Mit Zeitwertkonten gegen alternde Betriebe – Auszug ... - Gowin

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Mit Zeitwertkonten gegen alternde Betriebe – Auszug ... - Gowin

Großunternehmen, die in diesem Bereich Vorreiter sind, setzen dagegen mehrheitlich auf eine

Abrechnung in Geld, wie Rauser Towers Perrin festgestellt hat. Doch auch im mittelständischen

Bereich gewinnt die Kontoführung in Geldeinheiten Anhänger.

Einzahlungen ohne Grenzen

Eingezahlt werden darf auf Arbeitszeitkonten aber fast alles, was sich im Betrieb im Laufe der Zeit

ansparen lässt: Überstunden oder nicht verbrauchte Urlaubstage, Weihnachts- oder Urlaubsgeld,

Entgeltbestandteile, Tantiemen, Bonuszahlungen und selbst Zuwendungen des Arbeitgebers.

Es gibt weder gesetzlich fixierte Höchstgrenzen noch Erbbeschränkungen. Alle Einzahlungen sind

steuer- und sozialabgabenfrei. Doch müssen die späteren Leistungen versteuert werden und sind in

aller Regel auch sozialabgabenpflichtig.

Eine Zweckbindung für die Leistungen gibt es jedoch ebenfalls nicht. Diese können zur Finanzierung

des Vorruhestands ebenso genutzt werden wie unter bestimmten Bedingungen auch zur Einrichtung

einer betrieblichen Altersversorgung. Letztere gewinnt im Mittelstand kräftig an Bedeutung.

Die Wünsche der mittelständischen Wirtschaft

Dabei setzen die mittelständischen Unternehmen inzwischen verstärkt auf externe Berater und Hilfe

bei der Kotenführung. Hierfür bieten sich auch die Lebensversicherer an.

Die HDI-Gerling Pensionsmanagement hat jetzt für ihre Kundschaft in diesem Bereich eine

webbasierte Verwaltung und Informationsvermittlung eingerichtet. Auf dem neuen Internetportal

können sich auch die Beschäftigten einen Überblick über den Stand ihrer Konten verschaffen.

Die Mittelständler wünschen sich in diesem Zusammenhang aber insgesamt weniger Bürokratie, eine

leichtere Portabilität der Zeitwertkonten und verbesserte Regelungen zum Insolvenzschutz. Einen

guten Insolvenzschutz hält Schütt-Alpen hier auch für unverzichtbar.

Neuer Gesetzentwurf soll Abhilfe schaffen

Der Gesetzgeber ist in seinem am 30. Mai vorgelegten „Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung von

Rahmenbedingungen der sozialversicherungs-rechtlichen Absicherung flexibler Arbeitszeitregelung“

einige dieser Probleme angegangen. Das gilt zum Beispiel für Übertragungs-Möglichkeiten der

Zeitarbeitskonten auf einen neuen Arbeitgeber.

So sollen diese Konten bei der Deutschen Rentenversicherung Bund geführt werden dürfen, sofern der

neue Arbeitgeber des wechselwilligen Arbeitnehmers die Möglichkeit des Flexi-Gesetzes nicht nutzt.

Die Vorstellung des Gesetzgebers, die Wertkonten künftig generell in Geld zu führen, stößt aber bei

der mittelständischen Wirtschaft weitgehend auf Ablehnung.

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