweiten Tabellenplatz

sicherten. Den Ausklang findet der

Januar in zwei Auswärtsspielen,

zunächst an der Nordseeküste bei

Abstiegskandidat Cuxhaven BasCats

(21. Januar), bevor es am 31. Januar ins

Ruhrgebiet zum direkten Konkurrenten

ETB Baskets Essen geht.

1/2015 streifzug 39


Brad Shaws KolumNE

Brad Shaw schreibt exklusiv Kolumnen

für den streifzug. Normalerweise veröffentlicht

der Journalist sie im Netz auf

www.bradsticks.com. Sein Blog befasst

sich mit Lifestyle, Fashion, Musik, Promis

und Kultur – und immer wieder mit

der Suche nach Mr. und Mrs. Right.

Blickrichtung

Und da stand ich wieder. An derselben Stelle,

unter denselben Bäumen, über derselben Stadt,

die sich vor mir ausbreitete wie ein

funkelnder Teppich, ein Meer aus bunten

Lichtern. Ich folgte ihnen. Mit den Augen durch

dicht bebaute Boulevards, über prächtige Plätze

weiter an tiefen Häuserschluchten entlang.

Schnell zerstreute sich mein Blick in alle

Himmelsrichtungen. Rastlos und doch nach

Ruhe suchend.

Hin und wieder hielt ich inne und erinnerte

mich. An Sackgassen, an Irrwege, aber immer

auch an Inseln, die ich gefunden hatte. Auf

meiner Reise durch den Strom. Des Alltags

vielleicht, den Strom von Menschen, den Strom

an Möglichkeiten. Jetzt stauten sich all diese

Erlebnisse vor meinen Augen auf einer überschaubaren

Fläche, die irgendwo am Horizont

im Nebel unterging. Der silberne Schleier, der

sich abends gern über diese Stadt legt und sie

trübt, der trügt, weil der Horizont keine Begrenzung

hat, nur unser Sichtfeld.

Ein Jahr etwa war vergangen, seit ich zum

letzten Mal hier oben war. Wahrscheinlich an

einem ähnlichen Abend, an dem der Wind den

kalten Regen genauso schonungslos gegen mein

Gesicht gepeitscht hatte wie gerade, an dem die

Wellen weit unten ebenso gewaltig gegen die

Befestigungen am Ufer geprallt waren, an dem

ich ebenso fest davon überzeugt gewesen war,

Wechsel in der Luft zu spüren. Sicherlich sogar.

Definitiv war es ein Tag irgendwo

zwischen dem alten und dem neuen Jahr.

Wenn wir zurückschauen, dann ist unser Blick

oft verklärt. Wie der Blick von oben auf eine

Stadt. Aus einer Distanz, die es uns leicht

macht, nur noch die großen Fixpunkte zu

sehen. Die Leuchttürme, die Meilensteine, die

großen Arenen, in denen wir unsere ganz

persönlichen Kämpfe ausgetragen haben.

Manchmal mit gutem, manchmal mit schlechtem

Ende, aber immer mit großen Erwartungen.

Und während mein Blick weiter wahllos durch

den Strom watete, wurde mir klar, dass es gar

nicht diese Orte waren, die das Leben im vergangenen

Jahr bestimmt hatten.

Ich fokussierte und zoomte mich mitten in die

Stadt hinein, versuchte angestrengt, meine

Straße auszumachen, mein Haus, meine

Wohnung. Schließlich schloss ich die Augen.

Augenblicklich klärte sich mein Blick. Es waren

nicht die großen Erfolge, die mich hierher

gebracht hatten. An diesen Punkt meines

Lebens, auch nicht an den Aussichtspunkt hoch

über der Stadt, an dem ich die letzten Monate

noch einmal Revue passieren lassen wollte.

Einfach um sicher zu sein, dass mehr als Schein

geblieben war, mehr als bunte Lichter und Silberglanz.

Von diesem Jahr.

Nein, es waren die scheinbar unscheinbaren

Momente, die mir Aufwind gegeben hatten,

vielleicht den Aufwind, den es brauchte, um

wieder hoch auf diesen Punkt zu kommen, an

dem wir uns nicht mehr scheuen, nach unten

oder nach hinten zu schauen. Weil wir endlich

klar sehen.

Wenn wir genau darüber nachdenken, bleibt

von einem Jahr immer mehr übrig als Aufstiege

auf Karriereleitern, in Hierarchien oder in neue

Status. Highlights, die wir gern vor anderen

ausbreiten wie die Stadt ihre frohlockenden

Lichter – an genau dem Punkt, an dem wir oben

ankommen.

Ganz im Gegenteil. Oft sind die kleinen

Momente die wirklich großen. Klein – gemessen

am Lauf der Welt, an der Wahrnehmung aus

unserem Umfeld. Groß aber gemessen am

Effekt, die sie auf uns haben. Manchmal genau

an dem Punkt, an dem wir ganz unten sind. Ich

hielt die Augen geschlossen und lenkte meinen

Blick nach Osten. Durch die langen Straßen vor

mein Haus, hoch in den ersten Stock zu meinem

Wohnzimmerfenster, wo er an der Scheibe

kleben blieb.

Vielleicht hatte ich hier die wirklich wichtigen

Momente des letzten Jahres verbracht, die wirklich

weitreichenden Entscheidungen getroffen.

Wahrscheinlich habe ich hier sogar die wenigen

wirklich ungetrübten Glücks momente erlebt.

Kuschelnd auf der Couch, bei einem Kaffee mit

Kumpels oder ganz allein mit Rotwein und

Céline Dion. Momente, die mich für einen

Moment aus dem Strom nahmen, Momenten, in

denen ich wieder auf laden konnte.

Nein, wenn ich später auf das Jahr zurückschaue,

dann werde ich nicht an die Verträge

denken, die ich unterschrieben, nicht an die

Höhenflüge, die ich hingelegt, nicht an die

Meilensteine, die ich gemeistert habe. Vor allem

werde ich an die Tiefpunkte denken – und die

wertvollen Momente, in denen ich verstand,

dass es immer die Menschen sind, die ein Jahr

so besonders machen. Nicht die Vormachtstellungen.

Die Menschen, die mir die Hand

reichten, wenn ich nicht allein aufstehe konnte,

die mich ins Bett brachten, wenn ich vor

Erschöpfung nicht schlafen konnte, in deren

Armen ich morgens aufwachte, wenn ich mich

an jemandem festhalten musste.

All das sah ich durch mein Wohnzimmerfenster,

dessen Türen zum Schlaf- und Arbeitszimmer

weit geöffnet waren. Und ich sah mich. Mit

Menschen, die ich liebe. Zwischen Chipstüten

und Bierdosen, zwischen Entwürfen und Skripten,

zwischen schnell ausgezogenen Kleidungsstücken

und langsam abgebrannten Kerzen.

Da wurde der Lärm der Boulevards zu lautem

Lachen, das Rauschen der Wellen zu angeregten

Gesprächen und der Regen in meinem

Gesicht zu Tränen, die ich geweint hatte. Viele

vor Freude, manche in Trauer. Tiefe Trauer um

scheinbar triviale Dinge: die SMS, auf die keine

Antwort kam, die Lieblingstasse, die auf dem

Boden zerschellte, der Freund, der in die Ferne

zog.

So zogen meine Gedanken vorbei durch das

leere Wohnzimmer. Plötzlich wusste ich, dass

alles, was im Jahr 2014 geschehen war, immer

nur dann zählte, wenn es sich nicht in Zahlen

ausdrücken ließ. In Summen, Setzlisten und

Superlativen. Denn die großen Individualerfolge

folgen meist auf harte Arbeit. Aber Glück lässt

sich weder auszahlen, noch erringen. Es lässt

sich nur schenken.

Wenn ich recht überlege, war mein schönster

Tag des letzten Jahres eine Nacht. Nicht diese

Nacht, aber eine, in der ich ganz wie von selbst

gekommen bin. Fast in Trance wie auf diesen

Aussichtspunkt. Denn die wahren Höhepunkte

bleiben für den Strom da draußen verborgen,

weil sie sich meist in unscheinbaren Zimmern

abspielen. Wie das, durch dessen Scheibe ich

gerade blickte. Aus einer Distanz, die sie

vielleicht noch gewaltiger machte. Zumindest

größer als all das, von dem die anderen sagen,

es zähle im Leben.

Doch wenn sie ganz ehrlich sind, messen sie

weder ihr Jahr, noch sich selbst an den offenkundig

herausragenden Highlights. Vielmehr an

mitunter kleinen Glücksmomenten, die zusammen

mehr Strahlkraft haben als alle Lichter

einer Stadt. Weil sie dem Schein ein Sein

einhauchen. Immer dann, wenn Menschen da

sind, mit denen wir sie teilen, denen wir sie

schenken. Die Leute sagen, wir sollen immer

nach vorn sehen, nie nach hinten.

Ich glaube, sie irren sich.

Brad Shaw

40 streifzug 1/2015


Mediathek

Hinweis zur perfekten Zeit

Oft kommt die Erinnerung, was man eigentlich klären

wollte, beim Auflegen. Das kennen auch die Macher

von bytNotes. Ihre unspektakulär daherkommende App

macht es möglich, kurze Texte mit Kontakten im Telefonbuch

zu verknüpfen. Sobald dann die Nummer eines solchen

Kontakts gewählt wird oder eben jener anruft, poppt die vorher

geschriebene Erinnerungshilfe auf dem Display auf. Ein zusätzliches

Feature erlaubt es außerdem, den Geburtstag eines Kontakts

aufpoppen zu lassen, wenn eben jener am anderen Ende der Leitung

ist. Die Idee dahinter: Kaum etwas ist unangenehmer, als mit

einem Geburtstagskind zu sprechen und erst hinterher zu merken,

dass man dem Gegenüber ja

eigentlich auch hätte gratulieren

sollen. So ist bytNotes eine im

Prinzip unfassbar einfachg gestrickte

App, die aufgrund der Idee ihrer

Macher einen großen Nutzwert

mich sich bringt. Für 0,79 Euro ist

man dabei. Die Erinnerungsstütze,

die just im richtigen Moment auf

dem Display erscheint, gibt es für

iOS und Android.

fd

Dies ist kein Soloalbum

Nora Tschirner ist ein Glücksfall für ihre Band: Sie

spielt Gitarre und Xylofon, Bass und Hackbrett. Manchmal

singt die Schauspielerin auch und rührt natürlich die

Werbetrommel. Nora Tschirner ist aber auch ein Problem

für ihre Band und deren Wahrnehmung: Denn wegen ihr

ist Prag keine Band wie jede andere, sondern Nora

Tschirner und zwei andere. Erik Lautenschläger und Tom

Krimi heißen die und sind sehr begabte Musiker. Nach

»Premiere« kommt nun mit »Kein Abschied« das zweite

Album. Lyrisch verspielt erinnern Prag ein wenig an die

späten, kaum mehr schrammeligen Tocotronic. Nur geht das Trio

noch einen Schritt weiter: Die Orchestrierung

ist auf der neuen Platte,

die poppiger und eingängiger daherkommt

als der Vorgänger, ist fast

schon überbordend. Songs wie »Halt

die Luft an« seien beispielhaft und

lobend erwähnt. Nora Tschirner mag

Glücksfall und Problem für Band

und Wahrnehmung sein. Doch mit

»Kein Abschied« ist so oder so ein

guter Start ins Musikjahr. fd

Berlin, Pjöngjang, Gießen

Etwa 5000 westliche Besucher kommen pro

Jahr nach Nordkorea. Eine verschwindend

kleine Zahl, wenn man bedenkt, dass allein

der Kölner Dom jeden Tag 16 000 Touristen

anzieht. Christian Eisert, der früher unter

anderem Witze für Harald Schmidt und

Kaya Yanar schrieb, sowie seine Freundin

und Kollegin Thanh Hoang waren

zwei der wenigen Besucher in

Nordkorea. »Dieses Land zieht

schon merkwürdige Leute an.

Die wollen den Nervenkitzel

spüren oder hängen der Ost-

Nostalgie nach. Menschen aus

den USA, Kanada oder anderen

westlichen Demokratien finden

es toll, mal in eine richtige

Diktatur zu fahren. Das ist mir

alles sehr suspekt. Es gibt aber

auch Touristen, die sonst schon

alles gesehen haben und etwas Außergewöhnliches

suchen«, erklärt Eisert in Interviews.

Über seine 1500 Kilometer lange

Reise durch das unheimliche Reich des Kim

Jong Un hat er in seinem Buch »Kim &

Struppi« geschrieben. Trotz eines unfassbar

hässlichen Covers ist es zum Bestseller geworden.

Am 25. Februar liest Eisert auf Einladung

des Literarischen Zentrums Gießen

bei Thalia. Ins Land kommen Christian

Eisert und Thanh Hoang nur, weil sie sich

nicht als Journalisten geben. Der Autor hat

vor der Ausreise sogar seinen Nachlass geregelt:

»Nachdem ich das Buch herausgebracht

hatte, kam schon öfter der Spruch:

Wenn ich das vorher gewusst hätte, dann

hätte ich dich nicht fahren lassen«, sagt er

in anderen Medien.

Einer der Höhepunkte der streng reglementierten

Tour durch Nordkorea ist der Besuch

im Museum der Geschenke an

den sogenannten Großen Führer:

Zu den »Kostbarkeiten« zählen ein

Porzellangeschirr von Honecker

und ein silberner Sattel von

Gaddafi. Weitere Bizarrerien

werden ausgebreitet, manches ist

zum Schmunzeln, oft bleibt einem

das Lachen im Halse stecken. Bei

den beiden Reisenden hinterlässt

der ständige Anpassungsdruck

seine Spuren. Am Ende kommt es

fast zum Zerwürfnis: »Doch

getrennte Wege zu gehen, ist schwierig,

wenn vor der Tür Wachen mit Kalaschnikows

patrouillieren.«

Für das Literarische Zentrum Gießen war

»Kim & Struppi« ein Zufallsfund: Sascha

Feuchert als Vorsitzender hatte das Buch in

einer Bahnhofsbuchhandlung erstanden

und bei der anschließenden Zugfahrt für

sich entdeckt.

Eiserts Antrieb für die Reise ins Land der

Kim Jong Un ist eine Kindheitserinnerung

an 1988 im Osten Berlins: »Als Schüler

höre ich erstmals von der regenbogenfarbenen

Wasserrutsche,

die Machthaber Kim Il

Sung in Nordkorea gebaut

haben soll. Davon

bin ich so fasziniert, dass ich

mir 25 Jahre später einen Traum

erfülle«, erklärt der Autor. Zusammen mit

Thanh Hoang macht er sich auf die Reise,

die regenbogenfarbene Wasserrutsche zu

finden. Sie wohnen in Hotelzimmern mit

Softeisautomaten, finden Wanzen im Kleiderschrank

und bestaunen »bezaubernde«

Gestecke aus Blumen und Raketen. Immer

wieder erhaschen die beiden dabei auch

ein Blick hinter die Kulissen des System.

»Kim & Struppi« will unterhalten. Inwiefern

das gelingt Die Verkaufszahlen des

Bestsellers sprechen eine deutliche

Sprache. Am 25. Februar bei Thalia in

Gießen dürfte sich das auch zeigen. Doch

darüber hinaus verfolgt Christian Eisert mit

seinem Buch eine löbliche Idee: »Wenn die

Menschen Empathie empfinden, gibt es

letztlich eher Impulse, sich beispielsweise

für nordkoreanische Flüchtlinge zu engagieren«,

sagt er in Interviews. bf

///

Los geht’s am 25. Februar mit »Kim &

Struppi« von und mit Christian Eisert um

19.30 Uhr bei Thalia in Gießen. Tickets

kosten zwischen drei und fünf Euro. Für

Mitglieder des Literarischen Zentrums

Gießen ist der Eintritt kostenlos.

1/2015 streifzug 41


Highlights 2015 in GieSSen

Wie sich Gießen

2015 verändern wird

Wichtige Wahlen

Zwei große Wahlen werden uns im kommenden

Jahr beschäftigen. Zunächst wird

es am 11. Februar ernst: Amtsinhaber

Joybrato Mukherjee will erneut Präsident

der Justus-Liebig-Universität werden. Dieses

Mal ist er der einzige Kandidat. Anders

sieht es am 14. Juni aus. Dann nämlich

steht die Wahl zur Oberbürgermeisterin an.

Hier treten Dietlind Grabe-Bolz für die

SPD und Anja Helmchen für die CDU an.

Fußgängerzone

Im Sommer 2012 war Schluss: Kaufhof

machte dicht. Nun sollen im kommenden

Jahr die Tore des inzwischen rundum

erneuerten Gebäudes wieder öffnen. Zwei

Modegeschäfte sollen als Ankermieter

einziehen. Dazu das Stadttheater mit

Fundus und Probebühnen im dritten Obergeschoss.

Ebenfalls in der Fußgängerzone:

Das Charlotte-Croon-Haus am Seltersweg

soll im Frühsommer fertiggestellt werden.

Gießen lässt turnen

Beim Landesturnfest soll im Mai die ganze

Bandbreite des Turnens zur Schau gestellt

werden. Die ganze Stadt wird von Aktiven

und Gästen aus der Region bevölkert. In

den Sporthallen werden Wettbewerbe

durchgeführt, Mitmachangebote in der ganzen

Stadt animieren zu Bewegung. Im September

gastieren dann die Deutschen Meisterschaften

im Turnen unter anderem mit

Fabian Hambüchen in der Sporthalle-Ost.

42 streifzug 1/2015


Highlights 2015 in GieSSen

Neue Wohnräume

Kunst und Kultur

Halle für alle

Nicht ganz still und leise dürften die Bauarbeiten

auf dem RKH-Gelände über die Bühne

gehen: Hier sollen ab Frühjahr kommenden

Jahres auf dem zwischen den

Bahnlinien liegenden Gelände 160 Wohneinheiten

entstehen. Eine Bürgerinitiative

hat sich bereits gegründet. Viel weiter ist

bereits die Entwicklung an der Bergkaserne:

Auch hier entstehen 160 Wohnungen, die

ersten sollen im Herbst bezugsfertig sein.

Hochschulen bauen

Die Justus-Liebig-Universität hat einige

Baustellen, die im kommenden Jahr abgeschlossen

werden sollen. Herausragend

sind sicherlich die Kleintier- und Vogelklinik,

die Ende 2015 fertiggestellt werden

soll, sowie der Neubau Chemie, der schon

Anfang des Jahres eröffnet wird. Dazu kommen

die Sanierung der Alten Chirurgie, das

Forschungsgebäude Medizin sowie mindestens

zwei Lehrgebäude.

Zwei der musikalischen Höhepunkte

dürften die Auftritte von Jan Delay in den

Hessen- und von Johannes Oerding in der

Kongresshalle im März sein. Zumindest

bisher. Im Januar liest Jan Seghers auf

Einladung des Literarischen Zentrums.

Einen Monat später ist Christian Eisert mit

»Kim und Struppi« zu Gast in Gießen. In

Sachen Comedy sei verwiesen auf Olaf

Schubert, Bodo Bach und Ingo Appelt.

Schwanenteichpark

Ein Sommer ohne Schwanenteichpark liegt

hinter der Stadt. Zwar ist das Gelände, das

bis vor einigen Wochen wegen der Landesgartenschau

umzäunt war, wieder offen.

Doch richtig schön dürfte es erst im Sommer

werden, wenn die Gießener die Wiesen

wieder bevölkern. Spannend: Die Stadt

möchte, dass die Plattform am Neuen Teich,

wo zuletzt das Bistro stand, auch im Sommer

wieder bewirtschaftet wird. fd

Seit rund zwei Jahren laufen die Arbeiten an

dem 1925 als Volkshalle errichteten und unter

Denkmalschutz stehenden Gebäudes,

nachdem es die Wetzlarer Familie Özyigit im

Jahr 2011 ersteigert hatte. Nun soll der Miller

Hall, die ihren »neuen« Namen 1945 von

den US-Streitkräften erhielt, die die damalige

Volkshalle beschlagnahmt und einer eigenen

Nutzung zugeführt hatten, neues Leben eingehaucht

werden. Für das Konzept und die

Vermarktung der Halle zeichnet die Gießener

Werbeagentur »Die Marketingprofiler«

um Manuela Giorgis und Maike Döring verantwortlich.

Das Konzept ist klar: Die Miller

Hall soll wieder Volkshalle werden – für

jedermann nutzbar. Vereine, Unternehmen,

Institutionen, aber auch Privatpersonen

können die Halle mieten. Kongresse, Tagungen,

Feiern, Messen, aber auch Konzerte und

Sportevents sind in der multifunktionalen

Halle angedacht – Ballsportarten ausgenommen.

Zum Tanzen aber eignet sich die Halle

dank des Parkettbodens vorzüglich. Auch die

US-Streitkräfte hatten die Halle bis zu ihrem

Abzug aus Gießen als Sportstätte genutzt.

Darüber hinaus soll es an maximal sieben

Terminen im Jahr Großveranstaltungen mit

bis zu 1000 Besuchern geben – von Konzerten

über Comedy und Kleinkunst bis hin zu

Varieté. Herzstück des neuen Konzeptes ist

jedoch die Idee der mobilen Lounge: An

mindestens einem festen Tag in der Woche

öffnet die durch eine mobile Trennwand erschaffene

Lounge in der Miller Hall für bis

zu 400 Gäste. Hier soll dann auch ein musikalisches

Angebot unterbreitet werden. »Es

handelt sich dabei nicht um einen Diskotheken-Betrieb«,

erklärt Manuela Giorgis. Auch

wolle man keine Partys für Jugendliche anbieten.

Mehrere Baustopps hatten die Fertigstellung

verzögert, im kommenden Jahr geht

es aber nun los in der Miller Hall. sag

1/2015 streifzug 43


wein deS MonAtS

Vinothek Vinothek

Wein

des

Monats

Conte di Campiano

»Appassimento«, Italien, 2013,

14 Prozent Alkohol, 9,22 Euro,

beim Kauf einer 6er-Holzkiste

6,89 Euro pro Flasche, Bezug über

die Metro in Linden

Der Verführer

Kein Geld, kaum Ansehen, wenig Chuzpe.

Der Adel hat heute nicht mehr viel zu

lachen. Im Weinsektor immerhin findet der

Blaublüter eine Nische, wenn er folgende

Gleichung vom Rebstock bis zur Flaschen-

füllung beherzigt: Reife Frucht + mürbes

Tannin + zarte Vanillenoten

= großer Genuss.

Das verspricht der süditalienische

»Appassimento«: die

Kraft und Konzentration aus

den am Rebstock eingetrockneten

Negroamaro-Trauben.

Der Graf, in diesem Fall der

Conte di Campiano, zaubert

daraus einen intensiven Roten

für die Stunden zu zweit.

Der rubinrote Stoff duftet nach dunklen

Beeren, Zedernholz und Vanille. Er offeriert

im Mund feine Frucht (reife dunkle Beeren,

Schwarzkirsche), warme Würze und

generöse Gerbstoffe. Frisch und rund, mit

langem Nachhall, darf der Jahrgang 2013

die Krone tragen, oder wie es der Graf auf

dem Etikett formuliert: »Dieser Wein ist wie

kein anderer.«

Sein Name klärt, warum.

Appassimento

heißt ein anerkanntes

Vinifikations-

erverfahren,

bei dem angetrocknete

Beeren ver arbeitet werden

– hochreif, wasserarm und

zuckerreich. Ergebnis sind

üppige und alkoholreiche Rebsäfte.

Diesen Traubentrick

nutzen die Italiener auch bei

einem anderen ihrer Lieblinge,

dem Amarone aus Venetien.

Dort, in Cazzano di Tramigna,

hat das Weingut Conte di

Campiano seine Heimat. Doch im

Süden des Landes, im Stiefelabsatz, im

Anbaugebiet Salento in Apulien, setzt der

Graf ebenso auf körperreiche, druckvolle

Weine.

Sein Negroamaro beherrscht die hohe Kunst

der Unterhaltung. Er flirtet, schmeichelt,

bezirzt und lockt, ehe er den Gaumen nach

allen Regeln der Kunst verführt. Am Ende

lächeln alle. Sogar der Graf.

Weinautor

Manfred Merz

Musik

zum Paolo Conte ist ein besonderer

Wein Graf. Sein »Via con me«

schwebt über den Dingen. Der

»Appassimento« schwebt mit. Und der

Graf haucht: »Ci bum ci bum bum.« mm

Schreiben Sie an

Manfred Merz:

vinothek@mdv-online.de


Sperrsitz

Frau Müller muss weg

Elterngruppe um Anke Engelke gegen Klassenlehrerin – Start: 15. Januar – Kinocenter

Bei einem außerplanmäßigen Treffen mit

der Klassenlehrerin Frau Müller (Gabriela

Maria Schmeide) gibt es einiges zu

bereden. Die Kinder sind mit unmöglichen

Zensuren nach Hause gekommen.

Wie sollen sie es denn mit so einem Übergangszeugnis

aufs Gymnasium schaffen

Höchste Zeit, mal ein ernstes Wort mit

Frau Müller zu reden.

Die knallharte Karrierefrau Jessica Hövel

(Anke Engelke) erklärt sich schnell selbst

zur Sprecherin der Elterngruppe. Dem arbeitslosen

Wolf Heider (Justus Von Dohnanyi)

passt das nicht in den Kram und er

versucht, die Diskussion immer wieder auf

sich und sein Kind zu lenken. Dem Ehepaar

Patrick (Ken Duken) und Marina

Jeskow (Mina Tander) geht es vor allem

um die Ausgrenzung ihres begabten

Sohnes, während die alleinerziehende

Mutter Katja Grabowski (Alwara Höfels)

nur aus Solidarität mitgekommen ist, denn

ihre Tochter ist die Klassenbeste.

Doch Frau Müller hat keinesfalls vor, die

Klasse abzugeben. Stattdessen konfrontiert

sie die ahnungslosen Eltern mit dem

Verhalten ihrer Kinder. Plötzlich muss sich

nicht mehr Frau Müller rechtfertigen,

sondern die Eltern geraten ob ihrer

eigenen Versäumnisse in Erklärungsnot.

Gewinnspiel

Der streifzug verlost mit den Gießener

Kinos 3x 2 Tickets für die erste

Vorstellung des Films »Frau Müller

muss weg« am 15. Januar. Wer den

Film sehen möchte, sollte bis zum

7. Januar eine Karte mit dem Kennwort

»Kino« an streifzug, Mar burger

Straße 20, 35390 Gießen oder eine

Mail an streifzug@ giessenerallgemeine.de

senden.

1/2015 streifzug 45


Sperrsitz

Neu im

Kino

Gießen

Kinocenter Gießen

Bahnhofstraße 34, Telefon 06 41/7 21 08

Kinopolis Gießen

Ostanlage 43–45, Telefon 06 41/5 65 57 89

Kommunales Kino Jokus

Ostanlage 25 a, Telefon 06 41/3 06-24 95

Grünberg

Bismarckstraße 10, Telefon 0 64 01/68 69

Lich

Kino »Traumstern«

Gießener Straße 15, Telefon 0 64 04/38 10

Baymax

Riesiges Robowabohu in San Fransokyo – Start: 22. Januar – Kinopolis

Weitere Kino-Tipps

finden Sie täglich in der Gießener Allgemeine

Zeitung oder auf unserer Internetseite unter

www.giessener-allgemeine.de/kino.

Vorhang auf

in den Gießener Kinos!

KINOPOLIS Gießen

17.01.2015 |19:00 Uhr Lehár: The Merry Widow

31.01.2015 |19:00 Uhr Offenbach: Les Contes d’Hoffmann

14.02.2015 |18:30 Uhr Tschaikowsky: Iolanta

Bartók: Herzog Blaubarts Burg

14.03.2015 |18:00 Uhr Rossini: La Donna del Lago

Mehr Infos unter www.kinopolis.de und unter www.metimkino.de

Photo: Anne Deniau / Metropolitan Opera

KINOCENTER Gießen

KINOSAISON

29.01.2015 |20:15 Uhr

Giordano: Andrea Chénier

24.02.2015 |20:15 Uhr

Wagner: Der fliegende

Holländer

Mehr Infos und alle Termine unter

www.royaloperahousekino.de

Life Reimagine dWerbekampagne. Bilder

KINOPOLIS

Ostanlage 43-45 •35390 Gießen

Kinocenter •Bahnhofstraße 34 •35390 Gießen

Roxy •Ludwigsplatz 4•35390 Gießen

Kinocenter

Bahnhofstraße Heli •Frankfurterstraße 34 •35390 34 •35390 Gießen Gießen

Mehr Infos im Kino und unter www.die-giessener-kinos.de

www.kinopolis.de

Hiro Hamada ist ein brillanter Teenager

und lebt in der futuristischen Stadt San

Fransokyo, wo er sein geniales Erfindertalent

aber bei Weitem nicht so nutzt,

wie es sein Bruder Tadashi gerne hätte.

Als dieser stirbt, findet Hiro den aufblasbaren

Roboter Baymax, der von Tadashi

entwickelt wurde, um Menschen mit

Schmerzen zu helfen. Baymax’ tatkräftige

Unterstützung kann der aufgeweckte

Junge gut gebrauchen, droht doch schon

bald ein mysteriöser Mann mit einer

Kabuki-Maske damit, seine Heimatstadt

zu zerstören. Mit der Hilfe von Baymax

und Tadashis Freunden Go Go Tomago,

Wasabi, Honey Lemon und Fred

beschließt Hiro, alles zu tun, um die

Katastrophe zu verhindern. Dazu stattet

er seine Mitstreiter mit allerlei nützlichen

Hightech-Gerätschaften aus.

Gemeinsam sind sie von nun an die

»Big Hero 6«.

46 streifzug 1/2015


Sperrsitz

Der große Trip

Abenteuer für Reese Witherspoon – Start: 15. Januar – Kinocenter

Cheryl Strayed (Reese Witherspoon) musste viele Schicksalsschläge

erleiden. Der Verlust ihrer geliebten Mutter (Laura Dern)

und das Ende ihrer Ehe, die an Cheryls Heroinsucht zerbrach,

haben sie in ein tiefes Loch fallen lassen. Frustriert, aber auch entschlossen

kehrt sie ihrem alten Leben den Rücken zu und begibt

sich – ohne geringste Vorkenntnisse und mit viel zu schwerem

Rucksack – auf eine 2000-Kilometer-Wanderung entlang des

Pacific Crest Trails. Auf ihrem Weg bekommt Cheryl es mit der

Unbroken

Angelina Jolie als Regisseurin – Start: 15. Januar – Kinopolis

geballten Erbarmungslosigkeit der Natur zu tun, doch sie tritt

Durst, Hunger, Hitze und Kälte mit immer neuem Mut entgegen.

Einmal dem Ruf der Wildnis gefolgt, übersteht sie bald auch

Begegnungen mit gefährlichen Raubtieren. Durch all die neuen

Erlebnisse relativieren sich die bisherigen Erfahrungen, Erfolge,

Rückschläge, Hoffnungen und Ängste der Aussteigerin.

Der amerikanische Langstreckenläufer Louis Zamperini (Jack

O’Connell ) nimmt als jüngstes Mitglied des US-Olympiateams 1936

an den Olympischen Spielen in Berlin teil. Zwar gewinnt er keine

Medaille, liefert sich aber ein so packendes Finalrennen, dass Adolf

Hitler ihn treffen will. Vier Jahre später gilt Zamperini als großer Favorit

für die Olympischen Spiele in Tokyo, die aufgrund des ausbrechenden

Zweiten Weltkrieges jedoch abgesagt werden. Zamperini zieht

freiwillig als Bombenschütze in den Krieg. Nach einer Bruchlandung

im Pazifik können sich er und zwei weitere Soldaten auf ein Floß retten.

Dort kämpfen sie 47 Tage ums Überleben, ehe sie von der japanischen

Navy aufgelesen und gefangengenommen werden. Auf dem

Schiff müssen sie sadistische Folterungen über sich ergehen lassen.

Die Entdeckung der Unendlichkeit

Biografie von Stephen Hawking – Start: 25. Dezember – Kinocenter

Während seines Studiums an der Cambridge University in den 1960er Jahren verliebt

sich der brillante Naturwissenschaftler Stephen Hawking (Eddie Redmayne) in

die Sprachenstudentin Jane Wilde (Felicity Jones). Einen herben Rückschlag erhält

der theoretische Physiker mit 21 Jahren, als bei ihm die degenerative Nervenkrankheit

ALS diagnostiziert wird. Die Ärzte geben ihm nur noch etwa zwei Jahre zu

leben. Doch schiere Willenskraft und nicht zuletzt die Liebe Janes, die ihn nach

dem niederschmetternden Befund nicht etwa verlässt, sondern seine Frau wird,

helfen ihm, den immer größeren körperlichen Einschränkungen zu trotzen und

schließlich mit seinen bahnbrechenden Forschungen in die Geschichte einzugehen.

1/2015 streifzug 47


In Stadt und Landkreis Gießen...

In Stadt und Landkreis Gießen

...die Nr.

Im Kernverbreitungsgebiet...

de Anklage der Staatsanwaltschaft Hannover

ließ das Landgericht im niedersächsischen

Verden gestern zu. Der 45-Jährige sei

»hinreichend tatverdächtig«, erklärte die

pornografie vor Gericht. Eine entsprechen-

Kinder-

wegen von Besitz auf Verdachts des

WETTER

Gericht lässt Klage

gegen Edathy zu

größer als bisher gedacht

Politik – Seite 2

MEINE SEITE

Atommüll

Abfallmenge wohl

IHR DRAHT ZU UNS

...die Nr.

erstmals nach Berlin

Kultur – Seite 8

Ahnen begleitet

»Maori Porträts« reisen

bis Juni 2016 erhalten

Sport – Seite 18

Klesniks verlängert

Lette bleibt HSG Wetzlar

In Stadt und Landkreis Gießen...

In Stadt und Landkreis Gießen...

...die Nr.

Mittwoch, 19. November 2014

Atommüll

Abfallmenge wohl

größer als bisher gedacht

Politik – Seite 2

4194354 401500

Im Kernverbreitungsgebiet...

Gericht lässt Klage

gegen Edathy zu

Verden (dpa). Der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete

Sebastian Edathy kommt

wegen des Verdachts auf Besitz von Kinderpornografie

vor Gericht. Eine entsprechende

Anklage der Staatsanwaltschaft Hannover

ließ das Landgericht im niedersächsischen

Verden gestern zu. Der 45-Jährige sei

»hinreichend tatverdächtig«, erklärte die

Kammer. Erster Prozesstag soll der 23. Februar

sein. Bis Ende April sind neun weitere

Termine geplant.

Edathy hat den Besitz von Nacktbildern

zwar zugegeben, aber immer betont, dass

sich darunter keine strafbaren Kinderpornos

befänden. Am 18. Dezember will Edathy

in Berlin vor die Medien treten. »Ich

habe heute fernmündlich den Vorsitzenden

der Bundespressekonferenz darüber informiert,

dass ich als Gast für ein Statement

und die Beantwortung von Fragen am Vormittag

des 18. Dezember 2014 zur Verfügung

stehe«, teilte Edathy gestern Abend

mit. (Seite 4)

Hongkong

räumt Barrikaden

Hongkong (dpa). Nach mehr als siebenwöchigen

Demonstrationen in Hongkong

hat die Polizei Straßensperren am wichtigsten

Protestlager der Aktivisten geräumt.

Beamte und Straßenarbeiter gingen

gestern gegen Barrikaden rund um ein

Hochhaus im Stadtgebiet Admiralty in der

Nähe von Hongkongs Regierungssitz vor.

Ein Hongkonger Gericht hatte die Räumung

zuvor angeordnet. Aktivisten leisteten

kaum Widerstand. Protestführer Joshua

Wong sagte: »Wir respektieren die Entscheidung

des Gerichtes.« Aktivisten würden

aber weiterhin an anderen Straßenzügen

rund um den Regierungssitz bleiben.

Keine Einigung im

EU-Haushaltsstreit

terten

Brüssel Verhandlungen (dpa). Nach eskaliert vorläufig der geschei-

um den milliardenschweren Haushalt Streit

der

EU. Europaparlamentarier warfen den Regierungen

der Mitgliedstaaten in scharfer

Form vor, eine Zahlungskrise der Union zu

riskieren. Unterhändler der EU-Staaten

und des Europaparlaments konnten sich in

der Nacht zum Dienstag nicht auf einen

Kompromiss zu Ausgaben einigen, die einen

Umfang von mindestens 140 Milliarden

Euro haben sollen. Die Abgeordneten fordern

deutlich mehr Geld für das Budget, als

die Staaten geben wollen. (Seite 4)

AUS DEM INHALT

WETTER

Bewölkt, bis 8Grad


Kultur 8

Umwelt ·Technik ·Wissenschaft 10

Fernsehen 11

Meinungstreff 31

Mittelhessen 32

Pinnwand mit Gießen-Info 33–34

Wetter ·Roman ·Unterhaltung 48

MEINE SEITE

Tierische Einwanderer 24

MITTAGSTISCH 30

FAMILIENANZEIGEN 36

IHR DRAHT ZU UNS

Zentrale 0641/30030

Leserservice 0641/300377

Anzeigenservice 0641/300333

Redaktion 0641/3003123

www.giessener-allgemeine.de

4194354 401500

30147

Telefon 0641/3003-33

kleinanzeigen@giessener-allgemeine.de

...die Nr.

MITTELHESSISCHE ALLGEMEINE

Ahnen begleitet

»Maori Porträts« reisen

erstmals nach Berlin

Kultur – Seite 8

lin an.

die Abend am zögerung

Klesniks verlängert

Lette bleibt HSG Wetzlar

bis Juni 2016 erhalten

Sport – Seite 18

Im Kernverbreitungsgebiet...

G3266 A

Nummer – . Jahrgang

Mo. –Do. 1,50 EUR, Fr. u.Sa. 1,70 EUR

Vier Menschen sterben in Jerusalem –Angreifer erschossen –Volksfront bekennt sich

Jerusalem (dpa). Ein Terroranschlag von

Palästinensern auf eine Synagoge in Jerusalem

mit vier Toten hat Hoffnungen auf eine

Beruhigung der angespannten Lage zunichtegemacht.

Die zwei Angreifer töteten gestern

vier jüdische Betende und verletzten

acht weitere. Israels Regierung hat gestern

Gegenmaßnahmen angekündigt. Polizeiministeraelis

erlauben, Izchak Aharonovich zur Selbstverteidigung will es mehr Isfen

zu tragen. Ministerpräsident Benjamin

Waf-

Netanjahu kündigte am Abend die rasche

Zerstörung der Häuser von Attentätern an.

Andere Minister forderten rigorose Strafmaßnahmen

gegen die Familien der Täter.

Die Attentäter aus dem arabischen Ostteil

Jerusalems wurden wenige Minuten nach

dem Angriff von Polizisten erschossen. Sie

griffen die Betenden in dem Gotteshaus in

Har Nof mit Messern und Äxten an und feuerten

Schüsse ab.

Es war der erste tödliche Anschlag auf eine

Synagoge in Jerusalem. Drei der Opfer

stammten aus den USA und eines aus Großbritannien,

wie Polizeisprecher Micky Rosenfeld

bestätigte. Augenzeugen sprachen

von einem »Massaker« unter den Betenden.

Tausende Menschen nahmen später an den

Begräbnissen teil. Medienberichten zufolge

trugen die Opfer Titel als Rabbiner.

In den vergangenen Wochen hatte es eine

ganze Serie von Anschlägen auf Israelis gegeben.

Seit dem Abbruch der Friedensverhandlungen

zwischen Israelis und Palästinensern

im April ist die Lage in Nahost immer

weiter eskaliert.

Zuletzt sorgte der Tod eines arabischen

funden

Busfahrers, worden der war, am Sonntag bei den erhängt Palästinensern

aufge-

für neuen Zorn. Eine israelische Autopsie ergab,

der Mann habe Suizid begangen. Palästinenser

gehen dagegen von einem Lynchmord

durch jüdische Siedler aus. Der Fall

heizte die Stimmung weiter an, die ohnehin

nach einem Streit um die Nutzung des Tempelbergs

in Jerusalem (Haram al-Scharif),

der Muslimen und Juden heilig ist, sehr angespannt

war.

Die radikale Volksfront zur Befreiung Palästinas

(PFLP) teilte mit, zwei ihrer Mitglieder

hätten den Anschlag verübt. Netanjahu

warf Palästinenserpräsident Mahmud Abbas

vor, Terroristen durch Hetze zu ermutigen.

»Wir befinden uns mitten in einer Terrorkampagne,

die sich auf Jerusalem konzentriert«,

sagte Netanjahu.

Steinmeier sucht Gemeinsamkeiten mit Moskau

Moskau (dpa). Trotz anhaltend schwerer

Differenzen über die Ukraine bemühen sich

Deutschland und Russland um eine vorsichtige

Wiederannäherung. Außenminister

Frank-Walter Steinmeier mahnte am Dienstag

in Moskau zu gemeinsamen Anstrengungen

bei anderen Krisenherden der internationalen

Politik. Als Beispiel nannte er die

Atomverhandlungen mit dem Iran und den

Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer

Staat (IS). Kremlchef Wladimir Putin lud

den SPD-Politiker noch für den Abend überraschend

Aus deutschen zu einem Delegationskreisen Treffen ein.

nach dem etwa 75-minütigen Gespräch hieß im

es

Kreml, offen« gewesen. die Unterredung Der Meinungsaustausch sei »ernsthaft und

be sich um»Wege aus der Ukraine-Krise,

ha-

neue Perspektiven der Kooperation eröffnen

die

könnten«,

den Kremlchef

gedreht.

im Februar

Zuletzt

gesehen,

hatte Steinmeier

der Annexion der Halbinsel Krim kurz durch

vor

Russland. Steinmeier verlängerte seinen Besuch

für die Unterredung und trat mit Verzögerung

am Abend die Heimreise nach Berlin

Steinmeier an.

und der russische Außenminis-

Ampel-Ärger

In der GAZ-Serie geht’s heute

um die Marburger Straße

Stadt Gießen – Seite 25

Ein Jude betet nach der Bluttat in dem Raum der Synagoge, in dem der Anschlag verübt wurde. Die Opfer stammten aus den USA und

Großbritannien.

(Foto: dpa)

ter meinsamen Sergej Lawrow Pressekonferenz machten aus bei der einer ge-

unterschiedlichen

Bewertung des blutigen Konflikts

im Osten sprach der von Ukraine einer »wirklich keinen Hehl.

haften Krise für die europäische

Steinmeier ernstordnung«.

Zuvor schon hatte er nach

Friedens-

Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten

einem

Petro Poroschenko vor einer »militärischen

Großkonfrontation« gewarnt.

Steinmeier forderte alle Konfliktparteien

auf, die bereits im September geschlossenen

Waffenstillstandsvereinbarungen endlich einzuhalten. Zugleich mahnte von Minsk

»Es ist aber auch Zeit, jenseits von Ukraine

er:

zu Bedrohungen denken. Wir weltweit haben mit fertigzuwerden.«

ein paar anderen

den Russland sogenannten ist nach Minsk-Prozess Lawrows Worten »ohne bereit,

bedingungen« fortzusetzen. Zugleich Vorschuldigte

er jedoch die Führung in Kiew,

be-

die Vereinbarungen zu torpedieren. Zum

deutsch-russischen Verhältnis meinte der

Minister: »Trotz aller Unterschiede, wie wir

die Lage in der Ukraine beurteilen, ist wichtig,

dass der Dialog zwischen uns nicht hört.«

auf-

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Heute,17Uhr

Anzeigenschluss für den

großen Markt der Kleinanzeigen

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kleinanzeigen@giessener-allgemeine.de

von privat

an privat

Echte Großbaustelle

50 Millionen Euro kosten die

Autobahnbrücken bei Dorlar

Kreis Gießen – Seite 37

Der Chef des israelischen Inlandsgeheimdienstes

Schin Bet, Joram Cohen, widersprach

den Vorwürfen Netanjahus, Abbas

hetze zu Gewalt gegen Israel auf. »Abu Masen

(Abbas) ist nicht an Terror interessiert

und hetzt nicht zur Gewalt auf, auch nicht

unter der Hand, obwohl ein Teil der Öffentlichkeit

seine Äußerungen so auslegt«, sagte

Cohen.

US-Außenminister John Kerry verurteilte

den Terrorakt und sprach von sinnloser Brutalität.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier

warnte vor einer neuen Spirale der

Gewalt. Die EU-Außenbeauftragte Federica

Mogherini rief beide Seiten zur Zurückhaltung

und zu einer Rückkehr zu Friedensgesprächen

auf.

Das spanische Parlament hat sich unterdessen

für die Anerkennung Palästinas als

eigenem Staat ausgesprochen. In einer an

Dienstagabend in Madrid mit 319 zu zwei

Stimmen gebilligten Vorlage wird die Regierung

von Ministerpräsident Mariano Rajoy

aufgefordert, Palästina als Staat anzuerkennen.

Die friedliche Koexistenz von zwei

Staaten –Israel und Palästina –sei die einzig

mögliche Lösung für den Nahost-Konflikt,

hieß es. (Seite 4)

Strompreis

könnte leicht steigen

Berlin (dpa). Die aus Klimaschutzgründen

diskutierte Stilllegung von zehn deutschen

Kohlekraftwerken könnte den

Strompreis leicht erhöhen. Im Einkauf an

der Strombörse würde der Preis zwischen

1,70 gen, und ergeben fünf Berechnungen Euro jeMegawattstunde von zwei steißen

Energieversorgern, die der Deutschen

gro-

Presse-Agentur

Börsenpreis für vorliegen. Strom bei Derzeit knapp liegt 50 Euro

der

für eine Megawattstunde.

Mehr Tote

durch Terrorismus

London (dpa). Die Zahl der Terroranschläge

mit Toten und Verletzten ist im vergangenen

Jahr nach einem Bericht der

Menschenrechtsorganisation Vision of Humanity

drastisch gestiegen. 2013 seien

17958 Menschen bei Anschlägen getötet

worden, 61 Prozent mehr als im Jahr zuvor,

heißt es im Global Terrorism Index der Organisation.

Allein zwei Drittel der Opfer

gehen auf das Konto von vier islamistischen

Terrororganisationen: Taliban, El

Kaida, Boko Haram und Islamischer Staat.

erstmals nach Berlin

Kultur – Seite 8

begleitet

Porträts« reisen

bis Juni 2016 erhalten

Sport – Seite 18

Klesniks verlängert

Lette bleibt HSG Wetzlar

um die Marburger Straße

Stadt Gießen – Seite 25

Ampel-Ärger

In der GAZ-Serie geht’s heute

Kreis Gießen – Seite 37

Dorlar bei tobahnbrücken Autobahnbrüc

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G3266 A

Heute,17Uhr

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großen Markt der Kleinanzeigen

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kleinanzeigen@giessener-allgemeine.de

Mittwoch, 19. November 2014

MITTELHESSISCHE ALLGEMEINE

Nummer – . Jahrgang

Mo. –Do. 1,50 EUR, Fr. u.Sa. 1,70 EUR

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von privat

an privat

Atommüll

Abfallmenge wohl

größer als bisher gedacht

Ahnen begleitet

»Maori Porträts« reisen

erstmals nach Berlin

Klesniks verlängert

Lette bleibt HSG Wetzlar

bis Juni 2016 erhalten

Ampel-Ärger

In der GAZ-Serie geht’s heute

um die Marburger Straße

Echte Großbaustelle

50 Millionen Euro kosten die

Autobahnbrücken bei Dorlar

Politik – Seite 2

Kultur – Seite 8

Sport – Seite 18

Stadt Gießen – Seite 25

Kreis Gießen – Seite 37

Gericht lässt Klage

gegen Edathy zu

Übersicht

Inhalt

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G3266 A

Verden (dpa). Der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete

Sebastian Edathy kommt

wegen des Verdachts auf Besitz von Kinderpornografie

vor Gericht. Eine entsprechende

Anklage der Staatsanwaltschaft Hannover

ließ das Landgericht im niedersächsischen

Verden gestern zu. Der 45-Jährige sei

»hinreichend tatverdächtig«, erklärte die

Kammer.Erster Prozesstag soll der 23. Februar

sein. Bis Ende April sind neun weitere

Termine geplant.

Edathy hat den Besitz von Nacktbildern

zwar zugegeben, aber immer betont, dass

sich darunter keine strafbaren Kinderpornos

befänden. Am 18. Dezember will Edathy

in Berlin vor die Medien treten. »Ich

habe heute fernmündlich den Vorsitzenden

der Bundespressekonferenz darüber informiert,

dass ich als Gast für ein Statement

Heute,17Uhr

und die Beantwortung von Fragen am Vormittag

des 18. Dezember 2014 zur Verfü-

großen Markt der Kleinanzeigen

Anzeigenschluss für den

gung stehe«, teilte Edathy gestern Abend

mit. (Seite 4)

Mittwoch, 19. November 2014

Atommüll

Abfallmenge wohl

größer als bisher gedacht

Politik – Seite 2

Gericht lässt Klage

gegen Edathy zu

Verden (dpa). Der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete

Sebastian Edathy kommt

wegen des Verdachts auf Besitz von Kinderpornografie

vor Gericht. Eine entsprechende

Anklage der Staatsanwaltschaft Hannover

ließ das Landgericht im niedersächsischen

Verden gestern zu. Der 45-Jährige sei

»hinreichend tatverdächtig«, erklärte die

Kammer. Erster Prozesstag soll der 23. Februar

sein. Bis Ende April sind neun weitere

Termine geplant.

Edathy hat den Besitz von Nacktbildern

zwar zugegeben, aber immer betont, dass

sich darunter keine strafbaren Kinderpornos

befänden. Am 18. Dezember will Edathy

in Berlin vor die Medien treten. »Ich

habe heute fernmündlich den Vorsitzenden

der Bundespressekonferenz darüber informiert,

dass ich als Gast für ein Statement

und die Beantwortung von Fragen am Vormittag

des 18. Dezember 2014 zur Verfügung

stehe«, teilte Edathy gestern Abend

mit. (Seite 4)

Hongkong

räumt Barrikaden

Hongkong (dpa). Nach mehr als siebenwöchigen

Demonstrationen in Hongkong

hat die Polizei Straßensperren am wichtigsten

Protestlager der Aktivisten geräumt.

Beamte und Straßenarbeiter gingen

gestern gegen Barrikaden rund um ein

Hochhaus im Stadtgebiet Admiralty in der

Nähe von Hongkongs Regierungssitz vor.

Ein Hongkonger Gericht hatte die Räumung

zuvor angeordnet. Aktivisten leisteten

kaum Widerstand. Protestführer Joshua

Wong sagte: »Wir respektieren die Entscheidung

des Gerichtes.« Aktivisten würden

aber weiterhin an anderen Straßenzügen

rund um den Regierungssitz bleiben.

Keine Einigung im

EU-Haushaltsstreit

mit. (Seite 4)

gung stehe«, teilte Edathy g

estern Abend

mittag des 18. Dezember 2014 zur Verfü-

Brüssel (dpa). Nach vorläufig gescheiterten

Verhandlungen eskaliert der Streit

und die Beantwortung von nFragen

am Vormiert,

dass ich als Gast für ein Statement

um den milliardenschweren Haushalt der

der Bundespressekonferenz darüber infor-

EU. Europaparlamentarier warfen den Regierungen

der Mitgliedstaaten in scharfer

habe heute fernmündlich den Vorsitzenden

Form vor, thy i

n Berlin vor die Medien treten. »Ich

eine Zahlungskrise der Union zu

Am 18. Dezember will Eda-

riskieren. Unterhändler der EU-Staaten

nos befänden.

und des Europaparlaments konnten

sich darunter keine strafbaren Kinderpor-

sich in

der Nacht zum Dienstag

zwar zugegeben, aber immer betont, dass

nicht auf einen

Nacktbildern

von Besitz den at h Edathy Kompromiss zu Ausgaben einigen, die einen

Umfang

geplant.

Termine

von mindestens 140 Milliarden

Euro haben sollen. Die Abgeordneten fordern

deutlich mehr Geld für das Budget, als

weitere

neun sind April Ende Bis sein. ruar

rster E

Kammer. Feb-

23. der soll Prozesstag

die Staaten geben wollen. (Seite 4)

AUS DEM INHALT

tagsabgeordnete Sebastian Edathy k

ommt

Bewölkt, bis 8Grad SPD-Bundes-

frühere Der (dpa). Verden

Mittwoch, 19. November 2014


Kultur 8

Umwelt ·Technik ·Wissenschaft 10

Fernsehen 11

Meinungstreff 31

Mittelhessen 32

Pinnwand mit Gießen-Info 33–34

Wetter ·Roman ·Unterhaltung 48

Tierische Einwanderer 24

MITTAGSTISCH 30

FAMILIENANZEIGEN 36

Zentrale 06 41/3 00 30

Leserservice 0641/30 03 77

Anzeigenservice 06 41/3003 33

Redaktion 06 41/3 00 31 23

www.giessener-allgemeine.de

4194354 401500

30147

MITTELHESSISCHE ALLGEMEINE

Ahnen begleitet

»Maori Porträts« reisen

erstmals nach Berlin

Kultur – Seite 8

Ein Jude betet nach der Bluttat in dem Raum der Synagoge, in dem der Anschlag verübt wurde. Die Opfer stammten aus AUS den USA DEMund

INHALT

Großbritannien.

(Foto: dpa)

Kultur 8

Umwelt ·Technik ·Wissenschaft 10

Vier Menschen sterben in Jerusalem –Angreifer erschossen –Volksfront bekennt sichFernsehen 11

Meinungstreff 31

Jerusalem (dpa). Ein Terroranschlag von Begräbnissen teil. Medienberichten zufolge Der Chef des israelischenMittelhessen Inlandsgeheimdienstes

Schin Bet, Joram Cohen, wider-

32

Palästinensern auf eine Synagoge in Jerusalem

mit vier Toten hat Hoffnungen auf eine In den vergangenen Wochen hatte es eine sprach den Vorwürfen Netanjahus, PinnwandAbbas

mit Gießen-Info 33–34

trugen die Opfer Titel als Rabbiner.

Beruhigung der angespannten Lage zunichtegemacht.

Die zwei Angreifer töteten gesgeben.

Seit dem Abbruch der Friedensversen

(Abbas) ist nicht an Terror interessiert

OK

tern vier jüdische Betende und verletzten handlungen zwischen Israelis rä Barrikaden

und Palästi-

und 1 / 40

hetzt nicht zur Gewalt auf, auch nicht1 / 40 OK

ganze Serie von Anschlägen auf Israelis ge-

hetze zu Gewalt gegen Israel Wetter auf. »Abu ·Roman Ma-

·Unterhaltung 48

acht weitere. Israels Regierung hat gestern nensern im April ist die Lage in Nahost immer

weiter eskaliert.

lichkeit seine Äußerungen so auslegt«, sagte

unter der Hand, obwohl einMEINE Teil der

SEITE

Öffent-

Gegenmaßnahmen angekündigt. Polizeiminister

Izchak Aharonovich will es mehr Israelis

erlauben, zur Selbstverteidigung Waf-

Busfahrers, der am Sonntag erhängt aufge-

US-Außenminister John Kerry verurteilte

Zuletzt sorgte der Tod eines arabischen Cohen.

Tierische Einwanderer 24

fen zu tragen. Ministerpräsident Benjamin funden worden war, bei den Palästinensern den Terrorakt und sprach von sinnloser Brutalität.

Außenminister Frank-Walter MITTAGSTISCH Stein-

30

Netanjahu kündigte am Abend die rasche für neuen Zorn. Eine israelische Autopsie ergab,

der Mann habe Suizid begangen. Paläsmeier

warnte vor einer neuen

Zerstörung der Häuser von Attentätern an.

FAMILIENANZEIGEN

Spirale der

36

Andere Minister forderten rigorose Strafmaßnahmen

gegen die Familien der Täter. mord durch jüdische Siedler aus. Der Fall Mogherini rief beide Seiten zur Zurückhaltinenser

gehen dagegen von einem Lynch-

Gewalt. Die EU-Außenbeauftragte Federica

Die Attentäter aus dem arabischen Ostteil heizte die Stimmung weiter an, die ohnehin tung und zu einer RückkehrIHR zuDRAHT Friedensgesprächen

auf.

ZU UNS

Jerusalems wurden wenige Minuten nach nach einem Streit um die Nutzung des Tempelbergs

in Jerusalem (Haram al-Scharif), Das spanische Parlament Zentrale hat sich unter-

06 41/3 00 30

dem Angriff von Polizisten erschossen. Sie

griffen die Betenden in dem Gotteshaus in der Muslimen und Juden heilig ist, sehr angespannt

war.

eigenem Staat ausgesprochen. In einer an

dessen für die AnerkennungLeserservice Palästinas als

0641/30 03 77

Har Nof mit Messern und Äxten an und feuerten

Schüsse ab.

Die radikale Volksfront zur Befreiung Palästinas

(PFLP) teilte mit, zwei ihrer Mitglie-

Stimmen gebilligten VorlageRedaktion wird die Regie-

06 41/3 00 31 23

Dienstagabend in Madrid mit Anzeigenservice 319 zu zwei

06 41/3003 33

Es war der erste tödliche Anschlag auf eine

Synagoge in Jerusalem. Drei der Opfer der hätten den Anschlag verübt. Netanjahu rung von Ministerpräsident Mariano Rajoy

stammten aus den USA und eines aus Großbritannien,

wie Polizeisprecher Micky Ro-

vor, Terroristen durch Hetze zu ermutigen. nen. Die friedliche Koexistenz von zwei

warf Palästinenserpräsident Mahmud Abbas aufgefordert, Palästina als Staat anzuerken-

www.giessener-allgemeine.de

senfeld bestätigte. Augenzeugen sprachen »Wir befinden uns mitten in einer Terrorkampagne,

die sich auf Jerusalem konzenzig

mögliche Lösung für den Nahost-Kon-

Staaten –Israel und Palästina –sei die ein-

von einem »Massaker« unter den Betenden.

Tausende Menschen nahmen später an den triert«, sagte Netanjahu.

flikt, hieß es. (Seite 4)

30147

Moskau (dpa). Trotz anhaltend schwerer ter Sergej Lawrow machten bei einer gemeinsamen

Pressekonferenz aus der unter-

Stadt –

Differenzen über die Ukraine bemühen Gießen sich

Deutschland und Russland um eine vorsichtige

Wiederannäherung. Außenminister

um die flikts im Osten der Ukraine keinen Hehl.

schiedlichen Bewertung des blutigen Kon-

Marburger

Frank-Walter Steinmeier mahnte am In Dienstag

in Moskau zu gemeinsamen Anstrengunhaften

Krise für die europäische Friedens-

Steinmeier sprach von dereiner »wirklich ernst-

GAZ-Serie

gen bei anderen Krisenherden der internationalen

Politik. Als Beispiel nannte er die Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten

ordnung«. Ampel-Är

Zuvor schon hatte er nach einem

Atomverhandlungen mit dem Iran und den Petro Poroschenko vor einer »militärischen

Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Großkonfrontation« gewarnt.

Staat

MITTELHESSISCHE

(IS). Kremlchef Wladimir Putin lud Steinmeier forderte alle Konfliktparteien

1,50

den SPD-Politiker noch für den Abend überraschend

zu einem Treffen ein.

Waffenstillstandsvereinbarungen von Minsk

Nummer

auf, die bereits im Mo. September –Do. geschlossenen

ALLGEMEINE

Aus deutschen Delegationskreisen hieß es endlich einzuhalten. Zugleich mahnte er:

nach dem etwa 75-minütigen Gespräch im »Es ist aber auch Zeit, jenseits von Ukraine

Kreml, die Unterredung sei »ernsthaft und zu denken. Wir haben mit ein paar anderen

offen« gewesen. Der Meinungsaustausch habe

sich um»Wege aus der Ukraine-Krise, die Russland ist nach Lawrows Worten bereit,

Bedrohungen weltweit fertigzuwerden.«

neue Perspektiven der Kooperation eröffnen den sogenannten Minsk-Prozess »ohne Vorbedingungen«

fortzusetzen. Zugleich be-

könnten«, gedreht. Zuletzt hatte Steinmeier

den Kremlchef im Februar gesehen, kurz vor schuldigte er jedoch die Führung in Kiew,

der Annexion der Halbinsel Krim durch die Vereinbarungen zu torpedieren. Zum

Russland. Steinmeier verlängerte seinen Besuch

für die Unterredung und trat mit Ver-

Minister: »Trotz aller Unterschiede, wie wir

deutsch-russischen Verhältnis meinte der

zögerung am Abend die Heimreise nach Berlin

an.

tig, dass der Dialog zwischen uns nicht auf-

die Lage in der Ukraine beurteilen, ist wich-

Steinmeier und der russische Außenminishört.«

Suche

Klesniks verlängert

Lette bleibt HSG Wetzlar

bis Juni 2016 erhalten

Sport – Seite 18

Suchbegriff

Nummer – . Jahrgang

Mo. –Do. 1,50 EUR, Fr. u.Sa. 1,70 EUR

Anschlag auf Synagoge

Vorsichtige Annäherung

Steinmeier sucht Gemeinsamkeiten mit Moskau

Ampel-Ärger

In der GAZ-Serie geht’s heute

um die Marburger Straße

Stadt Gießen – Seite 25

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von privat Hongkong

an privat räumt Barrikaden

Hongkong (dpa). Nach mehr als siebenwöchigen

Demonstrationen in Hongkong

Echte Großbaustelle

hat die Polizei Straßensperren am wichtigsten

Protestlager der Aktivisten geräumt.

kosten Beamte die und Straßenarbeiter gingen

50 Millionen Euro

Autobahnbrücken gestern bei Dorlar gegen Barrikaden rund um ein

Kreis Gießen Hochhaus – Seite 37im Stadtgebiet Admiralty in der

Nähe von Hongkongs Regierungssitz vor.

Ein Hongkonger Gericht hatte die Räumung

zuvor angeordnet. Aktivisten leisteten

kaum Widerstand. Protestführer Joshua

Wong sagte: »Wir respektieren die Entscheidung

des Gerichtes.« Aktivisten würden

aber weiterhin an anderen Straßenzügen

rund um den Regierungssitz bleiben.

Keine Einigung im

EU-Haushaltsstreit

Brüssel (dpa). Nach vorläufig gescheiterten

Verhandlungen eskaliert der Streit

um den milliardenschweren Haushalt der

EU. Europaparlamentarier warfen den Regierungen

der Mitgliedstaaten in scharfer

Form vor, eine Zahlungskrise der Union zu

riskieren. Unterhändler der EU-Staaten

und des Europaparlaments konnten sich in

der Nacht zum Dienstag nicht auf einen

Kompromiss zu Ausgaben einigen, die einen

Umfang von mindestens 140 Milliarden

Euro haben sollen. Die Abgeordneten fordern

deutlich mehr Geld für das Budget, als

Anschlag die 1 / 40 Staaten auf Synagoge geben OK wollen. (Seite 4)

WETTER

Bewölkt, bis 8Grad

Vorsichtige Annäherung

Strompreis 4194354 401500

könnte leicht steigen

Berlin (dpa). Die aus Klimaschutzgründen

diskutierte Stilllegung von zehn deutschen

Kohlekraftwerken könnte den

Strompreis leicht erhöhen. Im Einkauf an

der Strombörse würde der Preis zwischen

1,70 und fünf Euro jeMegawattstunde steigen,

ergeben Berechnungen von zwei großen

Energieversorgern, die der Deutschen

Presse-Agentur vorliegen. Derzeit liegt der

Börsenpreis für Strom bei knapp 50 Euro

für eine Megawattstunde.

Mehr Tote

durch Terrorismus

London (dpa). Die Zahl der Terroranschläge

mit Toten und Verletzten ist im vergangenen

Jahr nach einem Bericht der

Menschenrechtsorganisation Vision of Humanity

drastisch gestiegen. 2013 seien

17958 Menschen bei Anschlägen getötet

worden, 61 Prozent mehr als im Jahr zuvor,

heißt es im Global Terrorism Index der Organisation.

Allein zwei Drittel der Opfer

gehen auf das Konto von vier islamistischen

Terrororganisationen: Taliban, El

Kaida, Boko Haram und Islamischer Staat.

Nr.

...die


Ein Jude betet nach der Bluttat in dem Raum der Synagoge, in dem der Anschlag verübt wurde. Die Opfer stammten aus den USA und 1 / 40

Großbritannien.

(Foto: dpa)

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Anschlag auf Synagoge

Vier Menschen sterben in Jerusalem –Angreifer erschossen –Volksfront bekennt sich

Jerusalem (dpa). Ein Terroranschlag von

Palästinensern auf eine Synagoge in Jerusalem

mit vier Toten hat Hoffnungen auf eine

Beruhigung der angespannten Lage zunichtegemacht.

Die zwei Angreifer töteten gestern

vier jüdische Betende und verletzten

acht weitere. Israels Regierung hat gestern

Gegenmaßnahmen angekündigt. Polizeiminister

Izchak Aharonovich will es mehr Israelis

erlauben, zur Selbstverteidigung Waffen

zu tragen. Ministerpräsident Benjamin

Netanjahu kündigte am Abend die rasche

Zerstörung der Häuser von Attentätern an.

Andere Minister forderten rigorose Strafmaßnahmen

gegen die Familien der Täter.

Die Attentäter aus dem arabischen Ostteil

Jerusalems wurden wenige Minuten nach

dem Angriff von Polizisten erschossen. Sie

griffen die Betenden in dem Gotteshaus in

Har Nof mit Messern und Äxten an und feuerten

Schüsse ab.

Es war der erste tödliche Anschlag auf eine

Synagoge in Jerusalem. Drei der Opfer

stammten aus den USA und eines aus Großbritannien,

wie Polizeisprecher Micky Rosenfeld

bestätigte. Augenzeugen sprachen

von einem »Massaker« unter den Betenden.

Tausende Menschen nahmen später an den

Suchbegriff

Begräbnissen teil. Medienberichten zufolge

trugen die Opfer Titel als Rabbiner.

In den vergangenen Wochen hatte es eine

ganze Serie von Anschlägen auf Israelis gegeben.

Seit dem Abbruch der Friedensverhandlungen

zwischen Israelis und Palästinensern

im April ist die Lage in Nahost immer

weiter eskaliert.

Zuletzt sorgte der Tod eines arabischen

Busfahrers, der am Sonntag erhängt aufgefunden

worden war, bei den Palästinensern

für neuen Zorn. Eine israelische Autopsie ergab,

der Mann habe Suizid begangen. Palästinenser

gehen dagegen von einem Lynchmord

durch jüdische Siedler aus. Der Fall

heizte die Stimmung weiter an, die ohnehin

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der Muslimen und Juden heilig ist, sehr angespannt

war.

Die radikale Volksfront zur Befreiung Palästinas

(PFLP) teilte mit, zwei ihrer Mitglieder

hätten den Anschlag verübt. Netanjahu

warf Palästinenserpräsident Mahmud Abbas

vor, Terroristen durch Hetze zu ermutigen.

»Wir befinden uns mitten in einer Terrorkampagne,

die sich auf Jerusalem konzentriert«,

sagte Netanjahu.

Vorsichtige Annäherung

Steinmeier sucht Gemeinsamkeiten mit Moskau

Moskau (dpa). Trotz anhaltend schwerer

Differenzen über die Ukraine bemühen sich

Deutschland und Russland um eine vorsichtige

Wiederannäherung. Außenminister

Frank-Walter Steinmeier mahnte am Dienstag

in Moskau zu gemeinsamen Anstrengungen

bei anderen Krisenherden der internationalen

Politik. Als Beispiel nannte er die

Atomverhandlungen mit dem Iran und den

Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer

Staat (IS). Kremlchef Wladimir Putin lud

den SPD-Politiker noch für den Abend überraschend

zu einem Treffen ein.

Aus deutschen Delegationskreisen hieß es

nach dem etwa 75-minütigen Gespräch im

Kreml, die Unterredung sei »ernsthaft und

offen« gewesen. Der Meinungsaustausch habe

sich um»Wege aus der Ukraine-Krise, die

neue Perspektiven der Kooperation eröffnen

könnten«, gedreht. Zuletzt hatte Steinmeier

den Kremlchef im Februar gesehen, kurz vor

der Annexion der Halbinsel Krim durch

Russland. Steinmeier verlängerte seinen Besuch

für die Unterredung und trat mit Verzögerung

am Abend die Heimreise nach Berlin

an.

Steinmeier und der russische Außenminister

Sergej Lawrow machten bei einer gemeinsamen

Pressekonferenz aus der unterschiedlichen

Bewertung des blutigen Konflikts

im Osten der Ukraine keinen Hehl.

Steinmeier sprach von einer »wirklich ernsthaften

Krise für die europäische Friedensordnung«.

Zuvor schon hatte er nach einem

Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten

Petro Poroschenko vor einer »militärischen

Großkonfrontation« gewarnt.

Steinmeier forderte alle Konfliktparteien

auf, die bereits im September geschlossenen

Waffenstillstandsvereinbarungen von Minsk

endlich einzuhalten. Zugleich mahnte er:

»Es ist aber auch Zeit, jenseits von Ukraine

zu denken. Wir haben mit ein paar anderen

Bedrohungen weltweit fertigzuwerden.«

Russland ist nach Lawrows Worten bereit,

den sogenannten Minsk-Prozess »ohne Vorbedingungen«

fortzusetzen. Zugleich beschuldigte

er jedoch die Führung in Kiew,

die Vereinbarungen zu torpedieren. Zum

deutsch-russischen Verhältnis meinte der

Minister: »Trotz aller Unterschiede, wie wir

die Lage in der Ukraine beurteilen, ist wichtig,

dass der Dialog zwischen uns nicht aufhört.«

Mo. –Do. 1,50 EUR, Fr. u

.Sa. 1,70 EUR

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Der Chef des israelischen Inlandsgeheimdienstes

Schin Bet, Joram Cohen, widersprach

den Vorwürfen Netanjahus, Abbas

hetze zu Gewalt gegen Israel auf. »Abu Masen

(Abbas) ist nicht an Terror interessiert

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unter der Hand, obwohl ein Teil der Öffentlichkeit

seine Äußerungen so auslegt«, sagte

Cohen.

US-Außenminister John Kerry verurteilte

den Terrorakt und sprach von sinnloser Brutalität.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier

warnte vor einer neuen Spirale der

Gewalt. Die EU-Außenbeauftragte Federica

Mogherini rief beide Seiten zur Zurückhaltung

und zu einer Rückkehr zu Friedensgesprächen

auf.

Das spanische Parlament hat sich unterdessen

für die Anerkennung Palästinas als

eigenem Staat ausgesprochen. In einer an

Dienstagabend in Madrid mit 319 zu zwei

Stimmen gebilligten Vorlage wird die Regierung

von Ministerpräsident Mariano Rajoy

aufgefordert, Palästina als Staat anzuerkennen.

Die friedliche Koexistenz von zwei

Staaten –Israel und Palästina –sei die einzig

mögliche Lösung für den Nahost-Konflikt,

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Auch für Tablet und Smartphone optimiert.

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diskutierte Stilllegung von zehn deutschen

Kohlekraftwerken könnte den

Strompreis leicht erhöhen. Im Einkauf an

1 / 40

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1,70 und fünf Euro jeMegawattstunde steigen,

ergeben Berechnungen von zwei großen

Energieversorgern, die der Deutschen

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Börsenpreis für Strom bei knapp 50 Euro

für eine Megawattstunde.

G3266 A

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Jahr nach einem Bericht der

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17 958 Menschen bei Anschlägen getötet

worden, 61 Prozent mehr als im Jahr zuvor,

heißt es im Global Terrorism Index der Organisation.

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