Effiziente Vereinheitlichung - pma

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Effiziente Vereinheitlichung - pma

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bestbanking

5/2009

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Auflage 5.300

Effiziente Vereinheitlichung

Von der Eigenentwicklung zum System Integrator

Zu den Hauptaufgabengebieten von s IT Solutions zählen

nicht nur die Softwareentwicklung, sondern auch das Soluüon

Management und die System-Integration von Standard-Applikationen.

Solution Management umfasst den gesamten Lebenszyklus

einer Applikation, von der Softwareentwicklung bis hin

zum Betrieb. Als System Integrator wird die Integration sowohl

eigener als auch fremder Anwendungen vorgenommen, sodass

ein gesamtes Bankportfolio entsteht. Dies umfasst auch die Vers

IT Solutions ist der IT-Dienstleister der Erste Group und für die Entwicklung und den Betrieb der gesamten

IT-Applikationen, die im Bankbetrieb international verwendet werden, verantwortlich. Mag. Christian Gösch,

Managing Director der s IT Solutions Holding, erläuterte Mag. Gertrud Zoklits die Strategie.

Die Expansion der Erste Group in Zentraleuropa erfolgte

über Akquisitionen, was zur Folge hatte, dass unterschiedliche

IT-Systeme und Anwendungen vorhanden sind. Aufgabe von

s IT Solutions ist es, gemeinsam mit der Organisations-Einheit

ORG/IT der Erste Group, durch Standardisierung und

Alignment innerhalb der Region Synergiepotenziale im IT-

Bereich zu realisieren.

Zirka 850 an der Zahl, decken die IT-Applikationen die

Bereiche vom RetaiS Banking zum Corporste Banking, vom Investment

Banking über Large Corporates bis zum Fondsverwaltungssystem,

von der ATM-Software bzw. Selbstbedienungssoftware

bis zum Rechnungswesen, von der HR-Verwaltung bis

hin zum Internetbankingsystem ab. Schwerpunkt ist allerdings

nicht die Software, sondern die Sicherstellung effizienter Bankprozesse.

Dies ist auf unterschiedliche Art und Weise möglich,

zum Beispiel über Automatisierung bzw. Zentralisierung in

Back Otfice-Ccnters, die aufgebaut werden. Die historisch bedingte

Vielzahl an Applikationen wird durch den Aufbau einer

gemeinsamen Gruppeninfrastruktur kontinuierlich vermindert.

Software ist immer Mittel zum Zweck der Erreichung eines

-

bestimmten Ziels und die Ziele von s IT Solutions liegen

schwerpunktmäßig darin, die Prozesse des Bankbetriebes

effizienter zu gestalten. Der Untcrnehmcnszwcck ist die Bereitstellung

von Software-Lösungen, welche die Business-Bereiche

der Banken tatsächlich brauchen, zum besten Preis. Um die

Effizienz und Effektivität der IT-Systeme zu optimieren, setzt

man auf die Hebelwirkung von IT Leverage. Das bedeutet

anstelle von lokalen Insellösungen die Mchrtachnut/sung von

IT-Infrastruktur z.B. Plattformen, Server udgl. für mehrere

Anwendungen und die Wiederverwendung von IT-Applikationen

für mehrere bzw. alle Mitglieder der Erste Group. Durch

die Etablicrung eines einheitlichen Zusammenarbeitsmodells

zwischen Bank-Business, ORG/IT, s IT Solutions und iT-

AUSTR1A als Betreiber der Rechenzentren, sollen Schnittstellen

und Verantwortlichkeiten vereinheitlicht werden. Und

letzten Endes sollen alle diese Maßnahmen mehr denn je zur

Steigerung der IT-Kosteneffizienz beitragen.

antwortung für Service Level Agreements, Financial Management

und das Subcontraeting mit Vendoren. s IT Solutions verfolgt

das Ziel, make-or-buy"-Entschcidungen professionell

umzusetzen. So wird zum Beispiel SAP für den gesamten ERP-

Bcreich Enterprise Resource Planning eingesetzt, im Data

Warehousing werden viele Teile von SAS verwendet, weiters sind

ORACLE-Produkte und -Anwendungen im Einsatz. Generell

haben die lokalen Banken in Zentraleuropa für ihre Applikation

sportfolii jedoch mehr Buy"- als Make"~Entseheidungen

getroffen, denn Softwareentwicklung im Sinne des langen und

kontinuierlichen Prozesses des Aufbaus von Applikationen war

in der kurzen Zeit der Transformation der lokalen Einheiten in

Zentraleuropa nicht möglich. Es wurden die am Markt erhält-

-

lichen Applikationen genommen und entsprechend

-

länderspezifisch angepasst- Vor dem Einsatz einer Fremdapplikation

wird die Qualität deren Basisgerüsts sowie die Möglichkeiten

deren Verwendung in unterschiedlichen Ländern geprüft.

Sie muss nicht nur mit unterschiedlichen Sprachen, sondern

auch verschiedenen Rechts Systemen kompatibel sein und dies

innerhalb sowie außerhalb der EU, denn die Anwendungen werden

auch in Kroatien und der Ukraine zum Einsatz gebracht.

Ein besonderes Augenmerk ist auch darauf zu legen, inwieweit

die Anwendung zum jeweiligen Business-Modell passt.

In diesem Punkt wird versucht, die Diskrepanz so klein wie

möglich zu halten. Denn wird mittels Customizing im großen

Rahmen angepasst, entstehen gleichzeitig hohe Wartungsauf-

-

wände und letztlich Inflexibilität zusätzliche Release-

Wechsel würde in Zukunft hohe Anpassungsaufwände erfordern.

Um dies alles so niedrig wie möglich zu halten, wird, unter

anderem, bei jedem vom Business geforderten Change-Request

ein gesamter TCO Total Cost of Owncrship auf die Laufzeit

zur Verfügung gestellt. Es wird also nicht nur berechnet, was

diese Umstellung in der Entwicklung kostet, sondern auch

welche Kosten der Betrieb dieser zusätzlichen Funktionalität

erfordern wird. Es wird also dem Business nochmals ein Impuls

geliefert zu überdenken, ob diese Anpassung tatsächlich unabdingbar

ist, oder ob es nicht doch möglich wäre, die Prozesse an

die verfügbaren Funktionalitäten anzupassen.

Natürlich ist zu berücksichtigen, dass beispielsweise im

SAP-Bereich der Change Request-Bedarf relativ niedrig gehalten

werden kann, dass es im Retail- und Corporate-Banking

jedoch notwendig ist, sich den Märkten laufend anzupassen.

Hier sind entsprechende Features anzubieten, die die Erste

Group von den Mitbewerbern in den Märkten differenzieren,

was durch die bloße Verwendung von Standardsoftware nicht

immer abgedeckt werden kann. Gerade für Sales bzw. den

Marktauttritt werden daher Lösungen benötigt, die weitestgehend

konfigurierbar bzw. durch Customizing optim'icrbar sind.

Zum eigenen Gebrauch nach §42a UrhG.

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ist

wobei

und

es

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u-everage IT, wie dies innerhalb von s IT Solutions bezeichnet

-

wird, eine weitere, wesentliche Hauptaufgabe des IT-

Dienstleisters. Einfach ist dies dann, wenn auf ein im Grunde

ähnliches Businessmodell und gleiche Prozcssmodelle zugegangen

wird- Eine Applikation für unterschiedliche Businessprozessc

auszuliefern wird möglichst vermieden, denn das

Business bekommt nicht exakt die Anwendung, die es benötigt,

und aufgrund der dadurch nötigen höheren Customization

würden auch die Kosten anwachsen.

Aber nicht nur die Seite der Applikationen, auch jene der

Plattformen ist zu berücksichtigen. Von den AppUkationssilos so

weit wie möglich wegzugehen und unter unterschiedlichen Applikationen

Plattformen gemeinsam zu nutzen, ist eine der Kernstrategien

von s IT Solutions

-

der Begriff der Plattform

hier weiter gefasst ist als sonst üblich. Hier sind es Pattcrns, bestehend

aus einer bestimmten Hardware, Middleware und Datenhankkomponenten

zusammen gesehen mit den gesamten Monitoringprozessen,

dem Incident-Management, dem Konfigurations-Management

und den Releasemanagementprozessen.

Das heißt, es ist ein integriertes Paket, das nicht nur aus SOA-

Architekturen besteht, sondern auch aus dem gesamten Prozess-

Set, das notwendig ist, um diese Architektur zu betreiben.

-

Standards setzen über Grenzen hinweg

Die historisch bedingte Heterogenität der IT-Landschaft

innerhalb der Erste Group stellt besondere Herausforderungen

an das Alignment der Applikationen und Infrastrukturen sowie

der dazu notwendigen Organisationsstrukturen. Es wurden

Akquisitionen von großen, eigenständigen Organisationen, wie

die Ceska Sporitelna oder die Banca Comerciala Romana

mit jeweils rund 10.000 Mitarbeitern, durchgeführt, die über

ihre eigene Organisation und IT verfugten. Versucht wurde nun,

eine ähnliche Organisationsstruktur in sämtlichen Ländern

zu implementieren, d.h. s IT Solutions existiert nicht nur

in Osterreich, sondern ist nach dem gleichen Muster auch in

anderen Ländern implementiert. So wird mehr Klarheit und

Transparenz erzielt und gleichzeitig vermieden, dass in jedem

Land jeder Sachverhalt unterschiedlich gelöst wird. Das hilft in

der zentralen Steuerung den Überblick zu haben, einheitliche

Finanzberichte über die IT zu erstellen und ein länderübergreifendes

Lizenzmanagement forcieren zu können. Für ein

Iänderübergreirendes effizientes Management ist es also notwendig,

bestimmte Standards über die Länder hinweg aufzusetzen.

Zu diesem Zweck wurde eine s IT Solutions Holding

gegründet, die innerhalb von s IT Solutions die Governance

der IT-Beteiligungen der Erste Group verstärkt. Es wurden

Corporate Functions, u.a. für Finanzen, Personal, aber auch für

das Solution Management etabliert. Letzteres ist das Process-

Framework, das einheitliche Organisationsmodell, das in den

unterschiedlichen Ländern ausgerollt wird. Innerhalb des

Business Modells von s IT Solutions wird nach einem einheitlichen,

wenn man so will Kochrezept" gearbeitet, das so ähnlich

wie nur möglich in den diversen Ländern implementiert werden

soll, um mittels Keimzahlen und Best Practices von einander

zu lernen und kontinuierliche Verbesserungen auf Basis von

Benchmarks voranzutreiben.

Neben all diesen internen Veränderungen geht es vor allem

auch darum, den Anwendern, den Banken das zu liefern, was

-

sie brauchen nicht das, was sie möchten", so das Credo

von s IT Solutions. Dies zu verfolgen ist nicht immer einfach

und sorgt mitunter auch für Spannungen, aber s IT Solutions

nimmt mit dem Wissen, wie IT effizient und effektiv in der Erste

Group eingesetzt werden kann, einen Beratungsauftrag wahr.

Die Erfordernisse der Fachbereiche werden wahrgenommen und

verstanden und dementsprechend der Vorschlag für die Problemlösung

sowie eventuelle Kosteneinsparungslösungen gestaltet.

Insgesamt ist es ein unabdingbares Bestreben, s IT Solutions

als prozessorientiertes Unternehmen zu führen. Das heißt, der

IT-Dienstleister entwickelt sich konsequent an bestimmten

Industriestandards weiter, wie z. B. die Projektmanagementprozesse

anhand von IPMA International Projcctmanagement

Association-Standards. Diese Best Practicies der Industrie

werden, soweit es praktikabel ist, für das Unternehmen umgesetzt

und gleichzeitig entsprechende Reifegradsziele gesetzt,

so z.B. auch CMMI Capability Maturity Model Integration

und ITIL Information Technology Infrastructure Library.

Dahinter steht das Konzept der länderübergreifenden Vereinheitlichung

auf definierten Levels. Diese Levels werden

zentral festgelegt und reichen von einheitlichen Policies bis zu

vollständig vereinheitlichten Prozessen auf Tool-Ebene mit

einheitlichen Key Performance Indicators KPI. Letzteres

wäre zwar ideal, ist aber nicht immer sinnvoll. Wenn, wie

beispielsweise zwischen Kroatien und der Ukraine, wenige

Gemeinsamkeiten existieren, ist es sinnlos, wenn die Mitarbeiter

-

mit denselben Tools arbeiten wäre zwar wunderbar einheitlich,

brächte aber keinen positiven Business Case.

Mitarbeiterzahlen

Austria 802

Czech Republic 394

Croatia 116

Serbia 16

Slovakis 273

Romania 97

Ukraine 21

Umsatz Österreich:

5 IT Solutions AT Spardat GmbH

2008: 163 Mio Euro

Gegründet: 1968

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